Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 12Os128/80 9Os6/86; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089962

Geschäftszahl

12Os128/80; 9Os6/86; 11Os149/95; 13Os150/09x

Entscheidungsdatum

22.09.1980

Norm

StGB §16 A
StGB §201

Rechtssatz

Monatsblutung des Notzuchtsopfers als Freiwilligkeit des Rücktritts vom Versuch ausschließendes (vom Standpunkt des Täters aus gesehenen) Beischlafshindernis.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 128/80
    Entscheidungstext OGH 22.09.1980 12 Os 128/80
  • 9 Os 6/86
    Entscheidungstext OGH 22.01.1986 9 Os 6/86
    Vgl aber
  • 11 Os 149/95
    Entscheidungstext OGH 21.11.1995 11 Os 149/95
    Vgl
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Auch; Beisatz: Hier: Sowie Infektion im Intimbereich. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0089962

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.04.2010

Dokumentnummer

JJR_19800922_OGH0002_0120OS00128_8000000_001

Rechtssatz für 15Os5/91 14Os88/00 15Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0099099

Geschäftszahl

15Os5/91; 14Os88/00; 15Os30/03; 15Os6/03; 11Os40/03; 13Os60/03; 14Os69/03; 15Os100/04; 13Os110/04; 15Os52/05v; 14Os67/05t; 14Os52/06p; 12Os34/06a; 11Os123/07h; 13Os122/07a; 15Os131/08s; 14Os171/08s; 13Os87/08f; 14Os15/09a; 13Os150/09x; 11Os49/10f; 14Os147/10i; 15Os34/11f; 12Os31/12v; 14Os71/12s; 12Os140/12y; 11Os83/13k (11Os84/13g, 11Os99/13p); 14Os8/14d; 15Os10/14f; 14Os142/14k; 11Os10/15b; 13Os71/15p; 13Os109/15a; 12Os146/15k; 12Os119/15i; 11Os26/16g; 14Os27/16a (14Os124/16s); 13Os143/17d; 14Os55/18x; 14Os11/18a (14Os99/18t); 13Os13/20s; 15Os16/20x; 11Os132/20a

Entscheidungsdatum

29.08.1991

Norm

StPO §55
StPO §226
StPO §238
StPO §281 Abs1 Z4 A
StPO §345 Abs1 Z5

Rechtssatz

Nur Beweisanträge, die während der Hauptverhandlung gestellt wurden, können Grundlage einer Verfahrensrüge sein. Anträge, die in Schriftsätzen außerhalb der Hauptverhandlung eingebracht wurden, erfüllen diese Voraussetzungen nur, wenn sie vom Antragsteller in der Hauptverhandlung wiederholt wurden. Eine bloße Verlesung (durch das Gericht) ersetzt die Antragstellung in der Hauptverhandlung nicht. Das gilt auch, wenn sich das Gericht - demnach überflüssig - in einem Zwischenerkenntnis mit dem in den Schriftsätzen enthaltenen Beweisanträgen auseinandersetzte.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 5/91
    Entscheidungstext OGH 29.08.1991 15 Os 5/91
  • 14 Os 88/00
    Entscheidungstext OGH 29.08.2000 14 Os 88/00
    Auch; Beisatz: Dies gilt ebenso für Vertagungsanträge. (T1)
  • 15 Os 30/03
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 15 Os 30/03
    Auch; nur: Nur Beweisanträge, die während der Hauptverhandlung gestellt wurden, können Grundlage einer Verfahrensrüge sein. Anträge, die in Schriftsätzen außerhalb der Hauptverhandlung eingebracht wurden, erfüllen diese Voraussetzungen nur, wenn sie vom Antragsteller in der Hauptverhandlung wiederholt wurden. Eine bloße Verlesung (durch das Gericht) ersetzt die Antragstellung in der Hauptverhandlung nicht. (T2); Beis wie T1
  • 15 Os 6/03
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 15 Os 6/03
    Vgl auch; nur: Nur Beweisanträge, die während der Hauptverhandlung gestellt wurden, können Grundlage einer Verfahrensrüge sein. (T3)
  • 11 Os 40/03
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 11 Os 40/03
    Auch; nur T3
  • 13 Os 60/03
    Entscheidungstext OGH 04.06.2003 13 Os 60/03
    Auch; nur: Nur Beweisanträge, die während der Hauptverhandlung gestellt wurden, können Grundlage einer Verfahrensrüge sein. Anträge, die in Schriftsätzen außerhalb der Hauptverhandlung eingebracht wurden, erfüllen diese Voraussetzungen nur, wenn sie vom Antragsteller in der Hauptverhandlung wiederholt wurden. (T4)
  • 14 Os 69/03
    Entscheidungstext OGH 27.01.2004 14 Os 69/03
    Auch; nur T2
  • 15 Os 100/04
    Entscheidungstext OGH 09.09.2004 15 Os 100/04
    Auch; Beisatz: Die Verfahrensrüge kann nicht auf außerhalb der Hauptverhandlung gestellte Anträge bezogen werden. (T5)
  • 13 Os 110/04
    Entscheidungstext OGH 01.12.2004 13 Os 110/04
    Auch; Beisatz: Die Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes der Z 4 setzt voraus, dass über einen in der Hauptverhandlung gestellten Antrag nicht oder nicht im Sinne des Antragstellers entschieden wurde. Bloß in der Anklageschrift oder in Schriftsätzen gestellte Anträge sind daher irrelevant (WK-StPO § 281 Rz 309 f). (T6)
  • 15 Os 52/05v
    Entscheidungstext OGH 28.06.2005 15 Os 52/05v
    Auch; nur T2; Beisatz: Die Verlesung des gesamten Akteninhaltes und damit auch des schriftlich gestellten Antrages vermag daran nichts zu ändern, weil nur in der Hauptverhandlung gestellte oder wiederholte Beweisanträge beachtlich sind. (T7)
  • 14 Os 67/05t
    Entscheidungstext OGH 17.01.2006 14 Os 67/05t
    Vgl auch
  • 14 Os 52/06p
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 14 Os 52/06p
    Auch; nur T3
  • 12 Os 34/06a
    Entscheidungstext OGH 01.06.2006 12 Os 34/06a
    Auch; Beis wie T6
  • 11 Os 123/07h
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 123/07h
    Auch
  • 13 Os 122/07a
    Entscheidungstext OGH 14.05.2008 13 Os 122/07a
    Auch; Beisatz: Die Erklärung des Verteidigers, seine - zuvor in einem Schriftsatz, nicht aber in der Hauptverhandlung gestellten - Beweisanträge „formaliter aufrecht" zu halten, reicht nicht aus. (T8)
  • 15 Os 131/08s
    Entscheidungstext OGH 16.10.2008 15 Os 131/08s
    Auch; Beisatz: Hat der Privatbeteiligte in der Hauptverhandlung keinen Antrag gestellt, sondern lediglich auf einen vor der Hauptverhandlung in einem Schriftsatz gestellten Antrag hingewiesen, ohne diesen jedoch zu wiederholen, liegt ein im Sinn des § 238 StPO entscheidungspflichtiger in der Hauptverhandlung gestellter Beweisantrag nicht vor. (T9)
  • 14 Os 171/08s
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 171/08s
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Die Durchführung einer Wahlkonfrontation wurde nur im Rahmen der kontradiktorischen Zeugenvernehmung, begehrt. (T10)
  • 13 Os 87/08f
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 13 Os 87/08f
    Auch
  • 14 Os 15/09a
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 14 Os 15/09a
    Vgl; Beisatz: Einen schriftlichen Antrag bloß aufrecht zu halten, genügt nicht. (T11)
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Auch
  • 11 Os 49/10f
    Entscheidungstext OGH 18.05.2010 11 Os 49/10f
    Auch
  • 14 Os 147/10i
    Entscheidungstext OGH 16.11.2010 14 Os 147/10i
    Vgl; Beis wie T11
  • 15 Os 34/11f
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 34/11f
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 12 Os 31/12v
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 12 Os 31/12v
    Auch; Beis ähnlich wie T8
  • 14 Os 71/12s
    Entscheidungstext OGH 16.10.2012 14 Os 71/12s
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Der Verfahrensrüge (Z 4) kommt - ungeachtet des darüber ergangenen abweislichen Zwischenerkenntnisses ‑ zufolge Unterlassung eines den Anforderungen des § 55 StPO entsprechenden Begehrens, die in Rede stehenden Zeugen zu vernehmen, keine Berechtigung zu. In der Begründung der ‑ in der Hauptverhandlung vorgetragenen - Anklageschrift wurde eine entsprechende Beweisaufnahme hinwieder ohne Nennung von Beweisthema oder Relevanz desselben für die Schuld‑ oder die Subsumtionsfrage bloß unsubstantiiert begehrt. (T12) (ursprünglich irrig auch als T1 erfasst)
  • 12 Os 140/12y
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 12 Os 140/12y
    Vgl auch
  • 11 Os 83/13k
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 11 Os 83/13k
  • 14 Os 8/14d
    Entscheidungstext OGH 25.02.2014 14 Os 8/14d
    Auch
  • 15 Os 10/14f
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 15 Os 10/14f
    Auch
  • 14 Os 142/14k
    Entscheidungstext OGH 20.01.2015 14 Os 142/14k
    Auch
  • 11 Os 10/15b
    Entscheidungstext OGH 10.03.2015 11 Os 10/15b
  • 13 Os 71/15p
    Entscheidungstext OGH 23.09.2015 13 Os 71/15p
    Auch
  • 13 Os 109/15a
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 13 Os 109/15a
  • 12 Os 146/15k
    Entscheidungstext OGH 07.04.2016 12 Os 146/15k
    Auch; Beisatz: Die Erklärung des Verteidigers in der gemäß § 276a zweiter Satz StPO neu durchgeführten Hauptverhandlung, seine in der vorangegangenen Hauptverhandlung gestellten Beweisanträge aufrecht zu halten, reicht nicht aus. (T13) (ursprünglich irrig auch als T1 erfasst)
  • 12 Os 119/15i
    Entscheidungstext OGH 07.04.2016 12 Os 119/15i
    Auch
  • 11 Os 26/16g
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 11 Os 26/16g
    Auch
  • 14 Os 27/16a
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 27/16a
    Auch
  • 13 Os 143/17d
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 143/17d
    Auch
  • 14 Os 55/18x
    Entscheidungstext OGH 03.07.2018 14 Os 55/18x
    Auch
  • 14 Os 11/18a
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 11/18a
    Auch
  • 13 Os 13/20s
    Entscheidungstext OGH 28.04.2020 13 Os 13/20s
    Vgl; Beis wie T13
  • 15 Os 16/20x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2020 15 Os 16/20x
    Vgl; Beis wie T11
  • 11 Os 132/20a
    Entscheidungstext OGH 05.01.2021 11 Os 132/20a
    Vgl; Beis wie T8; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0099099

