Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 12Os56/77 (12Os79/77) 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0097452

Geschäftszahl

12Os56/77 (12Os79/77); 10Os124/78; 12Os50/85; 10Os8/85; 10Os70/85; 13Os148/85; 11Os107/85 (11Os108/85); 13Os139/85; 11Os178/85; 11Os41/86; 12Os94/87; 12Os123/88; 14Os54/89; 12Os63/89; 13Os86/89; 11Os23/89; 14Os76/90; 14Os19/94; 14Os146/93; 15Os4/94; 15Os13/95; 13Os48/95 (13Os49/95); 15Os57/96; 13Os64/96; 15Os102/00; 12Os104/07x; 13Os151/08t; 13Os153/09p; 12Os42/10h; 15Os110/12h (15Os144/12h); 12Os107/16a; 15Os18/17m (15Os19/17h); 11Os25/17m (11Os26/17h); 11Os134/17s; 17Os15/17k; 14Os98/19x; 12Os39/18d; 15Os62/20m

Entscheidungsdatum

10.10.1977

Norm

StPO §68 Abs2
StPO §281 Abs1 Z1
StPO §345 Abs1
StPO §345 Abs2

Rechtssatz

Nach § 345 Abs 2 StPO ist prozessuale Voraussetzung für die Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes des § 345 Abs 1 Z 1 StPO, dass der Beschwerdeführer den die Nichtigkeit begründenden Umstand gleich bei Beginn der Verhandlung oder wenn er ihm erst später bekanntgeworden ist, sogleich nach dem er ihm zur Kenntnis gekommen war, geltend gemacht hat.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 56/77
    Entscheidungstext OGH 10.10.1977 12 Os 56/77
    Veröff: EvBl 1978/49 S 134 = SSt 48/74 = RZ 1977/138 S 265
  • 10 Os 124/78
    Entscheidungstext OGH 06.09.1978 10 Os 124/78
  • 12 Os 50/85
    Entscheidungstext OGH 25.04.1985 12 Os 50/85
    Beisatz: Einer ausdrücklichen Zustimmung des Angeklagten zur Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters in der Hauptverhandlung bedarf es nach dem Gesetz nicht. (T1)
  • 10 Os 8/85
    Entscheidungstext OGH 21.05.1985 10 Os 8/85
    Vgl auch
  • 10 Os 70/85
    Entscheidungstext OGH 02.07.1985 10 Os 70/85
    Vgl; Beisatz: Nichtigkeit, wenn der diese begründende Umstand (§ 68 Abs 2 StPO: Vorsitzender hatte als Journalrichter mündlich Haftbefehl und Hausdurchsuchungsbefehl erlassen) den Beschwerdeführer erst bei der Akteneinsicht seines Verteidigers anlässlich der Rechtsmittelausführungen zur Kenntnis gelangte. (T2)
  • 13 Os 148/85
    Entscheidungstext OGH 26.09.1985 13 Os 148/85
    Vgl; Beisatz: § 281 Abs 1 Z 1 StPO - "nicht gleich beim Beginn": verschwiegen! (T3)
  • 11 Os 107/85
    Entscheidungstext OGH 10.09.1985 11 Os 107/85
    Vgl; Beisatz: Zu § 281 Abs 1 Z 1, zweiter Halbsatz StPO: Wertung des Vorbringens mangelnder Kenntnis vom die Nichtigkeit begründenden Umstand als "nicht glaubwürdig". (T4) Veröff: SSt 56/68
  • 13 Os 139/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 13 Os 139/85
    Vgl; nur: Gleich bei Beginn der Verhandlung oder wenn er ihm erst später bekanntgeworden ist, sogleich nach dem er ihm zur Kenntnis gekommen war, geltend gemacht hat. (T5); Beisatz: Dem Gebot zu sofortiger Geltendmachung ist schon begrifflich mit einer einmaligen Erklärung Genüge getan, sie kann auch außerhalb der Hauptverhandlung erfolgen. (T6) Veröff: EvBl 1986/136 S 538 = SSt 56/84
  • 11 Os 178/85
    Entscheidungstext OGH 17.12.1985 11 Os 178/85
    Beisatz: Zu § 281 Abs 1 Z 1 StPO. (T7)
  • 11 Os 41/86
    Entscheidungstext OGH 11.03.1986 11 Os 41/86
    Beisatz: Verstoß (nur) gegen die Vorschrift des § 304 StPO. (T8)
  • 12 Os 94/87
    Entscheidungstext OGH 03.03.1988 12 Os 94/87
    Vgl auch
  • 12 Os 123/88
    Entscheidungstext OGH 01.12.1988 12 Os 123/88
    Vgl auch
  • 14 Os 54/89
    Entscheidungstext OGH 17.05.1989 14 Os 54/89
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 12 Os 63/89
    Entscheidungstext OGH 20.06.1989 12 Os 63/89
    Vgl auch; Beisatz: § 281 Abs 1 Z 1 zweiter Halbsatz StPO. (T9)
  • 13 Os 86/89
    Entscheidungstext OGH 17.08.1989 13 Os 86/89
    Vgl; Beis wie T2
  • 11 Os 23/89
    Entscheidungstext OGH 26.01.1990 11 Os 23/89
  • 14 Os 76/90
    Entscheidungstext OGH 07.08.1990 14 Os 76/90
    Beisatz: Diese Regelung (des § 281 Abs 1 Z 1 StPO) steht mit den Grundsätzen der MRK nicht im Widerspruch; kein Anlass zur Initiierung eines Gesetzesprüfungsverfahrens (Art 140 Abs 1 B-VG). (T10)
  • 14 Os 19/94
    Entscheidungstext OGH 26.04.1994 14 Os 19/94
    Vgl auch; Beisatz: Sofortige Rügepflicht bei offenkundigen Verstößen gegen Besetzungsvorschriften (§ 28 Abs 2 JGG). (T11) Veröff: EvBl 1994/165 S 780
  • 14 Os 146/93
    Entscheidungstext OGH 17.05.1994 14 Os 146/93
    Vgl auch; Beisatz: Die pflichtgemäße Ausschließungsanzeige (§ 70 Abs 1 StPO) des Vorsitzenden und die vom Präsidenten des Gerichtshofes getroffene Entscheidung hierüber standen der erforderlichen Rüge in der Hauptverhandlung keineswegs hinderlich entgegen. (T12)
  • 15 Os 4/94
    Entscheidungstext OGH 30.06.1994 15 Os 4/94
    Vgl auch; Veröff: EvBl 1994/164 S 776
  • 15 Os 13/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 15 Os 13/95
    Vgl auch
  • 13 Os 48/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 13 Os 48/95
    Vgl auch
  • 15 Os 57/96
    Entscheidungstext OGH 09.05.1996 15 Os 57/96
    Vgl auch
  • 13 Os 64/96
    Entscheidungstext OGH 07.08.1996 13 Os 64/96
    Vgl auch
  • 15 Os 102/00
    Entscheidungstext OGH 07.09.2000 15 Os 102/00
    Auch; nur T5
  • 12 Os 104/07x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 104/07x
    Beisatz: Die Geschäftsverteilung ist öffentlich zugänglich. Eine erst bei Verfassung des Rechtsmittels entdeckte nicht gehörige Besetzung des Schwurgerichtshofs hätte gleich zu Beginn der Verhandlung geltend gemacht werden müssen. (T13)
  • 13 Os 151/08t
    Entscheidungstext OGH 19.03.2009 13 Os 151/08t
    Auch; Beisatz: Rügeobliegenheiten dienen just dazu, unnötige zusätzliche Rechtsgänge, welche regelmäßig mit einer Verschlechterung der Beweismittel, Kostenfolgen, Verlängerung einer allfälligen Untersuchungshaft und sonstigen, mit erhöhter Verfahrensdauer verbundenen Nachteilen (vgl Art 6 Abs 1 MRK) einher gehen, hintanzuhalten, sowie Ankläger und Verteidiger zur Konzentration auf den Verfahrensgang zu verhalten, damit sich das Gericht ihrer berechtigten Anliegen auch bewusst werden und diesen erforderlichenfalls sogleich Rechnung tragen kann. (T14)
  • 13 Os 153/09p
    Entscheidungstext OGH 08.04.2010 13 Os 153/09p
    Vgl; Beis wie T6
  • 12 Os 42/10h
    Entscheidungstext OGH 06.05.2010 12 Os 42/10h
    Vgl auch
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; Beis wie T6
  • 12 Os 107/16a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2016 12 Os 107/16a
    Auch; Beisatz: Da in die vom Präsidenten des Landesgerichts zu führende Dienstliste für Geschworene und Schöffen (§ 13 Abs 1 GSchG) grundsätzlich von jedermann Einsicht genommen werden kann (§ 170 Geo), sind darauf bezogene Fehler – etwa der Umstand, dass die ursprünglich geladenen Ersatzgeschworenen nicht (ebenfalls) der Haupt‑, sondern der Ergänzungsliste entnommen wurden spätestens bei Beginn der Hauptverhandlung zugänglich. (T15)
    Beisatz: Eine Änderung der Zusammensetzung des Gerichts liegt bei teleologischer Auslegung der §§ 276a, 302 StPO dann nicht vor, wenn ein in einer früheren Verhandlung bereits anwesend gewesener (Ersatz‑)Geschworener in der neuen Verhandlung einen nunmehr verhinderten Laienrichter ersetzt. (T16)
  • 15 Os 18/17m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 18/17m
    Auch; Beis wie T13
  • 11 Os 25/17m
    Entscheidungstext OGH 25.04.2017 11 Os 25/17m
    Auch; Beis wie t6
  • 11 Os 134/17s
    Entscheidungstext OGH 13.03.2018 11 Os 134/17s
    Auch; Beisatz: Die Obliegenheit zu rechtzeitiger Rüge gilt auch für nichtigkeitsbegründende Fehler der Geschäftsverteilung. (T17)
  • 17 Os 15/17k
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 17 Os 15/17k
    Vgl auch; Beisatz: Zur Rügeobliegenheit betreffend den beisitzenden Richter. (T18)
  • 14 Os 98/19x
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 98/19x
    Vgl; Beis wie T15
  • 12 Os 39/18d
    Entscheidungstext OGH 09.03.2020 12 Os 39/18d
    Vgl; Beis wie T13
  • 15 Os 62/20m
    Entscheidungstext OGH 28.07.2020 15 Os 62/20m
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0097452

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

28.10.2020

Dokumentnummer

JJR_19771010_OGH0002_0120OS00056_7700000_007

Rechtssatz für 11Os119/80 10Os104/82 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100509

Geschäftszahl

11Os119/80; 10Os104/82; 11Os13/83; 15Os150/87; 11Os4/88; 11Os30/89; 15Os53/89; 14Os94/90; 14Os8/92; 15Os56/92; 11Os100/92 (11Os101/92); 11Os127/92; 14Os41/93; 14Os40/93; 15Os130/93; 14Os146/93; 11Os154/94 (11Os155/94); 14Os114/95; 15Os78/95; 13Os114/96; 15Os172/96; 11Os112/98 (11Os122/98); 14Os41/02; 13Os135/05k; 13Os117/11x; 13Os25/12v; 15Os110/12h (15Os144/12h)

