Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 14Os82/03 14Os115/03 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117806

Geschäftszahl

14Os82/03; 14Os115/03; 14Os128/03; 14Os138/03; 13Os118/03 (13Os119/03); 11Os146/03; 11Os2/04 (11Os6/04); 13Os13/04; 13Os169/03; 15Os34/04; 11Os66/04 (11Os67/04); 14Os104/04; 15Os22/05g; 11Os48/05a; 15Os121/05s; 14Os141/05z; 14Os9/06i; 14Os19/06k; 11Os28/06m; 11Os41/06y; 15Os71/06i; 15Os86/06w; 13Os88/06z; 13Os97/06y; 13Os143/06p; 13Os125/06s; 12Os148/06s; 11Os138/06p; 14Os48/07a; 13Os80/07z; 11Os88/07m; 13Os81/07x; 14Os120/07i; 11Os120/07t; 13Os114/07z; 14Os149/07d (14Os150/07a); 15Os148/07i; 14Os168/07y (14Os5/08d); 12Os148/07t; 15Os151/07f; 13Os160/07i; 14Os13/08f; 11Os31/08f; 11Os29/08m; 14Os28/08m; 14Os31/08b; 11Os84/08z; 15Os60/08z; 12Os29/08v; 15Os110/08b (15Os111/08z); 11Os128/08w (11Os133/08f); 13Os160/08s; 13Os173/08b; 15Os178/08b (15Os179/08z); 14Os168/08z (14Os174/08g); 11Os17/09y; 15Os24/09g; 15Os3/09v; 14Os184/08b; 11Os80/09p; 14Os22/09f (14Os23/09b); 14Os43/09v; 14Os59/09x; 14Os61/09s; 14Os56/09f; 14Os51/09w; 14Os89/09h (14Os90/09f); 11Os140/09m; 15Os16/10g; 12Os7/10m; 14Os16/10z (14Os17/10x); 15Os85/10d; 15Os82/10p; 15Os133/10p; 15Os165/10v; 15Os20/11x; 14Os44/11v; 15Os48/11i; 11Os89/11i; 13Os92/11w; 11Os114/11s; 15Os142/11p; 15Os3/12y; 15Os173/11x; 12Os26/12h (12Os29/12z); 11Os44/12y; 15Os50/12k; 12Os53/12d; 13Os73/12b; 15Os83/12p; 15Os129/12b; 14Os127/12a; 14Os15/13g; 11Os31/13p; 12Os59/13p; 14Os156/13t; 13Os88/13k; 15Os168/13i; 11Os8/14g; 11Os17/14f; 14Os37/14v; 15Os80/14z; 15Os43/15k; 15Os31/15w; 15Os56/16y; 12Os106/17f; 14Os2/18b; 15Os39/20d; 14Os127/20p; 12Os30/21k

Entscheidungsdatum

24.06.2003

Norm

GRBG §2 Abs1
StGB §21
StGB §22
StGB §23
StPO §173 Abs2 B
StPO §180 Abs2
StPO §281 Abs1 Z11 Fall2 B

