Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob154/31 6Ob221/64 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022703

Geschäftszahl

2Ob154/31; 6Ob221/64; 6Ob559/81; 2Ob14/84; 8Ob565/84 (8Ob566/84); 7Ob723/86; 8Ob75/87; 1Ob42/90; 1Ob628/92; 6Ob658/94; 4Ob2361/96a; 4Ob49/98d; 6Ob42/98i; 1Ob31/99m; 8Ob55/00x; 6Ob163/05x; 6Ob174/06s; 6Ob255/06b; 2Ob273/05v; 2Ob82/06g; 2Ob111/09a; 3Ob228/12v; 7Ob24/13z; 5Ob230/14f; 7Ob81/15k; 7Ob26/18a

Entscheidungsdatum

03.03.1931

Norm

ABGB §1295 Ia3e
ABGB §1302 A

Rechtssatz

Solidarhaftung bei konkurrierendem Verschulden mehrerer Personen, wenn nicht feststellbar ist, welche bestimmten Schadensfolgen jedem einzelnen anzulasten sind.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 154/31
    Entscheidungstext OGH 03.03.1931 2 Ob 154/31
    Veröff: SZ 13/51
  • 6 Ob 221/64
    Entscheidungstext OGH 02.12.1964 6 Ob 221/64
  • 6 Ob 559/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 6 Ob 559/81
    Auch
  • 2 Ob 14/84
    Entscheidungstext OGH 10.04.1984 2 Ob 14/84
    Auch
  • 8 Ob 565/84
    Entscheidungstext OGH 21.02.1985 8 Ob 565/84
  • 7 Ob 723/86
    Entscheidungstext OGH 26.03.1987 7 Ob 723/86
    Auch; Beisatz: Hier: Die Schädigung wurde gemeinschaftlich und fahrlässig verursacht. (T1) Veröff: JBl 1987,721 = SZ 60/55 = EvBl 1987/191 S 723
  • 8 Ob 75/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 8 Ob 75/87
  • 1 Ob 42/90
    Entscheidungstext OGH 06.03.1991 1 Ob 42/90
    Auch; Veröff: SZ 64/23
  • 1 Ob 628/92
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 628/92
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Solidarhaftung des § 1302 ABGB greift auch dann Platz, wenn einerseits die Beschädigung in einem Versehen gegründet ist und andererseits die Anteile der einzelnen an der Beschädigung sich nicht bestimmen lassen. (T2)
  • 6 Ob 658/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1995 6 Ob 658/94
    Beis wie T2
  • 4 Ob 2361/96a
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 4 Ob 2361/96a
    Auch; Beisatz: Auch wenn der Schaden vorsätzlich zugefügt worden ist. (T3) Veröff: SZ 70/11
  • 4 Ob 49/98d
    Entscheidungstext OGH 24.02.1998 4 Ob 49/98d
    Auch
  • 6 Ob 42/98i
    Entscheidungstext OGH 23.04.1998 6 Ob 42/98i
  • 1 Ob 31/99m
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 31/99m
    Auch
  • 8 Ob 55/00x
    Entscheidungstext OGH 07.09.2000 8 Ob 55/00x
  • 6 Ob 163/05x
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 163/05x
    Beisatz: Hat der Geschädigte selbst eine Ursache gesetzt, die gleichermaßen wie die vom Schädiger gesetzte Ursache geeignet war, allein den Schaden herbeizuführen (kumulative Kausalität), haben beide gemeinsam für den Schaden einzustehen, was in diesem Fall bedeutet, dass der Schaden zwischen ihnen zu teilen ist; Hier: § 1330 Abs 2 ABGB. (T4)
  • 6 Ob 174/06s
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 174/06s
    Auch; Beisatz: Bei Unbestimmbarkeit der Anteile ist die potenzielle Ursächlichkeit aufgrund des konkret-gefährlichen Handelns der alternativ in Betracht kommenden Täter haftungsbegründend, weil das Unaufklärbarkeitsrisiko nicht zu Lasten des Geschädigten gehen soll. (T5)
  • 6 Ob 255/06b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 255/06b
    Beis wie T4 nur: Hat der Geschädigte selbst eine Ursache gesetzt, die gleichermaßen wie die vom Schädiger gesetzte Ursache geeignet war, allein den Schaden herbeizuführen (kumulative Kausalität), haben beide gemeinsam für den Schaden einzustehen, was in diesem Fall bedeutet, dass der Schaden zwischen ihnen zu teilen ist. (T6)
  • 2 Ob 273/05v
    Entscheidungstext OGH 19.04.2007 2 Ob 273/05v
    Auch; Beisatz: Solidarhaftung liegt auch vor, wenn eine Person nur Nebentäter war. (T7)
  • 2 Ob 82/06g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 2 Ob 82/06g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Solidarische Haftung mehrerer Werkunternehmer im Rahmen des Rückersatzes nach § 1313 ABGB, wenn diese als Erfüllungsgehilfen eine mangelhafte Leistung erbrachten und sich die Anteile der einzelnen Schädiger am Schaden nicht exakt abgrenzen lassen. (T8)
  • 2 Ob 111/09a
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 111/09a
    Auch
  • 3 Ob 228/12v
    Entscheidungstext OGH 20.02.2013 3 Ob 228/12v
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T8
  • 7 Ob 24/13z
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 24/13z
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 5 Ob 230/14f
    Entscheidungstext OGH 27.01.2015 5 Ob 230/14f
    Vgl auch
  • 7 Ob 81/15k
    Entscheidungstext OGH 02.07.2015 7 Ob 81/15k
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/69
  • 7 Ob 26/18a
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 26/18a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1931:RS0022703

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19310303_OGH0002_0020OB00154_3100000_001

Rechtssatz für 2Ob31/66 8Ob35/77 1Ob66...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026803

Geschäftszahl

2Ob31/66; 8Ob35/77; 1Ob663/79; 3Ob528/79; 8Ob226/80; 8Ob86/83; 7Ob19/05b; 2Ob82/06g; 2Ob111/09a; 2Ob112/10z; 1Ob204/12z; 7Ob24/13z; 9Ob49/12i; 10Ob55/14g; 6Ob205/14m