Entscheidungsdatum

24.09.1980

Norm

StPO §312

Rechtssatz

Hauptfragen sind stets anklagekonform zu stellen.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 119/80
    Entscheidungstext OGH 24.09.1980 11 Os 119/80
  • 10 Os 104/82
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 10 Os 104/82
    Beisatz: Notwendigerweise. (T1)
  • 11 Os 13/83
    Entscheidungstext OGH 23.03.1983 11 Os 13/83
    Vgl auch; Beisatz: Unbedingtes Gebot des § 312 Abs 1 StPO. (T2)
  • 15 Os 150/87
    Entscheidungstext OGH 24.11.1987 15 Os 150/87
    Vgl auch; Beisatz: Ohne Rücksicht darauf, ob hierfür nach den Verfahrensergebnissen eine hinreichende Tatsachengrundlage gegeben ist. (T3)
  • 11 Os 4/88
    Entscheidungstext OGH 09.02.1988 11 Os 4/88
    Vgl auch
  • 11 Os 30/89
    Entscheidungstext OGH 18.04.1989 11 Os 30/89
    Vgl auch; Beisatz: Die Hauptfrage muß die unter Anklage gestellte Tat betreffen. (T4)
  • 15 Os 53/89
    Entscheidungstext OGH 01.08.1989 15 Os 53/89
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 14 Os 94/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 14 Os 94/90
    Beis wie T1; Beisatz: Auch bei (nach Ansicht des Anklägers) Mittäterschaft. (T5)
  • 14 Os 8/92
    Entscheidungstext OGH 10.03.1992 14 Os 8/92
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 15 Os 56/92
    Entscheidungstext OGH 20.08.1992 15 Os 56/92
    Beisatz: Die Hauptfrage muß auch eine in der Anklage enthaltene Qualifikation zum Ausdruck bringen. (T6)
  • 11 Os 100/92
    Entscheidungstext OGH 13.10.1992 11 Os 100/92
  • 11 Os 127/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 11 Os 127/92
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 14 Os 41/93
    Entscheidungstext OGH 27.04.1993 14 Os 41/93
    Beis wie T3
  • 14 Os 40/93
    Entscheidungstext OGH 18.05.1993 14 Os 40/93
  • 15 Os 130/93
    Entscheidungstext OGH 14.10.1993 15 Os 130/93
  • 14 Os 146/93
    Entscheidungstext OGH 17.05.1994 14 Os 146/93
    Beis wie T3
  • 11 Os 154/94
    Entscheidungstext OGH 17.01.1995 11 Os 154/94
  • 14 Os 114/95
    Entscheidungstext OGH 03.10.1995 14 Os 114/95
  • 15 Os 78/95
    Entscheidungstext OGH 31.08.1995 15 Os 78/95
  • 13 Os 114/96
    Entscheidungstext OGH 18.09.1996 13 Os 114/96
  • 15 Os 172/96
    Entscheidungstext OGH 05.12.1996 15 Os 172/96
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 11 Os 112/98
    Entscheidungstext OGH 03.11.1998 11 Os 112/98
    Auch; Beisatz: Gleichgültig, ob hinreichende Beweise dafür vorliegen oder nicht. (T7)
  • 14 Os 41/02
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 14 Os 41/02
  • 13 Os 135/05k
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 13 Os 135/05k
  • 13 Os 117/11x
    Entscheidungstext OGH 17.11.2011 13 Os 117/11x
    Auch
  • 13 Os 25/12v
    Entscheidungstext OGH 05.07.2012 13 Os 25/12v
    Vgl auch
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0100509

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JJR_19800924_OGH0002_0110OS00119_8000000_002

Rechtssatz für 12Ns2/83 12Ns4/84 12Ns2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0097086

Geschäftszahl

12Ns2/83; 12Ns4/84; 12Ns24/84; Bkd33/84; 12Ns24/87; 11Ns6/88; 11Ns4/89; 13Ns23/89; 11Ns11/90; 11Ns8/90; 12Ns20/90; 13Ns17/90; 16Ns8/90; Ds15/90; Ds1/91; 12Ns18/92; 12Ns19/92; 11Ns8/93; 12Ns17/93; 12Ns23/93; 13Ns17/94 (13Nds119/94); 15Ns6/95; 12Ns14/95; 15Os82/95; 12Os104/95; 12Ns3/96; 15Ns12/99; 15Ns19/01; 11Os46/03; 11Ns16/03; 13Ns15/05t; 11Os52/05i; 12Os11/08x; 15Os14/09m; 11Os27/10w; 15Os110/12h (15Os144/12h); 13Os5/16h; 12Ns61/16s; 11Os128/16g (11Os129/16d); 12Ns32/17b; 12Ns82/17f; 12Ns88/17p; 12Ns36/18t; 12Ns32/19f; 12Ns54/19s; 12Ns85/19z; 13Os95/19y; 12Ns16/20d; 15Os8/20w; 12Ns61/20x; 2Dg1/20w; 13Os20/20w; 11Ns90/20d; 12Ns43/20z; 12Ns148/20s; 12Ns11/21w; 14Os14/21x; 12Ns30/21i; 12Ns31/21m

Entscheidungsdatum

26.05.1983

Norm

StPO §72 Abs1

Rechtssatz

Eine bloß subjektive Besorgnis einer Befangenheit begründet die Ablehnung nicht hinreichend (Mayerhofer-Rieder, Entscheidung 7 zu § 72 StPO).

Entscheidungstexte

  • 12 Ns 2/83
    Entscheidungstext OGH 26.05.1983 12 Ns 2/83
  • 12 Ns 4/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Ns 4/84
  • 12 Ns 24/84
    Entscheidungstext OGH 27.11.1984 12 Ns 24/84
  • Bkd 33/84
    Entscheidungstext OGH 10.12.1984 Bkd 33/84
  • 12 Ns 24/87
    Entscheidungstext OGH 21.01.1988 12 Ns 24/87
  • 11 Ns 6/88
    Entscheidungstext OGH 06.04.1988 11 Ns 6/88
  • 11 Ns 4/89
    Entscheidungstext OGH 11.04.1989 11 Ns 4/89
    Veröff: SSt 60/22
  • 13 Ns 23/89
    Entscheidungstext OGH 09.11.1989 13 Ns 23/89
    Beisatz: Zum Abs 2 unter Hinweis auf Art 83 Abs 2 B-VG. (T1)
  • 11 Ns 11/90
    Entscheidungstext OGH 25.06.1990 11 Ns 11/90
  • 11 Ns 8/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 11 Ns 8/90
    Vgl auch; Beisatz: Durch nicht untermauerte bloße Behauptung möglicher Befangenheit. (T2)
  • 12 Ns 20/90
    Entscheidungstext OGH 23.08.1990 12 Ns 20/90
  • 13 Ns 17/90
    Entscheidungstext OGH 25.10.1990 13 Ns 17/90
  • 16 Ns 8/90
    Entscheidungstext OGH 25.01.1991 16 Ns 8/90
  • Ds 15/90
    Entscheidungstext OGH 10.01.1991 Ds 15/90
  • Ds 1/91
    Entscheidungstext OGH 21.06.1991 Ds 1/91
  • 12 Ns 18/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 12 Ns 18/92
  • 12 Ns 19/92
    Entscheidungstext OGH 03.12.1992 12 Ns 19/92
  • 11 Ns 8/93
    Entscheidungstext OGH 04.03.1993 11 Ns 8/93
  • 12 Ns 17/93
    Entscheidungstext OGH 02.09.1993 12 Ns 17/93
  • 12 Ns 23/93
    Entscheidungstext OGH 25.11.1993 12 Ns 23/93
    Vgl auch; Beisatz: Die bloße Behauptung einer Befangenheit reicht nicht aus. (T3)
  • 13 Ns 17/94
    Entscheidungstext OGH 14.12.1994 13 Ns 17/94
    Beis wie T1
  • 15 Ns 6/95
    Entscheidungstext OGH 30.03.1995 15 Ns 6/95
  • 12 Ns 14/95
    Entscheidungstext OGH 12.09.1995 12 Ns 14/95
  • 15 Os 82/95
    Entscheidungstext OGH 29.06.1995 15 Os 82/95
  • 12 Os 104/95
    Entscheidungstext OGH 14.12.1995 12 Os 104/95
    Vgl auch; Beisatz: Objektiver Beurteilungsmaßstab. (T4)
  • 12 Ns 3/96
    Entscheidungstext OGH 20.02.1996 12 Ns 3/96
  • 15 Ns 12/99
    Entscheidungstext OGH 09.09.1999 15 Ns 12/99
    Auch
  • 15 Ns 19/01
    Entscheidungstext OGH 13.12.2001 15 Ns 19/01
    Auch
  • 11 Os 46/03
    Entscheidungstext OGH 13.05.2003 11 Os 46/03
  • 11 Ns 16/03
    Entscheidungstext OGH 09.09.2003 11 Ns 16/03
  • 13 Ns 15/05t
    Entscheidungstext OGH 02.03.2005 13 Ns 15/05t
  • 11 Os 52/05i
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 11 Os 52/05i
    Auch
  • 12 Os 11/08x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 11/08x
  • 15 Os 14/09m
    Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
  • 11 Os 27/10w
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 11 Os 27/10w
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
  • 13 Os 5/16h
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 5/16h
    Auch; Beisatz: Diese Norm umfasst alle Fälle der Hemmung einer unparteiischen Entscheidungsfindung durch unsachliche Motive, wobei nicht die subjektive Ansicht des betroffenen Richters oder des Ablehnenden, sondern die Frage, ob die äußeren Umstände geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler naheliegende Zweifel an der unvoreingenommenen und unparteilichen Dienstverrichtung zu wecken, entscheidet. (T5)
  • 12 Ns 61/16s
    Entscheidungstext OGH 13.09.2016 12 Ns 61/16s
    Vgl
  • 11 Os 128/16g
    Entscheidungstext OGH 14.02.2017 11 Os 128/16g
    Auch
  • 12 Ns 32/17b
    Entscheidungstext OGH 21.04.2017 12 Ns 32/17b
    Auch; Beis wie T5
  • 12 Ns 82/17f
    Entscheidungstext OGH 24.10.2017 12 Ns 82/17f
    Auch
  • 12 Ns 88/17p
    Entscheidungstext OGH 01.12.2017 12 Ns 88/17p
    Auch
  • 12 Ns 36/18t
    Entscheidungstext OGH 30.08.2018 12 Ns 36/18t
    Auch
  • 12 Ns 32/19f
    Entscheidungstext OGH 14.05.2019 12 Ns 32/19f
    Beis wie T5
  • 12 Ns 54/19s
    Entscheidungstext OGH 13.08.2019 12 Ns 54/19s
  • 12 Ns 85/19z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2019 12 Ns 85/19z
    Beis wie T5
  • 13 Os 95/19y
    Entscheidungstext OGH 11.12.2019 13 Os 95/19y
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 16/20d
    Entscheidungstext OGH 13.03.2020 12 Ns 16/20d
    Vgl; Beis wie T5
  • 15 Os 8/20w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2020 15 Os 8/20w
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 61/20x
    Entscheidungstext OGH 01.07.2020 12 Ns 61/20x
    Vgl; Beis wie T5
  • 2 Dg 1/20w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2020 2 Dg 1/20w
    Vgl; Beis wie T5
  • 13 Os 20/20w
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 13 Os 20/20w
    Vgl; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 11 Ns 90/20d
    Entscheidungstext OGH 02.12.2020 11 Ns 90/20d
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 43/20z
    Entscheidungstext OGH 09.11.2020 12 Ns 43/20z
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 148/20s
    Entscheidungstext OGH 10.12.2020 12 Ns 148/20s
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 11/21w
    Entscheidungstext OGH 04.02.2021 12 Ns 11/21w
    Vgl; Beis wie T5
  • 14 Os 14/21x
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 14/21x
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 30/21i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2021 12 Ns 30/21i
    Vgl; Beis wie T5
  • 12 Ns 31/21m
    Entscheidungstext OGH 15.03.2021 12 Ns 31/21m
    Vgl; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0097086

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19830526_OGH0002_0120NS00002_8300000_002

Rechtssatz für 14Os189/87 (14Os190/87)...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0096880

Geschäftszahl

14Os189/87 (14Os190/87); 11Ns14/90; Ds15/90; 11Ns1/91; 11Ns2/91; Ds1/91; 11Os98/91 (11Os100/91); 13Ns13/92; 11Ns17/93; 15Os82/95; 15Os178/95 (15Os179/95); 4N501/96; 13Ns1/01; 13Ns8/01; 11Os50/01; 13Os181/01; 13Ns5/03; 12Ns24/06k; 12Ns60/06d; 12Os11/08x; 15Os14/09m; 11Os27/10w; 5Ob233/10s; 9Nc6/11y; 9Nc7/11w; 9Nc15/11x; 9Nc19/11k; 9Nc8/12v; 15Os110/12h (15Os144/12h); 7Nc19/14z; 8Nc14/15y; 8Nc22/15z; 23Ds2/17x (23Ds3/17v, 23Ds4/17s); 15Os8/20w

