Rechtssatz für 3Ob157/37 5Ob159/65 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0038722

Geschäftszahl

3Ob157/37; 5Ob159/65; 7Ob51/72; 8Ob241/73; 1Ob96/75; 4Ob551/75; 3Ob631/79; 3Ob659/80; 4Ob530/83; 5Ob565/84; 8Ob627/86; 2Ob632/87; 1Ob40/89 (1Ob41/89); 2Ob529/90; 4Ob2310/96a; 10Ob144/99w; 2Ob280/00s; 7Ob146/01y; 2Ob134/01x; 4Ob84/05i; 10Ob118/05h; 3Ob47/07v; 6Ob252/07p; 1Ob25/13b; 2Ob97/13y; 1Ob202/13g

Entscheidungsdatum

19.12.2013

Rechtssatz

Die grundbücherliche Eintragung eines Fahrrechtes im Zuge der Grundbuchsanlegung lässt die Möglichkeit des Nachweises offen, dass dieses Recht durch Nichtgebrauch erloschen sei. Die Aufstellung und Fortdauer eines tatsächlichen Hindernisses (Errichtung eines Zaunes) ist einem ausdrücklichen Verbot der Ausübung der Servitut gleichzuhalten.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 157/37
    Entscheidungstext OGH 17.03.1937 3 Ob 157/37
    Veröff: SZ 19/97
  • 5 Ob 159/65
    Entscheidungstext OGH 22.12.1965 5 Ob 159/65
    Veröff: RZ 1966,88 = LwBetr 1967,12
  • 7 Ob 51/72
    Entscheidungstext OGH 15.03.1972 7 Ob 51/72
    nur: Die Aufstellung und Fortdauer eines tatsächlichen Hindernisses (Errichtung eines Zaunes) ist einem ausdrücklichen Verbot der Ausübung der Servitut gleichzuhalten. (T1)
  • 8 Ob 241/73
    Entscheidungstext OGH 20.11.1973 8 Ob 241/73
    nur T1; Beisatz: Hier: Provisorische Errichtung eines Zaunes. (T2)
  • 1 Ob 96/75
    Entscheidungstext OGH 25.06.1975 1 Ob 96/75
    nur T1; Veröff: SZ 48/74 = EvBl 1976/64 S 127 = JBl 1976,266
  • 4 Ob 551/75
    Entscheidungstext OGH 23.09.1975 4 Ob 551/75
    nur T1; Beisatz: Es kommt dabei aber stets auf die Umstände des konkreten Falles an. Das Anbringen einer Verbotstafel muss keinesfalls zwingend als allgemeines nicht nur für Fremde, sondern auch für die Anrainer als langjährige Benützer der Wegverbindung geltendes Durchgangsverbot aufgefaßt werden. (T3)
  • 3 Ob 631/79
    Entscheidungstext OGH 21.01.1981 3 Ob 631/79
    Vgl; nur T1; Veröff: JBl 1982,32 (Anmerkung von Iro)
  • 3 Ob 659/80
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 3 Ob 659/80
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Der zusätzliche Ausspruch eines ausdrücklichen verbalen Verbotes der Ausübung der Dienstbarkeit ist gemäß § 1488 ABGB nicht erforderlich. (T4)
  • 4 Ob 530/83
    Entscheidungstext OGH 12.04.1983 4 Ob 530/83
    Vgl; nur T1
  • 5 Ob 565/84
    Entscheidungstext OGH 11.06.1985 5 Ob 565/84
    Beisatz: Der Berechtigte muss jedoch davon Kenntnis haben oder zumindestens bei gewöhnlicher Sorgfalt erlangen können. (T5) Veröff: SZ 58/98
  • 8 Ob 627/86
    Entscheidungstext OGH 19.11.1986 8 Ob 627/86
    Vgl auch
  • 2 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 632/87
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Maßgebend für den Beginn des Fristenlaufes ist, wann der Berechtigte das (erhebliche) Hindernis wahrnimmt. (T6)
  • 1 Ob 40/89
    Entscheidungstext OGH 15.11.1989 1 Ob 40/89
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 529/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 2 Ob 529/90
    Auch; Beisatz: Es ist für die Annahme der Widersetzlichkeit im Sinne des § 1488 ABGB nicht erforderlich, dass das die Servitutenausübung hindernde oder beeinträchtigende Verhalten des Verpflichteten in der Absicht erfolgt, die Rechtsausübung durch den Berechtigten zu beeinträchtigen oder unmöglich zu machen. Es genügt, dass der Belastete ein Hindernis errichtet, das die Ausübung des Rechtes für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder beeinträchtigt. (T7)
  • 4 Ob 2310/96a
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2310/96a
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 10 Ob 144/99w
    Entscheidungstext OGH 07.09.1999 10 Ob 144/99w
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Bei Wegedienstbarkeiten genügt es, dass durch die Beeinträchtigung die ungehinderte Benützung des Weges auf gewöhnliche und allgemeine Art unmöglich wird. (T8)
    Veröff: SZ 72/136
  • 2 Ob 280/00s
    Entscheidungstext OGH 25.10.2000 2 Ob 280/00s
    Vgl auch
  • 7 Ob 146/01y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2001 7 Ob 146/01y
    Vgl auch; Beis wie T5; Beis wie T8
  • 2 Ob 134/01x
    Entscheidungstext OGH 20.06.2002 2 Ob 134/01x
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T8
  • 4 Ob 84/05i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2005 4 Ob 84/05i
    Auch; Beisatz: Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Belastete „die Ausübung des Rechts für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder (manifest) beeinträchtigt". Die Abwesenheit des Berechtigten hindert den Rechtsverlust nicht (so schon: 5 Ob 565/84). Es kommt daher nicht auf die tatsächliche Kenntnis des Berechtigten, sondern auf die Möglichkeit der Kenntnisnahme bei gewöhnlicher Sorgfalt (= gehöriger Aufmerksamkeit) an. (T9)
  • 10 Ob 118/05h
    Entscheidungstext OGH 08.11.2005 10 Ob 118/05h
    Auch; Beis ähnlich wie T6; Beis wie T9 nur: Es kommt daher nicht auf die tatsächliche Kenntnis des Berechtigten, sondern auf die Möglichkeit der Kenntnisnahme bei gewöhnlicher Sorgfalt (= gehöriger Aufmerksamkeit) an. (T10)
    Beisatz: Die Frage, wann der Berechtigte nach den Umständen des konkreten Falles das Hindernis bei gewöhnlicher Sorgfalt (gehöriger Aufmerksamkeit) hätte wahrnehmen können, hängt so sehr von den Umständen des Einzelfalles ab, dass ihr regelmäßig keine darüber hinausgehende Bedeutung zukommt. (T11)
  • 3 Ob 47/07v
    Entscheidungstext OGH 23.05.2007 3 Ob 47/07v
    Auch; Beis ähnlich wie T10; Beisatz: Es ist keine erhebliche Rechtsfrage, ob häufigere und umfangreichere Beeinträchtigungen der Servitutsausübung zu einem „anderen" Beginn des Fristenlaufs führen. (T12)
  • 6 Ob 252/07p
    Entscheidungstext OGH 12.12.2007 6 Ob 252/07p
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 1 Ob 25/13b
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 25/13b
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Auch; Beis wie T7 nur: Es ist nicht erforderlich, dass das die Servitutenausübung hindernde oder beeinträchtigende Verhalten des Verpflichteten in der Absicht erfolgt, die Rechtsausübung durch den Berechtigten zu beeinträchtigen oder unmöglich zu machen. Es genügt, dass der Belastete ein Hindernis errichtet, das die Ausübung des Rechtes für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder beeinträchtigt. (T13)
    Beis wie T9; Beisatz: Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse (vgl RIS‑Justiz RS0034271; RS0034394), ist nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich. (T14)
  • 1 Ob 202/13g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 202/13g
    Vgl; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1937:RS0038722

