Rechtssatz für 1Ob7/93 7Ob616/94 6Ob8/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0041836

Geschäftszahl

1Ob7/93; 7Ob616/94; 6Ob8/10k; 3Ob64/17h

Entscheidungsdatum

04.07.2017

Norm

FBG §26
ZPO §419 E
  1. ZPO § 419 heute
  2. ZPO § 419 gültig ab 01.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  3. ZPO § 419 gültig von 16.08.1922 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 532/1922

Rechtssatz

Zum Wesen der Entscheidungsberichtigung gehört, dass durch diese die vom Richter gewollte Entscheidung inhaltlich unverändert bleibt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 7/93
    Entscheidungstext OGH 22.03.1993 1 Ob 7/93
  • 7 Ob 616/94
    Entscheidungstext OGH 12.10.1994 7 Ob 616/94
  • 6 Ob 8/10k
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 8/10k
    Bem: Hier: § 26 Abs 1 FBG. (T1)
  • 3 Ob 64/17h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 64/17h
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0041836

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19930322_OGH0002_0010OB00007_9300000_004

Rechtssatz für 6Ob569/79; 8Ob35/85; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0041489

Geschäftszahl

6Ob569/79; 8Ob35/85; 2Ob131/88; 2Ob205/02i (2Ob206/02m); 9ObA29/05p; 3Ob78/05z; 4Ob34/08s; 5Ob283/08s; 1Ob227/08a; 6Ob8/10k; 2Ob197/10z; 7Ob125/12a; 9Ob39/15y; 9ObA53/17k; 6Ob176/17a; 9ObA68/17s; 9ObA15/19z; 6Ob71/20i (6Ob189/20t); 10ObS163/20y; 9ObA11/21i; 1Ob147/22g; 8Ob26/23s; 16Ok3/23m; 9Ob45/23t; 4Ob195/23i; 7Ob180/24g; 2Ob204/24z; 1Ob108/24z

Entscheidungsdatum

19.12.2024

Norm

FBG §26
ZPO §419 A
  1. ZPO § 419 heute
  2. ZPO § 419 gültig ab 01.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  3. ZPO § 419 gültig von 16.08.1922 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 532/1922

