Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob252/71 1Ob144/72 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043168

Geschäftszahl

2Ob252/71; 1Ob144/72; 4Ob520/73; 2Ob161/73; 8Ob250/73; 2Ob113/74 (2Ob114/74); 5Ob123/74; 3Ob111/74; 8Ob116/75; 5Ob644/76; 8Ob28/78; 2Ob175/78; 8Ob177/78; 6Ob589/79; 1Ob706/79; 8Ob240/79; 4Ob529/80; 3Ob544/80; 1Ob743/80; 6Ob515/81; 8Ob176/81; 8Ob95/81; 2Ob170/81; 5Ob578/82; 5Ob512/83; 2Ob569/84; 8Ob564/84; 2Ob546/85; 2Ob3/85; 8Ob629/86; 7Ob659/86; 2Ob689/86; 1Ob704/86; 10ObS146/88; 10ObS197/88; 10ObS178/88; 2Ob545/89; 10ObS260/02m; 10ObS280/02b; 10ObS274/03x; 10Ob324/02y; 16Ok1/05; 16Ok46/05; 3Ob15/09s; 7Ob81/10b (7Ob97/10f); 5Ob206/10w; 8Ob75/11d; 5Ob65/11m; 16Ok8/10; 7Ob85/12v; 7Ob145/12t; 6Ob25/12p; 10ObS54/13h; 10ObS61/13p; 10ObS95/13p; 10ObS90/13b; 16Ok6/12; 10ObS164/13k; 7Ob215/13p; 10ObS65/14b; 10ObS81/14f; 10ObS138/14p; 1Ob135/14f; 10Ob46/15k; 10ObS65/15d; 4Ob125/15h; 3Ob141/16f

Entscheidungsdatum

28.03.1972

Norm

ZPO §503 Z2 C3c
ZPO §503 Z4 E4c5

Rechtssatz

Die Würdigung der tatsächlichen Feststellungen des Gutachtens und der zur Gewinnung der Tatsachenfeststellungen vom Sachverständigen angewandten Regeln der Wissenschaft und Sachkunde, die ihrerseits Erfahrungssätze zur Gewinnung des Sachverhaltes darstellen, ist nicht unter dem Gesichtspunkt eines Verfahrensmangels anzufechten, sondern allenfalls unter dem der unrichtigen rechtlichen Beurteilung. Das ist aber nur unter der Voraussetzung möglich, dass der Sachverständige bei seinen Schlussfolgerungen gegen zwingende Denkgesetze oder gegen die objektiv überprüfbaren zwingenden Gesetze des sprachlichen Ausdruckes verstoßen hat (EvBl 1959/160, EvBl 1956/258, SZ 22/126 und anderes mehr).

