Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob508/89 3Ob614/89 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0016780

Geschäftszahl

5Ob508/89; 3Ob614/89; 1Ob605/90; 5Ob1051/91; 3Ob552/91; 1Ob643/92; 7Ob603/93; 4Ob535/95; 6Ob2078/96y; 6Ob108/98w; 1Ob201/99m; 6Ob325/99h; 6Ob251/01g; 5Ob273/01k; 5Bkd1/02; 6Ob290/02v; 6Ob39/03h; 5Ob9/03i; 9Ob106/04k; 10Ob77/06f; 3Ob212/09m; 4Ob218/10b; 8ObA39/12m; 6Ob135/12i; 2Ob89/13x; 9Ob18/14h; 4Ob252/14h; 2Ob145/16m; 9ObA31/16y; 6Ob179/18v; 6Ob233/20p

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Norm

ABGB §879 CIIk
ABGB §916 B

Rechtssatz

Es genügt, dass das Umgehungsgeschäft objektiv den Sinn und Zweck der umgangenen Norm vereitelt; auf eine spezielle Umgehungsabsicht der Parteien kommt es nicht an. Dass der Treugeber in Kauf nimmt, dass der Treuhandvertrag von den Behörden als Umgehung des Sinns und Zwecks des Gesetzes (hier: TirGVG) und demnach als nichtig beurteilt werden wird, ist zur Annahme eines Umgehungsgeschäfts nicht erforderlich.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 508/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 5 Ob 508/89
  • 3 Ob 614/89
    Entscheidungstext OGH 28.03.1990 3 Ob 614/89
    nur: Es genügt, dass das Umgehungsgeschäft objektiv den Sinn und Zweck der umgangenen Norm vereitelt; auf eine spezielle Umgehungsabsicht der Parteien kommt es nicht an. (T1)
    Beisatz: Uneingeschränkt gilt dies freilich nur dann, wenn der Zweck der umgangenen Norm präzise fassbar ist. (T2)
    Veröff: SZ 63/50 = JBl 1991,245 = MietSlg XLII/15
  • 1 Ob 605/90
    Entscheidungstext OGH 20.06.1990 1 Ob 605/90
    nur T1; Beis wie T2
  • 5 Ob 1051/91
    Entscheidungstext OGH 05.07.1991 5 Ob 1051/91
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: WoBl 1991,255
  • 3 Ob 552/91
    Entscheidungstext OGH 29.05.1991 3 Ob 552/91
    nur: Auf eine spezielle Umgehungsabsicht der Parteien kommt es nicht an. (T3)
    Veröff: SZ 64/66 = WoBl 1992,238
  • 1 Ob 643/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 1 Ob 643/92
    nur T1
  • 7 Ob 603/93
    Entscheidungstext OGH 13.10.1993 7 Ob 603/93
    nur T1
  • 4 Ob 535/95
    Entscheidungstext OGH 27.06.1995 4 Ob 535/95
    nur T1; Beisatz: Ein Umgehungsgeschäft liegt nicht nur dann vor, wenn die Umgehungsabsicht verschwiegen wird, zumal eine spezielle Umgehungsabsicht überhaupt nicht erforderlich ist, sondern auch wenn die Parteien offenlegen, dass sie wegen der (derzeitigen) Unmöglichkeit, eine grundverekhrsbehördliche Genehmigung zu erlangen, keinen Kaufvertrag schließen, den Abschluss eines solchen Vertrages jedoch nach wie vor beabsichtigen. Es kommt immer nur darauf an, ob die Parteien ihre Rechtsverhältnisse so gestalten, dass sie den vom Gesetz verpönten Erfolg (weitgehend) erreichen. (T4)
    Veröff: SZ 68/120
  • 6 Ob 2078/96y
    Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 2078/96y
    nur T1
  • 6 Ob 108/98w
    Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 108/98w
    Auch; nur T3; Beisatz: Erforderlich ist die Absicht (das Bewusstsein) der Parteien, die vom Gesetz gezogenen Grenzen oder Schranken zu umgehen. (T5)
    Veröff: SZ 72/72
  • 1 Ob 201/99m
    Entscheidungstext OGH 28.03.2000 1 Ob 201/99m
    nur T1; Beis wie T4 nur: Es kommt immer nur darauf an, ob die Parteien ihre Rechtsverhältnisse so gestalten, dass sie den vom Gesetz verpönten Erfolg (weitgehend) erreichen. (T6)
    Veröff: SZ 73/55
  • 6 Ob 325/99h
    Entscheidungstext OGH 30.08.2000 6 Ob 325/99h
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Kaufvertrag und Treuhandvertrag - TirGVG. (T7)
  • 6 Ob 251/01g
    Entscheidungstext OGH 18.10.2001 6 Ob 251/01g
    nur T3; Beisatz: Hier: Kaufvertrag - Mietvertrag VbgGVG. (T8)
    Beis wie T6
  • 5 Ob 273/01k
    Entscheidungstext OGH 27.11.2001 5 Ob 273/01k
    Auch; nur T1; Beis wie T6
  • 5 Bkd 1/02
    Entscheidungstext OGH 24.06.2002 5 Bkd 1/02
    nur T3
  • 6 Ob 290/02v
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 6 Ob 290/02v
    Auch
  • 6 Ob 39/03h
    Entscheidungstext OGH 24.04.2003 6 Ob 39/03h
    Auch; nur T3; Beis wie T6; Veröff: SZ 2003/43
  • 5 Ob 9/03i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 5 Ob 9/03i
    nur T1
  • 9 Ob 106/04k
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 Ob 106/04k
    nur T1; Beis wie T4 nur: Ein Umgehungsgeschäft liegt nicht nur dann vor, wenn die Umgehungsabsicht verschwiegen wird, zumal eine spezielle Umgehungsabsicht überhaupt nicht erforderlich ist, sondern auch wenn die Parteien offenlegen, dass sie wegen der (derzeitigen) Unmöglichkeit, eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung zu erlangen, keinen Kaufvertrag schließen, den Abschluss eines solchen Vertrages jedoch nach wie vor beabsichtigen. (T8)
  • 10 Ob 77/06f
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 10 Ob 77/06f
    nur T1
  • 3 Ob 212/09m
    Entscheidungstext OGH 24.02.2010 3 Ob 212/09m
    Auch
  • 4 Ob 218/10b
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 218/10b
    Auch; nur T1
  • 8 ObA 39/12m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 39/12m
    Vgl auch
  • 6 Ob 135/12i
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 135/12i
    Vgl; Beisatz: Hier: Prüfung ob eine Norm einer Stiftungsurkunde umgangen wurde. (T9)
    Veröff: SZ 2013/24
  • 2 Ob 89/13x
    Entscheidungstext OGH 28.03.2014 2 Ob 89/13x
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Bei Vorkaufsrecht an einer Liegenschaft Tauschvertrag und sofortiger Rückkauf des Tauschobjektes zur Vermeidung des Vorkaufsfalls. (T10)
  • 9 Ob 18/14h
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 Ob 18/14h
    nur T1; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T8
  • 4 Ob 252/14h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 252/14h
  • 2 Ob 145/16m
    Entscheidungstext OGH 27.10.2016 2 Ob 145/16m
    nur T1; Veröff: SZ 2016/111
  • 9 ObA 31/16y
    Entscheidungstext OGH 19.12.2016 9 ObA 31/16y
    nur T1
  • 6 Ob 179/18v
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 179/18v
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 233/20p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 6 Ob 233/20p
    Vgl; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0016780