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2014

Dokumentnummer

JJR_19370317_OGH0002_0030OB00157_3700000_001

Rechtssatz für 2Ob30/95 1Ob2139/96g 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0042279

Geschäftszahl

2Ob30/95; 1Ob2139/96g; 2Ob2337/96g; 2Ob35/94; 2Ob2411/96i; 4Ob71/01x; 1Ob6/03v; 1Ob204/03m; 3Ob294/04p; 1Ob59/06t; 6Ob73/06p; 2Ob215/06s; 7Ob94/09p; 2Ob119/09b; 9Ob40/09m; 2Ob107/10i; 8Ob134/10d; 2Ob97/13y; 2Ob36/14d; 2Ob234/14x; 2Ob65/19a; 2Ob214/19p; 3Ob140/20i

Entscheidungsdatum

01.03.2021

Norm

ZPO §499 Abs2
ZPO §519 Abs1 Z2 H

Rechtssatz

Eine Bindung des Erstgerichts an die Rechtsmeinung des Berufungsgerichts im Sinn des Paragraph 499, Absatz 2, ZPO besteht dann nicht, wenn der Oberste Gerichtshof die Rechtsansicht des Berufungsgerichts - auch ohne Zulassung des Rekurses gegen den Aufhebungsbeschluss (Paragraph 519, Absatz eins, Ziffer 2, ZPO) - bereits anlässlich der Behandlung der (zulässigen) Revision gegen den abändernden Teil der Berufungsentscheidung überprüft und nicht gebilligt hat.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 30/95
    Entscheidungstext OGH 06.04.1995 2 Ob 30/95
  • 1 Ob 2139/96g
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2139/96g
  • 2 Ob 2337/96g
    Entscheidungstext OGH 14.11.1996 2 Ob 2337/96g
  • 2 Ob 35/94
    Entscheidungstext OGH 31.10.1996 2 Ob 35/94
  • 2 Ob 2411/96i
    Entscheidungstext OGH 27.02.1997 2 Ob 2411/96i
  • 4 Ob 71/01x
    Entscheidungstext OGH 24.04.2001 4 Ob 71/01x
    Auch
  • 1 Ob 6/03v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2003 1 Ob 6/03v
  • 1 Ob 204/03m
    Entscheidungstext OGH 12.08.2004 1 Ob 204/03m
    Beisatz: Dem Obersten Gerichtshof ist es daher nicht verwehrt, einen von den Parteien nicht bekämpften oder nicht bekämpfbaren Aufhebungsbeschluss des Rechtsmittelgerichts infolge eines im weiteren Rechtsgang erhobenen zulässigen Rechtsmittels als nichtig aufzuheben. (T1)
    Veröff: SZ 2004/117
  • 3 Ob 294/04p
    Entscheidungstext OGH 24.08.2005 3 Ob 294/04p
    Beisatz: Nichts anderes hat dann zu gelten, wenn sich die Revision gegen den bestätigenden Teil der Berufungsentscheidung wendet, deren Rechtsansicht vom Obersten Gerichtshof nicht gebilligt wird. (T2)
  • 1 Ob 59/06t
    Entscheidungstext OGH 16.05.2006 1 Ob 59/06t
  • 6 Ob 73/06p
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 73/06p
    Vgl; Beisatz: Im fortgesetzten Verfahren ist das Erstgericht an die Rechtsansicht des Höchstgerichtes gebunden. (T3)
  • 2 Ob 215/06s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 215/06s
  • 7 Ob 94/09p
    Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 94/09p
    Auch
  • 2 Ob 119/09b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2009 2 Ob 119/09b
    Auch
  • 9 Ob 40/09m
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 9 Ob 40/09m
  • 2 Ob 107/10i
    Entscheidungstext OGH 08.07.2010 2 Ob 107/10i
  • 8 Ob 134/10d
    Entscheidungstext OGH 29.09.2011 8 Ob 134/10d
    Auch
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Auch
  • 2 Ob 36/14d
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 2 Ob 36/14d
    Auch
  • 2 Ob 234/14x
    Entscheidungstext OGH 21.10.2015 2 Ob 234/14x
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 65/19a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2019 2 Ob 65/19a
    Beis wie T3
  • 2 Ob 214/19p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 2 Ob 214/19p
    Vgl; Beis wie T3
  • 3 Ob 140/20i
    Entscheidungstext OGH 01.03.2021 3 Ob 140/20i
    Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0042279