Entscheidungsdatum

03.03.1966

Norm

ABGB §1302 B

Rechtssatz

Ein Rückersatzanspruch im Sinne des letzten Halbsatzes dieser Bestimmung setzt zunächst Solidarhaftung voraus, des weiteren, dass derjenige, der den Rücksatz beansprucht, seinerseits vollen Schadenersatz geleistet hat, wobei er wieder, wenn er sich nicht mit dem Ersatz des Kopfteiles begnügen will, ein "anderes besonderes Verhältnis" nachweisen muss (§ 896 ABGB). Entscheidend für die Höhe, in der der Rückgriffsanspruch in diesem Fall geltend gemacht werden kann, ist schließlich, welchen von mehreren Schadenersatzpflichten ein höheres, welchen ein geringeres Maß von Schuld und Verantwortung für den eingetretenen Schaden trifft, ebenso der Anteil am Rechtswidrigkeitszusammenhang und Verursachungszusammenhang.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 31/66
    Entscheidungstext OGH 03.03.1966 2 Ob 31/66
    Veröff: EvBl 1966/373 S 485 = ZVR 1967/14 S 16
  • 8 Ob 35/77
    Entscheidungstext OGH 27.04.1977 8 Ob 35/77
    Vgl auch
  • 1 Ob 663/79
    Entscheidungstext OGH 12.09.1979 1 Ob 663/79
    Auch
  • 3 Ob 528/79
    Entscheidungstext OGH 19.09.1979 3 Ob 528/79
    nur: Entscheidend für die Höhe, in der der Rückgriffsanspruch in diesem Fall geltend gemacht werden kann, ist schließlich, welchen von mehreren Schadenersatzpflichten ein höheres, welchen ein geringeres Maß von Schuld und Verantwortung für den eingetretenen Schaden trifft, ebenso der Anteil am Rechtswidrigkeitszusammenhang und Verursachungszusammenhang. (T1) Beisatz: Rückgriff des Käufers einer plangemäß von ihm aufgestellten Liftanlage gegen Hersteller wegen fehlender Sicherheitsvorrichtungen. (T2)
  • 8 Ob 226/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1981 8 Ob 226/80
    nur T1
  • 8 Ob 86/83
    Entscheidungstext OGH 16.02.1984 8 Ob 86/83
  • 7 Ob 19/05b
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 19/05b
    Auch
  • 2 Ob 82/06g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 2 Ob 82/06g
    nur: Ein Rückersatzanspruch im Sinne des letzten Halbsatzes dieser Bestimmung setzt zunächst Solidarhaftung voraus. (T3)
  • 2 Ob 111/09a
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 111/09a
  • 2 Ob 112/10z
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 112/10z
    Auch; nur: Derjenige, der sich nicht mit dem Ersatz des Kopfteiles begnügen will, muss ein "anderes besonderes Verhältnis" nachweisen. (T4)
  • 1 Ob 204/12z
    Entscheidungstext OGH 15.11.2012 1 Ob 204/12z
    Auch
  • 7 Ob 24/13z
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 24/13z
    Auch
  • 9 Ob 49/12i
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 49/12i
    Vgl auch; nur T3; Bem: Zum Regress bei einem deliktsunfähigen Mitschuldner siehe auch RS0128850. (T5); Veröff: SZ 2013/41
  • 10 Ob 55/14g
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 10 Ob 55/14g
    Auch; nur T3
  • 6 Ob 205/14m
    Entscheidungstext OGH 15.12.2014 6 Ob 205/14m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0026803

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2015

Dokumentnummer

JJR_19660303_OGH0002_0020OB00031_6600000_001

Rechtssatz für 1Ob11/80 6Ob559/81 5Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026615

Geschäftszahl

1Ob11/80; 6Ob559/81; 5Ob743/81; 8Ob553/82; 1Ob680/88; 1Ob39/90 (1Ob40/90); 2Ob111/09a; 7Ob24/13z; 3Ob127/18z

Entscheidungsdatum

27.05.1980

Norm

ABGB §1301
ABGB §1302 A

Rechtssatz

Ein Anteil an der Schadenszufügung ist dann bestimmbar, wenn nachgewiesen wird, daß ein Schädiger in zurechenbarer Weise nur einen bestimmten Teil des Gesamtschadens verursacht hat.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 11/80
    Entscheidungstext OGH 27.05.1980 1 Ob 11/80
    Veröff: SZ 3/82
  • 6 Ob 559/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 6 Ob 559/81
    Auch; Beisatz: Die Kriterien für die Ermittlung der ersatzrechtlichen Schadenseinheit sind in Fällen von Dauereinwirkungen und einmaligen Angriffen, bei Körperverletzungen und Sachschäden, im letzten Fall bei Sachbeschädigungen (die an einem Objekt mehrmals möglich sind) und Sachentziehungen (die an einem Gegenstand logisch nur einmal denkbar sind), nicht gleich. Im Fall der aufklärbaren und tatsächlich aufgeklärten Kausalität wird nur derjenige haftbar, dem auch eine Mitwirkung an der Sachentziehung nachgewiesen ist. Für eine auf die alternative Kausalität gestützte Haftung ist erforderlich, dass die mehreren Konkurrenten auch in Ansehung der Sachentziehung in einem hinreichenden Kausalitätsverdacht stehen. (T1) Veröff: EvBl 1982/188 S 639
  • 5 Ob 743/81
    Entscheidungstext OGH 15.12.1981 5 Ob 743/81
    Vgl auch
  • 8 Ob 553/82
    Entscheidungstext OGH 27.10.1983 8 Ob 553/82
  • 1 Ob 680/88
    Entscheidungstext OGH 30.11.1988 1 Ob 680/88
  • 1 Ob 39/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 1 Ob 39/90
    Veröff: SZ 64/4 = JBl 1991,580 (Kerschner)
  • 2 Ob 111/09a
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 111/09a
    Auch; Beisatz: In § 1302 ABGB geht es um die Bestimmbarkeit der Verursachung am Schaden, auf den Grad des Verschuldens kommt es nicht an. (T2)
  • 7 Ob 24/13z
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 24/13z
    Vgl
  • 3 Ob 127/18z
    Entscheidungstext OGH 21.09.2018 3 Ob 127/18z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0026615