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 252/71
    Entscheidungstext OGH 28.03.1972 2 Ob 252/71
  • 1 Ob 144/72
    Entscheidungstext OGH 30.08.1972 1 Ob 144/72
    Ähnlich
  • 4 Ob 520/73
    Entscheidungstext OGH 10.04.1973 4 Ob 520/73
  • 2 Ob 161/73
    Entscheidungstext OGH 17.10.1973 2 Ob 161/73
  • 8 Ob 250/73
    Entscheidungstext OGH 18.12.1973 8 Ob 250/73
  • 2 Ob 113/74
    Entscheidungstext OGH 04.04.1974 2 Ob 113/74
    Beisatz: Hier: Berechnung und Feststellung des Verdienstentgangs eines Rechtsanwaltes durch Sachverständigen. (T1)
  • 5 Ob 123/74
    Entscheidungstext OGH 29.05.1974 5 Ob 123/74
    Vgl auch
  • 3 Ob 111/74
    Entscheidungstext OGH 28.05.1974 3 Ob 111/74
  • 8 Ob 116/75
    Entscheidungstext OGH 04.06.1975 8 Ob 116/75
  • 5 Ob 644/76
    Entscheidungstext OGH 21.09.1976 5 Ob 644/76
  • 8 Ob 28/78
    Entscheidungstext OGH 12.04.1978 8 Ob 28/78
  • 2 Ob 175/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 2 Ob 175/78
  • 8 Ob 177/78
    Entscheidungstext OGH 21.11.1978 8 Ob 177/78
    Vgl
  • 6 Ob 589/79
    Entscheidungstext OGH 23.05.1979 6 Ob 589/79
  • 1 Ob 706/79
    Entscheidungstext OGH 12.11.1979 1 Ob 706/79
    Ähnlich; nur: Das ist aber nur unter der Voraussetzung möglich, daß der Sachverständige bei seinen Schlußfolgerungen gegen zwingende Denkgesetze oder gegen die objektiv überprüfbaren zwingenden Gesetze des sprachlichen Ausdruckes verstoßen hat. (T2)
    Beisatz: Hier: Im Rekursverfahren. (T3)
  • 8 Ob 240/79
    Entscheidungstext OGH 22.11.1979 8 Ob 240/79
  • 4 Ob 529/80
    Entscheidungstext OGH 03.06.1980 4 Ob 529/80
    nur T2
  • 3 Ob 544/80
    Entscheidungstext OGH 04.06.1980 3 Ob 544/80
    Auch
  • 1 Ob 743/80
    Entscheidungstext OGH 18.03.1981 1 Ob 743/80
    nur T2; Veröff: JBl 1982,491
  • 6 Ob 515/81
    Entscheidungstext OGH 13.07.1981 6 Ob 515/81
  • 8 Ob 176/81
    Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 176/81
    nur T2
  • 8 Ob 95/81
    Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 95/81
  • 2 Ob 170/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 2 Ob 170/81
  • 5 Ob 578/82
    Entscheidungstext OGH 27.04.1982 5 Ob 578/82
    nur T2
  • 5 Ob 512/83
    Entscheidungstext OGH 08.03.1983 5 Ob 512/83
  • 2 Ob 569/84
    Entscheidungstext OGH 05.06.1984 2 Ob 569/84
    nur T2
  • 8 Ob 564/84
    Entscheidungstext OGH 13.12.1984 8 Ob 564/84
    nur T2
  • 2 Ob 546/85
    Entscheidungstext OGH 23.04.1985 2 Ob 546/85
    nur T2
  • 2 Ob 3/85
    Entscheidungstext OGH 02.07.1985 2 Ob 3/85
    Beis wie T1 nur: Berechnung und Feststellung des Verdienstentgangs durch Sachverständigen. (T4)
  • 8 Ob 629/86
    Entscheidungstext OGH 18.09.1986 8 Ob 629/86
    Auch
  • 7 Ob 659/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 7 Ob 659/86
    Beisatz: § 232 Abs 2 AußStrG (T5)
  • 2 Ob 689/86
    Entscheidungstext OGH 18.11.1986 2 Ob 689/86
  • 1 Ob 704/86
    Entscheidungstext OGH 14.01.1987 1 Ob 704/86
    nur T2
  • 10 ObS 146/88
    Entscheidungstext OGH 05.07.1988 10 ObS 146/88
  • 10 ObS 197/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 10 ObS 197/88
    nur T2
  • 10 ObS 178/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 10 ObS 178/88
    nur T2; Beisatz: Beschränkt sich der Sachverständige im Rahmen seiner Erkenntnisquelle und Schlußfolgerungen auf die Beurteilung der naturwissenschaftlichen, medizinischen Kausalität und legt das Gericht diese Schlußfolgerungen seinen tatsächlichen Feststellungen zugrunde, so stellt deren Bekämpfung den irrevisiblen Anfechtungsgrund der unrichtigen Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung dar. (T6)
  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    Veröff: JBl 1990,786
  • 10 ObS 260/02m
    Entscheidungstext OGH 27.08.2002 10 ObS 260/02m
    Auch; Beisatz: Oder erkennbar ist, dass der Sachverständige erheblichen Verhandlungsstoff außer Acht gelassen hat und dies die Unrichtigkeit des Gutachtens zur Folge hat. (T7)
  • 10 ObS 280/02b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2002 10 ObS 280/02b
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 274/03x
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 10 ObS 274/03x
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 10 Ob 324/02y
    Entscheidungstext OGH 18.05.2004 10 Ob 324/02y
  • 16 Ok 1/05
    Entscheidungstext OGH 14.02.2005 16 Ok 1/05
    Auch
  • 16 Ok 46/05
    Entscheidungstext OGH 27.02.2006 16 Ok 46/05
    Beisatz: Eine Anfechtung der Ergebnisse von Sachverständigengutachten, die Tatsacheninstanzen ihren Entscheidungen zu Grunde legten, wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung ist nach ständiger Rechtsprechung nur insoweit möglich, als dabei dem Sachverständigen bei seinen Schlussfolgerungen ein Verstoß gegen zwingende Denkgesetze oder gegen objektiv überprüfbare Gesetze sprachlichen Ausdrucks unterlaufen ist. (T8)
  • 3 Ob 15/09s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2009 3 Ob 15/09s
    Beisatz: Dass das Berufungsgericht das mit der Berufung des Beklagten vorgelegte Privatgutachten nicht berücksichtigt hat, begründet keinen Mangel des Berufungsverfahrens. (T9)
    Beisatz: Ein Sachverständigengutachten kann im Revisionsverfahren nur bei einem Verstoß gegen zwingende Denkgesetze angefochten werden. (T10)
  • 7 Ob 81/10b
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 7 Ob 81/10b
    Auch; Beis wie T8
  • 5 Ob 206/10w
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 206/10w
    Auch; Beis wie T2
  • 8 Ob 75/11d
    Entscheidungstext OGH 29.09.2011 8 Ob 75/11d
    Auch
  • 5 Ob 65/11m
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 5 Ob 65/11m
    Vgl; Beis auch wie T10
  • 16 Ok 8/10
    Entscheidungstext OGH 12.12.2011 16 Ok 8/10
    Auch; Beis wie T8; Beisatz: Die Frage der Tauglichkeit einer bestimmten wissenschaftlichen Untersuchungsmethode kann vor dem Obersten Gerichtshof releviert werden, siehe RS0127336. (T11)
    Beisatz: Hier: Kartellverfahren. (T12)
    Veröff: SZ 2011/148
  • 7 Ob 85/12v
    Entscheidungstext OGH 30.05.2012 7 Ob 85/12v
    Auch
  • 7 Ob 145/12t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 7 Ob 145/12t
    Auch
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Vgl
  • 10 ObS 54/13h
    Entscheidungstext OGH 16.04.2013 10 ObS 54/13h
  • 10 ObS 61/13p
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 10 ObS 61/13p
    Beisatz: Eine Anfechtung der Ergebnisse von Sachverständigengutachten, welche die Tatsacheninstanzen ihren Entscheidungen zugrunde legten, kann unter dem Gesichtspunkt eines Verfahrensmangels somit gar nicht erfolgen. (T13)
  • 10 ObS 95/13p
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 ObS 95/13p
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T13
  • 10 ObS 90/13b
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 ObS 90/13b
    Beis wie T8; Beis wie T13
  • 16 Ok 6/12
    Entscheidungstext OGH 02.12.2013 16 Ok 6/12
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T12
  • 10 ObS 164/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 10 ObS 164/13k
    Beis wie T8
  • 7 Ob 215/13p
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 7 Ob 215/13p
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Mit Rechtsrüge wären die Gutachtensergebnisse nur bekämpfbar, wenn dabei ein Verstoß gegen zwingende Denkgesetze, (sonstige) Erfahrungssätze oder zwingende Gesetze des sprachlichen Ausdrucks unterlaufen wäre. (T14)
  • 10 ObS 65/14b
    Entscheidungstext OGH 17.06.2014 10 ObS 65/14b
    Vgl; Beis wie T6
  • 10 ObS 81/14f
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 10 ObS 81/14f
    Auch; Beis wie T10
  • 10 ObS 138/14p
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 138/14p
    Auch; Beis wie T14
  • 1 Ob 135/14f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 135/14f
    Auch
  • 10 Ob 46/15k
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 46/15k
    Auch; Beis wie T14
  • 10 ObS 65/15d
    Entscheidungstext OGH 30.07.2015 10 ObS 65/15d
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 125/15h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 4 Ob 125/15h
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14
  • 3 Ob 141/16f
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 141/16f
    Auch; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0043168

