Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob276/61 5Ob240/70 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011650

Geschäftszahl

3Ob276/61; 5Ob240/70; 8Ob137/75; 3Ob600/77; 5Ob715/78; 6Ob736/80; 1Ob5/81; 1Ob670/81; 5Ob627/81; 1Ob736/83; 1Ob713/83; 1Ob7/84; 6Ob585/87; 1Ob57/87; 6Ob673/88; 2Ob593/89; 1Ob18/90; 3Ob564/91; 1Ob518/92; 4Ob515/95; 7Ob2144/96m; 1Ob115/97m; 6Ob270/97t; 1Ob227/97g; 1Ob295/98h; 1Ob81/01w; 3Ob101/01a; 5Ob270/03x; 1Ob11/05g; 10Ob83/07i; 7Ob267/08b; 3Ob132/09x; 8Ob77/12z; 10Ob27/12m; 4Ob106/12k; 2Ob132/12v; 5Ob253/12k; 1Ob87/15y; 1Ob129/16a; 10Ob13/16h; 1Ob84/17k; 1Ob229/17h

Entscheidungsdatum

30.08.1961

Norm

ABGB §480
ABGB §481
ABGB §863 EI
ABGB §914 IIIh

Rechtssatz

Stillschweigender Erwerb einer Dienstbarkeit durch Errichten einer kostspieligen Anlage zu ihrer Ausübung, wenn der Eigentümer dies duldet.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 276/61
    Entscheidungstext OGH 30.08.1961 3 Ob 276/61
    Veröff: JBl 1963,377
  • 5 Ob 240/70
    Entscheidungstext OGH 16.12.1970 5 Ob 240/70
  • 8 Ob 137/75
    Entscheidungstext OGH 02.07.1975 8 Ob 137/75
    Beisatz: Hier: Errichtung einer Garage in Massivbauweise. (T1)
    Veröff: SZ 48/78 = MietSlg 27062
  • 3 Ob 600/77
    Entscheidungstext OGH 25.01.1978 3 Ob 600/77
    Vgl
  • 5 Ob 715/78
    Entscheidungstext OGH 12.12.1978 5 Ob 715/78
    Beisatz: Erhebt der Grundnachbar gegen einen geplanten Lagerhausneubau seines Grundnachbarn keinen Einwand und verlangt nur, daß die gemeinsame Zufahrt zwischen den Häusern, welche von den Baufahrzeugen benützt wird, nach Vollendung wieder in einen ordnungsgemässen Zustand versetzt werden müsse, kann hierin keine stillschweigende Zustimmung zur Erweiterung des bestehenden Gehrechtes und Fahrtrechtes, wie es sich künftig aus der Ausweitung der Geschäftstätigkeit zufolge des Lagerhausneubaues ergeben könnte, erblickt werden. (T2)
  • 6 Ob 736/80
    Entscheidungstext OGH 28.01.1981 6 Ob 736/80
    Vgl auch; Beisatz: Lebenslängliches Wohnrecht in Übergabsvertrag und Leibrentenvertrag mit Dritten. (T3)
  • 1 Ob 5/81
    Entscheidungstext OGH 20.05.1981 1 Ob 5/81
    nur: Stillschweigender Erwerb einer Dienstbarkeit. (T4)
    Beisatz: Die bewusste Duldung der Ausübung der Servitut durch neun bzw sieben Jahre müsste in Zukunft mit Überlegung aller Umstände als stillschweigende Genehmigung der Dienstbarkeit angesehen werden. (T5)
  • 1 Ob 670/81
    Entscheidungstext OGH 15.07.1981 1 Ob 670/81
    Vgl; Beisatz: Stillschweigende Zustimmung des Nachbarn zur Errichtung einer Mauer wie bzw die Grenze verletzt. (T6)
  • 5 Ob 627/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 5 Ob 627/81
    Beis wie T1; Beisatz: Sowie Bau eines Hauses unter Mithilfe des Eigentümers des Grundstücks, über das der Zufahrtsweg führt. (T7)
  • 1 Ob 736/83
    Entscheidungstext OGH 21.09.1983 1 Ob 736/83
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 713/83
    Entscheidungstext OGH 09.11.1983 1 Ob 713/83
  • 1 Ob 7/84
    Entscheidungstext OGH 02.05.1984 1 Ob 7/84
  • 6 Ob 585/87
    Entscheidungstext OGH 04.06.1987 6 Ob 585/87
  • 1 Ob 57/87
    Entscheidungstext OGH 20.01.1988 1 Ob 57/87
  • 6 Ob 673/88
    Entscheidungstext OGH 15.12.1988 6 Ob 673/88
  • 2 Ob 593/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 593/89
  • 1 Ob 18/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1990 1 Ob 18/90
    Vgl
  • 3 Ob 564/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 564/91
  • 1 Ob 518/92
    Entscheidungstext OGH 15.01.1992 1 Ob 518/92
    Vgl auch
  • 4 Ob 515/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1995 4 Ob 515/95
    Auch
  • 7 Ob 2144/96m
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 7 Ob 2144/96m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Stillschweigende Zustimmung zur Verlegung einer Gehwegservitut. (T8)
  • 1 Ob 115/97m
    Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 115/97m
    Vgl
  • 6 Ob 270/97t
    Entscheidungstext OGH 25.09.1997 6 Ob 270/97t
    Auch; Beis wie T6 nur: Stillschweigende Zustimmung des Nachbarn zur Errichtung einer Mauer. (T9)
  • 1 Ob 227/97g
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 1 Ob 227/97g
    Ähnlich; Beisatz: Dieser Grundsatz muss aber dort versagen, wo der Eigentümer der davon betroffenen Liegenschaft erst im Nachhinein von der "kostspieligen Anlage" auf (oder in) seinem Grund Kenntnis erlangt, kann sich doch derjenige, der solche Vorkehrungen trifft, dann keinesfalls darauf berufen, er habe darauf vertraut, dass der Liegenschaftseigentümer durch die Duldung dieser Vorkehrungen auf seinem Grund und Boden seine Zustimmung zum Ausdruck brachte. (T10)
  • 1 Ob 295/98h
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 295/98h
  • 1 Ob 81/01w
    Entscheidungstext OGH 26.06.2001 1 Ob 81/01w
    Beisatz: Ein schlüssiger Dienstbarkeitsvertrag kommt nicht schon durch die bloße Duldung eines bestimmten Gebrauchs des dienenden Guts, sondern erst dann zustande, wenn zusätzliche Sachverhaltselemente den Schluss erlauben, der aus einem bestimmten Verhalten abzuleitende rechtsgeschäftliche Wille der (jeweils) Belasteten habe sich auf die Einräumung einer Dienstbarkeit als dingliches Recht bezogen. Eine derartige Rechtsfolge soll aus nachbarschaftlichen Gefälligkeitshandlungen allein nicht ableitbar sein. Welche konkreten Aufwendungen des Begünstigten aber dabei vorliegen müssen entzieht sich wegen der Einzelfallbezogenheit grundsätzlichen Erörterungen des Obersten Gerichtshofes. (T11)
  • 3 Ob 101/01a
    Entscheidungstext OGH 30.08.2002 3 Ob 101/01a
    Veröff: SZ 2002/111
  • 5 Ob 270/03x
    Entscheidungstext OGH 09.12.2003 5 Ob 270/03x
    nur T4
  • 1 Ob 11/05g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2005 1 Ob 11/05g
    Auch
  • 10 Ob 83/07i
    Entscheidungstext OGH 09.10.2007 10 Ob 83/07i
  • 7 Ob 267/08b
    Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 267/08b
    Vgl auch
  • 3 Ob 132/09x
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 3 Ob 132/09x
    Auch
  • 8 Ob 77/12z
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 Ob 77/12z
    Auch
  • 10 Ob 27/12m
    Entscheidungstext OGH 02.10.2012 10 Ob 27/12m
    Auch
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 2 Ob 132/12v
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 132/12v
    Auch; Beisatz: Jährliche Errichtung und Entfernung eines Zauns - keine „kostspielige Anlage“. (T12)
  • 5 Ob 253/12k
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 253/12k
    Beisatz: Der Liegenschaftseigentümer musste wissen, dass der Begünstigte solche Aufwendungen nicht getätigt hätte, wenn ihm das Gebrauchsrecht jederzeit entzogen werden könnte. (T13)
  • 1 Ob 87/15y
    Entscheidungstext OGH 21.05.2015 1 Ob 87/15y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T11; Beisatz: An die Annahme der schlüssigen Einräumung einer Dienstbarkeit sind, weil dies einem Teilrechtsverzicht gleichkommt, strenge Anforderungen zu stellen. Die sonst an die Ersitzung anknüpfenden Erfordernisse des rechtmäßigen, redlichen und echten Besitzes, einschließlich dem Ablauf der Ersitzungszeit, sollen nicht dadurch einfach umgangen werden können, dass man aus der Nichtausübung eines Rechts oder der stillschweigenden Duldung der Nutzung des Grundstücks durch eine andere Person während eines kürzeren Zeitraums als jenes für die Ersitzung bereits einen konkludenten Rechtsverlust durch rechtsgeschäftliche konkludente Einräumung von Dienstbarkeitsrechten bejaht, (so schon 10 Ob 10/13p). (T14)
  • 1 Ob 129/16a
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 1 Ob 129/16a
    Auch; Beisatz: Ein auf die dingliche Wirkung bezogener Vertragswille ist insbesondere dann anzunehmen, wenn für beide Vertragsparteien klar ist, dass der Berechtigte sein Recht über längere Zeit und unabhängig vom jeweiligen Eigentümer des dienenden Grundstücks ausüben will, was etwa der Fall ist, wenn der Berechtigte zur Ausübung seiner Dienstbarkeit eine kostspielige Anlage errichtet. (T15)
  • 10 Ob 13/16h
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 13/16h
    Beis wie T5; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 1 Ob 84/17k
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 1 Ob 84/17k
    Vgl; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Kein Hinweis auf Verbücherungsabsicht (Parkplatzservitut). (T16)
  • 1 Ob 229/17h
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 1 Ob 229/17h
    Vgl; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Ist aber nicht sachlich zu begründen, warum die bloße Untätigkeit – nach dem strengen Maßstab des § 863 Abs 1 ABGB – den eindeutigen Erklärungswert gehabt haben sollte, unentgeltlich eine Teilfläche der Liegenschaft zum Befahren zu überlassen und damit gleichzeitig auf eine eigene anderweitige Nutzung zu verzichten, kann von einer ausreichenden Konkludenz keine Rede sein; schon gar nicht von einer korrekturbedürftigen Fehlbeurteilung durch das Berufungsgericht. (T17)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0011650

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19610830_OGH0002_0030OB00276_6100000_001

Rechtssatz für 1Ob239/71 1Ob62/73 5Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011878

Geschäftszahl

1Ob239/71; 1Ob62/73; 5Ob164/75; 1Ob516/76; 1Ob653/78; 5Ob688/81; 1Ob768/81; 5Ob722/82; 6Ob642/83; 1Ob526/88; 8Ob602/89; 8Ob661/90; 2Ob528/94; 4Ob2313/96t; 1Ob120/98y; 1Ob36/00a; 4Ob106/12k; 5Ob55/13v

