Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob208/72 1Ob38/74 2Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0023559

Geschäftszahl

2Ob208/72; 1Ob38/74; 2Ob181/74; 3Ob580/76; 4Ob588/76; 6Ob737/76; 6Ob807/77; 4Ob505/78; 5Ob540/78; 8Ob315/81; 8Ob216/82; 7Ob545/83; 5Ob659/83; 7Ob576/84; 8Ob57/85; 8Ob12/86; 7Ob614/86; 7Ob625/87; 7Ob574/88; 6Ob578/89; 10Ob2048/96s; 2Ob513/96; 6Ob240/00p; 7Ob271/00d; 7Ob24/02h; 3Ob165/04t; 2Ob56/12t; 1Ob97/15v

Entscheidungsdatum

02.11.1972

Norm

ABGB §1295 Ia6
ABGB §1295 IId2

Rechtssatz

Es gibt eine allgemeine Rechtspflicht, niemand in seiner Sicherheit zu gefährden.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 208/72
    Entscheidungstext OGH 02.11.1972 2 Ob 208/72
  • 1 Ob 38/74
    Entscheidungstext OGH 08.05.1974 1 Ob 38/74
    Veröff: EvBl 1975/3 S 13 = ZVR 1975/114 S 179
  • 2 Ob 181/74
    Entscheidungstext OGH 05.09.1974 2 Ob 181/74
    Beisatz: Diese allgemeine Rechtspflicht kann zwar durch die sich aus bestimmten Spezialvorschriften - hier baurechtlichen - ergebenden Verpflichtungen ergänzt, niemals aber ersetzt werden. (T1)
  • 3 Ob 580/76
    Entscheidungstext OGH 28.09.1976 3 Ob 580/76
    Auch; Beisatz: Konzessionslos ausgeübtes konzessionspflichtiges Gewerbe. (T2)
  • 4 Ob 588/76
    Entscheidungstext OGH 08.02.1977 4 Ob 588/76
    Beis wie T1
  • 6 Ob 737/76
    Entscheidungstext OGH 03.03.1977 6 Ob 737/76
  • 6 Ob 807/77
    Entscheidungstext OGH 16.02.1978 6 Ob 807/77
    Beisatz: Auch nicht das Eigentum eines anderen. (T3)
  • 4 Ob 505/78
    Entscheidungstext OGH 07.03.1978 4 Ob 505/78
    Beis wie T1
  • 5 Ob 540/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 5 Ob 540/78
    Beisatz: Jede Körperverletzung, die durch menschliches Verhalten herbeigeführt wird, ist deshalb grundsätzlich rechtswidrig, auch wenn die Verletzungshandlungen nicht gegen besondere gesetzliche Verhaltensnormen verstößt. (T4)
    Veröff: SZ 51/89 = EvBl 1979/10 S 46
  • 8 Ob 315/81
    Entscheidungstext OGH 16.11.1982 8 Ob 315/81
    Auch; Beisatz: Wer eine Gefahrenquelle schafft, hat die zur Abwendung der daraus drohenden Gefahren nötigen Vorkehrungen zu treffen und den Beweis, die nötige Sorgfalt nicht vernachlässigt zu haben, zu erbringen. Auch relativ hohe Kosten einer Abzäunung einer Pferdeweide müssen in Kauf genommen werden, wenn sonst schwere Schäden anderer befugter Straßenbenützer zu gewärtigen sind. (T5)
    Veröff: SZ 55/180
  • 8 Ob 216/82
    Entscheidungstext OGH 18.11.1982 8 Ob 216/82
    Auch; Beisatz: Hier: Abbrennen eines Feldes, obwohl man sich nicht darauf verlassen durfte, die Windstille werde anhalten. (Verkehrsunfall wegen Sichtbehinderung durch Rauchschwaden). (T6)
    Veröff: SZ 55/181
  • 7 Ob 545/83
    Entscheidungstext OGH 10.03.1983 7 Ob 545/83
    Auch; Beis wie T5 nur: Wer eine Gefahrenquelle schafft, hat die zur Abwendung der daraus drohenden Gefahren nötigen Vorkehrungen zu treffen. (T7)
  • 5 Ob 659/83
    Entscheidungstext OGH 27.09.1983 5 Ob 659/83
    Auch; Beis wie T5 nur: Wer eine Gefahrenquelle schafft, hat die zur Abwendung der daraus drohenden Gefahren nötigen Vorkehrungen zu treffen und den Beweis, die nötige Sorgfalt nicht vernachlässigt zu haben, zu erbringen. (T8)
  • 7 Ob 576/84
    Entscheidungstext OGH 20.06.1984 7 Ob 576/84
  • 8 Ob 57/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 57/85
    Auch; Beis wie T7
  • 8 Ob 12/86
    Entscheidungstext OGH 19.06.1986 8 Ob 12/86
    Auch; Beis wie T7
  • 7 Ob 614/86
    Entscheidungstext OGH 10.07.1986 7 Ob 614/86
    Auch; Beisatz: Aus der allgemeinen Rechtspflicht, die körperliche Unversehrtheit und das Eigentum eines anderen nicht zu gefährden, werden Sorgfaltspflichten und Verkehrssicherungspflichten abgeleitet. (T9)
  • 7 Ob 625/87
    Entscheidungstext OGH 30.07.1987 7 Ob 625/87
  • 7 Ob 574/88
    Entscheidungstext OGH 19.05.1988 7 Ob 574/88
    Beis wie T7; Veröff: JBl 1988,788
  • 6 Ob 578/89
    Entscheidungstext OGH 27.04.1989 6 Ob 578/89
    Auch; Beis wie T7
  • 10 Ob 2048/96s
    Entscheidungstext OGH 23.04.1996 10 Ob 2048/96s
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Haftung der Krankenanstalt für Sturz auf feuchtem Boden einer Begleitperson infolge Nachlässigkeit der Pflicht des Reinigungspersonals. (T10)
  • 2 Ob 513/96
    Entscheidungstext OGH 04.07.1996 2 Ob 513/96
    Vgl auch; Beis wie T5 nur: Auch relativ hohe Kosten müssen in Kauf genommen werden. (T11)
  • 6 Ob 240/00p
    Entscheidungstext OGH 05.10.2000 6 Ob 240/00p
    Beis wie T4; Beis wie T7; Beisatz: Aus § 1325 ABGB und aus den Bestimmungen des Strafgesetzbuches über strafbare Handlungen gegen Leib und Leben (§§ 75 ff StGB) ergibt sich die Anerkennung des absoluten, d.h. einen Schutz gegen Jedermann genießenden Persönlichkeitsrechtes auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Daraus wird diese allgemeine Rechtspflicht abgeleitet. (T12) Beisatz: Hier: Aufsteller von Tierfallen, die auch Menschen erheblich verletzen können. (T13)
  • 7 Ob 271/00d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2000 7 Ob 271/00d
    Auch
  • 7 Ob 24/02h
    Entscheidungstext OGH 29.04.2002 7 Ob 24/02h
    Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T9; Beis wie T7
  • 3 Ob 165/04t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 3 Ob 165/04t
    Beis wie T1
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
  • 1 Ob 97/15v
    Entscheidungstext OGH 18.06.2015 1 Ob 97/15v
    Auch; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Haftung für sogenannte „Verfolgungsschäden“. (T14)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0023559