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19800527_OGH0002_0010OB00011_8000000_002

Rechtssatz für 7Ob513/84 1Ob40/83 2Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022729

Geschäftszahl

7Ob513/84; 1Ob40/83; 2Ob647/84 (2Ob648/84); 3Ob656/86; 2Ob78/89; 8Ob1587/94; 7Ob2027/96f; 4Ob2319/96z; 4Ob2361/96a; 6Ob201/98x; 1Ob207/98t; 1Ob175/01v; 1Ob15/02s; 7Ob86/02a; 6Ob163/05x; 1Ob243/07b; 7Ob24/13z

Entscheidungsdatum

26.01.1984

Norm

ABGB §1295 Ia3e
ABGB §1302 A

Rechtssatz

Bei kumulativer Kausalität - die vorliegt, wenn zwei reale Ursachen gleichzeitig wirksam werden, deren jede für sich aus allein den Schaden herbeigeführt hätte - tritt Solidarhaftung beider Schädiger ein, wenn auf seiten beider ein schuldhaftes oder sonst einen Haftungsgrund bildendes Verhalten vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 513/84
    Entscheidungstext OGH 26.01.1984 7 Ob 513/84
    Veröff: SZ 57/25
  • 1 Ob 40/83
    Entscheidungstext OGH 14.03.1984 1 Ob 40/83
    Veröff: ÖBl 1984,164 = SZ 57/51
  • 2 Ob 647/84
    Entscheidungstext OGH 21.05.1985 2 Ob 647/84
    Auch
  • 3 Ob 656/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1987 3 Ob 656/86
    Auch
  • 2 Ob 78/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 2 Ob 78/89
  • 8 Ob 1587/94
    Entscheidungstext OGH 26.01.1995 8 Ob 1587/94
    Auch
  • 7 Ob 2027/96f
    Entscheidungstext OGH 13.03.1996 7 Ob 2027/96f
    Auch
  • 4 Ob 2319/96z
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2319/96z
  • 4 Ob 2361/96a
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 4 Ob 2361/96a
    Auch; nur: Bei kumulativer Kausalität tritt Solidarhaftung ein, wenn einen Haftungsgrund bildendes Verhalten vorliegt. (T1) Veröff: SZ 70/11
  • 6 Ob 201/98x
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 201/98x
    Auch; Beisatz: Bei der kumulativen Kausalität ist ein Bedingungszusammenhang nach herschender Meinung nicht erforderlich. (T2); Veröff: SZ 72/55
  • 1 Ob 207/98t
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 1 Ob 207/98t
    Veröff: SZ 72/47
  • 1 Ob 175/01v
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 175/01v
    Vgl auch; Beisatz: Während bei der kumulativen Kausalität beide Ereignisse den Schaden zur selben Zeit herbeigeführt hätten, löst bei der überholenden Kausalität das erste Ereignis den Schaden real aus, das andere Ereignis ("Reserveursache") hätte aber später denselben Schaden verursacht, wenn das erste Ereignis nicht zuvorgekommen wäre. (T3)
  • 1 Ob 15/02s
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 15/02s
    nur: Kumulative Kausalität liegt dann vor, wenn zwei oder mehrere Ursachen gleichzeitig wirksam werden und jede der Ursachen für sich allein den gesamten Schaden verursacht hätte. (T4)
  • 7 Ob 86/02a
    Entscheidungstext OGH 22.05.2002 7 Ob 86/02a
    Vgl auch; Beis ähnlich T3
  • 6 Ob 163/05x
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 163/05x
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Hat der Geschädigte selbst eine Ursache gesetzt, die gleichermaßen wie die vom Schädiger gesetzte Ursache geeignet war, allein den Schaden herbeizuführen (kumulative Kausalität), haben beide gemeinsam für den Schaden einzustehen, was in diesem Fall bedeutet, dass der Schaden zwischen ihnen zu teilen ist; § 1330 Abs 2 ABGB. (T5)
  • 1 Ob 243/07b
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 1 Ob 243/07b
    Auch
  • 7 Ob 24/13z
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 24/13z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0022729

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.06.2013

Dokumentnummer

JJR_19840126_OGH0002_0070OB00513_8400000_002

Rechtssatz für 1Ob1/09t 9Ob48/09p 1Ob8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124588

Geschäftszahl

1Ob1/09t; 9Ob48/09p; 1Ob8/10y; 9Ob34/10f; 3Ob90/11y; 4Ob104/11i; 3Ob182/11b; 1Ob258/11i; 9Ob65/12t; 7Ob24/13z; 9Ob41/12p; 8Ob106/12i; 7Ob74/13b; 1Ob185/13g; 9ObA115/13x; 4Ob188/13w; 4Ob133/13g; 7Ob175/13f; 1Ob27/14y; 7Ob28/14i; 9ObA68/14m; 1Ob119/14b; 9ObA51/15p; 2Ob108/15v; 8ObA78/15a; 1Ob17/16f; 2Ob124/16y; 9ObA57/16x; 9ObA44/17m; 2Ob165/16b; 1Ob116/17s; 9Ob84/17v; 8ObA23/18t; 1Ob157/18x; 4Ob171/18b; 2Ob113/18h; 2Ob170/18s; 9Ob92/18x