Entscheidungsdatum

16.09.1971

Norm

ABGB §521 E
ABGB §521 F
ABGB §863 EI
ABGB §863 FI
ABGB §1098 §IId

Rechtssatz

Eine Erweiterung von Rechten kann nur vermutet werden, wenn das Verhalten der Beteiligten bei Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln übriglässt. Die Prüfung dieser Frage ist unter Berücksichtigung der Übung des redlichen Verkehrs nach objektiven Maßstäben vorzunehmen. Die Erweiterung eines Gebrauchsrechtes kann somit nur dann vermutet werden, wenn die Erweiterung vom Eigentümer jahrelang widerspruchslos hingenommen wurde, dieser aber nach dem Verhalten des Gebrauchsberechtigten annehmen musste, dass er tatsächlich mit der erweiterten Benützung ein Recht in Anspruch nimmt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 239/71
    Entscheidungstext OGH 16.09.1971 1 Ob 239/71
    MietSlg 23044
  • 1 Ob 62/73
    Entscheidungstext OGH 04.04.1973 1 Ob 62/73
  • 5 Ob 164/75
    Entscheidungstext OGH 14.10.1975 5 Ob 164/75
    MietSlg 27178
  • 1 Ob 516/76
    Entscheidungstext OGH 12.05.1976 1 Ob 516/76
    MietSlg 28138
  • 1 Ob 653/78
    Entscheidungstext OGH 11.10.1978 1 Ob 653/78
  • 5 Ob 688/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 5 Ob 688/81
    Auch; Beisatz: Bestandrecht (T1)
  • 1 Ob 768/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 1 Ob 768/81
    nur: Eine Erweiterung von Rechten kann nur vermutet werden, wenn das Verhalten der Beteiligten bei Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln übriglässt. Die Prüfung dieser Frage ist unter Berücksichtigung der Übung des redlichen Verkehrs vorzunehmen. Die Erweiterung eines Gebrauchsrechtes kann somit nur dann vermutet werden, wenn die Erweiterung vom Eigentümer jahrelang widerspruchslos hingenommen wurde, dieser aber nach dem Verhalten des Gebrauchsberechtigten annehmen musste, dass er tatsächlich mit der erweiterten Benützung ein Recht in Anspruch nimmt. (T2)
    Beis wie T1; Beisatz: Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Eigentümer vom erweiterten Gebrauch hätte wissen müssen, sondern nur, ob er tatsächlich davon Kenntnis hatte. (T3)
  • 5 Ob 722/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 5 Ob 722/82
    Auch
  • 6 Ob 642/83
    Entscheidungstext OGH 14.07.1983 6 Ob 642/83
  • 1 Ob 526/88
    Entscheidungstext OGH 16.03.1988 1 Ob 526/88
    nur: Eine Erweiterung von Rechten kann nur vermutet werden, wenn das Verhalten der Beteiligten bei Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln übriglässt. (T4)
    Beisatz: Fortsetzung eines Bestandverhältnisses (T5)
  • 8 Ob 602/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 602/89
    Beisatz: Hier: Keine Erweiterung des Bestandobjekts auf Errichtung von Abstellplätzen für Kraftfahrzeuge durch die Unterlassung von Abwehrmaßnahmen gegen eigenmächtig und unentgeltlich abgestellte Fahrzeuge. (T6)
    JBl 1989,722
  • 8 Ob 661/90
    Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 661/90
    Vgl; Beisatz: Eine konkludente Vertragsausdehnung ist trotz vereinbarter Schriftform für Vertragsänderungen möglich, gleichgültig wie die Formabrede gefasst ist, sofern es sich nur um eine beiderseits gewollte Übereinkunft handelt. (T7)
    WBl 1991/42 S 54
  • 2 Ob 528/94
    Entscheidungstext OGH 28.04.1994 2 Ob 528/94
    Beisatz: Konkludente Vertragsänderung. (T8)
  • 4 Ob 2313/96t
    Entscheidungstext OGH 12.11.1996 4 Ob 2313/96t
    Vgl; Beisatz: Eine (konkludente) Erweiterung der im Mietvertrag vereinbarten Rechte setzt eine langjährige Überlassung ohne Vorbehalt oder eine Duldung des Gebrauchs ohne zusätzliches Entgelt voraus. (T9)
    Beisatz: Hier: Abstellflächen für PKW in einer Wohnhausanlage. (T10)
  • 1 Ob 120/98y
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 1 Ob 120/98y
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 36/00a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 36/00a
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Sondervereinbarungen in Bestandverträgen. (T11)
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
  • 5 Ob 55/13v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 55/13v
    Vgl; Beis wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0011878

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2013

Dokumentnummer

JJR_19710916_OGH0002_0010OB00239_7100000_001

Rechtssatz für 1Ob625/78 1Ob31/81 3Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0009113

Geschäftszahl

1Ob625/78; 1Ob31/81; 3Ob660/81; 7Ob725/81; 4Ob18/84 (4Ob19/84); 1Ob8/85; 4Ob109/90 (4Ob110/90); 8Ob705/89; 1Ob39/90 (1Ob40/90); 1Ob36/89; 6Ob542/92; 9ObA241/94; 1Ob24/95; 1Ob8/95; 2Ob2416/96z; 1Ob53/95; 2Ob569/95; 2Ob2398/96b; 2Ob64/98w; 2Ob107/98v; 4Ob179/99y; 3Ob119/99t; 6Ob220/99t; 2Ob226/99w; 6Ob249/00m; 7Ob271/00d; 8Ob84/02i; 5Ob173/02f; 7Ob271/02g; 2Ob291/03p; 3Ob180/03x; 2Ob148/04k; 7Ob128/04f; 6Ob12/05s; 6Ob95/05x; 6Ob196/05z; 2Ob123/06m; 2Ob273/05v; 2Ob47/07m; 6Ob108/07m; 17Ob40/08v; 4Ob75/09x; 9ObA141/09i; 9Ob9/11f; 4Ob106/12k; 5Ob76/12f; 3Ob23/13y; 2Ob115/13w; 6Ob183/13z; 9Ob74/14v; 10Ob86/14s; 7Ob197/16w; 1Ob90/17t; 2Ob73/17z; 9ObA45/18k; 5Ob99/19y; 5Ob37/19f

Entscheidungsdatum

07.06.1978

Norm

ABGB §26
ABGB §1313a IIa
ABGB §1315 I

Rechtssatz

Die Auffassung, die juristische Person habe für das Verschulden der Personen zu haften, die in ihrer Organisation eine leitende Stellung innehaben und dabei mit eigenverantwortlicher Entscheidungsbefugnis ausgestattet sind (Ostheim in JBl 1978,63) ist weitgehend überzeugend.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 625/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 1 Ob 625/78
    Veröff: SZ 51/80 = JBl 1980,482 (zustimmend Ostheim)
  • 1 Ob 31/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 1 Ob 31/81
    Vgl auch
  • 3 Ob 660/81
    Entscheidungstext OGH 10.03.1982 3 Ob 660/81
    Beisatz: Der Geschäftsführer einer Raiffeisenkasse ist unabhängig von der Größe des Geschäftsbetriebes Repräsentant. (T1)
  • 7 Ob 725/81
    Entscheidungstext OGH 15.02.1983 7 Ob 725/81
    Auch
  • 4 Ob 18/84
    Entscheidungstext OGH 13.03.1984 4 Ob 18/84
    Auch; Veröff: ZAS 1985,24 (P Bydlinski)
  • 1 Ob 8/85
    Entscheidungstext OGH 27.02.1985 1 Ob 8/85
  • 4 Ob 109/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 109/90
    Auch
  • 8 Ob 705/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1990 8 Ob 705/89
    Veröff: SZ 63/217 = ZVR 1991/122 S 308
  • 1 Ob 39/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 1 Ob 39/90
    Auch; Veröff: SZ 64/3 = JBl 1991,580 (Kerschner)
  • 1 Ob 36/89
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 1 Ob 36/89
    Veröff: SZ 64/36 = JBl 1991,796 = ÖBl 1991,161
  • 6 Ob 542/92
    Entscheidungstext OGH 25.11.1992 6 Ob 542/92
  • 9 ObA 241/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1995 9 ObA 241/94
    Auch; Veröff: SZ 68/14
  • 1 Ob 24/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 24/95
    Auch
  • 1 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 8/95
    Auch; Beisatz: Auf die verfassungsmäßige Berufung zur Vertretung kommt es dabei nicht an. (T2)
    Veröff: SZ 68/191
  • 2 Ob 2416/96z
    Entscheidungstext OGH 19.12.1996 2 Ob 2416/96z
  • 1 Ob 53/95
    Entscheidungstext OGH 03.10.1996 1 Ob 53/95
    Vgl; Beisatz: Ein Pilot ist kein Repräsentant des Luftfahrzeughalters. (T3)
    Veröff: SZ 69/219
  • 2 Ob 569/95
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 569/95
    Auch
  • 2 Ob 2398/96b
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2398/96b
    Beisatz: Hier: Jagdgesellschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. (T4)
    Veröff: SZ 70/138
  • 2 Ob 64/98w
    Entscheidungstext OGH 25.06.1998 2 Ob 64/98w
    Vgl
  • 2 Ob 107/98v
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 2 Ob 107/98v
    Auch; Beisatz: Auf das Erfordernis eines Wirkungskreises, der jenem eines Organs annähernd entspricht, kommt es hiebei nicht an. Der die Straßenbaustelle betreuende bauleitende Ingenieur eines Subunternehmers ist als deren Repräsentant anzusehen. (T5)
  • 4 Ob 179/99y
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 179/99y
    Auch
  • 3 Ob 119/99t
    Entscheidungstext OGH 28.02.2000 3 Ob 119/99t
    Auch; Beisatz: Der Hauptkameramann ist Repräsentant der Fernsehunternehmer. (T6)
  • 6 Ob 220/99t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 220/99t
    Auch; Beisatz: Die juristische Person kann sich ihrer Haftung nach § 1319 ABGB nicht dadurch entziehen, dass sie die ihr obliegenden Aufgaben einem in untergeordneter Stellung Tätigen ohne jegliche weitere Kontrolle überträgt. In einem solchen Fall haftet sie für das Versäumnis ihrer Organe (Repräsentanten), für wirksame Kontrollen zu sorgen. (T7)
    Beisatz: Hier: Balustradeneinsturz bei der Universität Wien. (T8)
  • 2 Ob 226/99w
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 226/99w
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 6 Ob 249/00m
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 249/00m
    Beisatz: Die rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht des Täters ist dabei nicht entscheidend. (T9)
    Beisatz: Die Repräsentantenhaftung einer juristischen Person besteht auch bei Eingriffen in das absolut geschützte Rechtsgut der Ehre. (T10)
    Beisatz: Hier: Vorsitzender einer Landesexekutive des ÖGB. (T11)
  • 7 Ob 271/00d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2000 7 Ob 271/00d
    Auch; Beis wie T5 nur: Auf das Erfordernis eines Wirkungskreises, der jenem eines Organs annähernd entspricht, kommt es hiebei nicht an. (T12)
    Beis wie T7; Beisatz: Lediglich Personen, die untergeordnete Tätigkeiten ausüben, kommen nicht in Betracht. (T13)
  • 8 Ob 84/02i
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 8 Ob 84/02i
    Auch; Beisatz: Hier: Polier eines Bauunternehmens. (T14)
  • 5 Ob 173/02f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2002 5 Ob 173/02f
    Vgl; Beisatz: Die Repräsentantenhaftung ist unter gleichen Wertungsaspekten wie bei juristischen Personen auch auf natürliche Personen anzuwenden, die in ihrem Unternehmen Leitungsfunktionen von anderen Personen wahrnehmen lassen. (T15)
    Veröff: SZ 2002/116
  • 7 Ob 271/02g
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 7 Ob 271/02g
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Repräsentant ist jeder, der eine leitende Stellung mit selbständigem Wirkungsbereich innehat, also in verantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion Tätigkeiten für die juristische Person ausübt. (T16)
  • 2 Ob 291/03p
    Entscheidungstext OGH 22.12.2003 2 Ob 291/03p
    Auch; Beis wie T15; Beisatz: Auch der Bereichsleiter eines Winterdienstunternehmens, dem von der Unternehmensleitung Organisations- und Überwachungsaufgaben übertragen wurden, kann als dessen Repräsentant angesehen werden, für den ohne die Beschränkung des § 1315 ABGB zu haften ist. Die formale Auslagerung von unternehmerischen Leitungsfunktionen auf einen "selbständigen Subunternehmer" steht dem nicht entgegen. (T17)
  • 3 Ob 180/03x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2004 3 Ob 180/03x
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T16; Beis wie T9; Beisatz: Der Grundgedanke, dass jene Vermögensmasse, die den Vorteil des Handelns des "Machthabers" genießt, auch die daraus entstehenden Nachteile zu tragen hat, trägt bei allen diesen Funktionären, weil sie wegen der Selbständigkeit ihrer Tätigkeit eine besondere Gefährdungsmöglichkeit haben. (T18)
  • 2 Ob 148/04k
    Entscheidungstext OGH 01.07.2004 2 Ob 148/04k
    Beis wie T12; Beis wie T16
  • 7 Ob 128/04f
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 7 Ob 128/04f
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Sparkassenleiter, der einem Kreditgeber mit einem vorschriftswidrig ausgestellten Duplikatssparbuch eine Sicherheit vortäuschte. (T19)
  • 6 Ob 12/05s
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 12/05s
    Auch; Beisatz: Eine GmbH haftet sowohl für das deliktische Verhalten ihres Geschäftsführers als auch für die durch ihn gesetzte Verletzung von Vertragspflichten. (T20)
  • 6 Ob 95/05x
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 95/05x
    Vgl auch; Beisatz: Daneben auch Durchgriffshaftung auf Organe des Vereins (Vereinsobmann), die ein deliktisches Verhalten setzen (§ 1330 ABGB). (T21)
  • 6 Ob 196/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 196/05z
    Vgl; Beisatz: Hier: Geklagt ist eine OEG, die zivilrechtlich nach der Repräsentantenhaftung mithaftet. (T22)
  • 2 Ob 123/06m
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 2 Ob 123/06m
    Auch
  • 2 Ob 273/05v
    Entscheidungstext OGH 19.04.2007 2 Ob 273/05v
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T16; vgl Beis wie T5; vgl Beis wie T6; vgl Beis wie T14; vgl Beis wie T17; Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Gewerberechtlicher Geschäftsführer eines Abschleppunternehmens, der über eine entsprechende Weisungsbefugnis verfügt und nicht durch entsprechende Weisungen und Kontrollen sicherstellt, dass es im Zuge der Ausführung des Abschleppauftrags nicht zu einem Eingriff in das absolut geschützte Rechtsgut (Eigentum) des Klägers kommt - unterlassener Auftrag an den Abschleppfahrer, eine Identifikation der an Ort und Stelle befindlichen Person vorzunehmen beziehungsweise eine allfällige Nahebeziehung dieser Person zum abzuschleppenden Fahrzeug zu überprüfen. (T23)
  • 2 Ob 47/07m
    Entscheidungstext OGH 12.07.2007 2 Ob 47/07m
    Vgl; Beisatz: Unzureichende Organisation, um einen entsprechenden Schneeräumdienst und Streudienst sicherzustellen (zB Einsatz ungeeigneter Maschinen, mangelhafte Instruktion oder Beaufsichtigung des Besorgungsgehilfen). (T24)
  • 6 Ob 108/07m
    Entscheidungstext OGH 27.02.2009 6 Ob 108/07m
    Vgl; Beisatz: Eine juristische Person haftet im deliktischen Bereich für das schädigende Verhalten ihrer Organe und aller anderen Personen in eigenverantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion, für das Fehlverhalten anderer Dienstnehmer aber nur in den engen Grenzen des § 1315 ABGB. (T25)
  • 17 Ob 40/08v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 40/08v
    Vgl auch; Beisatz: Ob dem Unternehmensinhaber neben der Kenntnis oder fahrlässigen Unkenntnis ihrer Organe - wie im allgemeinen Zivilrecht - auch der Wissensstand anderer „Repräsentanten" zugerechnet werden kann, ist hier nicht zu entscheiden; ebensowenig die Frage, ob und gegebenenfalls bei wem die für die Anwendung von § 54 Abs 3 iVm § 53 Abs 3 MSchG erforderliche grobe Fahrlässigkeit vorliegen muss. (T26)
  • 4 Ob 75/09x
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 75/09x
    Auch; Beisatz: Ob deren Wirkungskreis dem eines Organs entspricht, ist unerheblich. (T27)
  • 9 ObA 141/09i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 ObA 141/09i
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T16
  • 9 Ob 9/11f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 9 Ob 9/11f
    Vgl; Beis wie T15; Beis wie T17; Beis wie T18; Beisatz: Hier: Zurechnung eines „Revierorgans“ an Jagdpächter. (T28)
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Vgl; Beisatz: Hier: Berücksichtigung des Verhaltens eines Organs der dienstbarkeitsberechtigten Gesellschaft bei der Beurteilung, ob ein Auflösungsgrund vorliegt. (T29)
  • 5 Ob 76/12f
    Entscheidungstext OGH 09.08.2012 5 Ob 76/12f
    Vgl; Beis ähnlich wie T25; Auch Beis wie T27; Vgl Beis wie T7; Auch Beis wie T13; Beisatz: Hier: Haftungsfragen zu Eigentümergemeinschaft, Verwalter, Hausbesorger und Mieter. Repräsentantenhaftung der angestellten Hausbesorgerin verneint. (T30)
  • 3 Ob 23/13y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2013 3 Ob 23/13y
    Vgl
  • 2 Ob 115/13w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 2 Ob 115/13w
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T14; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Direkte Arbeitsaufträge und Arbeitsweisungen an Arbeitnehmer eines Subunternehmens ohne dessen Einbeziehung als Arbeitgeber erteilender, regelmäßig tätig werdender Mitarbeiter eines Bauunternehmens ist dessen Repräsentant. (T31)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl auch; Beisatz: Bei Schädigung der Gesellschaft durch ihren eigenen Geschäftsführer muss sich die Gesellschaft das Verschulden des Geschäftsführers gegenüber Dritten nicht zurechnen lassen, wenn diese Dritten gerade ihre Sorgfalts- und Überwachungspflichten hinsichtlich des Geschäftsführers verletzt haben. (T32)
  • 9 Ob 74/14v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 Ob 74/14v
    Beisatz: Juristische Personen haften im deliktischen Bereich für das schädigende Verhalten ihrer verfassungsmäßigen Organe und aller anderen Personen, die in verantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion für sie tätig sind. (T33)
    Beisatz: Ein einmaliges Auftragsverhältnis mit einer organisationsfremden Person ist nicht geeignet, deren Repräsentantenstellung für die Beklagte zu begründen. (T34)
  • 10 Ob 86/14s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 Ob 86/14s
  • 7 Ob 197/16w
    Entscheidungstext OGH 30.11.2016 7 Ob 197/16w
    Beisatz: Hier: Verpflichtung nach § 103 KFG iVm § 6 KFG. (T35)
  • 1 Ob 90/17t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 1 Ob 90/17t
    Beis wie T25; Beis wie T33
  • 2 Ob 73/17z
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 2 Ob 73/17z
  • 9 ObA 45/18k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2018 9 ObA 45/18k
    Beis wie T18; Beisatz: Ein gewerberechtlicher Geschäftsführer (§ 39 Abs 1 GewO) ist als solcher noch kein Repräsentant für Personalangelegenheiten. (T36)
  • 5 Ob 99/19y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 99/19y
    Auch
  • 5 Ob 37/19f
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 37/19f
    Beisatz: Haftung der Eigentümergemeinschaft für Verschulden des Hausbesorgers. (T37)