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19720328_OGH0002_0020OB00252_7100000_001

Rechtssatz für 5Ob649/80 5Ob577/81 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010087

Geschäftszahl

5Ob649/80; 5Ob577/81; 1Ob690/88; 8Ob247/98a; 2Ob189/01k; 2Ob220/06a; 6Ob25/12p; 6Ob64/13z; 16Ok9/15g

Entscheidungsdatum

16.12.1980

Norm

ABGB §305
ABGB §935
GmbHG §23
GmbHG §76

Rechtssatz

Eine rechtliche vorgeschriebene Methode der Bewertung von Handelsunternehmen - von deren Wert bei der Bewertung eines Geschäftsanteils ausgegangen werden muss - gibt es nicht. Die richtige Methode zu ermitteln, ist ein Problem der Betriebswirtschaftslehre, doch muss das von ihr gewählte System der vom Gericht gestellten Aufgabe adäquat sein.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 649/80
    Entscheidungstext OGH 16.12.1980 5 Ob 649/80
    Veröff: SZ 53/172 = GesRZ 1981,44 = JBl 1981,545
  • 5 Ob 577/81
    Entscheidungstext OGH 27.04.1982 5 Ob 577/81
    nur: Eine rechtliche vorgeschriebene Methode der Bewertung gibt es nicht. Die richtige Methode zu ermitteln, ist ein Problem der Betriebswirtschaftslehre, doch muss das von ihr gewählte System der vom Gericht gestellten Aufgabe adäquat sein. (T1)
    Veröff: SZ 55/56 = JBl 1983,46
  • 1 Ob 690/88
    Entscheidungstext OGH 30.11.1988 1 Ob 690/88
    Auch
  • 8 Ob 247/98a
    Entscheidungstext OGH 15.04.1999 8 Ob 247/98a
    nur T1; Beisatz: Erhebliche Rechtsfrage dann, wenn eine grundsätzlich inadäquate Methode angewandt wurde oder im Einzelfall eine dem Rechtsbereich zuzuordnende unrichtige Beurteilung vorliegt. (T2)
  • 2 Ob 189/01k
    Entscheidungstext OGH 25.09.2003 2 Ob 189/01k
    Beisatz: Welche Bewertungsgrundsätze daher vom Sachverständigen zur Ermittlung des Verkehrswertes angewendet werden, ist vom Tatrichter grundsätzlich frei zu würdigen. (T3)
  • 2 Ob 220/06a
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 220/06a
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Vgl auch; Beisatz: Es entspricht in Österreich der herrschenden Lehre, dass der anzusetzende Unternehmenswert nicht unter dem Liquidationswert liegen darf, sei doch dies jener Betrag, der anlässlich der Verwertung mindestens erzielt werden könnte. (T4)
  • 6 Ob 64/13z
    Entscheidungstext OGH 04.07.2013 6 Ob 64/13z
    Vgl; Beisatz: Mag auch die Bewertung von Unternehmen verschiedene Tat‑ und Rechtsfragen aufwerfen, so ist doch in der oberstgerichtlichen Rechtsprechung gesichert, dass Unternehmen einer Bewertung zugänglich sind, weshalb die Anwendung der laesio enormis nach § 935 ABGB nicht ausgeschlossen ist. (T5)
  • 16 Ok 9/15g
    Entscheidungstext OGH 08.10.2015 16 Ok 9/15g
    Ähnlich; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Anzuwendende Methode zur Feststellung einer missbräuchlichen Preisunterbietung („predatory pricing“). (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0010087

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.12.2015

Dokumentnummer

JJR_19801216_OGH0002_0050OB00649_8000000_002

Rechtssatz für 4Ob516/87 3Ob580/90 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041069

Geschäftszahl

4Ob516/87; 3Ob580/90; 8Ob1610/90; 1Ob618/91; 6Ob263/00w; 3Ob58/08p; 2Ob221/08a; 4Ob178/12y; 6Ob25/12p; 4Ob86/15y; 9Ob5/15y; 4Ob70/18z

Entscheidungsdatum

16.06.1987

Norm

ZPO §405 E

Rechtssatz

Die Beifügung einer Zug - um - Zug - Leistung des Klägers ist eine Beschränkung seines Begehrens, die auch dann, wenn er sie nicht selbst angeboten hat, zulässig ist, weil sie gegenüber seinem Begehren ein Minus bedeutet.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 516/87
    Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 516/87
  • 3 Ob 580/90
    Entscheidungstext OGH 17.10.1990 3 Ob 580/90
  • 8 Ob 1610/90
    Entscheidungstext OGH 21.02.1991 8 Ob 1610/90
    Vgl aber; Beisatz: Die Aufnahme der Zug - um - Zug - Verpflichtung in den Urteilsspruch erfordert ein ausdrücklich darauf gerichtetes Begehren. (T1)
  • 1 Ob 618/91
    Entscheidungstext OGH 20.11.1991 1 Ob 618/91
    Auch; Veröff: WoBl 1992,121 (Call)
  • 6 Ob 263/00w
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 263/00w
    Vgl; Beisatz: Die Aufnahme einer Zug-um-Zug-Verpflichtung in den Urteilsspruch kommt bei gegenseitigen Geldforderungen nicht in Betracht. (T2)
  • 3 Ob 58/08p
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 58/08p
    Auch
  • 2 Ob 221/08a
    Entscheidungstext OGH 16.04.2009 2 Ob 221/08a
    Auch
  • 4 Ob 178/12y
    Entscheidungstext OGH 18.10.2012 4 Ob 178/12y
    Auch
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Beisatz: Diese Rechtsprechung ist nicht nur unter dem Gesichtspunkt des § 405 ZPO zu beachten, sondern auch im Zusammenhang mit Präklusions‑ und Verjährungsfristen. (T3)
  • 4 Ob 86/15y
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 4 Ob 86/15y
    Auch
  • 9 Ob 5/15y
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 5/15y
  • 4 Ob 70/18z
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 4 Ob 70/18z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0041069