Rechtssatz

Die Urteilsberichtigung findet nach der Lehre ihre theoretische Grundlage in der Tatsache, dass der materielle Gehalt der Entscheidung durch den Entscheidungswillen des Gerichtes bestimmt wird. Die offenbare Unrichtigkeit, welche einer Berichtigung im Sinne des Paragraph 419, Absatz eins, ZPO zugänglich ist, darf daher nur die Wiedergabe des zur Zeit der Entscheidung bestehenden Entscheidungswillens des erkennenden Richters nach außen betreffen, es muss sich also um eine Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erklärtem handeln.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 569/79
    Entscheidungstext OGH 25.04.1979 6 Ob 569/79
  • 8 Ob 35/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 35/85
  • 2 Ob 131/88
    Entscheidungstext OGH 10.01.1989 2 Ob 131/88
  • 2 Ob 205/02i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2002 2 Ob 205/02i
    Auch
  • 9 ObA 29/05p
    Entscheidungstext OGH 22.02.2006 9 ObA 29/05p
    Auch
  • 3 Ob 78/05z
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 3 Ob 78/05z
    nur: Die offenbare Unrichtigkeit, welche einer Berichtigung im Sinne des § 419 Abs 1 ZPO zugänglich ist, darf daher nur die Wiedergabe des zur Zeit der Entscheidung bestehenden Entscheidungswillens des erkennenden Richters nach außen betreffen. (T1)
    Beisatz: Nicht der Inhalt des Entscheidungswillens, sondern nur Fehler bei der Wiedergabe des Entscheidungswillens sind berichtigungsfähig. Für eine Änderung des klar zum Ausdruck gebrachten Entscheidungswillens bleibt kein Raum. (T2)
  • 4 Ob 34/08s
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 34/08s
    Auch
  • 5 Ob 283/08s
    Entscheidungstext OGH 13.01.2009 5 Ob 283/08s
    Beisatz: Die Berichtigungsvorschriften der §§ 419, 430 ZPO sollen dem Gericht die Anpassung der Entscheidungserklärung an den Entscheidungswillen ermöglichen. (T3)
    Bem: Hier: In Verbindung mit § 41 AußStrG 2005. (T4)
  • 1 Ob 227/08a
    Entscheidungstext OGH 31.03.2009 1 Ob 227/08a
    Auch
  • 6 Ob 8/10k
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 8/10k
    nur: Die offenbare Unrichtigkeit, welche einer Berichtigung im Sinne des § 419 Abs 1 ZPO zugänglich ist, darf daher nur die Wiedergabe des zur Zeit der Entscheidung bestehenden Entscheidungswillens des erkennenden Richters nach außen betreffen, es muss sich also um eine Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erklärtem handeln. (T5)
    Bem: Hier: § 26 Abs 1 FBG. (T6)
  • 2 Ob 197/10z
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 2 Ob 197/10z
    Vgl auch; Beisatz: Keine Berichtigung eines Kostenzuspruchs, der dem Entscheidungswillen des Senats entsprach. (T7)
  • 7 Ob 125/12a
    Entscheidungstext OGH 26.09.2012 7 Ob 125/12a
    Auch; Auch Beis wie T2
  • 9 Ob 39/15y
    Entscheidungstext OGH 28.10.2015 9 Ob 39/15y
  • 9 ObA 53/17k
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 53/17k
  • 6 Ob 176/17a
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 6 Ob 176/17a
    Auch
  • 9 ObA 68/17s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 9 ObA 68/17s
  • 9 ObA 15/19z
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 15/19z
    nur T1
  • 6 Ob 71/20i
    Entscheidungstext OGH 09.09.2020 6 Ob 71/20i
  • 10 ObS 163/20y
    Entscheidungstext OGH 19.01.2021 10 ObS 163/20y
    Beisatz: Eine Entscheidungsberichtigung iSd § 419 Abs 1 ZPO ist bei einer Diskrepanz zwischen Erklärtem und Gewolltem zulässig. (T8)
  • 9 ObA 11/21i
    Entscheidungstext OGH 24.03.2021 9 ObA 11/21i
    Beisatz: Hier: Konkordanz zwischen dem geäußerten Entscheidungswillen und dem Spruch der Entscheidung des Berufungsgerichts wurde durch Berichtigungsbeschluss hergestellt; Berichtigung des Urteilsspruchs. (T9)
  • 1 Ob 147/22g
    Entscheidungstext OGH 12.10.2022 1 Ob 147/22g
    Vgl; Beisatz: Hier: Umfang des gerichtlichen Übergabsauftrags. (T10)
  • 8 Ob 26/23s
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.05.2023 8 Ob 26/23s
    vgl
  • 16 Ok 3/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 11.05.2023 16 Ok 3/23m
  • 9 Ob 45/23t
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.10.2023 9 Ob 45/23t
    Beisatz wie T9
    Beisatz: Entscheidungen der Vorinstanzen können insbesondere auch aus Anlass der Zurückweisung einer Revision berichtigt werden. (T11)
    Anm: vgl 8 ObA 31/21y sowie 1 Ob 147/22g
  • 4 Ob 195/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.01.2024 4 Ob 195/23i
    vgl
  • 7 Ob 180/24g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.12.2024 7 Ob 180/24g
    vgl
  • 2 Ob 204/24z
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 12.12.2024 2 Ob 204/24z
    vgl; Beisatz: Hier: Offenkundige Verwechslung der bekämpften Feststellungen "F2" und "F3" durch das Berufungsgericht. (T12)
  • 1 Ob 108/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.12.2024 1 Ob 108/24z
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0041489

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2025

Dokumentnummer

JJR_19790425_OGH0002_0060OB00569_7900000_001

Rechtssatz für 5Ob309/83; 8Ob35/85; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0041519

Geschäftszahl

5Ob309/83; 8Ob35/85; 8Ob621/87; 7Ob659/89; 10ObS147/92; 7Ob616/94; 6Ob159/98w; 2Ob251/00a; 6Ob225/01h (6Ob239/01t); 4Ob291/01z (4Ob296/01k); 10Ob205/01x; 2Ob205/02i (2Ob206/02m); 6Ob89/02k; 3Ob187/04b; 9ObA29/05p; 10ObS116/06s; 4Ob34/08s; 8Ob21/08h; 8Ob14/08d; 5Ob283/08s; 8Ob84/08y; 6Ob8/10k; 7Ob125/12a; 4Ob180/15x; 6Ob206/16m; 3Ob64/17h; 6Ob176/17a; 1Ob2/18b; 9ObA15/19z; 6Ob71/20i (6Ob189/20t); 10ObS163/20y; 9ObA11/21i; 1Ob147/22g; 8Ob26/23s; 16Ok3/23m; 9Ob45/23t; 7Ob148/23z; 4Ob195/23i; 10ObS78/23b; 7Ob180/24g; 1Ob108/24z; 1Ob112/25i

