Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für Bsw35865/03 13Os150/07v...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123200

Geschäftszahl

Bsw35865/03; 13Os150/07v; 11Os46/08m; 15Os117/07f; 15Os12/10v; 12Os160/10m; Bsw69917/01; Bsw2947/06; 13Os138/11k; 13Os156/11g (13Ns2/12s); Bsw37075/09; 14Os128/12y; 12Os158/12w; 14Os77/13z; 13Os139/12h; 14Os145/13z; 14Os149/13p (14Os179/13z, 14Os180/13x); Bsw8139/09; 14Os103/14z; 14Os37/15w; 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os111/15k (15Os120/15h); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 11Os55/16x; 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw28761/11; 13Os56/17k; 14Os53/17a; 12Os126/17x (12Os127/17v); 15Os110/18t; 11Os117/18t; 11Os28/19f (11Os29/19b, 11Os30/19z, 11Os31/19x, 11Os55/19a); 14Os142/18s (14Os33/19p); 14Os58/19i; 12Os138/18p (12Os139/18k, 12Os135/19y, 12Os136/19w); 11Os142/19w; 12Os125/19b (12Os126/19z); 12Os51/20x

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Norm

MRK Art6 Abs1 VI
StPO §363a

Rechtssatz

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Auslieferungsentscheidung ausnahmsweise ein Problem unter Art 6 EMRK aufwirft, wenn der flüchtige Straftäter im ersuchenden Staat eine offenkundige Verweigerung eines fairen Prozesses erfahren musste oder eine solche droht.

Entscheidungstexte

  • Bsw 35865/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.02.2007 Bsw 35865/03
    Beisatz: Das Recht auf einen fairen Prozess im Strafverfahren nimmt einen herausragenden Platz in jeder demokratischen Gesellschaft ein. Selbst das legitime Ziel des Schutzes der Gesellschaft vor der Bedrohung des internationalen Terrorismus kann Maßnahmen nicht rechtfertigen, die den Wesensgehalt des durch Art 6 EMRK garantierten fairen Verfahrens auslöschen. Eine offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens - und damit eine Rechtsverweigerung - liegt ohne Zweifel vor, wenn eine Person wegen des Verdachts der Begehung einer strafbaren Handlung angehalten wird, ohne dass ihr Zugang zu einem unabhängigen und unparteiischen Gericht gewährt wird, um die Rechtmäßigkeit der Haft prüfen zu lassen und eine Freilassung zu erlangen, wenn sich der Verdacht als unbegründet erweist. (T1)
    Veröff: NL 2007,68
  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 150/07v
    Vgl; Beisatz: Zwar fällt das Auslieferungsverfahren selbst nicht in den Anwendungsbereich des Art 6 MRK, doch können dessen Verfahrensgarantien für die Entscheidung über die Zulässigkeit der Auslieferung dann (ausnahmsweise) Relevanz erlangen, wenn die betroffene Person nachweist, dass ihr im ersuchenden Staat eine offenkundige Verweigerung eines fairen Prozesses droht. (T2) Beisatz: Die Verfahrensgarantien des Art 6 MRK beziehen sich demnach, soweit es um die Auslieferung geht, nur auf das gerichtliche Strafverfahren, in dem über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage entschieden wird. (T3)
  • 11 Os 46/08m
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 46/08m
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 117/07f
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 15 Os 117/07f
    Vgl; Beisatz: Die Zulässigerklärung einer Auslieferung mit Beziehung auf ein im ersuchenden Staat durchgeführtes Strafverfahren, das den von Art 6 Abs 1 MRK geforderten Verfahrensgarantien offenkundig nicht entsprochen hat, („flagrant denial of justice") verstößt (ihrerseits) gegen Art 6 Abs 1 MRK (EGMR, Einhorn gegen Frankreich, ÖJZ-MRK 2003/1; vgl dazu VfGH 12. Dezember 2002, G151, 152/02 = JBl 2003, 437 [443]). (T4)
    Beisatz: Die auf eine die Bejahung einer Konventionskonformität des in Italien gegen den Auszuliefernden geführten Abwesenheitsverfahrens nicht zulassende Tatsachengrundlage gestützte Zulässigerklärung der Auslieferung durch die Beschlüsse der Vorinstanzen verletzt daher (zum Nachteil des Auszuliefernden) das Grundrecht auf ein faires Verfahren nach Art 6 Abs 1 MRK. (T5)
  • 15 Os 12/10v
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 12/10v
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 160/10m
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 12 Os 160/10m
    Vgl auch; Beis wie T3
  • Bsw 69917/01
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.07.2007 Bsw 69917/01
    Vgl auch; Beisatz: Innerstaatliche Gerichte müssen, bevor sie die Vollstreckung einer Verfallsanordnung gestatten, ausreichend davon überzeugt sein, dass die entsprechende Entscheidung nicht das Ergebnis einer offenkundigen Rechtsverweigerung war. Eine solche Prüfung ist erforderlich, wenn die Entscheidung, deren Vollstreckung beantragt wird, von den Gerichten eines Landes stammt, das die MRK nicht anwendet. In manchen Fällen kann es sogar notwendig sein, dass sich die Gereichte vor Anordnung der Vollstreckung einer solchen Entscheidung davon überzeugen, dass das betroffene Verfahren allen Anforderungen des Art. 6 MRK entsprach. (Stephen Anthony Saccoccia gegen Österreich) (T6)
    Veröff: NL 2007,178
  • Bsw 2947/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.04.2008 Bsw 2947/06
    Veröff: NL 2008,101
  • 13 Os 138/11k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 138/11k
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 13 Os 156/11g
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 13 Os 156/11g
    Auch; Beis wie T2
  • Bsw 37075/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.10.2011 Bsw 37075/09
    Beisatz: Der Begriff „offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens“ meint ein Verfahren, das offensichtlich den Bestimmungen des Art 6 MRK oder den darin verkörperten Grundsätzen widerspricht. Dieses Kriterium ist streng auszulegen. Es geht über bloße Unregelmäßigkeiten oder fehlende Sicherungen im Verfahren hinaus, die zu einer Verletzung von Art 6 MRK führen könnten, wenn sie im Konventionsstaat selbst auftreten würden. Erforderlich ist ein Verstoß gegen die Grundsätze des fairen Verfahrens, der so grundlegend ist, dass er einer Zerstörung des Wesensgehalts des durch Art 6 MRK garantierten Rechts gleichkommt. Bei der Durchführung dieses Tests sind jene Standards und Beweislastregeln anzuwenden, die auch bei der Prüfung von Auslieferungen oder Ausweisungen unter Art 3 MRK gelten. (Bem: Ahorgueze gg. Schweden) (T7)
    Beisatz: Hier: Keine drohende offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens im Fall der Auslieferung nach Ruanda zur Aburteilung wegen Völkermordes. (T8)
    Veröff: NL 2011,314
  • 14 Os 128/12y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 128/12y
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Es sind substanziierte Gründe für eine drohende Verletzung von Art6 MRK im Strafverfahren des ersuchenden Staats vorzubringen; der pauschale Einwand mangelnder Rechtsstaatlichkeit genügt nicht. (T9)
    Beisatz: Hier: Auslieferung an die Republik Moldau. (T10)
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 77/13z
    Entscheidungstext OGH 09.07.2013 14 Os 77/13z
    Vgl; Beis ähnlich wie T2
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl; Vgl auch Beis wie T2
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Keine als ausreichend zu erachtende Zusicherung im Sinn des Art 3 Abs 1 zweiter Satz des Zweiten Zusatzprotokolls zum Europäischen Auslieferungsübereinkommen. (T11)
  • 14 Os 149/13p
    Entscheidungstext OGH 28.01.2014 14 Os 149/13p
    Vgl; Beis wie T4; Beis wie T11
  • Bsw 8139/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 8139/09
    Ähnlich; Beis wie T7; Beisatz: Die Zulassung von durch Folter erlangten Beweisen widerspricht nicht nur Art 6 MRK, sondern den grundlegendsten internationalen Standards für ein faires Verfahren. Sie würde das gesamte Verfahren nicht nur unmoralisch und rechtswidrig machen, sondern auch völlig unzuverlässig in seinem Ergebnis. Es wäre daher eine offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens, würden solche Beweise in einem Strafprozess zugelassen. (Bem: Othman [Abu Qatada] gg. das Vereinigte Königreich) (T12)
    Beisatz: Hier: Gefahr der offenkundigen Verweigerung eines fairen Verfahrens gegenüber dem Bf. bei dessen Abschiebung nach Jordanien, da dort im Verfahren durch Folter erlangte, belastende Beweise gegen ihn verwendet würden. (Bem: Othman [Abu Qatada] gg. das Vereinigte Königreich) (T13)
    Veröff: NL 2012,15
  • 14 Os 103/14z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 103/14z
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
    Vgl auch
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 111/15k
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 111/15k
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 11 Os 55/16x
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 11 Os 55/16x
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch
  • Bsw 28761/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.07.2014 Bsw 28761/11
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Hohe Wahrscheinlichkeit einer offenkundigen Rechtsverweigerung vor der US-Militärkommission nach Verbringung des während seiner geheimen Anhaltung gefolterten Beschwerdeführers aus dem belangten Staat, weil die Militärkommission nicht den grundlegenden Anforderungen von Art 6 MRK entspricht und mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Folter erlangte Aussagen verwendet würden. (Al Nashiri gg Polen) (T14)
    Veröff: NL 2014,288
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Vgl
  • 12 Os 126/17x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 12 Os 126/17x
    Vgl; Beis wie T2
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch
  • 11 Os 28/19f
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 11 Os 28/19f
    Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Abschiebungen, Auslieferungen und Rechtshilfeverfahren (im ersuchten Staat) betreffen als solche nicht die Prüfung einer strafrechtlichen Anklage und liegen somit außerhalb des Schutzbereichs des Art 6 MRK. Das Rechtshilfeverfahren ist nämlich seinem Wesen nach ein verwaltungsrechtliches Verfahren, in dem Schuld oder Nichtschuld des Betroffenen in der Regel nicht geprüft werden. Daraus folgt, dass in Erneuerungsanträgen eine Berufung auf Art 6 MRK nur in bestimmten Fallkonstellationen ausnahmsweise auch in Rechtshilfesachen möglich ist. (T15)
  • 14 Os 142/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 142/18s
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 138/18p
    Entscheidungstext OGH 05.12.2019 12 Os 138/18p
    Beis wie T6
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 125/19b
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 125/19b
    Vgl; Beis wie T6
  • 12 Os 51/20x
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 12 Os 51/20x
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2007:RS0123200

Im RIS seit

22.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

20.10.2020

Dokumentnummer

JJR_20070220_AUSL000_000BSW35865_0300000_001

Rechtssatz für 11Os132/06f 11Os131/06h...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0122737