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2022

Dokumentnummer

JJR_19950406_OGH0002_0020OB00030_9500000_001

Rechtssatz für 6Ob147/64; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0034271

Geschäftszahl

6Ob147/64; 5Ob32/65; 5Ob159/65; 8Ob23/66; 6Ob290/67; 5Ob195/69; 6Ob535/76; 3Ob631/79; 2Ob632/87; 4Ob501/89; 7Ob1579/92; 4Ob562/94; 1Ob25/95; 4Ob2310/96a; 1Ob404/97m; 2Ob248/01m; 1Ob25/13b; 8Ob19/13x; 2Ob97/13y; 8Ob103/13z; 4Ob190/13i; 5Ob30/14v; 10Ob78/14i; 5Ob74/15s; 9Ob40/15w; 8Ob122/15x; 9Ob63/18g; 1Ob166/19x; 4Ob184/19s; 4Ob177/19m; 10Ob17/21d; 4Ob134/21s; 10Ob54/22x; 4Ob218/22w; 1Ob171/23p

Entscheidungsdatum

20.12.2023

Rechtssatz

Eine Widersetzlichkeit gegen die Ausübung einer Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn sich der verpflichtete Teil der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzt. Er kann sich aber nicht einer nicht in Anspruch genommenen Dienstbarkeit im Sinne des Paragraph 1488, ABGB widersetzen. Die Frist der dreijährigen Freiheitsersitzung nach Paragraph 1488, ABGB beginnt mit dem Zeitpunkt der Widersetzlichkeit gegen die tatsächliche Ausübung der Dienstbarkeit zu laufen, während die dreißigjährige bzw vierzigjährige Verjährungsfrist nach Paragraphen 1479,, 1485 ABGB mit dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, an welchem eine an sich mögliche Ausübung der Dienstbarkeit unterlassen wird (Paragraph 1478, ABGB).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 147/64
    Entscheidungstext OGH 29.07.1964 6 Ob 147/64
    Veröff: SZ 37/107 = RZ 1964,219
  • 5 Ob 32/65
    Entscheidungstext OGH 06.07.1965 5 Ob 32/65
  • 5 Ob 159/65
    Entscheidungstext OGH 22.12.1965 5 Ob 159/65
    Veröff: RZ 1966,88 = LwBetr 1967,12
  • 8 Ob 23/66
    Entscheidungstext OGH 08.02.1966 8 Ob 23/66
    Beisatz: Widersetzlichkeit im Sinne des § 1488 ABGB gegen das Recht, Lüftungsschächte auf dem dienenden Grundstück zu öffnen, setzt Kenntnis vom Verschließen der Lüftungsöffnungen voraus. (T1)
    Veröff: EvBl 1966/218 S 266
  • 6 Ob 290/67
    Entscheidungstext OGH 22.11.1967 6 Ob 290/67
    nur: Eine Widersetzlichkeit gegen die Ausübung einer Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn sich der verpflichtete Teil der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzt. Er kann sich aber nicht einer nicht in Anspruch genommenen Dienstbarkeit im Sinne des § 1488 ABGB widersetzen. (T2)
    Beisatz: Vermietung einer Servitutswohnung als Widersetzlichkeit. (T3)
    Veröff: MietSlg 19024
  • 5 Ob 195/69
    Entscheidungstext OGH 01.10.1969 5 Ob 195/69
    nur T2
  • 6 Ob 535/76
    Entscheidungstext OGH 01.04.1976 6 Ob 535/76
    nur T2
  • 3 Ob 631/79
    Entscheidungstext OGH 21.01.1981 3 Ob 631/79
    Vgl; nur T2; Beisatz: Voraussetzung der Verjährung ist, dass der Berechtigte die Ausübung der Servitut in Kenntnis der Widersetzlichkeit des verpflichteten Teiles unterlässt. (T4)
    Veröff: JBl 1982,32 (Anmerkung von Iro)
  • 2 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 632/87
    Vgl aber; nur T2; Beis wie T4
  • 4 Ob 501/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 501/89
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 1579/92
    Entscheidungstext OGH 25.06.1992 7 Ob 1579/92
    nur T2
  • 4 Ob 562/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 562/94
    nur T2
  • 1 Ob 25/95
    Entscheidungstext OGH 23.06.1995 1 Ob 25/95
    Vgl; Beisatz: Beginn der Verjährungsfrist erst mit Kenntnis des Servitutsberechtigten vom Hindernis (hier: Verrohrung eines Baches). (T5)
  • 4 Ob 2310/96a
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2310/96a
    Auch; nur: Die dreißigjährige bzw vierzigjährige Verjährungsfrist nach §§ 1479, 1485 ABGB mit dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, an welchem eine an sich mögliche Ausübung der Dienstbarkeit unterlassen wird (§ 1478 ABGB). (T6)
    Beisatz: Bei fortdauernden Servituten ist die letzte Ausübungshandlung entscheidend. (T7)
  • 1 Ob 404/97m
    Entscheidungstext OGH 24.03.1998 1 Ob 404/97m
    Vgl auch; Beisatz: Die Verjährungsfrist beginnt, wenn die an sich mögliche Rechtsausübung unterbleibt, mit dem Beginn der Ausübungsmöglichkeit, sonst mit der letzten Ausübungshandlung. (T8)
  • 2 Ob 248/01m
    Entscheidungstext OGH 18.10.2001 2 Ob 248/01m
    Auch
  • 1 Ob 25/13b
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 25/13b
    Vgl aber
  • 8 Ob 19/13x
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 8 Ob 19/13x
    Auch; Beisatz: Die kurze Verjährungsfrist des § 1488 ABGB gilt auch nur, wenn sich der verpflichtete Teil der Ausübung des Rechts widersetzt, was bei einer nicht in Anspruch genommenen Servitut ausgeschlossen ist. (T9)
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Vgl aber; Beisatz: Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse (vgl RIS‑Justiz RS0034271; RS0034394), ist nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich. (T10)