Entscheidungsdatum

09.09.2025

Norm

FBG §26
ZPO §419 A
  1. ZPO § 419 heute
  2. ZPO § 419 gültig ab 01.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  3. ZPO § 419 gültig von 16.08.1922 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 532/1922

Rechtssatz

Für die Zulässigkeit einer Entscheidungsberichtigung ist maßgebend, dass durch die Berichtigung der wahre Entscheidungswille des Gerichtes zum Ausdruck gebracht wird.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 309/83
    Entscheidungstext OGH 31.01.1984 5 Ob 309/83
  • 8 Ob 35/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 35/85
  • 8 Ob 621/87
    Entscheidungstext OGH 25.11.1987 8 Ob 621/87
  • 7 Ob 659/89
    Entscheidungstext OGH 07.09.1989 7 Ob 659/89
    Auch
  • 10 ObS 147/92
    Entscheidungstext OGH 30.03.1993 10 ObS 147/92
    Auch; Beisatz: Ist aus der angefochtenen Entscheidung nicht zweifelsfrei der Entscheidungswille zu erkennen, kommt eine Entscheidungsberichtigung nicht in Betracht. (T1)
  • 7 Ob 616/94
    Entscheidungstext OGH 12.10.1994 7 Ob 616/94
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 159/98w
    Entscheidungstext OGH 05.10.2000 6 Ob 159/98w
    Auch; Beisatz: Die Urteilsberichtigung ist nur dann zulässig, wenn die zu berichtigende Entscheidung dem Willen des Gerichtes offensichtlich nicht entsprochen hat, somit eine Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erklärtem vorlag. (T2)
  • 2 Ob 251/00a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 251/00a
    Vgl auch
  • 6 Ob 225/01h
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 225/01h
    Auch; Beis wie T2
  • 4 Ob 291/01z
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 291/01z
    Auch; Beis wie T2
  • 10 Ob 205/01x
    Entscheidungstext OGH 30.04.2002 10 Ob 205/01x
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 205/02i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2002 2 Ob 205/02i
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 89/02k
    Entscheidungstext OGH 24.04.2003 6 Ob 89/02k
  • 3 Ob 187/04b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 3 Ob 187/04b
    Auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 29/05p
    Entscheidungstext OGH 22.02.2006 9 ObA 29/05p
    Beis wie T2
  • 10 ObS 116/06s
    Entscheidungstext OGH 17.04.2007 10 ObS 116/06s
    Vgl; Beisatz: Die einer Berichtigung zugänglichen „offenbaren Unrichtigkeiten" dürfen allerdings nicht den Inhalt des Entscheidungswillens, sondern nur die Wiedergabe des zur Zeit der Entscheidung bestehenden Entscheidungswillens nach außen betreffen. (T3)
  • 4 Ob 34/08s
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 34/08s
  • 8 Ob 21/08h
    Entscheidungstext OGH 05.08.2008 8 Ob 21/08h
    Auch; Beisatz: Eine Berichtigung ist nur zulässig, wenn ein mangelhafter Willensausdruck des Gerichts vorliegt, wenn also die vorliegende Willenserklärung offensichtlich nicht dem wahren Willen des Gerichts entspricht. Decken sich hingegen Wille und Erklärung des Gerichts, kommt eine Berichtigung nicht in Betracht. (T4)
  • 8 Ob 14/08d
    Entscheidungstext OGH 02.09.2008 8 Ob 14/08d