Geschäftszahl

11Os132/06f; 11Os131/06h; 14Os138/07m; 15Os156/07s (15Os157/07p); 14Os35/08s; 15Os72/08i; 11Os19/08s; 13Os33/08i; 15Os22/08m; 12Os71/08w; 13Os173/08b; 13Os141/07w; 14Os178/08w; 12Os125/08m; 13Os16/09s; 14Os21/09h; 11Os106/09m (11Os108/09f); 15Os171/08y; 13Os144/09i; 15Os168/09h; 13Os36/09g; 15Os127/09d; 11Os121/09t; 11Os141/10k; 11Os119/10z; 15Os130/10x; 13Os130/10g (13Os136/10i); 15Os147/10x; 15Os28/10x; 11Os162/10y; 11Os142/10g; 14Os187/10x; 15Os98/10s; 15Os184/10p; 14Os21/11m; 11Os14/11k; 11Os86/11y; 12Os65/11t; 11Os53/11w; 15Os81/11t; 15Os175/10i; 11Os104/11w; 14Os12/11p; 11Os107/11m; 15Os101/11h; 12Os174/11x; 11Os169/11d; 11Os7/12g; 15Os174/11v; 15Os174/11v; 15Os92/11k; 15Os4/12w; 15Os118/11h; 14Os12/12i; 14Os2/12v; 15Os114/11w; 12Os34/12k (12Os75/12i); 13Os44/12p; 17Os11/12i; 17Os24/12a; 14Os21/13i (14Os22/13m); 15Os31/13t; 15Os157/12w; 15Os150/12s; 13Os139/12h; 11Os73/13i; 14Os145/13z; 13Os89/13g (13Os90/13d); 13Os71/13k; 15Os151/12p (15Os32/13i); 12Os64/13y (13Os66/13t); 12Os113/13d; 11Os177/13h; 12Os110/13p; 14Os154/13y (14Os155/13w); 13Os106/13g; 13Os66/13z; 14Os96/13v (14Os143/13f, 14Os144/13b); 17Os13/14m (17Os14/14h, 17Os32/14f, 17Os33/14b); 14Os47/14i; 15Os56/14w; 15Os100/14s; 12Os85/14p; 12Os111/14m; 13Os86/14t; 15Os149/14x; 15Os33/15i; 14Os28/15x; 15Os154/14g (15Os81/15y; 15Os82/15w); 15Os115/14x; 11Os95/15b (11Os154/15d); 15Os132/15y; 14Os17/16f; 14Os110/15f; 15Os45/17g (15Os46/17d); 15Os78/17k; 15Os111/17p (15Os112/17k); 15Os104/18k; 14Os90/18v; 14Os83/18i; 14Os145/18g (14Os146/18d); 23Ds2/19z; 14Ns67/19t; 11Os142/19w; 14Os122/19a (14Os123/19y); 14Os130/19b (14Os131/19z, 14Ns78/19k); 14Os104/19d; 11Os50/20t (11Os71/20f); 12Os51/20x; 13Os73/20i; 14Os84/20i; 11Os121/20h; 11Os100/20s (11Os101/20t); 14Os61/20g

Entscheidungsdatum

23.10.2007

Norm

MRK Art13 I3
MRK Art13 IV3
MRK Art34
MRK Art35 Abs1
MRK Art35 Abs1
MRK Art35 Abs2
StPO §363a

