Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 10ObS194/90 10ObS63/91...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084059

Geschäftszahl

10ObS194/90; 10ObS63/91; 10ObS226/92; 10ObS252/97z; 10ObS73/98b; 10ObS78/99i; 10ObS112/00v; 10ObS64/01m; 10ObS167/02k; 10ObS236/03h; 10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

18.12.1990

Norm

ASVG §153 Abs1
ASVG §153 Abs2

Rechtssatz

§ 153 Abs2 ASVG ist dahingehend auszulegen, dass es sich beim unentbehrlichen Zahnersatz um eine Pflichtleistung, also um eine Leistung handelt, auf die ein Rechtsanspruch besteht.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 194/90
    Entscheidungstext OGH 18.12.1990 10 ObS 194/90
    Veröff: SZ 63/222 = ZAS 1992,97 (Binder) = SSV-NF 4/163
  • 10 ObS 63/91
    Entscheidungstext OGH 30.04.1991 10 ObS 63/91
    Beisatz: Diese Leistung kann allerdings unter Kostenbeteiligung des Versicherten gewährt werden. (T1)
  • 10 ObS 226/92
    Entscheidungstext OGH 13.10.1992 10 ObS 226/92
    Beis wie T1; Veröff: JBl 1993,467 = DRdA 1993,294 (Binder) = SSV-NF 6/114
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Beisatz: Ebenso Zahnbehandlung. (T2)
  • 10 ObS 73/98b
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 10 ObS 73/98b
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: § 153 Abs 1 ASVG. (T3)
  • 10 ObS 78/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 78/99i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: B-KUVG. (T4)
  • 10 ObS 112/00v
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 10 ObS 112/00v
    Ähnlich; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 64/01m
    Entscheidungstext OGH 14.01.2003 10 ObS 64/01m
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Auch eine als untrennbarer Bestandteil einer umfassenden Therapie zur Wiederherstellung der Gesundheit eines Versicherten erbrachte Zahnbehandlung ist eine Zahnbehandlung, die nach Maßgabe der diesbezüglichen Bestimmungen der Satzung zu gewähren ist. (T5)
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; Beisatz: Deren konkrete Ausgestaltung den Sozialversicherugnsträgenr überlassen ist, die sie in ihren Satzungen festzulegen haben. (T6)
  • 10 ObS 236/03h
    Entscheidungstext OGH 21.06.2004 10 ObS 236/03h
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Es besteht kein Anspruch auf vollen Kostenersatz bei einer Pflichtleistung nach § 153 ASVG. (T7)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0084059

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19901218_OGH0002_010OBS00194_9000000_001

Rechtssatz für 10ObS61/91 10ObS85/92 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0053309

Geschäftszahl

10ObS61/91; 10ObS85/92; 10ObS172/93; 10ObS159/01g; 10ObS199/01i; 10ObS120/05b; 10ObS157/09z; 10ObS70/14p

Entscheidungsdatum

12.03.1991

Norm

BSVG §124 Abs1
B-VG Art7

Rechtssatz

Gegen die Bestimmung des § 124 Abs 1 BSVG bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Die unterschiedliche Regelung des Versicherungsfalles der geminderten Arbeitsfähigkeit ist zum Großteil historisch gewachsen und die Differenzierung erfolgt dabei nach objektiven Unterscheidungsmerkmalen, nämlich nach Berufsgruppen sodass an gleiche Tatbestände jeweils gleiche Rechtsfolgen geknüpft werden.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 61/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 10 ObS 61/91
    Veröff: SSV-NF 5/26
  • 10 ObS 85/92
    Entscheidungstext OGH 28.04.1992 10 ObS 85/92
    Beisatz: Hier: § 133 GSVG. (T1)
  • 10 ObS 172/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 10 ObS 172/93
    nur: Gegen die Bestimmung des § 124 Abs 1 BSVG bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken. (T2)
  • 10 ObS 159/01g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 10 ObS 159/01g
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Bei den Versicherungen nach dem ASVG, dem GSVG und den anderen Sozialversicherungsgesetzen handelt es sich jeweils um geschlossene Systeme, die Regelungen für die in den einzelnen Gesetzen eingezogenen Risikogemeinschaften treffen; auch die Finanzierung des Aufwandes ist unterschiedlich. Ein Vergleich der Lage der nach dem GSVG Versicherten mit den nach dem ASVG Versicherten in Bezug auf einzelne Rechtsfolgen ist nur unter besonderen Umständen zulässig. (T3)
  • 10 ObS 199/01i
    Entscheidungstext OGH 30.07.2001 10 ObS 199/01i
    Auch; Beisatz: Unterschiede in den Systemen finden sich nicht nur im Leistungsrecht, sondern es bestehen auch differente Regelungen über die Aufbringung der Mittel für die Pensionsversicherung. Auch dies rechtfertigt eine unterschiedliche Normierung der Anspruchsvoraussetzungen für Pensionsleistungen wegen geminderter Arbeitsfähigkeit in den verschiedenen Pensionsversicherungssystemen. (T4)
  • 10 ObS 120/05b
    Entscheidungstext OGH 24.01.2006 10 ObS 120/05b
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Gesetzesprüfungsantrag an den VfGH betreffend § 148i Abs 1 Satz 1 und Satz 2 BSVG idF BGBl I 1998/140 und § 148j Abs 2 BSVG idF BGBl I 1998/140. (T5)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Vgl; Beisatz: Hier: § 153 ASVG. (T6)
  • 10 ObS 70/14p
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 ObS 70/14p
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0053309

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.09.2014

Dokumentnummer

JJR_19910312_OGH0002_010OBS00061_9100000_002

Rechtssatz für 10ObS22/92 10ObS292/91 (...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084811

Geschäftszahl

10ObS22/92; 10ObS292/91 (10ObS293/91 -10ObS296/91); 10ObS136/92; 10ObS112/94; 10ObS113/94; 10ObS62/94; 4Ob150/97f; 10ObS100/98y; 10ObS84/98w; 10ObS51/99v; 10ObS382/98v; 10ObS57/03k; 10ObS53/04y; 10ObS78/09g; 10ObS157/09z; 10ObS132/14f

Entscheidungsdatum

07.04.1992

Norm

ASVG §131 Abs1
ASVG §135 Abs1
ASVG §135 Abs2

Rechtssatz

Es besteht für den Versicherten keine Verpflichtung, in erster Linie vom System der Vertragsärzte (Vertragseinrichtungen) Gebrauch zu machen.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 22/92
    Entscheidungstext OGH 07.04.1992 10 ObS 22/92
    Veröff: DRdA 1993,27 (Binder) = ZAS 1993/12 S 146 (Schrammel/Radner) = SSV-NF 6/41
  • 10 ObS 292/91
    Entscheidungstext OGH 26.05.1992 10 ObS 292/91
  • 10 ObS 136/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 10 ObS 136/92
    Beisatz: Es entspricht aber einem allgemeinen Grundsatz des sozialen Krankenversicherungsrechtes, dass dem Versicherten (Anspruchsberechtigten), der nicht die Vertragspartner oder die eigenen Einrichtungen (Vertragseinrichtungen) des Versicherungsträgers zur Erbringung der Sachleistungen der Krankenbehandlung in Anspruch nimmt, der Ersatz der Kosten einer anderweitigen Krankenbehandlung in der Höhe des Betrages gebührt, der bei Inanspruchnahme der entsprechenden Vertragspartner des Versicherungsträgers von diesem aufzuwenden gewesen wäre (SSV-NF 5/21). (T1) Veröff: SZ 65/159
  • 10 ObS 112/94
    Entscheidungstext OGH 26.04.1994 10 ObS 112/94
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 67/76
  • 10 ObS 113/94
    Entscheidungstext OGH 26.04.1994 10 ObS 113/94
    Auch; Beis wie T1; Veröff: ZAS 1993/18 S 2093 (Tomandl)
  • 10 ObS 62/94
    Entscheidungstext OGH 13.12.1996 10 ObS 62/94
    Vgl; Beisatz: Ein Versicherter, dem die Erbringung der Sachleistung (etwa durch einen Vertragsarzt) verweigert wird, kann sich die Krankenbehandlung anderweitig, also etwa durch einen Wahlarzt beschaffen und dann Kostenerstattung beanspruchen. (T2) Veröff: SZ 69/277
  • 4 Ob 150/97f
    Entscheidungstext OGH 27.05.1997 4 Ob 150/97f
    Vgl auch
  • 10 ObS 100/98y
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 100/98y
    Auch
  • 10 ObS 84/98w
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 84/98w
    Auch
  • 10 ObS 51/99v
    Entscheidungstext OGH 16.03.1999 10 ObS 51/99v
    Auch
  • 10 ObS 382/98v
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 382/98v
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: § 59 Abs 1 B-KUVG. Dem Patienten ist zwar grundsätzlich freie Arztwahl aber nicht auch freie Therapiewahl gesichert. (T3); Veröff: SZ 72/110
  • 10 ObS 57/03k
    Entscheidungstext OGH 17.06.2003 10 ObS 57/03k
    Auch; Beisatz: Diese Wahlfreiheit gilt auch für psychotherapeutische Behandlungen, weil der Gesetzgeber die psychotherapeutische Behandlung der ärztlichen Hilfe gleichgestellt hat. (T4)
  • 10 ObS 53/04y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2004 10 ObS 53/04y
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Seit dem Inkrafttreten des SRÄG 1996 hat der Patient nur mehr Anspruch auf Kostenerstattung in Höhe von 80 % der Kosten, die dem Krankenversicherungsträger bei der Konsultierung eines Vertragsarztes entstanden wären. (T5); Beisatz: Hier: Inanspruchnahme eines bestimmten spezialisierten (inländischen) Wahlarztes. (T6)
  • 10 ObS 78/09g
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 ObS 78/09g
    Vgl; Beisatz: Das Krankenversicherungsrecht geht von einer freien Wahl des Leistungserbringers, nicht aber von einer freien Methoden- oder Therapiewahl aus. Wenn ein ganz bestimmter Leistungserbringer (etwa ein solcher, der zu einer besonderen Leistung bereit ist) in Anspruch genommen wird, der in keinem Vertragsverhältnis zum Krankenversicherungsträger steht, kommt es daher nicht zu einem Anspruch auf Erstattung der vollen Kosten zu Marktpreisen. (T7); Beisatz: Hier: Inanspruchnahme einer „Nicht-Vertragshebamme" zur Betreuung einer Hausgeburt. (T8)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Vgl; Beisatz: Das Krankenversicherungsrecht geht (zwar) von einer freien Wahl des Leistungserbringers, nicht aber von einer freien Methoden- oder Therapiewahl aus. (T9); Beisatz: Hier: Ablehnung der vom Kläger - im Ergebnis - geforderten Mischverrechnung (also die Gewährung zumindest der Versicherungsleistung für einen [nicht in Anspruch genommenen] abnehmbaren Zahnersatz. (T10)
  • 10 ObS 132/14f
    Entscheidungstext OGH 30.07.2015 10 ObS 132/14f
    Auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Ersatz der Kosten einer Behandlung bei einem Wahlphysiotherapeuten. (T11)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0084811