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.08.2015

Dokumentnummer

JJR_19721102_OGH0002_0020OB00208_7200000_001

Rechtssatz für 2Ob187/75 8Ob219/75 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022946

Geschäftszahl

2Ob187/75; 8Ob219/75; 2Ob163/75; 7Ob519/78; 7Ob650/78; 4Ob91/78; 1Ob658/83; 7Ob602/85; 5Ob578/87; 3Ob513/87; 1Ob44/89; 1Ob25/91; 3Ob87/93; 3Ob501/94; 2Ob64/98w; 2Ob172/99d; 2Ob18/98f; 3Ob190/99h; 7Ob170/11t; 7Ob185/11y; 2Ob56/12t; 1Ob103/14z; 1Ob97/15v; 1Ob186/16h; 3Ob91/17d; 9Ob69/17p; 7Ob78/18y

Entscheidungsdatum

18.09.1975

Norm

ABGB §1295 Ia9

Rechtssatz

Zur Frage rechtswidrigen Handelns. - Die Gefährdung absolut geschützter Rechte ist grundsätzlich verboten.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 187/75
    Entscheidungstext OGH 18.09.1975 2 Ob 187/75
    Veröff: ZVR 1976/229 S 243
  • 8 Ob 219/75
    Entscheidungstext OGH 05.11.1975 8 Ob 219/75
    Vgl; Beisatz: Bei Verletzung fremder absolut geschützter Rechte ist das Rechtswidrigkeitsurteil nur auf Grund umfassender Interessenabwägung zu finden. (T1)
  • 2 Ob 163/75
    Entscheidungstext OGH 23.10.1975 2 Ob 163/75
    Vgl; Beis wie T1; Veröff: SZ 48/109 = ZVR 1976/318 S 335
  • 7 Ob 519/78
    Entscheidungstext OGH 16.02.1978 7 Ob 519/78
  • 7 Ob 650/78
    Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 650/78
    Beis wie T1; Beisatz: Rechte auf körperliche Unversehrtheit. (T2)
  • 4 Ob 91/78
    Entscheidungstext OGH 24.10.1978 4 Ob 91/78
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Persönlichkeitsrecht (T3) Veröff: SZ 51/146 = Arb 9742 = ZAS 1979,176 (hiezu mit Anmerkung von Marhold) = DRdA 1979,394 (hiezu mit Anmerkung von Reischauer)
  • 1 Ob 658/83
    Entscheidungstext OGH 31.08.1983 1 Ob 658/83
    Vgl aber; Beisatz: Es ist heute aber allgemein anerkannt, daß aus einer Beeinträchtigung eines absoluten Rechtes allein noch nicht zwingend auf die Rechtswidrigkeit der Handlung geschlossen werden kann. (T4) Veröff: SZ 56/124 = ÖBl 1984,18 = EvBl 1984/60 S 241 = JBl 1984,492 = GRURInt 1985,340
  • 7 Ob 602/85
    Entscheidungstext OGH 30.07.1985 7 Ob 602/85
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T4
  • 5 Ob 578/87
    Entscheidungstext OGH 22.09.1987 5 Ob 578/87
    Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 60/176
  • 3 Ob 513/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 513/87
    Auch
  • 1 Ob 44/89
    Entscheidungstext OGH 03.10.1990 1 Ob 44/89
    nur: Zur Frage rechtswidrigen Handelns. (T5); Beis wie T1 nur: Das Rechtswidrigkeitsurteil nur auf Grund umfassender Interessenabwägung zu finden. (T6) Veröff: SZ 63/166
  • 1 Ob 25/91
    Entscheidungstext OGH 30.10.1991 1 Ob 25/91
    Vgl; nur T5; Beis wie T6; Veröff: JBl 1992,253
  • 3 Ob 87/93
    Entscheidungstext OGH 10.11.1993 3 Ob 87/93
    Auch; nur T5; Beis wie T1; Veröff: SZ 66/141
  • 3 Ob 501/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 501/94
    Vgl; nur T5; Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 67/92
  • 2 Ob 64/98w
    Entscheidungstext OGH 25.06.1998 2 Ob 64/98w
    Beis wie T2; Beisatz: Es ist zu prüfen, ob gegen eine Verhaltenspflicht verstoßen wurde. (T7)
  • 2 Ob 172/99d
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 172/99d
    Beis wie T2; Beis wie T7
  • 2 Ob 18/98f
    Entscheidungstext OGH 23.09.1999 2 Ob 18/98f
    Beis wie T2; Beis wie T7; Beisatz: Eine Handlungspflicht kann sich für den Gehilfen aus den ihm erteilten Auftrag ergeben. (T8)
  • 3 Ob 190/99h
    Entscheidungstext OGH 22.12.1999 3 Ob 190/99h
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T6
  • 7 Ob 170/11t
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 170/11t
  • 7 Ob 185/11y
    Entscheidungstext OGH 19.04.2012 7 Ob 185/11y
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
    nur: Die Gefährdung absolut geschützter Rechte ist grundsätzlich verboten. (T9)
  • 1 Ob 103/14z
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 103/14z
    Veröff: SZ 2015/3
  • 1 Ob 97/15v
    Entscheidungstext OGH 18.06.2015 1 Ob 97/15v
    nur T9; Beisatz: Daraus werden Sorgfalts‑ und Verkehrssicherungspflichten abgeleitet (so schon 7 Ob 24/02h mwN). (T10)
  • 1 Ob 186/16h
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 1 Ob 186/16h
  • 3 Ob 91/17d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 91/17d
  • 9 Ob 69/17p
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 Ob 69/17p
  • 7 Ob 78/18y
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 78/18y
    Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0022946

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19750918_OGH0002_0020OB00187_7500000_001

Rechtssatz für 5Ob540/78 2Ob56/12t 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0023550

Geschäftszahl

5Ob540/78; 2Ob56/12t; 3Ob91/17d

Entscheidungsdatum

13.06.1978

Norm

ABGB §1295 Ia6
ABGB §1325 A

Rechtssatz

Aus § 1325 ABGB und aus den Bestimmungen des Strafgesetzbuches über strafbare Handlungen gegen Leib und Leben (§§ 75 ff StGB) ergibt sich die Anerkennung des absoluten, dh einen Schutz gegen jedermann genießenden Persönlichkeitsrechtes auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 540/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 5 Ob 540/78
    Veröff: EvBl 1979/10 S 46 = SZ 51/89
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
    Auch
  • 3 Ob 91/17d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 91/17d
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0023550