    Auch; Beisatz: Wenn die Entscheidung des Gerichts mit einer (für Gericht und Parteien erkennbaren) Unrichtigkeit behaftet ist, die weder das Ergebnis unrichtiger Tatsachenfeststellung noch unrichtiger Rechtsanwendung des Gerichts ist, verstößt es nicht gegen die Bindungsanordnung des § 416 Abs 2 ZPO, wenn das Gericht einen solchen Schreib- oder (wie hier) Rechenfehler - auch im Spruch seiner betroffenen Entscheidung - einer Korrektur nach der zitierten Gesetzesstelle unterzieht. (T5)
  • 5 Ob 283/08s
    Entscheidungstext OGH 13.01.2009 5 Ob 283/08s
    Beisatz: Die Berichtigungsvorschriften der §§ 419, 430 ZPO sollen dem Gericht die Anpassung der Entscheidungserklärung an den Entscheidungswillen ermöglichen. (T6); Bem: Hier: In Verbindung mit § 41 AußStrG 2005. (T7)
  • 8 Ob 84/08y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 Ob 84/08y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Der Wiedervorlageauftrag hinsichtlich der zugestellten Ausfertigungen der Revisionsurteile zur Vornahme der Berichtigungen beruht auf § 419 Abs 2 ZPO. (T8)
  • 6 Ob 8/10k
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 8/10k
    Bem: Hier: § 26 Abs 1 FBG. (T9)
  • 7 Ob 125/12a
    Entscheidungstext OGH 26.09.2012 7 Ob 125/12a
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 180/15x
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 180/15x
  • 6 Ob 206/16m
    Entscheidungstext OGH 27.04.2017 6 Ob 206/16m
    Vgl; Beis wie T2
  • 3 Ob 64/17h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 64/17h
    Vgl auch
  • 6 Ob 176/17a
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 6 Ob 176/17a
    Auch
  • 1 Ob 2/18b
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 1 Ob 2/18b
    Auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 15/19z
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 15/19z
    Auch
  • 6 Ob 71/20i
    Entscheidungstext OGH 09.09.2020 6 Ob 71/20i
    Vgl; Beis wie T1
  • 10 ObS 163/20y
    Entscheidungstext OGH 19.01.2021 10 ObS 163/20y
    Beis wie T2
  • 9 ObA 11/21i
    Entscheidungstext OGH 24.03.2021 9 ObA 11/21i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Konkordanz zwischen dem geäußerten Entscheidungswillen und dem Spruch der Entscheidung des Berufungsgerichts wurde durch Berichtigungsbeschluss hergestellt; Berichtigung des Urteilsspruchs. (T10)
  • 1 Ob 147/22g
    Entscheidungstext OGH 12.10.2022 1 Ob 147/22g
  • 8 Ob 26/23s
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.05.2023 8 Ob 26/23s
  • 16 Ok 3/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 11.05.2023 16 Ok 3/23m
    vgl
  • 9 Ob 45/23t
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.10.2023 9 Ob 45/23t
    Beisatz wie T10
    Beisatz: Entscheidungen der Vorinstanzen können insbesondere auch aus Anlass der Zurückweisung einer Revision berichtigt werden. (T11)
    Anm: vgl 8 ObA 31/21y sowie 1 Ob 147/22g
  • 7 Ob 148/23z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 22.11.2023 7 Ob 148/23z
  • 4 Ob 195/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.01.2024 4 Ob 195/23i
    vgl
  • 10 ObS 78/23b
    Entscheidungstext OGH 16.04.2024 10 ObS 78/23b
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T4
  • 7 Ob 180/24g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.12.2024 7 Ob 180/24g
  • 1 Ob 108/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.12.2024 1 Ob 108/24z
  • 1 Ob 112/25i
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 09.09.2025 1 Ob 112/25i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0041519