    Beisatz: Es genügt vielmehr, dass der Dienstbarkeitsberechtigte das Hindernis, das die Ausübung seiner Dienstbarkeit unmöglich macht oder doch beeinträchtigt, bei gewöhnlicher Sorgfalt hätte wahrnehmen können. (T11)
  • 8 Ob 103/13z
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 Ob 103/13z
    Beis wie T4
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Vgl auch
  • 5 Ob 30/14v
    Entscheidungstext OGH 04.09.2014 5 Ob 30/14v
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 10 Ob 78/14i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 10 Ob 78/14i
    Vgl aber; Beis wie T10
  • 5 Ob 74/15s
    Entscheidungstext OGH 19.06.2015 5 Ob 74/15s
    Vgl auch; Beisatz: Ein letztlich erfolglos gebliebenes Widerstreben des Verpflichteten führt nicht zum Rechtsverlust. (T12)
  • 9 Ob 40/15w
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 40/15w
    Vgl auch; Beis wie T4; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 8 Ob 122/15x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2016 8 Ob 122/15x
    Vgl aber; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 9 Ob 63/18g
    Entscheidungstext OGH 27.09.2018 9 Ob 63/18g
    Vgl aber; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 1 Ob 166/19x
    Entscheidungstext OGH 23.10.2019 1 Ob 166/19x
    Beis wie T11
  • 4 Ob 184/19s
    Entscheidungstext OGH 24.10.2019 4 Ob 184/19s
    Beis wie T10; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Der Beklagte hatte über längere Zeit Blumentöpfe und andere Gegenstände in die Dienstbarkeitsfläche gestellt und Markierungen angebracht, um die von ihm als unbelastet beanspruchte Fläche zu kennzeichnen. (T13)
  • 4 Ob 177/19m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 4 Ob 177/19m
    nur T2
  • 10 Ob 17/21d
    Entscheidungstext OGH 13.09.2021 10 Ob 17/21d
    Vgl; Beis wie T11
  • 4 Ob 134/21s
    Entscheidungstext OGH 21.10.2021 4 Ob 134/21s
    Beisatz: Hier: Anbringen einer Eisenkette, die das Bewandern des Weges allerdings nicht nachhaltig behindert. (T14)
  • 10 Ob 54/22x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2022 10 Ob 54/22x
    Vgl; nur T6; Beis wie T4; Beis wie T11
  • 4 Ob 218/22w
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.02.2023 4 Ob 218/22w
    vgl; Beisatz: Hier: keine Hinderung an der Benützung des strittigen Bereichs - keine die Ausübung der Servitut einschränkende Widersetzlichkeit ableitbar (T15)
  • 1 Ob 171/23p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.12.2023 1 Ob 171/23p
    gegenteilig; Beisatz wie T10; Beisatz wie T11
    Anm: vgl nunmehr RS0134632

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1964:RS0034271

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19640729_OGH0002_0060OB00147_6400000_001

Rechtssatz für 7Ob260/64; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0034394

Geschäftszahl

7Ob260/64; 5Ob159/65; 8Ob23/66; 6Ob290/67; 5Ob565/84; 2Ob632/87; 4Ob562/94; 2Ob97/13y; 10Ob78/14i; 1Ob171/23p

Entscheidungsdatum

20.12.2023

Rechtssatz

Ein Widersetzen im Sinne dieser Gesetzesstelle liegt erst dann vor, wenn der Servitutsberechtigte die Dienstbarkeit ausüben will und daran vom Verpflichteten gehindert wird, nicht aber schon dann, wenn die Ausübung der Dienstbarkeit zu einer Zeit behindert wird, zu der sie der Berechtigte gar nicht ausüben wollte.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 260/64
    Entscheidungstext OGH 07.10.1964 7 Ob 260/64
    Veröff: EvBl 1965/68 S 102
  • 5 Ob 159/65
    Entscheidungstext OGH 22.12.1965 5 Ob 159/65
    Veröff: RZ 1966,88
  • 8 Ob 23/66
    Entscheidungstext OGH 08.02.1966 8 Ob 23/66
    Beisatz: Widersetzlichkeit im Sinne des § 1488 ABGB gegen das Recht, Lüftungsschächte auf dem dienenden Grundstück zu öffnen, setzt Kenntnis vom Verschließen der Lüftungsöffnungen voraus. (T1) Veröff: EvBl 1966/218 S 266
  • 6 Ob 290/67
    Entscheidungstext OGH 22.11.1967 6 Ob 290/67
    Beisatz: Vermieter einer Servitutswohnung als Widersetzlichkeit. (T2) Veröff: MietSlg 19024
  • 5 Ob 565/84
    Entscheidungstext OGH 11.06.1985 5 Ob 565/84
  • 2 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 632/87
    Vgl aber; Beisatz: Maßgebend für den Beginn des Fristenlaufes ist, wann der Berechtigte das (erhebliche) Hindernis wahrnimmt. (T3)
  • 4 Ob 562/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 562/94
    Vgl; Beis wie T3
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Vgl aber; Beisatz: Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse (vgl RIS‑Justiz RS0034271; RS0034394), ist nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich. (T4)
    Beisatz: Es genügt vielmehr, dass der Dienstbarkeitsberechtigte das Hindernis, das die Ausübung seiner Dienstbarkeit unmöglich macht oder doch beeinträchtigt, bei gewöhnlicher Sorgfalt hätte wahrnehmen können. (T5)
  • 10 Ob 78/14i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 10 Ob 78/14i
    Vgl aber; Beis wie T4; Beis ähnlich wie T5
  • 1 Ob 171/23p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.12.2023 1 Ob 171/23p
    gegenteilig; Beisatz wie T4; Beisatz wie T5
    Anm: vgl nunmehr RS0134632