Entscheidungsdatum

29.06.1988

Norm

StPO §72

Rechtssatz

Das Wesen der Befangenheit besteht in der Hemmung einer unparteiischen Entscheidung durch unsachliche psychologische Motive, für deren Vorliegen zureichende Umstände glaubhaft gemacht werden müssen. Auch wenn grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit genügt, so setzt ein solcher aber voraus, dass konkrete Umstände dargetan werden, die geeignet erscheinen, aus der Sicht eines objektiven Beurteilers die volle Unbefangenheit des betreffenden Richters aus persönlichen Gründen in Zweifel zu ziehen; dass sich gegebenenfalls die Rechtsansicht des Richters mit jener Partei nicht deckt, reicht hiefür nicht aus.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 189/87
    Entscheidungstext OGH 29.06.1988 14 Os 189/87
    Veröff: EvBl 1988/153 S 761 = AnwBl 1989,158 (kritisch Graff)
  • 11 Ns 14/90
    Entscheidungstext OGH 08.08.1990 11 Ns 14/90
    nur: Das Wesen der Befangenheit besteht in der Hemmung einer unparteiischen Entscheidung durch unsachliche psychologische Motive. (T1); nur: Auch wenn grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit genügt, so setzt ein solcher aber voraus, dass konkrete Umstände dargetan werden, die geeignet erscheinen, aus der Sicht eines objektiven Beurteilers die volle Unbefangenheit des betreffenden Richters aus persönlichen Gründen in Zweifel zu ziehen. (T2)
  • Ds 15/90
    Entscheidungstext OGH 10.01.1991 Ds 15/90
    Vgl auch
  • 11 Ns 1/91
    Entscheidungstext OGH 19.02.1991 11 Ns 1/91
    nur T1; nur T2
  • 11 Ns 2/91
    Entscheidungstext OGH 05.03.1991 11 Ns 2/91
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Grundsätzlich genügt schon der Anschein der Befangenheit, sofern zureichende Anhaltspunkte gegeben sind, um bei einem unbeteiligten Beobachter die volle Unbefangenheit des Richters zweifelhaft erscheinen zu lassen. (T3)
  • Ds 1/91
    Entscheidungstext OGH 21.06.1991 Ds 1/91
    Vgl auch
  • 11 Os 98/91
    Entscheidungstext OGH 29.10.1991 11 Os 98/91
    nur T1; Beisatz: Die insbesondere auch in der fehlenden Bereitschaft zum Ausdruck kommen kann, eine vor Schluss des Beweisverfahrens gefasste Meinung über die Schuld oder Unschuld des Angeklagten nach Maßgabe nachfolgender Verfahrensergebnisse entsprechend zu ändern. (T4)
  • 13 Ns 13/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 13 Ns 13/92
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Ns 17/93
    Entscheidungstext OGH 13.05.1993 11 Ns 17/93
    Vgl auch; nur T2
  • 15 Os 82/95
    Entscheidungstext OGH 29.06.1995 15 Os 82/95
    nur T1; nur T2
  • 15 Os 178/95
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 15 Os 178/95
    Vgl auch; Beisatz: Befangenheitsanschein bejaht. (T5)
  • 4 N 501/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 N 501/96
    nur T1; Beisatz: Hier: Da der Beschuldigte lediglich unsubstantiierte Pauschalvorwürfe gegen die Richterschaft erhoben, aber keinerlei konkrete Umstände behauptet hat, die die Unbefangenheit auch nur irgendeines der Mitglieder der Strafsenate des Obersten Gerichtshofes in Zweifel ziehen lassen könnten, war sein Ablehnungsantrag, jedenfalls insoweit nicht berechtigt. (T6)
  • 13 Ns 1/01
    Entscheidungstext OGH 14.02.2001 13 Ns 1/01
    Vgl auch; nur T1; nur T2; Beisatz: Den unmittelbaren Zugang zur Erkenntnis eines solchen inneren Zustandes hat naturgemäß der betreffende Richter selbst. (T7)
  • 13 Ns 8/01
    Entscheidungstext OGH 09.04.2001 13 Ns 8/01
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 50/01
    Entscheidungstext OGH 08.05.2001 11 Os 50/01
    Auch; nur T1; nur T2; Beis wie T7
  • 13 Os 181/01
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 13 Os 181/01
    Auch; Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten, wie die urteilsmäßige Erledigung eines gegen einen Tatbeteiligten anhängig gewesenen Strafverfahrens oder eine außerhalb der Hauptverhandlung vorgenommene Überprüfung, ob alle Ergebnisse der polizeilichen Erhebungstätigkeit im Gerichtsakt vollständig dokumentiert sind, erweckt den Anschein der Befangenheit ebensowenig wie die Tatsache, dass sich ein Mitglied des Gerichtes nicht im Sinn eines Antrages des Beschwerdeführers verhält. (T8)
  • 13 Ns 5/03
    Entscheidungstext OGH 14.05.2003 13 Ns 5/03
    Auch
  • 12 Ns 24/06k
    Entscheidungstext OGH 01.06.2006 12 Ns 24/06k
    Auch; Beisatz: Auf die bloß subjektive Besorgnis einer Befangenheit kann eine Ablehnung nicht mit Erfolg gestützt werden. (T9)
  • 12 Ns 60/06d
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 12 Ns 60/06d
    Vgl auch; Beisatz: Es müssen konkrete Umstände dargetan werden, welche (objektiv) die Unvoreingenommenheit des Richters in Zweifel zu ziehen und zur Befürchtung Anlass zu geben, geeignet sind, er könne sich bei seiner Entscheidung von anderen als sachlichen Gründen leiten lassen. (T10)
  • 12 Os 11/08x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 11/08x
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten (hier §§ 232, 245 Abs 1 StPO) begründet keinen Befangenheitsanschein, selbst wenn sie von (an sich überflüssigen - § 52 Abs 1 bis 3 Geo) persönlichen Bemerkungen begleitet werden. (T11)
  • 15 Os 14/09m
    Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
    Auch; Beisatz: Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. (T12)
  • 11 Os 27/10w
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 11 Os 27/10w
    Auch; Beis wie T12
  • 5 Ob 233/10s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2011 5 Ob 233/10s
    nur T1
  • 9 Nc 6/11y
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 9 Nc 6/11y
    Beis wie T12
  • 9 Nc 7/11w
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 Nc 7/11w
    nur T2; Beis wie T12
  • 9 Nc 15/11x
    Entscheidungstext OGH 29.08.2011 9 Nc 15/11x
    nur T2; Beis wie T12
  • 9 Nc 19/11k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Nc 19/11k
    Auch
  • 9 Nc 8/12v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 Nc 8/12v
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T12
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; Beis wie T12
  • 7 Nc 19/14z
    Entscheidungstext OGH 04.06.2014 7 Nc 19/14z
    Auch; Beisatz: Für das Vorliegen einer Befangenheit genügt deren Anschein, wenn konkrete Umstände dargetan werden, die geeignet sind, aus der Sicht eines objektiven Beurteilers die volle Unbefangenheit des betreffenden Richters aus persönlichen Gründen in Zweifel zu ziehen. (T13)
  • 8 Nc 14/15y
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Nc 14/15y
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T13
  • 8 Nc 22/15z
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 8 Nc 22/15z
    Auch; nur T2; Beis wie T13
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Auch
  • 15 Os 8/20w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2020 15 Os 8/20w
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0096880

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2020

Dokumentnummer

JJR_19880629_OGH0002_0140OS00189_8700000_001

Rechtssatz für 13Ns13/92 11Ns17/93 13N...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0096914

Geschäftszahl

13Ns13/92; 11Ns17/93; 13Ns6/94; 15Os82/95; 15Os178/95 (15Os179/95); 11Ns2/97; 11Os50/01; 13Os181/01; 11Ns16/03; 11Os74/03; 15Os177/03 (15Os178/03); 15Os75/05a; 11Ns80/07i; 12Os11/08x; 1Präs2690-4316/08d; 1Präs2690-213/09y; 1Präs2690-753/09k; 1Präs2690-1667/09x; 12Os125/08m; 15Os14/09m; 1Präs2690-4129/09f; 12Ns44/09f; 14Os9/09v (14Os10/09x); 1Präs2690-5186/09x; 1Präs2690-5167/09b; 1Präs2690-5316/09i; 1Präs1521-5612/09v; 1Präs2690-849/10d; 1Präs2690-1115/10x; 1Präs2690-1708/10b; 1Präs2690-1643/10v; 11Os27/10w; 1Präs2690-4437/10a; 12Ns93/10p; 9Nc6/11y; 9Nc7/11w; 9Nc19/11k; 9Nc7/12x; 6Nc18/11s; 9Nc8/12v; 12Ns38/12b; 9Nc37/12h; 12Ns88/12f; 12Ns14/13z; 15Os110/12h (15Os144/12h); 12Ns28/13h (12Ns29/13f); 13Os24/13y; 7Nc16/13g; 17Os7/13b (17Os10/13v); 23Ns2/14t; 7Nc19/14z; 12Ns41/14x; 8Nc27/15k; 12Ns27/17t; 8Nc35/17i; 13Os139/17s; 2Nc6/19h; 14Os41/19i; 15Os8/20w; 2Dg1/20w; 13Os20/20w; 14Os14/21x; 12Ns30/21i

Entscheidungsdatum

16.09.1992

Norm

StPO §43 Abs1 Z3
StPO §72

Rechtssatz

Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. Es kommt nicht nur darauf an, ob sich der Richter befangen fühlt oder nicht, es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen.