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.08.2015

Dokumentnummer

JJR_19920407_OGH0002_010OBS00022_9200000_004

Rechtssatz für 10ObS174/93 10ObS200/93...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0083804

Geschäftszahl

10ObS174/93; 10ObS200/93; 10ObS252/97z; 1Ob91/99k; 10ObS78/99i; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS112/12m; 10ObS135/14x; 10ObS96/19v

Entscheidungsdatum

09.11.1993

Norm

ASVG §133 Abs2
ASVG §153 Abs1

Rechtssatz

Zweckmäßig ist der Zahnersatz, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. Der Erfolg muss dabei auf eine bestimmte Zeit gewährleistet sein, die den Bestimmungen der Satzung über die neuerliche Übernahme der Kosten entspricht. Der ortsübliche medizinisch-technische Standard eines bestimmten Landes und dessen Anforderungen an die Haltbarkeit von Zahnersatzstücken ist nicht entscheidend.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 174/93
    Entscheidungstext OGH 09.11.1993 10 ObS 174/93
    Veröff: EvBl 1994/102 S 509
  • 10 ObS 200/93
    Entscheidungstext OGH 08.02.1994 10 ObS 200/93
    Beisatz: Die Ersatzpflicht des Versicherungsträgers ist nicht auf österreichische Leistungen nach österreichischem Standard eingeschränkt. (T1)
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    nur: Zweckmäßig ist der Zahnersatz, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. (T2)
  • 1 Ob 91/99k
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 91/99k
    Auch; nur: Zweckmäßig, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen wiederherzustellen. (T3); Beisatz: Der technisch-medizinische ortsübliche Standard eines bestimmten Landes ist nicht entscheidend. (T4); Beisatz: Gerade Ärzte einer Universitätsklinik, der aufgrund der Verbindung von Lehre und Forschung einerseits und der dort geleisteten Betreuungstätigkeit Patienten gegenüber andererseits eine Sonderstellung zukommt, können sich nicht mit Erfolg darauf berufen, der medizinische Standard eines Nachbarlandes sei ihnen unbekannt und dürfe auch unbeachtet bleiben. (T5); Veröff: SZ 72/91
  • 10 ObS 78/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 78/99i
    Auch; nur T2; Beisatz: Dem entspricht eine Haltbarkeit von fünf Jahren. (T6)
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch
  • 10 ObS 135/14x
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 135/14x
    Auch; nur T3
  • 10 ObS 96/19v
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 10 ObS 96/19v
    Beisatz: Hier: Zweckmäßigkeit eines abnehmbaren Zahnersatzes; kein Kostenersatz für festsitzenden Zahnersatz. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0083804

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19931109_OGH0002_010OBS00174_9300000_001

Rechtssatz für 10ObS4/93 10ObS252/97z...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0053701

Geschäftszahl

10ObS4/93; 10ObS252/97z; 10ObS164/97h; 10ObS320/97z; 10ObS100/98y; 10ObS84/98w; 10ObS51/99v; 10ObS141/02m; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS50/11t; 10ObS112/12m; 10ObS25/17z; 10ObS103/19y

Entscheidungsdatum

25.10.1994

Norm

ASVG §453
ASVG §455
B-VG Art18
B-VG Art89
GSVG §227

Rechtssatz

Die Satzungen der Träger der Sozialversicherung sind generelle Akte der Selbstverwaltung, die verfassungsrechtlich als Verordnung zu qualifizieren sind. Als Rechtsverordnungen sind sie "gehörig kundzumachen", wobei die Veröffentlichung in der (nach § 31 Abs 3 Z 7 ASVG vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger herauszugebenden) Fachzeitschrift "Soziale Sicherheit" als "gehörige Kundmachung" dieser Rechtsvorschriften gilt.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 4/93
    Entscheidungstext OGH 25.10.1994 10 ObS 4/93
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Auch
  • 10 ObS 164/97h
    Entscheidungstext OGH 04.11.1997 10 ObS 164/97h
    Auch
  • 10 ObS 320/97z
    Entscheidungstext OGH 09.02.1998 10 ObS 320/97z
    Auch; Beisatz: Die Satzung der Tiroler Gebietskrankenkasse 1995 ist gehörig kundgemacht. (T1)
  • 10 ObS 100/98y
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 100/98y
    nur: Die Satzungen der Träger der Sozialversicherung sind als Verordnung zu qualifizieren. (T2)
    Beisatz: Satzung der Sozialversicherungsträger unterliegen dem Legalitätsprinzip. (T3)
  • 10 ObS 84/98w
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 84/98w
    nur T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 51/99v
    Entscheidungstext OGH 16.03.1999 10 ObS 51/99v
    Auch; nur T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 141/02m
    Entscheidungstext OGH 27.05.2003 10 ObS 141/02m
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Vgl auch; Beisatz: Die Satzungen der Krankenversicherungsträger sind Rechtsverordnungen. (T4)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch
  • 10 ObS 50/11t
    Entscheidungstext OGH 21.07.2011 10 ObS 50/11t
    Auch; Veröff: SZ 2011/97
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch
  • 10 ObS 25/17z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 ObS 25/17z
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 103/19y
    Entscheidungstext OGH 18.02.2020 10 ObS 103/19y

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0053701

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.04.2020

Dokumentnummer

JJR_19941025_OGH0002_010OBS00004_9300000_001

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS167/02...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108530

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS38/11b; 10ObS112/12m

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §133 Abs2
ASVG §153
Mustersatzung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger §32 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32 Abs3
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §35
Satzung der Wr Gebietskrankenkasse §32 Abs3
Satzung 2007 der Wr Gebietskrankenkasse §30

Rechtssatz

Es ist verfassungsrechtlich unbedenklich, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbarem und festsitzendem zu differenzieren und letzteren unter bestimmten Gesichtspunkten nur subsidiär für den Fall, dass ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, zu gewähren.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; Beisatz: Hier: Zur gleichlautenden Regelung im § 32 der Satzung 1999 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T1)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Beisatz: Hier: § 30 der Satzung 2007 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T2)
  • 10 ObS 38/11b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 ObS 38/11b
    Auch; Veröff: SZ 2011/59
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108530

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2013

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_003

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS157/09...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108532

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §133
ASVG §153 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §35
Satzung 2007 der Wr Gebietskrankenkasse §30

Rechtssatz

Anders als Zahnbehandlung muß Zahnersatz nach § 153 Abs 2 ASVG nicht als Sachleistung erbracht werden; die Satzung kann vielmehr auch anstelle der Sachleistung (bloße) Zuschüsse zu den Kosten des Zahnersatzes vorsehen. Die Satzung wird nicht gehindert, unter dem Gesichtspunkt des Kostenargumentes derartige Ersatzleistungen auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken, sodass der Versicherungsträger die Beschränkung auf - außer bei medizinischer Notwendigkeit - abnehmbaren Zahnersatz durchaus zulässigerweise vornehmen darf.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch; Beisatz: Hier: § 30 der Satzung 2007 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108532

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_005

Rechtssatz für 10ObS382/98v 10ObS150/99...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0112196

Geschäftszahl

10ObS382/98v; 10ObS150/99b; 10ObS27/01w; 10ObS78/09g; 10ObS157/09z; 10ObS38/11b; 9Ob32/12i

Entscheidungsdatum

29.06.1999

Norm

B-KUVG §59
ASVG §133 Abs2

Rechtssatz

Dem Patienten ist zwar grundsätzlich freie Arztwahl aber nicht auch freie Therapiewahl gesichert. In den Fällen, in denen sowohl wirksame allgemein anerkannte als auch wirksame Außenseitermethoden zur Verfügung stehen, dürfen letztere nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung angewendet werden (unter Ablehnung der "Mischverrechnung nach Binder in RdM 1997, 39 ff).