Rechtssatz

Im Rahmen des Grundrechtsbeschwerdeverfahrens überprüft der Oberste Gerichtshof die rechtliche Annahme der im § 180 Abs 2 StPO genannten Gefahr (Prognoseentscheidung) darauf, ob sich diese angesichts der zugrunde gelegten bestimmten Tatsachen als willkürlich, mit anderen Worten nicht oder nur offenbar unzureichend begründet darstellt.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 82/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 82/03
  • 14 Os 115/03
    Entscheidungstext OGH 09.09.2003 14 Os 115/03
    Vgl auch
  • 14 Os 128/03
    Entscheidungstext OGH 19.09.2003 14 Os 128/03
    Auch
  • 14 Os 138/03
    Entscheidungstext OGH 21.10.2003 14 Os 138/03
    Auch
  • 13 Os 118/03
    Entscheidungstext OGH 24.09.2003 13 Os 118/03
    Beisatz: Einzelne aus Sicht des Beschwerdeführers erörterungsbedürftige Umstände bei dieser Prognose nicht ausdrücklich erwähnt zu haben, kann der angefochtenen Entscheidung nicht als Grundrechtsverletzung vorgeworfen werden. (T1)
  • 11 Os 146/03
    Entscheidungstext OGH 09.12.2003 11 Os 146/03
    Auch
  • 11 Os 2/04
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 11 Os 2/04
    Auch
  • 13 Os 13/04
    Entscheidungstext OGH 19.02.2004 13 Os 13/04
  • 13 Os 169/03
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 13 Os 169/03
    Vgl auch
  • 15 Os 34/04
    Entscheidungstext OGH 31.03.2004 15 Os 34/04
    Auch; Beisatz: Das Gesetz versteht unter dem Begriff der bestimmten Tatsachen des § 179 Abs 4 Z 4 StPO nichts anderes als die deutliche Bezeichnung der den Ausspruch über das Vorliegen entscheidender Tatsachen tragenden Gründe - Gründe also, aus denen diese Prognose rechtsfehlerfrei abgeleitet werden konnte. (T2)
  • 11 Os 66/04
    Entscheidungstext OGH 15.07.2004 11 Os 66/04
    Vgl auch
  • 14 Os 104/04
    Entscheidungstext OGH 25.08.2004 14 Os 104/04
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 15 Os 22/05g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2005 15 Os 22/05g
    Beis wie T2; Beisatz: Dabei kann die in der Begründung des Haftbeschlusses zum Ausdruck kommende sachverhaltsmäßige Bejahung oder Verneinung bloß einzelner von mehreren erheblichen Umständen (= bestimmten Tatsachen), welche erst in der Gesamtschau mit anderen die Prognoseentscheidung tragen, nach § 10 GRBG in Verbindung mit § 281 Abs 1 Z 5 StPO nicht in Frage gestellt werden, es sei denn, eine als willkürlich kritisierte bestimmte Tatsache bildete erkennbar eine notwendige Bedingung für die Prognose. (T3)
  • 11 Os 48/05a
    Entscheidungstext OGH 06.05.2005 11 Os 48/05a
    nur: Im Rahmen des Grundrechtsbeschwerdeverfahrens überprüft der Oberste Gerichtshof die rechtliche Annahme der im § 180 Abs 2 StPO genannten Gefahr darauf, ob sich diese angesichts der zugrunde gelegten bestimmten Tatsachen als willkürlich darstellt. (T4)
  • 15 Os 121/05s
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 15 Os 121/05s
    Auch
  • 14 Os 141/05z
    Entscheidungstext OGH 09.01.2005 14 Os 141/05z
    Auch
  • 14 Os 9/06i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 14 Os 9/06i
    Auch; nur T4
  • 14 Os 19/06k
    Entscheidungstext OGH 08.03.2006 14 Os 19/06k
    Auch
  • 11 Os 28/06m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 11 Os 28/06m
    nur T4; Beis ähnlich wie T2
  • 11 Os 41/06y
    Entscheidungstext OGH 09.05.2006 11 Os 41/06y
    Vgl auch
  • 15 Os 71/06i
    Entscheidungstext OGH 14.07.2006 15 Os 71/06i
    Auch; nur T4
  • 15 Os 86/06w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2006 15 Os 86/06w
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 88/06z
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 13 Os 88/06z
    Auch; nur T4; Beisatz: Ein vom Akteninhalt losgelöstes Beschwerdevorbringen stellt den Haftgrund nicht prozessförmig in Frage. (T5)
  • 13 Os 97/06y
    Entscheidungstext OGH 11.10.2006 13 Os 97/06y
  • 13 Os 143/06p
    Entscheidungstext OGH 09.01.2007 13 Os 143/06p
  • 13 Os 125/06s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 13 Os 125/06s
    Beisatz: Vorbehaltlich der in § 180 Abs 3 StPO genannten Tatumstände, welche jedenfalls in Rechnung zu stellen sind. (T6)
  • 12 Os 148/06s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2007 12 Os 148/06s
  • 11 Os 138/06p
    Entscheidungstext OGH 23.01.2007 11 Os 138/06p
  • 14 Os 48/07a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2007 14 Os 48/07a
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die rechtliche Annahme eines Haftgrundes kann dahin überprüft werden, ob die Prognoseentscheidung aus den im angefochtenen Beschluss angeführten bestimmten Tatsachen abgeleitet werden durfte, ohne dass die darin liegende Ermessensentscheidung als willkürlich angesehen werden müsste. (T7)
  • 13 Os 80/07z
    Entscheidungstext OGH 16.07.2007 13 Os 80/07z
    Beis wie T2; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: In der Annahme, aufgrund der mangelnden sozialen Integration des Angeklagten bestehe im Zusammenhalt mit der ihm nach dem - wenngleich noch nicht rechtskräftigen - Urteil und dem gleichzeitig gefassten Widerrufsbeschluss nunmehr konkret drohenden Freiheitsstrafe die Gefahr, er werde flüchten oder sich verborgen halten, ist keine willkürlich begründete Prognose zu erblicken. (T8)
  • 11 Os 88/07m
    Entscheidungstext OGH 03.08.2007 11 Os 88/07m
    Beisatz: Die irrige Annahme eines den Anlasstaten vorangegangenen Schuldspruches bewirkt keine Willkür der Prognoseentscheidung, wenn die vom Oberlandesgericht ins Treffen geführten weiteren Umstände bereits einen formell einwandfreien Schluss auf das Vorliegen des angezogenen Haftgrundes zulassen, und die verfehlte Konstatierung erkennbar keine notwendige Bedingung für Prognoseannahme darstellt. (T9)
  • 13 Os 81/07x
    Entscheidungstext OGH 16.07.2007 13 Os 81/07x
  • 14 Os 120/07i
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 14 Os 120/07i
    Auch; Beis wie T7
  • 11 Os 120/07t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Os 120/07t
    Auch; Beis wie T6
  • 13 Os 114/07z
    Entscheidungstext OGH 03.10.2007 13 Os 114/07z
    Auch
  • 14 Os 149/07d
    Entscheidungstext OGH 04.12.2007 14 Os 149/07d
    Auch; Beis wie T7
  • 15 Os 148/07i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 15 Os 148/07i
    Auch
  • 14 Os 168/07y
    Entscheidungstext OGH 30.01.2008 14 Os 168/07y
    Auch; Beisatz: Die rechtliche Annahme einer der von § 173 Abs 2 StPO in der Fassung Strafprozess-Reformgesetz (ab 2008) (§ 180 Abs 2 StPO in der Fassung vor 1. 1. 2008) genannten Gefahren wird vom Obersten Gerichtshof im Rahmen des Grundrechtsbeschwerdeverfahrens dahin überprüft, ob sie aus den in der angefochtenen Entscheidung angeführten bestimmten Tatsachen abgeleitet werden durfte, ohne dass die darin liegende Ermessensentscheidung als unvertretbar angesehen werden müsste. (T10)
  • 12 Os 148/07t
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 12 Os 148/07t
    Auch; Beisatz: Die Beschwerde bekämpft eine unzureichende Würdigung der gegen den Haftgrund der Tatbegehungsgefahr sprechenden Umstände und zieht aus diesen Umständen für den Angeklagten günstigere Schlüsse. Eine willkürliche Annahme des Haftgrundes wird damit nicht dargetan. (T11)
  • 15 Os 151/07f
    Entscheidungstext OGH 08.01.2008 15 Os 151/07f
    Auch; Beisatz: Hier: Auslieferungshaft gemäß § 29 Abs 1 ARHG. Die Beschwerde zeigt keine Willkür der mängelfrei begründeten Annahme der Nichtausschließbarkeit des Haftgrunds der Fluchtgefahr auf. Im Übrigen ist - der Beschwerde zuwider - hiefür die Befürchtung maßgebend, der Angeklagte werde sich der Durchführung der Auslieferung (und nicht einer allfälligen - hier aber nicht aktuellen - österreichischen Strafverfolgung) entziehen. (T12)
  • 13 Os 160/07i
    Entscheidungstext OGH 09.01.2008 13 Os 160/07i
    Auch; Beisatz: Die rechtliche Annahme einer der von § 180 Abs 2 StPO (in der Fassung vor BGBl I 2004/19; vgl nunmehr § 173 Abs 2 StPO) genannten Gefahren wird vom Obersten Gerichtshof im Rahmen des Grundrechtsbeschwerdeverfahrens dahin geprüft, ob sie aus den in der angefochtenen Entscheidung angeführten bestimmten Tatsachen abgeleitet werden durfte, ohne dass die darin liegende Ermessensentscheidung als unvertretbar („willkürlich") angesehen werden müsste. (T13)
  • 14 Os 13/08f
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 14 Os 13/08f
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Solcherart kommt Aktenwidrigkeit nur dann in Betracht, wenn angesichts des aktenwidrig zitierten Beweises unklar bleibt, woraus der Haftgrund (die Prognoseentscheidung) im angefochtenen Beschluss tatsächlich abgeleitet wird. (T14)
  • 11 Os 31/08f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2008 11 Os 31/08f
    Vgl auch; Beisatz: Bestimmte Tatsachen, auf die die Sachverhaltsannahme zu einem Haftgrund gegründet sein müssen, können sowohl äußere als auch innere - wie Charaktereigenschaften und Wesenszüge des Beschuldigten - Umstände sein, wobei sie sich jedenfalls aus dem aktuellen Einzelfall ergeben müssen und nicht bloß allgemeine Erfahrungstatsachen darstellen dürfen (WK-StPO § 180 Rz 28). (T15)
  • 11 Os 29/08m
    Entscheidungstext OGH 05.03.2008 11 Os 29/08m
    Auch; Beis wie T10
  • 14 Os 28/08m
    Entscheidungstext OGH 14.03.2008 14 Os 28/08m
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T13
  • 14 Os 31/08b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2008 14 Os 31/08b
    Auch; Beis wie T13
  • 11 Os 84/08z
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 11 Os 84/08z
    Auch; Beisatz: Im Rahmen des Grundrechtsbeschwerdeverfahrens ist in Betreff der Sachverhaltsannahmen für die Haftvoraussetzung des dringenden Tatverdachts von denjenigen des - wenngleich angefochtenen - Urteils auszugehen und die rechtliche Annahme der von § 173 Abs 2 StPO genannten Gefahren kann vom Obersten Gerichtshof nur dahin überprüft werden, ob sie aus den angeführten bestimmten Tatsachen abgeleitet werden durften, ohne dass die darin liegende Ermessensentscheidung als willkürlich angesehen werden müsste. (T16)
    Beisatz: Denn § 173 Abs 2 StPO verlangt nur, dass die angezogenen Haftgründe auf bestimmten Tatsachen beruhen, kennt als Vergleichsbasis des Willkürverbots mithin nur die in Anschlag gebrachten bestimmten Tatsachen. Solche können sowohl äußere als auch innere Umstände - wie Charaktereigenschaften und Wesenszüge - sein, die sich aus dem aktuellen Einzelfall ergeben müssen und nicht bloß allgemeine Erfahrungstatsachen darstellen dürfen (WK-StPO § 180 [aF] Rz 28). (T17)
  • 15 Os 60/08z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 15 Os 60/08z
    Auch; Beis wie T13
  • 12 Os 29/08v
    Entscheidungstext OGH 18.03.2008 12 Os 29/08v
    Auch; Beis wie T13
  • 15 Os 110/08b
    Entscheidungstext OGH 21.08.2008 15 Os 110/08b
  • 11 Os 128/08w
    Entscheidungstext OGH 10.09.2008 11 Os 128/08w
    Auch
  • 13 Os 160/08s
    Entscheidungstext OGH 05.11.2008 13 Os 160/08s
  • 13 Os 173/08b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 13 Os 173/08b
    Auch
  • 15 Os 178/08b
    Entscheidungstext OGH 09.12.2008 15 Os 178/08b
    Beis wie T3
  • 14 Os 168/08z
    Entscheidungstext OGH 03.12.2008 14 Os 168/08z
  • 11 Os 17/09y
    Entscheidungstext OGH 17.02.2009 11 Os 17/09y
    Beis wie T3
  • 15 Os 24/09g
    Entscheidungstext OGH 04.03.2009 15 Os 24/09g
    Beis wie T7
  • 15 Os 3/09v
    Entscheidungstext OGH 18.02.2009 15 Os 3/09v
    Beis wie T11; Beisatz: Hier: Verdunkelungsgefahr. (T18)
    Beisatz: Denn die Prognose des Oberlandesgerichts, wonach - ungeachtet einer vorangegangenen theoretischen Möglichkeit zur Absprache - aus den im Beschluss näher dargelegten Gründen die Befürchtung einer zukünftigen Zeugenbeeinflussung gegeben sei, wurde ohne Verstoß gegen die Kriterien logischen Denkens und grundlegende Erfahrungen begründet und ist daher nicht willkürlich. (T19)
  • 14 Os 184/08b
    Entscheidungstext OGH 14.01.2009 14 Os 184/08b
  • 11 Os 80/09p
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 11 Os 80/09p
    Beis wie T3
  • 14 Os 22/09f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 14 Os 22/09f
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T15; Beisatz: Hier: Auslieferungshaft zur Sicherung des Strafvollzugs. (T20)
  • 14 Os 43/09v
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 14 Os 43/09v
    Beis wie T7; Beis wie T13; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Frühere Versuche, sich der Strafverfolgung zu entziehen, konnten auch im nunmehrigen Verfahrensstadium in die Erwägungen einbezogen werden, weil die vom Oberlandesgericht thematisierte Sicherung der Strafvollstreckung gleichwertiger Zweck der Untersuchungshaft ist. (T21)
  • 14 Os 59/09x
    Entscheidungstext OGH 04.06.2009 14 Os 59/09x
    Auch; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Tatbegehungsgefahr. (T22)
  • 14 Os 61/09s
    Entscheidungstext OGH 10.06.2009 14 Os 61/09s
    Auch; nur T4; Beis wie T2; Beis wie T16; Beisatz: Bei einer - wie hier aufgrund der Strafdrohung des § 75 StGB gegebenen - so genannten „bedingt-obligatorischen" Untersuchungshaft ist zu beachten, dass Umstände, die einen Haftgrund nicht annehmen lassen (§ 173 Abs 2 StPO), nicht gleichzusetzen sind mit solchen, die iSd § 173 Abs 6 StPO sein Vorliegen ausschließen. (T23)
  • 14 Os 56/09f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 14 Os 56/09f
    Beis wie T1
  • 14 Os 51/09w
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 14 Os 51/09w
    Beis wie T16; Beis wie T17
  • 14 Os 89/09h
    Entscheidungstext OGH 25.08.2009 14 Os 89/09h
    Auch; Beis wie T7
  • 11 Os 140/09m
    Entscheidungstext OGH 22.09.2009 11 Os 140/09m
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • 15 Os 16/10g
    Entscheidungstext OGH 10.03.2010 15 Os 16/10g
    Beis wie T3
  • 12 Os 7/10m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2010 12 Os 7/10m
    Vgl; Beis wie T7; Beis wie T15; Beis wie T18
  • 14 Os 16/10z
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 14 Os 16/10z
    Auch
  • 15 Os 85/10d
    Entscheidungstext OGH 21.07.2010 15 Os 85/10d
    Auch; Beis wie T10
  • 15 Os 82/10p
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 15 Os 82/10p
    Beis wie T3
  • 15 Os 133/10p
    Entscheidungstext OGH 13.10.2010 15 Os 133/10p
    Auch
  • 15 Os 165/10v
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 15 Os 165/10v
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T13
  • 15 Os 20/11x
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 20/11x
    Auch; Beis wie T13
  • 14 Os 44/11v
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 14 Os 44/11v
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T13
  • 15 Os 48/11i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2011 15 Os 48/11i
    Auch; Beis wie T13
  • 11 Os 89/11i
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 89/11i
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 13 Os 92/11w
    Entscheidungstext OGH 23.07.2011 13 Os 92/11w
    Auch
  • 11 Os 114/11s
    Entscheidungstext OGH 13.09.2011 11 Os 114/11s
    Vgl auch; Beisatz: Bei schlüssigen Unterlagen herrscht im Auslieferungsverfahren ein formelles Prüfungsprinzip. (T24)
    Beisatz: Hier: Auslieferungsverfahren zur Strafverfolgung. (T25)
    Beisatz: Hier: Zur Frage der Kautionshöhe. (T26)
  • 15 Os 142/11p
    Entscheidungstext OGH 31.10.2011 15 Os 142/11p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T10; Beis wie T18; Beis wie T22
  • 15 Os 3/12y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 3/12y
  • 15 Os 173/11x
    Entscheidungstext OGH 12.01.2012 15 Os 173/11x
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T22
  • 12 Os 26/12h
    Entscheidungstext OGH 13.03.2012 12 Os 26/12h
    Beisatz: Hier: § 173 Abs 2 StPO idF Strafprozess-Reformgesetz (ab 2008). (T27)
    Vgl Beis wie T10
  • 11 Os 44/12y
    Entscheidungstext OGH 03.05.2012 11 Os 44/12y
    Vgl auch; nur ähnlich T4
  • 15 Os 50/12k
    Entscheidungstext OGH 10.05.2012 15 Os 50/12k
    Vgl auch; Auch Beis wie T16
  • 12 Os 53/12d
    Entscheidungstext OGH 23.05.2012 12 Os 53/12d
    Auch
  • 13 Os 73/12b
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 13 Os 73/12b
    Auch; Auch Beis wie T6; Auch Beis wie T13
  • 15 Os 83/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 15 Os 83/12p
    Auch; Auch Beis wie T10
  • 15 Os 129/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 129/12b
    Beis wie T13
  • 14 Os 127/12a
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 127/12a
    Vgl; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 14 Os 15/13g
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 14 Os 15/13g
    Vgl; Beis wie T16; Beisatz: Denn § 173 Abs 2 StPO verlangt nur, dass die angenommenen Haftgründe auf bestimmten Tatsachen beruhen, kennt als Vergleichsbasis des Willkürverbots mithin nur die in Anschlag gebrachten bestimmten Tatsachen, weshalb auch eine bei dieser Prognose unterbliebene Erwägung einzelner aus Sicht eines Beschwerdeführers allenfalls erörterungsbedürftiger Umstände nicht als Grundrechtsverletzung vorgeworfen werden kann. (T28)
  • 11 Os 31/13p
    Entscheidungstext OGH 04.03.2013 11 Os 31/13p
    Auch
  • 12 Os 59/13p
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 12 Os 59/13p
    Auch; Beis wie T27
  • 14 Os 156/13t
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 156/13t
    Vgl
  • 13 Os 88/13k
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 13 Os 88/13k
    Auch; Auch Beis wie T1
  • 15 Os 168/13i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2013 15 Os 168/13i
    Beis wie T13
  • 11 Os 8/14g
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 8/14g
  • 11 Os 17/14f
    Entscheidungstext OGH 24.02.2014 11 Os 17/14f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T13
  • 14 Os 37/14v
    Entscheidungstext OGH 09.04.2014 14 Os 37/14v
    Vgl
  • 15 Os 80/14z
    Entscheidungstext OGH 08.07.2014 15 Os 80/14z
    Auch
  • 15 Os 43/15k
    Entscheidungstext OGH 27.03.2015 15 Os 43/15k
    Beis wie T11
  • 15 Os 31/15w
    Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 31/15w
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 56/16y
    Entscheidungstext OGH 09.06.2016 15 Os 56/16y
    Auch; Beisatz: Hier: Kriterien des § 170 Abs 1 Z 2 - 4 StPO in einer Festnahmeanordnung. (T29)
  • 12 Os 106/17f
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 106/17f
  • 14 Os 2/18b
    Entscheidungstext OGH 15.01.2017 14 Os 2/18b
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T11; Beis wie T17; Beis wie T28
  • 15 Os 39/20d
    Entscheidungstext OGH 27.04.2020 15 Os 39/20d
    Vgl
  • 14 Os 127/20p
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 14 Os 127/20p
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T11; Beis wie T28
  • 12 Os 30/21k
    Entscheidungstext OGH 25.03.2021 12 Os 30/21k
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T17