Schlagworte

Repräsentantenhaftung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0009113

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19780607_OGH0002_0010OB00625_7800000_001

Rechtssatz für 5Ob708/79 8Ob508/80 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011733

Geschäftszahl

5Ob708/79; 8Ob508/80; 7Ob720/80; 1Ob672/80; 1Ob7/81 (1Ob8/81); 1Ob718/81; 1Ob5/82; 5Ob661/82; 5Ob760/81; 5Ob667/82; 7Ob681/88; 2Ob586/90; 4Ob527/93; 1Ob533/95; 4Ob1620/95; 1Ob642/95; 1Ob262/97d; 1Ob301/97i; 8Ob55/97i; 1Ob295/98h; 10Ob144/99w; 10Ob284/00p; 7Ob3/01v; 1Ob134/01i; 1Ob304/01i; 2Ob301/02g; 1Ob136/04p; 8Ob60/04p; 2Ob88/06i; 7Ob12/07a; 1Ob144/07v; 5Ob23/08f; 4Ob217/08b; 3Ob279/08p; 7Ob241/08d; 1Ob25/09x; 1Ob139/09m; 1Ob43/10w; 2Ob143/09g; 1Ob215/10i; 6Ob39/11w; 1Ob217/10h; 2Ob13/11t; 4Ob21/12k; 4Ob106/12k; 1Ob185/12f; 2Ob150/12s; 9Ob28/13b; 4Ob25/14a; 2Ob168/13i; 1Ob115/14i; 1Ob150/14m; 6Ob129/14k; 1Ob16/15g; 4Ob174/17t; 5Ob22/18y; 4Ob56/18s; 9Ob60/18s; 1Ob175/18v; 8Ob138/18d; 1Ob129/19f