Rechtssatz

Bei einem nicht auf ein Urteil des EGMR gestützten Erneuerungsantrag handelt es sich um einen subsidiären Rechtsbehelf. Demgemäß gelten alle gegenüber dem EGMR normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen der Art 34 und 35 Abs 1 und 2 MRK sinngemäß auch für derartige Anträge. So kann der Oberste Gerichtshof unter anderem erst nach Rechtswegausschöpfung angerufen werden. Hieraus folgt für die Fälle, in denen die verfassungskonforme Auslegung von Tatbeständen des materiellen Strafrechts in Rede steht, dass diese Problematik vor einem Erneuerungsantrag mit Rechts- oder Subsumtionsrüge (§ 281 Abs 1 Z 9 oder Z 10, § 468 Abs 1 Z 4, § 489 Abs 1 zweiter Satz StPO) geltend gemacht worden sein muss. Steht die Verfassungskonformität einer Norm als solche in Frage, hat der Angeklagte unter dem Aspekt der Rechtswegausschöpfung anlässlich der Urteilsanfechtung auf die Verfassungswidrigkeit des angewendeten Strafgesetzes hinzuweisen, um so das Rechtsmittelgericht zu einem Vorgehen nach Art 89 Abs 2 B-VG zu veranlassen. Wird der Rechtsweg im Sinn der dargelegten Kriterien ausgeschöpft, hat dies zur Folge, dass in Strafsachen, in denen der Oberste Gerichtshof in zweiter Instanz entschieden hat, dessen unmittelbarer (nicht auf eine Entscheidung des EGMR gegründeter) Anrufung mittels Erneuerungsantrags die Zulässigkeitsbeschränkung des Art 35 Abs 2 lit b erster Fall MRK entgegensteht, weil der Antrag solcherart „im wesentlichen" mit einer schon vorher vom Obersten Gerichtshof geprüften „Beschwerde" übereinstimmt.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 132/06f
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Os 132/06f
  • 11 Os 131/06h
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Os 131/06h
  • 14 Os 138/07m
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 14 Os 138/07m
    Auch; nur: Es gelten alle gegenüber dem EGMR normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen der Art 34 und 35 Abs 1 und 2 MRK sinngemäß auch für derartige Anträge. (T1)
  • 15 Os 156/07s
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 15 Os 156/07s
    Auch
  • 14 Os 35/08s
    Entscheidungstext OGH 15.04.2008 14 Os 35/08s
    Auch; nur T1; Beisatz: Ein Zulässigkeitskriterium für die Befassung des EGMR durch Erhebung einer Individualbeschwerde ist die Ausschöpfung des Instanzenzugs nach Art 35 Abs 1 MRK. (T2); Beisatz: Hier: Dadurch, dass der Beschuldigte eine Änderung der Zuständigkeit durch Behauptung der Befangenheit beziehungsweise des Anscheins von Voreingenommenheit einzelner Justizorgane zu erreichen versuchte, hat er einen dafür nicht vorgesehenen Rechtsweg beschritten. Schon deswegen verwehrt sich eine Erneuerung desselben. (T3)
  • 15 Os 72/08i
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 72/08i
    Auch; nur T1; Beisatz: Ein Zulässigkeitskriterium für die Befassung des EGMR durch Erhebung einer Individualbeschwerde ist das Einhalten einer sechsmonatigen Frist nach der endgültigen innerstaatlichen Entscheidung (Art 35 Abs 1 MRK). (T4)
  • 11 Os 19/08s
    Entscheidungstext OGH 27.05.2008 11 Os 19/08s
    Vgl; Beisatz: In Ansehung des relevierten Verstoßes gegen den Grundsatz des fair trial durch - nach Ansicht der Einschreiterin - unzureichendes Zur-Kenntnis-Bringen von früheren Verfahrensergebnissen an den Schöffensenat und Nichtladung im ersten Rechtsgang beantragter Zeugen ist der Instanzenzug nicht erschöpft, weil ein entsprechender Vorwurf im Rahmen der gegen das Ersturteil ergriffenen Nichtigkeitsbeschwerde nicht erhoben worden ist (Art 35 Abs 1 MRK). (T5)
  • 13 Os 33/08i
    Entscheidungstext OGH 14.05.2008 13 Os 33/08i
    Vgl auch
  • 15 Os 22/08m
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 22/08m
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Eine Antragstellung nach § 363a StPO vor Feststellung einer Konventionsverletzung durch den EGMR ist nur dann zulässig, wenn die von Art 34 MRK verlangte Opfereigenschaft fortbesteht, der innerstaatliche Instanzenzug ausgeschöpft wurde und eine sechsmonatige Frist nach der endgültigen innerstaatlichen Entscheidung eingehalten wurde. (T6); Beisatz: Der Fristsetzungsantrag nach § 91 GOG ist ein wirksamer und ausreichender Rechtsbehelf zur Verhütung einer unangemessenen langen Dauer des Verfahrens beziehungsweise zur Hintanhaltung ungebührlicher Verzögerungen und damit effektiver Rechtsbehelf im Sinn der (vertikalen) Erschöpfung des innerstaatlichen Instanzenzugs. (T7)
  • 12 Os 71/08w
    Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 71/08w
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Der Erneuerungswerber hat die im Erneuerungsantrag behauptete Verletzung des Beschleunigungsgebots in seiner Berufung gegen den Strafausspruch nicht geltend gemacht und so den innerstaatlichen Instanzenzug nicht ausgeschöpft. (T8)
  • 13 Os 173/08b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 13 Os 173/08b
    Vgl
  • 13 Os 141/07w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2009 13 Os 141/07w
    Auch; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Mangelnde Opfereigenschaft im Sinn des Art 34 MRK. (T9)
  • 14 Os 178/08w
    Entscheidungstext OGH 17.02.2009 14 Os 178/08w
    Beisatz: Hier: Unzulässiger Erneuerungsantrag, wenn in diesem die bereits zuvor in der Nichtigkeitsbeschwerde behaupteten Grundrechtsverletzungen (unzureichende Sprachkenntnisse des Dolmetsch und unterlassene Übersetzung von Zeugenaussagen) geltend gemacht werden. (T10); Beisatz: Wurde die im Erneuerungsantrag behauptete Grundrechtsverletzung in Bezug auf schöffen- und geschworenengerichtliche Urteile in einer dagegen erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde geltend gemacht, steht einer nochmaligen Anrufung des Obersten Gerichtshofs die Zulässigkeitsbeschränkung des § 35 Abs 2 lit b erster Fall MRK entgegen, weil der Antrag solcherart „im Wesentlichen" mit einer schon vorher durch ihn geprüften „Beschwerde" übereinstimmt. (T11); Beisatz: Wurde eine Nichtigkeitsbeschwerde hinwieder gar nicht erhoben oder ein entsprechendes Vorbringen - wie hier in Bezug auf die übrigen im Erneuerungsantrag angesprochenen „Grundrechtsverletzungen" - darin unterlassen, fehlt es an der Zulässigkeitsvoraussetzung der Rechtswegausschöpfung (Art 35 Abs 1 MRK; vgl auch § 1 Abs 1 GRBG). (T12)
  • 12 Os 125/08m
    Entscheidungstext OGH 15.01.2009 12 Os 125/08m
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Dem Erfordernis der Ausschöpfung des Rechtswegs wird entsprochen, wenn von allen effektiven Rechtsbehelfen Gebrauch gemacht wurde (vertikale Erschöpfung) und die geltend gemachte Konventionsverletzung zumindest der Sache nach und in Übereinstimmung mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften im Instanzenzug vorgebracht wurde (horizontale Erschöpfung). (T13)
  • 13 Os 16/09s
    Entscheidungstext OGH 16.04.2009 13 Os 16/09s
    Auch; Beisatz: Die Übernahme der in Art 34 und 35 Abs 1 und 2 MRK normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen erfolgt sinngemäß, was die Unbeachtlichkeit der spezifisch aus dem völkerrechtlichen Charakter der MRK sich ergebenden Zugangsbeschränkungen für das (allein innerstaatliche) Erneuerungsverfahren bedingt. Subsidiarität im ohne vorangegangene Entscheidung des EGMR durchgeführten Erneuerungsverfahren bedeutet demnach (bloß) Erschöpfung des Instanzenzugs in Ansehung der nach grundrechtlichen Maßstäben zu prüfenden (Einzel-)Entscheidung. (T14)
  • 14 Os 21/09h
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 14 Os 21/09h
    Vgl; Beisatz: Für den Vollzug von Freiheitsstrafen und vorbeugenden Maßnahmen wegen gerichtlich strafbarer Handlungen schließt § 1 Abs 2 GRBG die Grundrechtsbeschwerde und solcherart auch den dazu subsidiären Erneuerungsantrag ausdrücklich aus. (T15); Beisatz: Damit ist Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof in Betreff der Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug gesetzlich nicht vorgesehen. Dies gilt auch für die (im § 1 Abs 2 GRBG - solcherart lückenhaft - nicht ausdrücklich erwähnte) Untersuchungshaft (vgl die §§ 182 ff des vierten Abschnitts des neunten Hauptstücks der StPO; Fahndung, Festnahme und die Zulässigkeit der Untersuchungshaft finden sich in den Abschnitten eins bis drei des neunten Hauptstücks der StPO), weil eine insoweit differenzierte Rechtsschutzbetrachtung (zwischen dem Vollzug von Untersuchungshaft und Strafhaft) keine sachliche Rechtfertigung hätte. (T16)
  • 11 Os 106/09m
    Entscheidungstext OGH 13.10.2009 11 Os 106/09m
    Beis wie T13
  • 15 Os 171/08y
    Entscheidungstext OGH 14.10.2009 15 Os 171/08y
    Beis wie T13
  • 13 Os 144/09i
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 13 Os 144/09i
    Auch
  • 15 Os 168/09h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 15 Os 168/09h
    Vgl; Beisatz: Weil die Opfereigenschaft nach Art 34 MRK nur dann anzunehmen ist, wenn der Beschwerdeführer substantiiert und schlüssig vorträgt, in einem bestimmten Konventionsrecht verletzt zu sein, muss auch ein Erneuerungsantrag deutlich und bestimmt darlegen, worin eine - vom angerufenen Obersten Gerichtshof sodann selbst zu beurteilende - Grundrechtsverletzung iSd § 363a Abs 1 StPO zu erblicken sei. (T17)
  • 13 Os 36/09g
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 13 Os 36/09g
    Auch; Beis ähnlich wie T13; Beisatz: Unterlassener Fristsetzungsantrag nach § 91 Abs 1 GOG. (T18)
  • 15 Os 127/09d
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 15 Os 127/09d
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T13; Beis wie T17; Beisatz: Die bloß behauptete auf die Erwirkung belastender Aussagen gegen den Beschuldigten gerichtete Ausübung rechtswidrigen Drucks auf Zeugen per se, ohne dass derartige Beweisergebnisse tatsächlich herbeigeführt oder im Strafverfahren verwertet worden wären, bewirkt nicht bereits eine Verletzung des Grundrechts auf ein faires Verfahren nach Art 6 Abs 1 MRK und legt damit auch nicht eine Grundrechtsverletzung iSd § 363a Abs 1 StPO deutlich und bestimmt dar. (T19)
  • 11 Os 121/09t
    Entscheidungstext OGH 17.08.2010 11 Os 121/09t
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T17
  • 11 Os 141/10k
    Entscheidungstext OGH 16.11.2010 11 Os 141/10k
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T13; Beis wie T7; Beis wie T18
  • 11 Os 119/10z
    Entscheidungstext OGH 13.12.2010 11 Os 119/10z
    Vgl; nur: Bei einem nicht auf ein Urteil des EGMR gestützten Erneuerungsantrag handelt es sich um einen subsidiären Rechtsbehelf. (T20); Beisatz: Können im Ermittlungsverfahren zu Unrecht verweigerte Beschuldigtenrechte im Hauptverfahren iSd Art 13 MRK wirksam durchgesetzt werden, ist ein Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens während des offenen Hauptverfahrens unzulässig. (T21); Bem: Siehe auch RS0126370. (T22)
  • 15 Os 130/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 130/10x
    Vgl; Beis wie T17
  • 13 Os 130/10g
    Entscheidungstext OGH 16.12.2010 13 Os 130/10g
    Auch
  • 15 Os 147/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 147/10x
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T12; Beisatz: Erkenntnisse des Obersten Gerichtshofs können ohne vorherige Anrufung des EGMR nicht Gegenstand eines Erneuerungsantrags sein. (T23)
  • 15 Os 28/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 28/10x
    Vgl; Beis wie T17
  • 11 Os 162/10y
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 11 Os 162/10y
    Auch; nur: Bei einem nicht auf ein Urteil des EGMR gestützten Erneuerungsantrag handelt es sich um einen subsidiären Rechtsbehelf. Demgemäß gelten alle gegenüber dem EGMR normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen der Art 34 und 35 Abs 1 und 2 MRK sinngemäß auch für derartige Anträge. (T24)
  • 11 Os 142/10g
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 11 Os 142/10g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Einspruchsentscheidung des OLG; Opfereigenschaft iSd Art 34 MRK verneint. (T25)
  • 14 Os 187/10x
    Entscheidungstext OGH 05.04.2011 14 Os 187/10x
    Auch; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T13
  • 15 Os 98/10s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 98/10s
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T18
  • 15 Os 184/10p
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 184/10p
    Vgl auch; Beis wie T11; Beis wie T12
  • 14 Os 21/11m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2011 14 Os 21/11m
    Auch; nur T1
  • 11 Os 14/11k
    Entscheidungstext OGH 14.04.2011 11 Os 14/11k
    Vgl auch; nur T20; Beisatz: Hinsichtlich des Grundrechts auf persönliche Freiheit (Art 5 MRK) gelangen ausschließlich die Bestimmungen des GRBG zur Anwendung. (T26)
  • 11 Os 86/11y
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 86/11y
    Vgl auch; nur T1; nur T20; nur T24; Beis wie T4; Beis wie T15; Beisatz: Die bekämpfte Entscheidung ist bestimmt zu bezeichnen. (T27)
  • 12 Os 65/11t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2011 12 Os 65/11t
    Vgl; Beis wie T2
  • 11 Os 53/11w
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 53/11w
    Vgl auch; nur T24; Beis wie T13; Beisatz: Einem Erneuerungsantrag wegen unangemessener Verfahrensdauer steht die mangelnde Rechtswegausschöpfung nach Art 35 Abs 1 MRK entgegen, wenn bei einer Verletzung des Beschleunigungsgebots des § 9 Abs 1 StPO durch die Staatsanwaltschaft kein Antrag nach § 106 Abs 1 Z 1 StPO gestellt wurde. (T28)
  • 15 Os 81/11t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 81/11t
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T14; Beis wie T17
  • 15 Os 175/10i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 175/10i
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T17
  • 11 Os 104/11w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 11 Os 104/11w
    Vgl; Beis wie T15; Beis wie T16 nur: Damit ist bei Vollzug von Freiheitsstrafen ein Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof nicht vorgesehen. (T29)
  • 14 Os 12/11p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 12/11p
    Auch; nur T1; Beis wie T17
  • 11 Os 107/11m
    Entscheidungstext OGH 06.10.2011 11 Os 107/11m
    Vgl; Beisatz: Das Fehlen der nach § 363b Abs 2 Z 1 StPO zwingend erforderlichen Unterschrift eines Verteidigers ist einer Verbesserung nicht zugänglich. (T30)
  • 15 Os 101/11h
    Entscheidungstext OGH 19.10.2011 15 Os 101/11h
    Vgl auch; nur T24; Beis wie T17
  • 12 Os 174/11x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 174/11x
    Vgl; nur T1; nur T20; Beis wie T21; Bem wie T22
  • 11 Os 169/11d
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 11 Os 169/11d
    Vgl auch; Auch Beis wie T2; Vgl auch Beis wie T8; Beisatz: Hier: Erstmalig im Erneuerungsantrag erhobener Einwand der Schuldunfähigkeit. (T31)
  • 11 Os 7/12g
    Entscheidungstext OGH 16.02.2012 11 Os 7/12g
    Auch; nur T1
  • 15 Os 174/11v
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 174/11v
    Auch; Beis wie T7
  • 15 Os 92/11k
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 92/11k
    Vgl; Vgl auch Beis wie T17; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T13
  • 15 Os 4/12w
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 4/12w
    Vgl auch; nur T1
  • 15 Os 118/11h
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 118/11h
    Vgl; nur T1; Auch Beis wie T28
  • 14 Os 12/12i
    Entscheidungstext OGH 03.04.2012 14 Os 12/12i
    Beisatz: Anerkennung der durch die gegenständliche Säumnis bei der Urteilsausfertigung bereits bewirkten unangemessen langen Verfahrensdauer als Konventionsverstoß (Art 6 Abs 1 MRK) und dessen Ausgleich (durch ausdrückliche und messbare Strafmilderung) kann ‑ iSd Art 13 MRK gleichermaßen ‑ wirksam im Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung (vgl § 34 Abs 2 StGB) durchgesetzt werden, womit dem Erneuerungsantrag insoweit mangelnde Rechtswegausschöpfung (Art 35 Abs 1 MRK) entgegensteht. (T32)
  • 14 Os 2/12v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 2/12v
    Vgl; Beis wie T26
  • 15 Os 114/11w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2012 15 Os 114/11w
    Auch; Beis wie T17; Ähnlich Beis wie T13
  • 12 Os 34/12k
    Entscheidungstext OGH 26.06.2012 12 Os 34/12k
    Vgl auch; Auch Beis wie T11; Auch Beis wie T12
  • 13 Os 44/12p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 13 Os 44/12p
    nur T24
  • 17 Os 11/12i
    Entscheidungstext OGH 10.12.2012 17 Os 11/12i
    Vgl; nur T1; Beisatz: Der unter bloß scheinbarer Berufung auf ein Grundrecht gestellte Antrag ist daher in sinngemäßer Anwendung des Art 35 Abs 3 MRK unzulässig. Unzulässige Anträge können nach § 363b Abs 2 StPO zurückgewiesen werden. Insoweit ist § 363b Abs 2 StPO unter dem Aspekt der von 13 Os 135/06m erstmals ausgesprochenen (seither von der ständigen Rechtsprechung bestätigten) analogen Erweiterung des § 363a Abs 1 StPO planwidrig lückenhaft (vgl Art 35 Abs 4 MRK). (T33)
  • 17 Os 24/12a
    Entscheidungstext OGH 10.12.2012 17 Os 24/12a
    Vgl; Beisatz: Der Oberste Gerichtshof eröffnet in ständiger Rechtsprechung zwar die Möglichkeit ‑ auch ohne vorheriges Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ‑ Verletzungen von Grund- und Menschenrechten durch eine Entscheidung oder Verfügung eines untergeordneten Strafgerichts im Weg eines auf § 363a Abs 1 StPO gestützten Antrags geltend zu machen. Dieser hat aber unter anderem die in Art 34 und 35 Abs 1 MRK normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen zu erfüllen. (T34)
    Beisatz: Hier: Der Großteil des Antrags lässt bereits die (konkrete) Bezugnahme auf eine Entscheidung oder Verfügung eines Strafgerichts vermissen. (T35)
  • 14 Os 21/13i
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 21/13i
    Beis wie T17; Beisatz: Bekämpft der Erneuerungsantrag bloß die Beweiswürdigung, so legt er damit keine Verletzung der Unschuldsvermutung dar. (T36)
  • 15 Os 31/13t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 15 Os 31/13t
    Auch; nur T24; Beisatz: Dies hat zur Folge, dass nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs dessen unmittelbarer Anrufung mittels Erneuerungsantrags die Zulässigkeitsbeschränkung des Art 35 Abs 2 lit b erster Fall MRK entgegensteht, weil der Antrag solcherart „im Wesentlichen“ mit dem schon vorher vom Obersten Gerichtshof geprüften Rechtsbehelf des Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 364 StPO) übereinstimmt. (T37)
  • 15 Os 157/12w
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 15 Os 157/12w
    Auch; nur T1; nur T20; nur T24; Beis wie T13; Beis wie T14; Beis wie T21; Bem wie T22
  • 15 Os 150/12s
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 150/12s
    Auch; nur T24; Beis wie T17
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Auch, nur ähnlich T1
  • 11 Os 73/13i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 11 Os 73/13i
    Auch; Beis wie T13
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
    Vgl; Beis wie T17
  • 13 Os 89/13g
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 89/13g
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T21; Beisatz: Der grundsätzlich subsidiäre Erneuerungsantrag ist unzulässig, wenn das durch Art 6 Abs 1 erster Satz MRK garantierte Recht auf Entscheidung durch ein unabhängiges und unparteiisches Gericht durch Antragstellung in der Hauptverhandlung verbunden mit Urteilsanfechtung nach den Regeln der §§ 45 Abs 1, 281 Abs 1 Z 1 StPO wirksam durchgesetzt werden kann, weil vor oder in der Hauptverhandlung getroffene negative Entscheidungen nach § 45 StPO keine Bindungswirkung entfalten. (T38)
  • 13 Os 71/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 71/13k
    Auch; Vgl auch Beis wie T13; Auch Beis wie T17
  • 15 Os 151/12p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 151/12p
    Auch; Beis wie T17
  • 12 Os 64/13y
    Entscheidungstext OGH 17.10.2013 12 Os 64/13y
    nur T24; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T11; Auch Beis wie T13; Vgl auch Beis wie T12; Vgl auch Beis wie T23; Vgl auch Beis wie T37
  • 12 Os 113/13d
    Entscheidungstext OGH 14.11.2013 12 Os 113/13d
    Auch; Auch Beis wie T17
  • 11 Os 177/13h
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 177/13h
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T23; Beis wie T37; Beisatz: Kein Senat des Obersten Gerichtshofs kann - den Fall des vom Ansatz her anders gelagerten, sogenannten Reassumierens bei irrigem Ausgehen von unrichtigen tatsächlichen Umständen (RIS-Justiz RS0101052) ausgenommen - dem von den Verurteilten gestellten Antrag entsprechen, eine bestimmte Entscheidung - noch dazu eines anderen Senats - des Obersten Gerichtshofs aufzuheben und in idem zu entscheiden. (T39)
  • 12 Os 110/13p
    Entscheidungstext OGH 23.01.2014 12 Os 110/13p
    Auch; nur T24; Beis wie T13
  • 14 Os 154/13y
    Entscheidungstext OGH 25.02.2014 14 Os 154/13y
    Vgl; Beisatz: Erneuerungsanträge gegen Entscheidungen, die der Erneuerungswerber mit Beschwerde anfechten kann, sind unzulässig. (T40)
  • 13 Os 106/13g
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 13 Os 106/13g
    Auch; nur T24; Beis wie T17
  • 13 Os 66/13z
    Entscheidungstext OGH 03.10.2013 13 Os 66/13z
    Vgl; Ähnlich Beis wie T21
  • 14 Os 96/13v
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 96/13v
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T13; Beis wie T17; Beisatz: In Betracht kommt eine Entscheidung, die letztinstanzlich infolge eines effektiven Rechtsmittels und in Bezug auf den Beschwerdegegenstand ergangen ist. (T41)
  • 17 Os 13/14m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 13/14m
    Auch; Beis ähnlich wie T13
  • 14 Os 47/14i
    Entscheidungstext OGH 11.09.2014 14 Os 47/14i
    Auch
  • 15 Os 56/14w
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 15 Os 56/14w
    Auch; Beisatz: Der Erneuerungsantrag stimmt im Wesentlichen mit einem bereits vom Obersten Gerichtshof behandelten Erneuerungsantrag überein. (T42)
  • 15 Os 100/14s
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 15 Os 100/14s
    Auch; nur T24; Beis wie T11; Beis wie T23; Beis wie T37; Beis wie T39
  • 12 Os 85/14p
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 12 Os 85/14p
    Beis wie T11; Beis wie T23; Beis wie T39
  • 12 Os 111/14m
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 12 Os 111/14m
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T17
  • 13 Os 86/14t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 13 Os 86/14t
    Auch; Beis wie T11; Beis wie T23
  • 15 Os 149/14x
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 149/14x
    Beis wie T13; Beisatz: Hier: Unterlassung der Anfechtung des Ersturteils. (T43)
  • 15 Os 33/15i
    Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 33/15i
    Auch; Beis wie T16; Beis wie T26
  • 14 Os 28/15x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 28/15x
    Auch; Beis wie T17
  • 15 Os 154/14g
    Entscheidungstext OGH 26.08.2015 15 Os 154/14g
    Auch; Beisatz: Es gelten auch die Zulässigkeitsvoraussetzungen des Art 35 Abs 3 lit b MRK. (T44)
  • 15 Os 115/14x
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 115/14x
    Auch; Beis wie T44
  • 11 Os 95/15b
    Entscheidungstext OGH 01.12.2015 11 Os 95/15b
    Auch; Beis wie T21
  • 15 Os 132/15y
    Entscheidungstext OGH 09.12.2015 15 Os 132/15y
    Auch; Beis wie T13
  • 14 Os 17/16f
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 14 Os 17/16f
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Wird im Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens die Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes behauptet, kann es unter dem Aspekt der (vertikalen) Rechtswegerschöpfung notwendig sein, aus Anlass der gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Berufung einen Antrag auf Normenkontrolle (Art 140 Abs 1 Z 1 lit d B‑VG) zu stellen. (T45)
  • 14 Os 110/15f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 14 Os 110/15f
    Auch; Beisatz: Wenn ein Rechtsbehelf nur deshalb erfolglos war, weil er nicht in der vorgeschriebenen Form eingelegt wurde, Fristen versäumt wurden oder andere formelle Voraussetzungen unbeachtet blieben, sind die Bedingungen des Art 35 Abs 1 MRK nicht erfüllt, sofern nicht Verfahrensvorschriften in missbräuchlicher Weise zum Nachteil des Rechtsmittelwerbers angewendet wurden. (T46)
  • 15 Os 45/17g
    Entscheidungstext OGH 19.07.2017 15 Os 45/17g
    Auch; Beis wie T13
  • 15 Os 78/17k
    Entscheidungstext OGH 19.09.2017 15 Os 78/17k
    Auch; Beis wie T13
  • 15 Os 111/17p
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 15 Os 111/17p
    Auch; Beisatz: Die Geltendmachung einer grundrechtswidrigen Doppelverfolgung (in Form der Durchführung einer Hauptverhandlung) im Rahmen des subsidiären Rechtsbehelfs der Erneuerung des Strafverfahrens scheitert an der Unterlassung der (vertikalen) Erschöpfung des Rechtswegs, wenn die der gerichtlichen Verfolgung zugrunde liegende Fortführung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft (§ 195 Abs 3 StPO) trotz Bestehens eines Verfolgungshindernisses durch einen ‑ gegenständlich aber nicht ergriffenen ‑ Einspruch wegen Rechtsverletzung (§ 106 StPO) überprüfbar gewesen wäre. (T47)
  • 15 Os 104/18k
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 15 Os 104/18k
    Auch; Beis wie T12
  • 14 Os 90/18v
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 90/18v
    Auch; Beis wie T42
  • 14 Os 83/18i
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 83/18i
    Auch; Beis wie T17
  • 14 Os 145/18g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 14 Os 145/18g
    Auch; Beis wie T26
  • 23 Ds 2/19z
    Entscheidungstext OGH 10.05.2019 23 Ds 2/19z
    Beis wie T39
  • 14 Ns 67/19t
    Entscheidungstext OGH 03.12.2019 14 Ns 67/19t
    Vgl; Beis wie T13; Beis wie T26
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Beis wie T13; Beis wie T17
  • 14 Os 122/19a
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 122/19a
    Vgl; Beisatz: Dass eine Grundrechtsbeschwerde und ein ‑ zu dieser subsidiärer ‑ Erneuerungsantrag nach § 363a StPO ohne vorangegangenes Urteil des EGMR (RS0122228) nicht zustehen, wenn sich ein behaupteter Verstoß gegen Art 5 MRK auf die Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug bezieht, schließt nicht aus, dass die Behauptung der Verletzung anderer Grundrechte (insb Art 3 und 8 MRK) während eines Freiheitsentzugs mittels Erneuerungsantrags geltend gemacht werden kann (in diesem Sinn bereits 14 Os 37/15w, der Sache nach auch 11 Os 148/09p; zu ursprünglich von der Strafvollzugsbehörde entschiedenen Strafvollzugssachen s aber 14 Ns 32/17t). (T48)
  • 14 Os 130/19b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2020 14 Os 130/19b
    Vgl; Beis wie T30
  • 14 Os 104/19d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2019 14 Os 104/19d
    Vgl; Beis wie T30
  • 11 Os 50/20t
    Entscheidungstext OGH 15.07.2020 11 Os 50/20t
    Vgl; Beis wie T13
  • 12 Os 51/20x
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 12 Os 51/20x
    Vgl
  • 13 Os 73/20i
    Entscheidungstext OGH 13.10.2020 13 Os 73/20i
    Vgl; Beis wie T12
  • 14 Os 84/20i
    Entscheidungstext OGH 03.11.2020 14 Os 84/20i
    Vgl; Beis wie T28
  • 11 Os 121/20h
    Entscheidungstext OGH 08.01.2021 11 Os 121/20h
    Vgl; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 11 Os 100/20s
    Entscheidungstext OGH 23.12.2020 11 Os 100/20s
    Vgl; Beis wie T17; Beis wie T46
  • 14 Os 61/20g
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 61/20g
    Vgl; Beis wie T13; Beisatz: Die Geltendmachung einer Verletzung von Art 1 1.ZPMRK (im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung einer Beschlagnahme nach § 115 Abs 4 StPO im Ermittlungsverfahren) im Rahmen des subsidiären Rechtsbehelfs der Erneuerung des Strafverfahrens scheitert an der Unterlassung der (vertikalen) Erschöpfung des Rechtswegs, wenn sich der Erneuerungswerber nicht mit einem gegen das Unterbleiben der Aufhebung der Beschlagnahme durch die Staatsanwaltschaft trotz Vorliegens der Aufhebungsgründe des § 115 Abs 6 StPO gerichteten Einspruch wegen Rechtsverletzung nach § 106 StPO zur Wehr gesetzt, sondern vielmehr bloß die Nichtentsprechung eines Begehrens auf eine (im Gesetz nicht vorgesehene) Überweisung des auf einem Bankkonto erliegenden, durch Drittverbot beschlagnahmten Guthabens auf ein Konto des Oberlandesgerichts „unter Fortsetzung der Beschlagnahme“ gerügt hat. (T49)