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 382/98v
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 382/98v
    Veröff: SZ 72/110
  • 10 ObS 150/99b
    Entscheidungstext OGH 31.08.1999 10 ObS 150/99b
    Vgl auch
  • 10 ObS 27/01w
    Entscheidungstext OGH 25.09.2001 10 ObS 27/01w
    Vgl auch
  • 10 ObS 78/09g
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 ObS 78/09g
    Vgl; Beisatz: Das Krankenversicherungsrecht geht von einer freien Wahl des Leistungserbringers, nicht aber von einer freien Methoden- oder Therapiewahl aus. Wenn ein ganz bestimmter Leistungserbringer (etwa ein solcher, der zu einer besonderen Leistung bereit ist) in Anspruch genommen wird, der in keinem Vertragsverhältnis zum Krankenversicherungsträger steht, kommt es daher nicht zu einem Anspruch auf Erstattung der vollen Kosten zu Marktpreisen. (T1); Beisatz: Hier: Inanspruchnahme einer „Nicht-Vertragshebamme" zur Betreuung einer Hausgeburt. (T2)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Vgl; Beisatz: Das Krankenversicherungsrecht geht (zwar) von einer freien Wahl des Leistungserbringers, nicht aber von einer freien Methoden- oder Therapiewahl aus. (T3);
    Beisatz: Hier: Ablehnung der vom Kläger - im Ergebnis - geforderten Mischverrechnung (also die Gewährung zumindest der Versicherungsleistung für einen [nicht in Anspruch genommenen] abnehmbaren Zahnersatz. (T4)
  • 10 ObS 38/11b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 ObS 38/11b
    Vgl auch; Veröff: SZ 2011/59
  • 9 Ob 32/12i
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 32/12i
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0112196

Im RIS seit

29.07.1999

Zuletzt aktualisiert am

05.07.2013

Dokumentnummer

JJR_19990629_OGH0002_010OBS00382_98V0000_001

Rechtssatz für 10ObS21/09z Bsw55480/00...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124747

Geschäftszahl

10ObS21/09z; Bsw55480/00; Bsw26111/02; Bsw65731/01; 10ObS165/09a; 10ObS157/09z; Bsw26740/02; Bsw57325/00; Bsw13378/05; Bsw15766/03; Bsw42184/05; Bsw26935/05 (Bsw13353/05); Bsw13444/04; Bsw46368/06; Bsw43134/05; Bsw22028/04; Bsw3545/04; Bsw49686/99; 15Os118/11h; 10ObS35/12p; Bsw16149/08; Bsw27996/06 (Bsw34836/06); Bsw42184/05; Bsw30141/04; Bsw18984/02; Bsw37060/06; Bsw30078/06; Bsw6268/08; Bsw2700/10; Bsw5335/05; Bsw37452/02; Bsw56328/07; Bsw31950/06; 9ObA146/12d; 10ObS6/14a; Bsw26266/05; Bsw30078/06; Bsw26828/06; 4Ob115/14m; 10ObS92/14y; Bsw57412/08; Bsw24626/09; Bsw9134/06; Bsw48420/10 (Bsw59842/10, Bsw51671/10, Bsw36516/10); Bsw16574/08; Bsw29617/07; Bsw19010/07; Bsw552/10; Bsw29381/09 (Bsw32684/09); Bsw19391/11; Bsw77/07; Bsw7552/09; Bsw38590/10; Bsw9929/12; Bsw61960/08; Bsw18766/11; Bsw78117/13; Bsw26275/12; 10ObS68/19a; Bsw68453/13; Bsw31039/11; Bsw38590/10; Bsw51362/09; Bsw60367/08; Bsw59752/13; Bsw67667/09

Entscheidungsdatum

12.05.2009

Norm

MRK Art14
AbkSozSi Österreich - Schweiz Art3

Rechtssatz

Art 14 EMRK verbietet nicht jegliche, sondern nur die diskriminierend unterschiedliche Behandlung. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Rechtssubjekte, die sich in ähnlicher Situation befinden, ohne objektive vernünftige Rechtfertigung ungleich behandelt werden - wenn also ein „legitimes Ziel" fehlt - und wenn das Mittel im Hinblick auf das angestrebte Ziel unverhältnismäßig ist.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 21/09z
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 ObS 21/09z
    Beisatz: Zweiter Rechtsgang zu 10 ObS 17/02a. (T1)
    Beisatz: Hier: Keine unzulässige Diskriminierung durch Art 3 AbkSozSi Österreich - Schweiz, also eine Vertragsbestimmung, mit der die beiden Vertragsstaaten in einem Übereinkommen über die Soziale Sicherheit als Vertragspartner (allein) das Rechtsverhältnis ihrer Staatsbürger untereinander regeln, ohne Rechte bzw Ansprüche von Drittstaatsangehörigen miteinzubeziehen. (T2)
  • Bsw 55480/00
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.07.2004 Bsw 55480/00
    Veröff: NL 2004,193
  • Bsw 26111/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.01.2006 Bsw 26111/02
    Veröff: NL 2006,12
  • Bsw 65731/01
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.04.2006 Bsw 65731/01
    Veröff: NL 2006,90
  • 10 ObS 165/09a
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 10 ObS 165/09a
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Beisatz: Hier: § 153 ASVG. (T3)
  • Bsw 26740/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 31.05.2007 Bsw 26740/02
    Vgl auch; Veröff: NL 2007,131
  • Bsw 57325/00
    Entscheidungstext AUSL EGMR 13.11.2007 Bsw 57325/00
    Beisatz: Wenn die unterschiedliche Behandlung auf Rasse, Hautfarbe oder ethnischer Herkunft beruht, muss der Begriff der objektiven und vernünftigen Rechtfertigung so restriktiv wie möglich ausgelegt werden. (D.H. u.a. gegen Tschechien) (T4)
    Veröff: NL 2007,299
  • Bsw 13378/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 29.04.2008 Bsw 13378/05
    Veröff: NL 2008,105
  • Bsw 15766/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.07.2008 Bsw 15766/03
    Vgl; Veröff: NL 2008,216
  • Bsw 42184/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.11.2008 Bsw 42184/05
    Veröff: NL 2008,321
  • Bsw 26935/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.03.2009 Bsw 26935/05
    Veröff: NL 2009,72
  • Bsw 13444/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 30.04.2009 Bsw 13444/04
    Beisatz: Damit eine Maßnahme notwendig und verhältnismäßig ist, darf es keine gelinderen Mittel zur Erreichung des angestrebten Ziels geben. (Glor gegen die Schweiz) (T5)
    Veröff: NL 2009,111
  • Bsw 46368/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.07.2009 Bsw 46368/06
    Beisatz: Nur sehr ernsthafte Erwägungen können eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen, die ausschließlich auf dem Kriterium der Nationalität beruht. (Zeibek gegen Griechenland) (T6)
    Veröff: NL 2009,209
  • Bsw 43134/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 01.12.2009 Bsw 43134/05
    Auch; Veröff: NL 2009,342
  • Bsw 22028/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 03.12.2009 Bsw 22028/04
    nur: Art 14 EMRK verbietet nicht jegliche, sondern nur die diskriminierend unterschiedliche Behandlung. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Rechtssubjekte, die sich in ähnlicher Situation befinden, ohne objektive vernünftige Rechtfertigung ungleich behandelt werden. (T7)
    Veröff: NL 2009,348
  • Bsw 3545/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 28.05.2009 Bsw 3545/04
    nur: Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Rechtssubjekte, die sich in ähnlicher Situation befinden, ohne objektive vernünftige Rechtfertigung ungleich behandelt werden - wenn also ein „legitimes Ziel“ fehlt - und wenn das Mittel im Hinblick auf das angestrebte Ziel unverhältnismäßig ist. (T8)
    Veröff: NL 2009,143
  • Bsw 49686/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.03.2009 Bsw 49686/99
    Veröff: NL 2009,86
  • 15 Os 118/11h
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 118/11h
    Auch; nur T7
  • 10 ObS 35/12p
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 10 ObS 35/12p
    Auch; Beisatz: Hier: Unterschiedliches Pensionsantrittsalter von Frauen und Männern. (T9)
  • Bsw 16149/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.01.2010 Bsw 16149/08
    nur T8; Veröff: NL 2010,4
  • Bsw 27996/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 22.12.2009 Bsw 27996/06
    nur T8; Beis wie T4; Veröff: NL 2010,10
  • Bsw 42184/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 16.03.2010 Bsw 42184/05
    Auch; Beis: Personen, die außerhalb ihres Heimatstaats in Ländern leben, die mit diesem kein auf Gegenseitigkeit beruhendes Abkommen zwecks Inflationsanpassung ihrer Pension geschlossen haben, befinden sich nicht in einer vergleichbaren Situation wie Einwohner des Heimatstaats oder von Ländern, die Partei des Abkommens sind. In Anbetracht dessen, dass das Pensionssystem in erster Linie auf die Bedürfnisse von im Heimatland lebenden Personen zugeschnitten ist, kann ein wirklicher Vergleich mit der Situation von Pensionsbeziehern, die sich anderswo aufhalten, wegen der ökonomischen und sozialen Variablen, die von Land zu Land unterschiedlich sind, schwerlich gezogen werden. (Carson u.a. gg. das Vereinigte Königreich [GK]) (T10)
    Veröff: NL 2010,93
  • Bsw 30141/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.06.2010 Bsw 30141/04
    nur T7; Beisatz: Eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der sexuellen Orientierung muss, genau wie jene aufgrund des Geschlechts, durch besonders schwerwiegende Gründe gerechtfertigt werden. (Schalk und Kopf gg. Österreich) (T11)
    Veröff: NL 2010,185
  • Bsw 18984/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 22.07.2010 Bsw 18984/02
    nur T7; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Ausschluss gleichgeschlechtlicher Lebenspartner von der Mitversicherung. (P. B. und J. S. gg. Österreich) (T12)
    Veröff: NL 2010,240
  • Bsw 37060/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 28.09.2010 Bsw 37060/06
    Vgl auch; Beis wie T11; Veröff: NL 2010,300
  • Bsw 30078/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.10.2010 Bsw 30078/06
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterschiedliche Behandlung von Soldaten im Vergleich zu Soldatinnen beim Recht auf Elternkarenz. (Konstantin Markin gg. Russland) (T13)
    Veröff: NL 2010,304
  • Bsw 6268/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.02.2011 Bsw 6268/08
    Auch; Veröff: NL 2011,39
  • Bsw 2700/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.03.2011 Bsw 2700/10
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterschiedliche Behandlung von HIV-infizierten Personen bei der Erteilung von Aufenthaltstiteln. (Kiyutin gg. Russland) (T14)
    Veröff: NL 2011,75
  • Bsw 5335/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 21.06.2011 Bsw 5335/05
    Vgl auch; Veröff: NL 2011,162
  • Bsw 37452/02
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.07.2011 Bsw 37452/02
    Beisatz: Hier: Unterschiedliche pensionsrechtliche Behandlung von arbeitenden Strafgefangenen im Vergleich zu sonstigen Arbeitnehmern. (Stummer gg. Österreich) (T15)
    Veröff: NL 2011,215
  • Bsw 56328/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.09.2011 Bsw 56328/07
    Beisatz: Hier: Auf dem Aufenthaltsstatus beruhende unterschiedliche Behandlung beim Zugang zu Sozialwohnungen. (Bah gg. das Vereinigte Königreich) (T16)
    Veröff: NL 2011,288
  • Bsw 31950/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 18.10.2011 Bsw 31950/06
    Beisatz: Rechtsanwälte befinden sich in Hinblick auf die Verpflichtung zur Übernahme von Sachwalterschaften nicht in einer ähnlichen Situation wie Angehörige anderer juristischer Berufsgruppen. (Graziani-Weiss gg. Österreich) (T17)
    Veröff: NL 2011,303
  • 9 ObA 146/12d
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 9 ObA 146/12d
    Auch
  • 10 ObS 6/14a
    Entscheidungstext OGH 25.02.2014 10 ObS 6/14a
    Beisatz: § 255 Abs 7 ASVG nicht gleichheitswidrig. (T18)
  • Bsw 26266/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 13.03.2012 Bsw 26266/05
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Keine Anrechnung von im Ausland verbrachten Versicherungszeiten für Opfer von NS-Verfolgung. (Raviv gg. Österreich) (T19)
    Veröff: NL 2012,75
  • Bsw 30078/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 22.03.2012 Bsw 30078/06
    Vgl auch; Beis wie T13; Veröff: NL 2012,92
  • Bsw 26828/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.06.2012 Bsw 26828/06
    Beisatz: hier: Versäumnis der Regelung der Situation der „Ausradierten“ (Kuric u.a. gg. Slowenien [GK]) (T20)
    Veröff: NL 2012,198
  • 4 Ob 115/14m
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 115/14m
    Vgl auch
  • 10 ObS 92/14y
    Entscheidungstext OGH 30.09.2014 10 ObS 92/14y
    Beisatz: Hier: § 208 Satz 2 ASVG. (T21)