Entscheidungsdatum

15.01.1980

Norm

ABGB §484
ABGB §492

Rechtssatz

Der Widerstreit zwischen den Interessen des Berechtigten und jenen des Belasteten einer Dienstbarkeit ist in ein billiges Verhältnis zu setzen, wobei aber keine erhebliche Mehrbelastung des dienenden Grundstückes entstehen darf.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 708/79
    Entscheidungstext OGH 15.01.1980 5 Ob 708/79
  • 8 Ob 508/80
    Entscheidungstext OGH 10.04.1980 8 Ob 508/80
    nur: Der Widerstreit zwischen den Interessen des Berechtigten und jenen des Belasteten einer Dienstbarkeit ist in ein billiges Verhältnis zu setzen. (T1)
  • 7 Ob 720/80
    Entscheidungstext OGH 13.11.1980 7 Ob 720/80
    nur T1
  • 1 Ob 672/80
    Entscheidungstext OGH 12.11.1980 1 Ob 672/80
    Veröff: SZ 53/149 = EvBl 1981/83 S 268 = NZ 1982,69
  • 1 Ob 7/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 1 Ob 7/81
    nur T1; Veröff: MietSlg 33041
  • 1 Ob 718/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1982 1 Ob 718/81
  • 1 Ob 5/82
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 1 Ob 5/82
    nur T1
  • 5 Ob 661/82
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 5 Ob 661/82
    Veröff: SZ 55/125 = MietSlg 34055
  • 5 Ob 760/81
    Entscheidungstext OGH 08.03.1983 5 Ob 760/81
  • 5 Ob 667/82
    Entscheidungstext OGH 15.03.1983 5 Ob 667/82
    nur T1; Veröff: SZ 56/46
  • 7 Ob 681/88
    Entscheidungstext OGH 10.11.1988 7 Ob 681/88
    nur T1; Veröff: ZVR 1990/5 S 29
  • 2 Ob 586/90
    Entscheidungstext OGH 05.09.1990 2 Ob 586/90
  • 4 Ob 527/93
    Entscheidungstext OGH 16.11.1993 4 Ob 527/93
    nur T1
  • 1 Ob 533/95
    Entscheidungstext OGH 27.02.1995 1 Ob 533/95
    nur T1
  • 4 Ob 1620/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 1620/95
    Vgl. auch; Beisatz: Der Beklagte muss erhebliche oder gar unzumutbare Erschwernisse nicht hinnehmen. (T2)
  • 1 Ob 642/95
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 1 Ob 642/95
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 262/97d
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 262/97d
    Veröff: SZ 70/201
  • 1 Ob 301/97i
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 301/97i
    Auch; Beisatz: Die Auffassung, die Herstellung einer Auffahrt zu der an den Servitutsweg anschließenden Fahrstraße, um einen Niveauunterschied von 30 bis 40 cm zu überwinden, stelle keine erhebliche schwerere Belastung des dienenden Gutes dar, bewegt sich innerhalb der durch umfangreiche Vorjudikatur abgesteckten Grenzen. (T3)
  • 8 Ob 55/97i
    Entscheidungstext OGH 13.01.1998 8 Ob 55/97i
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ein Zutrittsrecht besteht nur im Interesse der Erhaltung der Wohnung und der Aufsicht. (T4)
  • 1 Ob 295/98h
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 295/98h
    Auch; nur T1
  • 10 Ob 144/99w
    Entscheidungstext OGH 07.09.1999 10 Ob 144/99w
    nur T1; Veröff: SZ 72/136
  • 10 Ob 284/00p
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 10 Ob 284/00p
  • 7 Ob 3/01v
    Entscheidungstext OGH 23.01.2001 7 Ob 3/01v
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 134/01i
    Entscheidungstext OGH 25.09.2001 1 Ob 134/01i
    Vgl auch; Beisatz: Erhebliche oder gar unzumutbare Erschwernisse (Beschränkungen der Rechtsausübung durch den Belasteten) müssen nicht hingenommen werden. (T5)
    Beisatz: Hier: Errichtung eines die Sicht zur Gänze verstellenden Zaunes ist jedenfalls dann, wenn der Ausblick bei Einräumung der Servitut noch nicht verstellt war, unzulässig. (T6)
  • 1 Ob 304/01i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2002 1 Ob 304/01i
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Die Beschränkung der Rechtsausübung durch den Belasteten ist ohne zumindest schlüssige Zustimmung des Berechtigten nur dann zulässig, wenn die Ausübung des Rechts dadurch nicht ernstlich erschwert oder gefährdet wird. (T7)
    Beisatz: Auch die Errichtung eines unversperrten Schrankens, Gatters oder Tores ist dem Berechtigten nicht ohne weiteres zuzumuten. (T8)
    Veröff: SZ 2002/86
  • 2 Ob 301/02g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 2 Ob 301/02g
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 136/04p
    Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 136/04p
    nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Das Gehen und Fahren mit Fahrzeugen aller Art über eine ganz bestimmte Fläche. (T9)
  • 8 Ob 60/04p
    Entscheidungstext OGH 30.05.2005 8 Ob 60/04p
    Vgl auch; Beisatz: Bei ungemessenen Dienstbarkeiten ist nicht das Bedürfnis des herrschenden Gutes im Zeitpunkt der Entstehung der Dienstbarkeit, sondern dessen jeweiliges Bedürfnis innerhalb der Schranken aufgrund des ursprünglichen Bestandes und der ursprünglichen Bewirtschaftung maßgebend. Es soll dem Berechtigten der angestrebte Vorteil ermöglicht, dem Belasteten aber so wenig wie möglich geschadet werden. Eine unzulässige Erweiterung der Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn das dienende Gut dadurch erheblich schwerer belastet wird. (T10)
    Beisatz: Die gemäß § 484 ABGB vorzunehmende Interessenabwägung ist stets von den Umständen des Einzelfalls abhängig und stellt deshalb im Allgemeinen keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung dar. (T11)
  • 2 Ob 88/06i
    Entscheidungstext OGH 05.10.2006 2 Ob 88/06i
    Beisatz: Bei der Beurteilung, ob dem Dienstbarkeitsberechtigten Erschwernisse zumutbar sind, ist auf die Natur und den Zweck der Dienstbarkeit abzustellen. (T12)
  • 7 Ob 12/07a
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 7 Ob 12/07a
    Vgl auch; Beisatz: Nach allgemeinen servitutsrechtlichen Grundsätzen orientiert sich der Inhalt einer ungemessenen Servitut zwar am jeweiligen Bedürfnis des herrschenden Gutes, doch findet ein solches Recht seine Grenzen in dessen ursprünglichen Bestand und der ursprünglichen Bewirtschaftungsart. (T13)
    Beis wie T11; Beisatz: Hier: Ausweitung einer ersessenen Wegeservitut. (T14)
  • 1 Ob 144/07v
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 144/07v
    nur T1; Beisatz: Ergibt sich etwa eine erhöhte Belastung des dienenden Grundstücks daraus, dass ein ursprünglich selten und nur mit Fuhrwerken befahrener Weg entsprechend der fortschreitenden technischen Entwicklung später-zulässigerweise-häufiger und mit Kraftfahrzeugen befahren wird, ist eine „Verschiebung" der Wegtrasse durch den Verpflichteten etwa dann nicht ausgeschlossen, wenn er damit berechtigte eigene Interessen verfolgt und andererseits der Servitutszweck, nämlich die Möglichkeit, in bestimmtem Umfang zur herrschenden Liegenschaft zuzufahren, nicht beeinträchtigt wird. (T15)
  • 5 Ob 23/08f
    Entscheidungstext OGH 24.06.2008 5 Ob 23/08f
    Vgl auch; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 4 Ob 217/08b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 217/08b
    Auch; Beisatz: Eine umfassende Interessenabwägung bedeutet, dass auch wirtschaftliche Vorteile und Nachteile einzubeziehen sind. Finanzielle Nachteile dürfen daher nicht ausgeklammert werden. (T16)
  • 3 Ob 279/08p
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 3 Ob 279/08p
    nur T1; Beis wie T11
  • 7 Ob 241/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 7 Ob 241/08d
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T16; Beisatz: Diese Grundsätze gelten auch für unregelmäßige Dienstbarkeiten, wobei an die Stelle der Verhältnisse des herrschenden Gutes diejenigen der dienstbarkeitsberechtigten Personen treten. (T17)
  • 1 Ob 25/09x
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 1 Ob 25/09x
    Auch; nur T1; Beis wie T16
  • 1 Ob 139/09m
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 1 Ob 139/09m
    Auch; Beisatz: Eine Einschränkung der Servitut kommt bei nachträglicher wesentlicher Änderung der Umstände in Frage, die klar für eine stärkere Berücksichtigung der Interessen des Verpflichteten sprechen. (T18)
    Beisatz: Diese Grundsätze sind auch für die Beantwortung der Frage heranzuziehen, inwieweit der Servitutsverpflichtete gehalten ist, nachteilige Einwirkungen zu verhindern, die von seiner Liegenschaft aufgrund von Naturereignissen auf den Servitutsgegenstand einwirken. (T19)
    Beisatz: Hier: Beeinträchtigung des Wegerechts durch herabfallende Äste bzw. umstürzende Bäume. (T20)
  • 1 Ob 43/10w
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 43/10w
    Auch; Beis wie T10 nur: Eine unzulässige Erweiterung der Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn das dienende Gut dadurch erheblich schwerer belastet wird. (T21)
    Beis wie T11; Beis wie T13
  • 2 Ob 143/09g
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 2 Ob 143/09g
    nur T1; Beis wie T10; Beis wie T13; Beis wie T16; Beisatz: § 484 ABGB stellt die Ausübung der Dienstbarkeit in das Belieben des Berechtigten, ordnet aber auch eine Beschränkung auf das nach Natur und Zweck der Bestellung nötige Maß an. Dieser scheinbare Widerspruch ist durch einen billigen Interessenausgleich zu lösen. (T22)
    Veröff: SZ 2010/67
  • 1 Ob 215/10i
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 1 Ob 215/10i
    nur T1
  • 6 Ob 39/11w
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 6 Ob 39/11w
    Vgl; Beis wie T11
  • 1 Ob 217/10h
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 1 Ob 217/10h
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 2 Ob 13/11t
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 2 Ob 13/11t
    Vgl; Auch Beis wie T10; Auch Beis wie T11
  • 4 Ob 21/12k
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 21/12k
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T10
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Vgl auch; Beisatz: Ziel der Interessenabwägung ist es stets, dem Dienstbarkeitsberechtigten den angestrebten Vorteil zu ermöglichen, den Verpflichteten aber so wenig wie möglich zu schaden. (T23)
  • 1 Ob 185/12f
    Entscheidungstext OGH 15.11.2012 1 Ob 185/12f
    Vgl auch
  • 2 Ob 150/12s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 150/12s
    Auch; Auch Beis wie T10; Auch Beis wie T11
  • 9 Ob 28/13b
    Entscheidungstext OGH 24.07.2013 9 Ob 28/13b
    Beis wie T12; Beis wie T21; Beis wie T23
  • 4 Ob 25/14a
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 25/14a
    Vgl auch; nur T21
  • 2 Ob 168/13i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 2 Ob 168/13i
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T11; Beisatz Hier: Unzulässig ist die eigenmächtige Herstellung einer neuen Weganlage durch Verwendung von Material, das der Beklagte dem an den Servitutsweg angrenzenden Gelände entnommen hat. (T24)
  • 1 Ob 115/14i
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 115/14i
    Vgl; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Bei der gebotenen Interessenabwägung kann eine unzulässige Erweiterung der ersessenen Feldservitut durch die Erneuerung und frostsichere Verlegung einer Wasserleitung nicht erblickt werden, bewegt sich dies doch jedenfalls innerhalb der Schranken des zur Versorgung mit Nutzwasser ersessenen Rechts. (T25)
  • 1 Ob 150/14m
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 150/14m
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T5; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Die Errichtung einer Schrankenanlage muss der Fahrberechtigte nicht hinnehmen. (T26)
  • 6 Ob 129/14k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2014 6 Ob 129/14k
  • 1 Ob 16/15g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2015 1 Ob 16/15g
    Auch
  • 4 Ob 174/17t
    Entscheidungstext OGH 24.10.2017 4 Ob 174/17t
    Auch; Beis wie T16; Beis wie T18
  • 5 Ob 22/18y
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 22/18y
    Auch; Beis wie T16
  • 4 Ob 56/18s
    Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 56/18s
    Auch
  • 9 Ob 60/18s
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 9 Ob 60/18s
    Beis wie T2; Beis wie T5
  • 1 Ob 175/18v
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 1 Ob 175/18v
    Vgl auch
  • 8 Ob 138/18d
    Entscheidungstext OGH 26.11.2018 8 Ob 138/18d
    Auch
  • 1 Ob 129/19f
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 129/19f
    Vgl; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Erhebliche Ausweitung der Wegbenutzung aufgrund einer gänzlich anderen Bewirtschaftungsart. (T27)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0011733

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.11.2019

Dokumentnummer

JJR_19800115_OGH0002_0050OB00708_7900000_001

Rechtssatz für 1Ob616/81 1Ob774/83 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011757

Geschäftszahl

1Ob616/81; 1Ob774/83; 8Ob10/10v; 4Ob21/12k; 4Ob106/12k

Entscheidungsdatum

06.11.1981

Norm

ABGB §484

Rechtssatz

Als Anwendungsfall des Verbotes des Rechtsmissbrauches folgt der Grundsatz der schonenden Ausübung der Servitut ( so schon SZ 32/113 ).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 616/81
    Entscheidungstext OGH 06.11.1981 1 Ob 616/81
  • 1 Ob 774/83
    Entscheidungstext OGH 30.11.1983 1 Ob 774/83
  • 8 Ob 10/10v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 8 Ob 10/10v
    Auch; Beisatz: Wie jede Dienstbarkeit ist gemäß § 484 ABGB auch das Wohnungsrecht möglichst schonend auszuüben. (T1)
  • 4 Ob 21/12k
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 21/12k
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0011757

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2012

Dokumentnummer

JJR_19811106_OGH0002_0010OB00616_8100000_001

Rechtssatz für 5Ob549/82 8Ob522/87 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018842

Geschäftszahl

5Ob549/82; 8Ob522/87; 1Ob2392/96p; 9Ob233/01g; 3Ob42/03b; 8Ob137/03k; 6Ob191/05i; 7Ob287/05i; 9ObA124/06k; 7Ob45/10h; 4Ob106/12k; 4Ob198/13s; 4Ob99/16m