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19910829_OGH0002_0150OS00005_9100006_003

Rechtssatz für 13Os70/95 14Os95/95 14O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0097566

Geschäftszahl

13Os70/95; 14Os95/95; 14Os58/97; 11Os108/97; 12Os15/01; 12Os56/01; 13Os36/01; 12Os5/03; 12Os13/03; 14Os18/05m; 12Os72/06i; 15Os115/08p; 13Os150/09x; 15Os187/09b

Entscheidungsdatum

28.06.1995

Norm

StPO §162a
StPO §281 Abs1 Z1a
StPO §281 Abs1 Z4 B

Rechtssatz

Abweisung des Antrags auf Wiederholung der kontradiktorischen Vernehmung des unmündigen Tatopfers. Durch den Umstand, dass der Angeklagte zur Zeit der Durchführung dieser gerichtlichen Vorerhebung am 29. Jänner 2007 noch nicht anwaltlich vertreten war und deren Ergebnis der Urteilsbegründung zugrunde gelegt wurde, ist die behauptete Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 4 StPO nicht bewirkt worden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 70/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 13 Os 70/95
  • 14 Os 95/95
    Entscheidungstext OGH 08.08.1995 14 Os 95/95
    Vgl auch; nur: Durch den Umstand, dass der Angeklagte zur Zeit der Durchführung dieser gerichtlichen Vorerhebung noch nicht anwaltlich vertreten war und deren Ergebnis der Urteilsbegründung zugrunde gelegt wurde, ist die behauptete Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 4 StPO nicht bewirkt worden. (T1)
  • 14 Os 58/97
    Entscheidungstext OGH 13.05.1997 14 Os 58/97
    Vgl auch; nur T1
  • 11 Os 108/97
    Entscheidungstext OGH 26.08.1997 11 Os 108/97
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: § 281 Z 1a StPO (T2)
  • 12 Os 15/01
    Entscheidungstext OGH 15.02.2001 12 Os 15/01
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Kontradiktorische Vernehmung eines Zeugen. (T3)
  • 12 Os 56/01
    Entscheidungstext OGH 02.08.2001 12 Os 56/01
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 13 Os 36/01
    Entscheidungstext OGH 27.06.2001 13 Os 36/01
    Vgl auch
  • 12 Os 5/03
    Entscheidungstext OGH 06.03.2003 12 Os 5/03
    Vgl auch; nur T1, Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 13/03
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 12 Os 13/03
    Auch; Beisatz: Notwendige Verteidigung sieht das Gesetz dazu nicht vor. (T4)
  • 14 Os 18/05m
    Entscheidungstext OGH 09.08.2005 14 Os 18/05m
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 12 Os 72/06i
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 12 Os 72/06i
    Auch; Beis wie T4
  • 15 Os 115/08p
    Entscheidungstext OGH 11.09.2008 15 Os 115/08p
    nur T1
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Vgl aber; Beisatz: Der Angeklagte in Strafverfahren mit Verteidigerzwang in der Hauptverhandlung (§ 61 Abs 1 Z 4 und 5 StPO) kann, wenn das Beweisverfahren durch kontradiktorische Vernehmung im Ermittlungsverfahren gleichsam vorweggenommen wird, aus Z 4 mit Erfolg geltend machen, dass er nicht rechtzeitig, ausdrücklich und in einer für ihn verständlichen Weise auf den Wert, den ein zur kontradiktorischen Vernehmung beigezogener geschulter Rechtsbeistand darstellt, und das Recht hingewiesen wurde, mit Blick auf ein (angesichts der Vorschriften der §§ 281 Abs 1 Z 1a, 345 Abs 1 Z 2, 489 Abs 1 erster Satz StPO zwanglos zu bejahendes) Erfordernis iSd § 61 Abs 2 StPO nach Maßgabe der sonstigen Voraussetzungen die Beigebung eines Verfahrenshilfeverteidigers zu verlangen. Der reklamierte Schutzzweck wäre bei derartiger Antragstellung deutlich erkennbar; dessen rechtliche Ableitung wird vom Gesetz nicht verlangt (WK-StPO § 281 Rz 334). (T5)
  • 15 Os 187/09b
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 187/09b
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0097566

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.07.2010

Dokumentnummer

JJR_19950628_OGH0002_0130OS00070_9500000_001

Rechtssatz für 14Os145/98 12Os22/99 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111315

Geschäftszahl

14Os145/98; 12Os22/99; 14Os105/99; 12Os21/00; 15Os21/00; 15Os3/01; 14Os75/01; 13Os36/01; 12Os88/01 (12Os100/01); 13Os13/02; 12Os5/03; 13Os71/03; 11Os34/04; 15Os58/04; 12Os38/04; 12Os60/05y; 14Os7/06w; 12Os44/06x; 11Os52/05i; 14Os110/06t; 14Os33/06v; 15Os125/06f; 15Os59/07a; 12Os128/07a; 15Os101/08d; 15Os117/09h; 13Os150/09x; 13Os65/13b; 15Os165/13y; 15Os47/14x; 14Os119/14b (14Os120/14z); 15Os158/14w; 14Os71/15w; 13Os120/17x; 12Os43/18t; 13Os87/18w (13Os88/18); 15Os27/19p; 11Os125/19w