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.02.2021

Dokumentnummer

JJR_19890207_OGH0002_0050OB00508_8900000_001

Rechtssatz für 9ObA183/90 (9ObA184/90)...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0029958

Geschäftszahl

9ObA183/90 (9ObA184/90); 9ObA315/90; 9ObA33/91; 9ObA131/91; 9ObA1014/91; 9ObA95/93; 9ObA153/93; 9ObA365/93; 9ObA56/95; 9ObA2035/96x; 9ObA36/97b; 9ObA89/98y; 9ObA270/01y; 9ObA301/01g; 8ObA211/02s; 9ObA28/03p; 9ObA57/05f; 8ObA7/10b; 9ObA126/10k; 8ObA39/12m; 8ObA10/13y; 8ObA11/16z; 9ObA17/17s; 8Ob108/17s; 8ObA59/17k; 9ObA87/20i

Entscheidungsdatum

12.09.1990

Norm

ABGB §879 BIIh
ABGB §1380 H
ABGB §1444 Db
AngG §40

Rechtssatz

Nur einen Verzicht auf unabdingbare Ansprüche kann der Arbeitnehmer während des aufrechten Dienstverhältnisses nicht wirksam abgeben. Er kann sich jedoch über an sich unverzichtbare Ansprüche auch während des aufrechten Dienstverhältnisses wirksam vergleichen, wenn dadurch strittige oder zweifelhafte Ansprüche bereinigt werden; ein solcher Vergleich kann nur nach den allgemeinen Regeln angefochten werden. (§ 48 ASGG).