Entscheidungstexte

  • 13 Ns 13/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 13 Ns 13/92
  • 11 Ns 17/93
    Entscheidungstext OGH 13.05.1993 11 Ns 17/93
    nur: Es kommt nicht nur darauf an, ob sich der Richter befangen fühlt oder nicht, es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. (T1)
  • 13 Ns 6/94
    Entscheidungstext OGH 06.07.1994 13 Ns 6/94
  • 15 Os 82/95
    Entscheidungstext OGH 29.06.1995 15 Os 82/95
  • 15 Os 178/95
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 15 Os 178/95
    Beisatz: Befangenheitsanschein bejaht. (T2)
  • 11 Ns 2/97
    Entscheidungstext OGH 27.05.1997 11 Ns 2/97
    Beis wie T2
  • 11 Os 50/01
    Entscheidungstext OGH 08.05.2001 11 Os 50/01
  • 13 Os 181/01
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 13 Os 181/01
    Auch; Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten, wie die urteilsmäßige Erledigung eines gegen einen Tatbeteiligten anhängig gewesenen Strafverfahrens oder eine außerhalb der Hauptverhandlung vorgenommene Überprüfung, ob alle Ergebnisse der polizeilichen Erhebungstätigkeit im Gerichtsakt vollständig dokumentiert sind, erweckt den Anschein der Befangenheit ebensowenig wie die Tatsache, dass sich ein Mitglied des Gerichtes nicht im Sinn eines Antrages des Beschwerdeführers verhält. (T3)
  • 11 Ns 16/03
    Entscheidungstext OGH 09.09.2003 11 Ns 16/03
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde Motive gegeben ist. Es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. (T4)
  • 11 Os 74/03
    Entscheidungstext OGH 11.11.2003 11 Os 74/03
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. (T5)
    Beisatz: Eine verfahrensrelevante Befangenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichtshofes kann sich nur dadurch äußern, dass er das Verfahren in einer Weise leitet, die seine Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit in Frage stellt. (T6)
  • 15 Os 177/03
    Entscheidungstext OGH 22.04.2004 15 Os 177/03
    nur T1
  • 15 Os 75/05a
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 15 Os 75/05a
    Vgl auch; Beisatz: Keine Befangenheit des beisitzenden Richters angesichts einer nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren seitens des Verteidigers erstatteten Strafanzeige. (T7)
  • 11 Ns 80/07i
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Ns 80/07i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Freundschaftliche, über bloß formale kollegiale hinausgehende Kontakte eines Richters des Oberlandesgerichts, der Vater der Antragsteller ist - Befangenheit sämtlicher Richter des Oberlandesgerichts bejaht. (T8)
  • 12 Os 11/08x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 11/08x
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. (T9)
    Beisatz: Beisatz: Eine solche kann in der fehlenden Bereitschaft zum Ausdruck kommen, eine vor Schluss des Beweisverfahrens gefasste Meinung über die Schuld oder Unschuld eines Angeklagten nach Maßgabe nachfolgender Verfahrensergebnisse entsprechend zu ändern. (T10)
    Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten (hier §§ 232, 245 Abs 1 StPO) begründet keinen Befangenheitsanschein, selbst wenn sie von (an sich überflüssigen - § 52 Abs 1 bis 3 Geo) persönlichen Bemerkungen begleitet werden. (T11)
  • 1 Präs 2690-4316/08d
    Entscheidungstext OGH 25.09.2008 1 Präs 2690-4316/08d
    Vgl; Beisatz: Angesichts der Anzeigeflut und der erkennbaren Tendenz des Beschwerdeführers, alle mit diesen Anzeigen befassten Richter, die nicht in seinem Sinn entschieden haben, durch eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs auszuschalten, liegen auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass auch die Richter des 14. Senats des Obersten Gerichtshofs bereits vom Genannten angezeigt wurden und wegen seiner auch für jedermann erkennbaren aufgezeigten Intention keine Gründe vor, die volle Unbefangenheit und Unparteilichkeit der im Spruch genannten Richter und Richterinnen in Zweifel zu ziehen. Andernfalls läge es in der Hand einer Partei, sich durch bloße Anzeigeerstattung dem gesetzlichen Richter zu entziehen oder sogar ganze Gerichte auszuschalten. (T12)
  • 1 Präs 2690-213/09y
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 1 Präs 2690-213/09y
    Auch; Beisatz: Ob Gründe vorliegen, die geeignet sind, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit eines Richters in Zweifel zu ziehen, kann nur beurteilt werden, wenn konkrete Ablehnungsgründe gegen einen bestimmten Richter vorgebracht werden. (T13)
  • 1 Präs 2690-753/09k
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 1 Präs 2690-753/09k
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Die pauschale Ablehnung eines ganzen Gerichtshofs ist nicht zulässig. (T14)
  • 1 Präs 2690-1667/09x
    Entscheidungstext OGH 14.04.2009 1 Präs 2690-1667/09x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Der Präsident, der Vizepräsident, Senatspräsidenten und Senatspräsidentinnen, die Richter und Richterinnen jenes Oberlandesgerichts, welches über die Berufung des Beschuldigten, der in erster Instanz wegen des Vergehens der gefährlichen Drohung zum Nachteil einer der Richterinnen dieses Oberlandesgerichts zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war, zu entscheiden gehabt hätte, zeigten an, dass sie zu der bedrohten Richterin freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Das Bestehen solcher Beziehungen ist geeignet, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit zweifelhaft erscheinen zu lassen und damit einen Ausschließungsgrund zu verwirklichen. Da aufgrund der Ausgeschlossenheit beinahe sämtlicher Richter des eigentlich zuständigen Oberlandesgerichts keine Bildung eines Senats, der über die Berufung des Beschuldigten entscheiden hätte können, mehr möglich war, wurde die Rechtssache vom Obersten Gerichtshof an ein anderes Oberlandesgericht übertragen. (T15)
  • 12 Os 125/08m
    Entscheidungstext OGH 15.01.2009 12 Os 125/08m
    Vgl; Beisatz: Der Umstand, dass Beweisergebnisse aus einem anderen Verfahren in derselben Gerichtsabteilung zum einen auf Grund des in § 140 Abs 1 Z 4 StPO statuierten Verbotes, zum anderen infolge einer Aussageverweigerung der Zeugin nicht verwertbar, dem Richter aber dennoch bekannt waren, spricht für sich allein nicht gegen dessen Unvoreingenommenheit im hier angesprochenen Berufungsverfahren, in dem dieser Richter als Mitglied des Rechtsmittelsenats an der Berufungsverhandlung und Entscheidung mitwirkte. (T16)
    Beisatz: Die Ausschlussgründe im Sinn des § 43 StPO stellen auf einen Bezug zur selben Straftat bzw zum selben Verfahren (Sache) ab, weshalb auch die Mitwirkung eines Richters an einem abgesondert geführten Verfahren gegen Mittäter oder sonstige Tatbeteiligte keine Ausschließung begründet. Gleiches gilt - mangels gesetzlicher Differenzierung - auch für den Bereich des Rechtsmittelverfahrens (vgl § 43 Abs 3 StPO). (T17)
  • 15 Os 14/09m
    Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
    nur T5
  • 1 Präs 2690-4129/09f
    Entscheidungstext OGH 03.09.2009 1 Präs 2690-4129/09f
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 12 Ns 44/09f
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 12 Ns 44/09f
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Ein Ablehnungsantrag setzt eine konkret-aktuelle Kompetenz der hievon betroffenen Richter in einem (bereits) anhängigen (und noch nicht rechtskräftig beendeten) Verfahren voraus. (T18)
  • 14 Os 9/09v
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 14 Os 9/09v
    Vgl; Beisatz: Ausgeschlossenheit iSd § 43 Abs 1 Z 3 StPO liegt nur bei begründet erscheinender Annahme vor, der Richter sei - ungeachtet einer vorläufigen, dem Verfahrensstand angepassten, zumeist unwillkürlich vonstatten gehenden und einer sachgerechten Stoffsammlung keineswegs hinderlichen Meinungsbildung - auch angesichts allfälliger gegenteiliger Verfahrensergebnisse nicht gewillt, seine Einschätzung zu ändern (WK-StPO § 43 Rz 12). (T19)
    Beisatz: Im Übrigen sind weder der Umstand, dass sich die Rechtsansicht des Richters nicht mit jener des Angeklagten deckt, noch die gesetzeskonforme Erfüllung von Dienstpflichten oder die - vom Schöffengericht vorgenommene - Abweisung von Beweisanträgen per se geeignet, Unvoreingenommenheit oder Unparteilichkeit des Vorsitzenden in Zweifel zu ziehen (vgl dazu WK-StPO § 43 Rz 9 ff). (T20)
  • 1 Präs 2690-5186/09x
    Entscheidungstext OGH 09.11.2009 1 Präs 2690-5186/09x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13
  • 1 Präs 2690-5167/09b
    Entscheidungstext OGH 18.11.2009 1 Präs 2690-5167/09b
    Vgl auch; Beisatz: Das Bestehen freundschaftlicher Beziehungen ist geeignet, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit zweifelhaft erscheinen zu lassen und damit einen Ausschließungsgrund zu verwirklichen. (T21)
  • 1 Präs 2690-5316/09i
    Entscheidungstext OGH 20.11.2009 1 Präs 2690-5316/09i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13; Beis wie T14
  • 1 Präs 1521-5612/09v
    Entscheidungstext OGH 03.12.2009 1 Präs 1521-5612/09v
    Vgl auch; nur T1 nur: Der Anschein der Befangenheit genügt. (T22)
    Beis wie T2
  • 1 Präs 2690-849/10d
    Entscheidungstext OGH 08.02.2010 1 Präs 2690-849/10d
    Vgl auch; Beis wie T13; Beis ähnlich wie T14
  • 1 Präs 2690-1115/10x
    Entscheidungstext OGH 25.02.2010 1 Präs 2690-1115/10x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13
  • 1 Präs 2690-1708/10b
    Entscheidungstext OGH 07.04.2010 1 Präs 2690-1708/10b
    Vgl auch; Beisatz: Unzulässige, rechtsmissbräuchlich wiederholte Ablehnungsanträge müssen nicht zum Gegenstand weiterer gerichtlicher Entscheidungen gemacht werden. (T23)
  • 1 Präs 2690-1643/10v
    Entscheidungstext OGH 07.04.2010 1 Präs 2690-1643/10v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T15
  • 11 Os 27/10w
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 11 Os 27/10w
    Auch; nur T9
  • 1 Präs 2690-4437/10a
    Entscheidungstext OGH 07.09.2010 1 Präs 2690-4437/10a
    Vgl auch; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 12 Ns 93/10p
    Entscheidungstext OGH 03.12.2010 12 Ns 93/10p
    Vgl
  • 9 Nc 6/11y
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 9 Nc 6/11y
  • 9 Nc 7/11w
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 Nc 7/11w
    Vgl
  • 9 Nc 19/11k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Nc 19/11k
  • 9 Nc 7/12x
    Entscheidungstext OGH 20.03.2012 9 Nc 7/12x
    nur T1
  • 6 Nc 18/11s
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Nc 18/11s
    Vgl; Bem: Mit ausführlicher Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des EGMR. (T24)
  • 9 Nc 8/12v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 Nc 8/12v
    Auch
  • 12 Ns 38/12b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2012 12 Ns 38/12b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Derartige persönliche Kontakte, die weit über ein bloßes dienstliches Begegnungsverhältnis hinausgehen, stellen äußere Umstände iSd § 43 Abs 1 Z 3 StPO dar, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler naheliegende Zweifel an der unvoreingenommenen und unparteilichen Dienstverrichtung zu wecken (Lässig, WK‑StPO § 43 Rz 10 f). (T25)
  • 9 Nc 37/12h
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 Nc 37/12h
  • 12 Ns 88/12f
    Entscheidungstext OGH 03.01.2013 12 Ns 88/12f
    Vgl auch; Beisatz: Mitwirkung im Disziplinarverfahren über die Suspendierung des Angeklagten. (T26)
  • 12 Ns 14/13z
    Entscheidungstext OGH 20.03.2013 12 Ns 14/13z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Mitwirkung an der Entscheidung über die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen die Angeklagten. (T27)
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T11, Beis wie T20; Beisatz: Eine behauptete Freundschaft des Vorsitzenden mit einem - selbst unparteilichen (§ 126 Abs 4 StPO) – Sachverständigen ist per se nicht geeignet, Unvoreingenommenheit oder Unparteilichkeit des Vorsitzenden in Zweifel zu ziehen. (T28)
  • 12 Ns 28/13h
    Entscheidungstext OGH 25.04.2013 12 Ns 28/13h
    Vgl auch; Auch Beis wie T26; Auch Beis wie T27
  • 13 Os 24/13y
    Entscheidungstext OGH 16.05.2013 13 Os 24/13y
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T3; Beisatz: Da der Zweck des Erkenntnisverfahrens gerade darin liegt, zu überprüfen, ob die in der Hauptverhandlung vorgekommenen Beweismittel (§ 258 Abs 1 StPO) den der Anklage zu Grunde liegenden Tatverdacht (§ 210 Abs 1 StPO) im Sinn eines Schuldspruchs (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO) verdichten oder zu einem Freispruch führen, indiziert die angebliche Erklärung des Vorsitzenden im Zuge der Urteilsbegründung, dass im gegenständlichen Strafverfahren „von Anfang an“ Verdachtsmomente dahin bestanden haben, dass „etwas getürkt worden“ sei und dass sich eben dieser Verdacht im Beweisverfahren bewahrheitet habe den angesprochenen Ausschließungsgrund nicht. (T29)
    Beisatz: Die gesetzeskonforme Erfüllung von Dienstpflichten ist nämlich per se nicht geeignet, die Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit des Handelnden in Zweifel zu setzen. (T30)
  • 7 Nc 16/13g
    Entscheidungstext OGH 04.09.2013 7 Nc 16/13g
    Beisatz: Hier: Erstattung von Gutachten für eine Partei in der Vergangenheit. (T31)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl auch; Beisatz: Die Würdigung von Beweisen in einer den Intentionen des Beschwerdeführers zuwiderlaufenden Weise (vgl § 258 Abs 2 StPO) weckt ebenso wenig Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Vorsitzenden wie die Nichtannahme eines Milderungsgrundes oder die Zustellung einer Fehler enthaltenden Ausfertigung des Protokolls über die Hauptverhandlung. (T32)
  • 23 Ns 2/14t
    Entscheidungstext OGH 20.03.2014 23 Ns 2/14t
    Auch; Beis wie T19; Beis wie T20
  • 7 Nc 19/14z
    Entscheidungstext OGH 04.06.2014 7 Nc 19/14z
    Auch; nur T5
  • 12 Ns 41/14x
    Entscheidungstext OGH 02.06.2014 12 Ns 41/14x
    Vgl auch; Beis wie T27
  • 8 Nc 27/15k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 Nc 27/15k
    Auch
  • 12 Ns 27/17t
    Entscheidungstext OGH 21.04.2017 12 Ns 27/17t
    Auch; Beisatz: Der äußere Anschein von Befangenheit ist bei einem Richter, der die Tatsachenkontrolle (§ 362 Abs 1 StPO) in Bezug auf ein Verfahren ausübt, an welchem eine zu ihm im Angehörigenverhältnis (§ 72 StGB) stehende Person als Staatsanwältin mitgewirkt hat, zu bejahen. (T33)
  • 8 Nc 35/17i
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Nc 35/17i
  • 13 Os 139/17s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 139/17s
    Auch; Beis wie T32
  • 2 Nc 6/19h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2019 2 Nc 6/19h
    nur T22; Beis wie T21
  • 14 Os 41/19i
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 41/19i
    Auch; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob persönliche Beziehungen eines Richters zu einer Prozesspartei aus § 43 Abs 1 Z 3 StPO beachtlich sind, kommt der Dauer und der Intensität des Naheverhältnisses maßgebliche Bedeutung zu (Anm: So schon 13 Os 43/14v). (T34)
    Beisatz: Hier: Keine Befangenheit eines Richters, dessen „private Kontakte“ zu einem befreundeten Richterkollegen (als einem von zahlreichen Opfern gegen Richter und Beamte gerichteter gefährlicher Drohungen) in den letzten zehn Jahren auf ein bis zwei mit dienstlichem Ausgangspunkt geführte Telefonate pro Jahr beschränkt waren, während außerdienstliche Treffen nicht stattfanden. (T35)
  • 15 Os 8/20w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2020 15 Os 8/20w
    Vgl
  • 2 Dg 1/20w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2020 2 Dg 1/20w
    Vgl; nur T5
  • 13 Os 20/20w
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 13 Os 20/20w
    Vgl; Beis wie T30
  • 14 Os 14/21x
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 14/21x
    Vgl; Beis wie T25; Beis wie T34
  • 12 Ns 30/21i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2021 12 Ns 30/21i
    Vgl; Beis wie T26; Beis wie T27