  • Bsw 57412/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.10.2012 Bsw 57412/08
    Veröff: NL 2012,326
  • Bsw 24626/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.10.2012 Bsw 24626/09
    Auch; Beisatz: Behauptet ein Strafgefangener, nur wegen seiner sexuellen Orientierung in Isolationshaft genommen worden zu sein, müssen die Behörden alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um ausfindig zu machen, ob eine diskriminierende Grundhaltung beim gänzlichen Ausschluss des Gefangenen von der Häftlingsgemeinschaft eine Rolle gespielt hat oder nicht. (X. gg. die Türkei) (T22)
    Veröff: NL 2012,329
  • Bsw 9134/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 08.01.2013 Bsw 9134/06
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Personen, deren Kinder im Ausland leben, befinden sich in Hinblick auf den Bezug von Familienbeihilfe nicht in einer vergleichbaren Situation mit Personen, die Familienbeihilfe für in Österreich lebende Kinder beantragen. (Efe gg. Österreich) (T23)
    Veröff: NL 2013,9
  • Bsw 48420/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.01.2013 Bsw 48420/10
    Vgl auch; Beis wie T11; Beisatz: Gleichgeschlechtliche Paare befinden sich gegenüber heterosexuellen Paaren in einer ähnlichen Situation, wenn es um die rechtliche Anerkennung und den Schutz ihrer Beziehung geht. (Eweida u.a. gg. das Vereinigte Königreich) (T24)
    Veröff: NL 2013,23
  • Bsw 16574/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.02.2013 Bsw 16574/08
    Vgl auch; Beisatz: Es müssen sehr gewichtige Gründe geltend gemacht werden, damit eine Unterscheidung aufgrund außerehelicher Geburt als mit der MRK vereinbar erachtet werden kann. (Fabris gg. Frankreich) (T25)
    Veröff: NL 2013,37
  • Bsw 29617/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.02.2013 Bsw 29617/07
    nur T7; Beisatz: Eine unterschiedliche Behandlung beim Besuchsrecht für das eigene Kind, die ausschließlich auf der Religion des Elternteils beruht, ist nicht akzeptabel. (Vojnity gg. Ungarn) (T26)
    Veröff: NL 2013,40
  • Bsw 19010/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 19.02.2013 Bsw 19010/07
    Vgl auch; Beis wie T11; Beisatz: Der Schutz der traditionellen Familie ist – wie auch der Schutz des Kindeswohls – grundsätzlich ein gewichtiger und legitimer Grund, der eine Ungleichbehandlung rechtfertigen kann. (X. u.a. gg. Österreich) (T27)
    Veröff: NL 2013,46
  • Bsw 552/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 03.10.2013 Bsw 552/10
    Auch; Beisatz: Hier: Beendigung des Arbeitsverhältnisses einer HIV-positiven Person auf Druck der Arbeitskollegen. (I. B. gg. Griechenland) (T28)
    Veröff: NL 2013,334
  • Bsw 29381/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.11.2013 Bsw 29381/09
    Vgl auch; Beis wie T11; Beis wie T24; Beis wie T27
    Veröff: NL 2013,399
  • Bsw 19391/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 14.11.2013 Bsw 19391/11
    Vgl; Beisatz: Hier: Unterschiedliche Behandlung einer Adoptivmutter gegenüber leiblichen Müttern bei der Elternkarenz. (Topcic-Rosenberg gg. Kroatien) (T29)
    Veröff: NL 2013,417
  • Bsw 77/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.01.2014 Bsw 77/07
    Auch; Beisatz: Hier: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts durch die Unmöglichkeit eines verheirateten Paares, ihren Kindern bei der Geburt den Nachnamen der Mutter zu geben. (Cusan und Fazzo gg. Italien) (T30)
    Veröff: NL 2014,54
  • Bsw 7552/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.03.2014 Bsw 7552/09
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Diskriminierung durch Verweigerung einer steuerlichen Begünstigung für religiöses Gebäude, weil dieses nicht öffentlich zugänglich war. (The Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints gg. das Vereinigte Königreich) (T31)
    Veröff: NL 2014,144
  • Bsw 38590/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 25.03.2014 Bsw 38590/10
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Diskriminierung durch Benachteiligung von Staatsbürgern, die erst seit weniger als 28 Jahren die Staatsbürgerschaft besitzen, beim Familiennachzug. (Biao gg. Dänemark) (T32)
    Veröff: NL 2014,150
  • Bsw 9929/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.05.2014 Bsw 9929/12
    Auch; Veröff: NL 2014,233
  • Bsw 61960/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 02.12.2014 Bsw 61960/08
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Rechtfertigung der unterschiedlichen Behandlung beim Zugang zum Posten eines Sicherheitsbeamten / einer Sicherheitsbeamtin einer staatlichen Elektrizitätsgesellschaft durch mit der Berufsausübung verbundene Risiken. (Emel Boyraz gg. die Türkei) (T33)
    Veröff: NL 2014,520
  • Bsw 18766/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 21.07.2015 Bsw 18766/11
    Vgl auch; Beis wie T24; Veröff: NL 2015,338
  • Bsw 78117/13
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.12.2015 Bsw 78117/13
    Beisatz: Hier: Keine Rechtfertigung der unterschiedlichen Behandlung von öffentlich Bediensteten im Vergleich zu Bediensteten der Privatwirtschaft bei Aussetzung der Alterspension wegen Aufnahme einer Beschäftigung. (Fabian gg. Ungarn) (T34)
    Veröff: NL 2015,546
  • Bsw 26275/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.11.2015 Bsw 26275/12
    Veröff: NL 2015,550
  • 10 ObS 68/19a
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 10 ObS 68/19a
  • Bsw 68453/13
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.02.2016 Bsw 68453/13
    Beis wie T11; Veröff: NL 2016,159
  • Bsw 31039/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.03.2016 Bsw 31039/11
    Auch; Veröff: NL 2016,162
  • Bsw 38590/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.05.2016 Bsw 38590/10
    Auch; Beis wie T32; Beisatz: Voreingenommene Annahmen oder vorherrschende gesellschaftliche Vorurteile in einem bestimmten Land können generell keine ausreichende Rechtfertigung für eine unterschiedliche Behandlung aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Herkunft darstellen. (Biao gg. Dänemark [GK]) (T35)
    Veröff: NL 2016,276
  • Bsw 51362/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 30.06.2016 Bsw 51362/09
    Auch; Beis wie T11; Beis wie T27
    Beisatz: Hier: Nicht gerechtfertigte Gleichbehandlung von unverheirateten homosexuellen und heterosexuellen Paaren im Hinblick auf die Familienzusammenführung, obwohl homosexuellen Paaren die Eheschließung nicht offenstand. (Taddeucci und McCall gg. Italien). (T36)
  • Bsw 60367/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.01.2017 Bsw 60367/08
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts im Hinblick auf Möglichkeit der Verhängung lebenslanger Haft. (Khamtokhu und Aksenchik gg. Russland [GK]) (T37); Veröff: NL 2017,54
  • Bsw 59752/13
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.03.2017 Bsw 59752/13
    Vgl auch; Beis wie T25; Veröff: NL 2017,166
  • Bsw 67667/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.06.2017 Bsw 67667/09
    Auch; Beisatz: Eine Voreingenommenheit von Seiten einer heterosexuellen Mehrheit gegenüber einer homosexuellen Minderheit kann ebensowenig wie eine Berufung auf Traditionen oder allgemeinen Annahmen in einem speziellen Land als ausreichende Rechtfertigung für eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der sexuellen Orientierung angesehen werden. (Bayev u.a. gg. Russland) (T38)
    Beisatz: Unterschiede, die alleine auf der sexuellen Orientierung beruhen, können unter der MRK nicht akzeptiert werden. (T39); Veröff: NL 2017,10