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19780613_OGH0002_0050OB00540_7800000_003

Rechtssatz für 7Ob650/78 3Ob513/87 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008996

Geschäftszahl

7Ob650/78; 3Ob513/87; 3Ob190/99h; 2Ob56/12t; 3Ob91/17d

Entscheidungsdatum

07.09.1978

Norm

ABGB §16
ABGB §1295 Ia9

Rechtssatz

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein von der Rechtsordnung als absolut anerkanntes Persönlichkeitsrecht.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 650/78
    Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 650/78
  • 3 Ob 513/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 513/87
  • 3 Ob 190/99h
    Entscheidungstext OGH 22.12.1999 3 Ob 190/99h
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
  • 3 Ob 91/17d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 91/17d

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0008996

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19780907_OGH0002_0070OB00650_7800000_001

Rechtssatz für 2Ob194/79 1Ob34/05i 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0027655

Geschäftszahl

2Ob194/79; 1Ob34/05i; 2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

22.01.1980

Norm

ABGB §1311 IIb
StVO §82

Rechtssatz

Durch die Vorschrift des § 82 StVO 1960 soll im Interesse der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs nicht nur die Benützung der Fahrbahn (§ 2 Abs 1 Z 2 StVO 1960), sondern auch daran anschließender Teile der Straße (§ 2 Abs 1 Z 1), etwa der Straßenbankette (§ 2 Abs 1 Z 6) zu verkehrsfremden Zwecken eingeschränkt werden.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 194/79
    Entscheidungstext OGH 22.01.1980 2 Ob 194/79
    Veröff: ZVR 1980/344 S 373
  • 1 Ob 34/05i
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 1 Ob 34/05i
    Vgl auch; Beisatz: Unter diesem Gesichtspunkt ist vom Schutzzweck des § 82 StVO die Verhinderung der Verengung der Gehsteigbreite durch verkehrsfremde Benützung des Gehsteigs und aller in diesem Zusammenhang auftretenden Gefahren für die körperliche Sicherheit von Fußgängern umfasst, um deren leichtes, flüssiges und sicheres Vorankommen zu ermöglichen. (T1); Beisatz: Hier: Die Verhinderung von Gefahren, die sich für Passanten allein aus dem allfälligen Umstürzen von am Gehsteig zu Werbezwecken aufgestellten, nicht standsicheren Verkaufsständern ergeben, ist vom Normzweck des §82 StVO hingegen nicht mitumfasst. (T2)
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0027655

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.07.2012

Dokumentnummer

JJR_19800122_OGH0002_0020OB00194_7900000_002

Rechtssatz für 2Ob194/79 2Ob207/81 (2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0027673

Geschäftszahl

2Ob194/79; 2Ob207/81 (2Ob208/81); 2Ob53/99d; 1Ob34/05i; 2Ob279/05a; 2Ob174/06m; 2Ob89/07p; 2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

22.01.1980

Norm

ABGB §1311 IIb
StVO §82
StVO §83

Rechtssatz

Die §§ 82 und 83 StVO 1960 sind Schutznormen im Sinne des § 1311 ABGB, deren Zweck der Schutz der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs ist.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 194/79
    Entscheidungstext OGH 22.01.1980 2 Ob 194/79
    Veröff: ZVR 1980/344 S 373
  • 2 Ob 207/81
    Entscheidungstext OGH 01.12.1981 2 Ob 207/81
  • 2 Ob 53/99d
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 2 Ob 53/99d
    nur: Die §§ 82 und 83 StVO 1960 sind Schutznormen im Sinne des § 1311 ABGB. (T1)
  • 1 Ob 34/05i
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 1 Ob 34/05i
    Beisatz: Unter diesem Gesichtspunkt ist vom Schutzzweck des § 82 StVO die Verhinderung der Verengung der Gehsteigbreite durch verkehrsfremde Benützung des Gehsteigs und aller in diesem Zusammenhang auftretenden Gefahren für die körperliche Sicherheit von Fußgängern umfasst, um deren leichtes, flüssiges und sicheres Vorankommen zu ermöglichen. (T2)
  • 2 Ob 279/05a
    Entscheidungstext OGH 12.06.2006 2 Ob 279/05a
  • 2 Ob 174/06m
    Entscheidungstext OGH 26.04.2007 2 Ob 174/06m
    Vgl; Vgl Beis wie T2
  • 2 Ob 89/07p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 2 Ob 89/07p
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0027673

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.07.2012

Dokumentnummer

JJR_19800122_OGH0002_0020OB00194_7900000_003

Rechtssatz für 10ObS40/90 4Ob98/92 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008993

Geschäftszahl

10ObS40/90; 4Ob98/92; 4Ob99/94; 7Ob89/97g; 7Ob150/97b; 6Ob155/99h; 4Ob64/00s; 4Ob59/00f; 1Ob341/99z; 6Ob238/00v; 8ObA288/01p; 8Ob108/05y; 9ObA109/06d; 4Ob52/06k; 6Ob266/06w; 6Ob6/06k; 6Ob103/07a; 4Ob186/09w; 4Ob200/11g; 2Ob56/12t; 3Ob197/13m; 9ObA23/15w; 7Ob130/15s; 7Ob26/16y; 3Ob195/17y; 7Ob8/19f