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.07.2018

Dokumentnummer

JJR_19870616_OGH0002_0040OB00516_8700000_001

Rechtssatz für 5Ob267/03f 7Ob247/06h 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0118604

Geschäftszahl

5Ob267/03f; 7Ob247/06h; 5Ob137/08w; 1Ob198/09p; 6Ob161/10k; 6Ob121/10b; 8Ob4/11p; 9Ob82/10i; 5Ob206/10w; 8Ob98/10k; 3Ob46/11b; 6Ob109/11i; 4Ob93/12y; 6Ob153/12m; 6Ob25/12p; 9ObA4/13y; 1Ob135/14f; 10Ob46/15k; 7Ob158/15h; 16Ok9/15g; 8ObA59/15g; 4Ob102/17d; 2Ob151/16v; 5Ob171/18k; 5Ob170/18p; 5Ob137/18k; 3Ob246/18z; 7Ob49/19k; 8ObA17/19m; 1Ob43/19h

Entscheidungsdatum

09.12.2003

Norm

ZPO §503 C3c
ZPO §503 E4c5

Rechtssatz

Besteht für die Wertermittlung durch einen Sachverständigen keine gesetzlich vorgeschriebene Methode, so unterliegt das von den Tatsacheninstanzen gebilligte Ergebnis eines Gutachtens keiner Nachprüfung durch den Obersten Gerichtshof, weil es um eine Tatfrage geht.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 267/03f
    Entscheidungstext OGH 09.12.2003 5 Ob 267/03f
  • 7 Ob 247/06h
    Entscheidungstext OGH 11.12.2006 7 Ob 247/06h
  • 5 Ob 137/08w
    Entscheidungstext OGH 14.07.2008 5 Ob 137/08w
    Auch; Beisatz: Als Tatfrage entziehen sich Fragen der Ermittlung des marktüblichen Mietzinses, die die Grundlage für die rechtliche Beurteilung bei der richterlichen Festsetzung des angemessenen Mietzinses bilden, der Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof. (T1)
    Beisatz: Hier: Ermittlung der Angemessenheit des Hauptmietzinses im Sinne des § 12a Abs 2 MRG in Verbindung mit § 16 Abs 1 MRG. (T2)
  • 1 Ob 198/09p
    Entscheidungstext OGH 13.10.2009 1 Ob 198/09p
  • 6 Ob 161/10k
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 161/10k
  • 6 Ob 121/10b
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 121/10b
    Vgl auch
  • 8 Ob 4/11p
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 Ob 4/11p
    Auch; Veröff: SZ 2011/20
  • 9 Ob 82/10i
    Entscheidungstext OGH 24.11.2010 9 Ob 82/10i
    Beisatz: Es sei denn, dass gegen zwingende Denkgesetze verstoßen wird oder die vom Gericht gewählte Methode auf abstrakten Überlegungen ohne entsprechenden Tatsachenermittlungen basieren würde. (T3)
  • 5 Ob 206/10w
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 206/10w
    Vgl
  • 8 Ob 98/10k
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 Ob 98/10k
    Auch
  • 3 Ob 46/11b
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 46/11b
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 109/11i
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 109/11i
  • 4 Ob 93/12y
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 93/12y
  • 6 Ob 153/12m
    Entscheidungstext OGH 16.11.2012 6 Ob 153/12m
    Beisatz: Hier: Prüfung verbotener Einlagenrückgewähr durch Abschluss unangemessener Rechtsgeschäfte. Die vom Sachverständigen angewandte betriebswirtschaftliche Methode der Heranziehung eines Preisvergleichs kann nicht als inadäquat angesehen werden. (T4)
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Beisatz: Eine Ausnahme bestünde nur dann, wenn eine grundsätzlich inadäquate Methode angewendet wurde. (T5)
    Beisatz: Hier. Unternehmensbewertung. (T6)
  • 9 ObA 4/13y
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 ObA 4/13y
  • 1 Ob 135/14f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 135/14f
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 46/15k
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 46/15k
    Auch
  • 7 Ob 158/15h
    Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 158/15h
  • 16 Ok 9/15g
    Entscheidungstext OGH 08.10.2015 16 Ok 9/15g
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Anzuwendende Methode zur Feststellung einer missbräuchlichen Preisunterbietung („predatory pricing“). (T7)
  • 8 ObA 59/15g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 8 ObA 59/15g
    Beisatz: Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn eine grundsätzlich inadäquate Methode angewendet wurde. (T8)
  • 4 Ob 102/17d
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 102/17d
    Beis wie T5
  • 2 Ob 151/16v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 2 Ob 151/16v
    Beis wie T5; Beisatz: Hier: Übernahmspreis gemäß § 11 AnerbenG. (T9)
  • 5 Ob 171/18k
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 5 Ob 171/18k
  • 5 Ob 170/18p
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 5 Ob 170/18p
    Beis wie T1
  • 5 Ob 137/18k
    Entscheidungstext OGH 13.12.2018 5 Ob 137/18k
    Beis wie T3
  • 3 Ob 246/18z
    Entscheidungstext OGH 23.01.2019 3 Ob 246/18z
  • 7 Ob 49/19k
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 7 Ob 49/19k
    Beis wie T5
  • 8 ObA 17/19m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2019 8 ObA 17/19m
    Beis wie T3
  • 1 Ob 43/19h
    Entscheidungstext OGH 30.04.2019 1 Ob 43/19h
    Beis wie T3; Beisatz: Die auf dem eingeholten Sachverständigengutachten beruhende Feststellung ist (im Rahmen der rechtlichen Beurteilung) einer Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof aber ausnahmsweise dann zugänglich, wenn diese auf mit den Gesetzen der Logik oder der Erfahrung unvereinbaren Schlussfolgerungen beruht. (T10) Beisatz: Hier: Nacheheliches Aufteilungsverfahren. (T11)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118604