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122737

Im RIS seit

22.11.2007

Zuletzt aktualisiert am

18.05.2021

Dokumentnummer

JJR_20071023_OGH0002_0110OS00132_06F0000_002

Rechtssatz für 13Ns92/07v 15Os149/07m...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123350

Geschäftszahl

13Ns92/07v; 15Os149/07m; 14Os56/08d; 12Os71/08w; 14Os60/08t; 14Os21/09h; 11Os148/09p; 13Os144/09i; 15Os121/10y; 15Os165/10v; 11Os14/11k; 11Os86/11y; 11Os87/11w; 13Os78/11m; 11Os104/11w; 15Ns59/11m; 14Os153/11y; 15Os4/12w; 14Os2/12v; 12Os20/12a (12Os21/12y); 15Os78/12b; 12Os34/12k (12Os75/12i); 13Ns38/12k; 11Os76/12d; 14Os77/13z; 13Os139/12h; 14Os103/14z; 15Os33/15i; 14Os28/15x; 13Os59/15y; 14Os37/15w; 15Os47/15y; 12Os98/15a; 14Os100/15k; 12Os140/15b; 11Os133/16t; 14Os116/16i (14Os117/16m); 12Os111/16i; 11Os124/17w (11Os147/17b); 13Os12/18s; 12Os38/18g; 12Os124/18d; 14Os145/18g (14Os146/18d); 15Os1/18i; 14Os142/18s (14Os33/19p); 11Os142/19w; 14Os122/19a (14Os123/19y); 12Os111/20w; 15Os22/21f; 15Os24/21z