Entscheidungsdatum

27.02.1990

Norm

ABGB §16
EO §382g

Rechtssatz

§ 16 ABGB ist nicht bloß Programmsatz, sondern Zentralnorm unserer Rechtsordnung, mit normativem subjektive Rechte gewährenden Inhalt. Sie anerkennt die Persönlichkeit als Grundwert. In seinem Kernbereich schützt § 16 ABGB die Menschenwürde.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 40/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 10 ObS 40/90
    Veröff: SZ 63/32 = JBl 1990,734 = SSV-NF 4/23
  • 4 Ob 98/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 98/92
    nur: § 16 ABGB ist nicht bloß Programmsatz, sondern Zentralnorm unserer Rechtsordnung, mit normativem subjektive Rechte gewährenden Inhalt. Sie anerkennt die Persönlichkeit als Grundwert. (T1)
  • 4 Ob 99/94
    Entscheidungstext OGH 18.10.1994 4 Ob 99/94
    Veröff: SZ 67/173
  • 7 Ob 89/97g
    Entscheidungstext OGH 14.05.1997 7 Ob 89/97g
    Beisatz: Aus ihr wird - ebenso wie aus anderen durch die Rechtsordnung geschützten Grundwerten (Art 8 MRK, § 1 DSG, § 77 UrhG ua) - das jedermann angeborene Persönlichkeitsrecht auf Achtung seines Privatbereiches und seiner Geheimsphäre abgeleitet. Entscheidend für den jeweiligen Schutz ist eine Güterabwägung und Interessenabwägung. (T2)
  • 7 Ob 150/97b
    Entscheidungstext OGH 23.07.1997 7 Ob 150/97b
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 155/99h
    Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 155/99h
    Vgl auch; Beisatz: Es ein aus den Bestimmungen des StGB, aus Art 2 MRK und aus § 16 ABGB abgeleitetes Persönlichkeitsrecht auf körperliche Unversehrtheit, das individuelle zivilrechtliche Ansprüche, insbesondere einen Unterlassungsanspruch auslöst. (T3)
  • 4 Ob 64/00s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 64/00s
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 59/00f
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 59/00f
    Vgl auch; Beis wie T2
    Veröff: SZ 73/47
  • 1 Ob 341/99z
    Entscheidungstext OGH 25.05.2000 1 Ob 341/99z
    nur: § 16 ABGB ist nicht bloß Programmsatz, sondern Zentralnorm unserer Rechtsordnung. Sie anerkennt die Persönlichkeit als Grundwert. (T4)
    Beis ähnlich wie T2
    Veröff: SZ 73/87
  • 6 Ob 238/00v
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 238/00v
  • 8 ObA 288/01p
    Entscheidungstext OGH 13.06.2002 8 ObA 288/01p
    nur T4; Beis wie T2; Beisatz: Diese und weitere Grundrechte wie etwa jenes der Gleichbehandlung (Art 7 B-VG; Art 2 StGG; Art 14 MRK) spiegeln in ihrer Gesamtheit die Menschenwürde wider, deren Schutz sie dienen. (T5)
    Veröff: SZ 2002/83
  • 8 Ob 108/05y
    Entscheidungstext OGH 19.12.2005 8 Ob 108/05y
    Beis wie T2 nur: Aus ihr wird - ebenso wie aus anderen durch die Rechtsordnung geschützten Grundwerten (Art 8 MRK, § 1 DSG, § 77 UrhG ua) - das jedermann angeborene Persönlichkeitsrecht auf Achtung seines Privatbereiches und seiner Geheimsphäre abgeleitet. (T6)
    Beisatz: Grundfreiheiten und Menschenrechte richten sich primär an den Staat, während sie im Privatrecht ihre Verwirklichung im Allgemeinen in Form der mittelbaren Drittwirkung finden. Soweit das nicht durch besondere einfachgesetzliche Normen geschieht, transportiert § 16 ABGB die verfassungsmäßig garantierten Grundrechte in das Privatrecht. Sie dienen damit nicht nur der Absicherung von fundamentalen Freiheiten und Rechten der Bürger gegenüber der Staatsmacht, sondern haben darüber hinaus auch Auswirkungen auf das Verhältnis der Bürger untereinander, indem die durch sie verkörperten Wertungen bei der Auslegung und Lückenfüllung privatrechtlicher Beziehungen zu berücksichtigen sind. (T7)
    Veröff: SZ 2005/185
  • 9 ObA 109/06d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 9 ObA 109/06d
    Beisatz: Die Rechtskonkretisierung erweist sich als Anwendungsfall der Drittwirkung verfassungsrechtlich verankerter Grundrechte, wie zum Beispiel der Gleichbehandlung (Art 7 B-VG; Art 2 StGG; Art 14 EMRK), des Schutzes des Privatlebens und Familienlebens (Art 8 EMRK) oder etwa des Datenschutzes (§ 1 DSG). (T8)
    Veröff: SZ 2006/191
  • 4 Ob 52/06k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 52/06k
    Auch
  • 6 Ob 266/06w
    Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 266/06w
    Auch; Beisatz: Hier: Namentliche Nennung eines in der Öffentlichkeit bekannten Zeugen in einem Strafverfahren wegen Raubmords - Kriterien einer umfassenden Interessensabwägung. (T9)
    Veröff: SZ 2007/27
  • 6 Ob 6/06k
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 6 Ob 6/06k
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Musste sich der Kläger immer kontrolliert fühlen, wenn er sein Haus betritt oder verlässt oder sich in seinem Garten aufhält, so bewirkten die mit Einverständnis des Beklagten getroffenen Maßnahmen, selbst wenn das Gerät nur eine Attrappe einer Videokamera gewesen sein sollte, eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Privatsphäre (Geheimsphäre) des Klägers. (T10)
  • 6 Ob 103/07a
    Entscheidungstext OGH 25.05.2007 6 Ob 103/07a
    Beisatz: Aus dem Charakter der Persönlichkeitsrechte als absolute Rechte bejaht die Rechtsprechung Unterlassungsansprüche bei Persönlichkeitsverletzungen auch dann, wenn sie gesetzlich nicht ausdrücklich vorgesehen sind. Das Recht auf Wahrung der Geheimsphäre schützt sowohl gegen das Eindringen in die Privatsphäre der Person als auch gegen die Verbreitung rechtmäßig erlangter Information über die Geheimsphäre. (T11)
  • 4 Ob 186/09w
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 4 Ob 186/09w
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Schutz des Privat- und Familienlebens gemäß Art 8 MRK. (T12)
    Veröff: SZ 2009/166
  • 4 Ob 200/11g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 200/11g
    Auch; Beisatz: Insbesondere ist dadurch die Privatsphäre einer Person gegen Eingriffe durch Dritte geschützt. (T13)
    Beisatz: Hier: Eingriff in die Intimsphäre. (T14)
  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Wer von einem anderen in seiner körperlichen Integrität konkret gefährdet wird oder wem eine solche Gefährdung droht, hat gegen den Gefährdenden bei Wiederholungsgefahr einen Unterlassungsanspruch. (T15)
    Bem: Im vorliegenden Fall lag eine dem Fall von ZVR 1998/36 vergleichbare konkrete Gefährdung der körperlichen Integrität der Klägerin durch ein geparktes Wohnmobil nicht vor. (T16)
  • 3 Ob 197/13m
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 197/13m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T11
  • 9 ObA 23/15w
    Entscheidungstext OGH 20.03.2015 9 ObA 23/15w
    Beis wie T8
  • 7 Ob 130/15s
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 130/15s
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T11; Veröff: SZ 2015/95
  • 7 Ob 26/16y
    Entscheidungstext OGH 16.03.2016 7 Ob 26/16y
    Ähnlich; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 3 Ob 195/17y
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 3 Ob 195/17y
    Auch; Beis wie T11
  • 7 Ob 8/19f
    Entscheidungstext OGH 11.02.2019 7 Ob 8/19f
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0008993

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.04.2019

Dokumentnummer

JJR_19900227_OGH0002_010OBS00040_9000000_003

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127919

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

JN §1 CVIb
StVO §82 Abs2

Rechtssatz

Macht die Klägerin nicht den im Verwaltungsverfahren zu entscheidenden Anspruch des Staats auf verwaltungsrechtliche Bestrafung des Klägers wegen Verstoßes gemäß § 82 Abs 2 StVO, sondern vielmehr einen auf verschiedene Umstände gestützten zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch geltend, so gehört dieser Anspruch vor die ordentlichen Gerichte.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127919