Im RIS seit

08.01.2004

Zuletzt aktualisiert am

10.09.2019

Dokumentnummer

JJR_20031209_OGH0002_0050OB00267_03F0000_001

Rechtssatz für 1Ob141/04y 1Ob123/05b 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0119439

Geschäftszahl

1Ob141/04y; 1Ob123/05b; 5Ob137/08w; 5Ob206/10w; 4Ob93/12y; 10Ob43/12i; 6Ob153/12m; 6Ob25/12p; 6Ob51/13p; 1Ob135/14f; 9Ob11/15f; 10Ob50/15y; 16Ok9/15g; 8Ob113/15y; 8ObA59/15g; 4Ob102/17d; 2Ob151/16v; 5Ob171/18k; 5Ob170/18p; 3Ob246/18z

Entscheidungsdatum

12.10.2004

Norm

ZPO §35 ff
ZPO §357
ZPO §359

Rechtssatz

Bei der Beweisaufnahme durch Sachverständige ist es deren Aufgabe, aufgrund ihrer einschlägigen Fachkenntnisse jene Methode auszuwählen, die sich zur Klärung der nach dem Gerichtsauftrag jeweils maßgebenden strittigen Tatfrage(n) am besten eignet; andernfalls verhinderte das Gericht, dem es an der notwendigen Fachkunde zur Lösung der durch Sachverständige zu beurteilenden Tatfragen mangelt, die Fruchtbarmachung spezifischen Expertenwissens. Das Gericht hat daher Sachverständigen die im Zuge der Auftragserledigung anzuwendende(n) Methode(n) im Allgemeinen nicht vorzuschreiben, gehört doch die Methodenwahl zum Kern der Sachverständigentätigkeit. Hier: Zum Bewertungsverfahren nach § 3 Abs 1 LBG.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 141/04y
    Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 141/04y
    Veröff: SZ 2004/146
  • 1 Ob 123/05b
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 123/05b
    Beisatz: An diesen Grundsätzen ist festzuhalten. (T1)
  • 5 Ob 137/08w
    Entscheidungstext OGH 14.07.2008 5 Ob 137/08w
    Auch; Beisatz: Es ist Aufgabe des Sachverständigen, aufgrund der einschlägigen Fachkenntnisse jene Methode auszuwählen, die sich zur Klärung der nach dem Gerichtsauftrag jeweils maßgebenden strittigen Tatfragen am besten eignet. (T2)
    Beisatz: Hier: Ermittlung der Angemessenheit des Hauptmietzinses im Sinne des § 12a Abs 2 MRG in Verbindung mit § 16 Abs 1 MRG. (T3)
  • 5 Ob 206/10w
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 206/10w
    Auch; Beis ähnlich wie T2
  • 4 Ob 93/12y
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 93/12y
    Auch
  • 10 Ob 43/12i
    Entscheidungstext OGH 20.11.2012 10 Ob 43/12i
    Auch
  • 6 Ob 153/12m
    Entscheidungstext OGH 16.11.2012 6 Ob 153/12m
    Beisatz: Hier: Prüfung verbotener Einlagenrückgewähr durch Abschluss unangemessener Rechtsgeschäfte. Die vom Sachverständigen angewandte betriebswirtschaftliche Methode der Heranziehung eines Preisvergleichs kann nicht als inadäquat angesehen werden. (T4)
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Beisatz: Hier: Unternehmensbewertung. (T5)
  • 6 Ob 51/13p
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 51/13p
    Beis wie T2
  • 1 Ob 135/14f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 135/14f
    Auch
  • 9 Ob 11/15f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2015 9 Ob 11/15f
    Auch; Beisatz: Die Methodenwahl der Beweisaufnahme, wozu auch die Auswahl des geeignetsten Orts der Befundaufnahme gehört, zählt grundsätzlich zum Kern der Sachverständigentätigkeit. (T6)
  • 10 Ob 50/15y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2015 10 Ob 50/15y
    Auch; Beis wie T2
  • 16 Ok 9/15g
    Entscheidungstext OGH 08.10.2015 16 Ok 9/15g
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Anzuwendende Methode zur Feststellung einer missbräuchlichen Preisunterbietung („predatory pricing“). (T7)
  • 8 Ob 113/15y
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 113/15y
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Besteht für die Wertermittlung durch einen Sachverständigen keine gesetzlich vorgeschriebene Methode, so kann das Gericht dem Sachverständigen die im Zuge der Auftragserteilung anzuwendende Methode nicht vorschreiben. (T8)
  • 8 ObA 59/15g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 8 ObA 59/15g
    Auch; nur: Das Gericht hat daher Sachverständigen die im Zuge der Auftragserledigung anzuwendende(n) Methode(n) im Allgemeinen nicht vorzuschreiben, gehört doch die Methodenwahl zum Kern der Sachverständigentätigkeit. (T9)
  • 4 Ob 102/17d
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 102/17d
    Auch
  • 2 Ob 151/16v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 2 Ob 151/16v
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Übernahmspreis gemäß § 11 AnerbenG. (T10)
  • 5 Ob 171/18k
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 5 Ob 171/18k
    Auch
  • 5 Ob 170/18p
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 5 Ob 170/18p
    Beis wie T2
  • 3 Ob 246/18z
    Entscheidungstext OGH 23.01.2019 3 Ob 246/18z
    Auch; nur T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0119439