Schlagworte

*CH*

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124747

Im RIS seit

11.06.2009

Zuletzt aktualisiert am

14.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20090512_OGH0002_010OBS00021_09Z0000_001

Rechtssatz für 10ObS157/09z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0126042

Geschäftszahl

10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

23.03.2010

Norm

ASVG §455 Abs1
Satzung der Wr Gebietskrankenkasse allg
SV-InternetKV §1

Rechtssatz

Mit der Sozialversicherungs-Internetkundmachungsverordnung (SV-InternetKV) wird durch Kundmachung der konkreten Internetadresse die Anordnung des § 455 Abs 1 ASVG, dass die Satzungen „im Internet zu verlautbaren“ sind, näher geregelt. Von Normen, „die irgendwo im Internet“ gefunden werden können, kann somit keine Rede sein.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0126042

Im RIS seit

20.08.2010

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2010

Dokumentnummer

JJR_20100323_OGH0002_010OBS00157_09Z0000_001

Entscheidungstext 10ObS157/09z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

DRdA 2010,514 = infas 2010,162/S40 - infas 2010 S40 = ARD 6115/3/2011 = ARD 6123/8/2011 = SSV-NF 24/17

Geschäftszahl

10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

23.03.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten Dr. Schinko als Vorsitzenden, die Hofräte Dr. Fellinger und Dr. Hoch sowie die fachkundigen Laienrichter Mag. Irene Kienzl (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Eva-Maria Florianschütz (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) als weitere Richter in der Sozialrechtssache der klagenden Partei Norbert B*****, vertreten durch Dr. Herbert Pochieser, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Wiener Gebietskrankenkasse, Wienerbergstraße 15-19, 1103 Wien, vertreten durch Dr. Heinz Edelmann, Rechtsanwalt in Wien, wegen Kostenersatz über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 17. Juli 2009, GZ 7 Rs 34/09k-18, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Arbeits- und Sozialgerichts Wien vom 22. Oktober 2008, GZ 33 Cgs 92/08y-14 bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Beide Parteien haben die Kosten ihrer Rechtsmittelschriften selbst zu tragen.

Text

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

Im Sommer 2007 suchte der am 29. 6. 1964 geborene Kläger die Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Dr. Ursula H*****, zur Zahnsanierung auf. Da einige Zähne nicht sanierbar waren, wurden sie von DDr. Michael Ö*****, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, gezogen.

Der Kläger wurde von Dr. H***** informiert, dass ein Lückenschluss entweder durch einen abnehmbaren oder einen festsitzenden Zahnersatz möglich sei. Er entschloss sich für einen festsitzenden Zahnersatz. Dabei war es erforderlich, sich zwei Implantate in Regio 6 und 7 im Unterkiefer links setzen zu lassen, was DDr. Ö***** in seiner Ordination am 27. 11. 2007 in Lokalanästhesie vornahm. Für diese Leistung betrug das Honorar 2.318,40 EUR.

In weiterer Folge erhielt der Kläger von Dr. H***** im Unterkiefer in Regio 35, 45, 46, 47 und 48 fünf Vollkeramikkronen mit einem Stiftaufbau in Regio 35. Für diese Leistung betrug das Honorar 3.720 EUR.

Mit Bescheid vom 21. 2. 2008 lehnte die beklagte Partei den Antrag des Klägers auf Übernahme der von ihm bezahlten Kosten für die beiden Zahnimplantate inklusive Freilegung sowie die fünf Vollkeramikkronen mit Stiftaufbau in der Höhe von 2.318,40 EUR bzw 3.720 EUR, insgesamt daher 6.038,40 EUR mit folgender Begründung ab: Festsitzender Zahnersatz (Kronen, Brücken, Stiftaufbauten und Implantate) könne nur dann erbracht werden, wenn abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen gemäß § 30 Abs 3 ihrer Satzung nicht möglich sei. Da diese Voraussetzung nicht vorliege, sei kein festsitzender, sondern ein abnehmbarer Zahnersatz im Ausmaß von 50 % der geltenden vertraglichen Tarifsätze zu leisten. Die diesbezüglichen, dem ursprünglich bewilligten Antrag entsprechenden Kosten könnten jedoch ebenfalls nicht übernommen werden, weil diese Behandlung nicht durchgeführt worden sei.

Mit der dagegen erhobenen Klage begehrt der Kläger die Gewährung eines Kostenzuschusses zu den Kosten des festsitzenden Zahnersatzes von 50 %, „oder zumindest des fiktiven 50%igen Kostenzuschusses für die abnehmbare Variante“. Seinen Antrag auf Kostenübernahme für einen abnehmbaren Zahnersatz (Protese) habe die beklagte Partei zur Hälfte (nämlich mit 1.077 EUR) bewilligt. Der Kläger habe sich jedoch für eine (medizinisch bessere und dauerhaftere) festsitzende Lösung entschieden (Vollkeramik, Stiftzahn, Implantat). Neben anderen im Einzelnen aufgezählten medizinischen Vorteilen komme der gewählten Lösung angesichts des Alters des Klägers auch eine bessere Wirksamkeit im Sinne von Dauerhaftigkeit zu. Abnehmbarer Zahnersatz sei demgegenüber für die vom Kläger ausgeübte Tätigkeit als Diplomsozialarbeiter in der Beratung von Migranten und als Vortragender in der Erwachsenenbildung bzw an der Fachhochschule, wodurch er täglich mehrere Stunden hindurch sprechen müsse, berufsstörend und entspreche nicht mehr der heutigen medizinischen Entwicklung. Abnehmbarer Zahnersatz müsse während des Arbeitstages mehrmals abgenommen und gereinigt werden und beeinträchtige die Aussprache, weil man spucke. Es stelle sich die Frage, ob nicht „Gleichheitsgründe“ verletzt seien, weil die Satzung der beklagten Partei den Kostenzuschuss von 50 % nur für die medizinisch schlechtere Lösung einer abnehmbaren Protese gewähre, während man gar keinen Kostenzuschuss erhalte, wenn man die medizinisch bessere Lösung wähle.

Die beklagte Partei wendete ein, der Kläger habe nicht nachweisen können, dass bei ihm ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich sei. Ein fiktiver 50%iger Kostenzuschuss für die ursprünglich bewilligte abnehmbare Variante sei nicht zu gewähren, weil es sich dabei um eine Leistung handle, die tatsächlich nicht erbracht worden sei. Für einen abnehmbaren Zahnersatz hätte die beklagte Partei den Anteil von 50 %, also einen Betrag von 1.077 EUR übernommen.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren auf Erstattung der vollen Kosten des festsitzenden Zahnersatzes im Betrag von insgesamt 6.038,40 EUR aus den beiden Honorarnoten ab. Es stellte noch Folgendes fest:

Aus medizinischer Sicht bestand keine Indikation für Implantate und einen festsitzenden Zahnersatz. Ein abnehmbarer Zahnersatz wäre ausreichend und zweckmäßig gewesen. Die Bestandsdauer von Implantaten beträgt zwischen zehn und fünfzehn Jahre. Bei Prothesen liegt die Bestanddauer bei sechs bis zehn Jahren.

In rechtlicher Hinsicht gelangte das Erstgericht nach Wiedergabe des § 153 Abs 1 ASVG und des § 30 Abs 2 und 3 der Satzung der beklagten Partei zum Ergebnis, dass der Kläger, weil der gegenständliche festsitzende Zahnersatz medizinisch nicht indiziert gewesen sei, weder Anspruch auf Kostenerstattung noch auf Kostenzuschuss habe.

Das Berufungsgericht gab der Berufung des Klägers nicht Folge. Es bestätigte das Urteil des Erstgerichts mit der Maßgabe, dass es das Klagebegehren, die beklagte Partei schuldig zu erkennen, dem Kläger 50 % der Kosten für zwei enossale Implantate (Camlog) inklusive Freilegung in der Höhe von 2.318,40 EUR laut Honorarnote ... durchgeführt am 27. 11. 2007, sowie für fünf Vollkeramikkronen und einen Stiftaufbau in der Höhe von 3.720 EUR laut Honorarnote ... vom 8. 10. 2007, sohin 3.019,20 EUR zu bezahlen; in eventu 50 % der Kosten für einen abnehmbaren Zahnersatz, sohin 1.077 EUR zu bezahlen, abwies; es sprach aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei.