Entscheidungsdatum

26.02.2009

Norm

ZPO §50 Abs1
ZPO §510 Abs1

Rechtssatz

Müsste der Oberste Gerichtshof infolge Abänderung der Entscheidung in der Hauptsache gemäß § 50 Abs 1 Satz 1 ZPO auch über die Verfahrenskosten erster und zweiter Instanz entscheiden, kann er in sinngemäßer Anwendung des § 510 Abs 1 letzter Satz ZPO die Kostenentscheidung des Berufungsgerichts aufheben und diesem eine neuerliche Kostenentscheidung auftragen, wenn dafür eingehende Berechnungen notwendig sind (hier: langes Verfahren, sieben Prozessbeteiligte, wiederholte Klageeinschränkungen, Teilabweisung).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 1/09t
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 1/09t
  • 9 Ob 48/09p
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 Ob 48/09p
    Auch; nur: Müsste der Oberste Gerichtshof infolge Abänderung der Entscheidung in der Hauptsache gemäß § 50 Abs 1 Satz 1 ZPO auch über die Verfahrenskosten erster und zweiter Instanz entscheiden, kann er in sinngemäßer Anwendung des § 510 Abs 1 letzter Satz ZPO die Kostenentscheidung des Berufungsgerichts aufheben und diesem eine neuerliche Kostenentscheidung auftragen, wenn dafür eingehende Berechnungen notwendig sind. (T1)
    Beisatz: Im vorliegenden Fall ergibt sich die Notwendigkeit eingehender Berechnungen unter anderem daraus, dass Klagsänderungen vorgenommen wurden, somit verschiedene Verfahrensabschnitte zu bilden sind und der Akt insgesamt acht umfangreiche Bände umfasst. (T2)
    Veröff: SZ 2009/146
  • 1 Ob 8/10y
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 8/10y
    nur T1
  • 9 Ob 34/10f
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 Ob 34/10f
    nur T1
  • 3 Ob 90/11y
    Entscheidungstext OGH 12.10.2011 3 Ob 90/11y
    nur T1
  • 4 Ob 104/11i
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 104/11i
    Auch
  • 3 Ob 182/11b
    Entscheidungstext OGH 22.02.2012 3 Ob 182/11b
    Vgl auch
  • 1 Ob 258/11i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 1 Ob 258/11i
    nur T1
  • 9 Ob 65/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 65/12t
    nur T1
  • 7 Ob 24/13z
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 24/13z
    Vgl auch
  • 9 Ob 41/12p
    Entscheidungstext OGH 31.07.2013 9 Ob 41/12p
    Auch; Veröff: SZ 2013/72
  • 8 Ob 106/12i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 8 Ob 106/12i
  • 7 Ob 74/13b
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 7 Ob 74/13b
    Vgl auch
  • 1 Ob 185/13g
    Entscheidungstext OGH 21.11.2013 1 Ob 185/13g
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 115/13x
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 115/13x
    Auch
  • 4 Ob 188/13w
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 188/13w
    Auch
  • 4 Ob 133/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 133/13g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Analoge Anwendung des § 510 Abs 1 letzter Satz ZPO. (T3)
  • 7 Ob 175/13f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 175/13f
    Auch; Beisatz: Wenn der Oberste Gerichtshof sogar die Entscheidung der Hauptsache dem Berufungsgericht übertragen kann (§ 510 Abs 1 letzter Satz ZPO), sofern die dafür erforderlichen eingehenden Berechnungen einen Zeitaufwand erfordern, der dem Höchstgericht nicht zugemutet werden soll, muss dies umso mehr für die Kostenfragen gelten, zumal sich aus den Rechtsmittelbeschränkungen der ZPO ergibt, dass der Oberste Gerichtshof grundsätzlich nicht mit Kostenfragen belastet werden soll. (T4)
  • 1 Ob 27/14y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2014 1 Ob 27/14y
    Auch
  • 7 Ob 28/14i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 7 Ob 28/14i
    Auch; Beis ähnlich T4
  • 9 ObA 68/14m
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 9 ObA 68/14m
    Beisatz: Hier: Zahlreiche Klagsausdehnungen im erstinstanzlichen Verfahren. (T5)
  • 1 Ob 119/14b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 119/14b
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Größenschluss aus § 70 Abs 3 letzter Satz AußStrG 2005. (T6)
    Veröff: SZ 2015/20
  • 9 ObA 51/15p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 ObA 51/15p
    Auch
  • 2 Ob 108/15v
    Entscheidungstext OGH 09.09.2015 2 Ob 108/15v
    Auch
  • 8 ObA 78/15a
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 ObA 78/15a
    Auch; Veröff: SZ 2015/131
  • 1 Ob 17/16f
    Entscheidungstext OGH 28.04.2016 1 Ob 17/16f
    Auch; Beisatz: Hier: Vielzahl unterschiedlicher Verfahrensabschnitte mit unterschiedlichen Streitwerten und Erfolgsquoten. (T7)
  • 2 Ob 124/16y
    Entscheidungstext OGH 27.10.2016 2 Ob 124/16y
    Vgl auch; Beisatz: Hier insgesamt fünf Verfahrensabschnitte mit jeweils unterschiedlichem Obsiegen, Bestreitung etlicher Positionen als nicht zweckentsprechend. (T8)
  • 9 ObA 57/16x
    Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 ObA 57/16x
    Veröff: SZ 2016/113
  • 9 ObA 44/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 44/17m
    Beisatz: Hier: Mehrere Klagseinschränkungen und umfangreiche Einwendungen gemäß § 54 Abs 1a ZPO. (T9)
  • 2 Ob 165/16b
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 2 Ob 165/16b
    Auch
  • 1 Ob 116/17s
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 116/17s
  • 9 Ob 84/17v
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 Ob 84/17v
  • 8 ObA 23/18t
    Entscheidungstext OGH 24.10.2018 8 ObA 23/18t
    Beisatz: Hier: Verfahren über vier Rechtsgänge, Teilzuspruch, Klagseinschränkung. (T10)
  • 1 Ob 157/18x
    Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 157/18x
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Abänderung eines Urteils, das (nur) zur Verhandlung in erster Instanz mit zwei weiteren Verfahren verbunden war, sodass die Entscheidung über die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens nur gemeinsam getroffen werden kann. (T11)
  • 4 Ob 171/18b
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 171/18b
    Auch
  • 2 Ob 113/18h
    Entscheidungstext OGH 17.12.2018 2 Ob 113/18h
    Auch; Beisatz: Hier: Mehrere Verfahrensabschnitte mit unterschiedlichen Streitwerten und Erfolgsquoten, Bestreitung etlicher Positionen in den Einwendungen der beklagten Parteien gegen das Kostenverzeichnis. (T12)
  • 2 Ob 170/18s
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 2 Ob 170/18s
    Vgl; Beis wie T6
  • 9 Ob 92/18x
    Entscheidungstext OGH 23.09.2019 9 Ob 92/18x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124588