Entscheidungsdatum

02.12.1998

Norm

StPO §152 Abs1
StPO §252 Abs1 Z2a

Rechtssatz

Eine Entschlagungserklärung kann auch schon vor der Hauptverhandlung (zum Beispiel schriftlich) abgegeben werden. Ob sie ausreichend und unbedenklich ist, entscheidet das Gericht.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 145/98
    Entscheidungstext OGH 02.12.1998 14 Os 145/98
  • 12 Os 22/99
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 12 Os 22/99
    Auch; Beisatz: Die an keine Förmlichkeiten gebundene Entschlagungserklärung nach § 152 Abs 1 Z 3 StPO darf auch außerhalb der Hauptverhandlung abgegeben werden. (T1)
  • 14 Os 105/99
    Entscheidungstext OGH 21.09.1999 14 Os 105/99
    Beisatz: Hier: Fernmündlich außerhalb der Hauptverhandlung durch die Heimleitung übermittelt. (T2)
  • 12 Os 21/00
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 12 Os 21/00
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 21/00
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 15 Os 21/00
    Beisatz: Hier: § 152 Abs 1 Z 2, 2a und 3 StPO. (T3)
  • 15 Os 3/01
    Entscheidungstext OGH 25.01.2001 15 Os 3/01
    Auch
  • 14 Os 75/01
    Entscheidungstext OGH 03.07.2001 14 Os 75/01
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 36/01
    Entscheidungstext OGH 27.06.2001 13 Os 36/01
    Vgl auch
  • 12 Os 88/01
    Entscheidungstext OGH 06.12.2001 12 Os 88/01
  • 13 Os 13/02
    Entscheidungstext OGH 17.04.2002 13 Os 13/02
  • 12 Os 5/03
    Entscheidungstext OGH 06.03.2003 12 Os 5/03
    nur: Eine Entschlagungserklärung kann auch schon vor der Hauptverhandlung abgegeben werden. (T4)
  • 13 Os 71/03
    Entscheidungstext OGH 02.07.2003 13 Os 71/03
    Auch
  • 11 Os 34/04
    Entscheidungstext OGH 27.04.2004 11 Os 34/04
    Vgl; Beisatz: Eine (mehrmalige) Wiederholung der Abklärung dieser Formalvorfrage ist generell nicht geboten. (T5)
  • 15 Os 58/04
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 15 Os 58/04
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 38/04
    Entscheidungstext OGH 01.03.2005 12 Os 38/04
    Auch
  • 12 Os 60/05y
    Entscheidungstext OGH 04.08.2005 12 Os 60/05y
    Vgl auch; nur T4
  • 14 Os 7/06w
    Entscheidungstext OGH 20.02.2006 14 Os 7/06w
    Auch; nur T4
  • 12 Os 44/06x
    Entscheidungstext OGH 01.06.2006 12 Os 44/06x
    Auch
  • 11 Os 52/05i
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 11 Os 52/05i
    nur: Eine Entschlagungserklärung kann auch schon vor der Hauptverhandlung (zum Beispiel schriftlich) abgegeben werden. (T6); Beis wie T1 nur: An keine Förmlichkeiten gebundene Entschlagungserklärung. (T7)
  • 14 Os 110/06t
    Entscheidungstext OGH 14.11.2006 14 Os 110/06t
    Vgl auch; Beisatz: Die Abgabe einer Entschlagungserklärung ist an keine Förmlichkeiten gebunden und daher auch durch einen ausgewiesenen Rechtsvertreter vornehmbar. (T8); Beisatz: Hier: Das kontradiktorisch vernommene Tatopfer erklärte durch seine Privatbeteiligtenvertreterin nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich in der Hauptverhandlung unmissverständlich, von dem ihm gemäß § 152 Abs 1 Z 2a StPO zustehenden Entschlagungsrecht Gebrauch zu machen. (T9)
  • 14 Os 33/06v
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 14 Os 33/06v
    Auch; Beisatz: Hier: Schriftliche Inanspruchnahme des Entschlagungsrechtes nach § 152 Abs 1 Z 2a StPO. (T10)
  • 15 Os 125/06f
    Entscheidungstext OGH 23.04.2007 15 Os 125/06f
    Beisatz: Allerdings muss unmissverständlich zum Ausdruck kommen, dass gerade eine Aussage in der Hauptverhandlung verweigert wird; um dies in zweifelhaften Fällen zu klären, kann das Gericht auch vor der Verhandlung den Zeugen kontaktieren. (T11)
  • 15 Os 59/07a
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 15 Os 59/07a
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T9; Beisatz: Hier: Erklärung der Privatbeteiligtenvertreterin, dass die Mutter des Tatopfers ihr neuerlich mitgeteilt habe, dass dieses nicht mehr aussagen wolle. (T12)
  • 12 Os 128/07a
    Entscheidungstext OGH 15.11.2007 12 Os 128/07a
    Auch; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T11
  • 15 Os 101/08d
    Entscheidungstext OGH 21.08.2008 15 Os 101/08d
    Auch; nur T4; Beisatz: Hier: Entschlagungserklärung im Rahmen der kontradiktorischen Vernehmung (vgl WK-StPO § 252 Rz 74). (T13)
  • 15 Os 117/09h
    Entscheidungstext OGH 14.10.2009 15 Os 117/09h
    Auch; nur T4
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Auch
  • 13 Os 65/13b
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 13 Os 65/13b
    Vgl auch; Auch Beis wie T7; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Erklärung der Prozessbegleiterin (§ 66 Abs 2 StPO) des Opfers (§ 65 Z 1 lit a StPO), dieses wolle nicht mehr aussagen. (T14)
  • 15 Os 165/13y
    Entscheidungstext OGH 08.04.2014 15 Os 165/13y
  • 15 Os 47/14x
    Entscheidungstext OGH 27.05.2014 15 Os 47/14x
    Auch; Beisatz: Hier: Angabe der Zeugin gegenüber dem Polizeibeamten, der ihr die Ladung zugestellt hatte, dass sie die Aussage verweigern wolle. (T15)
  • 14 Os 119/14b
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 119/14b
  • 15 Os 158/14w
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 15 Os 158/14w
    Auch; Beisatz: Ungeachtet der Aufzählung in § 73 StPO steht es auch Zeugen zu, sich im Strafverfahren zur Ausübung prozessualer Rechte ‑ wie hier der Abgabe einer Erklärung nach § 159 Abs 2 StPO, aber auch beispielsweise der Einbringung einer Beschwerde nach § 243 Abs 1 StPO ‑ eines Vertreters (in Form eines Rechtsanwalts oder einer sonstigen geeigneten Person) zu bedienen. Dass die Pflicht des Zeugen zur Aussage (§ 154 Abs 2 StPO) hingegen höchstpersönlicher Natur und unvertretbar ist, steht dazu nicht in Widerspruch. (T16)
  • 14 Os 71/15w
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 71/15w
  • 13 Os 120/17x
    Entscheidungstext OGH 06.12.2017 13 Os 120/17x
    Auch; Beis wie T8
  • 12 Os 43/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 43/18t
    Auch; nur T4; Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 13 Os 87/18w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 13 Os 87/18w
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 15 Os 27/19p
    Entscheidungstext OGH 10.04.2019 15 Os 27/19p
  • 11 Os 125/19w
    Entscheidungstext OGH 18.02.2020 11 Os 125/19w
    Vgl; Beis wie T8; Beis wie T14

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111315

Im RIS seit

01.01.1999

Zuletzt aktualisiert am

12.03.2020

Dokumentnummer

JJR_19981202_OGH0002_0140OS00145_9800000_001

Rechtssatz für 13Os23/00 11Os124/02 12...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113446

Geschäftszahl

13Os23/00; 11Os124/02; 12Os99/06k; 14Os69/07i; 11Os161/07x; 13Os150/09x; 13Os52/11p; 14Os18/16b; 14Os24/17m; 15Os4/18d; 13Os149/17m (13Os150/17h); 15Os47/18b; 12Os92/18y; 15Os39/19b; 12Os3/20p

Entscheidungsdatum

12.04.2000

Norm

StPO §245 Abs1
StPO §248 Abs4
StPO §252 Abs1
StPO §252 Abs4
StPO §281 Abs1 Z3
StPO §281 Abs1 Z4 B

Rechtssatz

Im Rahmen der Vernehmung des Angeklagten gemäß § 245 Abs 1 StPO über den Inhalt der Anklage fällt die auf dieser gesetzlichen Grundlage geschehene "Anführung" - anders als deren "Vorführung" im Rahmen des Beweisverfahrens (siehe § 246 Abs 1 sowie § 325 Abs 1 StPO) - einer Aussage nicht unter die Verlesung und die damit verbundenen Beschränkungen des § 252 Abs 1 StPO. Damit stellt sich die Frage nach (unzulässiger) Umgehung im Sinn des § 252 Abs 4 StPO selbst dann nicht, wenn es bei der gemäß § 245 Abs 1 StPO vorgesehenen Vernehmung des leugnenden Angeklagten erforderlich sein sollte, diesem die Aussage eines Belastungszeugen vorzuhalten, die er im Vorverfahren unter Verzicht auf sein Entschlagungsrecht abgelegt hatte. Über einen Antrag der Verteidigung, weitere Vorhalte zu unterbinden, ist jedoch durch den Senat zu entscheiden und sodann Vorhalte aus den Zeugenaussagen erst nach der Vernehmung dieser Zeugen in der Hauptverhandlung zu machen (§ 248 Abs 4 StPO).

