Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob6/71 3Ob89/71 3Ob110...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047567

Geschäftszahl

2Ob6/71; 3Ob89/71; 3Ob110/83; 1Ob793/83; 3Ob30/84; 1Ob604/85; 3Ob1019/86; 2Ob503/87; 1Ob594/90; 1Ob627/90; 8Ob504/91; 4Ob511/91; 1Ob629/91; 7Ob559/92; 7Ob640/92; 4Ob502/93; 1Ob506/93; 2Ob516/94; 1Ob626/93; 9Ob509/95; 1Ob2064/96b; 1Ob2307/96p; 3Ob7/97v; 6Ob11/99g; 6Ob87/99h; 1Ob88/08k; 1Ob159/08a; 6Ob85/08f; 3Ob226/09w; 2Ob126/10h; 2Ob179/10b; 2Ob141/11s; 1Ob149/13p; 9Ob24/14s; 4Ob109/14d; 10Ob10/15s; 6Ob20/15g; 7Ob99/15g; 9ObA15/16w; 10Ob73/16g; 1Ob20/17y; 3Ob222/17v; 4Ob142/18p; 5Ob103/18k

Entscheidungsdatum

25.03.1971

Norm

ABGB §140 Abs3 Ca

Rechtssatz

Die Selbsterhaltungsfähigkeit wird nicht erst mit der Großjährigkeit erreicht, sondern dann, wenn das Kind in der Lage ist, die Mittel zur Bestreitung seines standesgemäßen Unterhalts durch Arbeit zu verdienen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 6/71
    Entscheidungstext OGH 25.03.1971 2 Ob 6/71
    Veröff: SZ 44/39 = ZVR 1972/27 S 49
  • 3 Ob 89/71
    Entscheidungstext OGH 15.09.1971 3 Ob 89/71
    Ähnlich; Beisatz: Nicht schon dann, wenn das Kind zur Ausübung eines Berufes fähig ist, sondern erst dann, wenn ihm die wirtschaftlichen Verhältnisse auch die Möglichkeit zur Ausübung des Berufes geben (SZ 10/288). (T1)
  • 3 Ob 110/83
    Entscheidungstext OGH 07.09.1983 3 Ob 110/83
  • 1 Ob 793/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 1 Ob 793/83
    Veröff: ÖA 1984,68
  • 3 Ob 30/84
    Entscheidungstext OGH 04.04.1984 3 Ob 30/84
  • 1 Ob 604/85
    Entscheidungstext OGH 28.08.1985 1 Ob 604/85
  • 3 Ob 1019/86
    Entscheidungstext OGH 18.06.1986 3 Ob 1019/86
    Beisatz: Hier: Über Erreichen der Volljährigkeit hinaus. (T2)
  • 2 Ob 503/87
    Entscheidungstext OGH 24.11.1987 2 Ob 503/87
    Veröff: SZ 60/250
  • 1 Ob 594/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 1 Ob 594/90
    Beisatz: Selbsterhaltungsfähigkeit bedeutet die Fähigkeit zur angemessenen Bedürfnisdeckung auch außerhalb des elterlichen Haushaltes. (T3)
    Veröff: ÖA 1991,78
  • 1 Ob 627/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 1 Ob 627/90
    Beis wie T3
  • 8 Ob 504/91
    Entscheidungstext OGH 31.01.1991 8 Ob 504/91
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Selbsterhaltungsfähig ist ein Kind dann, wenn es die zur Deckung seines Unterhaltes erforderlichen Mittel selbst erwirbt oder aufgrund zumutbarer Beschäftigung zu erwerben imstande ist. (T4)
  • 4 Ob 511/91
    Entscheidungstext OGH 09.04.1991 4 Ob 511/91
    Auch; Beis wie T3; Veröff: RZ 1992/3 S 18
  • 1 Ob 629/91
    Entscheidungstext OGH 15.01.1992 1 Ob 629/91
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 7 Ob 559/92
    Entscheidungstext OGH 25.06.1992 7 Ob 559/92
    Beis wie T3
  • 7 Ob 640/92
    Entscheidungstext OGH 21.12.1992 7 Ob 640/92
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 502/93
    Entscheidungstext OGH 12.01.1993 4 Ob 502/93
    Ähnlich; Beis wie T4; Beisatz: Bei der Beurteilung der Selbsterhaltungsfähigkeit sind die Lebensverhältnisse des Kindes wie auch der Eltern zugrunde zu legen. (T5)
    Veröff: ÖA 1994,25
  • 1 Ob 506/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 506/93
    Auch; Beisatz: Selbsterhaltungsfähigkeit ist grundsätzlich dann anzunehmen, wenn der sonst Unterhaltsberechtigte in der Lage ist, die Mittel zur Bestreitung seines standesgemäßen Unterhalts infolge seiner Berufsausbildung durch eigene Arbeit selbst zu verdienen. (T6)
  • 2 Ob 516/94
    Entscheidungstext OGH 24.03.1994 2 Ob 516/94
  • 1 Ob 626/93
    Entscheidungstext OGH 11.03.1994 1 Ob 626/93
    Auch; Beisatz: Hier: Abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter. (T7)
  • 9 Ob 509/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 9 Ob 509/95
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 2064/96b
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2064/96b
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 2307/96p
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2307/96p