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 183/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 9 ObA 183/90
  • 9 ObA 315/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 9 ObA 315/90
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Abfertigung. (T1) Veröff: SZ 64/5
  • 9 ObA 33/91
    Entscheidungstext OGH 19.06.1991 9 ObA 33/91
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: § 48 ASGG. (T2)
  • 9 ObA 131/91
    Entscheidungstext OGH 28.08.1991 9 ObA 131/91
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 1014/91
    Entscheidungstext OGH 11.09.1991 9 ObA 1014/91
    Vgl auch
  • 9 ObA 95/93
    Entscheidungstext OGH 19.05.1993 9 ObA 95/93
    nur: Nur einen Verzicht auf unabdingbare Ansprüche kann der Arbeitnehmer während des aufrechten Dienstverhältnisses nicht wirksam abgeben. (T3); Beis wie T2
  • 9 ObA 153/93
    Entscheidungstext OGH 08.07.1993 9 ObA 153/93
    nur T3; Beis wie T2
  • 9 ObA 365/93
    Entscheidungstext OGH 26.01.1994 9 ObA 365/93
  • 9 ObA 56/95
    Entscheidungstext OGH 06.06.1995 9 ObA 56/95
    nur T3; Beis wie T2
  • 9 ObA 2035/96x
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 9 ObA 2035/96x
    Auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 36/97b
    Entscheidungstext OGH 05.03.1997 9 ObA 36/97b
    Auch; nur T3
  • 9 ObA 89/98y
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 89/98y
    Auch; Beisatz: Hier: Gewährung einer Abfertigung trotz Selbstkündigung des Dienstnehmers bei gleichzeitigem Verzicht auf eine Erfolgsprämie. (T4)
  • 9 ObA 270/01y
    Entscheidungstext OGH 20.02.2002 9 ObA 270/01y
    Vgl; nur T3
  • 9 ObA 301/01g
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 9 ObA 301/01g
    Auch; Beisatz: Werden jedoch weder strittige noch zweifelhafte Ansprüche bereinigt, kann die ausnahmsweise anerkannte Zulässigkeit eines Verzichtes auf unabdingbare Ansprüche nicht aus einem Vergleich abgeleitet werden. (T5); Beis wie T1
  • 8 ObA 211/02s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2002 8 ObA 211/02s
    Auch; nur T3
  • 9 ObA 28/03p
    Entscheidungstext OGH 19.03.2003 9 ObA 28/03p
    nur T3
  • 9 ObA 57/05f
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 9 ObA 57/05f
    nur T3; Beisatz: Die ausnahmsweise Zulässigkeit eines Verzichts auf unabdingbare Ansprüche kann auch nicht aus einem Vergleich abgeleitet werden. (T6); Veröff: SZ 2006/9
  • 8 ObA 7/10b
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 8 ObA 7/10b
  • 9 ObA 126/10k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 ObA 126/10k
    Vgl auch
  • 8 ObA 39/12m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 39/12m
    Vgl auch
  • 8 ObA 10/13y
    Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 ObA 10/13y
    Auch; nur T3
  • 8 ObA 11/16z
    Entscheidungstext OGH 29.03.2016 8 ObA 11/16z
    Auch
  • 9 ObA 17/17s
    Entscheidungstext OGH 24.03.2017 9 ObA 17/17s
  • 8 Ob 108/17s
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 108/17s
    Vgl; nur: Ein Arbeitnehmer kann sich über unverzichtbare Ansprüche wirksam vergleichen, wenn dadurch strittige oder zweifelhafte Ansprüche bereinigt werden. (T7)
    Beisatz: Gleiches gilt für einen Verbraucher. (T8)
  • 8 ObA 59/17k
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 ObA 59/17k
  • 9 ObA 87/20i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2021 9 ObA 87/20i
    Beis wie T7; Beisatz: Hier: Vergleich über Abfertigungsansprüche „alt“. (T9)

Schlagworte

Anfechtung, zwingend, Anspruch, Wirksamkeit, Unwirksamkeit, Arbeitsverhältnis, Ende, Beendigung, Bestehen, Dienstrecht, Arbeitsrecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0029958

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2021

Dokumentnummer

JJR_19900912_OGH0002_009OBA00183_9000000_001

Rechtssatz für 9ObA315/90 9ObA20/91 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028337