Entscheidungstexte

  • 13 Os 23/00
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 13 Os 23/00
  • 11 Os 124/02
    Entscheidungstext OGH 11.02.2003 11 Os 124/02
    Vgl auch; nur: Im Rahmen der Vernehmung des Angeklagten gemäß § 245 Abs 1 StPO über den Inhalt der Anklage fällt die auf dieser gesetzlichen Grundlage geschehene "Anführung" einer Aussage nicht unter die Verlesung und die damit verbundenen Beschränkungen des § 252 Abs 1 StPO. Damit stellt sich die Frage nach (unzulässiger) Umgehung im Sinn des § 252 Abs 4 StPO selbst dann nicht, wenn es bei der gemäß § 245 Abs 1 StPO vorgesehenen Vernehmung des leugnenden Angeklagten erforderlich sein sollte, diesem die Aussage eines Belastungszeugen vorzuhalten, die er im Vorverfahren unter Verzicht auf sein Entschlagungsrecht abgelegt hatte. (T1)
  • 12 Os 99/06k
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 12 Os 99/06k
    Vgl auch; Beisatz: Ein dem Angeklagten anlässlich seiner fortgesetzten Vernehmung bloß vorgehaltenes Haftverhandlungsprotokoll ist mangels förmlicher Verlesung oder Vortrag durch den Vorsitzenden gemäß § 258 Abs 1 iVm § 252 Abs 2a StPO in der Hauptverhandlung nicht vorgekommen, sodass die vermeintliche „Verlesung" dieses Protokolls ohne Zustimmung der Verteidigung nicht mit Nichtigkeit gemäß § 281 Abs 1 Z 3 StPO geltend gemacht werden kann. (T2)
  • 14 Os 69/07i
    Entscheidungstext OGH 15.01.2008 14 Os 69/07i
    Vgl auch; Beisatz: Ein „Vorhalt" gegenüber dem Angeklagten bei seiner fortgesetzten Vernehmung lässt anders als ein Vorhalt gegenüber Zeugen oder Sachverständigen den Inhalt des Beweismittels nicht im Sinn des § 258 Abs 1 StPO in der Hauptverhandlung vorkommen. (T3)
  • 11 Os 161/07x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 161/07x
    Auch; Beisatz: Die (in der Praxis häufig als „Vorhalt" bezeichnete) „Anführung" von Beweismitteln (also etwa einer Aussage eines Zeugen im Vorverfahren) im Rahmen der Vernehmung des Angeklagten über den Inhalt der Anklage gemäß §245 Abs1 StPO fällt - anders als deren „Vorführung" im Rahmen des Beweisverfahrens (§§246 Abs1, 325 Abs1 StPO) - nicht unter die Verlesung und die damit verbundenen Beschränkungen des §252 Abs1 StPO (WK-StPO §281 Rz237). (T4)
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Auch
  • 13 Os 52/11p
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 52/11p
    Vgl
  • 14 Os 18/16b
    Entscheidungstext OGH 12.04.2016 14 Os 18/16b
    Auch
  • 14 Os 24/17m
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 24/17m
    Vgl
  • 15 Os 4/18d
    Entscheidungstext OGH 14.02.2018 15 Os 4/18d
    Auch; Beis wie T3
  • 13 Os 149/17m
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 149/17m
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 15 Os 47/18b
    Entscheidungstext OGH 23.05.2018 15 Os 47/18b
    Auch
  • 12 Os 92/18y
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 12 Os 92/18y
    Auch
  • 15 Os 39/19b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2019 15 Os 39/19b
    Vgl; Beis wie T3
  • 12 Os 3/20p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 12 Os 3/20p
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113446

Im RIS seit

12.05.2000

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2020

Dokumentnummer

JJR_20000412_OGH0002_0130OS00023_0000000_001

Rechtssatz für 14Os87/03 14Os149/03 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0118016

Geschäftszahl

14Os87/03; 14Os149/03; 14Os154/03; 13Os148/03; 13Os113/04; 13Os84/04; 14Os22/05z; 11Os19/05m; 13Os83/05p; 13Os29/06y; 14Os92/08y (14Os93/08w); 13Os150/09x; 13Os85/10i; 13Os101/11v; 14Os31/14m; 11Os66/14m; 17Os15/15g; 15Os16/16s; 12Os61/16m; 14Os62/17z; 13Os31/20p; 14Os122/20b

Entscheidungsdatum

05.08.2003

Norm

StPO §281 Abs1 Z2
StPO §281 Abs1 Z3
StPO §281 Abs1 Z4 A
StPO §281 Abs1 Z5 B
StPO §281 Abs1 Z5a

Rechtssatz

Stellt sich eine prozessleitende Verfügung beim Vergleich mit den erkennbar herangezogenen Sachverhaltsannahmen als rechtsrichtig dar, überprüft der Oberste Gerichtshof den zugrunde gelegten Sachverhalt ohne darauf bezogene Anfechtung nicht. Dieser kann nur nach Maßgabe der in den Z 5 und 5a des § 281 Abs 1 StPO genannten Kriterien angefochten werden.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 87/03
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 14 Os 87/03
  • 14 Os 149/03
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 14 Os 149/03
    Vgl
  • 14 Os 154/03
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 14 Os 154/03
    Vgl auch
  • 13 Os 148/03
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 13 Os 148/03
    Vgl auch
  • 13 Os 113/04
    Entscheidungstext OGH 03.11.2004 13 Os 113/04
    Vgl
  • 13 Os 84/04
    Entscheidungstext OGH 01.12.2004 13 Os 84/04
    Vgl auch
  • 14 Os 22/05z
    Entscheidungstext OGH 05.04.2005 14 Os 22/05z
    nur: Stellt sich eine prozessleitende Verfügung beim Vergleich mit den erkennbar herangezogenen Sachverhaltsannahmen als rechtsrichtig dar, überprüft der Oberste Gerichtshof den zugrunde gelegten Sachverhalt ohne darauf bezogene Anfechtung nicht. (T1)
  • 11 Os 19/05m
    Entscheidungstext OGH 07.06.2005 11 Os 19/05m
    Auch
  • 13 Os 83/05p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 13 Os 83/05p
    Vgl auch
  • 13 Os 29/06y
    Entscheidungstext OGH 03.05.2006 13 Os 29/06y
    Auch
  • 14 Os 92/08y
    Entscheidungstext OGH 05.08.2008 14 Os 92/08y
    Vgl auch; Beisatz:Die von den Tatrichtern für die Nichtgewährung des Entschlagungsrechts erkennbar herangezogene Sachverhaltsgrundlage wäre allenfalls nach Maßgabe der in den Z 5 und 5a des § 281 Abs 1 StPO genannten Kriterien anfechtbar. (T2)
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Auch
  • 13 Os 85/10i
    Entscheidungstext OGH 19.08.2010 13 Os 85/10i
    Auch
  • 13 Os 101/11v
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 101/11v
    Auch
  • 14 Os 31/14m
    Entscheidungstext OGH 01.04.2014 14 Os 31/14m
    Vgl
  • 11 Os 66/14m
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 11 Os 66/14m
    Auch; Beis wie T2
  • 17 Os 15/15g
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 17 Os 15/15g
    Auch
  • 15 Os 16/16s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2016 15 Os 16/16s
    Auch
  • 12 Os 61/16m
    Entscheidungstext OGH 14.07.2016 12 Os 61/16m
    Auch
  • 14 Os 62/17z
    Entscheidungstext OGH 07.11.2017 14 Os 62/17z
    Auch
  • 13 Os 31/20p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2020 13 Os 31/20p
    Vgl
  • 14 Os 122/20b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 14 Os 122/20b
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118016

Im RIS seit

04.09.2003

Zuletzt aktualisiert am

20.01.2021

Dokumentnummer

JJR_20030805_OGH0002_0140OS00087_0300000_001

Rechtssatz für 14Os47/04 14Os40/07z 13...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0119111

Geschäftszahl

14Os47/04; 14Os40/07z; 13Os83/08t; 11Os117/09d; 13Os150/09x; 13Os141/14f; 11Os106/15w (11Os107/15t; 11Os110/15h; 11Os121/15a)