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117806

Im RIS seit

24.07.2003

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20030624_OGH0002_0140OS00082_0300000_001

Rechtssatz für 13Os48/06t 14Os59/06t (1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120790

Geschäftszahl

13Os48/06t; 14Os59/06t (14Os60/06i, 14Os61/06m); 13Os70/06b; 14Os77/06i; 15Os98/06k; 11Os84/06x (11Os87/06p); 15Os24/07d; 15Os55/07p; 11Os69/07t; 13Os79/07b; 15Os69/07x; 12Os77/07a; 14Os106/07f; 12Os148/07t; 15Os151/07f; 14Os13/08f; 15Os27/08x; 14Os65/08b; 14Os68/08f (14Os70/08p); 14Os108/08a; 13Os160/08s; 12Os186/08g; 14Os43/09v; 14Os59/09x; 13Os122/09d; 14Os149/09g; 15Os15/10k; 14Os24/10a; 15Os165/10v; 14Os18/12x; 11Os100/12h; 15Os129/12b; 14Os95/13x; 15Os27/14f; 12Os22/14y; 14Os37/14v; 15Os91/15v; 11Os30/16w; 14Os15/16m; 13Os78/16v; 13Os77/16x; 12Os139/16g; 12Os162/16i; 15Os110/17s; 12Os114/17g; 14Os2/18b; 15Os150/17y; 14Os27/18d (14Os28/18a); 12Os3/18k; 12Os45/18m; 12Os61/18i; 14Os75/18p; 14Os11/19b; 12Os13/19g; 11Os104/19g; 12Os119/19w; 15Os39/20d

Entscheidungsdatum

15.05.2006

Norm

GRBG §1 Abs1
GRBG §2 Abs1
GRBG §3
StPO §5
StPO §170 Abs3
StPO §173 Abs1 B
StPO §174 Abs3 Z4
StPO §174 Abs4
StPO §176 Abs1 Z2
StPO §177 Abs1 B
StPO §180 Abs1
StPO §193 Abs1