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0096914

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19920916_OGH0002_0130NS00013_9200000_002

Rechtssatz für 13Os34/01 14Os121/02 12...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0115646

Geschäftszahl

13Os34/01; 14Os121/02; 12Os107/01; 13Os110/02; 13Os170/03; 13Os135/03; 13Os37/07a; 13Os151/08t; 13Os35/10m; 14Os134/11d; 15Os110/12h (15Os144/12h); 13Os131/12g; 11Os101/13g (11Os139/13w); 11Os51/13d; 12Os45/14f; 17Os25/14a; 11Os26/14d; 11Os86/14b; 11Os103/14b (11Os104/14z); 11Os52/15d; 11Os26/16g; 11Os10/16d; 11Os14/17v; 14Os94/17f; 11Os75/17i; 12Os135/18x; 12Os81/18f; 15Os44/19p; 11Os44/20k; 12Os21/20k; 14Os75/20s; 11Os88/20f; 13Os104/20y

Entscheidungsdatum

26.09.2001

Norm

StPO §281 Abs1 Z4

Rechtssatz

Die Forderung nach einem Privatsachverständigen ist verfehlt. Die StPO bezeichnet nur die Personen als Sachverständige, die vom Gericht als solche beigezogen werden (§ 120 ff, 254 Abs 2 StPO). Die Bedeutung sogenannter "Privatsachverständiger" liegt allein in der persönlichen Information der Parteien und ihrer Vertreter. Demgemäß entbehrt es einer gesetzlichen Grundlage, solche "Privatgutachten" zum Akt zu nehmen (§ 258 Abs 1 StPO).

Entscheidungstexte

  • 13 Os 34/01
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 13 Os 34/01
  • 14 Os 121/02
    Entscheidungstext OGH 12.11.2002 14 Os 121/02
    Auch; Beisatz: Die - in der beantragten Verlesung dessen schriftlicher Stellungnahme bestehende - Beiziehung eines Privatgutachters ist gesetzesfremd. (T1)
  • 12 Os 107/01
    Entscheidungstext OGH 05.12.2002 12 Os 107/01
    Auch; Beisatz: Eine - zur gerichtlichen Sachverständigenbestellung gleichwertige - Beiziehung von Privatgutachtern, deren Gutachten ohne die im XI.Hauptstück der StPO vorgesehenen Förmlichkeiten zu Stande gekommen sind und bloß der persönlichen Information der Parteien und ihrer Vertreter dienen, ist dem Gesetz fremd. (T2)
  • 13 Os 110/02
    Entscheidungstext OGH 30.04.2003 13 Os 110/02
    Auch; nur: Die Bedeutung sogenannter "Privatsachverständiger" liegt allein in der persönlichen Information der Parteien und ihrer Vertreter. Demgemäß entbehrt es einer gesetzlichen Grundlage, solche "Privatgutachten" zum Akt zu nehmen. (T3)
    Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Das gilt auch dann, wenn es sich beim Privatgutachter um einen erfahrenen Experten handelt. (T4)
  • 13 Os 170/03
    Entscheidungstext OGH 14.01.2004 13 Os 170/03
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Auswahl der Sachverständigen kommt ausschließlich dem Gericht zu. Wird ein Privatgutachten zum Akt genommen, kann auch nur dessen Befund zu erheblichen Bedenken im Sinn der Z 5a Anlass geben. Da nämlich das Ziehen von Schlüssen gerichtlich beigezogenen Gutachtern vorbehalten ist, das Verfahrensrecht solcherart nur diese als Sachverständige begreift, sind abgehörte Privatgutachter nichts anderes als Zeugen. (T5)
  • 13 Os 135/03
    Entscheidungstext OGH 06.10.2004 13 Os 135/03
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 37/07a
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 13 Os 37/07a
    Auch; nur: Die Bedeutung sogenannter "Privatsachverständiger" liegt allein in der persönlichen Information der Parteien und ihrer Vertreter. (T6)
    Beisatz: Durch die Abweisung des Antrages der Verteidigung, das Gutachten eines Privatsachverständigen dem gerichtlichen Sachverständigen zur gutachtlichen Stellungnahme vorzulegen, wurden Verteidigungsrechte nicht verletzt. Die Abweisung des letztlich zum Nachweis eines Gutachtensfehlers des Gerichtssachverständigen gestellten Antrages verstößt schon deshalb nicht gegen das Fairnessgebot des Art 6 Abs 3 lit d MRK, weil der Verteidiger in der Hauptverhandlung ausreichend Gelegenheit erhielt, die in der Privatexpertise aufgeworfenen Aspekte durch gezielte Fragestellung an den Gerichtssachverständigen heranzutragen und auf dieser Basis allfällige Gutachtensmängel iSd §§ 125, 126 StPO aufzuzeigen. (T7)
  • 13 Os 151/08t
    Entscheidungstext OGH 19.03.2009 13 Os 151/08t
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Privatgutachten fallen weder unter Absatz 1 noch unter Absatz 2 des § 252 StPO und sind demgemäß in der Hauptverhandlung nicht zu verlesen (WK-StPO § 252 Rz 40). (T8)
  • 13 Os 35/10m
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 13 Os 35/10m
    Auch; Beisatz: Privatgutachter wurde daher zu Recht nicht zur Hauptverhandlung beigezogen. (T9)
  • 14 Os 134/11d
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 14 Os 134/11d
    Auch
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; nur ähnlich T3
  • 13 Os 131/12g
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 131/12g
    Vgl auch
  • 11 Os 101/13g
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 11 Os 101/13g
    Auch
  • 11 Os 51/13d
    Entscheidungstext OGH 11.03.2014 11 Os 51/13d
    Auch; Beis wie T8
  • 12 Os 45/14f
    Entscheidungstext OGH 11.06.2014 12 Os 45/14f
    Auch
  • 17 Os 25/14a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 25/14a
    Auch
  • 11 Os 26/14d
    Entscheidungstext OGH 16.09.2014 11 Os 26/14d
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 11 Os 86/14b
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 11 Os 86/14b
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 11 Os 103/14b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 103/14b
    Vgl
  • 11 Os 52/15d
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 11 Os 52/15d
  • 11 Os 26/16g
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 11 Os 26/16g
    Auch; nur T3; Beis wie T4; Beis wie T8; Beisatz: Auch die dem Gericht gemäß § 222 Abs 3 StPO zur Kenntnis gebrachte Stellungnahme samt Schlussfolgerungen einer Person mit besonderem Fachwissen ist kein Beweismittel und daher nicht zu verlesen. (T10)
  • 11 Os 10/16d
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 11 Os 10/16d
    Auch
  • 11 Os 14/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 14/17v
    Auch; Beisatz: Das Gutachten eines Sachverständigen, der ausschließlich im Ermittlungs‑, nicht aber im Hauptverfahren bestellt wurde, ist kein für die Sache bedeutsames „Schriftstück anderer Art“ im Sinn des § 252 Abs 2 StPO und muss nicht verlesen werden. (T11)
  • 14 Os 94/17f
    Entscheidungstext OGH 12.12.2017 14 Os 94/17f
    Vgl
  • 11 Os 75/17i
    Entscheidungstext OGH 10.04.2018 11 Os 75/17i
    Vgl; Beis wie T11
  • 12 Os 135/18x
    Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 135/18x
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 12 Os 81/18f
    Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 81/18f
    Auch
  • 15 Os 44/19p
    Entscheidungstext OGH 11.09.2019 15 Os 44/19p
    Vgl; Beis wie T8
  • 11 Os 44/20k
    Entscheidungstext OGH 28.04.2020 11 Os 44/20k
    Vgl
  • 12 Os 21/20k
    Entscheidungstext OGH 22.07.2020 12 Os 21/20k
    Vgl
  • 14 Os 75/20s
    Entscheidungstext OGH 03.11.2020 14 Os 75/20s
    Vgl; Beis wie T10
  • 11 Os 88/20f
    Entscheidungstext OGH 28.12.2020 11 Os 88/20f
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Da ein die Schlussfolgerungen einer vom Angeklagten beauftragten Person mit besonderem Fachwissen enthaltendes Schriftstück (Privatgutachten) nicht unter § 252 Abs 1 StPO fällt, könnte sein Vorkommen in der Hauptverhandlung aber auch keine – gemäß § 252 Abs 4 StPO ausdrücklich mit Nichtigkeit bewehrte – Umgehung des dort normierten (bedingten) Verlesungsverbots bedeuten. (T12)
  • 13 Os 104/20y
    Entscheidungstext OGH 14.04.2021 13 Os 104/20y
    Vgl; Beis nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115646

Im RIS seit

26.10.2001

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20010926_OGH0002_0130OS00034_0100000_003

Rechtssatz für 11Os116/02 15Os43/03 15...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117263

Geschäftszahl

11Os116/02; 15Os43/03; 15Os71/03; 13Os171/03; 14Os100/03; 14Os92/03; 13Os72/04; 15Os86/04; 13Os92/04; 11Os101/04; 11Os106/04; 14Os146/04; 12Os25/05a; 13Os18/05d; 14Os129/05k; 15Os8/06z; 11Os29/06h; 15Os26/06x; 12Os25/06b; 12Os48/06k; 15Os53/06t; 13Os111/06g; 15Os48/06g; 14Os35/07i; 11Os97/07k; 11Os72/07h; 11Os63/07k; 11Os159/07b; 14Os170/07t; 12Os104/07x; 15Os56/09p; 15Os14/09m; 13Os35/09k; 12Os154/08a; 14Os54/09m; 15Os138/09x; 14Os82/09d; 12Os47/10v; 15Os95/10z; 12Os48/11t; 15Os34/11f; 14Os20/11i; 11Os83/11g; 14Os110/11z; 14Os69/12x; 11Os102/12b; 12Os115/12x; 14Os79/12t; 15Os110/12h (15Os144/12h); 15Os1/13f; 15Os108/13s; 12Os84/13i; 11Os101/13g (11Os139/13w); 12Os99/13w; 11Os51/13d; 14Os2/14x; 17Os25/14a; 14Os30/14i; 11Os26/14d; 11Os86/14b; 11Os103/14b (11Os104/14z); 14Os16/15g; 14Os25/15f; 11Os118/15k; 15Os30/16z; 14Os72/16v; 14Os93/16g; 12Os127/16t; 12Os22/17b; 12Os15/17y; 15Os160/17v; 13Os38/18i; 14Os47/18w (14Os96/18a); 11Os13/19z; 14Os28/19b; 13Os92/19g; 13Os19/20y; 15Os16/20x; 15Os35/21t

Entscheidungsdatum

10.12.2002

Norm

StPO §118 Abs2
StPO §125
StPO §126 A
StPO §127 Abs3
StPO §281 Abs1 Z4 B
StPO §345 Abs1 Z5