Es übernahm die Feststellungen des Erstgerichts als Ergebnis eines mängelfreien Verfahrens und führte zur Rechtsrüge aus, dass die Satzung der beklagten Partei und ihre Änderungen auf einer eigens dafür vorgesehenen Internetseite (www.avsv.at) kundgemacht werde (vgl § 455 Abs 1 ASVG bzw § 1 Abs 1 SV-InternetKV [kundgemacht am 21. 12. 2001 in SozSi 2001, 989, Amtliche Verlautbarung Nr 198/2001, wiederverlautbart unter www.avsv.at am 9. 11. 2005, Nr 119/2005]). Vergleiche man diese Art der Kundmachung mit jener in der Fachzeitschrift („Soziale Sicherheit“), die der Oberste Gerichtshof bereits als gehörig erachtet habe (RIS-Justiz RS0053701), so ergebe sich, dass der Zugang für die Normadressaten durch die Kundmachung im Internet jedenfalls erleichtert und verbreitert worden sei.

Entgegen den Ausführungen des Klägers gelange man im Übrigen auch auf der Homepage der beklagten Partei (www.wgkk.at) über den Pfad „Wegweiser => wir über uns => Organisation => Rechtsgrundlagen => Satzung“ zu einer kompilierten Textversion der Satzung der beklagten Partei und es finde sich auf dieser Homepage auch ein Link zur Kundmachungsseite: www.avsv.at. Durch Eingabe der Suchbegriffe „Satzung WGKK“ in der Suchmaschine Google komme man bei Anklicken des ersten Treffers ebenfalls direkt zur Satzung der beklagten Partei. Den verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Bestimmung des § 455 ASVG könne daher nicht gefolgt werden.

Solche Bedenken bestünden nach ständiger Rechtsprechung auch nicht gegen Abs 1 und 2 des § 153 ASVG. Der Verfassungsgerichtshof habe bereits zum Ausdruck gebracht, dass die Einschränkung des Aspekts der Berufsstörung in § 153 Abs 1 ASVG auf Kieferregulierungen keine unsachliche Differenzierung darstelle. Es sei unbedenklich, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbarem und festsitzendem zu differenzieren und letzteren nur unter bestimmten Gesichtspunkten subsidiär nur für den Fall, dass ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich sei, zu gewähren. Die Bedeutung des Worts „unentbehrliche“ in § 153 Abs 2 ASVG werde in § 30 Abs 2 der Satzung der beklagten Partei näher definiert und in § 30 Abs 3 der Satzung insofern konkretisiert, dass als unentbehrlicher Zahnersatz im Allgemeinen der abnehmbare Zahnersatz samt medizinisch notwendiger Halteelemente (Zahnkrone) erbracht werde. Festsitzender Zahnersatz werde nur dann erbracht, wenn ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich sei, wobei im Folgenden mehrere (hier allesamt nicht vorliegende) Fallgruppen im Einzelnen aufgezählt seien. Es sei verfassungsrechtlich unbedenklich, die Erbringung von Leistungen für Zahnersatz ausschließlich von der medizinischen Notwendigkeit desselben und nicht auch (wie in § 153 Abs 1 ASVG ausschließlich für Kieferregulierungen) von der Notwendigkeit, berufsstörende Verunstaltungen zu beseitigen, abhängig zu machen. Ebensowenig sei der Begriff „unentbehrliche“ in § 153 Abs 2 ASVG in Bezug auf die Regelung des § 153 Abs 1 ASVG betreffend Kieferregulierungen dahin auszulegen, dass auch Aspekte der Berufsstörung zu berücksichtigen seien. In § 94 Abs 1 Z 2 GSVG bestimme der Gesetzgeber im Gegensatz zu § 153 Abs 2 ASVG für die im Inland selbständig Erwerbstätigen, dass der „Zahnersatz, der notwendig ist, um eine Gesundheitsstörung oder eine wesentliche Störung der Berufstätigkeit hintanzuhalten“, eine Pflichtleistung sei. § 95 Abs 1 BSVG treffe hinsichtlich der Kieferregulierungen keinerlei Einschränkung, wie etwa § 153 Abs 1 ASVG oder § 94 Abs 1 Z 1 GSVG. Betreffend Zahnbehandlungen und den unentbehrlichen Zahnersatz bestimme § 95 Abs 2 zweiter Satz BSVG, dass „die Satzung unter Bedachtnahme auf die finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherungsträgers und das wirtschaftliche Bedürfnis der Versicherten an Stelle der Sachleistungen eine Kostenerstattung vorsehen kann“. Daraus sei abzuleiten, dass der Gesetzgeber bewusst differenziere, in welchen Bereichen die Erbringung von Leistungen der Zahnbehandlung und des Zahnersatzes bzw der Kostenzuschuss gesetzlich vom Aspekt der Berufsstörung abhängig sei solle.

Anders als die Zahnbehandlung müsse der Zahnersatz gemäß § 153 Abs 2 ASVG nicht als Sachleistung erbracht werden; die Satzung könne vielmehr auch anstelle der Sachleistung bloße Zuschüsse zu den Kosten des Zahnersatzes vorsehen. Nach Ansicht des Verfassungsgerichtshofs sei der Gestaltungsspielraum der Versicherungsträger dabei zwar insofern eingeschränkt, als auch die Zuschussleistung noch dem Begriff der Kostenbeteiligung entsprechen müsse, allerdings werde die Satzung dadurch nicht gehindert, unter dem Gesichtspunkt des Kostenarguments derartige Ersatzleistungen auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken. Daher habe die beklagte Partei die Beschränkung auf den abnehmbaren Zahnersatz - außer bei medizinischer Notwendigkeit - durchaus zulässigerweise vornehmen dürfen, ohne hierdurch verfassungsrechtliche Bedenken auszulösen.

Entgegen dem Standpunkt des Klägers habe das Erstgericht sehr wohl die Zweckmäßigkeit des abnehmbaren Zahnersatzes festgestellt (wonach der abnehmbare Zahnersatz „ausreichend und zweckmäßig gewesen wäre“). Dabei sei davon auszugehen, dass der vom Erstgericht in den Feststellungen verwendete Begriff der Zweckmäßigkeit auch das Sprechen und nicht nur das Kauen und Beißen umfasse.

§ 30 Abs 3 der Satzung lege fest, dass festsitzender Zahnersatz nur dann erbracht werde, wenn ein abnehmbarer aus medizinischen Gründen nicht möglich sei, wobei mehrere, beim Kläger nicht vorliegende Fallgruppen im Einzelnen aufgezählt würden. Bei der Frage, ob von der beklagten Partei anstelle eines abnehmbaren Zahnersatzes ein festsitzender zu erbringen bzw hiefür ein Kostenzuschuss zu gewähren sei, seien Aspekte der Berufsstörung somit nicht zu beachten. In der Entscheidung 10 ObS 78/99i (SSV-NF 13/66) habe der Oberste Gerichtshof in einem vergleichbaren Fall einen Kostenerstattungsanspruch in jenem Umfang, in dem der Sozialversicherungsträger auch bei Inanspruchnahme der als unentbehrlich geltenden Leistung in Form eines abnehmbaren Zahnersatzes leistungspflichtig geworden wäre, bejaht. Diese Entscheidung sei jedoch eine andere Satzungsbestimmung zugrunde gelegen, sodass die vorgesehene Differenzierung zwischen abnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz noch nicht anzuwenden gewesen sei. Ob durch die in der geänderten Satzung enthaltene Festlegung, dass unentbehrlicher Zahnersatz grundsätzlich nur in Form des abnehmbaren Zahnersatzes geleistet werde, der Anspruch auf Kostenzuschuss für festsitzenden Zahnersatz im Umfang jenes für abnehmbaren Zahnersatz beseitigt werde, habe der Oberste Gerichtshof in dieser Entscheidung offen gelassen.

In der Entscheidung 10 ObS 167/02k habe der Oberste Gerichtshof eine außerordentliche Revision zurückgewiesen und bereits dargelegt, dass keine Bedenken gegen die Gesetz- und Verfassungsmäßigkeit des in der Satzung der beklagten Partei angeordneten Leistungsausschlusses für festsitzenden Zahnersatz, sofern er medizinisch nicht notwendig sei, bestehe. Unter dem Prinzip der Kostenbegrenzung habe es der Oberste Gerichtshof in dieser Entscheidung als verfassungsrechtlich unbedenklich und gesetzmäßig erachtet, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbaren und festsitzenden zu differenzieren, letzteren nur subsidiär für den Fall, das ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich sei, zu gewähren und die Ersatzleistung auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken.

Mit seiner Bescheidklage habe der Kläger allerdings (nur) einen Kostenzuschuss zu den Kosten des festsitzenden Zahnersatzes (6.038,40 EUR) von 50 %, sohin 3.019,20 EUR, und in eventu den von der beklagten Partei bereits bewilligten Kostenzuschuss von 50 % für den nicht ausgeführten abnehmbaren Zahnersatz, sohin 1.077 EUR, begehrt. Das Ersturteil sei daher mit der Maßgabe zu bestätigen, dass sowohl dieses Hauptbegehren als auch das Eventualbegehren abgewiesen werden.