Entscheidungsdatum

26.04.1983

Norm

ABGB §936 IV

Rechtssatz

Ein wichtiger Grund zur Auflösung des Dauerschuldverhältnisses, der in der Person des Vertragspartners gelegen sein muss, liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens der Vertragspartners und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. Als solcher Grund ist nicht jeder objektive Verstoß gegen die Vertragspflichten, sondern bloß ein rechtswidriges Verhalten wider besseres Wissen oder ein solches anzusehen, bei dem dem Vertragspartner grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt, zu dem er sich also nicht etwa aus vertretbaren Gründen für berechtigt halten durfte. Dabei kommt den Umständen des Einzelfalles besondere Bedeutung zu. Die Beweislastumkehr des § 1298 ABGB greift aber soweit nicht ein, als die das grobe Verschulden des Schädigers begründenden Umstände jedenfalls der Geschädigte zu beweisen hat.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 549/82
    Entscheidungstext OGH 26.04.1983 5 Ob 549/82
  • 8 Ob 522/87
    Entscheidungstext OGH 03.09.1987 8 Ob 522/87
    nur: Ein wichtiger Grund zur Auflösung des Dauerschuldverhältnisses, der in der Person des Vertragspartners gelegen sein muß, liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens der Vertragspartners und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. (T1)
  • 1 Ob 2392/96p
    Entscheidungstext OGH 16.12.1996 1 Ob 2392/96p
    Vgl; nur T1
  • 9 Ob 233/01g
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 9 Ob 233/01g
    Auch; nur: Dabei kommt den Umständen des Einzelfalles besondere Bedeutung zu. (T2)
  • 3 Ob 42/03b
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 3 Ob 42/03b
    Vgl auch; Beisatz: Ein wichtiger Grund zur Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses wurde etwa bejaht, wenn ein Partner zumindest grob fahrlässig gegen Vertragspflichten verstieß. (T3)
  • 8 Ob 137/03k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2003 8 Ob 137/03k
    nur: Ein wichtiger Grund zur Auflösung des Dauerschuldverhältnisses, der in der Person des Vertragspartners gelegen sein muß, liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens der Vertragspartners und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. Dabei kommt den Umständen des Einzelfalles besondere Bedeutung zu. (T4)
  • 6 Ob 191/05i
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 191/05i
    Auch; Beisatz: Vertragsverletzungen rechtfertigen jedoch nicht generell die Auflösung des Dauerschuldverhältnisses. Der Auflösungsgrund liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens der Vertragspartner und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. (T5); Beisatz: Hier: Auch die Bewilligung einer Sondernutzung aufgrund eines Gestattungsvertrags kann nur aus sachlich gerechtfertigten Gründen widerrufen werden, insbesondere dann, wenn es um die wirtschaftliche Existenz des Sonderbenützungsberechtigten geht. (T6)
  • 7 Ob 287/05i
    Entscheidungstext OGH 14.12.2005 7 Ob 287/05i
    nur T1
  • 9 ObA 124/06k
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 124/06k
    nur T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 45/10h
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 7 Ob 45/10h
    Auch; nur: Ein wichtiger Grund zur Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses, der in der Person des Vertragspartners gelegen sein muss, liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens des Vertragspartners und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. Als solcher Grund ist nicht jeder objektive Verstoß gegen die Vertragspflichten, sondern bloß ein rechtswidriges Verhalten wider besseres Wissen oder ein solches anzusehen, bei dem dem Vertragspartner grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt, zu dem er sich also nicht etwa aus vertretbaren Gründen für berechtigt halten durfte. Dabei kommt den Umständen des Einzelfalls besondere Bedeutung zu. (T7)
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    nur T7; Beisatz: Auch bei einer entpersonifizierten Grunddienstbarkeit kann das Verhalten des Vertragspartners bei Beurteilung eines Auflösungsgrundes nicht gänzlich außer Betracht bleiben, sondern ist in die gebotene Gesamtschau aller geltend gemachten Auflösungsgründen miteinzubeziehen. (T8)
  • 4 Ob 198/13s
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 198/13s
    Vgl auch; nur T4
  • 4 Ob 99/16m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 4 Ob 99/16m
    Auch; nur T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0018842

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.06.2016

Dokumentnummer

JJR_19830426_OGH0002_0050OB00549_8200000_004

Rechtssatz für 4Ob532/91 8Ob569/92 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018813

Geschäftszahl

4Ob532/91; 8Ob569/92; 7Ob547/95; 9Ob2100/96f; 1ob2392/96p; 6Ob48/99y; 9Ob233/01g; 3Ob274/02v; 3Ob42/03b; 4Ob211/03p; 6Ob106/06s; 9Ob16/08f; 10Ob68/08k; 8Ob119/08w; 5Ob220/09b; 7Ob45/10h; 10Ob42/11s; 10Ob56/11z; 7Ob250/11g; 4Ob106/12k; 7Ob159/12a; 5Ob122/12w; 4Ob198/13s; 1Ob5/14p; 4Ob5/15m; 1Ob210/15m; 10Ob8/16y; 4Ob99/16m; 9Ob23/17y; 5Ob91/19x

Entscheidungsdatum

09.07.1991

Norm

ABGB §936 IV

Rechtssatz

Die Grundsätze für die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigen Gründen gelten nach nunmehriger Rechtsprechung auch für sonstige Dauerrechtsverhältnisse wie Dienstbarkeiten und ähnliche Gebrauchsrechte. Ihre Auflösung kann aber wegen der stärkeren dinglichen Bindung nur "äußerstes Notventil" sein; die für die Auflösung in Betracht kommenden Gründe müssen ein noch größeres Gewicht haben als jene, die für die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen genügen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 532/91
    Entscheidungstext OGH 09.07.1991 4 Ob 532/91
    Veröff: WoBl 1992,52 (Würth, Call) = NZ 1992,112 = JBl 1992,187
  • 8 Ob 569/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1993 8 Ob 569/92
    Vgl auch; Veröff: NZ 1994,20
  • 7 Ob 547/95
    Entscheidungstext OGH 31.05.1995 7 Ob 547/95
    Auch
  • 9 Ob 2100/96f
    Entscheidungstext OGH 13.11.1996 9 Ob 2100/96f
  • 1 Ob 2392/96p
    Entscheidungstext OGH 16.12.1996 1 Ob 2392/96p
    Auch; Beisatz: Es ist ein strenger Maßstab anzulegen, ob ein wichtiger Grund für die Auflösung vorliegt, die Gründe müssen entsprechend gewichtig sein. (T1)
  • 6 Ob 48/99y
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 6 Ob 48/99y
    Vgl auch
  • 9 Ob 233/01g
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 9 Ob 233/01g
    Beisatz: Ob die für die Auflösung in Betracht kommenden Gründe ein so großes Gewicht haben, dass nur mehr die Auflösung als "äußerstes Notventil" bleibt, hängt stets von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab. (T2)
  • 3 Ob 274/02v
    Entscheidungstext OGH 27.11.2002 3 Ob 274/02v
    Auch; nur: Die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigen Gründen kann nur "äußerstes Notventil" sein. (T3)
    Beis wie T1; Veröff: SZ 2002/160
  • 3 Ob 42/03b
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 3 Ob 42/03b
    Auch; nur: Die Grundsätze für die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigen Gründen gelten nach nunmehriger Rechtsprechung auch für sonstige Dauerrechtsverhältnisse wie Dienstbarkeiten und ähnliche Gebrauchsrechte. Ihre Auflösung kann aber wegen der stärkeren dinglichen Bindung nur "äußerstes Notventil" sein. (T4)
    Beis wie T1
  • 4 Ob 211/03p
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 4 Ob 211/03p
    Auch; nur T3; Beis wie T1; Veröff: SZ 2003/169
  • 6 Ob 106/06s
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 106/06s
    Beisatz: Hier: Bestandverhältnis. (T5)
  • 9 Ob 16/08f
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 Ob 16/08f
    Beisatz: Hier: Fruchtgenussrecht. (T6)
    Veröff: SZ 2008/145
  • 10 Ob 68/08k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 10 Ob 68/08k
    Auch; nur T3; Beisatz: Es entspricht ständiger Rechtsprechung, dass dingliche und obligatorische Wohnungsrechte ganz allgemein und damit auch im familiären Bereich wie jedes andere Dauerschuldverhältnis aus wichtigen Gründen aufgelöst werden können. (T7) Beis wie T1
  • 8 Ob 119/08w
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 119/08w
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Zur Frage der Möglichkeit einer fristlosen Kündigung (sofortigen Beendigung aus besonders wichtigen Gründen) bei Heimverträgen trotz der Regelung des § 27i KSchG. (T8)
  • 5 Ob 220/09b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 5 Ob 220/09b
  • 7 Ob 45/10h
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 7 Ob 45/10h
  • 10 Ob 42/11s
    Entscheidungstext OGH 31.05.2011 10 Ob 42/11s
    Auch
  • 10 Ob 56/11z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 10 Ob 56/11z
    Auch
  • 7 Ob 250/11g
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 250/11g
    Vgl auch
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    nur T4; Beis wie T1; Beisatz: Auch bei einer entpersonifizierten Grunddienstbarkeit kann das Verhalten des Vertragspartners bei Beurteilung eines Auflösungsgrundes nicht gänzlich außer Betracht bleiben, sondern ist in die gebotene Gesamtschau aller geltend gemachten Auflösungsgründen miteinzubeziehen. (T9)
  • 7 Ob 159/12a
    Entscheidungstext OGH 14.11.2012 7 Ob 159/12a
    nur: Ihre Auflösung kann wegen der stärkeren dinglichen Bindung nur "äußerstes Notventil" sein; die für die Auflösung in Betracht kommenden Gründe müssen ein noch größeres Gewicht haben als jene, die für die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen genügen. (T10)
  • 5 Ob 122/12w
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 5 Ob 122/12w
    Auch; Beisatz: Hier: Baurecht. (T11)
  • 4 Ob 198/13s
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 198/13s
    Auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 5/14p
    Entscheidungstext OGH 27.03.2014 1 Ob 5/14p
    Auch
  • 4 Ob 5/15m
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 5/15m
    Auch; Beisatz: Hier: Offenlassen eines Wegeschrankens nicht ausreichend. (T12)
  • 1 Ob 210/15m
    Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 210/15m
  • 10 Ob 8/16y
    Entscheidungstext OGH 15.03.2016 10 Ob 8/16y
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 99/16m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 4 Ob 99/16m
    Auch; Beis wie T2
  • 9 Ob 23/17y
    Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 Ob 23/17y
    Vgl auch; Beis wie T7 nur: Es entspricht ständiger Rechtsprechung, dass dingliche und obligatorische Wohnungsrechte ganz allgemein wie jedes andere Dauerschuldverhältnis aus wichtigen Gründen aufgelöst werden können. (T13)
  • 5 Ob 91/19x
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 91/19x
    Auch; nur T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0018813

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19910709_OGH0002_0040OB00532_9100000_002

Rechtssatz für 1Ob295/98h 5Ob270/03x 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111562

Geschäftszahl

1Ob295/98h; 5Ob270/03x; 10Ob83/07i; 7Ob267/08b; 3Ob132/09x; 10Ob24/11v; 10Ob45/11g; 8Ob77/12z; 10Ob27/12m; 4Ob106/12k; 2Ob132/12v; 5Ob55/13v; 5Ob253/12k; 2Ob158/13v; 1Ob87/15y; 6Ob188/15p; 7Ob41/15b; 10Ob13/16h; 9Ob51/17s; 9Ob76/17t; 5Ob48/19y