Rechtssatz

Was die sogenannte Verhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft anlangt, prüft der Oberste Gerichtshof, ausgehend von der Vorgabe des GRBG, wonach nicht die Haft, vielmehr die vom OLG getroffene Entscheidung über die Haft den Prozessgegenstand bildet, in jüngerer, jedoch bereits gefestigter Rechtsprechung in zwei Schritten, ob angesichts der vom OLG angeführten bestimmten Tatsachen der von diesem gezogene Schluss auf ein ausgewogenes Verhältnis zur Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe vertretbar war (§ 180 Abs 1 zweiter Satz StPO) und - zusätzlich nach Maßgabe eigener Beweiswürdigung - ob die Gerichte alles ihnen Mögliche zur Abkürzung der Haft unternommen haben (§ 193 Abs 1 StPO). Eine ins Gewicht fallende Säumigkeit in Haftsachen ist auch ohne Verletzung des § 180 Abs 1 zweiter Satz StPO grundrechtswidrig im Sinn einer Verletzung des § 193 Abs 1 StPO.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 48/06t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2006 13 Os 48/06t
  • 14 Os 59/06t
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 14 Os 59/06t
    Auch
  • 13 Os 70/06b
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 13 Os 70/06b
  • 14 Os 77/06i
    Entscheidungstext OGH 28.07.2006 14 Os 77/06i
    Auch
  • 15 Os 98/06k
    Entscheidungstext OGH 20.09.2006 15 Os 98/06k
    Auch
  • 11 Os 84/06x
    Entscheidungstext OGH 22.08.2006 11 Os 84/06x
    Vgl auch; Beisatz: Die bloße Behauptung einer Verletzung der „Bestimmung des § 193 StPO insoweit, als Verfahrensverzögerungen ursächlich für die unangemessene lange Dauer der Untersuchungshaft sind" wird dem Begründungsgebot des § 3 Abs 1 Satz 1 GRBG nicht gerecht, sodass sich das Rechtsmittel einer meritorischen Erledigung entzieht. (T1)
  • 15 Os 24/07d
    Entscheidungstext OGH 19.03.2007 15 Os 24/07d
    Auch; nur: Eine ins Gewicht fallende Säumigkeit in Haftsachen ist auch ohne Verletzung des § 180 Abs 1 zweiter Satz StPO grundrechtswidrig im Sinn einer Verletzung des § 193 Abs 1 StPO. (T2)
  • 15 Os 55/07p
    Entscheidungstext OGH 30.05.2007 15 Os 55/07p
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 11 Os 69/07t
    Entscheidungstext OGH 19.06.2007 11 Os 69/07t
    Vgl auch; Beisatz: Auch in Bezug auf eine Übergabe ist eine Verhältnismäßigkeitsprüfung anzustellen. (T3)
  • 13 Os 79/07b
    Entscheidungstext OGH 09.07.2007 13 Os 79/07b
    Vgl auch; Beisatz: Bei vorläufiger Anhaltung gemäß § 429 Abs 4 StPO hat sich die Verhältnismäßigkeitsprüfung im Hinblick auf die fehlende zeitliche Beschränkung einer Maßnahme nach § 21 Abs 1 StGB nur an der Bedeutung der Sache zu orientieren. (T4)
  • 15 Os 69/07x
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 15 Os 69/07x
    Auch; Beisatz: Hier: Grundrechtsverletzung infolge Untätigkeit des Gerichtes. (T5)
  • 12 Os 77/07a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2007 12 Os 77/07a
  • 14 Os 106/07f
    Entscheidungstext OGH 22.08.2007 14 Os 106/07f
    Vgl auch; Beisatz: Die Festsetzung der Hauptverhandlung auf einen mehr als drei Monate nach Übermittlung des Aktes an die Vorsitzende liegenden Termins in einem keineswegs umfangreichen oder rechtlich schwierigen Verfahren, in dem die Angeklagte zudem seit fast zwei Monaten in Untersuchungshaft angehalten ist und neben der Ausschreibung der Hauptverhandlung, in der lediglich die Einvernahme von vier im Inland wohnhaften Zeugen geplant ist, keine weiteren Erhebungen im Zwischenverfahren erforderlich sind, widerspricht dem sich aus § 193 Abs 1 StPO ergebenden Beschleunigungsgebot. (T6)
  • 12 Os 148/07t
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 12 Os 148/07t
    Auch; Beisatz: Die (grundrechtlich geforderte) im österreichischen Strafverfahrensrecht durch den Begriff der Verhältnismäßigkeit bestimmte Angemessenheit der Dauer einer Untersuchungshaft entzieht sich einer schematischen Beurteilung. Die Schwere der angelasteten Tat, die im vom Erstgericht gefundenen und trotz fehlender Rechtskraft Indizwirkung entfaltenden Strafmaß einen messbaren Ausdruck findet, sowie das Gewicht des angenommenen Haftgrundes sind bei der nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls vorzunehmenden Abwägung von essentieller Bedeutung. (T7)
    Beisatz: Umstände der von der Grundrechtsbeschwerde reklamierten Art - nämlich die sich aus der Haft ergebenden, bei jeder inhaftierten Person in mehr oder weniger starker Ausprägung auftretenden Beeinträchtigungen persönlicher, insbesondere familiärer Beziehungen - sind keine die Verhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft nach § 180 Abs 1 StPO mitbestimmenden Faktoren. (T8)
  • 15 Os 151/07f
    Entscheidungstext OGH 08.01.2008 15 Os 151/07f
    Auch; Beisatz: Hier: Auslieferungshaft gem § 29 Abs 1 ARHG. Bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung ist nur auf die in § 173 Abs 1 letzter Satz StPO idF BGBl I 2007/93 (§ 180 Abs 1 letzter Satz StPO aF) genannten Kriterien und den Zeitpunkt der angefochtenen Entscheidung abzustellen. Mit den Hinweisen auf den Stand und die voraussichtliche Dauer des beim VwGH anhängigen Asylverfahrens sowie die behauptete Unzulässigkeit der Auslieferung orientiert sich die Beschwerde in dieser Hinsicht nicht am Gesetz. (T9)
  • 14 Os 13/08f
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 14 Os 13/08f
    Vgl auch; Beisatz: Nach ständiger Rechtsprechung kann eine grundrechtswidrige Verletzung des Beschleunigungsgebots aufgrund einer ins Gewicht fallenden Säumigkeit in Haftsachen auch ohne Verletzung der Verhältnismäßigkeit im Sinne des § 173 Abs 1 zweiter Satz StPO nF vorliegen. (T10)
    Beisatz: Hier: Die bei der vorläufigen Anhaltung in diesem Zusammenhang allein maßgebliche Bedeutung der Sache ließ fallbezogen die Untätigkeit der Untersuchungsrichterin, die trotz Anhaltspunkte für die Möglichkeit einer Substituierung der vorläufigen Anhaltung einem Beweisantrag auf nochmalige Begutachtung nicht entsprach, noch gravierender erscheinen. (T11)
  • 15 Os 27/08x
    Entscheidungstext OGH 10.03.2008 15 Os 27/08x
    Beisatz: Nach dem Strafprozessreformgesetz (BGBl I 15/2004) nunmehr § 173 Abs 1 StPO und § 177 Abs 1 StPO. (T12)
  • 14 Os 65/08b
    Entscheidungstext OGH 27.05.2008 14 Os 65/08b
    Vgl auch; Beis wie T12
  • 14 Os 68/08f
    Entscheidungstext OGH 02.06.2008 14 Os 68/08f
    Beisatz: Diese Grundsätze erfahren durch die explizite Statuierung des Beschleunigungsgebots in den §§ 9 Abs 2, 177 Abs 1 der neuen StPO keine Änderung und gewähren insbesondere nicht ohne weiteres den Anspruch auf sofortige Enthaftung. Dieser ist vielmehr nach § 9 Abs 2 StPO, aber auch Art 5 Abs 3 zweiter Satz MRK und Art 5 Abs 1 PersFrG nur bei einer unverhältnismäßig langen Verfahrensdauer gegeben, zwingt aber das Gericht nicht gleichsam automatisch zur Enthaftung. (T13)
  • 14 Os 108/08a
    Entscheidungstext OGH 13.08.2008 14 Os 108/08a
    Beisatz: Die richterliche Haftprüfung dient nicht bloß der Entscheidung über Fortdauer oder Aufhebung der Untersuchungshaft, sondern vielmehr darüber hinausgehend der Einhaltung sämtlicher haftrelevanter Vorschriften, sodass das Oberlandesgericht der Haftbeschwerde Folge geben kann, ohne den Beschwerdeführer zu enthaften (so auch schon 14 Os 43/07s). (T14)
    Beisatz: Prozessgegenstand jeder richterlichen Haftprüfung ist demnach stets auch die Einhaltung aller die Haft regelnden gesetzlichen Vorschriften. Dazu zählen unter anderem die Einhaltung der Begründungsvorschriften des § 174 Abs 3 Z 4 und Abs 4 zweiter Satz StPO, auf deren Befolgung der vom Zwangseingriff Betroffene demnach ebenso ein subjektives Recht hat (das er sogar mit Grundrechtsbeschwerde geltend machen kann; vgl nur RIS-Justiz RS0120817), und die Einhaltung des Beschleunigungsgebots, selbst wenn dessen Verletzung noch nicht zur Unverhältnismäßigkeit der Haft nach § 173 Abs 1 zweiter Satz StPO und damit zur Enthaftung führt. (T15)
    Beisatz: Nach Maßgabe dieser am Erfordernis eines effektiven Grundrechtsschutzes ausgerichteten jüngeren Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs kann vermittels eines Antrags auf Freilassung nach § 176 Abs 1 Z 2 StPO auch bloß eine - die Verhältnismäßigkeit des § 173 Abs 1 zweiter Satz StPO gar nicht in Frage stellende - Verletzung des Beschleunigungsgebots nach §§ 9 Abs 2, 177 Abs 1 StPO releviert werden, ohne dass der Beschuldigte (§ 48 Abs 2 StPO) indes an einem anderen - gegenüber dem in Haftsachen bestehenden Rechtszug subsidiären (grundlegend: 14 Os 62/08m) - Rechtsbehelf gehindert wäre. (T16)
    Bem: Zur Verpflichtung der Staatsanwaltschaft, zwecks Verfahrensbeschleunigung im Rahmen der Entscheidung über eine Haftbeschwerde erteilte Anordnungen des Gerichts zu befolgen, siehe auch RS0124006. (T17)
  • 13 Os 160/08s
    Entscheidungstext OGH 05.11.2008 13 Os 160/08s
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13; Beis ähnlich wie T16
  • 12 Os 186/08g
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 12 Os 186/08g
    Vgl; Beisatz: § 173 Abs 1 zweiter Satz StPO stellt nämlich allein auf die Relation der Haftdauer zur Bedeutung der Sache sowie zu der zu erwartenden Strafe ab. Beurteilungsbasis dieser beiden Kriterien ist nach der Systematik der Bestimmungen über die Untersuchungshaft die - entsprechend qualifizierte - Verdachtslage (§§ 173 Abs 1 erster Satz, 174 Abs 1 erster und zweiter Satz, Abs 3 Z 2 und Z 4, 177 Abs 2 StPO). (T18)
    Beisatz: In concreto wird diese - wie bereits dargelegt - durch den (noch nicht rechtskräftigen) Schuldspruch determiniert. (T19)
  • 14 Os 43/09v
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 14 Os 43/09v
    Vgl; Beisatz: Hier: Unverhältnismäßigkeit der zum Zeitpunkt der Entscheidung des Oberlandesgerichts etwas mehr als zwei Jahre andauernden Untersuchungshaft ist angesichts der Höhe der in erster Instanz verhängten Freiheitsstrafe nicht gegeben. (T20)
  • 14 Os 59/09x
    Entscheidungstext OGH 04.06.2009 14 Os 59/09x
    Vgl; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T15
  • 13 Os 122/09d
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 13 Os 122/09d
    Auch; Beisatz: Der Enthaftungsantrag des Angeklagten löste nicht bloß die Verpflichtung aus, ohne Verzug eine Haftverhandlung anzuberaumen, sondern - wie sich nicht zuletzt aus § 175 Abs 5 StPO ergibt - innerhalb dieser zeitlichen Vorgaben auch über den Antrag zu entscheiden. (T21)
  • 14 Os 149/09g
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 14 Os 149/09g
    Auch; Beisatz: Keine die sofortige Enthaftung des Beschwerdeführers nach sich ziehende „Fristüberschreitung in U-Haft-Sachen", wenn die Wirksamkeit eines Beschlusses auf (Verhängung oder) Fortsetzung der Untersuchungshaft durch die Haftfrist nicht mehr begrenzt ist. (T22)
  • 15 Os 15/10k
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 15 Os 15/10k
    Beis wie T1;Beisatz: § 177 Abs 1 StPO. (T23)
    Beisatz: Im Hinblick auf die vielfältigen und auf eine Beschleunigung hinzielenden Verfahrensschritte (Aufklärungsersuchen, Urgenzen sowie die prozessual vorgesehenen Möglichkeiten zur Äußerung von Oberstaatsanwaltschaft und Verteidigung) liegt keine Säumnis des Oberlandesgerichts vor. (T24)
  • 14 Os 24/10a
    Entscheidungstext OGH 30.03.2010 14 Os 24/10a
    Vgl; Beis wie T12; Beis ählich wie T13
  • 15 Os 165/10v
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 15 Os 165/10v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Hier: Keine Säumnis im Hinblick auf die angesichts der beantragten Fortsetzung der Untersuchungshaft als Hausarrest notwendige Anordnung der Bewährungshilfe, Beauftragung mit Umfelderhebungen und Klärung technischer Voraussetzungen der Überwachung durch die Justizanstalt. (T25)
  • 14 Os 18/12x
    Entscheidungstext OGH 21.02.2012 14 Os 18/12x
    Auch; Beis ähnlich wie T13
  • 11 Os 100/12h
    Entscheidungstext OGH 21.08.2012 11 Os 100/12h
    Vgl auch
  • 15 Os 129/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 129/12b
    Auch; nur T2
  • 14 Os 95/13x
    Entscheidungstext OGH 03.07.2013 14 Os 95/13x
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Prüfung der Frage, ob der Haft‑(hier: Anhalte‑)Zweck durch gelindere Mittel erreicht werden kann, hat der Oberste Gerichtshof auf deutlich und bestimmt zu bezeichnende, in der angefochtenen Entscheidung übergangene, indes zu diesem Zeitpunkt bereits aktenmäßig belegte Tatumstände Rücksicht zu nehmen, ohne dass jedoch mangelnde Erörterung solcher Umstände für sich allein bereits eine Grundrechtsverletzung darstellen würde. (T26)
  • 15 Os 27/14f
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 15 Os 27/14f
    Auch; Beis wie T21
  • 12 Os 22/14y
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 12 Os 22/14y
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Prüfung der Frage, ob der Haftzweck durch gelindere Mittel erreicht werden kann, hat der Oberste Gerichtshof auf deutlich und bestimmt zu bezeichnende, in der angefochtenen Entscheidung übergangene, indes zu diesem Zeitpunkt bereits aktenmäßig belegte Umstände Rücksicht zu nehmen. (T27)
  • 14 Os 37/14v
    Entscheidungstext OGH 09.04.2014 14 Os 37/14v
    Vgl
  • 15 Os 91/15v
    Entscheidungstext OGH 28.07.2015 15 Os 91/15v
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 30/16w
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 11 Os 30/16w
    Auch; Beis wie T26
  • 14 Os 15/16m
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 15/16m
    Auch
  • 13 Os 78/16v
    Entscheidungstext OGH 25.07.2016 13 Os 78/16v
    Auch
  • 13 Os 77/16x
    Entscheidungstext OGH 25.07.2016 13 Os 77/16x
    Auch; nur T2; Beis wie T1; Beis wie T10; Beis wie T13
  • 12 Os 139/16g
    Entscheidungstext OGH 24.11.2016 12 Os 139/16g
    Auch
  • 12 Os 162/16i
    Entscheidungstext OGH 30.12.2016 12 Os 162/16i
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die in § 21 Abs 2 erster und letzter Satz EU‑JZG genannten Fristen sind keine Fallfristen, deren Überschreitung zur Enthaftung des Betroffenen führt (vgl § 21 Abs 3 erster Satz EU‑JZG), sondern gesetzliche Konkretisierungen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit. (T28)
  • 15 Os 110/17s
    Entscheidungstext OGH 19.09.2017 15 Os 110/17s
    Auch
  • 12 Os 114/17g
    Entscheidungstext OGH 12.10.2017 12 Os 114/17g
    Auch
  • 14 Os 2/18b
    Entscheidungstext OGH 15.01.2018 14 Os 2/18b
    Vgl
  • 15 Os 150/17y
    Entscheidungstext OGH 13.12.2017 15 Os 150/17y
    Auch; Beisatz: Hier: Zur Verhältnismäßigkeit einer Festnahme prüft der Oberste Gerichtshof im Grundrechtsbeschwerdeverfahren, ob angesichts der vom Oberlandesgericht angeführten bestimmten Tatsachen der von diesem gezogene Schluss auf ein ausgewogenes Verhältnis zur Bedeutung der Sache (§ 170 Abs 3, § 5 StPO) vertretbar war . (T29)
  • 14 Os 27/18d
    Entscheidungstext OGH 06.03.2018 14 Os 27/18d
    Auch; Beisatz: Hat das Oberlandesgericht ohnehin verfahrensbeschleunigende Maßnahmen durch die Staatsanwaltschaft angeordnet, hat die Grundrechtsbeschwerde darzulegen, weshalb dies keinen angemessenen Ausgleich für die anerkannte Verletzung des Beschleunigungsgebots darstellen, die Entscheidung also grundrechtswidrig sein sollte. (T30)
  • 12 Os 3/18k
    Entscheidungstext OGH 15.02.2018 12 Os 3/18k
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 45/18m
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 12 Os 45/18m
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 61/18i
    Entscheidungstext OGH 21.06.2018 12 Os 61/18i
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 75/18p
    Entscheidungstext OGH 11.07.2018 14 Os 75/18p
    Auch; Beis wie T26
  • 14 Os 11/19b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 14 Os 11/19b
    Auch; Beisatz: Der Beschwerdeführer hat gemäß § 3 Abs 1 erster Satz GRBG konkret darzulegen, in welcher (genau bezeichneten) Verzögerung der im Strafverfahren tätigen Behörden eine ins Gewicht fallende und somit grundrechtswidrige Säumigkeit vorliege. (T31)
  • 12 Os 13/19g
    Entscheidungstext OGH 13.02.2019 12 Os 13/19g
    Auch
  • 11 Os 104/19g
    Entscheidungstext OGH 02.08.2019 11 Os 104/19g
    Vgl
  • 12 Os 119/19w
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 12 Os 119/19w
    Vgl; Beis wie T8
  • 15 Os 39/20d
    Entscheidungstext OGH 27.04.2020 15 Os 39/20d
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120790