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_001

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127920

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

StVO §24 Abs3 litb

Rechtssatz

Von einer Hauseinfahrt kann nicht gesprochen werden, wenn die Randsteine des Gehsteigs vor einem Haustor nicht abgeschrägt sind.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127920

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_002

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127921

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

StVO §24 Abs3 litb

Rechtssatz

Das Parkverbot gemäß § 24 Abs 3 lit b StVO gilt nur auf die Breite und nur unmittelbar vor der Einfahrt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127921

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_003

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127922

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

ABGB §339
StVO §24
ZPO §454

Rechtssatz

Ein nach der StVO zulässiges Parken stellt, auch wenn dieses zwangsläufig Auswirkungen auf die Parkmöglichkeiten anderer Fahrzeuge hat, jedenfalls keine Besitzstörung dar.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127922

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_004

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127923

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

ABGB §339
ZPO §454

Rechtssatz

Unter Besitzstörung versteht man jede tatsächliche Beeinträchtigung der Herrschaft.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127923

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_005

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127924

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

ABGB §339
StVO §82 Abs2
ZPO §454

Rechtssatz

Wird ein Wohnmobil ohne Kennzeichen und ohne diesbezügliche Bewilligung gemäß § 82 Abs 2 StVO, ansonsten aber ordnungsgemäß auf einer Straße abgestellt, so begründet dieses Abstellen für sich allein keine Besitzstörung.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127924

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

18.10.2016

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_006

Rechtssatz für 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127925

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Norm

ABGB §1311 IIb
StVO allg
StVO §83

Rechtssatz

Für einen Unterlassungsanspruch eines Verkehrsteilnehmers gegen einen anderen aufgrund dessen Verstoßes gegen eine Vorschrift der StVO besteht keine Anspruchsgrundlage. Die Ahndung von Verstößen gegen die StVO steht somit grundsätzlich den Verwaltungsbehörden, nicht aber Privaten im Weg der Unterlassungsklage zu.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/12t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 56/12t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127925

Im RIS seit

20.08.2012

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2012

Dokumentnummer

JJR_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_007

Entscheidungstext 2Ob56/12t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2012/406 S 213 - Zak 2012,213 = EvBl 2012/140 S 966 (Pesek) - EvBl 2012,966 (Pesek) = ZVR 2013/62 S 131 (Stowasser) - ZVR 2013,131 (Stowasser) = MietSlg 64.678 = MietSlg 64.716

Geschäftszahl

2Ob56/12t

Entscheidungsdatum

24.04.2012

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr. Baumann als Vorsitzenden und die Hofräte Dr. Veith, Dr. E. Solé, Dr. Schwarzenbacher und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei U***** M*****, vertreten durch Dr. Franz Gütlbauer und andere, Rechtsanwälte in Wels, gegen die beklagte Partei Dr. H***** Z*****, vertreten durch Mag. Dagmar Hoppstädter, Rechtsanwältin in Weißkirchen an der Traun, wegen Unterlassung (Streitwert 7.000 EUR), über die Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichts Wels als Berufungsgericht vom 7. Dezember 2011, GZ 22 R 267/11p-18, womit das Urteil des Bezirksgerichts Wels vom 16. August 2011, GZ 5 C 1557/10d-11, abgeändert wurde, zu Recht erkannt und beschlossen:

Spruch

 

Die Revision wegen Nichtigkeit wird verworfen.

Im Übrigen wird der Revision Folge gegeben.

Das angefochtene Urteil wird abgeändert und das Urteil des Erstgerichts wiederhergestellt.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 2.021,42 EUR (darin 228,90 EUR USt und 648 EUR Pauschalgebühr) bestimmten Kosten des Rechtsmittelverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Klägerin ist Eigentümerin der von ihr bewohnten Liegenschaft mit dem Haus S*****straße 5 in *****. Der Beklagte ist ihr Nachbar und bewohnt die Liegenschaft S*****straße 3. Wenn man aus der R*****straße kommt, führt die S*****straße mit einer Breite von etwa 7 m in Richtung Norden. Auf der linken Seite endet im Bereich des Hauses Nr 3 eine Grüninsel und ist die Fahrbahn 8,7 m breit. Unmittelbar nach dieser Grüninsel, die als Fixpunkt bezeichnet wird, ist der Gehsteig durch schräge Steine über eine Länge von 4 m abgeböscht. Hier kann man zur Garage des Hauses Nr 3 zufahren. Danach ist 7 m lang die Gehsteigkante nicht abgeschrägt. Etwa in diesem Bereich, nämlich am Ende der genannten Zufahrtsmöglichkeit, befindet sich das der Straße nächstgelegene Hauseck des Hauses Nr 5. Nach diesen 7 m ist die Gehsteigkante wieder 4 m lang für das Zufahren zur Garage und zum Vorplatz des Hauses Nr 5 abgeschrägt. Ca 8 m nach dem Fixpunkt, also dem Ende der Grüninsel, ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenfalls eine Zufahrt zu einem Parkplatz für einen Wohnblock. Hier besteht eine Anböschung durch Granitsteine, die vor der Gehsteigkante angebracht sind. Diese Zufahrtsmöglichkeit ist 7,5 m lang. Ca 5 m danach ist auf der rechten Seite eine in die Fahrbahn ragende Grüninsel. Dort ist die Fahrbahn wieder 7 m breit. In weiterer Folge sind dann rechts immer wieder solche Grüninseln vorhanden. Dazwischen besteht die Möglichkeit zum Parken von Fahrzeugen. Im genannten Bereich der S*****straße besteht eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h. Verkehrszeichen, die das Parken betreffen, sind nicht angebracht.

Das Wohnmobil des Beklagten ist 6,5 m lang, wobei die letzten 80 cm durch einen Fahrradhalter bedingt sind, der am hinteren Ende des Fahrzeugs angebracht ist. Dort beträgt die Höhe nur etwa 80 cm. Das Wohnmobil selbst ist 2,5 m hoch und 2,2 m breit und kann daher knapp zwischen den beiden Zufahrtsmöglichkeiten zu den Häusern Nr 3 und Nr 5 geparkt werden, ohne in diese Zufahrten hineinzuragen. In dieser Parkposition ist das Wohnmobil direkt vor dem Haus der Klägerin.

Durch die Bauart des Wohnmobils ist die Sicht stark behindert, wenn man von der Garage bzw dem Vorplatz des Hauses Nr 5 ausparkt, insbesondere wenn dies rückwärts geschieht. In Richtung R*****straße kann man dann praktisch nicht sehen, bis die Flucht des stehenden Fahrzeugs erreicht wird. In einer solchen Position ragt ein üblicher Pkw bis zu 2,5 m weit in die Fahrbahn hinein und hat somit einen Platzbedarf von fast 5 m. Bei der dortigen Fahrbahnbreite von 8,7 m verbleiben dann 3,7 m. Ein normal rechts fahrender Verkehrsteilnehmer, der sich von der R*****straße her annähert, wird bei diesem Fahrmanöver nicht behindert.