Entscheidungsdatum

19.01.1999

Norm

ABGB §480
ABGB §863 EI

Rechtssatz

Ein Dienstbarkeitsvertrag kann auch durch schlüssiges Verhalten im Sinne des § 863 ABGB zustandekommen. Ein schlüssiger Dienstbarkeitsvertrags kommt nicht schon durch die bloße Duldung eines bestimmten Gebrauchs des dienenden Guts, sondern erst dann zustande, wenn zusätzliche Sachverhaltselemente den Schluss erlauben, der aus einem bestimmten Verhalten abzuleitende rechtsgeschäftliche Wille der (jeweils) Belasteten habe sich auf die Einräumung einer Dienstbarkeit als dingliches Recht bezogen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 295/98h
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 295/98h
  • 5 Ob 270/03x
    Entscheidungstext OGH 09.12.2003 5 Ob 270/03x
    Auch; nur: Ein Dienstbarkeitsvertrag kann auch durch schlüssiges Verhalten im Sinne des § 863 ABGB zustandekommen. (T1)
  • 10 Ob 83/07i
    Entscheidungstext OGH 09.10.2007 10 Ob 83/07i
  • 7 Ob 267/08b
    Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 267/08b
  • 3 Ob 132/09x
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 3 Ob 132/09x
  • 10 Ob 24/11v
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 Ob 24/11v
    Auch
  • 10 Ob 45/11g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 10 Ob 45/11g
    Auch
  • 8 Ob 77/12z
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 Ob 77/12z
    Auch; Beisatz: Das Gleiche gilt schon aufgrund eines Größenschlusses für die Erweiterung des Umfangs einer ausdrücklich bestellten Servitut. (T2)
  • 10 Ob 27/12m
    Entscheidungstext OGH 02.10.2012 10 Ob 27/12m
    Auch
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Beis ähnlich wie T2
  • 2 Ob 132/12v
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 132/12v
  • 5 Ob 55/13v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 55/13v
    Vgl; Beisatz: Das gilt auch für eine unregelmäßige Dienstbarkeit nach § 479 ABGB. (T3)
  • 5 Ob 253/12k
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 253/12k
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 158/13v
    Entscheidungstext OGH 23.10.2013 2 Ob 158/13v
    Auch; Beisatz: Hier nur Duldung einer obligatorischen Nutzung eines Schwimmbads. (T4)
  • 1 Ob 87/15y
    Entscheidungstext OGH 21.05.2015 1 Ob 87/15y
    Auch; Beisatz: An die Annahme der schlüssigen Einräumung einer Dienstbarkeit sind, weil dies einem Teilrechtsverzicht gleichkommt, strenge Anforderungen zu stellen. Die sonst an die Ersitzung anknüpfenden Erfordernisse des rechtmäßigen, redlichen und echten Besitzes, einschließlich dem Ablauf der Ersitzungszeit, sollen nicht dadurch einfach umgangen werden können, dass man aus der Nichtausübung eines Rechts oder der stillschweigenden Duldung der Nutzung des Grundstücks durch eine andere Person während eines kürzeren Zeitraums als jenes für die Ersitzung bereits einen konkludenten Rechtsverlust durch rechtsgeschäftliche konkludente Einräumung von Dienstbarkeitsrechten bejaht, (so schon 10 Ob 10/13p). (T5)
  • 6 Ob 188/15p
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 188/15p
    Beis wie T5
  • 7 Ob 41/15b
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 41/15b
    Auch
  • 10 Ob 13/16h
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 13/16h
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Es entzieht sich – wegen der Einzelfallbezogenheit – der grundsätzlichen Erörterung des Obersten Gerichtshofs, welche konkreten Aufwendungen des Begünstigten vorliegen müssen, damit die Zustimmung des Grundeigentümers nicht nur als nachbarschaftliche Gefälligkeitshandlung zu beurteilen ist, und welche Aufwendungen den Schluss auf einen rechtsgeschäftlichen Willen des Liegenschaftseigentümers zur Einräumung eines (dinglichen oder) obligatorischen Gebrauchsrechts zulassen. (T6)
  • 9 Ob 51/17s
    Entscheidungstext OGH 18.12.2017 9 Ob 51/17s
    Beis wie T5
  • 9 Ob 76/17t
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 Ob 76/17t
  • 5 Ob 48/19y
    Entscheidungstext OGH 13.06.2019 5 Ob 48/19y
    Auch; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111562

Im RIS seit

18.02.1999

Zuletzt aktualisiert am

07.08.2019

Dokumentnummer

JJR_19990119_OGH0002_0010OB00295_98H0000_001

Entscheidungstext 4Ob106/12k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

bbl 2013,39/33 - bbl 2013/33 = ZVB 2013/37 S 126 (Oppel) - ZVB 2013,126 (Oppel) = immolex 2013/37 S 119 (Hagen) - immolex 2013,119 (Hagen) = MietSlg 64.074 = MietSlg 64.110 = NZ 2014/13 S 48 - NZ 2014,48

Geschäftszahl

4Ob106/12k

Entscheidungsdatum

18.09.2012

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und durch die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Mag. A***** D*****, vertreten durch Mag. Peter Freiberger, Rechtsanwalt in Mürzzuschlag, gegen die beklagte Partei F***** mbH, *****, vertreten durch Dr. Ulrich Suppan und Mag. Robert Suppan, Rechtsanwälte in St. Veit an der Glan, wegen Räumung (Streitwert: 11.000 EUR), infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 25. Jänner 2012, GZ 3 R 183/11y-61, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichts Klagenfurt vom 10. Juni 2011, GZ 25 Cg 150/07h-56, abgeändert wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

              Die im zweiten Rechtsgang ergangenen Entscheidungen der Vorinstanzen werden aufgehoben und die Rechtssache in diesem Umfang an das Erstgericht zur neuerlichen Entscheidung nach allfälliger Verfahrensergänzung zurückverwiesen.

              Die Kosten des Revisionsverfahrens bilden weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Der Kläger ist Eigentümer des jagdlich und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücks ***** Grundbuch ***** D*****. Eine der Rechtsvorgängerinnen des Klägers im Eigentum hatte mit Vereinbarung vom September 1964 der Beklagten ein rund 500 m² großes Grundstück inmitten dieses Anwesens verkauft und der Beklagten die Dienstbarkeit zur Errichtung und des Betriebs einer Einzelsesselliftanlage („H*****“) sowie die Dienstbarkeit der Schiabfahrt eingeräumt. Im Vertrag verpflichtete sich die Rechtsgeberin dazu, die Dienstbarkeit auf ihre Rechtsnachfolger zu überbinden. Mit Bescheid vom 25. 10. 1995 erteilte das Amt der Kärntner Landesregierung der Beklagten über deren Ansuchen die eisenbahnrechtliche Baugenehmigung zum Umbau in einen Doppelsessellift; mit Bescheid vom 18. 12. 1996 wurde die eisenbahnrechtliche Betriebsbewilligung erteilt.

Der Kläger begehrte im zweiten Rechtsgang noch, die Beklagte sei schuldig, die Liftwarthütte bei der Bergstation, die Ausstiegsstelle samt unterkellerter Betonplattform, sämtliche Stützen sowie die gesamte Liftanlage auf dem näher bezeichneten Grundstück des Klägers binnen sechs Wochen zu räumen und das Grundstück dem Kläger geräumt zu übergeben; hilfsweise auf dem genannten Grundstück die Ausstiegsstelle bestehend aus einer Betonplatte samt unterkellerten Fundamenten, die Liftwarthütte samt Fundament, sämtliche gelb eingezeichnet auf dem beiliegenden Plan laut Beilage ./I, der einen integrierenden Urteilsbestandteil darstellt, binnen sechs Wochen zu räumen. Dem weiteren Begehren auf Unterlassung, auf dem Grundstück des Klägers Montainbike-Rennen veranstalten zu lassen, wurde im ersten Rechtsgang rechtskräftig stattgegeben.

Der Kläger brachte vor, die Fortsetzung der Dienstbarkeit sei für ihn unzumutbar, weshalb er die Vereinbarung mit Schreiben vom 11. 6. 2007 aufgekündigt habe. Die Beklagte habe widerrechtlich ein Bauwerk auf seinem Grund errichtet, während der schneefreien Zeit die Durchführung von Veranstaltungen (Mountainbike-Downhill-Rennen) auf seinem Grund geduldet und sich damit eine Erweiterung der Dienstbarkeit angemaßt, sie habe Grenzsteine entfernt, einen Handymasten errichten wollen, sie zahle den vereinbarten (geringen) Pachtzins regelmäßig verspätet und habe den Liftbetrieb widerrechtlich untervermietet; ihr Organ habe seinen Vater beschimpft. Die Pächter der Beklagten hätten dadurch in das Eigentum des Klägers eingegriffen, dass sie einen defekten Radtrac auf dem Anwesen zurückgelassen, Erdreich verunreinigt und Flurschäden bei Abtransport des Radtracs verursacht hätten.

Der Kläger macht weiters ein Verhalten der Beklagten als Auflösungsgrund geltend, das die Liftanlage Schlepplift G***** betrifft, die im Anschluss an den Sessellift bestanden hat: Die Beklagte habe nach Ablauf der dort zeitlich befristeten Dienstbarkeit die Anlage nicht geräumt, was ihn gezwungen habe, einen Räumungstitel zu erwirken und ein Verfahren zur zwangsweisen Durchsetzung des Räumungstitels einzuleiten. Die Beklagte habe die Anlage sodann unsachgemäß abgebaut und dabei erhebliche Eingriffe in sein Eigentum zu verantworten (Kontaminierung des Erdreichs; Verenden eines Jungrinds durch herabfallende Anlageteile und dessen unsachgemäße Entsorgung; Entrinden von Jungbäumen durch einen Seilschlag; Vergraben von Anlagenteilen statt Entfernen).

Die Beklagte beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Die Rechtsvorgängerin des Klägers im Eigentum habe keinen Einwand gegen den Betrieb der Einsesselliftanlage erhoben und im Zuge des Umbaus in eine Doppelsesselliftanlage einer Verlängerung der Ausstiegsrampe und der Neuerrichtung einer Stütze zwischen zwei bestehenden Liftstützen zugestimmt. Dabei sei dem Kläger bekannt gewesen, dass sich ein Teil der Ausstiegsrampe bereits auf seinem Grundstück befände. Der Kläger und seine Rechtsvorgängerin hätten sich zwar gegen die baulichen Veränderungsmaßnahmen ausgesprochen, der Kläger sei aber im Zuge der eisenbahnrechtlichen Baugenehmigungsverfahren mit seinen Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen worden. Während des Bewilligungsverfahrens habe ein Vertreter der Rechtsvorgängerin des Klägers am 18. 12. 1996 erklärt, bei Erfüllung der im Baugenehmigungs- und im Betriebsbewilligungsbescheid auferlegten Vorschreibungen und sonstigen Auflagen keine Einwände gegen das Seilbahnprojekt zu erheben. Die Rechtsvorgängerin der Klägerin habe daher in Kenntnis der Beanspruchung ihres Grundes dem Bau der Doppelsesselliftanlage zugestimmt. Seit 1964, somit über 30 Jahre lang, habe die Rechtsvorgängerin des Klägers keinen „Überbau“ eingewendet, sodass die Beklagte gutgläubig Eigentum ersessen habe, sie sei nämlich davon ausgegangen, dass sich die Bergstation zur Gänze auf ihrem Grund befinde. Der Kläger und seine Rechtsvorgängerin hätten von ihrer Bauführung gewusst und dennoch ihr redliches Bauen nicht untersagt, sodass sie wegen Bauens mit eigenem Material auf fremdem Grund außerbücherliches Eigentum erworben habe. Auch sei der Überbau durch die Dienstbarkeitsvereinbarung gedeckt. Gründe für eine außerordentliche Aufkündigung der Dienstbarkeitsvereinbarung bestünden nicht. Die Veranstaltung von Mountainbike-Rennen entspräche dem technischen Fortschritt. Wegen der Räumung der Schleppliftanlage habe die Beklagte mit dem Land Kärnten bis 2006 verhandelt. Sie habe die Pachtzahlungen zwar nicht immer rechtzeitig, aber doch nach Mahnung bezahlt. Die Unterverpachtung sei dem Kläger bekannt gewesen. Der Kläger sei von der Errichtung eines Handymastensenders informiert gewesen, die Baumaßnahmen seien nur auf ihrem Grundstück vorgenommen worden. Nach der fehlenden Zustimmung zum Betrieb der Anlage seien die Baumaßnahmen eingestellt und die vorhandenen Schalungen wieder entfernt worden. Wie es zur Grenzsteinentfernung gekommen sei, wisse die Beklagte nicht. Zur Verbringung von Baumaterialien sei sie im Zuge der Durchführung von Erhaltungsarbeiten und Arbeiten für die Betriebsführung berechtigt gewesen.

Das Erstgericht gab im zweiten Rechtsgang dem anhängigen Räumungs-(haupt-)begehren statt. Es traf folgende wesentlichen Feststellungen:

Die Beklagte plante 1995 den Umbau der Einzelsesselliftanlage, die über das Grundstück des Klägers führt, in eine Doppelsesselliftanlage. Im Zuge dieses Umbaus war vorgesehen, dass die Ausstiegsstelle erweitert wird. Der Kläger hat sich im Namen seiner Rechtsvorgängerin im behördlichen Verfahren ausdrücklich gegen die baulichen Veränderungen (Rampenausweitung, Stützenneubau sowie andere Maßnahmen, soweit sie sich auf das Grundstück des Klägers erstrecken) gewendet. Im eisenbahnrechtlichen Bewilligungsverfahren wurde festgehalten, dass sich beide Stationsbereiche im Eigentum des Seilbahnunternehmens befinden. Der Vertreter der Rechtsvorgängerin des Klägers erklärte, dass bei Erfüllung der im seinerzeitigen Baugenehmigungsbescheid auferlegten Vor-schreibungen und sonstigen Auflagen keine Einwände gegen das Seilbahnprojekt erhoben würden. Der Kläger und seine Rechtsvorgänger haben nicht auf Ansprüche aus der Inanspruchnahme ihrer Grundstücke durch den Umbau verzichtet oder ihr Einverständnis erklärt, dass die Beklagte durch das Bebauen des Grundstücks des Klägers Eigentum an den überbauten Flächen erwerben soll, oder der Beklagten eine Dienstbarkeit über die ursprünglich eingeräumte Dienstbarkeit hinaus eingeräumt werden soll. Die Beklagte traf mit dem Kläger und dessen Rechtsvorgängerin keine Vereinbarung den Umbau betreffend.