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.10.2025

Dokumentnummer

JJR_19840131_OGH0002_0050OB00309_8300000_001

Rechtssatz für 6Ob156/06v; 6Ob132/07s; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0121185

Geschäftszahl

6Ob156/06v; 6Ob132/07s; 6Ob34/08f; 6Ob232/07x; 6Ob243/08s; 6Ob43/09f; 6Ob8/10k; 6Ob102/12m; 6Ob243/15a; 6Ob90/20h; 6Ob157/21p; 6Ob141/25s

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Norm

FBG §10 Abs2
  1. FBG § 10 heute
  2. FBG § 10 gültig ab 01.07.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2010
  3. FBG § 10 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2004
  4. FBG § 10 gültig von 01.07.1996 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 304/1996
  5. FBG § 10 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.1996

Rechtssatz

Nach Paragraph 10, Absatz 2, FBG kann das Gericht, wenn eine Eintragung in das Firmenbuch wegen Mangels einer wesentlichen Voraussetzung unzulässig ist oder wird, diese von Amts wegen löschen. Unzulässig ist eine Eintragung insbesondere dann, wenn sie sachlich unrichtig ist oder wenn gesetzliche Erfordernisse für die Eintragung fehlen, deren Mangel die Beseitigung im öffentlichen Interesse oder im Interesse der Beteiligten geboten erscheinen lässt. Gelöscht werden können nach dem klaren Gesetzeswortlaut auch von Anfang an unzulässige beziehungsweise unrichtige Eintragungen. Paragraph 10, Absatz 2, FBG ermöglicht im Interesse der Richtigkeit des Firmenbuchs eine Durchbrechung der Rechtskraft unrichtiger Eintragungsbeschlüsse.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 156/06v
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 156/06v
    Veröff: SZ 2006/127
  • 6 Ob 132/07s
    Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 132/07s
    Beisatz: Die Rechtskraft des seinerzeitigen Eintragungsbeschlusses stellt daher kein taugliches Argument gegen die Zulässigkeit der Löschung nach § 10 Abs 2 FBG dar. (T1)
    Veröff: SZ 2007/144
  • 6 Ob 34/08f
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 34/08f
    Beisatz: Hier: Amtswegige Löschung der Eintragung der von Beginn an unwirksamen Bestellung von Aufsichtsratsmitgliedern. (T2) Veröff: SZ 2008/36
  • 6 Ob 232/07x
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 6 Ob 232/07x
    Auch; Beisatz: Eine Eintragung im Firmenbuch ist unter anderem dann unzulässig, wenn sie sachlich unrichtig ist. (T3)
    Beisatz: Dabei besteht eine Prüfungsbefugnis des Firmenbuchgerichts im Sinne einer Prüfungspflicht insbesondere dann, wenn Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Gesuch zugrunde liegenden Tatsachen bestehen (6 Ob 57/01b). (T4)
    Veröff: SZ 2008/63
  • 6 Ob 243/08s
    Entscheidungstext OGH 26.11.2008 6 Ob 243/08s
    Beisatz: Auch Beschlüssen des Firmenbuchgerichts kommt nach § 15 Abs 1 FBG iVm § 42 AußStrG Rechtskraft zu. Mit der in dieser Bestimmung angesprochenen formellen Rechtskraft treten nach § 43 Abs 1 AußStrG auch die Vollstreckbarkeit, Verbindlichkeit der Feststellung oder Rechtsgestaltung ein. (T5)
    Beisatz: § 10 Abs 2 FBG ermöglicht im Interesse der Richtigkeit des Firmenbuchs eine Durchbrechung der Rechtskraft unrichtiger Eintragungsbeschlüsse. (T6)
  • 6 Ob 43/09f
    Entscheidungstext OGH 16.04.2009 6 Ob 43/09f
    Vgl; Beisatz: Eine Wahlmöglichkeit zwischen Zwangsstrafenverfahren und amtswegiger Löschung besteht nur bei nachträglichen Änderungen und ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung wie im Fall des Erlöschens einer Firma (§ 31 Abs 2 UGB). (T7)
    Beisatz: Hier: Löschung eines Prokuristen wegen Unzulässigkeit der Eintragung der Prokura. Keine Wahlmöglichkeit. die richtige Vorgangsweise nicht in der Erzwingung der Anmeldung der Löschung der Prokura, sondern in der amtswegigen Löschung nach § 10 Abs 2 FBG bestanden. (T8)
    Veröff: SZ 2009/47
  • 6 Ob 8/10k
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 8/10k
    Vgl; Beisatz: Eine Wahrnehmung der Löschungsbefugnis gemäß § 10 Abs 2 FBG durch den Obersten Gerichtshof kommt nicht in Frage, weil dafür funktionell (nur) ein Gericht erster Instanz zuständig ist. (T9)
    Beisatz: Hier: Die nicht dem in der Stiftungsurkunde aufscheinenden Namen (§ 9 Abs 1 Z 4 PSG) entsprechende und somit unrichtige Eintragung des Namens der Stiftung ist wegen Mangels einer wesentlichen Voraussetzung unzulässig und daher dem § 10 Abs 2 FBG zu unterstellen. (T10)
  • 6 Ob 102/12m
    Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 102/12m
    Veröff: SZ 2012/89
  • 6 Ob 243/15a
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 6 Ob 243/15a
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Der Umstand, dass eine Stiftungsurkunde bzw deren Änderung im Firmenbuch eingetragen ist, steht einer späteren Prüfung hinsichtlich deren Gesetzmäßigkeit und damit Gültigkeit nicht entgegen. (T11)
  • 6 Ob 90/20h
    Entscheidungstext OGH 25.06.2020 6 Ob 90/20h
    Beisatz: Dies gilt nicht nur für Ersteintragungen, sondern auch für Folgeeintragungen wie beispielsweise eine Kapitalerhöhung. (T12)
  • 6 Ob 157/21p
    Entscheidungstext OGH 22.12.2021 6 Ob 157/21p
    Vgl; Beisatz: Dadurch, dass eine zulässige und wirksame konstitutive Eintragung etwa einer Gesellschaftsvertragsänderung durch spätere Satzungsänderungen nicht mehr aktuell wirksam und somit „obsolet“ wird, wird sie weder unzulässig noch unrichtig, stellt sie doch die seinerzeit bewirkte und bis zur Eintragung einer späteren, abändernden Satzungsänderung geltende Rechtslage richtig dar. (T13)
  • 6 Ob 141/25s
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.11.2025 6 Ob 141/25s
    vgl; Beisatz wie T12