Im RIS seit

28.03.2009

Zuletzt aktualisiert am

14.10.2019

Dokumentnummer

JJR_20090226_OGH0002_0010OB00001_09T0000_001

Entscheidungstext 7Ob24/13z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

bau aktuell 2013/8 S 144 - bau aktuell 2013,144 = ZVB 2013/102 S 345 (Michl) - ZVB 2013,345 (Michl) = ecolex 2013/313 S 778 - ecolex 2013,778 = Welser, ZRB 2016,147

Geschäftszahl

7Ob24/13z

Entscheidungsdatum

27.03.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Vizepräsidentin Dr. Huber als Vorsitzende und die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Hoch, Dr. Kalivoda, Mag. Dr. Wurdinger und Mag. Malesich als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B***** GmbH, *****, vertreten durch Puttinger, Vogl & Partner Rechtsanwälte GmbH in Ried im Innkreis, und ihrer Nebenintervenientin J***** GmbH, *****, vertreten durch Wagner Rechtsanwälte GmbH in Schärding, gegen die beklagte Partei „F*****“ ***** GmbH, *****, vertreten durch Mag. Norbert Lotz, Rechtsanwalt in Traun, wegen 28.887,21 EUR sA, über die Revision der klagenden Partei (Revisionsinteresse: 15.601,47 EUR sA) gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 29. Oktober 2012, GZ 2 R 102/12a-77, mit dem das Urteil des Landesgerichts Linz vom 23. März 2012, GZ 30 Cg 11/08h-68, bestätigt wurde, zu Recht erkannt:

Spruch

 

Der Revision wird teilweise Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass das Urteil des Erstgerichts in Punkt II. einschließlich der bereits in Rechtskraft erwachsenen Teile (Klagsstattgebung von 9.583,65 EUR sA, Klagsabweisung von 3.049,48 EUR sA) insgesamt lautet:

„1. Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei 18.915,09 EUR samt 8 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit 15. 10. 2007 binnen 14 Tagen zu zahlen.

2. Das Mehrbegehren, die beklagte Partei sei schuldig, der klagenden Partei 9.319,51 EUR samt 8 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit 15. 10. 2007 zu zahlen, wird abgewiesen.“

Die Kostenaussprüche der Vorinstanzen werden aufgehoben. Dem Berufungsgericht wird die Fällung einer neuen Entscheidung über die Kosten des Verfahrens erster und zweiter Instanz aufgetragen.

Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit 973,37 EUR (darin enthalten 32,63 EUR USt und 777,60 EUR Barauslagen) bestimmten anteiligen Kosten des Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Im Frühjahr 1999 beauftragte ein Ehepaar die Klägerin mit der Errichtung eines Einfamilienhauses. Die Klägerin beauftragte ihrerseits die Beklagte mit dem Aufbringen eines Vollwärmedämmsystems an der Fassade. Vom Leistungsumfang war das Versetzen von Helopal-Fensterbänken umfasst, die nicht von der Beklagten ausgewählt, sondern von der Klägerin als Auftraggeberin für diese Arbeiten vorgegeben und beigestellt wurden. Die von der Beklagten erbrachten Leistungen wurden am 17. 12. 1999 abgenommen.

Nachdem es bereits im Sommer 2000 zu Wassereintritten gekommen war, traten im Frühjahr 2006 im Bereich der Fensteranschlüsse Schäden auf (Rissbildungen zwischen Fenster-[tür-]stöcken und der Fensterleibung sowie Wasserspuren an den Fenster-[tür-]stöcken; starke Verfärbung und Verfaulung der Holzoberfläche hinter den Styroporplatten).

Folgende Ursachen führten zum von der Klägerin allein getragenen Sanierungsaufwand (im Revisionsverfahren unstrittig 25.220,12 EUR), den sie von der Beklagten als Schadenersatz begehrt:

a) Undichtheiten an der Fensterkonstruktion/den Fenstern selbst, die - nunmehr unstrittig - von der Nebenintervenientin zu verantworten sind.

b) Die ungenügende Berücksichtigung der Art der Fensterbänke beim Einbau und Einbaumängel: Bereits im Jahr 1999 war die Wichtigkeit von wannenförmigen Außenfensterbänken bekannt, obwohl es damals nicht - so wie heute - explizite Versetzungsanweisungen des Herstellers mit Zubehörteilen für Helopal-Außenfensterbänke mit ebenen Oberflächen ohne Hochzüge gab. Für einen Fachmann war 1999 die Problematik der schwer herstellbaren Dichtheit der Anschlussbereiche von Helopal-Fensterbänken und die Gefahr von großen Schäden durch Wassereintritte in den Wandaufbau von Holzhäusern erkennbar. Die Klägerin (Planerin) stellte der Beklagten (Ausführende) keine Detailpläne zum Einbau der Helopal-Fensterbänke zur Verfügung. Die Ausführung der Anschlussfugen der Helopal-Außenfensterbänke an das Wärmedämmverbundsystem in den Fensterleibungen mit dünnen Dichtstoffverfugungen erfolgte unzureichend.

c) Unzureichend ausgeführte Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems an den Mittelsteher und an die Fensterbänke, die - nunmehr unstrittig - in den Verantwortungsbereich der Beklagten fallen.

Alle drei Schadensursachen hätten für sich allein zu den festgestellten Schadensbildern und zum Sanierungsaufwand geführt. Eine Abgrenzung von Teilschäden und eine Zuordnung zu den Schadensursachen ist nicht möglich.