Durch die Errichtung der Doppelsesselliftanlage und die damit verbundenen Bauarbeiten wurden Grundstücksflächen des Klägers wie folgt in Anspruch genommen: Die Betonfläche ragt mit 31 cm über die Grundgrenze hinaus, der danebenliegende Schacht um 12 cm, der in der Betonfläche liegende Schacht mit 11 cm. Der Stromkasten liegt zur Gänze rund 90 cm von der Grundgrenze entfernt auf dem Grundstück des Klägers. Im Bereich der Einstiegsstelle werden Kanister für den Bremstest gelagert, diese befinden sich auf einer Länge bis zu 9,84 m außerhalb des Grundstücks der Beklagten. Das Lifthaus befand sich bereits vor dem Umbau außerhalb des Grundstückes der Beklagten, wurde durch den Umbau um 3,33 m verschoben und befindet sich weiterhin zur Gänze auf dem Grundstück des Klägers. Im Zuge der Bauarbeiten wurde eine Betonplattform zwischen den Stützen 14 und 15 errichtet, der Ausstiegsbereich, der 1994 bei der Stütze 15 begonnen hat, verschob sich dadurch entgegengesetzt der Fahrtrichtung vom Tal zum Berg um 3,89 m zur Stütze 14. Die Differenz zwischen Ausführung und Projekt beträgt in Bezug zur Betonplattformkante 42 cm in Richtung der Bergstation. Die Holzabsperrung wurde länger als projektiert ausgeführt, wodurch das Fangnetz um 30 cm Richtung Tal verschoben wurde.

Die Beklagte wusste, dass der Kläger mit seinen Einwendungen auf den Zivilrechtsweg verwiesen worden war und seine Zustimmung nur unter Vorbehalt erteilt hat. Die Beklagte errichtete aufgrund der Baugenehmigung die Bergstation. Die Streitteile erörterten die Problematik der Grundstücksgrenzen nicht. Die Beklagte hat die Umbauarbeiten vorgenommen, ohne vorher die Grenzsituation abzuklären oder die rechtlichen Voraussetzungen für die dauernde Inanspruchnahme des Grundstücks des Klägers bzw. dessen Rechtsvorgängerin zu schaffen. Der Kläger hat kurz vor Einbringung der Klage GPS-Vermessungen zu den Grundstücksgrenzen vorgenommen und wusste zu diesem Zeitpunkt erstmals, dass keine bloß geringfügige Inanspruchnahme seines Eigentums durch Überbauten vorlag.

In rechtlicher Hinsicht hielt das Erstgericht die Auflösungserklärung des Klägers für berechtigt. Der Kläger habe sich einst im Namen seiner Rechtsvorgängerin im behördlichen Verfahren ausdrücklich gegen alle Ausbauten ausgesprochen, soweit diese Baumaßnahmen das dienende Grundstück beträfen. Dennoch habe die Beklagte das dienende Gut überbaut. Damit habe die Beklagte schuldhaft in das Eigentum des Klägers eingegriffen; dies sei ein wichtiger Grund, der den Kläger zur Auflösung der Dienstbarkeit berechtige. Ein Eigentumserwerb der Beklagten am Überbau nach § 418 ABGB komme mangels Redlichkeit nicht in Betracht; die Beklagte habe gewusst, dass der Kläger mit den Einsprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen worden sei und er im Behördenverfahren nur unter Vorbehalt zugestimmt habe. Rechtsmissbrauch liege nicht vor; die Beklagte habe die Anlage errichtet, ohne vorher die Grenzsituation abzuklären oder die rechtlichen Voraussetzungen für die Beanspruchung des Fremdgrundes zu schaffen. Die Beklagte verantworte keine bloß geringfügige Überschreitung der Grundgrenzen, weil die Grenzen an mehreren Stellen neun Meter weit überschritten worden seien und Lifthaus sowie Betonrampe zur Gänze auf Fremdgrund lägen.

Das Berufungsgericht wies das Klagebegehren ab; es sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 30.000 EUR übersteige und die ordentliche Revision zulässig sei, weil höchstgerichtliche Rechtsprechung zur Unzumutbarkeit des Fortbestehens einer Dienstbarkeit fehle, wenn für die Dienstbarkeitsberechtigte deren Organe handelten und dabei auch deren Verhalten im Zusammenhang mit einer anderen Dienstbarkeitsvereinbarung zu beurteilen sei.

Entgegen der Auffassung des Erstgerichts liege kein wichtiger Grund für die Auflösung der Dienstbarkeitsvereinbarung vor. Dass der Wegfall der Vertrauensbasis dazu berechtige, ein Dauerschuldverhältnis zu lösen, setze voraus, dass das Verhalten überhaupt einen Bezug zu einem konkreten Dauerschuldverhältnis habe. Soweit der Kläger die Auflösung des Vertragsverhältnisses aus wichtigem Grund mit Handlungsweisen begründe, die den Schlepplift beträfen (Räumung erst nach Einleitung eines Exekutionsverfahrens, erhebliche Vertragsverletzungen beim Abbau der Schleppliftanlage), sei dieses Verhalten nicht zu berücksichtigen. Das Berufungsgericht habe diese Auffassung schon im Aufhebungsbeschluss im ersten Rechtsgang gebilligt und sei daran auch im fortgesetzten Verfahren gebunden. Das beanstandete Verhalten betreffe nicht die verfahrensbezogene Dienstbarkeit. Anders als etwa die Miteigentumsgemeinschaft, die jedenfalls bei der Verwaltung auch ein Zusammenwirken der Teilnehmer voraussetze, beruhe die Dienstbarkeit des Betriebs einer Schlepplift- oder Seilbahnanlage und der Schiabfahrt auf keinem Fortbestand des gegenseitigen Vertrauens. Dies folge schon aus dem Dienstbarkeitsbestellungsvertrag, wo die damalige Liegenschaftseigentümerin für sich und ihre Rechtsnachfolger die Dienstbarkeit zu Gunsten der Beklagten und deren Rechtsnachfolger eingeräumt habe. Zweifel an der Rechtstreue von Organen einer Kapitalgesellschaft könnten daher jedenfalls dann nicht für sich alleine genommen ein Grund zur vorzeitigen Auflösung einer verbücherten Dienstbarkeit sein, wenn die Zweifel an der Rechtstreue ihre Grundlage in außerhalb des zu beurteilenden Vertragsverhältnisses liegenden Umständen habe.

Bezogen auf die nun streitverfangene Dienstbarkeitsvereinbarung blieben somit allein die Vorwürfe der Durchführung von Veranstaltungen (Mountainbike-Downhill-Rennen) und der widerrechtlichen Errichtung eines Bauwerks auf dem Grund des Klägers, einer Servitutsanmaßung, der regelmäßig verspäteten Zahlung von Entgelten, der widerrechtlichen Unterverpachtung des Liftbetriebs und die Beschimpfung des Vaters des Klägers. Das Erstgericht habe schon im ersten Rechtsgang zutreffend die Bedeutung der regelmäßig verspäteten Ratenzahlungen verneint; grob schuldhaftes Fehlverhalten im Sinne der Kriterien nach § 33 MRG sei nicht erwiesen. Der angeblich widerrechtlichen Subverpachtung habe das Erstgericht zutreffend die fehlende Geltendmachung gegenüber der Beklagten entgegengehalten. Wegen des nicht notwendig bestehenden Vertrauensverhältnisses könnten auch die Beschimpfungen des Vaters des Klägers keinen Grund zur Auflösung bilden, zumal auch nach dem Klagevortrag von keinem fortgesetzten Verhalten, sondern von einer - gewiss unentschuldbaren - einmaligen Entgleisung ausgegangen werden müsse. Die Anmaßung der Dienstbarkeit durch die Veranstaltung eines Downhill-Rennens während der schneefreien Monate stehe aufgrund des gegenüber der Beklagten rechtskräftig gewordenen Unterlassungszuspruchs endgültig fest. Der Kläger könne sich daher gegen zukünftige Rechtsanmaßungen durch Einbringen einer Unterlassungsklage wehren; eine Unzumutbarkeit der Fortsetzung der Dienstbarkeitsverpflichtung sei daher aus diesem Verstoß nicht abzuleiten, außer die Beklagte wäre nicht bereit, den rechtskräftigen Titel zu beachten.

Die aufhebende Entscheidung im ersten Rechtsgang sei dahin zu verdeutlichen, dass der Dienstbarkeitsbestellungsvertrag nicht verbüchert worden sei; dennoch sei der Vertrag gleich einer verbücherten Dienstbarkeit insoweit entpersonalisiert, als sich einerseits die Dienstbarkeitsbestellerin verpflichtet habe, den Vertrag an ihre Rechtsnachfolger zu überbinden, und andererseits die Dienstbarkeitsberechtigte eine juristische Person sei, die durch ihre jeweiligen Organe handle. Der behauptete Eigentumseingriff durch Pächter der Beklagten rechtfertige schon deshalb keine Vertragsauflösung, weil die Beklagte zwar für den von ihrem Pächter verursachten Schaden einstehen müsse, für die Berechtigung der Vertragsauflösung jedoch ein anderer Gesichtspunkt maßgeblich sei: Ein objektiv vertragswidriges Verhalten oder auch ein bloß schuldhaftes Verhalten genüge noch nicht, um die Dienstbarkeit vorzeitig aus wichtigem Grund auflösen zu können. Erforderlich sei ein Handeln der Beklagten durch ihre Organe wider besseren Wissens oder grob schuldhaft derart, dass sie sich nicht aus vertretbaren Gründen für berechtigt habe halten dürfen, die beanstandeten Handlungen vorzunehmen. Derartige Umstände lägen nicht vor.

Berücksichtige man, dass die Beklagte bereits vor dem Umbau des Lifts zu einem Doppelsessellift sowohl das Lifthäuschen als auch die Ausstiegsstelle auf dem Grund des dienenden Grundstücks errichtet gehabt und der dienstbarkeitsbelastete Grundeigentümer dies unbeeinsprucht gelassen habe, folge daraus, dass wenigstens konkludent diese Anlagen von der Dienstbarkeit umfasst gewesen seien. Die Beklagte habe in der Folge entsprechend den Ergebnissen des Behördenverfahrens die Anlage errichtet. Nachdem die Rechtsvorgängerin des Klägers im Eigentum im Behördenverfahren auf den Zivilrechtsweg verwiesen worden sei und die Rechtsvorgängerin des Klägers im Eigentum keine dahin gehenden Schritte unternommen habe, hätte die Beklagte mit unbestreitbar erheblichen Mitteln die Anlage wie projektiert errichtet. Eine Servitut könne schlüssig dadurch begründet werden, dass der Liegenschaftseigentümer die Errichtung einer kostspieligen Anlage zwecks Ausübung derselben dulde, weil er wissen müsse, dass der Begünstigte solche Aufwendungen nicht getätigt hätte, wenn er Gefahr gelaufen wäre, dass ihm das Gebrauchsrecht jederzeit entzogen werden könne. Solches treffe auf das Lifthaus und die Ausstiegsstelle zu: Die Dienstbarkeit umfasse jedenfalls das Lifthäuschen, dessen Lage durch den Umbau nur geringfügig verändert worden sei; dessen Bau komme als Grund für eine vorzeitige Vertragsauflösung nicht in Betracht. Für die Ausstiegsstelle gelte nichts anderes, weil sie bereits vor 1995 vorhanden gewesen sei und bei einem Bau laut Projektierung und der Untätigkeit der Rechtsvorgängerin des Klägers von keinem grob vorwerfbaren Verhalten der Organe der Beklagten die Rede sein könne. Damit müsse das vom Kläger gestellte Hauptbegehren scheitern.