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121185

Im RIS seit

30.09.2006

Zuletzt aktualisiert am

05.03.2026

Dokumentnummer

JJR_20060831_OGH0002_0060OB00156_06V0000_001

Entscheidungstext 6Ob8/10k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

PSR 2010/30 S 136 - PSR 2010,136 = ZfS 2010,125 = GesRZ 2010,272 (Birnbauer) = ecolex 2010/250 S 682 - ecolex 2010,682 = AnwBl 2010,509 = RdW 2010/512 S 506 - RdW 2010,506 = NZ 2011/V 56 S 92 - NZ 2011,92 = PSR 2011/38 S 136 (Kalss/Zollner, Judikaturübersicht) - PSR 2011,136 (Kalss/Zollner, Judikaturübersicht)

Geschäftszahl

6Ob8/10k

Entscheidungsdatum

19.03.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Firmenbuchsache der zu FN ***** eingetragenen K*****š Privatstiftung mit dem Sitz in K***** über den Revisionsrekurs der Privatstiftung, vertreten durch Dr. Matthäus Grilc und andere Rechtsanwälte in Klagenfurt, gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Graz als Rekursgericht vom 11. November 2009, GZ 4 R 140/09d-5, womit der Rekurs der Privatstiftung gegen den Beschluss des Landesgerichts Klagenfurt vom 18. September 2009, GZ 5 Fr 9263/09h-2, zurückgewiesen wurde, den

B e s c h l u s s

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.

Text

B e g r ü n d u n g :

Mit Stiftungsurkunde vom 30. 11. 2007 errichteten die Stifter 1. Ing. M***** K*****š, 2. M***** K*****š, 3. Prof. J***** K*****š, 4. mj M***** K*****š, 5. mj M***** K*****š, 6. mj M***** K*****š und 7. L***** Privatstiftung die K*****š Privatstiftung mit dem Sitz in K*****. Am 19. 12. 2007 meldete der Stiftungsvorstand die Privatstiftung zur Eintragung in das Firmenbuch an.

Mit Beschluss vom 27. 12. 2007 teilte das Erstgericht den Einschreitern mit, der Eintragung stehe ein bis zum 31. 1. 2008 zu beseitigendes Hindernis entgegen: „Der Name der Privatstiftung mit einem Apostroph auf dem „s“ im Wort ‘K*****s’ kann aus technischen Gründen nicht eingetragen werden: Eine entsprechende Änderung in ein Wort ohne Sonderzeichen ist vorzunehmen.“

Daraufhin teilte der Stiftungsvorstand dem Erstgericht mit, die Stiftung sei „(vorerst)“ mit der Eintragung des Namens „K*****š Privatstiftung“ ohne Sonderzeichen einverstanden. Die Stiftungsurkunde und somit auch der Name der Privatstiftung wurden nicht geändert.

Die Privatstiftung wurde am 17. 1. 2008 im Firmenbuch mit dem Namen „K*****s Privatstiftung“ eingetragen. Nach der in die öffentliche Urkundensammlung des Firmenbuchs aufgenommenen Stiftungsurkunde führt die Privatstiftung den Namen „K*****š Privatstiftung“.

Am 3. 9. 2009 beantragte die Privatstiftung die Richtigstellung ihres Namens im Firmenbuch auf „K*****š Privatstiftung“. Aufgrund des erstgerichtlichen Verbesserungsauftrags vom 27. 12. 2007 sei eine Änderung in „K*****s Privatstiftung“ vorgenommen worden, um eine Eintragung „der Firma“ zu ermöglichen. Das ändere nichts daran, dass der Name der Stiftung „K*****š Privatstiftung“ laute, so wie auch der „Gründer“ „K*****š“ heiße.

Das Erstgericht wies diesen Antrag mit der Begründung ab, es sei technisch nicht möglich, im Firmenbuch den Buchstaben „s“ mit Hatschek darzustellen.