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 70/8
  • 3 Ob 7/97v
    Entscheidungstext OGH 26.02.1997 3 Ob 7/97v
    Beis wie T4; Veröff: SZ 70/36
  • 6 Ob 11/99g
    Entscheidungstext OGH 10.06.1999 6 Ob 11/99g
    Vgl auch
  • 6 Ob 87/99h
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 6 Ob 87/99h
    Beis wie T4
  • 1 Ob 88/08k
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 88/08k
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Ein Unterhaltsberechtigter verliert den Unterhaltsanspruch nur dann, wenn er die Aufnahme einer zumutbaren Erwerbstätigkeit aus Verschulden unterlässt. (T8)
  • 1 Ob 159/08a
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 159/08a
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 6 Ob 85/08f
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 85/08f
    Vgl; Beis wie T4
  • 3 Ob 226/09w
    Entscheidungstext OGH 25.11.2009 3 Ob 226/09w
    Beis wie T4
  • 2 Ob 126/10h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 126/10h
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Die Beurteilung der Frage, ob Selbsterhaltungsfähigkeit vorliegt, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. (T9)
    Beis wie T7; Beisatz: Als abgeschlossene Berufsausbildung sind anzusehen: ein Lehrabschluss, eine Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter, eine Lehramtsprüfung, ein Hochschulabschluss. (T10)
    Beisatz: Rechtsansicht der Ausbildungslehrgang zur „geprüften Rezeptionistin“ könne schon angesichts seiner Dauer von nur knapp einem Monat mit der ‑ generell zumindest zweijährigen (vgl § 5 Abs 1 lit c Berufsausbildungsgesetz) ‑ Ausbildung in einem Lehrberuf nicht gleichgehalten werden, wirft keine erhebliche Rechtsfrage auf. (T11)
    Beisatz: Von den Wirtschaftsförderungsinstituten zur Verfügung gestellte Kurse und Lehrgänge für die Aus‑ und Weiterbildung (vgl § 19 Abs 1 Z 4 Wirtschaftskammergesetz) führen nicht zu Lehr-, Facharbeiter‑ oder Hochschulabschlüssen, wie dies im Regelfall den dargestellten Anforderungen an eine „abgeschlossene Berufsausbildung“ entspricht. (T12)
  • 2 Ob 179/10b
    Entscheidungstext OGH 27.01.2011 2 Ob 179/10b
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Ein Kind verliert seinen Unterhaltsanspruch nicht automatisch mit dem Abschluss der Berufsausbildung. (T13)
  • 2 Ob 141/11s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 2 Ob 141/11s
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T9; Beis wie T13
  • 1 Ob 149/13p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 1 Ob 149/13p
    Auch; Beis wie T8
  • 9 Ob 24/14s
    Entscheidungstext OGH 27.05.2014 9 Ob 24/14s
    Auch; Beis wie T9; Beisatz: Die Selbsterhaltungsfähigkeit tritt unabhängig vom Alter des Kindes dann ein, wenn das Kind die bei selbständiger Haushaltsführung für eine Deckung des angemessenen Lebensbedarfes erforderlichen Mittel entweder aus Vermögenserträgnissen besitzt, selbst erwirbt oder auf Grund zumutbarer Beschäftigung zu erwerben imstande ist. (T14)
  • 4 Ob 109/14d
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 109/14d
    Vgl auch
  • 10 Ob 10/15s
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 10 Ob 10/15s
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 20/15g
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 20/15g
    Auch; Beis ähnlich wie T14
  • 7 Ob 99/15g
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 99/15g
    Auch
  • 9 ObA 15/16w
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 15/16w
    Auch; Beis wie T4
  • 10 Ob 73/16g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2016 10 Ob 73/16g
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 20/17y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 1 Ob 20/17y
    Auch
  • 3 Ob 222/17v
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 3 Ob 222/17v
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 4 Ob 142/18p
    Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 142/18p
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T6
  • 5 Ob 103/18k
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 103/18k
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0047567