Entscheidungsdatum

25.05.2004

Norm

StPO §281 Abs1 Z4 B
MRK Art6 Abs1 II5b1

Rechtssatz

Wird ein Beweisverbot geltend gemacht, muss der vom Antragsteller reklamierte Schutzzweck für den Gerichtshof deutlich erkennbar sein, nicht aber abgeleitet werden.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 47/04
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 14 Os 47/04
  • 14 Os 40/07z
    Entscheidungstext OGH 19.04.2007 14 Os 40/07z
    Vgl auch; Beisatz: Neben den ausdrücklich geregelten Beweisverboten können sich weitere durch wertende Betrachtung ergeben. Deren Basis können insbesondere Verfahrensgrundsätze und Grundrechte bilden. (T1)
  • 13 Os 83/08t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 83/08t
    Vgl auch; Beisatz: Neben unter ausdrücklicher Nichtigkeitsdrohung stehenden Beweisverboten sind weitere unter der Voraussetzung denkbar, dass sie den mit Nichtigkeit bewehrten einigermaßen gleichwertig sind. (T2)
  • 11 Os 117/09d
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 11 Os 117/09d
    Vgl auch; Beisatz: In gesetzwidriger Beweisgewinnung allein - ohne Bestehen aus strafrechtlicher Sicht schutzwürdiger Interessen - liegt noch kein anerkannter Grund für ein Beweisverbot. Da es grundsätzlich Aufgabe des Gerichts ist, die Zuverlässigkeit von Beweismitteln zu prüfen, begründet die unterlassene Beiziehung eines Dolmetschers (hier: bei der polizeilichen Einvernahme) daher kein Beweisverbot. (T3)
  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Beisatz: Das heißt nicht rechtlich abgeleitet werden. (T4)
  • 13 Os 141/14f
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 13 Os 141/14f
    Beis wie T3; Beisatz: Daher auch nicht die Beiziehung eines Dolmetschers einer behauptetermaßen anderen Sprache als der des Angeklagten. (T4a)
    Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T4) auf (T4a) - Juni 2016 (T4b)
  • 11 Os 106/15w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2016 11 Os 106/15w
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Bezugspunkt der Gleichwertigkeitsprüfung sind in erster Linie die mit den angeblich verletzten Gesetzesbestimmungen oder Verfahrensgrundsätzen im Systemzusammenhang stehenden, mit ausdrücklicher Nichtigkeitsdrohung ausgestatteten Vorschriften. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0119111

Im RIS seit

24.06.2004

Zuletzt aktualisiert am

14.06.2016

Dokumentnummer

JJR_20040525_OGH0002_0140OS00047_0400000_002

Rechtssatz für 13Os150/09x 11Os91/10g...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0125706

Geschäftszahl

13Os150/09x; 11Os91/10g; 12Os33/11m; 12Os152/11m; 15Os113/11y; 15Os172/11z; 12Os5/12w; 14Os106/12p; 11Os98/13s; 15Os158/13v; 12Os38/14a; 14Os124/14p; 15Os131/14z; 12Os5/15z; 11Os94/15f; 14Os103/15a; 13Os146/15t

Entscheidungsdatum

04.03.2010

Norm

StPO §61 Abs1 Z4
StPO §61 Abs1 Z5
StPO §281 Abs1 Z1a
StPO §281 Abs1 Z4 B

Rechtssatz

Der Angeklagte in Strafverfahren mit Verteidigerzwang in der Hauptverhandlung (§ 61 Abs 1 Z 4 und 5 StPO) kann, wenn das Beweisverfahren durch kontradiktorische Vernehmung im Ermittlungsverfahren gleichsam vorweggenommen wird, aus Z 4 mit Erfolg geltend machen, dass er nicht rechtzeitig, ausdrücklich und in einer für ihn verständlichen Weise auf den Wert, den ein zur kontradiktorischen Vernehmung beigezogener geschulter Rechtsbeistand darstellt, und das Recht hingewiesen wurde, mit Blick auf ein (angesichts der Vorschriften der §§ 281 Abs 1 Z 1a, 345 Abs 1 Z 2, 489 Abs 1 erster Satz StPO zwanglos zu bejahendes) Erfordernis iSd § 61 Abs 2 StPO nach Maßgabe der sonstigen Voraussetzungen die Beigebung eines Verfahrenshilfeverteidigers zu verlangen. Der reklamierte Schutzzweck wäre bei derartiger Antragstellung deutlich erkennbar; dessen rechtliche Ableitung wird vom Gesetz nicht verlangt.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
    Bem: So schon 14 Os 75/09z, 96/09p, 97/09k, 98/09g, 99/09d, 100/09a, 101/09y. (T1)
  • 11 Os 91/10g
    Entscheidungstext OGH 17.08.2010 11 Os 91/10g
    Vgl auch
  • 12 Os 33/11m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 12 Os 33/11m
  • 12 Os 152/11m
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 152/11m
    nur: Der Angeklagte in Strafverfahren mit Verteidigerzwang in der Hauptverhandlung (§ 61 Abs 1 Z 4 und 5 StPO) kann, wenn das Beweisverfahren durch kontradiktorische Vernehmung im Ermittlungsverfahren gleichsam vorweggenommen wird, aus Z 4 mit Erfolg geltend machen, dass er nicht rechtzeitig, ausdrücklich und in einer für ihn verständlichen Weise auf den Wert, den ein zur kontradiktorischen Vernehmung beigezogener geschulter Rechtsbeistand darstellt, und das Recht hingewiesen wurde, mit Blick auf ein (angesichts der Vorschriften der §§ 281 Abs 1 Z 1a, 345 Abs 1 Z 2, 489 Abs 1 erster Satz StPO zwanglos zu bejahendes) Erfordernis iSd § 61 Abs 2 StPO nach Maßgabe der sonstigen Voraussetzungen die Beigebung eines Verfahrenshilfeverteidigers zu verlangen. (T2)
  • 15 Os 113/11y
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 113/11y
    Vgl; Beisatz: Hier: Einwand scheitert mangels entsprechender Antragstellung in der Hauptverhandlung, den Ersatz der unmittelbaren Beweisaufnahme durch Vorführung der bei der kontradiktorischen Vernehmung im Ermittlungsverfahren getätigten Angaben hintanzuhalten oder die Zeugin zu bestimmten Umständen ergänzend zu befragen. (T3)
  • 15 Os 172/11z
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 172/11z
    Vgl
  • 12 Os 5/12w
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 12 Os 5/12w
    nur T2
  • 14 Os 106/12p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2012 14 Os 106/12p
    nur T2; Beisatz: Hier: Der bloße Hinweis auf die „Möglichkeit“ der Abwesenheit der Zeugin in der Hauptverhandlung ist ebenso wenig ausreichend wie die Formulierung: „Als Verdächtiger/Beschuldigter können Sie auch einen Verteidiger mit der Wahrung Ihrer Rechte in der Vernehmung beauftragen.“ (T4)
  • 11 Os 98/13s
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 11 Os 98/13s
    nur T2; Beis wie T3
  • 15 Os 158/13v
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 15 Os 158/13v
    Vgl
  • 12 Os 38/14a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 38/14a
    Auch; Beis wie T3
  • 14 Os 124/14p
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 124/14p
    Auch; Beisatz: Die Ladung des Beschuldigten zur kontradiktorischen Vernehmung unter Verwendung des Formulars „Lad 55“ entspricht diesen Erfordernissen. (T5)
  • 15 Os 131/14z
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 15 Os 131/14z
    Auch; Beis wie T5
  • 12 Os 5/15z
    Entscheidungstext OGH 05.03.2015 12 Os 5/15z
    Beis wie T3
  • 11 Os 94/15f
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 11 Os 94/15f
    Auch; Beisatz: Die Rüge aus Z 4 versagt jedoch, wenn der Antrag auf neuerliche Vernehmung des Opfers bloß auf unzulässige Erkundungsbeweisführung gerichtet war. (T6)
  • 14 Os 103/15a
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 103/15a
    Auch; Beis wie T5
  • 13 Os 146/15t
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 146/15t
    Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0125706

Im RIS seit

29.04.2010

Zuletzt aktualisiert am

11.05.2016

Dokumentnummer

JJR_20100304_OGH0002_0130OS00150_09X0000_001

Rechtssatz für 13Os150/09x 14Os48/12h...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0125707

Geschäftszahl

13Os150/09x; 14Os48/12h; 15Os89/13x; 14Os123/14s; 14Os97/14t; 11Os2/15a (11Os3/15y, 11Os76/15h); 11Os51/16h; 26Ds11/18v; 14Os58/19i