Entscheidungsdatum

13.02.2008

Norm

StPO §363a
GRBG §1 Abs2

Rechtssatz

Nach § 1 Abs 2 GRBG unzulässige Grundrechtsbeschwerden können nicht als Erneuerungsantrag nach § 363a StPO verstanden werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Ns 92/07v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Ns 92/07v
  • 15 Os 149/07m
    Entscheidungstext OGH 10.03.2008 15 Os 149/07m
  • 14 Os 56/08d
    Entscheidungstext OGH 13.05.2008 14 Os 56/08d
    Auch; Beisatz: Ein Umdeuten einer (unzulässigen) Grundrechtsbeschwerde in einen Antrag nach § 363a StPO scheidet aus, weil letzterer einen bloß subsidiären Rechtsbehelf darstellt, in Betreff des Grundrechts auf Freiheit aber die Bestimmungen des den Rechtszug an den Obersten Gerichtshof ausdrücklich regelnden Grundrechtsbeschwerdegesetzes zur Anwendung gelangen. (T1)
  • 12 Os 71/08w
    Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 71/08w
    Auch
  • 14 Os 60/08t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 14 Os 60/08t
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Nach § 1 Abs 1 GRBG steht wegen Verletzung des Grundrechts auf persönliche Freiheit durch eine strafgerichtliche Entscheidung oder Verfügung dem Betroffenen nach Erschöpfung des Instanzenzugs die Grundrechtsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof zu. Dies gilt nach der ausdrücklichen Regelung des § 1 Abs 2 GRBG nicht für die Verhängung und den Vollzug von Freiheitsstrafen und vorbeugenden Maßnahmen wegen gerichtlich strafbarer Handlungen, weshalb in diesen Fällen eine Grundrechtsbeschwerde nach § 1 Abs 2 GRBG ebenso ausgeschlossen ist wie der - subsidiäre - Erneuerungsantrag. (T2)
  • 14 Os 21/09h
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 14 Os 21/09h
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Damit ist Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof in Betreff der Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug gesetzlich nicht vorgesehen. Dies gilt auch für die (im § 1 Abs 2 GRBG - solcherart lückenhaft - nicht ausdrücklich erwähnte) Untersuchungshaft (vgl die §§ 182 ff des vierten Abschnitts des neunten Hauptstücks der StPO; Fahndung, Festnahme und die Zulässigkeit der Untersuchungshaft finden sich in den Abschnitten eins bis drei des neunten Hauptstücks der StPO), weil eine insoweit differenzierte Rechtsschutzbetrachtung (zwischen dem Vollzug von Untersuchungshaft und Strafhaft) keine sachliche Rechtfertigung hätte. (T3)
  • 11 Os 148/09p
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 11 Os 148/09p
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 144/09i
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 13 Os 144/09i
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 121/10y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2010 15 Os 121/10y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 15 Os 165/10v
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 15 Os 165/10v
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 14/11k
    Entscheidungstext OGH 14.04.2011 11 Os 14/11k
    Vgl auch
  • 11 Os 86/11y
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 86/11y
    Auch; Beis wie T2
  • 11 Os 87/11w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 11 Os 87/11w
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Nach Art 5 Abs 1 lit a MRK reicht die bloß formale Rechtfertigung der Freiheitsentziehung durch eine Verurteilung aus. (T4)
  • 13 Os 78/11m
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 13 Os 78/11m
    Auch
  • 11 Os 104/11w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 11 Os 104/11w
    Auch; Beisatz: Für den Vollzug von Freiheitsstrafen und vorbeugenden Maßnahmen wegen gerichtlich strafbarer Handlungen schließt § 1 Abs 2 GRBG die Grundrechtsbeschwerde und damit auch den dazu subsidiären Erneuerungsantrag ausdrücklich aus. (T5)
  • 15 Ns 59/11m
    Entscheidungstext OGH 16.11.2011 15 Ns 59/11m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 14 Os 153/11y
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 14 Os 153/11y
  • 15 Os 4/12w
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 4/12w
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 2/12v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 2/12v
    Auch; Beis wie T5
  • 12 Os 20/12a
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 12 Os 20/12a
    Vgl; Beisatz: Die Bemessung von Strafen ist nicht Gegenstand von Grundrechtsbeschwerde oder Erneuerungsantrag. (T6)
  • 15 Os 78/12b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2012 15 Os 78/12b
    Auch
  • 12 Os 34/12k
    Entscheidungstext OGH 26.06.2012 12 Os 34/12k
    Vgl auch; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T5
  • 13 Ns 38/12k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2012 13 Ns 38/12k
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Demgemäß sind Entscheidungen über die bedingte Entlassung aus Freiheitsstrafen oder mit Freiheitsentziehung verbundenen vorbeugenden Maßnahmen nicht Gegenstand des Antrags nach § 363a Abs 1 StPO. (T7)
  • 11 Os 76/12d
    Entscheidungstext OGH 21.08.2012 11 Os 76/12d
    Vgl; Beis wie T2
  • 14 Os 77/13z
    Entscheidungstext OGH 09.07.2013 14 Os 77/13z
    Auch
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T1
  • 14 Os 103/14z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 103/14z
    Auch
  • 15 Os 33/15i
    Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 33/15i
    Beis wie T1
  • 14 Os 28/15x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 28/15x
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 59/15y
    Entscheidungstext OGH 17.06.2015 13 Os 59/15y
    Vgl; Beis wie T3
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 15 Os 47/15y
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 15 Os 47/15y
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 12 Os 98/15a
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 12 Os 98/15a
    Auch; Beis wie T3
  • 14 Os 100/15k
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 100/15k
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 12 Os 140/15b
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 12 Os 140/15b
    Vgl auch
  • 11 Os 133/16t
    Entscheidungstext OGH 13.12.2016 11 Os 133/16t
    Beis wie T5
  • 14 Os 116/16i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 14 Os 116/16i
    Beis wie T5
  • 12 Os 111/16i
    Entscheidungstext OGH 02.03.2017 12 Os 111/16i
    Auch; Beis wie T6
  • 11 Os 124/17w
    Entscheidungstext OGH 12.12.2017 11 Os 124/17w
    Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Dies betrifft nur den von der Rechtsprechung entwickelten erweiterten Anwendungsbereich des Erneuerungsantrags. (T8)
  • 13 Os 12/18s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 12/18s
    Auch
  • 12 Os 38/18g
    Entscheidungstext OGH 05.07.2018 12 Os 38/18g
    Auch
  • 12 Os 124/18d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 12 Os 124/18d
  • 14 Os 145/18g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 14 Os 145/18g
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 1/19i
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 15 Os 1/19i
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 14 Os 142/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 142/18s
    Auch
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 122/19a
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 122/19a
    Vgl; Beisatz: Dass eine Grundrechtsbeschwerde und ein ‑ zu dieser subsidiärer ‑ Erneuerungsantrag nach § 363a StPO ohne vorangegangenes Urteil des EGMR (RS0122228) nicht zustehen, wenn sich ein behaupteter Verstoß gegen Art 5 MRK auf die Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug bezieht, schließt nicht aus, dass die Behauptung der Verletzung anderer Grundrechte (insb Art 3 und 8 MRK) während eines Freiheitsentzugs mittels Erneuerungsantrags geltend gemacht werden kann (in diesem Sinn bereits 14 Os 37/15w, der Sache nach auch 11 Os 148/09p; zu ursprünglich von der Strafvollzugsbehörde entschiedenen Strafvollzugssachen s aber 14 Ns 32/17t). (T9)
  • 12 Os 111/20w
    Entscheidungstext OGH 01.10.2020 12 Os 111/20w
    Vgl
  • 15 Os 22/21f
    Entscheidungstext OGH 02.03.2021 15 Os 22/21f
    Vgl; Beis wie T3
  • 15 Os 24/21z
    Entscheidungstext OGH 09.03.2021 15 Os 24/21z
    Vgl; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123350

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

07.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130NS00092_07V0000_001

Rechtssatz für 13Os150/07v 11Os46/08m...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123229

Geschäftszahl

13Os150/07v; 11Os46/08m; 14Os67/08x; Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw13284/04; Bsw50278/99; 15Os12/10v; Bsw32621/06; 13Os138/11k; Bsw19576/08; 14Os41/12d; Bsw21896/08; Bsw21055/09; Bsw17185/05; 14Os128/12y; 12Os158/12w; 13Os139/12h; 14Os145/13z; Bsw9146/07 (Bsw32650/07); Bsw24027/07; Bsw7788/11; Bsw52077/10; Bsw54131/10; Bsw14743/11; Bsw67286/10; 13Os27/15t (13Os30/15h); 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os111/15k (15Os120/15h); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 15Os3/16d; 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw140/10; 15Os77/17p; 13Os56/17k; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 11Os117/18t; 14Os58/19i; 15Os45/19g; 15Os75/19x (15Os76/19v); 11Os142/19w; Bsw59166/12