Geschäftszahl

9ObA315/90; 9ObA20/91; 9ObA56/95; 9ObA2038/96p; 9ObA89/98y; 9ObA142/99v; 8ObA2/99y; 9ObA16/00v; 8ObA88/01a; 9ObA271/01w; 9ObA138/02p; 8ObA38/03a; 9ObA126/10k; 8ObA97/11i; 8ObA39/12m; 8ObA41/13g; 9ObA166/13x; 8ObA67/20s; 8ObA100/20v

Entscheidungsdatum

16.01.1991

Norm

AngG §23 IA
ABGB §1380 H
ABGB §1444 Db, AngG §40

Rechtssatz

Eine aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses getroffene abschließende Regelung über die gegenseitigen Ansprüche (hier: Verzicht auf Abfertigung bei Umwandlung einer Entlassung in einvernehmliche Beendigung) ist als Vergleich anzusehen, da die Vereinbarung auch zumindest noch ungewisse Rechte umfasste. Der Arbeitnehmer konnte sich daher auch über an sich unverzichtbare Ansprüche vergleichen, wobei es zur Prüfung der Wirksamkeit des Vergleichs im Sinne des Günstigkeitsprinzips nicht darauf ankommt, die vertragliche Regelung mit der gesetzlichen zu vergleichen. Es geht vielmehr darum, ob die Einbuße bestimmter Rechtsstellungen durch Vorteile an anderer Stelle, vor allem auch durch die Klärung einer bisher ungeklärten Sachlage und Rechtslage wiederum aufgewogen wird.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 315/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 9 ObA 315/90
    Veröff: SZ 64/5
  • 9 ObA 20/91
    Entscheidungstext OGH 27.02.1991 9 ObA 20/91
    Veröff: RdW 1991,269 = WBl 1991,293
  • 9 ObA 56/95
    Entscheidungstext OGH 06.06.1995 9 ObA 56/95
    Vgl auch; Beisatz: § 48 ASGG (T1)
  • 9 ObA 2038/96p
    Entscheidungstext OGH 24.04.1996 9 ObA 2038/96p
    Beis wie T1
  • 9 ObA 89/98y
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 89/98y
    Vgl auch; nur: Der Arbeitnehmer konnte sich daher auch über an sich unverzichtbare Ansprüche vergleichen, wobei es zur Prüfung der Wirksamkeit des Vergleichs im Sinne des Günstigkeitsprinzips nicht darauf ankommt, die vertragliche Regelung mit der gesetzlichen zu vergleichen. Es geht vielmehr darum, ob die Einbuße bestimmter Rechtsstellungen durch Vorteile an anderer Stelle, vor allem auch durch die Klärung einer bisher ungeklärten Sachlage und Rechtslage wiederum aufgewogen wird. (T2)
  • 9 ObA 142/99v
    Entscheidungstext OGH 16.06.1999 9 ObA 142/99v
    Beisatz: Hier: Urlaubsentschädigung (T3)
  • 8 ObA 2/99y
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 8 ObA 2/99y
    nur: Eine aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses getroffene abschließende Regelung über die gegenseitigen Ansprüche (hier: Verzicht auf Abfertigung bei Umwandlung einer Entlassung in einvernehmliche Beendigung) ist als Vergleich anzusehen, da die Vereinbarung auch zumindest noch ungewisse Rechte umfasste. (T4)
    Beisatz: Ein derartiger Vergleich könnte im Rahmen des § 1385 ABGB nur wegen Arglist, Zwang oder Sittenwidrigkeit angefochten werden. (T5)
  • 9 ObA 16/00v
    Entscheidungstext OGH 26.01.2000 9 ObA 16/00v
    Vgl auch; nur: Der Arbeitnehmer konnte sich daher auch über an sich unverzichtbare Ansprüche vergleichen. (T6)
    nur T4
  • 8 ObA 88/01a
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 8 ObA 88/01a
    nur T4
  • 9 ObA 271/01w
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 9 ObA 271/01w
    Beisatz: Geht man vom Zweck und Inhalt der einvernehmlichen Auflösung aus, dann ist die Frage, ob die Entlassung gerechtfertigt war oder nicht, jedenfalls auch dann als von der Bereinigungswirkung erfasster Punkt anzusehen, wenn eine der Parteien von der Berechtigung der Entlassung überzeugt war. (T7)
  • 9 ObA 138/02p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2002 9 ObA 138/02p
    nur T2; Beisatz: Die Unverzichtbarkeit unabdingbarer Ansprüche steht der Bereinigungswirkung eines aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses geschlossenen echten Vergleichs nicht entgegen. (T8)
  • 8 ObA 38/03a
    Entscheidungstext OGH 22.05.2003 8 ObA 38/03a
    Vgl auch; nur: Es geht vielmehr darum, ob die Einbuße bestimmter Rechtsstellungen durch Vorteile an anderer Stelle, vor allem auch durch die Klärung einer bisher ungeklärten Sachlage und Rechtslage wiederum aufgewogen wird. (T9)
  • 9 ObA 126/10k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 ObA 126/10k
    Vgl auch
  • 8 ObA 97/11i
    Entscheidungstext OGH 20.01.2012 8 ObA 97/11i
    Auch
  • 8 ObA 39/12m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 39/12m
    Vgl auch
  • 8 ObA 41/13g
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 8 ObA 41/13g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Vergleich über Ausgleichsanspruch eines Handelsvertreters. (T10)
  • 9 ObA 166/13x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 ObA 166/13x
    Vgl auch; nur T9
  • 8 ObA 67/20s
    Entscheidungstext OGH 25.08.2020 8 ObA 67/20s
    Vgl; Beisatz: Hier: Durch die einvernehmliche Auflösung wurde auch die (strittige) Frage, ob ein Entlassungsgrund vorlag, abschließend erledigt. (T11)
  • 8 ObA 100/20v
    Entscheidungstext OGH 23.10.2020 8 ObA 100/20v
    Vgl