Im RIS seit

11.11.2004

Zuletzt aktualisiert am

07.05.2019

Dokumentnummer

JJR_20041012_OGH0002_0010OB00141_04Y0000_003

Entscheidungstext 6Ob25/12p

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

GES 2013,131 = NZ 2013/67 S 148 - NZ 2013,148 = wbl 2013,349/125 - wbl 2013/125 = AnwBl 2013,403 = ecolex 2013/257 S 637 - ecolex 2013,637 = GesRZ 2013,224 (Spranz) = RdW 2013/529 S 535 - RdW 2013,535 = Kerschner, SV 2013,139 (Rechtsprechungsübersicht) = MietSlg 65.720

Geschäftszahl

6Ob25/12p

Entscheidungsdatum

27.02.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Verlassenschaft nach Dr. L***** D*****, vertreten durch Draxler Rechtsanwälte KG in Wien, gegen die beklagte Partei R***** GmbH, *****, vertreten durch Hausmaninger Kletter Rechtsanwälte - Gesellschaft mbH in Wien, wegen 965.700 EUR sA (Revisionsinteresse 806.000 EUR), über die Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 27. Oktober 2011, GZ 1 R 81/11f-79, mit dem das Urteil des Handelsgerichts Wien vom 30. Dezember 2010, GZ 13 Cg 177/07t-75, teilweise bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

 

Die Beklagte ist schuldig, dem Kläger die mit 3.442,14 EUR (darin 573,69 EUR Umsatzsteuer) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Begründung:

Entgegen dem - den Obersten Gerichtshof nicht bindenden (§ 508a Abs 1 ZPO) - Ausspruch des Berufungsgerichts ist die ordentliche Revision nicht zulässig:

1. Das Berufungsgericht hat seinen Zulässigkeitsausspruch damit begründet, es fehle Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur Frage, ob bei der Ermittlung des Abfindungsanspruchs eines Substanzgenussberechtigten trotz positiven Ertragswerts des Unternehmens auch dann auf den höheren Zerschlagungswert abzustellen ist, wenn eine Liquidation des Unternehmens nicht erfolgt. In der Sache selbst verpflichtete das Berufungsgericht - ausgehend vom Liquidationswert der Beklagten und einem Genussscheinwert von 80,60 EUR pro Stück - die Beklagte zur Zahlung von 806.000 EUR Zug um Zug gegen Rückgabe der Genussscheine an den zwischenzeitig am 7. 9. 2012 verstorbenen Dr. L***** D*****.

Rechtliche Beurteilung

1.1. Der erkennende Senat hat erst jüngst klargestellt (6 Ob 153/12m mit zahlreichen Nachweisen aus der ständigen Rechtsprechung), dass das von den Tatsacheninstanzen gebilligte Ergebnis eines Sachverständigengutachtens - als Tatfrage - keiner Nachprüfung durch den Obersten Gerichtshof unterliegt, wenn - wie auch im vorliegenden Fall (RIS-Justiz RS0010087 [Unternehmensbewertung]) - für die Wertermittlung durch einen Sachverständigen keine gesetzlich vorgeschriebene Methode besteht; eine Ausnahme bestünde nur dann, wenn eine grundsätzlich inadäquate Methode angewendet wurde.

Die vom Berufungsgericht aufgezeigte erhebliche Rechtsfrage intendiert damit tatsächlich - wie schon in dem der Entscheidung 6 Ob 153/12m zugrundeliegenden Verfahren - die Vorgabe einer konkret anzuwendenden Ermittlungsmethode durch den Obersten Gerichtshof, was aber nicht dessen Aufgabe ist. Bei der Beweisaufnahme durch Sachverständige ist es nämlich deren Aufgabe, aufgrund ihrer einschlägigen Fachkenntnisse jene Methode auszuwählen, die sich zur Klärung der nach dem Gerichtsauftrag jeweils maßgebenden strittigen Tatfrage(n) am besten eignet; andernfalls verhinderte das Gericht, dem es an der notwendigen Fachkunde zur Lösung der durch Sachverständige zu beurteilenden Tatfragen mangelt, die Fruchtbarmachung spezifischen Expertenwissens. Das Gericht hat daher Sachverständigen die im Zuge der Auftragserledigung anzuwendende(n) Methode(n) im Allgemeinen nicht vorzuschreiben, gehört doch die Methodenwahl zum Kern der Sachverständigentätigkeit (RIS-Justiz RS0119439).

Damit ist aber der Oberste Gerichtshof im vorliegenden Verfahren bei seiner Entscheidung an die von den Vorinstanzen getroffenen Feststellungen gebunden, auf deren Basis von einem Genussscheinwert von 80,60 EUR pro Stück auszugehen ist.

1.2. Weder der vom Erstgericht beigezogene Sachverständige für Unternehmensbewertung noch die Vorinstanzen haben sich einer „grundsätzlich inadäquaten Methode“ bedient, indem sie ihren Überlegungen den Liquidationswert und nicht den Ertragswert zugrunde legten, auch wenn der Liquidationswert der Beklagten zum 31. 12. 2006 höher als deren Ertragswert war und eine Liquidation der Beklagten nicht durchgeführt wurde.