Das Rekursgericht wies den dagegen gerichteten Rekurs der Stiftung zurück und ließ den ordentlichen Revisionsrekurs nicht zu. Die Eintragung des Namens der Stiftung ohne Háček auf dem „s“ im Namen „K*****š“ sei schon ursprünglich unrichtig erfolgt. Der Eintragungsbeschluss sei rechtskräftig und könne nur unter den Voraussetzungen des Paragraph 10, Absatz 2, FBG wieder beseitigt werden (RIS-Justiz RS0121185; 6 Ob 243/08s). Inhaltlich stelle sich der Antrag auf Berichtigung des im Firmenbuch eingetragenen Namens der Privatstiftung daher als Anregung zum amtswegigen Vorgehen nach Paragraph 10, Absatz 2, FBG dar. Durch das Wort „kann“ in dieser Bestimmung werde dem Gericht keine unbedingte Pflicht auferlegt, sondern eine Befugnis eingeräumt, von der es nach seinem pflichtgemäßen Ermessen Gebrauch zu machen habe (G. Kodek in Kodek/Nowotny/Umfahrer, FBG Paragraph 10, Rz 30). Die unrichtige Eintragung des Namens der Stiftung könne zwar dem öffentlichen Interesse an der Richtigkeit des Firmenbuchs und dem Interesse der Beteiligten widersprechen, eine Ausübung des Ermessens des Gerichts im Sinn einer Richtigstellung des Firmenbuchs sei aber hier nicht möglich, weil die technischen Voraussetzungen - in dem dem Firmenbuchgericht zur Verfügung stehenden Zeichensatz ist das Sonderzeichen Háček nicht enthalten - die richtige Eintragung des Namens der Stiftung (noch) nicht zuließen. Werde eine Anregung zur amtswegigen Löschung bzw Berichtigung gemäß Paragraph 10, Absatz 2, FBG nicht aufgegriffen, so habe der Anreger dagegen auch bei behauptetem rechtlichen Interesse an der Beseitigung der bemängelten Eintragung kein Rekursrecht (RIS-Justiz RS0124480; 6 Ob 243/08s).

Gegen den Beschluss des Rekursgerichts richtet sich der außerordentliche Revisionsrekurs der Stiftung mit dem Antrag, die „angefochtenen Beschlüsse“ aufzuheben und die Berichtigung des Stiftungsnamens von „K*****s Privatstiftung“ auf „K*****š Privatstiftung“ anzuordnen.

Der Revisionsrekurs ist zulässig, weil es an einer oberstgerichtlichen Rechtsprechung zur Auslegung des - von der Rechtmittelwerberin herangezogenen - Paragraph 26, Absatz eins, FBG fehlt. Der Revisionsrekurs ist aber nicht berechtigt.

Die Revisionsrekurswerberin argumentiert im Wesentlichen, hier liege kein Anwendungsfall von Paragraph 10, Absatz 2, FBG, sondern von Paragraph 26, FBG vor. Es handle sich um einen Schreibfehler, da statt des richtigen Buchstabens „š“ der Buchstabe „s“ verwendet worden sei. Die Stiftung werde durch die unrichtige Eintragung an ihren Rechten nach Paragraph 43, ABGB, Artikel 8, EMRK und Artikel 7, Ziffer 3, des Staatsvertrags von Wien verletzt.

Rechtliche Beurteilung

Der Senat hat erwogen:

1. Zur mangelnden Rekurslegitimation im Rahmen des Paragraph 10, Absatz 2, FBG wird auf die zutreffenden Ausführungen des Rekursgerichts verwiesen (Paragraph 71, Absatz 3, Satz 2 AußStrG in Verbindung mit Paragraph 15, Absatz eins, FBG).

2. Gemäß Paragraph 26, Absatz eins, FBG sind Schreibfehler und andere offenbare Unrichtigkeiten einer Eintragung auf Antrag oder von Amts wegen zu berichtigen.

Nach den Gesetzesmaterialien orientiert sich Paragraph 26, FBG an der „gleichartigen Bestimmung des Paragraph 419, ZPO“ Ausschussbericht 23, BlgNR 18. Gesetzgebungsperiode 17).

Auch nach G. Kodek in Kodek/Nowotny/Umfahrer, FBG Paragraph 26, Rz 1 ist die Bestimmung zwar für Firmenbucheintragungen lex specialis gegenüber dem auf die Paragraphen 419 bis 424 ZPO verweisenden Paragraph 41, AußStrG, ein sachlicher Unterschied ergebe sich daraus aber nicht.