Die Sicht in die andere Richtung ist durch einen Kurvenverlauf mit etwa 40 m begrenzt. In diese Richtung behindert das abgestellte Fahrzeug die Sicht nicht.

Wenn auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Bereich vor oder nach der Zufahrt zum Parkplatz Fahrzeuge parken, könnte es zu einem Unfall kommen, weil Fahrzeuge, die an den geparkten Fahrzeugen vorbeifahren, unweigerlich in den Fahrkanal des ausfahrenden Fahrzeugs geraten. Ein sicheres Ausparken wäre also nur mit Hilfe eines Einweisers möglich.

Die Sichtbehinderung ist geringfügig geringer, wenn die Front des Wohnmobils von der R*****straße weg gerichtet ist. Bei einem Anhalten mit der Front zur R*****straße ist durch den Kastenaufbau des Wohnmobils die Sicht stärker behindert.

Ein Parken des Wohnmobils vor dem Haus des Beklagten wäre nur direkt vor dessen Einfahrt bzw Zufahrt möglich, wobei auch in diesem Fall das Fahrzeug geringfügig in den Bereich des Hauses der Klägerin ragen würde.

Im Bereich, wo die Fahrbahn nur 7 m breit ist, würde aufgrund der Fahrzeugbreite die Restbreite, die dann für den Verkehr zur Verfügung stünde, weniger als 5 m betragen. Auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Haus des Beklagten wäre ebenfalls nur knapp ein Anhalten möglich, weil das Wohnmobil dann, wenn es auch hier nicht in den Bereich des Hauses der Klägerin geraten sollte, wieder im Bereich der Grüninsel bzw im nur 7 m breiten Bereich stehen müsste. Dann verbliebe zumindest in einem kleinen Teilbereich nicht die erforderliche Restbreite von 5 m. Ein Parken nach der Grüninsel im 8,7 m breiten Bereich unmittelbar vor der rechts gelegenen Parkplatzzufahrt wäre möglich. Diesfalls wäre zwar für die Ausfahrt aus dem Vorplatz des Hauses der Klägerin die Sicht nicht behindert, wohl aber für die aus dem Parkplatz kommenden Fahrzeuge. Würde die Grüninsel entfernt und wäre die Grundbreite von 8,7 m auch im weiter entfernten Bereich vorhanden, wäre ein Parken auch vor dem Haus des Beklagten möglich.

Der Beklagte erhielt über seinen Antrag mit Bescheid vom 18. 5. 2010 eine straßenpolizeiliche Bewilligung zum Abstellen eines Kraftfahrzeugs ohne polizeiliche Kennzeichentafel (Wechselkennzeichen) befristet bis 31. 5. 2011 auf dem Standpunkt S*****straße auf Höhe Nr 3. Tatsächlich stellt der Beklagte das Wohnmobil ohne Kennzeichen nicht auf der Höhe des Hauses S*****straße 3 ab, sondern vor dem Haus Nr 5, ohne jedoch die abgeschrägte Zufahrtsmöglichkeit und Abfahrtsmöglichkeit zu den Stellplätzen des Hauses, die von der Klägerin benützt werden, in Anspruch zu nehmen.

Die Klägerin begehrt die Verurteilung des Beklagten zur Unterlassung des Abstellens von Fahrzeugen, insbesondere seines Wohnmobils, auf der Westseite der S*****straße auf Höhe der Liegenschaft Nr 5. Der Beklagte habe sein Wohnmobil ohne Kennzeichen jahrelang vor der Liegenschaft der Klägerin so sichtbehindernd abgestellt, dass das Ein- und Ausfahren zu und von Vorplatz und Garage beträchtlich erschwert werde. Dadurch werde eine massive Gefahrenquelle geschaffen. Das Abstellen des Wohnmobils des Beklagten sei darüber hinaus rechtswidrig, weil es ohne behördliche Kennzeichen erfolge. Die behördliche Genehmigung beziehe sich nämlich nur auf das Abstellen auf Höhe des Hauses des Beklagten, nicht aber auch auf den tatsächlich benützten Platz. Die körperliche Sicherheit der Klägerin und sonstiger Benützer ihrer Haus- und Grundstückszufahrt und das Eigentum der Klägerin würden konkret erheblich gefährdet. Der Beklagte sei nicht bereit, sein Wohnmobil anderswo abzustellen.

Der Beklagte wandte die Unzulässigkeit des Rechtswegs ein, da es sich beim gegenständlichen Sachverhalt um eine Verwaltungssache handle, die von den Verwaltungsbehörden abzuhandeln sei. Im Übrigen wendete er ein, die von ihm mit seinem Wohnmobil benützte Parkfläche könne von jedermann zum Abstellen von Fahrzeugen benützt werden. Das Wohnmobil befinde sich auch nur auf der vor seiner Liegenschaft befindlichen Parkfläche, die nicht im Eigentum der Klägerin stehe, sodass ihr die Aktivlegitimation fehle. Das Wohnmobil stelle keinerlei Behinderung der Klägerin beim Ein- und Ausfahren dar und rage auch nicht in den abgeschrägten Einfahrtsbereich zur Liegenschaft der Klägerin.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Es traf die schon wiedergegebenen Feststellungen und führte in rechtlicher Hinsicht aus, da die Bewilligung des Klägers, das Wohnmobil ohne Kennzeichentafel auf öffentlichem Grund abzustellen, nur im Bereich des Hauses S*****straße 3 erteilt worden sei, habe der Beklagte durch sein Abstellen des Wohnmobils ohne Kennzeichen beim Haus S*****straße 5 gegen § 82 Abs 2 StVO verstoßen. Da das Abstellen jedoch auf öffentlichem Grund erfolgt sei, sei die Klägerin nicht aktiv legitimiert. Dies wäre sie nur dann, wenn durch das Abstellen ihr Zu- und Abfahrtsbereich versperrt oder teilweise versperrt wäre. Hätte das Wohnmobil ein ordnungsgemäßes Kennzeichen, wäre das Abstellen an der betreffenden Stelle rechtmäßig, auch wenn es die Sicht beim Ausfahren von den Stellplätzen der Klägerin behinderte. Ein gesetzlicher Anspruch auf Unterlassen des Parkens oder Abstellens von Fahrzeugen, die eine Ausfahrt sichtmäßig behinderten, bestehe nicht. Der Klägerin bleibe die Möglichkeit einer Anzeige bei der Polizei.