Rechtssatz

Ein durch Z 4 garantiertes Überprüfungsrecht hat der Beschwerdeführer nur dann, wenn er in der Lage ist, einen der in §§ 125 f StPO angeführten Mängel von Befund oder Gutachten aufzuzeigen. Das dem Gericht durch § 118 Abs 2 StPO zugestandene Ermessen zur Beiziehung eines weiteren Sachverständigen ist aus Z 4 nur gegen Willkür abgesichert.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 116/02
    Entscheidungstext OGH 10.12.2002 11 Os 116/02
  • 15 Os 43/03
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 15 Os 43/03
    Vgl auch; nur: Ein durch Z 4 garantiertes Überprüfungsrecht hat der Beschwerdeführer nur dann, wenn er in der Lage ist, einen der in §§ 125 f StPO angeführten Mängel von Befund oder Gutachten aufzuzeigen (vgl WK-StPO § 246 Rz 38). (T1)
  • 15 Os 71/03
    Entscheidungstext OGH 12.06.2003 15 Os 71/03
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Das bloße Verlangen einer Partei, neue Befunde und Gutachten abzufordern, um die vom beigezogenen Sachverständigen erbrachten (im Sinne der §§ 125 f StPO mängelfreien) Ergebnisse zu überprüfen, zielt auf eine unzulässige Erkundungsbeweisführung ab, weil nur eine Beweiswiederholung in der nicht (im Sinne der §§ 125 f StPO) indizierten Erwartung eines für den Antragsteller günstigeren Ergebnisses begehrt wird. (T2)
  • 13 Os 171/03
    Entscheidungstext OGH 14.01.2004 13 Os 171/03
    Auch; nur T1
  • 14 Os 100/03
    Entscheidungstext OGH 17.02.2004 14 Os 100/03
  • 14 Os 92/03
    Entscheidungstext OGH 14.04.2004 14 Os 92/03
    Auch; nur T1
  • 13 Os 72/04
    Entscheidungstext OGH 14.07.2004 13 Os 72/04
    Vgl auch; nur T1
  • 15 Os 86/04
    Entscheidungstext OGH 11.08.2004 15 Os 86/04
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 13 Os 92/04
    Entscheidungstext OGH 25.08.2004 13 Os 92/04
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ein in § 126 Abs 1 (mit Beziehung auf § 125) StPO bezeichneter Mangel und dessen Bezeichnung bei der Antragstellung gehören zu den Voraussetzungen einer erfolgreichen Verfahrensrüge (Z 4) bei Abweisung des Verlangens nach Einholung eines zweiten Gutachtens (§ 126 Abs 1 StPO). (T3)
  • 11 Os 101/04
    Entscheidungstext OGH 19.10.2004 11 Os 101/04
    Vgl auch; nur T1
  • 11 Os 106/04
    Entscheidungstext OGH 19.10.2004 11 Os 106/04
  • 14 Os 146/04
    Entscheidungstext OGH 15.02.2005 14 Os 146/04
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
  • 12 Os 25/05a
    Entscheidungstext OGH 22.03.2005 12 Os 25/05a
    Auch; nur: Das dem Gericht durch § 118 Abs 2 StPO zugestandene Ermessen zur Beiziehung eines weiteren Sachverständigen ist aus Z 4 nur gegen Willkür abgesichert. (T4)
  • 13 Os 18/05d
    Entscheidungstext OGH 18.05.2005 13 Os 18/05d
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
  • 14 Os 129/05k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2005 14 Os 129/05k
    Auch; nur T1; Beisatz: Sowohl zur Vorbereitung eines erfolgversprechenden Antrags auf Beiziehung eines oder mehrerer anderer Sachverständiger als auch zur Erschütterung der materiellen Überzeugungskraft ihm ungünstig erscheinender Befunde oder Gutachten dient dem Angeklagten sein Fragerecht. (T5)
  • 15 Os 8/06z
    Entscheidungstext OGH 16.03.2006 15 Os 8/06z
    nur T1; Beis auch T5
  • 11 Os 29/06h
    Entscheidungstext OGH 30.05.2006 11 Os 29/06h
    nur T1
  • 15 Os 26/06x
    Entscheidungstext OGH 08.06.2006 15 Os 26/06x
    Vgl auch; nur T1
  • 12 Os 25/06b
    Entscheidungstext OGH 01.06.2006 12 Os 25/06b
    Vgl auch; nur T1
  • 12 Os 48/06k
    Entscheidungstext OGH 22.06.2006 12 Os 48/06k
    Auch; nur T1; Beisatz: Allfällige Mängel von Befund und Gutachten im Sinne des §§ 125 f StPO muss der Beschwerdeführer zur Wahrung eines aus Z 4 des § 281 Abs 1 StPO abgeleiteten Überprüfungsrechtes zum Gegenstand geeigneter Antragstellung machen (WK-StPO § 281 Rz 351). (T6)
  • 15 Os 53/06t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2006 15 Os 53/06t
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T3
  • 13 Os 111/06g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 13 Os 111/06g
    Auch; nur T1
  • 15 Os 48/06g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2007 15 Os 48/06g
    Auch; nur T1; Beisatz: Und das dort beschriebene Verbesserungsverfahren erfolglos geblieben ist. (T7)
  • 14 Os 35/07i
    Entscheidungstext OGH 08.05.2007 14 Os 35/07i
    Auch; Beisatz: Gelingt es dem Ankläger oder dem Angeklagten, formale Mängel aufzuzeigen (wofür er sich auch eines Privatgutachters bedienen kann), und ist das in §§ 125 f StPO beschriebene Verbesserungsverfahren erfolglos geblieben, hat er ein aus Z 4 garantiertes Recht auf Überprüfung des solcherart mangelhaften Befundes oder Gutachtens durch einen oder mehrere andere Sachverständige. (T8)
    Beisatz: Hier: Die Einholung eines weiteren Gutachtens wurde in der Hauptverhandlung jedoch nicht begehrt. (T9)
  • 11 Os 97/07k
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 97/07k
    Auch; nur T1; Beis wie T2 nur: Das bloße Verlangen einer Partei, neue Befunde und Gutachten abzufordern, um die vom beigezogenen Sachverständigen erbrachten (im Sinne der §§ 125 f StPO mängelfreien) Ergebnisse zu überprüfen, zielt auf eine unzulässige Erkundungsbeweisführung ab. (T10)
  • 11 Os 72/07h
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 72/07h
    nur T1; Beis wie T7
  • 11 Os 63/07k
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 63/07k
    Auch
  • 11 Os 159/07b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 159/07b
    Vgl auch
  • 14 Os 170/07t
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 14 Os 170/07t
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 12 Os 104/07x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 104/07x
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T6
  • 15 Os 56/09p
    Entscheidungstext OGH 13.05.2009 15 Os 56/09p
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 14/09m
    Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
    Vgl; nur T1; Beis wie T7
  • 13 Os 35/09k
    Entscheidungstext OGH 07.05.2009 13 Os 35/09k
    Auch; Beisatz: Der bloße Hinweis auf die Zugehörigkeit zweier Sachverständiger zum selben Universitätsinstitut ist nicht geeignet, Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit übereinstimmender Gutachten zu wecken. (T11)
  • 12 Os 154/08a
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 154/08a
    Vgl; Beisatz: Nur der Fall der Beiziehung eines im Sinne des § 47 Abs 1 StPO befangenen Sachverständigen steht unter Nichtigkeitssanktion (§ 126 Abs 4 zweiter Satz StPO). (T12)
    Beisatz: Die inhaltliche Kritik an der Sachkunde des Gutachters und am Inhalt der Expertise vermag hingegen Nichtigkeit nach § 345 Abs 1 Z 4 StPO nicht zu begründen. (T13)
  • 14 Os 54/09m
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 14 Os 54/09m
    Auch; Beis wie T10
  • 15 Os 138/09x
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 15 Os 138/09x
  • 14 Os 82/09d
    Entscheidungstext OGH 26.01.2010 14 Os 82/09d
    Auch; Beis wie T7
  • 12 Os 47/10v
    Entscheidungstext OGH 10.06.2010 12 Os 47/10v
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 15 Os 95/10z
    Entscheidungstext OGH 10.11.2010 15 Os 95/10z
    Auch; nur T1; Beisatz: Ein Recht auf eine eigenständige Untersuchung von ‑ von einem Sachverständigen bereits befundeten ‑ Beweisgegenständen, mit dem Ziel des Nachweises, dass richtigerweise ein anderer Befund zu erstatten gewesen wäre, ist weder in der StPO vorgesehen, noch durch Art 6 Abs 3 lit d MRK oder Art 6 Abs 1 MRK garantiert. (T14)
    Beisatz: Hier: Unzulässige Erkundungsbeweisführung. (T15)
  • 12 Os 48/11t
    Entscheidungstext OGH 07.06.2011 12 Os 48/11t
    Vgl; Beis wie T10
  • 15 Os 34/11f
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 34/11f
    Vgl auch; nur ähnlich T1
  • 14 Os 20/11i
    Entscheidungstext OGH 05.04.2011 14 Os 20/11i
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T10; Beisatz: Hier: § 127 Abs 3 StPO. (T16)
  • 11 Os 83/11g
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 83/11g
    Auch; nur T1; Beis wie T7
  • 14 Os 110/11z
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 14 Os 110/11z
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T16
  • 14 Os 69/12x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2012 14 Os 69/12x
    Vgl; Beisatz: Erschöpft sich ein Antrag in bloßer Wiederholung bis dahin vorgetragener Bedenken, ohne dass eine substantiierte Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Ergänzungen und Erläuterungen der Sachverständigen erfolgte, wird damit kein - nach Durchführung eines Verbesserungsverfahrens bestehen gebliebener - Mangel von Befund und Gutachten im Sinn des § 127 Abs 3 StPO aufgezeigt, sondern bloß eine Überprüfung der Beurteilung der Expertin in der nicht indizierten Erwartung eines für den Antragsteller günstigeren Ergebnisses begehrt, womit der Antrag auf unzulässige Erkundungsbeweisführung abzielt. (T17)
  • 11 Os 102/12b
    Entscheidungstext OGH 09.10.2012 11 Os 102/12b
    Auch
  • 12 Os 115/12x
    Entscheidungstext OGH 10.10.2012 12 Os 115/12x
    Vgl auch; Beisatz: Ein durch § 345 Abs 1 Z 5 StPO garantiertes Überprüfungsrecht hat der Beschwerdeführer nur dann, wenn er in der Lage ist, einen der in § 127 Abs 3 StPO angeführten Mängel von Befund oder Gutachten aufzuzeigen. (T18)
  • 14 Os 79/12t
    Entscheidungstext OGH 05.03.2013 14 Os 79/12t
    Vgl
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; nur T1; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T18
  • 15 Os 1/13f
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 1/13f
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 108/13s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 15 Os 108/13s
    nur T1
  • 12 Os 84/13i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2013 12 Os 84/13i
    Vgl; Vgl auch Beis wie T17
  • 11 Os 101/13g
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 11 Os 101/13g
    nur T4; Beis wie T16
  • 12 Os 99/13w
    Entscheidungstext OGH 14.11.2013 12 Os 99/13w
    Vgl auch
  • 11 Os 51/13d
    Entscheidungstext OGH 11.03.2014 11 Os 51/13d
  • 14 Os 2/14x
    Entscheidungstext OGH 01.04.2014 14 Os 2/14x
    Vgl; Beis wie T14
  • 17 Os 25/14a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 25/14a
    Auch; Beis wie T5
  • 14 Os 30/14i
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 30/14i
    Auch
  • 11 Os 26/14d
    Entscheidungstext OGH 16.09.2014 11 Os 26/14d
    Vgl aber; Beis wie T2
  • 11 Os 86/14b
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 11 Os 86/14b
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 11 Os 103/14b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 103/14b
    Vgl
  • 14 Os 16/15g
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 16/15g
    Auch; Beis wie T17
  • 14 Os 25/15f
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 25/15f
    Auch
  • 11 Os 118/15k
    Entscheidungstext OGH 27.10.2015 11 Os 118/15k
    Auch
  • 15 Os 30/16z
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 15 Os 30/16z
    Auch
  • 14 Os 72/16v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2016 14 Os 72/16v
    Auch
  • 14 Os 93/16g
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 93/16g
    Auch
  • 12 Os 127/16t
    Entscheidungstext OGH 17.11.2016 12 Os 127/16t
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: An diesen Grundsätzen ändert auch die dem Gericht gemäß §§ 429 Abs 2 Z 2, 439 Abs 2 StPO eröffnete Möglichkeit der Beiziehung eines weiteren Sachverständigen nichts. Denn eine solche Vorgehensweise steht im – bloß gegen Willkür abgesicherten – Ermessen des Gerichts. (T19)
  • 12 Os 22/17b
    Entscheidungstext OGH 06.04.2017 12 Os 22/17b
    Auch; Beis wie T19
  • 12 Os 15/17y
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 12 Os 15/17y
    Auch
  • 15 Os 160/17v
    Entscheidungstext OGH 14.02.2018 15 Os 160/17v
    Auch; Beis wie T17
  • 13 Os 38/18i
    Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 38/18i
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T10
  • 14 Os 47/18w
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 47/18w
    Auch; Beis wie T17
  • 11 Os 13/19z
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 11 Os 13/19z
    Beisatz: Selbst wenn der Sachverständige in seinem Gutachten auch zu Rechtsfragen Stellung nimmt, begründet dies weder eine Befangenheit des Experten noch eine Mangelhaftigkeit des Gutachtens, die ein solches Überprüfungsrecht eröffnen könnte. (T20)
  • 14 Os 28/19b
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 28/19b
    Auch
  • 13 Os 92/19g
    Entscheidungstext OGH 11.12.2019 13 Os 92/19g
    Vgl; Beis wie T17; Beis wie T18
  • 13 Os 19/20y
    Entscheidungstext OGH 07.04.2020 13 Os 19/20y
    Vgl; nur T1; Beis wie T7
  • 15 Os 16/20x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2020 15 Os 16/20x
    Vgl
  • 15 Os 35/21t
    Entscheidungstext OGH 23.04.2021 15 Os 35/21t
    Vgl; Beis wie T17