Entscheidungsdatum

13.02.2008

Norm

StPO §363a
MRK Art2
MRK Art3 III7a
MRK Art3 III7b

Rechtssatz

Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. Der Beschwerdeführer hat die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. Die bloße Möglichkeit drohender Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung reicht nicht aus. Demnach muss ein konkretes Risiko bestehen, die betreffende Person würde im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt sein, und dies muss anhand stichhaltiger Gründe belegbar sein. Dabei spielen auch die Schwere der drohenden Verletzung und das sonstige Verhalten des Mitgliedsstaats der MRK eine Rolle, wobei auch der Umstand relevant sein kann, dass im Zielland fundamentale Menschenrechte verletzt werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 150/07v
    Beisatz: Geht die Gefahr für Leib und Leben nicht von staatlicher Seite aus, muss der Beschwerdeführer nicht nur nachweisen, dass die Gefahr eine unmittelbar drohende ist, sondern auch, dass die staatlichen Autoritäten nicht in der Lage sind, ihn ausreichend vor dieser Gefahr zu schützen. (T1)
    Bem: Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR. (T2)
  • 11 Os 46/08m
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 46/08m
    Beisatz: Grundsätzlich ergibt sich kein Hinderungsgrund für die Auslieferung, wenn den Betroffenen im Verfolgerstaat ein Strafverfahren mit oder ohne Untersuchungshaft erwartet oder wenn er wegen einer strafrechtlichen Verurteilung in Haft genommen werden soll, solange die Umstände der Haft selbst nicht gegen Art 3 MRK verstoßen. (T3)
    Beisatz: Haftbedingungen können eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung sein, auch wenn sie nicht darauf abzielen, den Gefangenen zu demütigen oder zu erniedrigen. Sie verletzen Art 3 MRK, wenn sie erhebliches psychisches oder physisches Leid verursachen, die Menschenwürde beeinträchtigen oder Gefühle von Demütigung und Erniedrigung erwecken. Zu berücksichtigen sind dabei alle Umstände, so zum Beispiel Überbelegung, mangelhafte Heizung oder Lüftung, übergroße Hitze, sanitäre Verhältnisse, Schlafmöglichkeit, Ernährung, Erholung und Außenkontakte sowie gegebenenfalls ihr kumulativer Effekt. (T4)
  • 14 Os 67/08x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 67/08x
    Auch; nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. (T5)
    Beisatz: Bei der Türkei handelt es sich um einen Konventionsstaat der MRK, sodass die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staats eingeschränkt ist, weil der Betroffene im Zielstaat Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. Eine Mitverantwortung des ersuchenden Staats besteht nur dann, wenn dem Betroffenen nach seiner Auslieferung Folter oder sonstige schwere oder irreparable Misshandlungen drohen und effektiver Rechtsschutz - auch durch den EGMR - nicht oder nicht rechtzeitig zu erreichen ist. (T6)
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.02.2003 Bsw 46827/99
    Vgl; Veröff: NL 2003,133
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.02.2005 Bsw 46827/99
    Veröff: NL 2005,23
  • Bsw 13284/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 08.11.2005 Bsw 13284/04
    Veröff: NL 2005,273
  • Bsw 50278/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2006 Bsw 50278/99
    Veröff: NL 2006,15
  • 15 Os 12/10v
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 12/10v
    Vgl auch; Beis wie T1
  • Bsw 32621/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.01.2009 Bsw 32621/06
    nur: Demnach muss ein konkretes Risiko bestehen, die betreffende Person würde im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt sein, und dies muss anhand stichhaltiger Gründe belegbar sein. (T7)
    Veröff: NL 2009,22
  • 13 Os 138/11k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 138/11k
    Beis wie T1; Bem wie T2; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Auslieferung nach Serbien. (T8)
  • Bsw 19576/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 03.12.2009 Bsw 19576/08
    Vgl auch; Veröff: NL 2009,351
  • 14 Os 41/12d
    Entscheidungstext OGH 16.05.2012 14 Os 41/12d
    Vgl; nur: Der Antragsteller hat nicht bloß die Möglichkeit einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung, sondern die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. (T9)
    Beisatz: Hier: Diesen Anforderungen entspricht das Antragsvorbringen nicht, denn es beschränkt sich auf einen ‑ unter dem Blickwinkel des Art 3 MRK (anders als nach § 16 Abs 3 ARHG) nicht entscheidenden ‑ Vergleich der abstrakten Höchststrafdrohungen nach österreichischem und amerikanischem Recht. (T10)
  • Bsw 21896/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 19.01.2010 Bsw 21896/08
    Vgl auch; nur T5; Veröff: NL 2010,38
  • Bsw 21055/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.05.2010 Bsw 21055/09
    Vgl auch; Veröff: NL 2010,163
  • Bsw 17185/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.09.2010 Bsw 17185/05
    Auch; nur T5; Veröff: NL 2010,297
  • 14 Os 128/12y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 128/12y
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Bei Abschiebung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staats eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielland rechtzeitig Rechtsschutz erlangen kann. (T11)
    Beisatz: Der Nachweis konkreter Anhaltspunkte und stichhaltiger Gründe für die Annahme einer individuellen Gefahr erscheint nur dann verzichtbar, wenn der ersuchende Staat eine ständige Praxis umfassender und systematischer Menschenrechtsverletzungen aufweist. (T12)
    Beisatz: Hier: Auslieferung an die Republik Moldau. (T13)
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    nur T9
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
    Beis wie T3; Beis wie T11
  • Bsw 9146/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 9146/07
    Auch; nur T5; Beisatz: Eine Konventionsverletzung kann auch dann vorliegen, wenn der betroffenen Person im Fall ihrer Rückführung in den ersuchenden Staat ein völlig außer Verhältnis stehendes Strafurteil droht. (Bem: Harkins und Edwards gg. das Vereinigte Königreich) (T14)
    Veröff: NL 2012,11
  • Bsw 24027/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.04.2012 Bsw 24027/07
    nur T5; Beis wie T14; Beisatz: Die absolute Natur von Art 3 MRK bedeutet nicht, dass jede Form von Misshandlung als Hindernis für die Verbringung aus einem Vertragsstaat wirkt. (Babar Ahmad u.a. gg. das Vereinigte Königreich) (T15)
    Veröff: NL 2012,114
  • Bsw 7788/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.05.2012 Bsw 7788/11
    Vgl; Veröff: NL 2012,156
  • Bsw 52077/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.05.2012 Bsw 52077/10
    nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. (T16)
    Beisatz: Hier: Besorgnis erregende Menschenrechtssituation im Iran steht als solche nicht generell Abschiebungen entgegen. (S.F. u.a. gg. Schweden) (T17)
    Veröff: NL 2012,163
  • Bsw 54131/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.06.2012 Bsw 54131/10
    Auch; Veröff: NL 2012,180
  • Bsw 14743/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 02.10.2012 Bsw 14743/11
    Auch; Veröff: NL 2012,322
  • Bsw 67286/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.02.2013 Bsw 67286/10
    Vgl auch; nur T5; Beisatz: Hier: In Usbekistan besteht eine systematische und willkürliche Praxis der Folterung von Häftlingen in Polizeigewahrsam. (Zokhidov gg. Russland) (T18)
    Veröff: NL 2013,33
  • 13 Os 27/15t
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 27/15t
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T11; Beis wie T12; Beisatz: Wenn objektive Quellen von der Anwendung oder Tolerierung von Praktiken berichten, die den Prinzipien der Konvention entgegenstehen, sind diplomatische Zusicherungen generell nicht ausreichend, um adäquaten Schutz vor Folter oder Misshandlung der ausgelieferten Person zu gewährleisten. (T19)
    Beisatz: Den Ausspruch über die Zulässigkeit der Auslieferung an die Bedingung zu knüpfen, dass sich der ersuchende Staat in Bezug auf die betroffene Person in Zukunft konventionskonform verhält, widerspricht § 33 Abs 1 und 3 ARHG iVm Art 3 und 6 MRK. (T20)
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T11; Beis wie T19; Beis wie T20; Beisatz: Die Vermutung konventionskonformer Behandlung bei Auslieferung in einen Vertragsstaat ist aber widerlegt, wenn das Gegenteil vom Betroffenen schlüssig nachgewiesen wurde oder dessen konkrete Gefährdung vom Gericht schon auf Basis objektiver Quellen wegen im Zielstaat ‑ ungeachtet dessen rechtlicher Verpflichtungen (insbesondere nach der MRK) ‑ bestehender systemischer Defizite im Grundrechtsschutz angenommen werden muss. (T21)
  • 15 Os 111/15k
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 111/15k
    Auch
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
    Auch; Beis wie T12
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T12
  • 14 Os 10/16a
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 10/16a
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 3/16d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 3/16d
    Auch; Beis wie T12
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T12
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    Auch; Veröff: NL 2014,383
  • 15 Os 77/17p
    Entscheidungstext OGH 19.07.2017 15 Os 77/17p
    Auch; Beis wie T20; Beisatz: Hier: Unzulässigkeit der Bedingung, den Auszuliefernden nicht in einer bestimmten Haftanstalt unterzubringen. (T22)
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Der EGMR hat die von Italien gegen die Überbelegung von Gefängnissen ergriffenen gesetzlichen Maßnahmen bereits als effektiv anerkannt und weitere derartige Beschwerden wegen Nichterschöpfung des innerstaatlichen Instanzenzugs für unzulässig erklärt. (T23)
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Auch; Beis wie T10
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T10; Beis wie T12; Beisatz: Bei der Prüfung des die auszuliefernde Person konkret treffenden Risikos einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ist auch darauf abzustellen, ob es sich um einen reinen Kriminalfall ohne jeglichen politischen oder religiösen Kontext handelt oder ob der Betroffene einer besonders vulnerablen Gruppe angehört. (T24)
    Beisatz: Neben der persönlichen Situation der betroffenen Person ist weiters die allgemeine Lage im Zielland zu berücksichtigen, ferner die Schwere der drohenden Verletzung sowie das sonstige Verhalten des ersuchenden Staats im Hinblick auf die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und seine Bereitschaft, einen konkret erhobenen Vorwurf einer Verletzung von Art 3 MRK lückenlos aufzuklären. (T25)
    Beisatz: Bei einer Auslieferung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates zudem eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielstaat (rechtzeitig) Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. (T26)
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 45/19g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2019 15 Os 45/19g
    nur T5
  • 15 Os 75/19x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2019 15 Os 75/19x
    Vgl; Beis wie T1; nur T9
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Beis wie T1; Beis wie T12
  • Bsw 59166/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.08.2016 Bsw 59166/12
    Auch; nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. Der Beschwerdeführer hat die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. (T27)
    Veröff: 2016,338

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123229

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

14.05.2020

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130OS00150_07V0000_001

Rechtssatz für 13Os150/07v 14Os67/08x...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123230

Geschäftszahl

13Os150/07v; 14Os67/08x; Bsw53441/99; Bsw52206/99; Bsw42703/98; Bsw60654/00; Bsw46410/99; Bsw32231/02; 14Os87/10s; 12Os160/10m; Bsw265/07; 13Os156/11g (13Ns2/12s); Bsw2700/10; Bsw55597/09; Bsw41416/08; Bsw29157/09; 13Os139/12h; Bsw54131/10; Bsw38005/07; 15Os32/15t; Bsw12020/09; 15Os3/16d; Bsw1785/08; Bsw71398/12; Bsw32493/08; 13Os56/17k; Bsw27945/10; Bsw38030/12; Bsw39350/13; Bsw6009/10; 11Os117/18t; Bsw55470/10; Bsw25358/12; Bsw41697/12

Entscheidungsdatum

13.02.2008

Norm

StPO §363a
MRK Art8 IV3f

Rechtssatz

Unter bestimmten Umständen kann der Schutz des Familienlebens einer Ausweisung entgegen stehen, nämlich dann, wenn der Betroffene im Aufenthaltsstaat persönliche oder familiäre Bindungen hat, die ausreichend stark sind und durch eine Auslieferung beeinträchtigt würden. Ein Eingriff begründet dann eine Verletzung von Art 8 MRK, wenn er nicht gesetzlich vorgesehen ist oder kein legitimes Ziel verfolgt oder nicht als notwendig in einer demokratischen Gesellschaft angesehen werden kann. Bei der zufolge Art 8 Abs 2 MRK erforderlichen Notwendigkeits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung einer das Familienleben beschränkenden Maßnahme ist insbesondere darauf abzustellen, ob den im ersuchten Staat wohnenden Familienmitgliedern zugemutet werden kann, der auszuliefernden Person in den Heimatstaat zu folgen und sich dort niederzulassen. Dies ist jedenfalls dann anzunehmen, wenn begründete Aussicht besteht, dass sich die Familie relativ rasch in die Gesellschaft des ersuchenden Staates wird integrieren können.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 150/07v
    Beisatz: Hier: Kein unzulässiger Eingriff in Art 8 MRK. (T1)
    Bem: Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR. (T2)
  • 14 Os 67/08x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 67/08x
    Auch; nur: Ein Eingriff begründet dann eine Verletzung von Art 8 MRK, wenn er nicht gesetzlich vorgesehen ist oder kein legitimes Ziel verfolgt oder nicht als notwendig in einer demokratischen Gesellschaft angesehen werden kann. (T1)
    Beisatz: Bei der entsprechend dem Eingriffsvorbehalt des Art 8 Abs 2 MRK vorzunehmenden Notwendigkeits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung einer das Familienleben beschränkenden Maßnahme prävaliert in Anbetracht der Schwere der Auslieferungstaten (hier: Verdacht, als bewaffnetes Mitglied der Hisbollah fünf Menschen ermordet zu haben) vorliegend ein Überwiegen der öffentlichen Interessen. (T2)
  • Bsw 53441/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.07.2003 Bsw 53441/99
    Vgl; Veröff: NL 2002,201
  • Bsw 52206/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.07.2003 Bsw 52206/99
    Vgl; Veröff: NL 2003,209
  • Bsw 42703/98
    Entscheidungstext AUSL EGMR 22.04.2004 Bsw 42703/98
    Vgl; Veröff: NL 2004,87
  • Bsw 60654/00
    Entscheidungstext AUSL EGMR 16.06.2005 Bsw 60654/00
    Veröff: NL 2005,138
  • Bsw 46410/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.07.2005 Bsw 46410/99
    Vgl; Veröff: NL 2005,185
  • Bsw 32231/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.10.2005 Bsw 32231/02
    Veröff: NL 2005,248
  • 14 Os 87/10s
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 14 Os 87/10s
    Vgl
  • 12 Os 160/10m
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 12 Os 160/10m
    Vgl
  • Bsw 265/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 31.07.2008 Bsw 265/07
    Vgl auch; nur: Unter bestimmten Umständen kann der Schutz des Familienlebens einer Ausweisung entgegen stehen, nämlich dann, wenn der Betroffene im Aufenthaltsstaat persönliche oder familiäre Bindungen hat, die ausreichend stark sind und durch eine Auslieferung beeinträchtigt würden. Ein Eingriff begründet dann eine Verletzung von Art 8 MRK, wenn er nicht gesetzlich vorgesehen ist oder kein legitimes Ziel verfolgt oder nicht als notwendig in einer demokratischen Gesellschaft angesehen werden kann. (T3) Veröff: NL 2008,229
  • 13 Os 156/11g
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 13 Os 156/11g
    Vgl; nur T3; Beisatz: Bei der zufolge Art 8 Abs 2 MRK erforderlichen Notwendigkeits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung ist im hier maßgeblichen Zusammenhang einer Auslieferung zur Strafverfolgung zu berücksichtigen, dass den Interessen der betroffenen Person ‑ anders als etwa in Fällen der Ausweisung und Abschiebung zur Durchsetzung der Einwanderungspolitik ‑ insbesondere das Interesse des ersuchenden Staates an der Verfolgung bereits begangener Straftaten gegenüber steht, wobei der EGMR dem Strafverfolgungsinteresse bei Suchtgiftdelinquenz besonderes Gewicht beimisst. (T4)
    Beisatz: Familiäre Beziehungen zwischen Erwachsenen (hier: des Antragstellers zu seinen Eltern und seiner Schwester) können eine Auslieferung unter dem Aspekt des Art 8 MRK nur dann hindern, wenn über die sonst üblichen (emotionalen) Bindungen hinaus Merkmale einer Abhängigkeit bestehen. (T5)
  • Bsw 2700/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.03.2011 Bsw 2700/10
    Vgl auch; nur T3; Veröff: NL 2011,75
  • Bsw 55597/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 28.06.2011 Bsw 55597/09
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Die besondere Berücksichtigung des Kindeswohls kann einer Ausweisung entgegenstehen, wenn es durch die Ausweisung zu einer Trennung der Kinder von ihrer Hauptbezugsperson kommen würde. (Nunez gg. Norwegen) (T6)
    Veröff: NL 2011,169
  • Bsw 41416/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.07.2011 Bsw 41416/08
    Vgl auch; nur T3; Veröff: NL 2011,235
  • Bsw 29157/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.07.2011 Bsw 29157/09
    Vgl auch; Beis: Bei der Zumutbarkeit der gemeinsamen Ausreise ist auch zu berücksichtigen, ob sich die Kinder in einem anpassungsfähigen Alter befinden. (Liu gg. Russland [Nr. 2]) (T7)
    Veröff: NL 2011,239
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl auch
  • Bsw 54131/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.06.2012 Bsw 54131/10
    Vgl auch; Veröff: NL 2012,180
  • Bsw 38005/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.11.2012 Bsw 38005/07
    Vgl auch; Beis wie T4; Veröff: NL 2012,377
  • 15 Os 32/15t
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 15 Os 32/15t
    Vgl; Beis wie T4
  • Bsw 12020/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 16.04.2013 Bsw 12020/09
    Auch; nur T3; Veröff: NL 2013,125
  • 15 Os 3/16d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 3/16d
    Auch
  • Bsw 1785/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.11.2013 Bsw 1785/08
    Vgl auch; Veröff: NL 2013,426
  • Bsw 71398/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.06.2014 Bsw 71398/12
    Vgl auch; Veröff: NL 2014,203
  • Bsw 32493/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.06.2014 Bsw 32493/08
    Auch; nur T3; Veröff: NL 2014,219
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch; Beis wie T4
  • Bsw 27945/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 02.04.2015 Bsw 27945/10
    Vgl auch; Beis wie T6; Veröff: NL 2015,129
  • Bsw 38030/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.04.2015 Bsw 38030/12
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Beziehungen zwischen erwachsenen Familienmitgliedern genießen nicht den spezifischen Schutz des Familienlebens, solange keine anderen Elemente der Abhängigkeit bestehen als die gewöhnlichen emotionalen Bindungen zwischen Familienmitgliedern. (Khan gg. Deutschland) (T8)
    Veröff: NL 2015,132
  • Bsw 39350/13
    Entscheidungstext AUSL EGMR 30.06.2015 Bsw 39350/13
    Vgl auch; Beisatz: In diesem Kontext zu berücksichtigende Faktoren sind das Ausmaß, in dem Familienleben tatsächlich unterbrochen würde, das Ausmaß der Bindungen im Vertragsstaat, das Bestehen unüberwindbarer Hindernisse für ein gemeinsames Leben der Familie im Herkunftsstaat des betroffenen Fremden und das Bestehen von Faktoren der Einwanderungskontrolle oder von Überlegungen der öffentlichen Ordnung, die für eine Ausweisung sprechen. (A.S. gg. die Schweiz) (T9)
    Veröff: NL 2015,202
  • Bsw 6009/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 02.06.2015 Bsw 6009/10
    Vgl auch; Beis wie T8; Veröff: NL 2015,225
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T8
  • Bsw 55470/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.01.2017 Bsw 55470/10
    Vgl auch; Beis wie T9; Veröff: NL 2017,23
  • Bsw 25358/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.01.2017 Bsw 25358/12
    Vgl auch; Beis wie T9; Veröff: NL 2017,26
  • Bsw 41697/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 25.04.2017 Bsw 41697/12
    Auch; Veröff: NL 2017,157