Schlagworte

Ende, einvernehmliche Auflösung, Vertrag, Entfall, Wegfall, Verlust, unabdingbar, zwingend, ius cogens, Rechtswirksamkeit, Angestellte, Gesamtbetrachtung, umfassende Betrachtung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0028337

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.12.2020

Dokumentnummer

JJR_19910116_OGH0002_009OBA00315_9000000_001

Rechtssatz für 9ObA172/93 9ObA24/99s 8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077538

Geschäftszahl

9ObA172/93; 9ObA24/99s; 8ObA256/98z; 8ObA20/04f; 8ObA39/12m; 8ObA56/11k; 9ObA51/12h; 8ObA33/12d; 9ObA12/17f

Entscheidungsdatum

22.09.1993

Norm

UrlG §6
UrlG §12

Rechtssatz

Die gemäß § 12 UrlG zwingende Regelung des Urlaubsentgeltes in § 6 UrlG soll sicherstellen, dass der Arbeitnehmer den ihm zustehenden Urlaub auch tatsächlich konsumiert. Eine Vereinbarung, wonach das Urlaubsentgelt unabhängig vom Verbrauch des Urlaubs mit einem erhöhten laufenden Entgelt (oder auch mit einem Zuschlag zu diesem Entgelt) abgegolten werden soll, verstößt gegen den Zweck der am Ausfallsprinzip orientierten Regelung des § 6 UrlG, weil der Arbeitnehmer während des Urlaubs das laufende Entgelt nicht weiter bezieht und damit durch die Inanspruchnahme des ihm gebührenden Urlaubs einen wirtschaftlichen Nachteil erleidet, der ihn von Verbrauch des Urlaubs abhalten könnte.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 172/93
    Entscheidungstext OGH 22.09.1993 9 ObA 172/93
    Veröff: SZ 66/116
  • 9 ObA 24/99s
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 24/99s
    nur: Die gemäß § 12 UrlG zwingende Regelung des Urlaubsentgeltes in § 6 UrlG soll sicherstellen, dass der Arbeitnehmer den ihm zustehenden Urlaub auch tatsächlich konsumiert. Eine Vereinbarung, wonach das Urlaubsentgelt unabhängig vom Verbrauch des Urlaubs mit einem erhöhten laufenden Entgelt (oder auch mit einem Zuschlag zu diesem Entgelt) abgegolten werden soll, verstößt gegen den Zweck der am Ausfallsprinzip orientierten Regelung des § 6 UrlG. (T1)
    Beisatz: Hier: Punkt 2 der Sonderbestimmungen des Kollektivvertrages für Expeditarbeiter, Redaktions- und Verwaltungsgehilfen, Zusteller und Austräger, wonach durch den 33 %igen Zuschlag alle aus diesem Arbeitsvertrag resultierenden Ansprüche auf Urlaubsentgelt, Urlaubszuschuss, Weihnachtszuschuss, freie Tage und bezahlte Feiertage abgegolten sind, ist daher nichtig. (T2)
  • 8 ObA 256/98z
    Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObA 256/98z
  • 8 ObA 20/04f
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 8 ObA 20/04f
    nur T1; Beisatz: Die Geltendmachung der Ansprüche nach dem UrlG kann, selbst wenn sie mit dem früheren Verhalten im Widerspruch stehen sollte, nicht als rechtsmissbräuchlich beurteilt werden. (T3)
  • 8 ObA 39/12m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 39/12m
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 8 ObA 56/11k
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 56/11k
    nur T1
  • 9 ObA 51/12h
    Entscheidungstext OGH 24.09.2012 9 ObA 51/12h
    nur T1
  • 8 ObA 33/12d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2013 8 ObA 33/12d
    nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Das gilt in gleicher Weise für die Berechnung von Überstundenzuschlägen und Feiertagsentgelten. (T4)
  • 9 ObA 12/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 ObA 12/17f
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0077538