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19710325_OGH0002_0020OB00006_7100000_004

Rechtssatz für 1Ob630/78 5Ob581/79 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047605

Geschäftszahl

1Ob630/78; 5Ob581/79; 1Ob506/93; 7Ob577/94; 9Ob509/95; 1Ob2064/96b; 2Ob97/97x; 6Ob11/99g; 8Ob139/06h; 3Ob210/07i; 1Ob159/08a; 6Ob85/08f; 2Ob141/11s; 8Ob3/13v; 10Ob10/15s; 6Ob20/15g; 7Ob53/16v; 10Ob73/16g; 1Ob20/17y; 5Ob85/17m; 5Ob103/18k

Entscheidungsdatum

14.06.1978

Norm

ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Ein Verschulden des Kindes am Scheitern einer angemessenen Berufsausbildung hat die Folge, dass sich dieses Kind wie ein Selbsterhaltungsfähiger behandeln lassen muss. Das gilt besonders nach einem vom Kind verschuldeten Scheitern einer angemessenen Berufsausbildung.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 630/78
    Entscheidungstext OGH 14.06.1978 1 Ob 630/78
    Veröff: SZ 51/90 = JBl 1979,482
  • 5 Ob 581/79
    Entscheidungstext OGH 26.06.1979 5 Ob 581/79
    nur: Ein Verschulden des Kindes am Scheitern einer angemessenen Berufsausbildung hat die Folge, dass sich dieses Kind wie ein Selbsterhaltungsfähiger behandeln lassen muss. (T1)
  • 1 Ob 506/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 506/93
    Auch
  • 7 Ob 577/94
    Entscheidungstext OGH 31.08.1994 7 Ob 577/94
    nur T1
  • 9 Ob 509/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 9 Ob 509/95
    Beisatz: Es sind somit die Gründe zu erheben, die dazu führten, dass eine Ausbildung oder Berufstätigkeit unterblieb. (T2)
  • 1 Ob 2064/96b
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2064/96b
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Nur selbstverschuldetes Scheitern an einer angemessenen Berufsausbildung begründet demnach die Selbsterhaltungsfähigkeit (vgl EFSlg 74875). (T3)
  • 2 Ob 97/97x
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 2 Ob 97/97x
    Vgl aber; Beisatz: Bei Veränderungen in der Ausbildung oder am Beginn des Berufslebens eines Kindes dürfen Schuldzuweisungen mit der Rechtsfolge der bleibenden, hypothetischen Selbsterhaltungsfähigkeit keine entscheidende Bedeutung haben. (T4)
  • 6 Ob 11/99g
    Entscheidungstext OGH 10.06.1999 6 Ob 11/99g
    Vgl; Beisatz: Der vorliegende Fall ist dadurch gekennzeichnet, dass der Wegfall des Eigeneinkommens des Kindes seine primäre Ursache in der vom Kind verschuldeten Entlassung hat. Fraglich ist, ob dies allein schon ein Wiederaufleben der Geldunterhaltspflicht des Vaters hindert oder ob die am Beginn des Berufslebens gesetzte Verfehlung noch nicht die Rechtsfolge einer bleibenden, nur hypothetischen Selbsterhaltungsfähigkeit auslöst. (T5)
  • 8 Ob 139/06h
    Entscheidungstext OGH 23.11.2006 8 Ob 139/06h
  • 3 Ob 210/07i
    Entscheidungstext OGH 27.11.2007 3 Ob 210/07i