Im RIS seit

14.06.2006

Zuletzt aktualisiert am

14.07.2020

Dokumentnummer

JJR_20060515_OGH0002_0130OS00048_06T0000_001

Rechtssatz für 13Ns92/07v 15Os149/07m...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123350

Geschäftszahl

13Ns92/07v; 15Os149/07m; 14Os56/08d; 12Os71/08w; 14Os60/08t; 14Os21/09h; 11Os148/09p; 13Os144/09i; 15Os121/10y; 15Os165/10v; 11Os14/11k; 11Os86/11y; 11Os87/11w; 13Os78/11m; 11Os104/11w; 15Ns59/11m; 14Os153/11y; 15Os4/12w; 14Os2/12v; 12Os20/12a (12Os21/12y); 15Os78/12b; 12Os34/12k (12Os75/12i); 13Ns38/12k; 11Os76/12d; 14Os77/13z; 13Os139/12h; 14Os103/14z; 15Os33/15i; 14Os28/15x; 13Os59/15y; 14Os37/15w; 15Os47/15y; 12Os98/15a; 14Os100/15k; 12Os140/15b; 11Os133/16t; 14Os116/16i (14Os117/16m); 12Os111/16i; 11Os124/17w (11Os147/17b); 13Os12/18s; 12Os38/18g; 12Os124/18d; 14Os145/18g (14Os146/18d); 15Os1/18i; 14Os142/18s (14Os33/19p); 11Os142/19w; 14Os122/19a (14Os123/19y); 12Os111/20w; 15Os22/21f; 15Os24/21z