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19930922_OGH0002_009OBA00172_9300000_001

Rechtssatz für 3Ob68/98s 9Ob274/01m 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0110900

Geschäftszahl

3Ob68/98s; 9Ob274/01m; 9Ob32/02z; 3Ob158/03m; 1Ob196/04m; 9ObA144/05z; 1Ob134/06x; 7Ob67/07i; 7Ob49/07t; 6Ob241/06v; 7Ob28/08f; 9ObA65/08m; 5Ob110/08z; 3Ob142/08s; 7Ob73/08y; 4Ob118/08v; 8Ob39/09g; 1Ob239/08s; 8ObA81/08g; 4Ob9/10t; 6Ob65/10t; 5Ob209/10m; 8ObA39/12m; 10ObS166/12b; 1Ob168/12f; 7Ob216/12h; 10Ob28/13k; 9Ob47/13x; 5Ob41/14m; 8Ob24/14h; 5Ob5/14t; 10Ob52/14s; 9ObA110/14p; 4Ob128/15z; 7Ob207/15i; 4Ob210/15h; 4Ob173/15t; 3Ob90/16f; 2Ob220/15i; 4Ob82/17p; 4Ob240/17y; 8ObA35/18g; 4Ob14/18i; 3Ob17/19z; 8Ob62/19d; 5Ob165/19d; 1Ob121/19d; 9ObA100/19z; 2Ob12/20h; 3Ob98/20p; 8ObA98/20z; 5Ob191/20d; 9ObA21/21k