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1964:RS0034394

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19641007_OGH0002_0070OB00260_6400000_001

Rechtssatz für 1Ob15/94 (1Ob16/94); ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0037141

Geschäftszahl

1Ob15/94 (1Ob16/94); 1Ob2188/96p; 4Ob2310/96a; 6Ob85/00v; 7Ob146/01y; 4Ob84/05i; 10Ob118/05h; 3Ob47/07v; 6Ob252/07p; 10Ob8/12t; 1Ob25/13b; 2Ob97/13y; 1Ob202/13g; 10Ob78/14i; 5Ob74/15s; 9Ob40/15w; 8Ob122/15x; 2Ob158/17z; 9Ob63/18g; 1Ob95/19f; 4Ob184/19s; 7Ob78/22d; 10Ob54/22x; 4Ob66/23v; 1Ob171/23p

Entscheidungsdatum

20.12.2023

Rechtssatz

Es ist nicht erforderlich, dass der Verpflichtete die Absicht hat, die Rechtsausübung durch den Berechtigten unmöglich zu machen oder zu beeinträchtigen. Es genügt vielmehr, dass der Belastete ein Hindernis errichtet, das die Ausübung des Rechts für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder beeinträchtigt. Es genügt die manifeste Beeinträchtigung des Servitutsrechts.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 15/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 15/94
  • 1 Ob 2188/96p
    Entscheidungstext OGH 03.10.1996 1 Ob 2188/96p
    Auch; nur: Es genügt vielmehr, dass der Belastete ein Hindernis errichtet, das die Ausübung des Rechts für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder beeinträchtigt. Es genügt die manifeste Beeinträchtigung des Servitutsrechts. (T1)
  • 4 Ob 2310/96a
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2310/96a
    Beisatz: Bei Wegservituten genügt es, dass durch die Beeinträchtigung die ungehinderte Benützung des Weges auf gewöhnliche und allgemeine Art unmöglich wird. (T2)
  • 6 Ob 85/00v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 6 Ob 85/00v
    nur T1; Beisatz: Wenn auch das bloße Leugnen des fremden Rechts noch nicht als Errichtung eines Hindernisses qualifiziert werden kann, so kann dies hier aber in der Unterlassung der für das Wohnen unbedingt erforderlichen Instandsetzung erblickt werden. (T3)
  • 7 Ob 146/01y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2001 7 Ob 146/01y
    Auch
  • 4 Ob 84/05i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2005 4 Ob 84/05i
  • 10 Ob 118/05h
    Entscheidungstext OGH 08.11.2005 10 Ob 118/05h
    Auch; nur: Es genügt die manifeste Beeinträchtigung des Servitutsrechts. (T4)
    Beisatz: Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt aber frühestens zu dem Zeitpunkt zu laufen, zu dem der Servitutsberechtigte das Hindernis wahrnimmt oder zumindest bei gehöriger Aufmerksamkeit wahrnehmen konnte. (T5)
  • 3 Ob 47/07v
    Entscheidungstext OGH 23.05.2007 3 Ob 47/07v
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Der Begriff der Widersetzlichkeit des Verpflichteten vereint naturgemäß eine physische Komponente, nämlich die Widersetzungshandlung, welche für den Berechtigten wahrnehmbar und manifest sein muss, und eine zeitliche, nämlich im Unterschied zu einer bloß vorübergehenden Störung. (T6)
  • 6 Ob 252/07p
    Entscheidungstext OGH 12.12.2007 6 Ob 252/07p
    Auch
  • 10 Ob 8/12t
    Entscheidungstext OGH 13.03.2012 10 Ob 8/12t
    Auch; Beis wie T5
  • 1 Ob 25/13b
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 25/13b
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Beisatz: Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse (vgl RIS‑Justiz RS0034271; RS0034394), ist nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich. (T7)
  • 1 Ob 202/13g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 202/13g
    Vgl; Beis wie T2
  • 10 Ob 78/14i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 10 Ob 78/14i
    Beis wie T7
  • 5 Ob 74/15s
    Entscheidungstext OGH 19.06.2015 5 Ob 74/15s
    Auch
  • 9 Ob 40/15w
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 40/15w
    Beis wie T6; Beis wie T7
  • 8 Ob 122/15x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2016 8 Ob 122/15x
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 2 Ob 158/17z
    Entscheidungstext OGH 16.05.2018 2 Ob 158/17z
    nur T1; Beisatz: Hier: Widersetzungshandlung iSd § 1488 ABGB durch verwaltungsbefugten Erben. (T8)
  • 9 Ob 63/18g
    Entscheidungstext OGH 27.09.2018 9 Ob 63/18g
    Auch
  • 1 Ob 95/19f
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 1 Ob 95/19f
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Räumliche Eingrenzung eines mit einem Wasserleitungsrecht verbundenen Wegerechts (Fahrrechts) infolge der nach Ablauf der dreijährigen Verjährungsfrist eingetretenen Freiheitsersitzung. (T9)
  • 4 Ob 184/19s
    Entscheidungstext OGH 24.10.2019 4 Ob 184/19s
    Beisatz: Die Freiheitsersitzung nach § 1488 ABGB ist ein Fall der Verjährung einer bestehenden Dienstbarkeit. (T10)
  • 7 Ob 78/22d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2022 7 Ob 78/22d
    Beisatz: Hier: Aufstellen von fest mit dem Boden verbundenen Dreiecksständern im Abstand von zwei Metern, sodass ein Passieren der beiden Hindernisse nur für einspurige Fahrzeuge sowie für mehrspurige Fahrzeuge mit einer Breite bis 1,80 m und einer Länge bis 4,30 m möglich war. (T11)
  • 10 Ob 54/22x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2022 10 Ob 54/22x
    Vgl; nur T1
  • 4 Ob 66/23v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 31.05.2023 4 Ob 66/23v
    Beisatz wie T1: Hier: Parken des KFZ auf dem Servitutsweg durch den Servitutsbelasteten (T12)
  • 1 Ob 171/23p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.12.2023 1 Ob 171/23p
    vgl; Beisatz wie T7
    Anm: vgl RS0134632