Auf den Einwand der Unzulässigkeit des Rechtswegs ging das Erstgericht nicht ein.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Klägerin Folge und dem Klagebegehren statt und führte Folgendes aus: Das Eigentum einer an einer Straße mit Gehsteig liegenden Liegenschaft umfasse auch das Recht, über den Gehsteig im Bereich der Abschrägung von der Liegenschaft auf die öffentliche Straße zu gelangen. Ein unzulässiger Eingriff in das Eigentumsrecht liege in einem solchen Fall nicht nur dann vor, wenn ein auf der Straße abgestelltes Fahrzeug in die durch die Gehsteigabschrägung gekennzeichnete Ausfahrt rage oder diese ganz verstelle, es genüge vielmehr, dass ein abgestelltes Fahrzeug im Bereich der Einfahrt eine Erschwerung der Ausübung des Ausfahrtsrechts darstelle, wenn also das Zu- und Abfahren erheblich erschwert oder gefährlich werde. Sowohl bei der Besitzstörung als auch bei einem Eingriff in das entsprechende Eigentum bestehe daher ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch. Nach Reischauer stehe selbst in Verbindung mit dem öffentlichen Straßenverkehr unter Umständen eine Unterlassungsklage gegen einen Gefährdenden zu. In diesem Sinn habe das Landesgericht Innsbruck der Unterlassungsklage eines Radfahrers, der eine bestimmte Strecke immer wieder befahren habe und befahren werde, gegen den Lenker eines Linienbusses stattgegeben, der ihn zweimal hintereinander in einem zu geringen Seitenabstand überholt habe. Wenn ein Verkehrsteilnehmer vor einer Hausausfahrt einen bestimmten Hausbewohner schon mehrmals gefährdet habe, so sei eine künftige Gefährdung auch für jene die Ausfahrt benützenden Hausbewohner gegeben, die bisher (zufälligerweise) noch nicht konkret gefährdet worden seien. Bei Anwendung dieser Ansicht Reischauers auf den konkreten Fall ergebe sich „zweifellos“ ein Unterlassungsanspruch der Klägerin gegen den Beklagten infolge der Gefährdung ihres Eigentumsrechts bzw auch ihrer körperlichen Integrität, zumal das Ausfahren aus dem Grundstück der Klägerin infolge der durch das abgestellte Wohnmobil massiv eingeschränkten Sichtmöglichkeit, die das Beiziehen eines Einweisers erfordere, der nicht immer zur Verfügung stehe, wesentlich gefährlicher werde. §§ 82 f StVO seien Schutzgesetze iSd § 1311 ABGB, deren Zweck der Schutz der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs sei. Zum Verkehr in seiner Gesamtheit zählten auch aus Grundstückseinfahrten herausfahrende Fahrzeuge, sodass zwischen dem Verstoß des Beklagten gegen § 82 StVO und der Gefährdung der Klägerin beim Ausfahren aus ihrem Grundstück „zweifellos“ auch der Rechtswidrigkeitszusammenhang gegeben sei. Die Verletzung des Schutzgesetzes durch den Beklagten gebe der Klägerin den klageweise geltend gemachten Unterlassungsanspruch.

Mit dem Einwand der Unzulässigkeit des Rechtswegs setzte sich auch das Berufungsgericht nicht auseinander.

Das Berufungsgericht ließ die Revision zu, zumal zwar Entscheidungen zu vergleichbaren Sachverhalten im Besitzstörungsverfahren existierten, eine entsprechende oberstgerichtliche Rechtsprechung zu Unterlassungsklagen aufgrund von entgegen den Bestimmungen der StVO abgestellten Fahrzeugen nicht habe aufgefunden werden können.

Gegen das Urteil des Berufungsgerichts richtet sich die Revision des Beklagen aus den Revisionsgründen der Nichtigkeit, der Mangelhaftigkeit des Verfahrens und der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag, die Urteile der Vorinstanzen für nichtig zu erklären und die Klage zurückzuweisen. Hilfsweise wird die Wiederherstellung des erstgerichtlichen Urteils beantragt, hilfsweise dazu die Aufhebung und die Zurückverweisung an das Berufungsgericht.

Die Klägerin beantragt in der Revisionsbeantwortung, die Revision mangels erheblicher Rechtsfrage zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben.

Die Revision ist zulässig und im Sinne der Wiederherstellung des erstgerichtlichen Urteils berechtigt.

Der Beklagte wiederholt in der Revision den Einwand der Unzulässigkeit des Rechtswegs mit der bereits in erster Instanz gegebenen Begründung. In der Rechtsrüge führt er zusammengefasst aus, bei den vom Berufungsgericht zitierten Entscheidungen seien Gefährdungen aufgrund von rechtswidrigem Verhalten erfolgt. Im vorliegenden Fall habe der Beklagte sein Wohnmobil innerhalb der öffentlichen Parkfläche abgestellt und daher gegen keine Normen verstoßen. Mangels rechtswidrigen Verhaltens bestehe der Unterlassungsanspruch nicht zu Recht. Wenn die Klägerin von ihrer Grundstückszufahrt ausfahre, befinde sie sich überdies gemäß § 19 Abs 6 StVO stets im Nachrang, daher nicht im fließenden Verkehr und sei somit nicht vom Schutzzweck des § 82 StVO erfasst.

Rechtliche Beurteilung

Hiezu wurde erwogen:

1. Zur geltend gemachten Nichtigkeit:

Die Vorinstanzen haben sich weder im Spruch ihrer Entscheidungen noch in den Gründen (RIS-Justiz RS0043405 [T21]) mit der vom Beklagten erhobenen Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs befasst. Dem Obersten Gerichtshof ist daher die Prüfung dieses Einwands nicht verwehrt.

Die Nichtigkeit liegt jedoch nicht vor. Die Klägerin macht nicht den im Verwaltungsverfahren zu entscheidenden Anspruch des Staats auf verwaltungsrechtliche Bestrafung des Klägers wegen Verstoßes gemäß § 82 Abs 2 StVO, sondern vielmehr einen auf verschiedene Umstände gestützten zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch geltend. Ein solcher gehört vor die ordentlichen Gerichte.

Die Revision wegen Nichtigkeit war somit zu verwerfen.

2. Zur Rechtsrüge:

Aufgrund der gesetzmäßig ausgeführten Rechtsrüge ist die rechtliche Beurteilung des Berufungsgerichts allseitig zu prüfen. Die Klägerin stützt ihren Unterlassungsanspruch auf ihr Eigentumsrecht, ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf die Verletzung von Schutzgesetzen.

2.1. Zum behaupteten Eigentumseingriff:

Das Berufungsgericht hat im Gefolge von Kodek, Besitzstörung 298, dadurch, dass das Aus- und Einfahren für die Klägerin erheblich erschwert oder gefährlich werde, eine Besitzstörung durch den Beklagten und somit auch einen Eingriff in das Eigentumsrecht der Klägerin bejaht.