Zwar ist die Entscheidung 4 Ob 188/00a, in welcher das Abstellen auf den Liquidationswert gebilligt wurde, im Hinblick auf den damals maßgeblichen Art 7 Nr 15 Abs 3 EVHGB nicht verallgemeinerungsfähig, ordnete dieser doch hinsichtlich eines ausscheidenden Gesellschafters die Festsetzung des Liquidationswerts ausdrücklich an. Jedoch entspricht es in Österreich der herrschenden Lehre, dass der anzusetzende Unternehmenswert nicht unter dem Liquidationswert liegen darf, sei doch dies jener Betrag, der anlässlich der Verwertung mindestens erzielt werden könne (Elsner, Untergrenzen der Unternehmensbewertung, ecolex 1996, 920; Bachl, Anmerkungen zur Verschmelzungs-, Umwandlungs- und Spaltungsprüfung [II] GesRZ 2000, 81; ders, Unternehmensbewertung in der gesellschaftsrechtlichen Jukidatur [2006] 20 ff; Großfeld, Unternehmens- und Anteilsbewertung im Gesellschaftsrecht4 [2002] 203 ff; Kuhner/Maltry, Unternehmensbewertung [2006] 43; Haeseler/Hörmann/Kros, Unternehmensbewertung - Grundlagen der Bewertung von Unternehmen und Beteiligungen [2007] 74; Diwald, Unternehmensbewertung nach dem neuen Fachgutachten der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und dessen Bedeutung insbesondere für die Bewertung bei Einbringungen [2008] 48; Aschauer, Unternehmensbewertung beim Gesellschafterausschluss [2009] 192; Widera, Squeeze-out und Unternehmensbewertung [2011] 44 ff; Aschauer/Purtscher, Einführung in die Unternehmensbewertung [2011] 110).

Auch nach dem Fachgutachten zur Unternehmensbewertung (KFS BW I, Stand 1. 5. 2006) bildet der Liquidationswert die Wertuntergrenze für den Unternehmenswert, sofern nicht rechtliche oder tatsächliche Zwänge zur Unternehmensfortführung bestehen; derartige Zwänge sind im vorliegenden Fall jedoch nicht ersichtlich. Nach Auffassung des erkennenden Senats ist außerdem zu beachten, dass durch das Abstellen auf den Liquidationswert auch Kurssteigerungen an den mit dem Genussrechtskapital erworbenen Beteiligungen Berücksichtigung finden und dass bei Ansetzung des niedrigeren Ertragswerts die Gesellschaft zunächst die Genussrechtsinhaber zu diesem niedrigeren Wert abschichten und dann die Liquidation zum höheren Wert beschließen könnte.

1.3. Die Frage, ob ein Sachverständigengutachten schlüssig und nachvollziehbar ist, gehört zur Beweiswürdigung und kann daher im Revisionsverfahren nicht überprüft werden (RIS-Justiz RS0043320 [T12]; zuletzt 7 Ob 85/12v). Eine Anfechtung der Ergebnisse von Sachverständigengutachten, welche die Tatsacheninstanzen ihren Entscheidungen zugrunde legten, kann unter dem Gesichtspunkt eines Verfahrensmangels somit nicht erfolgen (RIS-Justiz RS0043168; 7 Ob 81/10b; 7 Ob 85/12v). Mittels Rechtsrüge wiederum wären die Gutachtensergebnisse nur bekämpfbar, wenn dabei ein Verstoß gegen zwingende Denkgesetze, (sonstige) Erfahrungssätze oder zwingende Gesetze des sprachlichen Ausdrucks unterlaufen wäre (RIS-Justiz RS0043168, RS0043404; 5 Ob 206/10w; 10 ObS 100/11w; 7 Ob 85/12v). Solche Verstöße vermag die Revision aber nicht aufzuzeigen.

1.4. Damit liegt die vom Berufungsgericht als erheblich bezeichnete Rechtsfrage nicht vor.

2. Aber auch die Beklagte vermag in ihrer Revision keine derartige Rechtsfrage aufzuzeigen:

2.1. Nach § 93 Abs 1 EStG wird bei inländischen Einkünften aus Kapitalvermögen die Einkommensteuer durch Steuerabzug erhoben (Kapitalertragsteuer). Daraus schließt die Beklagte unter (ausschließlicher) Berufung auf § 27 Abs 1 lit c EStG, sie habe gegenüber dem Kläger bei Auszahlung des Abfindungsbetrags 25 % davon in Abzug zu bringen und an das zuständige Finanzamt abzuführen; insoweit wäre das Klagebegehren somit jedenfalls abzuweisen.