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0037141

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19941123_OGH0002_0010OB00015_9400000_003

Entscheidungstext 2Ob97/13y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

Zak 2013/654 S 358 - Zak 2013,358 = bbl 2013,261/231 - bbl 2013/231 = Jus-Extra OGH-Z 5459 = MietSlg 65.272

Geschäftszahl

2Ob97/13y

Entscheidungsdatum

30.07.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr. Baumann als Vorsitzenden und durch die Hofräte Dr. Veith, Dr. E. Solé, Dr. Schwarzenbacher und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei 1. Matthias und 2. Ruth G*****, beide: *****, 3. Verlassenschaft nach Gerhard H***** und 4. Ingeborg H*****, alle vertreten durch Dr. Hans Widerin ua Rechtsanwälte in Bludenz, gegen die beklagten Parteien 1. Ruhsan und 2. Sermin G*****, beide vertreten durch Dr. Michael Battlogg, Rechtsanwalt in Schruns, wegen Entfernung und Unterlassung, infolge Revision der klagenden Parteien gegen das Teilurteil des Landesgerichts Feldkirch als Berufungsgericht vom 12. Februar 2013, GZ 3 R 36/13m-36, womit das Urteil des Bezirksgerichts Bludenz vom 21. Dezember 2012, GZ 3 C 1251/11g-31, teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Das Teilurteil des Berufungsgerichts wird dahingehend abgeändert, dass das erstgerichtliche Urteil insoweit mit folgender Maßgabe wiederhergestellt wird:

„Die beklagten Parteien sind schuldig, die auf dem Grundstück EZ 2485, GB *****, bestehend aus GstNr 2439/2, vorhandene Hecke, soweit sie in die im Übergabe- und Dienstbarkeitsvertrag vom 18. 5. 2006 vereinbarte Wegtrasse hineinragt, zu entfernen.“

Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Streitteile sind Eigentümer benachbarter Grundstücke. Ihre Rechtsvorgänger haben in einem Übergabs- und Dienstbarkeitsvertrag vom 9./18. 5. 2006 die uneingeschränkte Dienstbarkeit des Geh- und Fahrrechts in Bezug auf eine im Vertrag festgelegte, durch einen Plan konkretisierte Wegtrasse vereinbart. Die erst- und die zweitklagende Partei haben ihr Grundstück mit Kaufvertrag vom 19. 7. 2008 erworben, die dritt- und die viertklagende Partei mit Kaufvertrag vom 7. 8. 2006, die erst- und die zweitbeklagte Partei aufgrund eines Teilungs- und Kaufvertrags vom 4. 1. 2006.

Die Beklagten haben die im ursprünglichen Vertrag vereinbarte Wegtrasse zur Kenntnis genommen und den Trassenverlauf akzeptiert. Sie pflanzten im Jahr 2006/2007 eine Hecke und errichteten eine Mauer, die auf einer Länge von 4 bzw 3 m in den Mündungstrichter der Dienstbarkeitstrasse hineinragen. Spätestens im Jahre 2008 verlegten sie auch eine nicht bodenniveaugleiche Randsteinbegrenzung und Bepflasterung von der Randsteinbegrenzung zu ihrem Haus hin, die ebenfalls im Mündungstrichter in die Dienstbarkeitstrasse hineinreichen. Die Beklagten gingen bei Errichtung dieser Bauwerke bzw der Bepflanzung immer davon aus, die Maßnahmen nicht unter Inanspruchnahme der Dienstbarkeitstrasse zu realisieren. Sie hatten nicht die Absicht bzw das Bewusstsein sich der Ausübung der vereinbarten Dienstbarkeit zu widersetzen.