    Vgl; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Es ist am Kindeswohl zu messen, ob Veränderungen in der Ausbildung eines Kindes dessen Lebensverhältnisse entscheidend verbessern können. (T6)
  • 1 Ob 159/08a
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 159/08a
    Vgl auch; Beisatz: Nachhaltiges Unterlassen von zumutbaren Bemühungen in Richtung einer Berufsausübung beziehungsweise Zukunftsvorsorge löst aber die Rechtsfolge einer bleibenden, nur hypothetischen Selbsterhaltungsfähigkeit aus und führt zur Rechtsmissbräuchlichkeit der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen gegen die Eltern. (T7)
    Beisatz: Hier: Der 60jährigen Antragstellerin wurde ihre jahrzehntelange Untätigkeit in Richtung sozialversicherungsrechtlicher Absicherung und Begründung einer Altersversorgung als derart gravierende Sorglosigkeit angelastet, dass die Geltendmachung eines Unterhaltsanspruchs gegen den betagten Vater als rechtsmissbräuchlich qualifiziert wurde. (T8)
    Bem: Siehe dazu RS0124379. (T9)
  • 6 Ob 85/08f
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 85/08f
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Trotz eines aus bloßem Leichtsinn begonnenen Drogenkonsums, der zur Hinderung der Selbsterhaltungsfähigkeit führt, ist die Unterhaltspflicht der Eltern zu bejahen. Diese besteht auch in jenen Fällen weiter, in denen der Unterhaltsberechtigte durch von ihm selbst zu vertretende Aktionen krank und außer Stande gesetzt wurde, eine Berufsausbildung in angemessener Zeit abzuschließen oder einem Erwerb nachzugehen, außer es wäre ihm zu unterstellen, dass er diese Handlungen eben deshalb setzte, um weiterhin Unterhaltszahlungen zu erhalten (7 Ob 577/94). (T10)
  • 2 Ob 141/11s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 2 Ob 141/11s
    Vgl
  • 8 Ob 3/13v
    Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 Ob 3/13v
    Auch
  • 10 Ob 10/15s
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 10 Ob 10/15s
    Auch; Beis wie T2; Beis ähnlich wie T3
  • 6 Ob 20/15g
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 20/15g
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 53/16v
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 7 Ob 53/16v
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2016/50
  • 10 Ob 73/16g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2016 10 Ob 73/16g
    Auch; Beisatz: Voraussetzung der fiktiven Selbsterhaltungsfähigkeit ist, dass das Kind am Scheitern einer angemessenen Ausbildung oder Berufsausübung ein Verschulden trifft. (T11)
  • 1 Ob 20/17y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 1 Ob 20/17y
    Auch; Beis wie T11
  • 5 Ob 85/17m
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 5 Ob 85/17m
    Auch; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Krankheitsbedingte Therapieresistenz. (T12)
  • 5 Ob 103/18k
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 103/18k
    Auch; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0047605