Entscheidungsdatum

13.02.2008

Norm

StPO §363a
GRBG §1 Abs2

Rechtssatz

Nach § 1 Abs 2 GRBG unzulässige Grundrechtsbeschwerden können nicht als Erneuerungsantrag nach § 363a StPO verstanden werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Ns 92/07v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Ns 92/07v
  • 15 Os 149/07m
    Entscheidungstext OGH 10.03.2008 15 Os 149/07m
  • 14 Os 56/08d
    Entscheidungstext OGH 13.05.2008 14 Os 56/08d
    Auch; Beisatz: Ein Umdeuten einer (unzulässigen) Grundrechtsbeschwerde in einen Antrag nach § 363a StPO scheidet aus, weil letzterer einen bloß subsidiären Rechtsbehelf darstellt, in Betreff des Grundrechts auf Freiheit aber die Bestimmungen des den Rechtszug an den Obersten Gerichtshof ausdrücklich regelnden Grundrechtsbeschwerdegesetzes zur Anwendung gelangen. (T1)
  • 12 Os 71/08w
    Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 71/08w
    Auch
  • 14 Os 60/08t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 14 Os 60/08t
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Nach § 1 Abs 1 GRBG steht wegen Verletzung des Grundrechts auf persönliche Freiheit durch eine strafgerichtliche Entscheidung oder Verfügung dem Betroffenen nach Erschöpfung des Instanzenzugs die Grundrechtsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof zu. Dies gilt nach der ausdrücklichen Regelung des § 1 Abs 2 GRBG nicht für die Verhängung und den Vollzug von Freiheitsstrafen und vorbeugenden Maßnahmen wegen gerichtlich strafbarer Handlungen, weshalb in diesen Fällen eine Grundrechtsbeschwerde nach § 1 Abs 2 GRBG ebenso ausgeschlossen ist wie der - subsidiäre - Erneuerungsantrag. (T2)
  • 14 Os 21/09h
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 14 Os 21/09h
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Damit ist Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof in Betreff der Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug gesetzlich nicht vorgesehen. Dies gilt auch für die (im § 1 Abs 2 GRBG - solcherart lückenhaft - nicht ausdrücklich erwähnte) Untersuchungshaft (vgl die §§ 182 ff des vierten Abschnitts des neunten Hauptstücks der StPO; Fahndung, Festnahme und die Zulässigkeit der Untersuchungshaft finden sich in den Abschnitten eins bis drei des neunten Hauptstücks der StPO), weil eine insoweit differenzierte Rechtsschutzbetrachtung (zwischen dem Vollzug von Untersuchungshaft und Strafhaft) keine sachliche Rechtfertigung hätte. (T3)
  • 11 Os 148/09p
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 11 Os 148/09p
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 144/09i
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 13 Os 144/09i
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 121/10y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2010 15 Os 121/10y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 15 Os 165/10v
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 15 Os 165/10v
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 14/11k
    Entscheidungstext OGH 14.04.2011 11 Os 14/11k
    Vgl auch
  • 11 Os 86/11y
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 86/11y
    Auch; Beis wie T2
  • 11 Os 87/11w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 11 Os 87/11w
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Nach Art 5 Abs 1 lit a MRK reicht die bloß formale Rechtfertigung der Freiheitsentziehung durch eine Verurteilung aus. (T4)
  • 13 Os 78/11m
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 13 Os 78/11m
    Auch
  • 11 Os 104/11w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 11 Os 104/11w
    Auch; Beisatz: Für den Vollzug von Freiheitsstrafen und vorbeugenden Maßnahmen wegen gerichtlich strafbarer Handlungen schließt § 1 Abs 2 GRBG die Grundrechtsbeschwerde und damit auch den dazu subsidiären Erneuerungsantrag ausdrücklich aus. (T5)
  • 15 Ns 59/11m
    Entscheidungstext OGH 16.11.2011 15 Ns 59/11m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 14 Os 153/11y
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 14 Os 153/11y
  • 15 Os 4/12w
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 4/12w
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 2/12v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 2/12v
    Auch; Beis wie T5
  • 12 Os 20/12a
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 12 Os 20/12a
    Vgl; Beisatz: Die Bemessung von Strafen ist nicht Gegenstand von Grundrechtsbeschwerde oder Erneuerungsantrag. (T6)
  • 15 Os 78/12b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2012 15 Os 78/12b
    Auch
  • 12 Os 34/12k
    Entscheidungstext OGH 26.06.2012 12 Os 34/12k
    Vgl auch; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T5
  • 13 Ns 38/12k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2012 13 Ns 38/12k
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Demgemäß sind Entscheidungen über die bedingte Entlassung aus Freiheitsstrafen oder mit Freiheitsentziehung verbundenen vorbeugenden Maßnahmen nicht Gegenstand des Antrags nach § 363a Abs 1 StPO. (T7)
  • 11 Os 76/12d
    Entscheidungstext OGH 21.08.2012 11 Os 76/12d
    Vgl; Beis wie T2
  • 14 Os 77/13z
    Entscheidungstext OGH 09.07.2013 14 Os 77/13z
    Auch
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T1
  • 14 Os 103/14z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 103/14z
    Auch
  • 15 Os 33/15i
    Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 33/15i
    Beis wie T1
  • 14 Os 28/15x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 28/15x
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 59/15y
    Entscheidungstext OGH 17.06.2015 13 Os 59/15y
    Vgl; Beis wie T3
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 15 Os 47/15y
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 15 Os 47/15y
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 12 Os 98/15a
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 12 Os 98/15a
    Auch; Beis wie T3
  • 14 Os 100/15k
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 100/15k
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 12 Os 140/15b
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 12 Os 140/15b
    Vgl auch
  • 11 Os 133/16t
    Entscheidungstext OGH 13.12.2016 11 Os 133/16t
    Beis wie T5
  • 14 Os 116/16i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 14 Os 116/16i
    Beis wie T5
  • 12 Os 111/16i
    Entscheidungstext OGH 02.03.2017 12 Os 111/16i
    Auch; Beis wie T6
  • 11 Os 124/17w
    Entscheidungstext OGH 12.12.2017 11 Os 124/17w
    Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Dies betrifft nur den von der Rechtsprechung entwickelten erweiterten Anwendungsbereich des Erneuerungsantrags. (T8)
  • 13 Os 12/18s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 12/18s
    Auch
  • 12 Os 38/18g
    Entscheidungstext OGH 05.07.2018 12 Os 38/18g
    Auch
  • 12 Os 124/18d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2018 12 Os 124/18d
  • 14 Os 145/18g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 14 Os 145/18g
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 1/19i
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 15 Os 1/19i
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 14 Os 142/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 142/18s
    Auch
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 122/19a
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 122/19a
    Vgl; Beisatz: Dass eine Grundrechtsbeschwerde und ein ‑ zu dieser subsidiärer ‑ Erneuerungsantrag nach § 363a StPO ohne vorangegangenes Urteil des EGMR (RS0122228) nicht zustehen, wenn sich ein behaupteter Verstoß gegen Art 5 MRK auf die Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug bezieht, schließt nicht aus, dass die Behauptung der Verletzung anderer Grundrechte (insb Art 3 und 8 MRK) während eines Freiheitsentzugs mittels Erneuerungsantrags geltend gemacht werden kann (in diesem Sinn bereits 14 Os 37/15w, der Sache nach auch 11 Os 148/09p; zu ursprünglich von der Strafvollzugsbehörde entschiedenen Strafvollzugssachen s aber 14 Ns 32/17t). (T9)
  • 12 Os 111/20w
    Entscheidungstext OGH 01.10.2020 12 Os 111/20w
    Vgl
  • 15 Os 22/21f
    Entscheidungstext OGH 02.03.2021 15 Os 22/21f
    Vgl; Beis wie T3
  • 15 Os 24/21z
    Entscheidungstext OGH 09.03.2021 15 Os 24/21z
    Vgl; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123350

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

07.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130NS00092_07V0000_001

Rechtssatz für 15Os165/10v 13Os143/10v...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0126401

Geschäftszahl

15Os165/10v; 13Os143/10v; 13Os145/10p; 14Os9/12y; 12Os59/13p; 13Os59/15y; 12Os98/15a; 12Os103/15m; 14Os41/17m; 12Os102/17t; 12Os106/17f; 12Os147/17k; 14Os27/18d (14Os28/18a); 12Os40/17z; 12Os20/19m; 12Os54/19m; 15Os54/20k; 15Os7/21z

Entscheidungsdatum

23.12.2010

Norm

GRBG §1 Abs2
StPO §173a

Rechtssatz

Beim elektronisch überwachten Hausarrest nach § 173a StPO handelt es sich um eine besondere Form des Vollzugs der Untersuchungshaft, somit nicht um eine Alternative zu jener. Demgemäß kann zwar eine Fortsetzung der Untersuchungshaft als Hausarrest mit Grundrechtsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof bekämpft werden, nicht jedoch die Ablehnung des Begehrens, die Untersuchungshaft in Form des Hausarrests fortzusetzen. Hinsichtlich der Bedingungen des Vollzugs von Freiheitsentzug ist nämlich ein Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof nicht vorgesehen.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 165/10v
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 15 Os 165/10v
  • 13 Os 143/10v
    Entscheidungstext OGH 11.01.2011 13 Os 143/10v
    Auch
  • 13 Os 145/10p
    Entscheidungstext OGH 10.01.2011 13 Os 145/10p
    Auch; Beisatz: So sieht auch § 266 Abs 1 letzter Satz StPO im Fall eines im Urteil ausgesprochenen Ausschlusses dieser Vollzugsform nur (Straf-)Berufung, keine Nichtigkeitsbeschwerde, mithin Ermessens-, keine Rechtskontrolle vor. (T1)
  • 14 Os 9/12y
    Entscheidungstext OGH 16.02.2012 14 Os 9/12y
    Auch
  • 12 Os 59/13p
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 12 Os 59/13p
    Auch
  • 13 Os 59/15y
    Entscheidungstext OGH 17.06.2015 13 Os 59/15y
  • 12 Os 98/15a
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 12 Os 98/15a
  • 12 Os 103/15m
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 12 Os 103/15m
  • 14 Os 41/17m
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 41/17m
    Vgl
  • 12 Os 102/17t
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 102/17t
  • 12 Os 106/17f
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 106/17f
    Auch
  • 12 Os 147/17k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2017 12 Os 147/17k
    Auch
  • 14 Os 27/18d
    Entscheidungstext OGH 06.03.2018 14 Os 27/18d
    Auch
  • 12 Os 40/17z
    Entscheidungstext OGH 26.04.2018 12 Os 40/17z
    Auch
  • 12 Os 20/19m
    Entscheidungstext OGH 13.02.2019 12 Os 20/19m
    Auch; Beisatz: Die Umstände des Freiheitsentzugs sind generell vom Schutzbereich des Art 5 EMRK nicht umfasst. (T2)
  • 12 Os 54/19m
    Entscheidungstext OGH 09.05.2019 12 Os 54/19m
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Elektronisch überwachter Hausarrest nach §§ 156b ff StVG. (T3)
  • 15 Os 54/20k
    Entscheidungstext OGH 22.05.2020 15 Os 54/20k
    Vgl
  • 15 Os 7/21z
    Entscheidungstext OGH 04.02.2021 15 Os 7/21z
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0126401