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123230

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

29.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130OS00150_07V0000_002

Rechtssatz für 11Os46/08m 14Os67/08x B...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123232

Geschäftszahl

11Os46/08m; 14Os67/08x; Bsw46827/99 (Bsw46951/99); 15Os178/09d; Bsw30471/08; 13Os139/12h; Bsw7788/11; Bsw54131/10

Entscheidungsdatum

01.04.2008

Norm

StPO §363a
MRK allg

Rechtssatz

Weder die MRK noch eines ihrer Zusatzprotokolle garantiert ein Recht auf politisches Asyl in einem Konventionsstaat.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 46/08m
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 46/08m
    EGMR 30.10.1991, Nr 13163/87, 13164/87, 13165/87, 13447/87, 13448/87, Vilvarajah gegen das Vereinigte Königreich, ÖJZ 1992/13 (MRK), 309; EGMR 17.12.1996, Nr 71/1995/577/663, Ahmed gegen Österreich, ÖJZ
    1997/6 (MRK), 231; jüngst EGMR 28.2.2008, Nr 37.201/06, Saadi gegen Italien. (T1)
  • 14 Os 67/08x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 67/08x
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.02.2003 Bsw 46827/99
    Veröff; NL 2003,133
  • 15 Os 178/09d
    Entscheidungstext OGH 08.01.2010 15 Os 178/09d
    Auch
  • Bsw 30471/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 22.09.2009 Bsw 30471/08
    Veröff: NL 2009,276
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
  • Bsw 7788/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.05.2012 Bsw 7788/11
    Veröff: NL 2012,156
  • Bsw 54131/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.06.2012 Bsw 54131/10
    Veröff: NL 2012,180

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123232

Im RIS seit

01.05.2008

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2014

Dokumentnummer

JJR_20080401_OGH0002_0110OS00046_08M0000_001

Rechtssatz für 15Os156/08t 15Os164/08v...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124359

Geschäftszahl

15Os156/08t; 15Os164/08v; 15Os168/09h; 11Os119/09y; 11Os121/09t; 11Os117/10f; 15Os130/10x; 15Os28/10x; 15Os98/10s; 15Os81/11t; 15Os175/10i; 14Os12/11p; 15Os101/11h; 12Os174/11x; 12Os149/11w; 15Os92/11k; 15Os94/12f; 17Os11/12i; 15Os39/12t; 15Os150/12s; 15Os34/13h; 13Os139/12h; 14Os145/13z; 13Os71/13k; 15Os151/12p (15Os32/13i); 15Os52/12d; 14Os96/13v (14Os143/13f, 14Os144/13b); 12Os66/14v; 11Os67/14h; 15Os72/14y; 14Os127/14d; 12Os111/14m; 14Os92/14g; 14Os28/15x; 13Os2/15s; 13Os84/14y; 13Os19/15s; 14Os37/15w; 11Os55/15w; 14Os60/15b (14Os73/15i); 13Os99/15f; 15Os110/15p; 13Os90/15g; 14Os100/15k; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 13Os115/15h; 14Os17/16f; 15Os3/16d; 14Os35/16b; 13Os17/16y; 15Os128/16m (15Os129/16h); 12Os83/17y (12Os84/17w); 12Os104/17m (12Os105/17h); 13Os83/18g (13Os84/18d); 15Os129/19p (15Os130/19k); 11Os50/20t (11Os71/20f); 11Os85/20i (11Os86/20m); 15Os29/21k (15Os30/21g)

Entscheidungsdatum

15.12.2008

Norm

StPO §363a Abs1

Rechtssatz

Ein Erneuerungsantrag, der sich nicht auf eine Entscheidung des EGMR berufen kann, hat deutlich und bestimmt darzulegen, worin eine - vom angerufenen Obersten Gerichtshof sodann selbst zu beurteilende - Grundrechtsverletzung im Sinn des § 363a Abs 1 StPO zu erblicken sei. Dabei hat er sich mit der als grundrechtswidrig bezeichneten Entscheidung in allen relevanten Punkten auseinanderzusetzen.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 156/08t
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 15 Os 156/08t
  • 15 Os 164/08v
    Entscheidungstext OGH 24.06.2009 15 Os 164/08v
  • 15 Os 168/09h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 15 Os 168/09h
    Auch; Beisatz: Die Opfereigenschaft nach Art 34 MRK ist nur dann anzunehmen, wenn der Beschwerdeführer substantiiert und schlüssig vorträgt, in einem bestimmten Konventionsrecht verletzt zu sein. (T1)
  • 11 Os 119/09y
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 119/09y
    Auch
  • 11 Os 121/09t
    Entscheidungstext OGH 17.08.2010 11 Os 121/09t
    Beis wie T1
  • 11 Os 117/10f
    Entscheidungstext OGH 28.09.2010 11 Os 117/10f
  • 15 Os 130/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 130/10x
  • 15 Os 28/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 28/10x
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 98/10s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 98/10s
    Vgl auch
  • 15 Os 81/11t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 81/11t
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 175/10i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 175/10i
    Beis wie T1
  • 14 Os 12/11p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 12/11p
  • 15 Os 101/11h
    Entscheidungstext OGH 19.10.2011 15 Os 101/11h
    Beis wie T1
  • 12 Os 174/11x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 174/11x
    Auch
  • 12 Os 149/11w
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 12 Os 149/11w
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 92/11k
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 92/11k
  • 15 Os 94/12f
    Entscheidungstext OGH 26.09.2012 15 Os 94/12f
    Auch
  • 17 Os 11/12i
    Entscheidungstext OGH 10.12.2012 17 Os 11/12i
    Vgl; Beisatz: Prozessförmiges Aufzeigen von Rechtsfehlern als Grund für Erneuerung des Strafverfahrens bedarf methodengerechter (das heißt, nach Maßgabe juristisch geordneter Gedankenführung zumindest vertretbarer, wenngleich nicht notwendigerweise zutreffender) Ableitung der aufgestellten Rechtsbehauptung aus der reklamierten Grundrechtsverheißung. Es gilt nichts anderes als für prozessförmige Darstellung einer Rechts‑ oder Subsumtionsrüge. Ohne nachvollziehbaren Bezug zum reklamierten Grundrecht fehlt es an der prozessualen Möglichkeit, dessen Verletzung festzustellen, weil amtswegiges Vorgehen des Obersten Gerichtshofs vom Gesetz nicht vorgesehen ist (vgl demgegenüber §§ 290 Abs 1 zweiter Satz, 362 Abs 1 Z 1 StPO). (T2)
    Bem: RS0128393. (T3)
  • 15 Os 39/12t
    Entscheidungstext OGH 21.11.2012 15 Os 39/12t
  • 15 Os 150/12s
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 150/12s
    Auch
  • 15 Os 34/13h
    Entscheidungstext OGH 26.06.2013 15 Os 34/13h
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl auch
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
  • 13 Os 71/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 71/13k
    Auch Beis wie T1
  • 15 Os 151/12p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 151/12p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 15 Os 52/12d
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 15 Os 52/12d
  • 14 Os 96/13v
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 96/13v
    Auch
  • 12 Os 66/14v
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 12 Os 66/14v
    Auch
  • 11 Os 67/14h
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 11 Os 67/14h
    Auch
  • 15 Os 72/14y
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 15 Os 72/14y
    Auch
  • 14 Os 127/14d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2015 14 Os 127/14d
  • 12 Os 111/14m
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 12 Os 111/14m
    Auch
  • 14 Os 92/14g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2015 14 Os 92/14g
    Auch
  • 14 Os 28/15x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 28/15x
    Auch
  • 13 Os 2/15s
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 2/15s
  • 13 Os 84/14y
    Entscheidungstext OGH 09.06.2015 13 Os 84/14y
    Beis wie T1
  • 13 Os 19/15s
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 19/15s
    Beis wie T1
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
  • 11 Os 55/15w
    Entscheidungstext OGH 02.06.2015 11 Os 55/15w
    Auch
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
  • 13 Os 99/15f
    Entscheidungstext OGH 23.09.2015 13 Os 99/15f
    Beis wie T1
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
    Auch
  • 13 Os 90/15g
    Entscheidungstext OGH 28.10.2015 13 Os 90/15g
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 100/15k
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 100/15k
    Auch
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch
  • 14 Os 10/16a
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 10/16a
    Auch
  • 13 Os 115/15h
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 115/15h
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 17/16f
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 14 Os 17/16f
    Auch
  • 15 Os 3/16d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 3/16d
    Auch
  • 14 Os 35/16b
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 14 Os 35/16b
    Auch
  • 13 Os 17/16y
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 13 Os 17/16y
    Auch
  • 15 Os 128/16m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 128/16m
    Auch
  • 12 Os 83/17y
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 83/17y
    Auch
  • 12 Os 104/17m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 104/17m
    Auch
  • 13 Os 83/18g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 13 Os 83/18g
    Auch
  • 15 Os 129/19p
    Entscheidungstext OGH 12.05.2020 15 Os 129/19p
    Vgl
  • 11 Os 50/20t
    Entscheidungstext OGH 15.07.2020 11 Os 50/20t
    Vgl
  • 11 Os 85/20i
    Entscheidungstext OGH 19.10.2020 11 Os 85/20i
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 29/21k
    Entscheidungstext OGH 22.04.2021 15 Os 29/21k
    Vgl

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124359

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20081215_OGH0002_0150OS00156_08T0000_001

Entscheidungstext 13Os139/12h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

EvBl‑LS 2013/79 = AnwBl 2013,552

Geschäftszahl

13Os139/12h

Entscheidungsdatum

14.02.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 14. Februar 2013 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kirchbacher als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Lässig, die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Mag. Marek und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer und Dr. Oshidari in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Niegl als Schriftführer in der Auslieferungssache des Ali Y*****, AZ 9 HR 282/12t des Landesgerichts Wels, über den Antrag der betroffenen Person auf Erneuerung des Strafverfahrens gemäß § 363a Abs 1 StPO nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens wird zurückgewiesen.