Entscheidungsdatum

04.03.2010

Norm

GRBG §1 Abs1
StPO §35 B
StPO §226 Abs1
StPO §229 Abs2
StPO §238 Abs1

Rechtssatz

Die in § 238 Abs 1 StPO angesprochene Verfügung ist prozessleitender Natur und demnach kein Beschluss im Sinn des § 35 Abs 2 erster Fall StPO.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/09x
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 150/09x
  • 14 Os 48/12h
    Entscheidungstext OGH 12.06.2012 14 Os 48/12h
    Vgl; Beisatz: Die in §§ 226 Abs 1, 229 Abs 2 und 238 Abs 1 StPO angesprochenen Verfügungen sind allesamt ‑ ungeachtet ihrer gesetzlichen Bezeichnung als „Beschluss“ ‑ prozessleitender Natur und solcherart als prozessleitende Verfügungen grundsätzlich nicht selbstständig anfechtbar. (T1)
    Beisatz: Da die gegenständliche ‑ mit einem Eingriff in das Grundrecht auf persönliche Freiheit nach Art 5 MRK verbundene ‑ Anordnung der Vorsitzenden auf Vorführung des Angeklagten demnach kein Beschluss, sondern eine auf den Fortgang des Verfahrens gerichtete Verfügung (vgl § 35 Abs 2 zweiter Fall StPO) ist, steht dem Angeklagten kein Instanzenzug offen (§ 1 Abs 1 GRBG), vielmehr unmittelbar dagegen gerichtete Grundrechtsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof zu. (T2)
  • 15 Os 89/13x
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 15 Os 89/13x
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Antrag auf Vertagung der Berufungsverhandlung. (T3)
  • 14 Os 123/14s
    Entscheidungstext OGH 01.12.2014 14 Os 123/14s
    Vgl; Beisatz: Die Verhängung einer Beugehaft in der Hauptverhandlung ist prozessleitender Natur und somit als prozessleitende Verfügung nicht selbständig anfechtbar. Für Zeugen kann zudem aus der (ungeachtet § 87 StPO vom Gesetzgeber mittels Neuregelung [BGBl I 2007/93] geschaffenen) expliziten Ausnahmeregelung des § 243 Abs 1 StPO geschlossen werden, dass ihnen in allen anderen Belangen in der Hauptverhandlung kein Beschwerderecht zukommt.
    Gegen eine in der Hauptverhandlung erfolgte – mit einem Eingriff in das Grundrecht auf persönliche Freiheit nach Art 5 MRK verbundene – Verhängung von Beugehaft (§§ 154 Abs 2 iVm § 248 Abs 1 erster Satz, § 93 Abs 2 und Abs 4 StPO) steht dem Betroffenen demnach kein Instanzenzug offen (§ 1 Abs 1 GRBG), vielmehr grundsätzlich unmittelbar dagegen gerichtete Grundrechtsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof zu. (T4)
  • 14 Os 97/14t
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 97/14t
    Auch; Beisatz: Gegen die Zurückweisung eines Privatbeteiligtenanschlusses steht dem Betroffenen dagegen Beschwerde zu. (T5)
  • 11 Os 2/15a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 2/15a
    Auch; Beisatz: Hier: „Zulassung“ eines Privatbeteiligtenanschlusses. (T6)
  • 11 Os 51/16h
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 11 Os 51/16h
    Beis wie T1
  • 26 Ds 11/18v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2019 26 Ds 11/18v
    Beisatz: Bei einer in der Verhandlung mit Senatsbeschluss (vgl § 36 Abs 3 DSt) erfolgten Bestellung und Beauftragung eines Sachverständigen (vgl § 36 Abs 4 iVm § 27 Abs 2 zweiter Satz DSt) handelt es sich um eine – nicht abgesondert anfechtbare (§ 58 DSt; vgl auch § 238 Abs 3 StPO) – Verfügung prozessleitender Natur und um keinen abgesondert mit Beschwerde bekämpfbaren Beschluss im Sinn des § 46 DSt. (T7)
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0125707

Im RIS seit

29.04.2010

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2019

Dokumentnummer

JJR_20100304_OGH0002_0130OS00150_09X0000_002

Entscheidungstext 13Os150/09x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

EvBl 2010/63 S 420 - EvBl 2010,420 = Jus-Extra OGH-St 4432 = RZ 2010,238 EÜ152 - RZ 2010 EÜ152 = AnwBl 2010,510 = Ratz, AnwBl 2011,102 (Judikaturübersicht) = SSt 2010/14

Geschäftszahl

13Os150/09x

Entscheidungsdatum

04.03.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 4. März 2010 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Ratz als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kirchbacher und Dr. Lässig, die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Mag. Fuchs und den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer in Gegenwart des Rechtspraktikanten Mag. Romstorfer als Schriftführer in der Strafsache gegen Vladan V***** wegen des Verbrechens der Vergewaltigung nach §§ 15, 201 Abs 1 StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten sowie die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts Innsbruck als Schöffengericht vom 13. Oktober 2009, GZ 38 Hv 113/09y-17, und über die Beschwerde des Angeklagten gegen den unter einem gefassten Beschluss auf Verlängerung einer Probezeit nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit der Vertreterin der Generalprokuratur, Oberstaatsanwältin Dr. Geymayer, des Angeklagten und seines Verteidigers Mag. Laszlo Szabo zu Recht erkannt:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird verworfen.

Den Berufungen sowie der Beschwerde des Angeklagten wird nicht Folge gegeben.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Vladan V***** (richtig:) mehrerer Verbrechen der schweren Nötigung nach §§ 15, 105 Abs 1, 106 Abs 1 Z 1 StGB (I) sowie des Verbrechens der Vergewaltigung nach §§ 15, 201 Abs 1 StGB (II) und der geschlechtlichen Nötigung nach § 202 Abs 1 StGB (III) schuldig erkannt.

Danach hat er in I***** Nada C*****

(I) zwischen Februar und 10. März 2009 durch die wiederholte Ankündigung, sie sonst umzubringen, somit durch gefährliche Drohung mit dem Tod, zu einer Handlung, nämlich zur Wiederaufnahme der Beziehung zu ihm, sowie zu einer Unterlassung, nämlich sich mit anderen Männern zu treffen, zu nötigen versucht;

(II) am 10. März 2009 mit Gewalt zur Vornahme oder Duldung des Beischlafs zu nötigen versucht, indem er sie auf ein Bett warf, sich nackt auf ihre Schenkel setzte, sie an den Handgelenken festhielt, ihre Beinkleidung herunterzog sowie ihr Oberteil auseinanderriss und gleichzeitig wiederholt von ihr verlangte, mit ihm den Geschlechtsverkehr zu vollziehen;

(III) am 10. März 2009 mit Gewalt zur Vornahme einer geschlechtlichen Handlung genötigt, indem er unmittelbar nach der zu Punkt II beschriebenen Handlung ihre Hand ergriff und an sein Geschlechtsteil legte.

Rechtliche Beurteilung

Die dagegen gerichtete, auf Z 3, 4, 5, 5a, 9 lit a, 9 lit b und 10 des § 281 Abs 1 StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten geht fehl.

Aus Z 3 bringt der Beschwerdeführer wörtlich (nur) Folgendes vor: „Das Gericht hätte das Videos von der kontradiktorischen Einvernahme vorführen dürfen noch das darüber errichtete Protokoll verlesen und vorhalten dürfen, und nicht in die Hauptverhandlung einfließen lassen, dem wurde vom Verteidiger des Angeklagten widersprochen.“

Da nur das Opfer (§ 65 Z 1 lit a StPO) Nada C***** kontradiktorisch vernommen wurde, ist zwar für den Obersten Gerichtshof ohne weiteres erkennbar, auf welche Ton- oder Bildaufnahme sich das Rechtsmittelvorbringen bezieht. Auch ist offensichtlich, dass im ersten Satzteil die Einfügung des Wortes „weder“ versehentlich unterlassen wurde. Im Übrigen aber entspricht die Verfahrensrüge nicht dem Gebot deutlicher und bestimmter Bezeichnung des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes (§§ 285 Abs 1 zweiter Satz, 285a Z 2 StPO), weswegen sie sich inhaltlicher Erwiderung entzieht.