Diesen Ausführungen ist Folgendes zu entgegnen: Gemäß § 24 Abs 3 lit b StVO ist das Parken vor Haus- und Grundstückseinfahrten verboten. Nach den ErlBem zur StVO (zitiert bei Pürstl, StVO13 § 24 Anm 14) kann von einer Hauseinfahrt nicht gesprochen werden, wenn die Randsteine des Gehsteigs vor einem Haustor nicht abgeschrägt sind. Das Parkverbot gemäß § 24 Abs 3 lit b StVO gelte nur auf die Breite und nur unmittelbar vor der Einfahrt.

Da nach den Feststellungen das Wohnmobil des Beklagten nicht in den Bereich des abgeschrägten Gehsteigs im Bereich der Zufahrt zum Stellplatz bzw zur Garage der Klägerin hineinragte, hat der Beklagte somit nicht gegen § 24 Abs 3 lit b StVO verstoßen. Trüge sein Wohnmobil ein behördliches Kennzeichen, wäre es an der festgestellten Stelle rechtmäßig geparkt. Nach Kodek, Besitzstörung 300, stellt ein nach der StVO zulässiges Parken, auch wenn dieses zwangsläufig Auswirkungen auf die Parkmöglichkeiten anderer Fahrzeuge hat, jedenfalls keine Besitzstörung dar.

Unter Besitzstörung versteht man jede tatsächliche Beeinträchtigung der Herrschaft (Kodek in Fasching/Konecny2, § 454 Rz 36). Da aber die tatsächliche Beeinträchtigung unabhängig davon ist, ob ein dort abgestelltes Wohnmobil ein Kennzeichen trägt oder nicht, folgt daraus, dass der Beklagte durch sein Abstellen an der festgestellten Stelle den Besitz der Klägerin nicht gestört hat. Daher liegt auch der vom Berufungsgericht aufgrund einer Besitzstörung bejahte Eingriff in das „entsprechende“ Eigentum der Klägerin nicht vor. Auf einen Eigentumseingriff kann der Unterlassungsanspruch somit nicht gegründet werden.

2.2. Zur behaupteten Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit der Klägerin:

Soweit sich das Berufungsgericht auf die Ausführungen von Reischauer in Rummel, ABGB3 § 1294 Rz 26, und die Entscheidung des Landesgerichts Innsbruck, ZVR 1998/36, stützt, wird Folgendes erwogen:

Reischauer aaO führt weiter aus, für eine Unterlassungsklage im Straßenverkehr müsse - wie auch sonst - eine konkrete Gefährdung der körperlichen Integrität oder sonstiger absoluter Rechtsgüter einer bestimmten Person durch denselben Gefährder drohen.

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein von der Rechtsordnung als absolut anerkanntes Persönlichkeitsrecht (RIS-Justiz RS0008996; RS0023550). Es gibt eine allgemeine Rechtspflicht, niemanden in seiner Sicherheit zu gefährden (RIS-Justiz RS0023559). Die Gefährdung absolut geschützter Rechte ist grundsätzlich verboten (RIS-Justiz RS0022946). Das Persönlichkeitsrecht auf körperliche Unversehrtheit löst individuelle zivilrechtliche Ansprüche, insbesondere einen Unterlassungsanspruch aus (RIS-Justiz RS0008993 [T3]).

Wer also von einem anderen in seiner körperlichen Integrität konkret gefährdet wird oder wem eine solche Gefährdung droht, hat gegen den Gefährdenden bei Wiederholungsgefahr einen Unterlassungsanspruch. Nur darauf gestützt hat das Landesgericht Innsbruck in der Entscheidung ZVR 1998/36 den Unterlassungsanspruch des klagenden Radfahrers bejaht, der vom beklagten Busfahrer wiederholt in einem zu knappen und daher gefährdenden Seitenabstand überholt bzw „geschnitten“ wurde. Hier war die unmittelbare konkrete Gefährdung der körperlichen Integrität des Klägers evident, weshalb entsprechend der zitierten Rechtsprechung dem Unterlassungsbegehren stattgegeben wurde, ohne dass ein allfälliger Verstoß gegen Gebote oder Verbote der StVO geprüft werden musste.

Im vorliegenden Fall liegt eine dem Fall von ZVR 1998/36 vergleichbare konkrete Gefährdung der körperlichen Integrität der Klägerin durch das geparkte Wohnmobil nicht vor, weshalb darauf ein Unterlassungsanspruch nicht erfolgreich gestützt werden kann.

2.3. Zur behaupteten Verletzung von Schutzgesetzen durch den Beklagten:

Entgegen der Auffassung des Beklagten ist das Parken seines Wohnmobils an der festgestellten Stelle, für die die Bewilligung nicht erteilt wurde, ohne Kennzeichentafeln gemäß § 82 Abs 2 StVO verboten. Der Beklagte hat daher durchaus rechtswidrig gehandelt.

Gemäß § 82 Abs 1 StVO ist für die Benützung von Straßen zu anderen Zwecken als zu solchen des Straßenverkehrs eine Bewilligung erforderlich. Die §§ 82 und 83 StVO sind Schutznormen im Sinne des § 1311 ABGB, deren Zweck der Schutz der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs ist (RIS-Justiz RS0027673; vgl auch RS0027655).

Zunächst ist hier zu bedenken, dass ja dieselbe Sichtbehinderung auch vorläge, wenn das Wohnmobil des Beklagten mit einer Kennzeichentafel versehen und daher dort rechtmäßig geparkt wäre.

Ob hier der Rechtswidrigkeitszusammenhang gegeben ist, kann aber letztlich dahingestellt bleiben: Selbst wenn man den Rechtswidrigkeitszusammenhang bejahte, könnte die Klägerin zwar im Schadensfall allenfalls einen auf § 82 Abs 2 StVO iVm § 1311 ABGB gestützten Schadenersatzanspruch geltend machen. Für einen Unterlassungsanspruch eines Verkehrsteilnehmers gegen einen anderen aufgrund dessen Verstoßes gegen eine Vorschrift der StVO fehlt aber eine Anspruchsgrundlage. So meint auch Reischauer aaO zutreffend, mit der Unterlassungsklage könne nicht die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung schlechthin gegen Beliebige erzwungen werden. Als Popularklage tauge sie nicht.

Die Ahndung von Verstößen gegen die StVO steht somit grundsätzlich den Verwaltungsbehörden, nicht aber Privaten im Weg der Unterlassungsklage zu.

3. Da sich bereits aus diesen rechtlichen Erwägungen die nicht bestehende Berechtigung des Klagsanspruchs ergibt, erübrigt sich eine Behandlung der Rüge von Verfahrensmängeln.

4. Die Kostenentscheidung gründet sich auf die §§ 50, 41 ZPO.

Schlagworte

Gruppe: Verkehrsrecht,Verkehrsopfergesetz

Textnummer

E100757

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:0020OB00056.12T.0424.000

Im RIS seit

24.05.2012

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2014

Dokumentnummer

JJT_20120424_OGH0002_0020OB00056_12T0000_000