Zum Eventualbegehren sei der Einwand der Schikane zu prüfen. Nach der Rechtsprechung liege kein Rechtsmissbrauch vor, wenn der vom Grenzüberbau betroffene Nachbar durch dessen Belassung keinen spürbaren Nachteil erleide, während der Rückbau des Überbaus für den (unredlichen) Bauführer mit erheblichen Kosten verbunden sei, der Nachbar den bereits im Einreichplan vorgesehenen Überbau aber ebenso wenig wie der Bauführer bemerkt habe und der Überbau im Verhältnis zur Grundfläche der beiden Nachbargrundstücke sehr klein sei. Das Räumungsbegehren umfasse nur die Ausstiegsstelle sowie die Liftwarthütte. Wie gezeigt sei das Lifthäuschen von der fortbestehenden Dienstbarkeit umfasst; dies stehe dem Räumungsbegehren entgegen. Die Ausstiegsstelle sei bereits vor dem Bau des Doppelsessellifts vorhanden gewesen, weshalb auch insoweit eine konkludent begründete Dienstbarkeit bestehe; der teilweise Austausch von Holzbauten durch eine Betonplattform sei ein bloßes Anpassen an eine fortschreitende technische Entwicklung. Sei einmal eine Servitut schlüssig dadurch begründet worden, dass der Liegenschaftseigentümer die Errichtung einer kostspieligen Anlage zwecks Ausübung einer Dienstbarkeit geduldet habe, setze sich der Kläger dem Einwand der Schikane aus, wenn er die Beseitigung der in gering veränderter Lage und veränderter Form (Betonplattform) gebauten Ausstiegsstelle verlange.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig und berechtigt im Sinne ihres Aufhebungsantrags.

Der Kläger macht geltend, er habe sich ausdrücklich gegen die Bebauung ausgesprochen; die vom Berufungsgericht angenommene konkludente Zustimmung zur Bauführung auf seinem Grund liege daher nicht vor; § 863 ABGB verlange, dass ein bestimmter Rechtsfolgewille erkennbar und das Verhalten eindeutig in eine bestimmte Richtung zu verstehen sei. Zu Unrecht hätten die Tatsacheninstanzen auch keine Feststellungen zu den weiteren vom Kläger behaupteten Eigentumseingriffen der Beklagten im Zusammenhang mit dem Schlepplift getroffen, die zwar nicht den verfahrensgegenständlichen Sessellift beträfen, aber mit dem gegenständlichen Dienstbarkeitsvertrag in Zusammenhang stünden: Beide Lifte lägen im selben Skigebiet, und der Schlepplift sei die unmittelbare Fortsetzung des Sessellifts. In ihrer Gesamtheit verwirklichten die behaupteten Eingriffe einen wichtigen Grund zur Auflösung des Dienstbarkeitsvertrags.

1. Die Auffassung des Berufungsgerichts, der Kläger habe in Ansehung von Lifthäuschen und Ausstiegsstelle im Rahmen des Umbaus zum Doppelsessellift konkludent einer Erweiterung des Umfangs der bereits zuvor bestehenden Dienstbarkeit zugestimmt, ist unzutreffend.

1.1. Zwar ist grundsätzlich ein stillschweigender Erwerb einer Dienstbarkeit bei Errichtung einer kostspieligen Anlage und gleichzeitiger Duldung durch den Eigentümer möglich (vgl RIS-Justiz RS0011650). Für die Beurteilung der Duldung ist aber auf das Verhalten des Eigentümers abzustellen. Ein schlüssiger Dienstbarkeitsvertrag kommt nicht schon durch die bloße Duldung eines bestimmten Gebrauchs des dienenden Guts, sondern erst dann zustande, wenn zusätzliche Sachverhaltselemente den Schluss erlauben, der aus einem bestimmten Verhalten abzuleitende rechtsgeschäftliche Wille der (jeweils) Belasteten habe sich auf die Einräumung einer Dienstbarkeit als dingliches Recht bezogen (RIS-Justiz RS0111562; vgl auch RS0011650 [T11]).

1.2. Eine Erweiterung von Rechten kann nur vermutet werden, wenn das Verhalten der Beteiligten bei Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln übrig lässt. Die Prüfung dieser Frage ist unter Berücksichtigung der Übung des redlichen Verkehrs vorzunehmen. Die Erweiterung eines Gebrauchsrechts kann somit nur dann vermutet werden, wenn die Erweiterung vom Eigentümer jahrelang widerspruchslos hingenommen wurde, dieser aber nach dem Verhalten des Gebrauchsberechtigten annehmen musste, dass er tatsächlich mit der erweiterten Benützung ein Recht in Anspruch nimmt (RIS-Justiz RS0011878 [T2]).

1.3. Hier hat sich die Rechtsvorgängerin des Klägers im eisenbahnrechtlichen Bewilligungsverfahren ausdrücklich gegen Baumaßnahmen auf ihrem Grund ausgesprochen. Nachdem dort festgehalten wurde, dass sich die Stationsbereiche im Eigentum der Beklagten befänden, und die Beklagte im Zuge des Baugeschehens nicht wegen einer Rechteeinräumung an die Rechtsvorgängerin des Klägers herantrat, musste diese nicht damit rechnen, dass dennoch auf ihrem Grund gebaut werde. Schließlich waren den Parteien die genauen Grundstücksgrenzen bei Baubeginn nicht bekannt; diese wurden erst kurz vor Klagseinbringung genau bestimmt. Schon diese Umstände schließen eine schlüssige Zustimmung durch den Kläger aus, der den Umfang der zu erwartenden Beeinträchtigung seines Grundstücks ebenso wenig kannte wie die Beklagte.

1.4. Allein aus der unterlassenen Klagseinbringung (der Kläger wurde von der Behörde auf den Zivilrechtsweg verwiesen) kann nicht der Schluss gezogen werden, der Kläger sei mit der Bauführung einverstanden gewesen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Lifthäuschen und Rampe schon vor dem Umbau auf dem Grund des Klägers lagen; es steht nämlich nicht fest, dass dies den Streitteilen bewusst war und auch in Zukunft geduldet werden sollte.

1.5. Dem Einwand der Beklagten, es handle sich um eine offenkundige Dienstbarkeit, ist entgegenzuhalten, dass in Fällen der Offenkundigkeit das Eintragungsprinzip zwar durchbrochen ist und der Berechtigte auch ohne Verbücherung gegen den Rechtsnachfolger geschützt wird. Solches setzt jedoch einen Titel oder die Ersitzung voraus (Koch in KBB³ § 481 Rz 4 mwN); beides liegt hier nicht vor.

2. Ob ein wichtiger Grund zur Vertragsauflösung vorliegt, kann - entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts - nur unter Einbeziehung sämtlicher vom Kläger geltend gemachten Umstände, die zum Vertrauensverlust geführt haben sollen, beurteilt werden, somit also auch jener Umstände, die im Zusammenhang mit dem Schlepplift im selben Schigebiet stehen.

2.1. Die Grundsätze für die Auflösung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigen Gründen gelten nach der Rechtsprechung auch für sonstige Dauerrechtsverhältnisse wie Dienstbarkeiten und ähnliche Gebrauchsrechte. Ihre Auflösung kann aber wegen der stärkeren dinglichen Bindung nur „äußerstes Notventil“ sein (RIS-Justiz RS0018813 [T4]). Es ist ein strenger Maßstab anzulegen, ob ein wichtiger Grund für die Auflösung vorliegt, die Gründe müssen entsprechend gewichtig sein (RIS-Justiz RS0018813 [T1]).

2.2. Ein wichtiger Grund zur Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses, der in der Person des Vertragspartners gelegen sein muss, liegt vor, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses dem einen Teil unter Berücksichtigung der Eigenart des Schuldverhältnisses, des gesamten Verhaltens des Vertragspartners und der Interessen beider Vertragsteile nicht zugemutet werden kann. Als solcher Grund ist nicht jeder objektive Verstoß gegen die Vertragspflichten, sondern bloß ein rechtswidriges Verhalten wider besseren Wissens oder ein solches anzusehen, bei dem dem Vertragspartner grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt, zu dem er sich also nicht etwa aus vertretbaren Gründen für berechtigt halten durfte. Dabei kommt den Umständen des Einzelfalls besondere Bedeutung zu (RIS-Justiz RS0018842 [T7]).

2.3. Zwar ist das Gewicht eines Vertrauensverlusts in die Person des Vertragspartners in Vertragsverhältnissen, bei denen es wesentlich auf die Persönlichkeit des Vertragspartners ankommt (so etwa bei einem Angestelltenverhältnis oder einem Exklusivvertriebsvertrag) höher anzusetzen als bei einer entpersonifizierten Grunddienstbarkeit wie im Anlassfall. Dennoch kann auch in letzterem Fall das Verhalten des Vertragspartners bei Beurteilung eines Auflösungsgrundes nicht gänzlich außer Betracht bleiben.

2.4. Eine Dienstbarkeit ist - als Anwendungsfall des Verbots des Rechtsmissbrauchs - möglichst schonend auszuüben, wobei die Interessen aller Beteiligten abzuwägen sind. Ziel der Interessenabwägung ist es stets, dem Dienstbarkeitsberechtigten den angestrebten Vorteil zu ermöglichen, den Verpflichteten aber so wenig wie möglich zu schaden (4 Ob 21/12k mwN).

2.5. Die eigenmächtige Erweiterung einer vertraglich eingeräumten Dienstbarkeit mit bedingtem Vorsatz (im Berufungsurteil wird der ehemalige Geschäftsführer der Beklagten mit den Worten zitiert: „Wir haben auf eine Klage gewartet, die aber nicht gekommen ist“) ist keinesfalls unerheblich, sondern im Rahmen einer gebotenen Gesamtschau aller geltend gemachten Auflösungsgründe (vgl RIS-Justiz RS0063140: Gesamtverhalten des Hausbesorgers entscheidend für Kündigung; RS0029833 und RS0029547 [T45]: Gesamtbild des Verhaltens des Angestellten entscheidet über den Tatbestand der Vertrauensunwürdigkeit iSd § 27 Z 1 letzter Fall AngG) zu berücksichtigen.

2.6. Bei dieser Gesamtschau ist auch das Verhalten von Organen der Beklagten im Zusammenhang mit der Beendigung des Vertragsverhältnisses betreffend den Schlepplift zu berücksichtigen, soweit es der Kläger als Mitursache für die Beeinträchtigung des Vertrauensverhältnisses zwischen den Streitteilen geltend gemacht hat. Auch an diesem Vertragsverhältnis waren ja die Streitteile beteiligt, und auch die dort behaupteten Umstände sind geeignet, zum Vertrauensverlust in die Person des Vertragspartners als Voraussetzung für die Annahme eines Auflösungsgrundes (siehe zuvor Punkt 2.3.) beizutragen. Dass das Handeln und Fehlverhalten von Organen und Repräsentanten einer juristischen Person dieser zugerechnet wird, ist in Lehre und Rechtsprechung unstrittig (vgl zur Haftung der juristischen Person Aicher in Rummel, ABGB³ § 26 Rz 26 mwN; Posch in Schwimann, ABGB³ § 26 Rz 32 ff mwN; RIS-Justiz RS0009113).

3.1. Ausgehend von einer unrichtigen Rechtsansicht haben die Tatsacheninstanzen keine ausreichenden Feststellungen zum behaupteten Fehlverhalten der Beklagten im Zusammenhang mit der Demontage des Schlepplifts getroffen. Sollten sich die Behauptungen als zutreffend erweisen, wäre von einem berechtigten Vertrauensverlust des Klägers in die Person seines Vertragspartners auszugehen und das Klagebegehren folglich spruchreif im Sinne einer Klagsstattgebung.

3.2. Die angefochtene Entscheidung ist daher aufzuheben und die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung unter Berücksichtigung einer verbreiterten Tatsachengrundlage im aufgezeigten Sinn an das Erstgericht zurückzuverweisen.

4. Der Kostenvorbehalt beruht auf § 52 Abs 1 zweiter Satz ZPO.

Textnummer

E102030

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:0040OB00106.12K.0918.000

Im RIS seit

22.10.2012

Zuletzt aktualisiert am

07.03.2014

Dokumentnummer

JJT_20120918_OGH0002_0040OB00106_12K0000_000