Warum nämlich die bereits vor der Vernehmung im unmittelbaren Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebene Information, „dass das Protokoll in der Hauptverhandlung verlesen und Ton- oder Bildaufnahmen der Vernehmung vorgeführt werden können, auch wenn“ sie „im weiteren Verfahren die Aussage verweigern sollte“ (§ 165 Abs 5 erster Satz StPO), erfolgte und entsprechend protokollierte Erklärung der Zeugin, ihr von § 156 Abs 1 Z 2 StPO garantiertes Recht auf Aussagebefreiung „in einer allfälligen Hauptverhandlung“ in Anspruch nehmen zu wollen (ON 4 S 3), der Vorführung von Protokoll oder auch Bild- oder Tonaufnahme der kontradiktorischen Vernehmung entgegen gestanden sein sollte, ist schlechterdings unverständlich (vgl §§ 156 Abs 1 Z 2, 165 Abs 5 letzter Satz, 252 Abs 1 Z 2a StPO; RIS-Justiz RS0111315).

Dem Angeklagten bei dessen Vernehmung in der Hauptverhandlung aktenkundige Beweismittel vorzuhalten, sieht § 245 Abs 1 zweiter Satz StPO - anstelle eines mit ausdrücklicher Nichtigkeit bewehrten Verbots - sogar explizit vor, womit die darauf bezogene Kritik vor dem Hintergrund des geltenden Strafverfahrensrechts gleichermaßen unverständlich bleibt. Auf einen in der Hauptverhandlung gestellten, aus Z 4 relevierbaren Antrag, konkret bezeichnete Vorhalte zu unterlassen, hat sich der Beschwerdeführer nicht berufen (vgl zum Ganzen: Ratz, WK-StPO § 281 Rz 170, 203, 219, 237).

Der - unter dem Aspekt der Z 3 ebensowenig verständliche - Rekurs auf einen Widerspruch des Verteidigers (ON 16 S 5, 15) lässt schließlich selbst nach Maßgabe des aus § 467 Abs 2 StPO auch für das Rechtsmittelverfahren vor dem Obersten Gerichtshof abgeleiteten Grundsatzes, wonach die verfehlte Bezeichnung eines erkennbaren Nichtigkeitsgrundes dessen Beachtlichkeit nicht entgegensteht, keine Bezugnahme auf eine aus Z 2 relevante Vorschrift erkennen.

Soweit aus Z 4 die Abweisung des in der Hauptverhandlung gestellten Antrags, (wörtlich:) das genannte Opfer „im Hinblick auf die Aussage der Zeugin Nada C*****, wonach es‚ ‚ihr gleich sei, wo sie vernommen wird’, es ihr ‚aber lieber auf DVD sei’, dies somit keine ausdrückliche Verweigerung darstellt“, „in der Hauptverhandlung zu vernehmen“ (ON 16 S 15, 17), geltend gemacht wird, argumentiert der Beschwerdeführer wörtlich folgendermaßen:

„C***** hat die Aussage in der Hauptverhandlung (§ 252 Abs 1 Z 2 ist eine Bestimmung die die Hauptverhandlung regelt) die Aussage nicht berechtigt verweigert, weil sie gar nicht entgegen des Verteidigerantrages geladen wurde. Auch Eingangs der kontradiktorischen Vernehmung sagte die Zeugin auf Belehrung und Frage der einvernehmenden Richterin nur, dass es ihr lieber sei, per Video vernommen zu werden (vgl. Videoaufzeichnung gleich zu Beginn der kontradiktorischen Vernehmung), im Protokoll dazu: ich möchte in einer allfälligen Hauptverhandlung nicht mehr aussagen. Ob es einem Zeugen lieber ist abgesondert vom Angeklagten (was auch in der Hauptverhandlung möglich ist) oder per Video vernommen zu werden oder unmittelbar in der Hauptverhandlung ist nicht dem Belieben des Zeugen anheim gestellt. Auf das Surrogat der Verlesung einer Aussage oder des Einspielens des Videos darf nach dem klaren, die Unmittelbarkeit garantierenden § 252 StPO nur dann zurückgegriffen werden, wenn das Beweismittel Zeugenaussage durch die Verweigerung der Aussage sonst nicht zu erlangen ist. Es ist keinesfalls aus der Stellungnahme der Zeugin C***** anlässlich ihrer kontradiktorischen Einvernahme hervorgekommen, dass sie sich weigere in der Hauptverhandlung vernommen zu werden. Allenfalls hätte sie begehrt, in einem abgesonderten Raum per Videodirektübertragung vernommen zu werden. Da somit weder eine explizite Verweigerung der Aussage in der Hauptverhandlung vorlag noch eine berechtigte Verweigerung, war die Verlesung des Protokolls der kontradiktorischen Vernehmung und die Vorführung des Videos darüber unzulässig.“

Auch insoweit (Z 4) entzieht sich die Verfahrensrüge einer inhaltlichen Erledigung: Dem Beweisantrag fehlte es nämlich an einem - angesichts zwischenzeitlich erfolgter Vorführung der bei der kontradiktorischen Vernehmung umfänglich getätigten Angaben dieser Zeugin keineswegs offenkundigen - Beweisthema für die (solcherart bloß ergänzende) Befragung (§ 55 Abs 2 Z 1 StPO).

Unter dem bei der Antragstellung allein geltend gemachten Aspekt einer nicht hinreichend deutlichen Berufung C*****s auf ihr Aussagebefreiungsrecht im Hinblick auf eine neuerliche Vernehmung in der Hauptverhandlung hinwieder wird willkürliche Beurteilung der aus der vorgespielten Bild- und Tonaufnahme erhellenden Erklärung der Zeugin vom Beschwerdeführer nicht behauptet (zur Sachverhaltsgrundlage von Verfahrensmängeln eingehend: Ratz, WK-StPO § 281 Rz 40 ff).

Das weitere Rechtsmittelvorbringen ist - soweit verständlich - verspätet (RIS-Justiz RS0099618), weil die Verfahrensrüge der Fehlerkontrolle in Bezug auf die getroffene verfahrensleitende (§ 35 Abs 2 zweiter Fall StPO; treffend: Danek, WK-StPO § 238 Rz 14 ff [im Druck]) Entscheidung dient und nur bei der Antragstellung erschlossene oder ohne weiteres erkennbare Tatumstände bei der Entscheidung über in der Hauptverhandlung gestellte Anträge berücksichtigt werden können.

Obgleich der allein durch die Angaben von Nada C***** belastete Angeklagte bei deren kontradiktorischen Vernehmung nicht durch einen Verteidiger vertreten war, hat er es unterlassen, in der Hauptverhandlung den Antrag zu stellen, den Ersatz der unmittelbaren Beweisaufnahme durch Vorführung der bei der kontradiktorischen Vernehmung im Ermittlungsverfahren getätigten Angaben hintanzuhalten oder die Zeugin zu bestimmten Umständen ergänzend zu befragen.

Ohne einen solchen Antrag ist es dem Obersten Gerichtshof, der sich - von materiellen und erfolgreich zugunsten eines Mitangeklagten geltend gemachten Nichtigkeitsgründen (§ 290 Abs 1 zweiter Satz StPO) und (hier nicht vorliegenden) erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Urteil zugrunde gelegten Tatsachen (§ 362 Abs 1 StPO) abgesehen - bei Erledigung von Nichtigkeitsbeschwerden auf die vom Beschwerdeführer „ausdrücklich oder doch durch deutliche Hinweisung geltend gemachten Nichtigkeitsgründe zu beschränken“ hat (§ 290 Abs 1 erster Satz StPO), verwehrt, den Umstand in Anschlag zu bringen, dass der mit 1. Jänner 2008 erfolgte Wegfall der Nichtigkeitssanktion bei Missachtung des Aussagebefreiungsgrundes für kontradiktorisch Vernommene nunmehr eine gegenüber der davor geltenden Rechtslage abgeschwächte Stellung des Opferschutzes (vgl Art 8 MRK) gegenüber dem Fragerecht des Angeklagten im Verein mit dessen Grundrecht erkennen lässt, „den Beistand eines Verteidigers seiner Wahl zu erhalten und, falls er nicht über die Mittel zur Bezahlung eines Verteidigers verfügt, unentgeltlich den Beistand eines Pflichtverteidigers zu erhalten, wenn dies im Interesse der Rechtspflege erforderlich ist“ (Art 6 Abs 3 lit c und d MRK; näher: Ratz, WK-StPO § 281 Rz 362); auch wenn der Senat die für das seit 1. Jänner 2008 geltende Recht richtungweisende Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 6. Oktober 2009, 14 Os 75/09z, 96/09p, 97/09k, 98/09g, 99/09d, 100/09a, 101/09y (EvBl 2009/162, 1073) ausdrücklich begrüßt.