Gegen dieses Urteil richtet sich die außerordentliche Revision des Klägers wegen Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit dem Antrag die angefochtene Entscheidung im klagsstattgebenden Sinn abzuändern; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die beklagte Partei beantragt in der ihr freigestellten Revisionsbeantwortung, die Revision zurückzuweisen, in eventu ihr nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist mangels Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur Zulässigkeit der Kundmachung von Satzungen der Krankenkassen im Internet zulässig; sie ist aber nicht berechtigt.

Die geltend gemachte Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens liegt nicht vor.

Der Revisionswerber hält daran fest, dass ihm ein zumindest „fiktiver“ Zuschuss für seinen (aus medizinischer Sicht nicht indizierten) festsitzenden Zahnersatz gebühre. Er beruft sich weiterhin auf eine nicht ordnungsgemäße Internet-Kundmachung und die Verfassungswidrigkeit der Satzung der beklagten Partei „in Ansehung deren Vermeidung festsitzenden Zahnersatzes“ und die Verfassungswidrigkeit der §§ 153 und 455 ASVG. Zu § 153 ASVG seien gleichheitsrechtliche Bedenken noch nicht geprüft worden. Die Zulässigkeit von Internetveröffentlichungen zieht der Kläger ausdrücklich nicht in Zweifel; er meint jedoch, § 455 ASVG, der die Veröffentlichung der Satzung „im Internet“ anordne, verstoße gegen das Legalitätsprinzip, weil weder eine bestimmte Adresse noch die Qualität der Veröffentlichung normiert sei (wie sie zB für Bundesnormen das RIS des Bundes gewährleiste).

1. Dem ist zunächst zu erwidern, dass sich der Senat in vergleichbaren Fällen (10 Ob 252/97z = SSV-NF 11/96; 10 ObS 78/99i = SSV-NF 13/66) bereits wiederholt mit dem auch hier maßgebenden § 153 Abs 2 ASVG befasst hat. Nach dieser Bestimmung kann „der unentbehrliche Zahnersatz unter Kostenbeteiligung des Versicherten gewährt werden. An Stelle der Sachleistung können auch Zuschüsse zu den Kosten eines Zahnersatzes geleistet werden. Das Nähere wird durch die Satzung des Versicherungsträgers bestimmt“. Eine außerordentliche Revision, die - wie die vorliegende - den Standpunkt vertrat, die beklagte Gebietskrankenkasse sei nicht nur zu den satzungsgemäßen Kostenzuschüssen für die Zahnbehandlung bzw bei festsitzendem Zahnersatz verpflichtet, sondern habe dem Kläger (im Hinblick auf seine - wie hier - berufliche Tätigkeit [dort: als Flötist]) die gesamten zur Erstattung eingereichten Kosten zu ersetzen, wurde daher mit folgender Begründung zurückgewiesen (10 ObS 236/03h):

1.1. „Bei den in § 153 ASVG angeführten Leistungen handelt es sich um Pflichtleistungen (SSV-NF 4/163, 13/139 ua). Der Gesetzgeber hat allerdings nicht statuiert, dass sie als Mindestleistungen gewährt werden müssen (Schrammel in Tomandl, SV-System, 8. ErgLfg 111 [2.1.1.2.]). Dies ergibt sich schon aus dem Wortlaut des § 153 ASVG: ‘(1) ... Als Leistungen der Zahnbehandlung kommen chirurgische Zahnbehandlung, konservierende Zahnbehandlung und Kieferregulierungen ... in Betracht. ... (2) Der unentbehrliche Zahnersatz kann unter Kostenbeteiligung des Versicherten gewährt werden. An Stelle der Sachleistung können auch Zuschüsse zu den Kosten eines Zahnersatzes geleistet werden. ...’. Der Leistungsanspruch wird in dem speziellen Fall von Zahnbehandlung und Zahnersatz aufgrund gesetzlicher Ermächtigung von der Satzung umgrenzt. Aus der allgemeinen Regelung des § 121 Abs 1 ASVG, wonach die Leistungen des Sozialversicherungsträgers als Pflichtleistungen oder als freiwillige Leistungen gewährt werden, kann im Hinblick auf die näheren Determinierungen der Leistungsansprüche bei den einzelnen vom Krankenversicherungsträger zu erbringenden Leistungen nicht geschlossen werden, dass der Charakter der Pflichtleistung einen Anspruch auf vollständigen Kostenersatz bedingen würde (vgl 10 ObS 295/99a = SZ 72/199 = SSV-NF 13/139 mit Anmerkung von Flemmich in DRdA 2000, 270).

Ein Anspruch auf vollen Kostenersatz bei einer Pflichtleistung nach § 153 ASVG lässt sich auch der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes, der sich in zahlreichen Erkenntnissen mit § 153 ASVG beschäftigt hat (zuletzt etwa VfSlg 15.968 mit Darstellung der Vorjudikatur), nicht entnehmen.“

1.2. Nach ständiger Rechtsprechung ist es daher verfassungsrechtlich unbedenklich, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbarem und festsitzendem zu differenzieren und letzteren unter bestimmten Gesichtspunkten nur subsidiär für den Fall, dass ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, zu gewähren; der Versicherungsträger darf die Beschränkung auf - außer bei medizinischer Notwendigkeit - abnehmbaren Zahnersatz somit durchaus zulässigerweise vornehmen (RIS-Justiz RS0108530 und RS0108532).

2. Eine gehörige Kundmachung (vgl RIS-Justiz RS0053701) dieses (zulässigen) Leistungsausschlusses gemäß § 32 Abs 3 letzter Satz der Satzung 1999 der beklagten Partei („Für festsitzenden Zahnersatz ohne diese medizinische Notwendigkeit übernimmt die Kasse keine Kosten“) erfolgte bereits in der Zeitschrift SozSi 1999, Amtliche Verlautbarung Nr 70/199, 650 (stRsp; 10 ObS 167/02k). Die dortige Formulierung weicht vom wortgleichen § 30 Abs 3 letzter Satz der hier maßgebenden Satzung der beklagten Partei, wie er auch in der vorliegenden außerordentlichen Revision wiedergegeben ist, nicht ab. Zur zitierten Bestimmung, die auch im dortigen Rechtsmittel als gesetz- und gleichheitswidrig bekämpft wurde, hat der Oberste Gerichtshof aber schon in der Entscheidung 10 ObS 167/02k Stellung genommen wie folgt:

2.1. „Der Senat legte bereits in der Entscheidung 10 ObS 252/97z = SSV-NF 11/96 ausführlich dar, dass er gegen die Gesetz- und Verfassungsmäßigkeit der gleichlautenden Regelung im § 32 Abs 3 der Satzung 1995 der Salzburger Gebietskrankenkasse, SozSi 1995, Amtliche Verlautbarung Nr 66/195, 512, keine Bedenken hegt. Zusammengefasst führte er aus: Nach § 133 Abs 2 ASVG muss die Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein, sie darf aber das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Aus dieser auch für den Zahnersatz anwendbaren Bestimmung folgt, dass Zweckmäßigkeit des Zahnersatzes dann gegeben ist, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die durch das Fehlen von Zähnen oder Zahnstücken bzw durch schadhafte Zähne beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. Das Maß des Notwendigen (als grundsätzliches Ziel einer Krankenbehandlung) bestimmt sich zwar aus dem Zweck der Leistung; notwendig ist jedoch nur jene Maßnahme, die zur Erreichung des Zweckes unentbehrlich oder unvermeidbar ist. Diese Einschränkung soll nicht notwendige und kostenintensive Maßnahmen vermeiden und damit die finanzielle Belastung in Grenzen halten und damit auch dem Gebot der Wirtschaftlichkeit der Krankenbehandlung zum Durchbruch verhelfen. Bei mehreren gleichermaßen zweckmäßigen Behandlungsmethoden ist jeweils diejenige zu wählen, welche die geringsten Kosten verursacht, bzw bei der die Relation der Kosten zum Nutzen (Heilerfolg) am Günstigsten ist. Unter dem Gesichtspunkt dieses im Gesetz verankerten Prinzips der Kostenbegrenzung erachtete es der Senat als jedenfalls verfassungsrechtlich unbedenklich und gesetzmäßig, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbarem und festsitzendem zu differenzieren und letzteren nur subsidiär für den Fall, dass ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, zu gewähren und die Ersatzleistung auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken. Gegen diese Rechtsauffassung des Senats werden in der Revision keine Argumente vorgebracht.“

3.1. Diese Beurteilung muss auch für den vorliegenden Fall gelten, auf den die gleichlautende (und in gleicher Weise bekämpfte) Satzungsbestimmung der beklagten Partei, nämlich § 30 Abs 3 zweiter bzw letzter Satz, anzuwenden ist:

Festsitzender Zahnersatz wird nur dann erbracht, wenn ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist; ... Für festsitzenden Zahnersatz ohne diese medizinische Notwendigkeit übernimmt die Kasse keine Kosten.

3.1. Der Senat hat auch die vom Kläger - im Ergebnis - geforderte Mischverrechnung (also die Gewährung zumindest der Versicherungsleistung für die [nicht in Anspruch genommene] Prothese) bereits ausdrücklich abgelehnt und dies unter anderem damit begründet, dass das Krankenversicherungsrecht (zwar) von einer freien Wahl des Leistungserbringers, nicht aber von einer freien Methoden- oder Therapiewahl ausgeht (10 ObS 382/98v = SSV-NF 13/65 = RIS-Justiz RS0112196 = RS0084811 [T3] zu Alternativmethoden; zuletzt 10 ObS 78/09g [zu den Kosten einer Nicht-Vertragshebamme]). Mit diesen Grundsätzen steht die zitierte Satzungsbestimmung in Einklang, die in Bezug auf (ohne „medizinische Notwendigkeit“ hergestellten) festsitzenden Zahnersatz jegliche Kostenbeteiligung der Kasse (arg: „keine“ Kosten), also auch hinsichtlich anteiliger Kosten für (nicht in Anspruch genommenen) abnehmbaren Zahnersatz, ausschließt.