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0117263

Im RIS seit

09.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20021210_OGH0002_0110OS00116_0200000_001

Rechtssatz für 11Os38/06g 11Os8/07x (11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120818

Geschäftszahl

11Os38/06g; 11Os8/07x (11Os9/07v); 12Os137/07z; 15Os110/12h (15Os144/12h); 17Os7/13b (17Os10/13v); 15Os52/14g (15Os53/14d); 11Os106/15w (11Os107/15t; 11Os110/15h; 11Os121/15a); 14Os128/16d (14Os129/16a); 12Os67/20z (12Os68/20x)

Entscheidungsdatum

30.05.2006

Norm

StPO §271 Abs7

Rechtssatz

Wenngleich eine neuerliche Urteilszustellung iSd § 271 Abs 7 letzter Satz StPO nach dem klaren Wortlaut des dritten Satzes leg cit grundsätzlich die Frist zur Einbringung eines Protokollberichtigungsantrags wieder eröffnet, steht doch - dem Zweck der Bestimmung entsprechend - jeder Partei nur ein einziger Antrag auf Berichtigung ein und desselben Hauptverhandlungsprotokolls zu (WK-StPO § 271 Rz 47). Sonst wäre eine Partei in der Lage, durch stets neue Anträge die Entscheidung über die Rechtsmittel gegen ein Urteil nach Belieben zu verzögern.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 38/06g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2006 11 Os 38/06g
  • 11 Os 8/07x
    Entscheidungstext OGH 27.03.2007 11 Os 8/07x
  • 12 Os 137/07z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 137/07z
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; nur: Jedem Beteiligten steht nur ein einziger Antrag auf Berichtigung ein und desselben Hauptverhandlungsprotokolls zu. (T1)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Auch; nur T1
  • 15 Os 52/14g
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 52/14g
    Auch; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn die Hauptverhandlung an mehreren Verhandlungstagen stattfand und der weitere Protokollberichtigungsantrag einen anderen Verhandlungstag betrifft. (T2)
  • 11 Os 106/15w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2016 11 Os 106/15w
    Beisatz: Ein solcher (einmaliger) Antrag ist überdies spätestens zugleich mit der Nichtigkeitsbeschwerde einzubringen. (T3)
  • 14 Os 128/16d
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 14 Os 128/16d
    Auch; Beis wie T2
  • 12 Os 67/20z
    Entscheidungstext OGH 10.09.2020 12 Os 67/20z
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120818

Im RIS seit

29.06.2006

Zuletzt aktualisiert am

20.10.2020

Dokumentnummer

JJR_20060530_OGH0002_0110OS00038_06G0000_001

Entscheidungstext 15Os110/12h (15Os144/12h)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

15Os110/12h (15Os144/12h)

Entscheidungsdatum

27.02.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 27. Februar 2013 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Danek als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Mag. Lendl sowie die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger, Dr. Michel-Kwapinski und Mag. Fürnkranz als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Niegl als Schriftführer in der Strafsache gegen Milosav M***** wegen des Verbrechens des Mordes nach § 75 StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Feldkirch als Geschworenengericht vom 30. März 2012, GZ 24 Hv 111/11f-260, sowie über dessen Beschwerde gegen den Beschluss des Vorsitzenden vom 23. September 2012 (ON 293) nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.

Der Beschwerde wird nicht Folge gegeben.

Dem Angeklagten fallen die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil wurde Milosav M***** des Verbrechens des Mordes nach § 75 StGB schuldig erkannt.

Danach hat er „im Zeitraum 7. Jänner 2011 und 8. Jänner 2011 in Bregenz Cain N***** vorsätzlich getötet, indem er dem dreijährigen Kind an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durch unzählige, äußerst wuchtige Schläge mit einem Aluminiumstiel und den Händen gegen dessen vollkommen schutzlosen Körper versetzte“.

Die Geschworenen hatten die nach dem Verbrechen des Mordes nach § 75 StGB gestellte Hauptfrage bejaht und folgerichtig die Eventualfragen nach den Verbrechen der absichtlichen schweren Körperverletzung (§ 87 Abs 1 und Abs 2 zweiter Fall StGB), des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen (§ 92 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB) sowie der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§ 86 StGB) unbeantwortet gelassen.

Rechtliche Beurteilung

Gegen den Schuldspruch wendet sich der Angeklagte mit einer auf Z 1, 4, 5, 6, 9, 11 lit a, 12 und 13 des § 345 Abs 1 StPO gestützten Nichtigkeitsbeschwerde.

Mit Beschluss des Vorsitzenden vom 23. September 2012 (ON 293) wurde der Antrag des Angeklagten (ON 290) auf neuerliche (erstmals wurde das Protokoll über Antrag des Genannten vom 18. Mai 2012 [ON 267] mit [unbekämpftem] Beschluss vom 19. Juni 2012 [ON 278] teilweise berichtigt) Berichtigung des Hauptverhandlungsprotokolls vom 30. März 2012 abgewiesen. Diesen Beschluss bekämpft der Angeklagte mit Beschwerde.

Zur Nichtigkeitsbeschwerde:

Aus Z 1 des § 345 Abs 1 StPO macht der Beschwerdeführer Ausgeschlossenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichtshofs geltend, weil dieser dem Verteidiger „im Vorfeld der Verhandlung […] zu den seitens des Verteidigers für notwendig erachteten weiteren Beweisanträgen […] in einem unfreundlichen Ton (für welchen es keinen Anlass gab)“ mitgeteilt habe, dass er (der Verteidiger) „ruhig das Verfahren weiterverzögern könne“. Deswegen war bereits vor Beginn der Hauptverhandlung ein Antrag auf „Ausschließung des vorsitzenden Richters“ eingebracht worden, der vom Präsidenten des Landesgerichts Feldkirch abgewiesen worden war (ON 223). Im Zuge dieses Verfahrens sei nun - so die Beschwerde weiter - überdies „ein freundschaftliches Naheverhältnis des Vorsitzenden zum Sachverständigen Dr. H***** zu Tage getreten“.

Befangenheit iSd § 43 Abs 1 Z 3 StPO liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit die Hemmung einer unparteiischen Entscheidungsfindung durch unsachliche psychologische Motive gegeben ist (RIS-Justiz RS0096914, RS0096880; Lässig, WK-StPO § 43 Rz 9). Wenngleich der Beschwerdeführer seiner Rügeobliegenheit mit dem vor der Hauptverhandlung schriftlich gestellten Ablehnungsantrag entsprochen hat (RIS-Justiz RS0097452 [T6]), zeigt das Vorbringen des Nichtigkeitswerbers eine Befangenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichtshofs nicht auf. Die behaupteten Umstände sind für sich allein nämlich keinesfalls geeignet, die volle Unbefangenheit des Vorsitzenden - aus der Sicht eines objektiven Beurteilers - in Zweifel zu ziehen; um die relevante Eignung zu erhalten, müssten noch andere Faktoren hinzutreten, die eine tatsächliche Befangenheit oder auch nur den Anschein einer solchen begründen könnten (vgl RIS-Justiz RS0096914 [T3, T11 und T20]). Dies gilt auch für eine behauptete Freundschaft des Vorsitzenden mit einem - selbst unparteilichen (§ 126 Abs 4 StPO) - Sachverständigen. Die bloß subjektive Besorgnis einer Befangenheit genügt nicht (RIS-Justiz RS0097086; Lässig, WK-StPO § 43 Rz 10).

Unter Z 4 macht der Rechtsmittelwerber eine Verletzung des § 228 Abs 4 StPO geltend, weil die Hauptverhandlung via Internet in einem sogenannten Live-Ticker übertragen worden sei, was sich als „intrasystematische Fortentwicklung der tatbestandlich ausgedrückten Übertragungswege“ darstelle. Dieses Vorbringen scheitert aber schon daran, dass nur Abs 1 des § 228 StPO mit Nichtigkeit bedroht ist. Aus welchem Grund im Übrigen diese Form der medialen Berichterstattung sich „transformierend nachteilig für den Angeklagten“ ausgewirkt habe, „da er zuvor während seiner langen Untersuchungshaft mitgekriegt hat, dass er auf sämtlichen medialen Übertragungswegen als Mörder und Gestörter hingestellt wird“, bleibt unerfindlich.

Nur die Nichtaufnahme eines Hauptverhandlungsprotokolls vermag Nichtigkeit zu begründen (§ 271 Abs 1 erster Satz iVm § 345 Abs 1 Z 4 StPO; Danek, WK-StPO § 271 Rz 5). Daher sind die von der Verteidigung im Rahmen der weiteren Verfahrensrüge (Z 4) vorgebrachten Bedenken gegen das Hauptverhandlungsprotokoll unbeachtlich. Allfällige Protokollierungsfehler bilden keinen Gegenstand der Verfahrensrüge; dafür steht bloß ein Berichtigungsantrag gemäß § 271 Abs 7 StPO - von dem der Nichtigkeitswerber ohnedies Gebrauch gemacht hat (s den hiezu ergangenen, unbekämpften Beschluss des Vorsitzenden vom 19. Juni 2012 [ON 278]) - offen (Ratz, WK-StPO § 281 Rz 262).

Dass neben dem Verteidiger auch noch sein substitutionsberechtigter Rechtsanwaltsanwärter im Verhandlungssaal anwesend gewesen sei, macht die Hauptverhandlung gerade nicht nichtig im Sinn des (richtig:) § 439 Abs 1 StPO. Dies würde nur durch ein Fehlen des Verteidigers in der Hauptverhandlung bewirkt. Im Übrigen wurde in der Hauptverhandlung nicht dargetan, dass der Verteidiger an einen Legitimierten substituieren wollte (ON 259 S 118: „Mitarbeiter“).

Durch die Abweisung der von der Verteidigung in der Hauptverhandlung am 30. März 2012 gestellten Beweisanträge wurden - der Beschwerde zuwider - keine Verteidigungsrechte verletzt (Z 5).

Aus welchem Grund ein ergänzendes spurenkundliches Sachverständigengutachten den Beweis dafür erbringen sollte, dass der Angeklagte den minderjährigen Cain N***** nicht mit einem abgebrochenen Besenstiel geschlagen habe (ON 259 S 69 f), obwohl er dies selbst zugestanden hat (s insbesondere ON 259 S 5 f), wird nicht klar.

Die Vernehmung der Kindesmutter Alexandra N***** wurde zum Beweis dafür beantragt, dass der Minderjährige bereits Verletzungen gehabt habe und auch von anderen Personen geschlagen worden sei, sowie dafür, dass die Kindesmutter auf den minderjährigen Zeugen Emilian N***** einen „entsprechenden Einfluss rund um die Einvernahme vom 18. Jänner 2011 ausübte“ (ON 259 S 69 f). Dieser Antrag wurde zu Recht als Erkundungsbeweis abgewiesen, enthielt er doch - abgesehen von nicht durch Beweisergebnisse gedeckten Spekulationen (ON 259 S 72 ff) - keine Gründe, die erwarten ließen, dass die Durchführung des angestrebten Beweises das vom Antragsteller behauptete Ergebnis haben werde (RIS-Justiz RS0118123). Die dazu in der Beschwerde nachgetragenen Gründe als Versuch einer Fundierung des Antrags sind prozessual verspätet und daher unbeachtlich (RIS-Justiz RS0099618). Die weiters kritisierte Verlesung der Protokolle über die Vernehmung dieser Zeugin wurde vom Antragsteller im Übrigen selbst beantragt (ON 259 S 125).