Text

Gründe:

Mit Beschluss vom 17. September 2012, GZ 9 HR 282/12t-28, erklärte das Landesgericht Wels die Auslieferung des Ali Y***** zur Strafverfolgung in der Türkei wegen der im Haftbefehl des zweiten Schwurgerichts Erzurum (Türkei) vom 27. Jänner 2005, AZ 2004/273, angeführten, rechtlich als „Mord und Körperverletzung im Namen einer kriminellen Vereinigung“ gemäß Artikel 146 des türkischen Strafgesetzbuchs (Gesetzesnummer 765) und Artikel 5 des (türkischen) „Terrorismusbekämpfungsgesetzes“ (Gesetzes-nummer 3.713) eingestuften Straftaten für zulässig.

Der dagegen ergriffenen Beschwerde der betroffenen Person gab das Oberlandesgericht Linz als Beschwerdegericht mit Beschluss vom 21. November 2012, AZ 9 Bs 294/12t, nicht Folge.

Dabei ging es in tatsächlicher Hinsicht deutlich genug davon aus, dass gegen den in den Auslieferungsunterlagen der türkischen Strafverfolgungs-behörden geschilderten Verdacht, Ali Y***** sei in den Jahren 2003 bis 2005 Mitglied der terroristischen Vereinigung T***** und als solches in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 2004 bei der Tötung des Zaynel B***** und der Verletzung dessen Ehefrau im Rahmen einer „Bestrafung“ durch andere Mitglieder dieser Vereinigung anwesend gewesen, keine erheblichen Bedenken bestehen (vgl § 33 Abs 2 ARHG). Dieses Verhalten sei nach österreichischem Recht (zumindest) dem Verbrechen der terroristischen Vereinigung nach § 278b Abs 2 StGB zu subsumieren (BS 2 ff).

Dagegen richtet sich der auf § 363a Abs 1 StPO gestützte Antrag auf Verfahrenserneuerung der betroffenen Person, in dem diese - soweit hier von Bedeutung - Unzulässigkeit der Auslieferung wegen Verletzung der Art 2, 3, 5, 6, 7 und (der Sache nach) 8 MRK geltend macht.

Rechtliche Beurteilung

Die (bloß nominell) angesprochene Verletzung des Art 5 MRK ist schon wegen der Subsidiarität des Erneuerungsantrags gegenüber der Grundrechtsbeschwerde nicht Gegenstand der Prüfung (RIS-Justiz RS0123350). Dieser Einwand bleibt zudem - wie auch jener zur behaupteten Verletzung des Art 2 MRK - ohne den Kriterien der ständigen Rechtsprechung entsprechende Substanz (RIS-Justiz RS0124359).

Ebenso wenig spricht das Vorbringen, welches den politischen Charakter der dem Auslieferungsersuchen zugrunde liegenden Taten (Art 3 Abs 1 des hier anzuwendenden Europäischen Auslieferungsübereinkommens; vgl auch § 14 ARHG) und das Fehlen eines hinreichenden Tatverdachts thematisiert, eine im Verfahren über einen Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens relevante Grundrechtsverletzung deutlich und bestimmt an. Schutz vor politischer Verfolgung ist im Übrigen - unter dem Aspekt des Auslieferungsasyls (Art 3 Abs 2 Europäisches Auslieferungsübereinkommen; vgl § 19 Z 3 ARHG) - zwar Gegenstand der Prüfung im Auslieferungsverfahren, nicht aber eines Antrags auf dessen Erneuerung gemäß § 363a Abs 1 StPO. Weder die MRK noch eines ihrer Zusatzprotokolle gewährt einen Anspruch auf politisches Asyl in einem Konventionsstaat (RIS-Justiz RS0123232; Göth-Flemmich in WK2 ARHG § 19 Rz 3 und 19 ff; vgl zur ständigen Rsp des EGMR zB dessen Urteil vom 10. 5. 2012, 7788/11, A. L./Österreich; Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 20 Rz 40). Die Behauptung, der Antragsteller sei als Kurde, Alevit, Oppositioneller und Wehrdienstverweigerer (wobei übrigens eine Verweigerung des Wehrdienstes aus Gewissensgründen gar nicht behauptet wird) im ersuchenden Staat „einem besonders hohen Risiko“ ausgesetzt, wäre im vorliegenden Zusammenhang daher nur relevant, wenn sich aus diesen Umständen konkrete Anhaltspunkte für eine (zu erwartende) den Konventionsgarantien (insbesondere Art 3 und 6 MRK) widersprechende Behandlung im Verfahren wegen der dem Auslieferungsersuchen zugrunde liegenden Taten ergäben. Bei einer Auslieferung an einen Konventionsstaat - wie hier der Türkei - ist die Verantwortlichkeit des ersuchten Staats zudem eingeschränkt, weil die betroffene Person im Zielstaat Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. Eine Mitverantwortung des ausliefernden Staates besteht nur dann, wenn Folter oder sonstige schwere und irreparable Misshandlungen drohen und effektiver Rechtsschutz - auch durch den EGMR - nicht rechtzeitig zu erreichen ist (13 Os 150/07v, EvBl 2008/83, 416; 13 Os 138/11k ua).

Vor diesem Hintergrund begegnen methodischer Ansatz und Beurteilung des Beschwerdegerichts keinen Bedenken. Dieses stützte sich bei Prüfung des im Wesentlichen auf die Menschenrechtssituation und die Behandlung kurdischer Oppositioneller durch Strafverfolgungsbehörden in der Türkei allgemein rekurrierenden Beschwerdevorbringens auf die vom Bundesasylamt geführte Staatendokumentation (vgl § 60 AsylG) und auf einen Bericht des Europäischen Ausschusses zur Verhütung der Folter (CPT) vom 9. Juli 2010 über die Zustände in einem türkischen Hochsicherheitsgefängnis („Typ-F-Gefängnis“), in welchem (auch) wegen terroristischer Straftaten verurteilte kurdische Oppositionelle angehalten werden. Daraus leitete es ab, dass Straf- und Strafprozessrecht sowie deren praktische Handhabung insbesondere im Hinblick auf die Wahrung von Menschenrechten - ungeachtet weiter bestehender Probleme - in den letzten Jahren grundlegend verbessert wurden und eine (irreparable) Verletzung der Art 3 und 6 MRK im Zielland nicht konkret zu befürchten ist. Ein Vorbringen, welches diese Überlegungen nach dem Maßstab der ständigen Rechtsprechung (vgl RIS-Justiz RS0123229 [insbesondere 14 Os 67/08x betreffend eine Auslieferung zur Strafverfolgung in der Türkei], RS0123200; Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 20 Rz 44; zum restriktiven Maßstab des EGMR im Hinblick auf Art 6 MRK vgl dessen Urteil vom 27. 10. 2011, 37075/09, Ahorugeze) erschüttern könnte, enthält der Erneuerungsantrag (der im Wesentlichen die Beschwerdeargumentation wiederholt) nicht. Dass der Antragsteller im Falle seiner Auslieferung keinen Zugang zu angemessener medizinischer Behandlung wegen seines - nicht näher konkretisierten - „schlechten Gesundheitszustandes“ hätte (zur Relevanz unter dem Aspekt des Art 3 MRK Göth-Flemmich in WK2 ARHG § 19 Rz 11 mwN; Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 20 Rz 42), wird gar nicht vorgebracht. Die Behauptung, zwei Personen seien wegen des dem Auslieferungsersuchen zugrunde liegenden Vorfalls zu Freiheitsstrafen verurteilt worden, obwohl sie „glaubhafte Alibi-Beweise nachweisen konnten“, lässt per se - wie das Beschwerdegericht unter anderem mit dem aktenkonformen (vgl ON 2 S 27) Hinweis auf Freisprüche weiterer Beschuldigter im selben Verfahren zutreffend darlegte (BS 9) - keineswegs den Schluss zu, der Antragsteller hätte in der Türkei ein den Garantien des Art 6 MRK fundamental widersprechendes Verfahren konkret zu befürchten.

Das Auslieferungsverfahren selbst unterliegt nicht den Verfahrensgarantien des Art 6 MRK (RIS-Justiz RS0123200; Göth-Flemmich in WK2 ARHG § 19 Rz 14; Meyer-Ladewig, EMRK3 Art 6 Rz 18 und 167; Vogler, IntKomm EMRK Art 6 Rz 247), weshalb die darauf gestützten Einwände wegen unterlassener Beweisaufnahmen im Beschwerdeverfahren keiner Erwiderung bedürfen.

Soweit der Antragsteller mit dem Vorbringen, der Tatbestand der terroristischen Vereinigung nach § 278b StGB sei erst „seit 1. 7. 2010 in Kraft“ (also nicht während des hier relevanten Tatzeitraums), eine Verletzung des Art 7 MRK reklamiert, übersieht er, dass sich dessen Schutzzweck nicht auf die Beurteilung der Auslieferungsvoraussetzungen bezieht (12 Os 15/10p mwN; vgl Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 24 Rz 134) und der genannte Verbrechenstatbestand ohnehin bereits seit Inkrafttreten des StRÄG 2002 (mit 1. Oktober 2002) Teil des (österreichischen) Strafgesetzbuchs ist.

Der Hinweis auf die gute Integration des Antragstellers in Österreich und den Umstand, dass dessen Bruder die österreichische Staatsbürgerschaft besitze, ist im Verfahren über den Erneuerungsantrag nur unter dem Aspekt eines (der Sache nach angesprochenen) aus Art 8 MRK ableitbaren Auslieferungshindernisses relevant (vgl RIS-Justiz RS0123230, RS0111531). Bei der gemäß Art 8 Abs 2 MRK erforderlichen Notwendigkeits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung ist im hier gegebenen Fall einer Auslieferung zur Strafverfolgung zu berücksichtigen, dass den Interessen der betroffenen Person - anders als etwa in Fällen der Ausweisung und Abschiebung zur Durchsetzung der Einwanderungspolitik - insbesondere das Interesse des ersuchenden Staates an der Verfolgung bereits begangener Straftaten gegenüber steht (eingehend zu den Prüfungskriterien 14 Os 87/10s mwN; Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 22 Rz 66 f). Dass der Antragsteller vor gut sieben Jahren (erst) volljährig nach Österreich gekommen, hier integriert sei, einige Zeit legal gearbeitet und einen Bruder mit österreichischer Staatsbürgerschaft habe (über dessen Beziehung zum Antragsteller kein Vorbringen erstattet wird; vgl zu den Anforderungen an im Sinn des Art 8 MRK relevante familiäre Beziehungen zwischen Erwachsenen 13 Os 156/11g), vermag im Hinblick auf das Gewicht der vorgeworfenen Straftaten kein Auslieferungshindernis zu begründen.

Der Erneuerungsantrag war daher in sinngemäßer Anwendung der Zulässigkeitskriterien des Art 35 MRK (RIS-Justiz RS0122737) als offensichtlich unbegründet (Art 35 Abs 3 lit a zweiter Fall MRK) - im Umfang des auf Art 5 MRK bezogenen Vorbringens schon wegen Unzulässigkeit im Sinn des Art 35 Abs 1 MRK - gemäß § 363b Abs 2 StPO analog (vgl 17 Os 11/12i) zurückzuweisen.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E103521

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0130OS00139.12H.0214.000

Im RIS seit

06.04.2013

Zuletzt aktualisiert am

14.10.2013

Dokumentnummer

JJT_20130214_OGH0002_0130OS00139_12H0000_000