Im RIS seit

26.01.2011

Zuletzt aktualisiert am

15.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20101223_OGH0002_0150OS00165_10V0000_001

Entscheidungstext 15Os165/10v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Jus-Extra OGH-St 4518 = JBl 2011,472 (Hoinkes-Wilfingseder) = RZ 2011,144 EÜ121 - RZ 2011 EÜ121 = AnwBl 2012,7 = SSt 2010/79

Geschäftszahl

15Os165/10v

Entscheidungsdatum

23.12.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 23. Dezember 2010 durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Danek und Mag. Lendl als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Fries als Schriftführer in der Strafsache gegen Dr. Wolfgang A***** wegen des Verbrechens des gewerbsmäßigen schweren Betrugs nach §§ 146, 147 Abs 3, 148 zweiter Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen, AZ 18 Hv 163/10v des Landesgerichts Klagenfurt, über die Grundrechtsbeschwerde des genannten Angeklagten gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Graz vom 3. November 2010, AZ 11 Bs 394/10i (ON 2004), nach Anhörung der Generalprokurator in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Dr. Wolfgang A***** wurde im Grundrecht auf persönliche Freiheit nicht verletzt.

Die Grundrechtsbeschwerde wird abgewiesen.

Text

Gründe:

Gegen Dr. Wolfgang A*****, den betreffend mittlerweile eine rechtswirksame Anklageschrift (ON 1777) vorliegt, war bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt zu AZ 13 St 173/08x ein Ermittlungsverfahren wegen §§ 146 ff, 153 Abs 1 und 2 zweiter Fall StGB und anderer strafbarer Handlungen anhängig. Mit (unbekämpft gebliebenem) Beschluss des Landesgerichts Klagenfurt vom 25. April 2010, AZ 8 HR 271/08d (ON 1038), wurde über den Genannten die Untersuchungshaft aus den Haftgründen der Flucht- und Tatbegehungsgefahr nach § 173 Abs 2 Z 1 und 3 lit a StPO verhängt.

Nach Durchführung einer Haftverhandlung wurde die Untersuchungshaft am 10. Mai 2010 fortgesetzt (ON 1263). Nach einem weiteren Fortsetzungsbeschluss vom 21. Juli 2010 (ON 1596) wurde schließlich in der Haftverhandlung vom 20. September 2010 die Untersuchungshaft wegen Flucht- und Tatbegehungsgefahr neuerlich fortgesetzt und der Antrag des Beschuldigten auf Gewährung von Hausarrest (§ 173a StPO) abgewiesen (ON 1776b). Dabei ging der Erstrichter von einem unveränderten dringenden Tatverdacht und ausschließlicher Zweckerreichung iSd § 182 Abs 1 StPO durch weitere Inhaftierung des Beschuldigten in der Justizanstalt aus.

Der dagegen erhobenen Beschwerde des Beschuldigten, mit der er in erster Linie die Fortführung der Untersuchungshaft als Hausarrest anstrebte und in eventu die Aufhebung der Untersuchungshaft beantragte, gab das Oberlandesgericht Graz mit dem angefochtenen Beschluss nicht Folge und ordnete die - nicht mehr begrenzte - Fortsetzung der Untersuchungshaft (in der Justizanstalt) aus den zuletzt genannten Haftgründen an.

Bei seiner Entscheidung ging das Beschwerdegericht davon aus, der Angeklagte sei dringend verdächtig, in K***** und anderen inländischen Orten

A./ mit dem Vorsatz, durch das Verhalten der Getäuschten sich und Dritte unrechtmäßig zu bereichern, und in der Absicht, sich durch die Begehung (auch) schwerer Betrügereien eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen, Anleger (selbst oder über entsprechend instruierte Berater) durch Täuschung über Tatsachen, nämlich die Vorgabe, Käufe von Kapitalsanteils- und Genussscheinen würden eine sichere, werthaltige und leicht (rück-)verkäufliche Kapitalanlage bedeuten, zum Erwerb jener Scheine, sohin zu Handlungen verleitet zu haben, die sie in einem 50.000 Euro vielfach übersteigenden Gesamtbetrag am Vermögen geschädigt hätten, und zwar

I./ vom 18. Juni 1999 bis 16. Juni 2001 als Vorstandsvorsitzender der A***** AG die im Anhang I. der Anklageschrift genannten Personen von Scheinen dieses Unternehmens der Serie 1999 im Gesamtbetrag von über 12 Millionen Euro,

II./ vom 27. Juni 2001 bis Ende 2008 als Vorstandsvorsitzender der A*****-Beteiligungs AG bzw A*****Gruppe AG die im Anhang II. der Anklageschrift genannten Personen von Scheinen dieses Unternehmens der Serie 2001 im Gesamtbetrag von über 240 Millionen Euro;

B./ am 11. März 2008 als Vorsitzender, mithin leitender Angestellter (§ 74 Abs 3 StGB) der A*****Gruppe AG einen Bestandteil deren Vermögens wirklich verringert und dadurch die Befriedigung ihrer Gläubiger oder wenigstens eines von ihnen unter Herbeiführung eines 50.000 Euro übersteigenden Schadens vereitelt oder geschmälert zu haben, indem er für die Gewährung eines (weiteren) Darlehens in Höhe von 2 Millionen Euro an die A***** GmbH ohne Sicherheiten, adäquate Verzinsung und Rückzahlungsvereinbarungen sorgte.

Dieser Sachverhalt wäre den Verbrechen des gewerbsmäßigen schweren Betrugs nach §§ 146, 147 Abs 3, 148 zweiter Fall StGB (A./) und der betrügerischen Krida nach § 156 Abs 1 und 2 iVm § 161 Abs 1 StGB (B./) zu unterstellen.

Rechtliche Beurteilung

Die dagegen gerichtete Grundrechtsbeschwerde, die eine unrichtige Beurteilung der Haftgründe moniert, deren Substituierbarkeit durch gelindere Mittel sowie das Vorliegen der Voraussetzungen für die Gewährung des Hausarrests behauptet und ferner eine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend macht, ist nicht berechtigt.

Im Grundrechtsbeschwerdeverfahren kann die rechtliche Annahme einer der in § 173 Abs 2 StPO genannten Gefahren nur dahin überprüft werden, ob sie aus den in der angefochtenen Entscheidung angeführten bestimmten Tatsachen (vgl § 174 Abs 3 Z 4 StPO) abgeleitet werden durfte, ohne dass die darin liegende Ermessensentscheidung als unvertretbar („willkürlich“) angesehen werden müsste (RIS-Justiz RS0117806). Denn § 173 Abs 2 StPO verlangt nur, dass die herangezogenen Haftgründe auf bestimmten Tatsachen beruhen, kennt als Vergleichsbasis des Willkürverbots mithin nur die in Anschlag gebrachten bestimmten Tatsachen, weshalb auch ein bei dieser Prognose erfolgtes Unterbleiben der Erwägung einzelner aus Sicht eines Beschwerdeführers allenfalls erörterungsbedürftiger Umstände nicht als Grundrechtsverletzung vorgeworfen werden kann (RIS-Justiz RS0117806 [T1]).

Die vom Oberlandesgericht Graz ins Treffen geführten Tatsachen, wonach es dem Angeklagten gelang, über Jahre hindurch ein betrügerisches Konzept mit einer Schädigung anderer im Ausmaß von über 250 Millionen Euro aufzubauen und seine Manipulationen durch ein ausgeklügeltes Unternehmenskonstrukt zu verschleiern, lassen im Zusammenhalt mit den vom Beschwerdegericht angenommenen Charaktereigenschaften des Angeklagten (autoritärer, einflussreicher und charismatischer Unternehmensleiter), der einen überaus starken Hang zur Selbstbereicherung aufweist (BS 21), einen willkürfreien Schluss darauf zu, dass ihm nach wie vor - über noch nicht bekannte Konstrukte zugeflossene - ausreichende finanzielle Mittel und Möglichkeiten zur Verwirklichung weiterer Betrugskonzepte offenstehen, die der Angeklagte - auf freien Fuß gesetzt - auch umsetzen würde (BS 20 ff).

Der Beschwerde zuwider hat das Oberlandesgericht die Angaben des Angeklagten, dass er sein gesamtes vorheriges Privatvermögen sowie weitere etwa 66 Millionen Euro in das von ihm errichtete Firmenkonstrukt eingebracht habe, nicht unberücksichtigt gelassen und auch eingeräumt, dass ihm eine Fortsetzung der Malversationen in der bisherigen Form infolge Insolvenz der A*****-Aktiengesellschaften nicht mehr möglich ist, diesen Umständen jedoch mit logisch und empirisch einwandfreier Begründung keine die Tatbegehungsgefahr ausschließende Bedeutung beigemessen (BS 21 f).