Die erst- und die zweitklagende Partei realisierten beim Ankauf ihrer Liegenschaft 2008 nicht, dass der damals vorhandene Weg nicht den Verabredungen entsprach. Ursprünglich (zumindest seit dem Jahr 2007 bis zur Gartenneugestaltung durch die erst- und die zweitklagende Partei 2011) war der Weg nämlich derart eingerichtet und wurde auch allgemein derart benutzt, dass er teilweise erheblich weiter auf dem Grundstück der erst- und der zweitklagenden Partei verlief. Erst im Zuge der Gartengestaltung durch diese verbunden mit der Einfriedung ihres Grundstücks 2011 wurde der Weg in seiner vorhandenen Form erheblich verschmälert und dadurch den klagenden Parteien bewusst, dass der vorhandene Weg nicht dem Übergabs- und Dienstbarkeitsvertrag bzw der darin enthaltenen Skizze entsprach und dass die Beklagten durch ihre Maßnahmen der Bepflanzung und Bepflasterung in die vertraglich festgelegte Dienstbarkeitsfläche hineingeraten waren. Sofern sie sich bereits beim Ankauf um die Gegebenheiten gekümmert und diese kontrolliert hätten (insb Überprüfung in vermessungstechnischer Hinsicht), wäre ihnen der Umstand, dass der damals vorhandene Weg tatsächlich nicht den Vereinbarungen entsprach, bereits vorab aufgefallen.

Die dritt- und die viertklagende Partei haben ihr Grundstück 2006 erworben und mit dem Hausbau begonnen. Auch sie hätten bei genauerer Überprüfung der damaligen Wegtrasse feststellen können, dass diese nicht den Verabredungen entsprach.

Mit der am 15. 11. 2011 eingebrachten Klage begehren die Kläger, die Beklagten schuldig zu erkennen, die Bepflanzung und Bepflasterung von der im Übergabe- und Dienstbarkeitsvertrag vom 18. 5. 2006 vereinbarten Wegtrasse zu entfernen und künftig jede Störung und Beeinträchtigung der Dienstbarkeitsfläche zu unterlassen. Die Bepflasterung und Bepflanzung mache die ungehinderte Nutzung der vereinbarten Wegtrasse unmöglich.

Die Beklagten bestritten, dass ihre Maßnahmen das Dienstbarkeitsrecht beeinträchtigten. Die Hecke rage nicht in die Dienstbarkeitstrasse hinein. Im Übrigen sei Freiheitsersitzung eingetreten, da die Bepflanzung und Bepflasterung bereits „vor fünf Jahren“ erfolgte und die Kläger keine Einwendungen erhoben hätten.

Das Erstgericht verpflichtete die Beklagten dazu, die Bepflanzung und Bepflasterung, „sofern“ sie in die vom Übergabe- und Dienstbarkeitsvertrag vereinbarte Wegtrasse hineinrage, zu entfernen und künftige Störungen zu unterlassen.

Es traf die eingangs wiedergegebenen Feststellungen und meinte rechtlich, dass die Widersetzung iSd Paragraph 1488, ABGB das Bewusstsein des Dienstbarkeitsverpflichteten voraussetze, sich der Ausübung der Servitut tatsächlich zu widersetzen. Hier seien die Beklagten immer davon ausgegangen, die Dienstbarkeitstrasse gar nicht zu tangieren. Es mangle daher an einer Grundvoraussetzung für die Anwendung des Paragraph 1488, ABGB.

Das Berufungsgericht änderte diese Entscheidung dahingehend ab, dass es das Klagebegehren hinsichtlich der Hecke abwies und im Übrigen zur neuerlichen Entscheidung und Verfahrensergänzung aufhob. Nach der neueren Judikatur genüge die manifeste Beeinträchtigung des Servitutsrechts, weshalb für den Beginn der dreijährigen Verjährungsfrist des Paragraph 1488, ABGB nicht maßgeblich sei, ob die Kläger die Dienstbarkeit je ausgeübt hätten. Entscheidend sei die Möglichkeit der Rechtsausübung und, ob sie ein Hindernis wahrnahmen oder zumindest bei gehöriger Aufmerksamkeit wahrnehmen konnten. Der Irrtum der Kläger in Bezug auf den Verlauf der Dienstbarkeitstrasse habe die Rechtsausübung nicht unmöglich gemacht. Dass die Beklagten nicht die Absicht gehabt hätten, die Rechtsausübung durch die Kläger unmöglich zu machen oder zu beeinträchtigen, sei irrelevant, weil für die Freiheitsersitzung nicht erforderlich sei, dass der Verpflichtete in der Absicht handle, die Rechtsausübung zu beeinträchtigen oder unmöglich zu machen. Es sei daher das Klagebegehren auf Entfernung der Hecke im klagsabweisenden Sinne abzuändern. Im Übrigen sei die Sache nicht entscheidungsreif, weil die Frage, welche Bepflanzung und Bepflasterung in die eingeschränkte Dienstbarkeitstrasse hineinrage, und der Zeitpunkt, wann diese Bepflanzung und Bepflasterung erfolgte, nicht ausreichend geklärt seien und daher nicht abschließend beurteilt werden könne, ob insoweit die dreijährige Verjährungsfrist bereits abgelaufen sei.

Das Berufungsgericht ließ die Revision gegen das Teilurteil nachträglich unter Hinweis auf die Entscheidung 3 Ob 149/09x, in der der Oberste Gerichtshof von der vom Berufungsgericht zitierten neueren Rechtsprechung abgegangen sei, zu.

Die Kläger erheben gegen dieses Teilurteil Revision mit dem Antrag, dem Klagebegehren stattzugeben, in eventu wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die Beklagten streben in ihrer Revisionsbeantwortung die Zurückweisung der Revision, in eventu die Bestätigung des Teilurteils an.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist berechtigt.