Die Beklagte übersieht dabei jedoch, dass nach dem (auch bei Schluss der Verhandlung erster Instanz am 23. 11. 2010 maßgeblichen) § 27 Abs 1 lit c EStG Einkünfte aus Kapitalvermögen unterem anderem „gleichartige Bezüge aus Genussrechten“ darstellen, worunter zwar nach jüngerer Auffassung (Marschner, Abzugssteuerpflicht bei Genussrechten, in Schragl/Stefaner, Handbuch Genussrechte [2010] 141; ebendort Lenz/Stieglitz, Genussrechte im österreichischen Ertragssteuerrecht - Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital 95; Kirchmayr in Doralt, EStG15 [2011] § 27 Rz 44; aA [auch obligationenähnliche Genussrechte] Gassner in GedS Schönherr [1986] 410; Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuer-Handbuch [1997] § 27 Tz 9) sozietäre Genussrechte verstanden werden (es ist im Revisionsverfahren nicht strittig, dass Dr. L***** D***** solche im vorliegenden Fall gezeichnet hat), § 27 Abs 1 lit c EStG jedoch nur „gleichartige“ Bezüge erfasst, also nur Bezüge, die Gewinnanteilen im Sinn der lit a leg cit ähnlich sind (Kirchmayr aaO). Als solche Bezüge sind bei einer noch nicht in Liquidation stehenden Kapitalgesellschaft alle Beträge anzusehen, die die Gesellschafter von der Gesellschaft unbeschadet des Grund- oder Stammkapitals und ohne Anrechnung auf ihre Kapitaleinlage erhalten, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die verteilten Beträge aus dem bilanzmäßig ausgewiesenen Gewinn, der Rücklage oder der Vermögenssubstanz der Gesellschaft stammen. Maßgebend ist allein, dass geldwerte Güter von der Gesellschaft auf den Gesellschafter übergehen und dabei die Anteilsrechte des Gesellschafters ihrem Wesen nach unverändert bleiben (Büsser in Hofstätter/Reichel, Die Einkommensteuer III [1988] § 27 Rz 17 mit Nachweisen aus der Rechtsprechung). Der Kapitalertragsteuer unterliegt nur die Ausschüttung von Gewinnen; soweit jedoch eine Abschichtung zu einem höheren Wert als dem eingezahlten Kapital erfolgt, ist dieser Mehrertrag nicht kapitalertragsteuerpflichtig, soweit wirtschaftlich gesehen keine Ausschüttung von Erträgen vorliegt (Marschner aaO; in diesem Sinn auch Kirchmayr in Achatz/Kirchmayr, Körperschaftssteuergesetz [2011] § 10 Rz 43 [„steuerpflichtiger Veräußerungsvorgang“]); ob eine Einkommensteuerpflicht der klagenden Partei gemäß § 30 EStG (darauf beziehen sich die in der Revision angeführten Darlegungen Marschners [aaO 222] tatsächlich) gegeben ist, bedarf hier keiner weiteren Erörterung, weil insoweit die Abfuhrpflicht nicht die Beklagte, sondern die klagende Partei treffen würde. Auch die KStR 2001 (Rz 544) erklären Erträge anlässlich der Kündigung des Genussrechtskapitals vor Liquidation des Emittenten als körperschaftssteuerpflichtig gemäß § 7 KStG; es handle sich nämlich nicht um einen Beteiligungsertrag.

Die Verneinung einer Kapitalertragsteuerpflicht hinsichtlich des Abschichtungsgewinns der klagenden Partei durch das Berufungsgericht begegnet daher keinen Bedenken des Obersten Gerichtshofs. Soweit die Beklagte in der Revision hinsichtlich eines Teilbetrags von 45.448,43 EUR mit einem - der Jahresbilanz der Beklagten für 2006 entnehmbaren - Gewinnanteil der Genussrechtsinhaber in Höhe von rund 62 Mio EUR argumentiert, entfernt sie sich von den Feststellungen der Vorinstanzen.

2.2. Die Beklagte hält auch in der Revision ihren Verjährungseinwand aufrecht. Dr. L***** D***** habe zunächst die Rückgabe der Genussscheine ausdrücklich verweigert und das Zug-um-Zug-Erfüllungsbegehren erst nach Ablauf der Verjährungsfrist gestellt.

Nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs ist die Beifügung einer Zug-um-Zug-Leistung des Klägers eine Beschränkung seines Begehrens, die (selbst dann, wenn er sie nicht selbst angeboten hat) zulässig ist, weil sie gegenüber seinem Begehren ein Minus bedeutet (RIS-Justiz RS0041069). Diese Rechtsprechung ist nicht nur - wie die Beklagte in ihrer Revision meint - unter dem Gesichtspunkt des § 405 ZPO zu beachten, sondern auch im Zusammenhang mit Präklusions- und Verjährungsfristen (vgl 4 Ob 178/12y). Die ursprüngliche Weigerung Dris. L***** D*****, die Genussscheine zurückzugeben, erfolgte (lediglich) anlässlich der Einvernahme als Partei; in der Folge präzisierte die klagende Partei jedoch das Klagsvorbringen der Höhe nach (insoweit sogar noch vor Ablauf der Verjährungsfrist) und erhob schließlich ein Zug-um-Zug-Leistungsbegehren. Widersprechen einander Parteien-vorbringen und Parteienaussage, ist grundsätzlich ersteres beachtlich.

2.3. Nach Punkt 6.5. der maßgeblichen Genussscheinbedingungen bemisst sich im Fall der Kündigung des Vertragsverhältnisses der Abfindungsanspruch des Berechtigten am Wert der Genussscheine zum Kündigungsstichtag (hier: 31. 12. 2006) aufgrund einer diesbezüglichen Feststellung „durch einen von der Emittentin zu bestellenden Wirtschaftsprüfer innerhalb von 30 Tagen nach dem Kündigungsstichtag“. Auf das von Bertl/Rabel (erst) im September 2007 erstellte Gutachten kann es somit - entgegen der in der Revision vertretenen Auffassung -schon allein aufgrund zeitlicher Überlegungen nicht ankommen.

Nicht zu beanstanden ist aber angesichts der von den Vorinstanzen getroffenen Feststellungen auch die Auffassung des Rekursgerichts, die am 30. 1. 2007 (also fristgerecht) mitgeteilte Feststellung des Abfindungsanspruchs habe lediglich auf einem Bericht des Vorstands der Beklagten beruht, nicht aber auf einer Wertfeststellung eines Wirtschaftsprüfers, weshalb die Beklagte die in Punkt 6.5. der Genussscheinbedingungen (von ihr im Übrigen selbst) festgesetzte Vorgangsweise nicht eingehalten habe. Daran ändert auch die Bestätigung der Mitteilung des Vorstands der Beklagten durch eine Wirtschaftsprüfungskanzlei nichts, hatte diese doch keine eigenständige Wertfeststellung, sondern „lediglich eine rechnerische Überprüfung der Wertermittlung“ vorgenommen.

3. Die Revision war daher zurückzuweisen.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens gründet sich auf §§ 41, 50 ZPO.

Schlagworte

Gruppe: Handelsrecht,Gesellschaftsrecht,Wertpapierrecht

Textnummer

E103312

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0060OB00025.12P.0227.000

Im RIS seit

15.03.2013

Zuletzt aktualisiert am

28.12.2015

Dokumentnummer

JJT_20130227_OGH0002_0060OB00025_12P0000_000