Mit dem Versuch, den Schlussfolgerungen des Oberlandesgerichts mit eigenständigen beweiswürdigenden Überlegungen entgegenzutreten, und mit der Behauptung aktueller Vermögenslosigkeit vermag der Angeklagte eine Willkür in der Annahme des Haftgrunds der Tatbegehungsgefahr nicht darzulegen.

Auch die Fluchtgefahr wurde mit dem Hinweis auf eine aus Sicht des Beschwerdegerichts zu erwartende mehrjährige unbedingte Freiheitsstrafe, seine aus Funktionen (etwa im Aufsichtsrat) in mehreren ausländischen Handelsgesellschaften resultierenden Auslandskontakte und die sich daraus ergebende Möglichkeit, auch im Ausland wirtschaftlich wieder Fuß fassen zu können, hinreichend und tragfähig begründet (BS 16 ff).

Dem setzt der Beschwerdeführer durch bloßes Bestreiten von Auslandskontakten und durch die Behauptung, keine finanziellen Mittel zur Finanzierung der Flucht zur Verfügung zu haben, keine substantiellen Argumente entgegen und zeigt solcherart keine Willkür der bekämpften Prognoseentscheidung auf.

Die Beschwerdekritik übergeht dabei auch die begründete Annahme des Oberlandesgerichts, dass dem sparsam lebenden Angeklagten, der aus einer vermögenden Familie stammt, allein aus den A*****Unternehmen monatlich ein Fixum von rund 29.000 Euro netto zuzüglich Naturalleistungen bezog, zahlreiche Aufsichtsratsposten in anderen Gesellschaften innehatte und in Liechtenstein Stiftungen „beherrschte“, aus diesen Gründen - wenn auch nur mittelbar - Zugriff auf erspartes, allenfalls von jemand anderem verwaltetes weiteres Vermögen haben müsse, das ihm eine neue Existenz außerhalb der Zugriffsmöglichkeiten der österreichischen Justiz sichern könnte (BS 18 ff).

Weshalb die Schulpflicht seines Sohnes der Annahme der Fluchtgefahr entgegenstehen soll, vermag die Beschwerde nicht nachvollziehbar darzutun.

Auch die Einschränkung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers hat das Oberlandesgericht in seinen Erwägungen berücksichtigt, ist dabei jedoch - keineswegs unvertretbar - zu dem Schluss gelangt, dass eine die Flucht ausschließende Erkrankung jedenfalls nicht vorliegt (BS 20).

Entgegen der Beschwerdekritik hat sich das Oberlandesgericht auch mit der Möglichkeit der Substituierbarkeit der Untersuchungshaft durch die vom Angeklagten angebotenen gelinderen Mittel eingehend auseinandergesetzt, diese aber im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens verneint (BS 23 f). Insbesondere die qualifizierte Verdachtslage in Richtung lang dauernder Vermögensdelinquenz mit einem Vermögensschaden von etwa 250 Millionen Euro sowie das Vorliegen zweier Haftgründe lässt die Annahme des Beschwerdegerichts, von mangelnder Substituierbarkeit der Haft durch gelindere Mittel auszugehen, nicht willkürlich erscheinen.

Soweit sich die Grundrechtsbeschwerde gegen die Verweigerung des Hausarrests wendet, erweist sie sich als unzulässig.

Beim elektronisch überwachten Hausarrest nach § 173a StPO handelt es sich nach dem Willen des österreichischen Gesetzgebers, was sich bereits aus dem klaren Wortlaut des § 173a Abs 1 StPO ergibt, - ungeachtet der Einordnung der Bestimmung im Rahmen des die Untersuchungshaft allgemein regelnden 3. und nicht des deren Vollzug regelnden 4. Abschnitts des 9. Hauptstücks der StPO - um eine besondere Form des Vollzugs der Untersuchungshaft (vgl EBRV 772 BlgNR 24. GP 9), für welche ebenso wie für den Vollzug in der Justizanstalt alle Haftvoraussetzungen des § 173 StPO gegeben sein müssen. Somit stellt der Hausarrest - anders als die in § 173 Abs 5 StPO aufgezählten gelinderen Mittel, so auch zB die richterliche Weisung, an einem bestimmten Ort zu wohnen (§ 173 Abs 5 Z 4 StPO) - gerade nicht eine Alternative zur Untersuchungshaft dar.

Demgemäß kann zwar eine - wie der Haftvollzug in einer Justizanstalt einen Eingriff in das Grundrecht auf persönliche Freiheit darstellende - Fortsetzung der Untersuchungshaft als Hausarrest mit Grundrechtsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof bekämpft werden, nicht jedoch - wie vorliegend - die Ablehnung des Begehrens, die Untersuchungshaft in Form des Hausarrests fortzusetzen.

Hinsichtlich der Bedingungen (des Vollzugs) von Freiheitsentzug ist nämlich ein Grundrechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof nach § 1 Abs 2 GRBG gesetzlich nicht vorgesehen. Dies gilt auch für die (in der zitierten Bestimmung - solcherart lückenhaft - nicht ausdrücklich erwähnte) Untersuchungshaft, weil eine insoweit differenzierte Rechtsschutzbetrachtung (zwischen dem Vollzug von Untersuchungshaft und Strafhaft) keine sachliche Rechtfertigung hätte (RIS-Justiz RS0123350 [T3]).

Weil das GRBG die Befugnis zur Anfechtung wegen Verletzung des Grundrechts auf Freiheit abschließend regelt, kann die Grundrechtsbeschwerde insoweit auch nicht als - zu ihr subsidiärer - Erneuerungsantrag nach § 363a StPO verstanden werden (vgl RIS-Justiz RS0123350), wobei der Schutzbereich des Art 5 MRK die Bedingungen der Haft ohnedies nicht umfassen würde (Grabenwarter, EMRK4 § 21 Rz 2; IntKomm EMRK Renzikowski Art 5 Rz 66 ff). Im Übrigen stellt der Hausarrest (anstelle der Untersuchungshaft in einer Haftanstalt) auch aus der Sicht des Art 5 MRK eine Freiheitsentziehung dar, weil die Intensität der Beeinträchtigung maßgeblich ist, nicht jedoch der Komfort oder die Einrichtung (IntKomm EMRK Renzikowski Art 5 Rz 47 mwN).

Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots erblickt der Beschwerdeführer darin, dass zwischen dem Einlangen seines Enthaftungsantrags beim Landesgericht Klagenfurt (ON 1700; inhaltlich in erster Linie ein Antrag auf Fortsetzung der Untersuchungshaft als Hausarrest) am 1. September 2010 und der Durchführung der Haftverhandlung am 20. September 2010 19 Tage lagen. Zwar löst der Enthaftungsantrag die Verpflichtung aus, ohne Verzug darüber zu entscheiden (RIS-Justiz RS0120790 [T21]). Im Hinblick darauf, dass infolge des im Rahmen des Enthaftungsantrags gestellten Antrags auf Fortsetzung der Untersuchungshaft als Hausarrest gemäß § 173a Abs 2 StPO zunächst vorläufige Bewährungshilfe nach § 179 StPO anzuordnen, die Bewährungshilfe mit Umfelderhebungen zu den Möglichkeiten des Hausarrests und entsprechender Berichterstattung zu beauftragen sowie mit der Justizanstalt Klagenfurt die technischen Voraussetzungen für die Überwachung eines Hausarrests zu klären waren und die entsprechenden Maßnahmen vom Einzelrichter ohne Verzögerung in die Wege geleitet worden sind (Informationsersuchen an die Justizanstalt Klagenfurt [ON 1705], Anordnung der Bewährungshilfe und Auftrag zur Durchführung der Umfelderhebungen [ON 1726]), kann in dem Umstand, dass die Haftverhandlung in der Folge erst nach Vorliegen aller erforderlichen Informationen, zudem nach Einlangen des Erhebungsberichts der Bewährungshelferin (ON 1776) ehestmöglich am nächsten Arbeitstag durchgeführt wurde (ON 1776a), nach Lage des Falls eine ins Gewicht fallende Säumnis des Erstgerichts nicht erblickt werden.

Auch die Vorlage der Beschwerde (ON 1782) gegen den Beschluss des Landesgerichts für Strafsachen Graz vom 20. September 2010 (ON 1776b) erfolgte, insbesondere unter Berücksichtigung des außergewöhnlich großen Aktenumfangs und der für den Postlauf erforderlichen Zeit, - der Kritik des Angeklagten zuwider - bei realitätsbezogener Betrachtung ohne relevante Verzögerung. Die Beschwerde wurde im elektronischen Weg am 23. September 2010 beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht und am Morgen des darauffolgenden Tages ausgedruckt. Drei Arbeitstage später, nämlich am Mittwoch, dem 29. September 2010, wurde die Vorlage des außergewöhnlich umfangreichen Akts an das Oberlandesgericht Graz angeordnet (ON 1794), wo er wiederum drei Arbeitstage später, nämlich am Montag, dem 4. Oktober 2010, einlangte und noch am selben Tag dem Berichterstatter vorgelegt wurde.

Der Angeklagte wurde daher - in Einklang mit der Stellungnahme der Generalprokuratur, jedoch entgegen der dazu erstatteten Äußerung des Verteidigers gemäß § 24 StPO - in seinem Grundrecht auf persönliche Freiheit nicht verletzt, weshalb die Grundrechtsbeschwerde ohne Kostenausspruch (§ 8 GRBG) abzuweisen war.

Schlagworte

22 Grundrechtsbeschwerden,Strafrecht

Textnummer

E96025

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:0150OS00165.10V.1223.000

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2013

Dokumentnummer

JJT_20101223_OGH0002_0150OS00165_10V0000_000