1. Die Rechtsmittelwerber bringen vor, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts von 3 Ob 149/09x abweiche. Sämtliche Parteien hätten im Verfahren angegeben, nicht gewusst zu haben, dass die Dienstbarkeitsfläche bebaut bzw bepflanzt worden sei. Im Übrigen sei die Dienstbarkeit vor dem Jahre 2012 niemals ausgeübt worden, zumal der damals in natura vorhandene Weg deutlich breiter gewesen sei und außerdem teilweise über das Grundstück der Erst- und Zweitkläger geführt habe. Dies sei ohne entsprechende Vermessung mit freiem Auge nicht erkennbar gewesen, sondern erst im Zuge der Gartengestaltung der klagenden Parteien im Jahr 2011 bewusst geworden. Die Anforderungen an Liegenschaftserwerber dürften nicht überspannt werden. Der in der Beilage zum Dienstbarkeitsvertrag erwähnte Dienstbarkeitsweg samt Einmündungstrichter sei in der Natur - unstrittig - vorhanden gewesen. Ein Außerachtlassen der gehörigen Sorgfalt im Sinne von 1 Ob 2188/96p sei daher nicht erkennbar. Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts sei das Bewusstsein der Widersetzung durch den Dienstbarkeitsverpflichteten Voraussetzung des Paragraph 1488, ABGB.

2. Dem Berufungsgericht ist darin zuzustimmen, dass nach der jüngeren Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs für den Beginn des Fristenlaufs des Paragraph 1488, ABGB nicht darauf abzustellen ist, ob der Verpflichtete die Absicht hatte, die Rechtsausübung durch den Berechtigten unmöglich zu machen oder zu beeinträchtigen. Es genügt vielmehr, dass er das Hindernis errichtet, das die Ausübung des Rechts für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder beeinträchtigt. Es genügt eine manifeste Beeinträchtigung des Servitutsrechts (RIS-Justiz RS0037141; RS0038722 [T7 und T9]). Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse vergleiche RIS-Justiz RS0034271; RS0034394), ist dagegen nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich vergleiche zur Judikaturänderung Dehn in KBB³ Paragraph 1488, ABGB Rz 1; Vollmeier in Fenyves/Kerschner/Vonkilch, Klang³ Paragraph 1488, ABGB Rz 15). Insoweit in 3 Ob 149/09x anderes zum Ausdruck gebracht wird, kann der erkennende Senat dem nicht folgen.

3. Die jüngere Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs stellt für den Beginn des Fristenlaufs auch nicht darauf ab, ob der Berechtigte das Hindernis für die Ausübung der Dienstbarkeit wahrgenommen hat. Es genügt vielmehr, dass der Dienstbarkeitsberechtigte das Hindernis, das die Ausübung seiner Dienstbarkeit unmöglich macht oder doch beeinträchtigt, bei gewöhnlicher Sorgfalt hätte wahrnehmen können (10 Ob 8/12t mwN). Es wird auf jenen Zeitpunkt abgestellt, in dem der Belastete die Ausübung des Rechts für den Berechtigten wahrnehmbar unmöglich macht oder manifest beeinträchtigt (10 Ob 8/12t; 4 Ob 84/05i; Dehn aaO; Vollmaier aaO; M. Bydlinski in Rummel³ Paragraph 1488, Rz 2). Ausreichend ist etwa die Errichtung eines wahrnehmbaren Hindernisses zB eines Zaunes, Schrankens, Pfostens oder einer Mauer. Das Hindernis muss die Benutzung des Wegs auf gewöhnliche und allgemeine Art unmöglich machen und zumindest so beträchtlich sein, dass die Servitutsausübung erheblich erschwert wird. Die Anbringung eines leicht wegschiebbaren Faltgitters reicht zB nicht aus, um zum Erlöschen der Servitut zu führen. Auch das Setzen von Sträuchern genügt nicht, wenn es dadurch nur zu einer gewissen Verlegung des Wegs kommt; dies selbst dann nicht, wenn der Weg nunmehr zum Teil über ein anderes Grundstück desselben Eigentümers läuft (7 Ob 551/86 = SZ 59/50; Vollmaier aaO Rz 10).

4. Hier wurde der Servitutsweg zwar nicht durch die Maßnahmen der Beklagten verlegt, sondern befand sich bereits davor in einer nicht dem Vertrag entsprechenden Position. Wegedienstbarkeitsberechtigte sind zur Verhinderung des Fristenlaufs des Paragraph 1488, ABGB grundsätzlich aber nicht verpflichtet, in der Natur vorhandene Wege vermessungstechnisch überprüfen zu lassen, um deren Übereinstimmung mit vertraglich vereinbarten Wegerechten zu überprüfen.

Tatsächlich erfahren haben die Kläger von der Diskrepanz beim Servitutsweg nach den erstinstanzlichen Feststellungen erst 2011 im Zuge der Gartengestaltung und Einfriedung des Grundstücks der erst- und der zweitklagenden Partei. Dass sie davon davor aus anderen Gründen als einer - die Sorgfaltspflicht überspannenden - vermessungs-technischen Überprüfbarkeit hätten wissen müssen, ergibt sich aus den Feststellungen nicht.

Da die Beklagten somit die Freiheitsersitzung der von ihnen in Anspruch genommenen Fläche des Dienstbarkeitswegs nicht nachweisen konnten, war dem Klagebegehren im Umfang des bekämpften Teilurteils stattzugeben und die Entscheidung des Erstgerichts insoweit mit der Maßgabe der Änderung der konditionalen Formulierung im Spruch wiederherzustellen. Im Verfahren über das sonstige Klagebegehren ist das Erstgericht an die abweichende Rechtsansicht des Berufungsgerichts nicht gebunden (2 Ob 30/95 uva; E. Kodek in Rechberger³ Paragraph 499, ZPO Rz 2).

Der Kostenvorbehalt beruht auf Paragraph 52, Absatz 2, ZPO.

Textnummer

E105186

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0020OB00097.13Y.0730.000

Im RIS seit

24.09.2013

Zuletzt aktualisiert am

03.12.2015

Dokumentnummer

JJT_20130730_OGH0002_0020OB00097_13Y0000_000