3.2. Im Übrigen räumt der Kläger selbst ein, dass - nach der „Rechtslage“ im Sozialversicherungsrecht - ein Versicherter, der eine bessere als die ihm zustehende Leistung in Anspruch nehme, (eben) nicht zumindest die geringere, ihm jedenfalls zustehende Leistung erhalte; festsitzender Zahnersatz sei vielmehr ein „Privatvergnügen“. Er erblickt darin jedoch Verstöße gegen den Gleichheitssatz (Art 7 B-VG), das Diskriminierungsvebot (Art 14 EMRK) und den Eigentumsschutz (Art 1 1. ZPEMRK) und beruft sich auch auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Fall Gaygusuz (ÖJZ 1996/37, 955 [MRK]).

Dem ist Folgendes zu erwidern:

4. Der Senat hat zum Diskriminierungsverbot des Art 14 EMRK - nach Vorliegen des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofs G 363/97 ua (zur Qualifikation des Anspruchs auf eine sozialversicherungsrechtliche Leistung als vermögenswertes Recht im Sinn des Art 1 1. ZPEMRK) - bereits wiederholt darauf hingewiesen (10 ObS 54/07z = SSV-NF 21/35 mwN),

dass der Verfassungsgerichtshof in seinem zitierten Erkenntnis weiter ausgeführt habe, dass es dem Gesetzgeber durch Art 14 EMRK keineswegs verwehrt sei, Voraussetzungen für den Erwerb oder den Umfang der Leistungsansprüche zu normieren und dabei nach sachlichen Kriterien zu differenzieren. Eine unterschiedliche Behandlung werde nach übereinstimmender Ansicht des Verfassungsgerichtshofs und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (vgl dazu ÖJZ 1996/37, 955 [MRK]) nur dann als diskriminierend im Sinn des Art 14 EMRK erachtet, wenn für sie „keine objektive und vernünftige Rechtfertigung erkennbar ist“, dh, wenn sie kein „berechtigtes Ziel“ verfolge oder wenn keine „vernünftige Verhältnismäßigkeitsbeziehung zwischen den eingesetzten Mitteln und dem verfolgten Ziel“ bestehe. Außerdem verfügten die Vertragsstaaten über einen bestimmten Ermessensspielraum bei der Beurteilung, ob und in welchem Ausmaß Unterscheidungen in sonst ähnlichen Situationen eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigten (vgl SSV-NF 14/96 mwN; 10 ObS 347/01d; idS auch 10 ObS 34/06g = SSV-NF 20/21).

4.1. Art 14 EMRK verbietet somit nicht jegliche, sondern nur die diskriminierend unterschiedliche Behandlung. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Rechtssubjekte, die sich in ähnlicher Situation befinden, ohne objektive vernünftige Rechtfertigung ungleich behandelt werden - wenn also ein „legitimes Ziel“ fehlt - und wenn das Mittel im Hinblick auf das angestrebte Ziel unverhältnismäßig ist (Mayer B-VG4 [2007] Art 14 MRK I.1.; RIS-Justiz RS0124747; vgl auch 10 ObS 165/09a mwN).

5. Diese Voraussetzungen sind hier schon deshalb nicht erfüllt, weil die sachliche Rechtfertigung für eine Ungleichbehandlung von Personen, die nicht festsitzenden Zahnersatz tatsächlich in Anspruch nehmen und solchen, die -  wie der Kläger - keinen derartigen Zahnersatz in Anspruch genommen haben, gar nicht zweifelhaft sein kann.

5.1. Die ebenfalls aufrecht erhaltenen Bedenken gegen die Verfassungsmäßigkeit des § 153 ASVG infolge Diskriminierung von Angestellten gegenüber „Beamten unselbständig Erwerbstätigen“ (gemeint: Beamten und selbständig Erwerbstätigen) übersehen zunächst, dass die Wortfolge des § 69 Abs 1 B-KUVG von jener des § 153 Abs 1 ASVG im hier maßgebenden Zusammenhang gar nicht abweicht. Die monierte Privilegierung dahin, dass den Beamten die Nachteile einer Prothese nicht „zusinnbar“ seien, ist dem Gesetz also ohnehin nicht zu entnehmen.

5.2. Wenn der Revisionswerber aber erkennbar auf eine Besserstellung von selbständig Erwerbstätigen Bezug nimmt (iSd [vom Berufungsgericht zitierten] § 94 Abs 1 Z 2 GSVG), lässt er auch folgende Grundsätze unbeachtet:

5.3. Bei den Versicherungen nach dem ASVG, GSVG, BSVG und den anderen SV-Gesetzen handelt es sich jeweils um geschlossene Systeme, die Regelungen für die in den einzelnen Gesetzen einbezogenen Risikogemeinschaften treffen, wobei auch die Finanzierung des Aufwandes unterschiedlich ist. Demgemäß ist ein Vergleich der Lage der nach dem GSVG und dem BSVG Versicherten mit den nach dem ASVG Versicherten in Bezug auf einzelne Rechtsfolgen nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs nur unter besonderen Umständen zulässig (stRsp; 10 ObS 159/01g = SSV-NF 15/83 = RIS-Justiz RS0053309 [T3]; 10 ObS 120/05b mit Hinweis auf 10 ObS 199/01i = RIS-Justiz RS0053309 [T4]; zu allem: 10 ObS 90/08w).

5.4. Solche „besonderen Umstände“, die [VfSlg 13.133]) für „gleichheitsrechtliche Bedenken“, sprechen könnten (also dafür, dass die vom Berufungsgericht dargestellten Regelungen für die dem ASVG, BSVG bzw GSVG unterliegenden Bereiche und die maßgeblichen tatsächlichen Verhältnisse der zu vergleichenden Riskengemeinschaften wirklich vergleichbar seien), sind hier jedoch nicht zutage getreten.

6. Was schließlich die vom Kläger weiterhin bezweifelte Verfassungsmäßigkeit des § 455 ASVG betrifft, hat er - abgesehen davon, dass er die „grundsätzliche Zulässigkeit“ der nach dem ASVG angeordneten Internet-Veröffentlichung solcher Verordnungen ohnehin nicht (mehr) bestreitet (Seite 4 der außerordentlichen Revision) - Folgendes übersehen:

6.1. Wie bereits das Berufungsgericht und die Revisionsbeantwortung festhalten, wurde die SV-InternetKV (Sozialversicherungs-Internetkundmachungsverordnung) als letzte Kundmachung in der gedruckten Fassung der Fachzeitschrift „Soziale Sicherheit“ im Dezember 2001 unter der Nr 198/2001 (SozSi 2001, 989) kundgemacht und hat folgenden (mit Kundmachung avsv Nr 119/2005 wiederverlautbarten) Wortlaut:

Verordnung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger über die Kundmachung amtlicher Verlautbarungen der österreichischen Sozialversicherung im Internet (Sozialversicherungs-Internetkundmachungsverordnung - SV-InternetKV)

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger verordnet gemäß § 31 Abs. 4 Z 6, Abs 8, 9, 9a, und § 546 Abs. 8 ASVG in der Fassung der 58. Novelle zum ASVG, BGBl I Nr. 99/2001:

                                          Internetadresse

§ 1. (1) Die von den Sozialversicherungsträgern und dem Hauptverband nach den Sozialversicherungsgesetzen im Internet zu verlautbarenden Rechtsvorschriften und anderen Veröffentlichung sind unter der Internetadresse

                                          www.avsv.at

zur Abfrage bereit zu halten.

(2) Diese Adresse ist im Kopf jeder amtlichen Verlautbarung außerhalb des rechtsverbindlichen Textes zu nennen.

                                          Inkrafttreten

§ 2. Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 2002 in Kraft. ...“

6.2. Schon aufgrund dieser gehörigen Kundmachung (stRsp; RIS-Justiz RS0053701) der konkreten Internetadresse ist auch das Argument des Klägers widerlegt, dass hier weder eine bestimmte Adresse noch die Qualität der Veröffentlichung normiert sei; wird doch mit der zitierten Verordnung die Anordnung des § 455 Abs 1 ASVG, dass die Satzungen „im Internet zu verlautbaren“ sind, ohnehin - wie im Rechtsmittel gefordert - näher geregelt. Von Normen, „die irgendwo im Internet“ gefunden werden können, kann somit keine Rede sein.

Der Revision des Klägers muss daher ein Erfolg versagt bleiben.

Die Kostenentscheidung hinsichtlich des Klägers gründet sich auf § 77 Abs 1 Z 2 lit b ASGG. Aktuelle berücksichtigungswürdige Einkommens- und Vermögensverhältnisse, die einen ausnahmsweisen Kostenersatz nach Billigkeit rechtfertigen könnten, wurden nicht bescheinigt und sind aus der Aktenlage nicht ersichtlich. Die beklagte Partei hat als Versicherungsträger im Sinn des § 77 Abs 1 Z 1 ASGG die Kosten ihrer Revisionsbeantwortung ohne Rücksicht auf den Ausgang des Verfahrens selbst zu tragen.

Schlagworte

12 Sozialrechtssachen,

Textnummer

E93691

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:010OBS00157.09Z.0323.000

Im RIS seit

26.05.2010

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2011

Dokumentnummer

JJT_20100323_OGH0002_010OBS00157_09Z0000_000