Nach ständiger oberstgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Zulässigkeit einer Entscheidungsberichtigung gemäß Paragraph 419, ZPO maßgebend, dass dadurch der wahre Entscheidungswille des Gerichts zum Ausdruck gebracht wird (RIS-Justiz RS0041519) und die vom Richter gewollte Entscheidung inhaltlich unverändert bleibt (RIS-Justiz RS0041836). Die offenbare Unrichtigkeit, die einer Berichtigung gemäß Paragraph 419, Absatz eins, ZPO zugänglich ist, darf daher nur die Wiedergabe des zur Zeit der Entscheidung bestehenden Entscheidungswillens des erkennenden Richters nach außen betreffen, es muss sich also um eine Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erklärtem handeln (RIS-Justiz RS0041489).

Diese Grundsätze sind auch auf Paragraph 26, Absatz eins, FBG anzuwenden. Im vorliegenden Fall besteht kein Zweifel, dass die an sich unzulässige (weil dem Namen der Stiftung nicht vollkommen entsprechende) Firmenbucheintragung, die aber durch die mangelnde technische Möglichkeit, in einer Firmenbucheintragung ein Háček (Hatschek) darzustellen, gewissermaßen „erzwungen“ wurde, dem tatsächlichen Willen des Erstrichters entsprach. Ein Anwendungsfall von Paragraph 26, Absatz eins, FBG liegt somit entgegen der Auffassung der Rechtsmittelwerberin nicht vor.

3. Ergänzend ist Folgendes auszuführen: Die Begründung des Erstgerichts für die Abweisung des Berichtigungsantrags (mangelnde technische Möglichkeit) kann sich auf keine gesetzliche Grundlage stützen. Der Name der Privatstiftung leitet sich offenkundig vom Familiennamen der ersten sechs Stifter ab, die einen slowenischen Familiennamen tragen. Im Hinblick auf die den autochthonen Volksgruppen in Österreich zustehenden Rechte vergleiche Artikel 66, Staatsvertrag von St. Germain; Artikel 7, Ziffer eins und 3 Staatsvertrag von Wien; Artikel 8, Absatz eins und 2 B-VG; Paragraph eins, Absatz eins,, Paragraph 13, Absatz eins und 2 Volksgruppengesetz; Paragraph 4, Absatz eins, Ziffer eins, der Verordnung der Bundesregierung vom 31. 5. 1977 über die Bestimmung der Gerichte, Verwaltungsbehörden und sonstigen Dienststellen, vor denen die slowenische Sprache zusätzlich zur deutschen Sprache als Amtssprache zugelassen wird, BGBl 1977/307; vergleiche auch VfGH B 484/03 = VfSlg 17.425) ist die Unmöglichkeit, in Firmenbucheintragungen diakritische Zeichen der Sprachen der autochthonen Volksgruppen (wie das Háček in Form eines Häkchens in der slowenischen Sprache) abbilden zu können, verfassungsrechtlich bedenklich vergleiche die Missstandsfeststellung und Empfehlung der Volksanwaltschaft vom 19. 12. 2007, VA BD/25-BKA/06).

Entgegen der Ansicht der Revisionsrekurswerberin ist der vorliegende Fall durchaus Paragraph 10, Absatz 2, FBG zu unterstellen, war doch die nicht dem in der Stiftungsurkunde aufscheinenden Namen (Paragraph 9, Absatz eins, Ziffer 4, PSG) entsprechende und somit unrichtige Eintragung des Namens der Stiftung bereits ursprünglich wegen Mangels einer wesentlichen Voraussetzung unzulässig (zur [Neu-]-Eintragung im Rahmen des Löschungsverfahrens gemäß Paragraph 10, Absatz 2, FBG vergleiche 6 Ob 156/06v). Trotz der aufgezeigten verfassungsrechtlichen Bedenken kommt jedoch eine Wahrnehmung der Löschungsbefugnis gemäß Paragraph 10, Absatz 2, FBG durch den Obersten Gerichtshof nicht in Frage, weil dafür funktionell (nur) ein Gericht erster Instanz zuständig ist (G. Kodek in Kodek/Nowotny/Umfahrer FBG Paragraph 10, Rz 41 mwN).

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Schlagworte

Gruppe: Handelsrecht,Gesellschaftsrecht,Wertpapierrecht,Gruppe: Zivilrechtsfragen - Menschenrechte,Grundfreiheiten

Textnummer

E93614

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:0060OB00008.10K.0319.000

Im RIS seit

19.05.2010

Zuletzt aktualisiert am

30.09.2011

Dokumentnummer

JJT_20100319_OGH0002_0060OB00008_10K0000_000