Entscheidungsdatum

16.09.1998

Norm

ABGB §1295 Abs2 III
ZPO §502 Abs1 H2
ZPO §508a Abs2

Rechtssatz

Ob Rechtsmissbrauch vorliegt, ist eine nach den Umständen des Einzelfalles zu klärende Rechtsfrage (so schon 10 ObS 152/91).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 68/98s
    Entscheidungstext OGH 16.09.1998 3 Ob 68/98s
  • 9 Ob 274/01m
    Entscheidungstext OGH 23.01.2002 9 Ob 274/01m
  • 9 Ob 32/02z
    Entscheidungstext OGH 18.09.2002 9 Ob 32/02z
  • 3 Ob 158/03m
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 158/03m
  • 1 Ob 196/04m
    Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 196/04m
    Beisatz: Hier zum Missbrauch des Institutes der Verbesserung im Sinne der §§ 84 ff ZPO. (T1)
  • 9 ObA 144/05z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2005 9 ObA 144/05z
    Veröff: SZ 2005/182
  • 1 Ob 134/06x
    Entscheidungstext OGH 11.07.2006 1 Ob 134/06x
    Beisatz: Deren Würdigung im Licht der Leitlinien der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs wirft nur dann eine erhebliche Rechtsfrage gemäß § 502 Abs 1 ZPO auf, wenn dem angefochtenen Urteil insofern eine zu korrigierende krasse Fehlbeurteilung anhaften sollte. (T2)
  • 7 Ob 67/07i
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 67/07i
    Beisatz: Hier: Rechtsmissbräuchliche Zurückbehaltung des Werklohnes. (T3)
  • 7 Ob 49/07t
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 49/07t
    Beis wie T2
  • 6 Ob 241/06v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 241/06v
  • 7 Ob 28/08f
    Entscheidungstext OGH 12.03.2008 7 Ob 28/08f
    Beisatz: Hier: Rechtsmissbrauch bei Ablehnung einer beantragten Währungskonvertierung verneint. (T4)
  • 9 ObA 65/08m
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 65/08m
    Beis wie T2
  • 5 Ob 110/08z
    Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 110/08z
  • 3 Ob 142/08s
    Entscheidungstext OGH 11.07.2008 3 Ob 142/08s
    Auch; Beis wie T3
  • 7 Ob 73/08y
    Entscheidungstext OGH 02.07.2008 7 Ob 73/08y
    Beis wie T2
  • 4 Ob 118/08v
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 118/08v
  • 8 Ob 39/09g
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 8 Ob 39/09g
    Beisatz: Hier: Beseitigungsbegehren wegen Grenzüberbaus eines (unterirdischen) Betonsockels für eine Zaun. (T5)
  • 1 Ob 239/08s
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 239/08s
  • 8 ObA 81/08g
    Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 ObA 81/08g
    Beisatz: Hier: Rechtsmissbrauch bejaht bei „Stehenlassen" des Urlaubs während fast viereinhalb Jahre dauernder Dienstfreistellung trotz mehrfachen Anbots des Arbeitgebers zum Abschluss von Urlaubsvereinbarungen. (T6)
    Veröff: SZ 2009/102
  • 4 Ob 9/10t
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 9/10t
  • 6 Ob 65/10t
    Entscheidungstext OGH 15.04.2010 6 Ob 65/10t
  • 5 Ob 209/10m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 5 Ob 209/10m
  • 8 ObA 39/12m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 8 ObA 39/12m
    Beis wie T2
  • 10 ObS 166/12b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 10 ObS 166/12b
    Auch
  • 1 Ob 168/12f
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 168/12f
    Beisatz: Hier: Geringfügiger Grenzüberbau. (T7)
  • 7 Ob 216/12h
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 216/12h
  • 10 Ob 28/13k
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 10 Ob 28/13k
  • 9 Ob 47/13x
    Entscheidungstext OGH 24.07.2013 9 Ob 47/13x
    Beisatz: Hier: Berufung auf einen die Schenkungsanrechnung verhindernden Pflichtteilsverzicht. (T8)
  • 5 Ob 41/14m
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 5 Ob 41/14m
  • 8 Ob 24/14h
    Entscheidungstext OGH 28.04.2014 8 Ob 24/14h
    Auch
  • 5 Ob 5/14t
    Entscheidungstext OGH 30.06.2014 5 Ob 5/14t
  • 10 Ob 52/14s
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 10 Ob 52/14s
    Auch; Beisatz: Hier: Verzicht auf Investitionsersatz. (T9)
  • 9 ObA 110/14p
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 9 ObA 110/14p
  • 4 Ob 128/15z
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 128/15z
  • 7 Ob 207/15i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 207/15i
    Auch
  • 4 Ob 210/15h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 210/15h
  • 4 Ob 173/15t
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 4 Ob 173/15t
  • 3 Ob 90/16f
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 3 Ob 90/16f
    Auch
  • 2 Ob 220/15i
    Entscheidungstext OGH 29.09.2016 2 Ob 220/15i
  • 4 Ob 82/17p
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 82/17p
  • 4 Ob 240/17y
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 240/17y
  • 8 ObA 35/18g
    Entscheidungstext OGH 19.07.2018 8 ObA 35/18g
    Auch; Beisatz: Ob ein Verhalten des Arbeitgebers als gegen Treu und Glauben verstoßend anzusehen ist, kann immer nur nach den Umständen des Einzelfalls beurteilt werden und stellt daher in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage gemäß § 502 Abs 1 ZPO dar. (T10)
  • 4 Ob 14/18i
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 14/18i
  • 3 Ob 17/19z
    Entscheidungstext OGH 26.04.2019 3 Ob 17/19z
  • 8 Ob 62/19d
    Entscheidungstext OGH 27.06.2019 8 Ob 62/19d
    Beisatz: Hier: Treuwidrige Herbeiführung des Vorkaufsfalls. (T11)
  • 5 Ob 165/19d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2019 5 Ob 165/19d
  • 1 Ob 121/19d
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 121/19d
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Nachbarrechtlicher Abwehranspruch; Rechtsmissbrauch und schikanöse Klagsführung bejaht. (T12)
  • 9 ObA 100/19z
    Entscheidungstext OGH 28.11.2019 9 ObA 100/19z
    Beis wie T10
  • 2 Ob 12/20h
    Entscheidungstext OGH 29.06.2020 2 Ob 12/20h
    Beisatz: Hier: Berufung auf die Formungültigkeit des jüngeren Testaments nicht rechtsmissbräuchlich. (T13)
  • 3 Ob 98/20p
    Entscheidungstext OGH 20.01.2021 3 Ob 98/20p
  • 8 ObA 98/20z
    Entscheidungstext OGH 18.12.2020 8 ObA 98/20z
    Vgl; Beis wie T10
  • 5 Ob 191/20d
    Entscheidungstext OGH 30.11.2020 5 Ob 191/20d
  • 9 ObA 21/21k
    Entscheidungstext OGH 24.03.2021 9 ObA 21/21k