Einem bautechnischen Gutachten folgend führte das Erstgericht im Rahmen seiner Feststellungen auch aus:

„Eine technische Aufteilung der Schäden ist jedoch möglich. Eine grobe Einschätzung des Anteils der drei genannten mangelhaften Bereiche auf das Gesamtschadensausmaß ergibt sich daher wie folgt:

a) Undichtheiten an den Fenstern ca 50 %,

b) Fensterbänke und deren Einbau ca 30 % und

c) WDV-(Wärmedämmverbundsystem)Anschlüsse ca 20 %.“

Die Klägerin begehrte von der Beklagten zuletzt Schadenersatz von 28.887,21 EUR sA. Sie brachte zusammengefasst vor, die Ursache des Wassereintritts sei von der mit dem Versehen der Helopal-Fensterbänke beauftragten Beklagten gesetzt worden. Die Beklagte habe insbesondere entgegen der Einbaurichtlinie des Fensterherstellers die Fensterbänke unsachgemäß abgedichtet. Fachlich unrichtig und schadenskausal sei auch der zu geringe Abstand zwischen Fensterbank und Fenstervorsatzschale. Die Art des Einbaus sei der Beklagten als Fachfirma überlassen worden. Hätte die Beklagte Zweifel an der Art des Einbaus gehabt, hätte sie die Klägerin diesbezüglich kontaktieren müssen. Die Helopal-Fensterbänke seien grundsätzlich zum Einbau geeignet.

Die Nebenintervenientin brachte dazu ergänzend vor, die von ihr gelieferten Fenster hätten keinen Konstruktionsfehler aufgewiesen. Schadensursache sei ein nicht dichter Anschluss zwischen Fensterstock, Fensterbank und Putz. Dabei sei offensichtlich die Ausführung einer zusätzlichen Dichtebene unterhalb der Fensterbank unterlassen worden, die auch nicht seitlich im Spalettenbereich hochgezogen worden sei. Diese Maßnahmen hätten vor dem Einbau der Außenfensterbänke durchgeführt werden müssen, was dem Stand der Technik entsprochen hätte. Den Wassereintritt habe die Beklagte als Montagefirma zu verantworten.

Die Beklagte bestritt eine Verantwortlichkeit für den Wassereintritt. Ursache sei ein für die Beklagte nicht erkennbarer Planungsfehler der Klägerin und die mangelnde Eignung der Fenster sowie der Fensterbänke. Bei Abnahme hätte der Bauleiter der Klägerin den zu geringen Abstand zwischen Fensterbank und Fensterkonstruktion feststellen müssen. Die Klägerin müsse sich das Versäumnis ihres Dienstnehmers zurechnen lassen. Die Montageleistung der Beklagten sei nicht schadenskausal, weil bei ordnungsgemäßer Wasserabführung [durch die Fensterkonstruktion nach vorne] sogar eine vollständige Abdichtung der Anschlussfuge nicht ursächlich gewesen wäre. Die alleinige Kausalität sei bei der undichten Vorsatzschale [Wasserabführung nach unten] zu suchen. Es habe unterschiedliche Einbauanleitungen für nach vorne und für nach unten entwässernde Fenster gegeben. Der Abstand zwischen Fensterbank und Fensterkonstruktion sei für nach vorne entwässernde Fenster unerheblich. Es sei nicht der Schutzzweck der Einbauanleitung, regelwidrig auf die Fensterbänke gelangendes Wasser abzuführen.

Das Erstgericht wies im zweiten Rechtsgang einen Teilbetrag von 652,61 EUR sA (unbekämpft) wegen Unzulässigkeit des Rechtswegs zurück (Punkt I.), verpflichtete die Beklagte zur Zahlung von 9.583,65 EUR sA (Punkt II. 1.) und wies das Mehrbegehren von 18.650,95 EUR sA ab (Punkt II. 2.). Es ordnete vom berechtigt erkannten Sanierungsaufwand von 25.220,12 EUR, den die Klägerin trug, dem Planungsfehler der Klägerin 3.026,41 EUR, dem Verantwortungsbereich der Nebenintervenientin 12.610,06 EUR und dem Verantwortungsbereich der Beklagten insgesamt 9.583,65 EUR, und zwar für die Verletzung der Prüf- und Hinweispflicht hinsichtlich der „Detailausbildung“ Fensterbänke 756,61 EUR, für den Einbaufehler Fensterbänke 3.783,02 EUR und für die Ausführung der Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems 5.044,02 EUR, zu.

Das Berufungsgericht bestätigte das Ersturteil. Rechtlich führte es aus, die Solidarhaftung nach § 1302 ABGB komme nur dann zur Anwendung, wenn sich die Anteile der einzelnen Schädiger an der Beschädigung nicht bestimmen ließen. Hier hätten insgesamt drei Ursachen zu einem Gesamtschadensbild geführt, wobei den einzelnen Ursachen zwar keine konkreten, physischen (realen) Teilschäden zugeordnet, aber die Verursachungsanteile (ideell) gewichtet werden könnten. Die festgestellte Gewichtung beruhe auf „technischen Gegebenheiten“ und sei somit dem Tatsachenbereich zuzuordnen. Damit ließen sich allerdings die Anteile im Sinn des § 1302 ABGB bestimmen, was einer Solidarhaftung der Schädiger entgegenstehe, (sodass die Beklagte nicht für die von der Nebenintervenientin zu verantwortenden Schäden aufgrund der Undichtheiten an den Fenstern hafte).