Dieser Grundsatzentscheidung zufolge kann der Angeklagte in Strafverfahren mit Verteidigerzwang in der Hauptverhandlung (§ 61 Abs 1 Z 4 und 5 StPO), wenn das Beweisverfahren durch kontradiktorische Vernehmung im Ermittlungsverfahren gleichsam vorweggenommen wird, aus Z 4 mit Erfolg geltend machen, dass er nicht rechtzeitig, ausdrücklich und in einer für ihn verständlichen Weise auf den Wert, den ein zur kontradiktorischen Vernehmung beigezogener geschulter Rechtsbeistand darstellt, und das Recht hingewiesen wurde, mit Blick auf ein (angesichts der Vorschriften der §§ 281 Abs 1 Z 1a, 345 Abs 1 Z 2, 489 Abs 1 erster Satz StPO zwanglos zu bejahendes) Erfordernis iSd § 61 Abs 2 StPO nach Maßgabe der sonstigen Voraussetzungen die Beigebung eines Verfahrenshilfeverteidigers zu verlangen. Der reklamierte Schutzzweck wäre bei derartiger Antragstellung deutlich erkennbar; dessen rechtliche Ableitung wird vom Gesetz nicht verlangt (Ratz, WK-StPO § 281 Rz 334).

Die weiters gestellten Anträge auf Vernehmung der Marija B***** als Zeugin „zum Beweis dafür, dass diese als Lebensgefährtin im gegenständlichen Zeitraum in der damaligen Beziehung mit dem Angeklagten keinerlei Eifersuchtsszenen wahrnehmen hat können und der Angeklagte kein Interesse an der Zeugin Nada C***** gehabt hat“ (ON 16 S 17), ließ keine Erheblichkeit für die Lösung der Schuld- oder Subsumtionsfrage erkennen (§ 238 Abs 1 iVm § 55 Abs 2 Z 1 StPO). Zudem blieb offen, weshalb gerade die damaligen Lebensgefährtin des Beschwerdeführers über dessen allfälliges „Interesse“ am Tatopfer hätte Auskunft geben können (RIS-Justiz RS0118444).

Auch die Abweisung der mit dem Ziel einer Erschütterung der Glaubwürdigkeit C*****s gestellten Anträge auf Vernehmung des Georg S***** als Zeugen zum Thema, dass es „keine Bäder, so wie von der Zeugin angegeben, im Personalzimmer gibt“ (ON 16 S 17, 19) sowie auf „Vertagung der Hauptverhandlung zur Vorlage einer Kopie des Reisepasses des Angeklagten und einer Bestätigung seines Arbeitgebers zum Beweis dafür, dass sich der Angeklagte entgegen der Aussage der Zeugin Nada C***** im Zeitraum November (2008) bis Jänner (2009) nicht in Österreich aufgehalten“ habe (ON 16 S 17), erfolgte zu Recht. Zwar ist eine Beweisführung über die Glaubwürdigkeit der - hier einzigen - Belastungszeugin zulässig; deren Depositionen standen jedoch nicht im Widerspruch zu den unter Beweis gestellten Tatsachen, die demnach unerheblich waren.

Die Durchführung einer „Rufdatenrückerfassung“ (§ 134 Z 2 StPO) wurde vom Erstgericht ohnehin - wenn auch ohne Ergebnis - beschlossen (ON 12 f); mangels Bezugnahme auf einen in der Hauptverhandlung gestellten Antrag (vgl ON 10) ist das diesbezügliche Vorbringen aus Z 4 unbeachtlich (RIS-Justiz RS0099099).

Ein aus Z 5 als erörterungsbedürftig reklamierter Widerspruch in den als Grundlage der Feststellung über die Berührung des Geschlechtsteils (III) herangezogenen Angaben der Zeugin C***** vor der Kriminalpolizei (ON 2 S 5) und bei ihrer kontradiktorischen Vernehmung (ON 4 S 13 ff) liegt nicht vor.

Mit dem pauschalen Einwand, die zu diesem Schuldspruch getroffenen Feststellungen ergäben „sich aus dem Akt nicht“, bewegt sich der Beschwerdeführer außerhalb der gesetzlichen Anfechtungskategorien im Bereich einer im kollegialgerichtlichen Verfahren unzulässigen Schuldberufung.

Die vermisste Begründung (Z 5 vierter Fall) der Feststellungen zu I findet sich - wie jene zu den übrigen Fakten - auf US 10 f, wobei das Erstgericht generell den Angaben der als glaubwürdig bezeichneten Zeugin Nada C***** folgt. Weshalb nähere Festlegungen bezüglich Tatzeit und -ort der zulässig als gleichartige Verbrechensmenge nur pauschal individualisierten (vgl Ratz, WK-StPO § 281 Rz 33 und 290 f) Taten erforderlich gewesen wären, um deren „Bedeutungsinhalt“ und „Eignung, im Opfer Furcht und Unruhe auszulösen“, „überprüfen“ zu können, lässt die weitere Rüge (der Sache nach Z 9 lit a) offen.

Im Rahmen der Tatsachenrüge (Z 5a) stellt der Beschwerdeführer - ohne dabei „aus den Akten“ zu argumentieren - abermals die Glaubwürdigkeit der Zeugin Nada C***** in Frage und übersieht, dass der zur Überzeugung der Tatrichter von der Glaubwürdigkeit eines Zeugen aufgrund des von diesem in der Hauptverhandlung (fallbezogen durch Vorführung der Ton- und Bildaufnahme der kontradiktorischen Vernehmung) gewonnenen Eindrucks führende kritisch-psychologische Vorgang als solcher einer Anfechtung aus dem geltend gemachten Nichtigkeitsgrund entzogen ist (RIS-Justiz RS0099649).

Davon abgesehen bleibt unerfindlich, weshalb Nichterwähnung einer „auffälligen und operationsreifen Zyste“ des Angeklagten und „Widersprüche zur Adresse H*****“ gegen die Verlässlichkeit ihrer Angaben sprechen sollten.

Dass es sich bei den Äußerungen zu I um ernst gemeinte Drohungen mit dem Tod handelte, hat das Erstgericht deutlich genug festgestellt, ebenso wie die (nicht ganz unerhebliche) physische Kraft zur Überwindung eines wirklichen oder vermuteten Widerstands zu III (US 7 f, 13; Z 9 lit a und 10).

Nach den zu II getroffenen Feststellungen nahm der Angeklagte „von seinem Vorhaben, den Geschlechtsverkehr durchzuführen“, just „aufgrund“ der Äußerung C*****s, „dass sie zum Einen ihre Periode habe und zum Anderen an einer Infektion im Intimbereich leide“ nach einer darauf bezogenen Frage, „wo sie sich diese Infektion zugezogen habe“, Abstand (US 7). Er hat demnach die Ausführung der Tat keineswegs freiwillig aufgegeben (Hinterhofer SbgK § 201 Rz 75, Kienapfel/Schmoller BT III2 §§ 201-202 Rz 45; vgl auch Hager/Massauer in WK2 §§ 15, 16 Rz 128, 144 sowie RIS-Justiz RS0089962), sodass ihm der aus Z 9 lit b reklamierte Strafaufhebungsgrund (§ 16 Abs 1 StGB) nicht zugute kommt.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher zu verwerfen.

Das Schöffengericht verhängte über den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 18 Monate unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen wurden. Dabei wertete es das Zusammentreffen mehrerer Verbrechen und raschen Rückfall nach einer Verurteilung wegen Vergehens der Verletzung der Unterhaltspflicht nach § 198 Abs 1 StGB vom 25. November 2008 als erschwerend, mildernd hingegen, dass die Taten zum überwiegenden Teil beim Versuch geblieben sind. Vom Widerruf der im erwähnten Urteil ausgesprochenen bedingten Nachsicht der Freiheitsstrafe von fünf Monaten wurde abgesehen, die Probezeit aber auf fünf Jahre verlängert.

Sanktion und Verlängerung der Probezeit erscheinen dem Obersten Gerichtshof sachgerecht, weswegen den Berufungen von Staatsanwaltschaft und Angeklagtem sowie dessen Beschwerde keine Folge zu geben war. Von einschlägigem Rückfall ist das Schöffengericht, dem Vorbringen des Angeklagten zuwider, nicht ausgegangen.

Der Kostenausspruch beruht auf § 390a Abs 1 StPO.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E93723

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:0130OS00150.09X.0304.000

Im RIS seit

28.05.2010

Zuletzt aktualisiert am

28.01.2013

Dokumentnummer

JJT_20100304_OGH0002_0130OS00150_09X0000_000