Schlagworte

Schikane

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110900

Im RIS seit

16.10.1998

Zuletzt aktualisiert am

13.07.2021

Dokumentnummer

JJR_19980916_OGH0002_0030OB00068_98S0000_002

Entscheidungstext 8ObA39/12m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ARD 6270/2/2012

Geschäftszahl

8ObA39/12m

Entscheidungsdatum

26.07.2012

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten Dr. Spenling als Vorsitzenden, den Hofrat Hon.-Prof. Dr. Kuras, die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner sowie die fachkundigen Laienrichter Dr. Günter Steinlechner und Harald Kohlruss als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei K***** H*****, vertreten durch Dr. Maximilian Hofmaninger, Rechtsanwalt in Vöcklabruck, gegen die beklagte Partei E***** GmbH, *****, vertreten durch Holter-Wildfellner Rechtsanwälte OG in Grieskirchen, wegen 966,09 EUR brutto sA, über die außerordentliche Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 15. Mai 2012, GZ 11 Ra 29/12g-14, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 2 ASGG, § 510 Abs 3 ZPO).

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

1. Das Berufungsgericht ist zur Frage der Abgrenzung von Verzicht und Vergleich bezüglich unabdingbarer Ansprüche nicht von der ständigen Rechtsprechung abgewichen (RIS-Justiz RS0029958; RS0028337). Zwischen den Streitteilen bestanden nach dem Sachverhalt weder zweifelhafte Ansprüche, noch eine anderweitig ungeklärte Sach- oder Rechtslage (RIS-Justiz RS0028337). Die Revision stellt auch nicht in Frage, dass dem Dienstgeber nach § 10 Abs 1 UrlG ein Anspruch auf Rückverrechnung des Entgelts für einen Urlaubsvorgriff weder bei einvernehmlicher Auflösung des Dienstverhältnisses, noch bei einer Selbstkündigung des Dienstnehmers zusteht, und dass diese Rechtsposition unabdingbar ist.

2. Ob eine Handlung als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren ist, muss stets nach den Umständen des Einzelfalls beurteilt werden. Eine erhebliche Rechtsfrage gemäß § 502 Abs 1 ZPO würde in diesem Zusammenhang nur aufgeworfen, wenn dem angefochtenen Urteil eine zu korrigierende krasse Fehlbeurteilung anhaften sollte (RIS-Justiz RS0110900 [insb T2]).

Die Durchsetzung unabdingbarer gesetzlicher Ansprüche kann nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen einen Rechtsmissbrauch darstellen, wenn zwischen den vom Handelnden verfolgten eigenen Interessen und den beeinträchtigten Interessen des anderen Teils ein ganz krasses Missverhältnis besteht (8 ObA 81/08g; 9 ObA 144/05z; 9 Ob 32/02z mwN). Die Beurteilung des Berufungsgerichts, das dieses Missverhältnis im vorliegenden Fall insbesondere deswegen verneint hat, weil die Beklagte auch bei der alternativ in Betracht kommenden Selbstkündigung der Klägerin keinen Anspruch auf Rückerstattung des Urlaubsentgelts gehabt hätte, ist in der vorliegenden Konstellation jedenfalls nicht unvertretbar (vgl auch RIS-Justiz RS0077538 [T3]). Die Beklagte ist in ihrem Bestreben, aus der Zwangslage der Klägerin, die bei Dienstnehmerkündigung keine Ausbildungsförderung erhalten hätte, zu Lasten Dritter (AMS) einen nach dem Gesetz nicht zustehenden Vorteil zu lukrieren, keineswegs erkennbar schutzwürdig.

3. Selbst die Revision gesteht ausdrücklich zu, dass die rückwirkende Vereinbarung einer Aussetzung des Dienstverhältnisses anstelle des konsumierten Erholungsurlaubsvorgriffs dem Zweck dienen sollte, wirtschaftlich das selbe Ergebnis zu erzielen wie die gesetzlich verpönte Rückverrechnung des Urlaubsentgelts. Wenn die Vorinstanzen diese Abrede als typisches Umgehungsgeschäft gewertet haben (vgl RIS-Justiz RS0113579; RS0018192; RS0016780 ua), ist auch darin keine im Einzelfall aufzugreifende Fehlbeurteilung zu erblicken.

Schlagworte

Arbeitsrecht

Textnummer

E101480

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:008OBA00039.12M.0726.000

Im RIS seit

07.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

18.10.2012

Dokumentnummer

JJT_20120726_OGH0002_008OBA00039_12M0000_000