Für die erforderlichen Planungen (des Versetzens der Helopal-Außenfensterbänke) könne nur die Klägerin verantwortlich gewesen sein. Wenn auch keine ausdrückliche vertragliche Verpflichtung der Klägerin (gegenüber der Beklagten) zur Beistellung von Detailplänen bestanden habe, sei zu berücksichtigen, dass sie als Bauunternehmerin über das spezifischere Fachwissen zur Problematik der schwer herstellbaren Dichtheit der Anschlussbereiche von Helopal-Fensterbänken verfügt habe. Sie hätte sich daher nicht einfach darauf verlassen dürfen, dass das von ihr mit dem Versetzen der Fensterbänke beauftragte Fassadenunternehmen (Beklagte) ohne konkrete Handlungsanweisung eine fachgerechte Leistung erbringen werde. Damit sei gerechtfertigt, die Klägerin zur Schadensteilung im Sinn des § 1304 ABGB heranzuziehen. Die Auffassung der Klägerin, es wiege weniger schwer, überhaupt keine als eine falsche Anweisung zu geben, könne nicht geteilt werden. Die Sorglosigkeit der Klägerin als Bauunternehmerin, von der hinsichtlich der schwer herstellbaren Dichtheit der Anschlussbereiche von Helopal-Fensterbänken höheres Fachwissen zu verlangen sei, wiege deutlich schwerer als jenes ihrer Subunternehmerin (Beklagte).

Das Berufungsgericht sprach aus, dass die ordentliche Revision zulässig sei, weil Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur Frage, ob es sich bei den Schadensanteilen im Sinn des § 1302 ABGB um reale Teilschäden oder um ideelle Anteile am Gesamtschaden im Sinn einer Gewichtung nach der Schwere der Verursachung handle, nicht bestehe.

Rechtliche Beurteilung

Die von der Beklagten beantwortete Revision der Klägerin, mit der sie die Zahlung eines weiteren Schadenersatzbetrags von 15.601,47 EUR sA anstrebt, ist zur Klarstellung der Rechtslage zulässig. Sie ist auch teilweise berechtigt.

1. Unstrittig ist, dass die Beklagte und die Nebenintervenientin den Bauherren nicht mit der Klägerin zur ungeteilten Hand hafteten, weil die Bauherren keine vertragliche Beziehung mit diesen, sondern nur mit der Klägerin hatten und die Beklagte und die Nebenintervenientin auch nicht deliktisch handelten. Eine Schadensausgleichung im Sinn des § 1302 letzter Halbsatz und § 896 ABGB ist demnach nicht Gegenstand des Verfahrens, setzt doch ein Regress nach dieser Bestimmung Solidarhaftung der Täter voraus (2 Ob 82/06g; RIS-Justiz RS0026803).

2. Mehrere Werkunternehmer, die mangelhaft geleistet haben, haften gemäß § 1302 ABGB bei Unaufklärbarkeit der Verursachung solidarisch, wenn sich die einzelnen Anteile am Schaden nicht exakt abgrenzen lassen (2 Ob 82/06g mwN). Dies ist hier der Fall. Nach den Feststellungen waren Ursache für die Schäden a) Undichtheiten an den Fenstern, die die Nebenintervenientin zu verantworten hat, b) der von der Beklagten vorgenommene Einbau der Helopal-Fensterbänke, die von der Klägerin vorgegeben wurden, und c) die von der Beklagten unzureichend ausgeführten Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems an den Mittelsteher und an die Fensterbänke. Alle drei Schadensursachen hätten auch für sich allein zum Schaden und zum Sanierungsaufwand der Klägerin geführt. Eine Abgrenzung von Teilschäden und deren Zuordnung zu den Schadensursachen ist nicht möglich. Damit liegt ein Fall kumulativer Kausalität vor. Kumulative Kausalität setzt voraus, dass der Erfolg von zwei oder mehreren voneinander unabhängig wirksamen Bedingungen herbeigeführt wird, von denen jede einzelne für sich denselben Erfolg nach sich zieht; sie führt zur solidarischen Haftung der Schädiger (RIS-Justiz RS0022729; RS0092078; vgl RS0026600; RS0026613). Verursacht wurde der Schaden sowohl von der Nebenintervenientin, deren Fenster undicht waren, als auch von der Beklagten, die insbesondere Einbaufehler der Fensterbänke und die unzureichenden Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems zu verantworten hat. Die Beklagte haftet demnach als eine von zwei Erfüllungsgehilfen der Klägerin solidarisch.

3. Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts können die Verursachungsanteile nicht auf der Grundlage „technischer Gegebenheiten“ ideell gewichtet werden. Die vom Erstgericht ausgehend von der „groben Einschätzung“ des technischen Sachverständigen getroffenen „Feststellungen“ zur „technischen Aufteilung der Schäden“ nach Schadensquoten sind keine rechtlich relevanten Feststellungen. Da feststeht, dass jeder Schädiger (Beklagte und Nebenintervenientin) den von der Klägerin getragenen Schaden kumulativ verursacht hat, sind Quotenzuordnungen des Schadens „aus technischer Sicht“ für die rechtliche Beurteilung nicht maßgeblich. Die „ideelle Gewichtung“ der Verursachungsanteile, von der das Berufungsgericht ausgeht, spielt für die Frage der Bestimmbarkeit der Schadensanteile im Sinn des § 1302 ABGB keine Rolle, ist doch die Verursachung nicht abstufbar (vgl 6 Ob 617/85 = SZ 60/98). Dass die Beklagte oder die Nebenintervenientin bloß einen Teilschaden verursacht hätten, steht gerade nicht fest (vgl dazu RIS-Justiz RS0026615).

4. Für den Bereich der Gehilfenhaftung - ohne oder [wie hier] mit Bestehen einer Solidarschuld - behält § 1313 zweiter Satz ABGB dem haftenden Geschäftsherrn (Klägerin) den Rückersatz gegen den schuldtragenden Erfüllungsgehilfen vor (3 Ob 35/07d mwN). Die Beklagte, deren rechtswidrige und schuldhafte Handlungen im Revisionsverfahren unstrittig sind, haftet im Rahmen des Rückersatzes als eine von zwei Erfüllungsgehilfen (neben der Nebenintervenientin) grundsätzlich solidarisch für den von der Klägerin getragenen - im Revisionsverfahren unstrittigen - Sanierungsaufwand von 25.220,12 EUR. Davon wurden der Klägerin bereits 9.583,65 EUR sA rechtskräftig zugesprochen. Mit ihrer Revision begehrt sie weitere 15.601,47 EUR sA von der Beklagten.