Ein durch Z 5 garantiertes Überprüfungsrecht in Bezug auf erstattete Befunde und Gutachten von Sachverständigen hat der Beschwerdeführer nur dann, wenn er in der Lage ist, einen in § 127 Abs 3 StPO angeführten Mangel von Befund oder Gutachten aufzuzeigen, und das dort beschriebene Verbesserungsverfahren erfolglos geblieben ist (RIS-Justiz RS0117263). Ein Defizit im Sinn dieser Gesetzesstelle ist dann gegeben, wenn der Befund unbestimmt oder das Gutachten widersprüchlich oder sonst mangelhaft ist und sich die Bedenken nicht durch Befragung beseitigen lassen (§ 127 Abs 3 StPO). Die von der Verteidigung gestellten Anträge auf weitere Gutachten aus den Gebieten der Psychiatrie, Neuropsychologie, Psychotraumatologie, Rechtspsychologie sowie Neurologie bzw Psychopharmakologie (ON 259 S 106 ff) vermochten einen solchen Mangel - der dies umfänglich behauptenden Verfahrensrüge (Beschwerdeschrift S 30 ff) zuwider - nicht einmal ansatzweise aufzuzeigen. Mit den vorgebrachten methodischen Bedenken hat sich der gerichtlich bestellte psychiatrische Sachverständige Dr. H***** ausführlich auseinandergesetzt (ON 259 S 40 ff).

Aus welchem Grund ein traumatologisches Gutachten den Beweis hätte erbringen können, dass der Angeklagte aufgrund einer vorher gemachten traumatischen Erfahrung im Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen sei, wird entgegen § 55 Abs 1 letzter Satz StPO nicht dargelegt.

Die neurologische Erkrankung des Angeklagten (Myasthenia Gravis) wurde vom psychiatrischen Sachverständigen - der Beschwerde zuwider - in seinem Gutachten berücksichtigt; überdies hat der Angeklagte selbst zugestanden, auf das Kind eingeschlagen zu haben (zB ON 259 S 5 f). Es hätte daher ergänzender Ausführungen bedurft, warum ein neurologisches bzw psychopharmakologisches Gutachten das intendierte Ergebnis erbringen sollte, nämlich dass der Angeklagte „gar nicht in der körperlichen Lage war auf ein Kind so einzuschlagen, dass dieses tödliche Verletzungen erleidet“ (ON 259 S 113).

Ein von der Beschwerde (der Sache nach Z 4) behaupteter Verstoß gegen „§ 439 iVm § 429 Abs 2 Z 2 StPO“ ist nicht ersichtlich, wurde dem Verfahren doch ein psychiatrischer Sachverständiger beigezogen.

Schließlich wurde auch der Antrag auf Vernehmung der Zeugen Sandra S***** und Werner P***** zum Beweis dafür, dass der Angeklagte den Minderjährigen nicht mit einem abgebrochenen Besenstiel geschlagen habe und dass „die Mutter auch noch zu anderen Personen, insbesondere auch zu anderen Männern Kontakt hatte“ (ON 259 S 116), zu Recht als Erkundungsbeweisführung abgelehnt.

Das Privatgutachten, das der Verteidiger in der Hauptverhandlung vorlegen wollte (ON 259 S 118 und Protokollberichtigungsbeschluss ON 278), wurde vom Vorsitzenden zu Recht nicht zum Akt genommen (RIS-Justiz RS0115646; Fabrizy StPO11 § 126 Rz 9). Einer Relevierung dieses Vorgangs im Nichtigkeitsverfahren (Z 5) steht überdies das Fehlen eines darauf gerichteten Antrags in der Hauptverhandlung entgegen (vgl Ratz, WK-StPO § 281 Rz 302).

Gleiches gilt für das Beschwerdevorbringen betreffend eine mögliche Befangenheit des gerichtspsychiatrischen Gutachters. Der postulierte Umstand stellt auch unter dem Aspekt der Z 4 des § 345 Abs 1 StPO keine Nichtigkeit dar (§ 126 Abs 4 iVm § 47 Abs 1 Z 1 und 2 StPO).

Schließlich behauptet die Nichtigkeitsbeschwerde, die methodische Vorgangsweise des Gerichtssachverständigen bei seiner Gutachtenserstellung bedeute „Folter im Sinne des Art 3 MRK bzw ein Foltersurrogat“, weil jener „durch quasi-seelsorgliche Therapierung und Vertrauenseinschleichung beim Angeklagten zunächst in das Vertrauensverhältnis zwischen Verteidiger und Angeklagten eingedrungen“ sei; zudem soll er „laut Angeklagten Druck auf diesen ausgeübt haben“. Mit diesem - aktenmäßig nicht verankerten - Vorwurf wird allerdings kein Nichtigkeitsgrund deutlich und bestimmt bezeichnet. Gleiches gilt für den Einwand, das Erstgericht hätte es verabsäumt, dem „verminderten Beweiswert“ des Gutachtens dieses Sachverständigen gebührend Rechnung zu tragen.

Die Ausführungen der Fragenrüge (Z 6), die Hauptfrage sei „juristisch daneben und auch sonst undeutlich“, verkennen einerseits, dass die Hauptfrage die unter Anklage gestellte Tat betreffen muss (RIS-Justiz RS0100509) und legen andererseits nicht nachvollziehbar dar, weshalb jene undeutlich sein solle. Die Argumentation, bei richtiger Fragestellung wäre „nicht der Mordvorwurf herausgekommen“, entzieht sich als unsubstanziierte Behauptung überhaupt einer meritorischen Erwiderung.

Auch die Rüge aus Z 9 behauptet - ua unter Hinweis darauf, dass „man bekanntlich nur einmal sterben kann“ - mit nicht schlüssiger Argumentation eine Undeutlichkeit des Wahrspruchs, weil - sinngemäß - offen bleibe, ob das Opfer durch die Schläge am 7. oder aber am 8. Jänner 2011 gestorben sei. Dieses Vorbringen entzieht sich mit Blick auf den eindeutigen Wahrspruch, wonach für den Tod des Buben die Schläge sowohl vom 7. als auch vom 8. Jänner 2011 kausal waren, einer weiteren Erwiderung. Mit einer Kritik an der Fragestellung („Eine deutliche Frage muss diesen 'Feinheiten' Rechnung tragen“) können allfällige Mängel des Wahrspruchs nicht releviert werden.

Z 10a des § 345 Abs 1 StPO will als Tatsachenrüge nur geradezu unerträgliche Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen im Wahrspruch und völlig lebensfremde Ergebnisse der Beweiswürdigung durch konkreten Verweis auf aktenkundige Beweismittel verhindern. Allein mit der Wiederholung der bisherigen Kritik an der Formulierung des Wahrspruchs - ohne dabei allerdings auf irgendwelche Beweisergebnisse Bezug zu nehmen - und der das bisherige Vorbringen wiederholenden Behauptung einer Diskrepanz zwischen der „aktenkundigen Anklageschrift und dem Wahrspruch“ gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Wahrspruch zugrunde liegenden entscheidenden Tatsachen zu wecken.

Die Rechtsrüge (Z 11 lit a) hält nicht an den dem Wahrspruch zugrunde liegenden entscheidenden Tatsachen fest, indem sie behauptet, diese ließen eine Subsumtion der dem Angeklagten angelasteten Tat unter § 75 StGB nicht zu, weil ihnen weder das „Mordobjekt“ noch eine Tötungshandlung noch die subjektive Tatseite zu entnehmen seien. Denn nach den durch die Bejahung der Hauptfrage („Ist Milosav M***** schuldig, im Zeitraum 7. Jänner 2011 und 8. Jänner 2011 in Bregenz Cain N***** an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durch unzählige, äußerst wuchtige Schläge mit einem Aluminiumstiel und den Händen gegen dessen vollkommen schutzlosen Körper vorsätzlich getötet zu haben?“) konstatierten entscheidenden Tatsachen, die der rechtlichen Unterstellung nach § 260 Abs 1 Z 2 StPO zugrunde zu legen sind, hat der Beschwerdeführer Cain N***** unmissverständlich vorsätzlich getötet, woran auch die - worauf die vorliegende Rechtsrüge umfänglich hinweist - sprachlich missglückte Formulierung in der Hauptfrage (insbesondere: „… Schläge mit einem Aluminiumstiel und den Händen gegen dessen vollkommen schutzlosen Körper …“) nichts zu ändern vermag.

Bleibt anzumerken, dass - der Rechtsrüge, die eine Undeutlichkeit des Urteilsspruchs herbeizuargumentieren trachtet, zuwider - auch der Umstand, wonach die Tatbeschreibung im Urteilsspruch (§ 260 Abs 1 Z 1 StPO) - der mit Wiedergabe des Wahrspruchs in der Urteilsausfertigung keineswegs gleichzusetzen ist (Ratz, WK-StPO § 281 Rz 613) - sprachlich fehlerhaft ist (wurde doch - ersichtlich irrtümlich - das Wort „durch“ aus der Fragestellung bei der Formulierung des Spruchs nicht gestrichen), die Feststellung der (vorsätzlichen) Tötung eines Menschen nicht in Frage zu stellen vermag.

Soweit ein Fehlen des Ausspruchs der Geschworenen auch zur subjektiven Tatseite eingewendet wird, geht die Rechtsrüge nicht vom eindeutigen Wahrspruch („vorsätzlich getötet“) aus und verfehlt solcherart den im geschworenengerichtlichen Verfahren gerade darin gelegenen Bezugspunkt materieller Nichtigkeit (erneut Ratz, WK-StPO § 281 Rz 613).

Indem die Rechtsrüge schließlich das Tatgeschehen in zwei Taten an unterschiedlichen Tagen aufsplittet und damit der Sache nach in Richtung einer Verurteilung nach einer weiteren strafbaren Handlung argumentiert, ist sie nicht zum Vorteil des Angeklagten ausgeführt.

Die Subsumtionsrüge (Z 12) geht einerseits neuerlich nicht von den im Wahrspruch der Geschworenen getroffenen Feststellungen aus, indem sie wiederum Tathandlungen und Vorsatz auf zwei Tage aufteilen möchte, obwohl im Wahrspruch von einem „Zeitraum“ (und somit von einer Tat) die Rede ist, und legt im Übrigen nicht deutlich dar, welche „anderen Delikte“ ihrer Meinung nach verwirklicht worden sein sollen.

Die im Rahmen der Sanktionsrüge (Z 13) aufgestellte Behauptung, das Erstgericht habe bei Anordnung der Unterbringung seine Strafbefugnis überschritten, weil es den Ausspruch nach § 21 Abs 2 StGB auf die „dafür gar nicht vorgesehenen Verfahrensnormen der §§ 429 ff StPO“ - anstatt richtig auf die dafür vorgesehenen §§ 435 ff StPO - gestützt habe, zeigt keine - für die Beurteilung allein maßgebende - materiell-rechtliche Nichtigkeit auf und vernachlässigt im Übrigen § 439 Abs 2 iVm § 429 Abs 2 Z 2 StPO.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (§§ 344, 285d Abs 1 StPO), woraus die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufung folgt (§§ 344, 285i StPO).

Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 390a Abs 1 StPO.

Zur Beschwerde:

Mit unbekämpft in Rechtskraft erwachsenem Beschluss des Vorsitzenden vom 19. Juni 2012 (ON 278) wurde das Hauptverhandlungsprotokoll über Antrag des Angeklagten (ON 267) teilweise berichtigt. Einen weiteren - überdies einen für das Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde nicht relevanten Umstand betreffenden - Antrag auf Berichtigung des Hauptverhandlungsprotokolls vom 30. März 2012 (sowie des Berichtigungsbeschlusses ON 278) wies der Vorsitzende mit Beschluss vom 23. September 2012 (ON 293) ab. Der dagegen gerichteten Beschwerde war keine Folge zu geben, weil - wie das Erstgericht bereits zutreffend ausgeführt hat - jedem Beteiligten nur ein einziger Antrag auf Berichtigung zusteht (RIS-Justiz RS0120818; Danek, WK-StPO § 271 Rz 47), der zweite Antrag somit unzulässig war.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E103345

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0150OS00110.12H.0227.000

Im RIS seit

19.03.2013

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2013

Dokumentnummer

JJT_20130227_OGH0002_0150OS00110_12H0000_000