5. Strittig und von den Parteien releviert wird die Zuweisung und Gewichtung des Mitverschuldens der Klägerin im Sinn des § 1304 ABGB im Zusammenhang mit der Versetzung der Helopal-Fensterbänke.

Die Klägerin war von den Bauherren mit der Errichtung eines Einfamilienhauses beauftragt worden und war auch als Planerin tätig. Der von der Klägerin ihrerseits der Beklagten erteilte Auftrag umfasste auch das Versetzen der Helopal-Fensterbänke. Diese wurden von der Klägerin beigestellt und vorgegeben. Sie hätte als Bauunternehmerin, der einschlägiges Fachwissen zu unterstellen ist, auch schon im Jahr 1999 die Problematik der schwer herstellbaren Dichtheit der Anschlussbereiche der Fensterbänke und die Gefahr großer Schäden durch Wassereintritte erkennen können. Sie übergab dennoch der Beklagten keine Detailpläne. Auch wenn sie dazu - das Berufungsgericht übernahm die anderslautende erstgerichtliche Feststellung wegen Aktenwidrigkeit nicht - vertraglich nicht verpflichtet war, hätte sie sich doch nicht darauf verlassen dürfen, die Beklagte werde auch ohne jegliche Anleitung den - an sich problematischen - Einbau der Helopal-Fensterbänke korrekt bewerkstelligen. Die Klägerin hätte unter den Fensterbänken eine zusätzliche wannenförmige Abdichtung einplanen müssen. Die Vorinstanzen gehen davon aus, dass sich die Beklagte an eine solche Vorgabe der Klägerin gehalten hätte und die Klägerin als Planerin damit eine Mitursache für die Undichtheit und den Wassereintritt setzte. Der Beklagten ist aber anzulasten, dass auch sie die Problematik eines solchen Werkauftrags - da ihr ebenfalls einschlägiges Fachwissen zu unterstellen ist - erkennen hätte müssen und im Rahmen ihrer Warnpflicht die Klägerin darauf hinweisen oder von ihr eine entsprechende Detailplanung verlangen müssen.

Auch bei Verletzung der Warnpflicht durch den Werkunternehmer (§ 1168a ABGB; Beklagte) kann den sachkundigen Besteller (Klägerin) ein Mitverschulden treffen, wenn für ihn die Untauglichkeit oder Unvollständigkeit der Anweisung erkennbar war. Dieses Mitverschulden führt nach den Grundsätzen des § 1304 ABGB zur Minderung des Ersatzanspruchs (1 Ob 769/83 = SZ 57/18; 3 Ob 262/00a; 6 Ob 161/03z ua; M. Bydlinski in KBB3 § 1168a ABGB Rz 11, jeweils mwN). Die Klägerin hätte als Bauunternehmerin, die für die Bauherren auch als Planerin tätig war, die ausreichende Sachkenntnis haben müssen, dass die Dichtheit der Anschlussbereiche von Helopal-Fensterbänken nur schwer herstellbar und ihre Anweisung des Versetzens der Fensterbänke unzureichend war. Sie hätte als Planerin eine zusätzliche wannenförmige Abdichtung vorsehen müssen.

Der Beklagten ist anzulasten, dass sie ihre Warnpflicht hinsichtlich der „Detailausbildung“ der Fensterbänke verletzte und sie die Fehler beim Einbau der Fensterbänke sowie die unzureichenden Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems zu verantworten hat.

Bei der Abwägung (Einzelabwägung; 1 Ob 204/12z mwN) der angeführten Faktoren ist eine Schadensteilung von 1 : 3 zu Lasten der Beklagten gerechtfertigt. Die Beklagte hat daher der Klägerin insgesamt 18.915,09 EUR sA zu ersetzen.

6.1. Der Revision der Klägerin ist daher im Umfang des Zuspruchs weiterer 9.331,44 EUR sA teilweise Folge zu geben, was zur Abänderung der Entscheidung der Vorinstanzen in dem aus dem Spruch ersichtlichen Umfang und zur Neuberechnung der Verfahrenskosten führt. Die Übertragung der die Vorinstanzen betreffenden Kostenentscheidungen an das Berufungsgericht ergibt sich aus einem Größenschluss aus § 510 Abs 1 letzter Satz ZPO. Wenn der Oberste Gerichtshof sogar die Entscheidung der Hauptsache dem Berufungsgericht übertragen kann, sofern die dafür erforderlichen eingehenden Berechnungen einen Zeitaufwand erfordern, der dem Höchstgericht nicht zugemutet werden soll, muss dies umso mehr für die Kostenfrage gelten, zumal sich aus den Rechtsmittelbeschränkungen der ZPO ergibt, dass der Oberste Gerichtshof grundsätzlich nicht mit Kostenfragen belastet werden soll (RIS-Justiz RS0124588). Hier sind eingehende Berechnungen anzustellen, weil das Verfahren mit drei Prozessparteien in zwei Rechtsgängen mit unterschiedlichen Prozesserfolgen endete.

6.2. Die Kostenentscheidung für das Revisionsverfahren gründet sich auf die §§ 43 Abs 1, 50 ZPO. Die Klägerin ist mit dem noch strittigen Begehren von 15.601,47 EUR sA zu 60 % durchgedrungen, sodass ihr 20 % der Anwaltskosten und 60 % der Pauschalgebühr zu ersetzen sind. Der von ihr verzeichnete Streitgenossenzuschlag von 10 % steht mangels Vorliegens der Voraussetzungen des § 15 RATG nicht zu. Die Pauschalgebühr beträgt 1.296 EUR (TP 3 GGG), weil die Revision nicht von der Klägerin und der Nebenintervenientin gemeinsam erhoben wurde und daher § 19a GGG nicht anzuwenden ist.

Textnummer

E103824

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0070OB00024.13Z.0327.000

Im RIS seit

02.05.2013

Zuletzt aktualisiert am

17.01.2017

Dokumentnummer

JJT_20130327_OGH0002_0070OB00024_13Z0000_000