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19780614_OGH0002_0010OB00630_7800000_002

Rechtssatz für 1Ob524/93 1Ob2307/96p 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047533

Geschäftszahl

1Ob524/93; 1Ob2307/96p; 6Ob11/99g; 10ObS223/02w; 10ObS37/02t; 1Ob159/08a; 6Ob85/08f; 8Ob43/11y; 2Ob197/11a; 6Ob34/12m; 4Ob40/12d; 10Ob17/12s; 10Ob10/15s; 7Ob53/16v; 9ObA15/16w; 3Ob128/16v; 8Ob92/16m; 10Ob95/18w

Entscheidungsdatum

20.04.1993

Norm

ABGB §140 Ca

Rechtssatz

Eine einmal eingetretene Selbsterhaltungsfähigkeit kann allerdings - aus den unterschiedlichsten Gründen - wieder wegfallen, was dann zur Folge hat, dass die Unterhaltspflicht der Eltern wiederauflebt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 524/93
    Entscheidungstext OGH 20.04.1993 1 Ob 524/93
  • 1 Ob 2307/96p
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2307/96p
    Beisatz: Etwa infolge längerfristiger Unmöglichkeit der Berufsausübung wegen Krankheit, unverschuldeter Arbeitslosigkeit oder ähnlichen Gründen bei Fehlen ausreichender sozialer Absicherung, gerechtfertigter beruflicher Weiterbildung oder ähnlichen. (T1) Veröff: SZ 70/8
  • 6 Ob 11/99g
    Entscheidungstext OGH 10.06.1999 6 Ob 11/99g
    Vgl auch
  • 10 ObS 223/02w
    Entscheidungstext OGH 17.09.2002 10 ObS 223/02w
    Auch; Veröff: SZ 2002/118
  • 10 ObS 37/02t
    Entscheidungstext OGH 17.09.2002 10 ObS 37/02t
    Auch
  • 1 Ob 159/08a
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 159/08a
    Vgl aber; Beis wie T1; Beisatz: Nachhaltiges Unterlassen von zumutbaren Bemühungen in Richtung einer Berufsausübung beziehungsweise Zukunftsvorsorge löst aber die Rechtsfolge einer bleibenden, nur hypothetischen Selbsterhaltungsfähigkeit aus und führt zur Rechtsmissbräuchlichkeit der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen gegen die Eltern. (T2)
    Beisatz: Hier: Der 60jährigen Antragstellerin wurde ihre jahrzehntelange Untätigkeit in Richtung sozialversicherungsrechtlicher Absicherung und Begründung einer Altersversorgung als derart gravierende Sorglosigkeit angelastet, dass die Geltendmachung eines Unterhaltsanspruchs gegen den betagten Vater als rechtsmissbräuchlich qualifiziert wurde. (T3)
    Bem: Siehe dazu RS0124379. (T4)
  • 6 Ob 85/08f
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 85/08f
    Beis wie T1; Beisatz: Fällt die vom Kind erlangte Selbsterhaltungsfähigkeit weg, kann es (altersunabhängig) zum Wiederaufleben der elterlichen Unterhaltspflicht kommen. (T5)
  • 8 Ob 43/11y
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 Ob 43/11y
    Beisatz: Hier: Wegen gerechtfertigter Weiterbildung durch Aufnahme eines einschlägigen Studiums. (T6)
  • 2 Ob 197/11a
    Entscheidungstext OGH 10.11.2011 2 Ob 197/11a
    Auch; Beisatz: Ob es sich dabei um eine objektive oder „fiktive“, jedoch die Unterhaltspflicht jedenfalls ausschließende Selbsterhaltungsfähigkeit handelt, spielt keine Rolle. (T7)
  • 6 Ob 34/12m
    Entscheidungstext OGH 15.03.2012 6 Ob 34/12m
    Beis wie T7
  • 4 Ob 40/12d
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 40/12d
    Auch; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Ob die kumulativen Voraussetzungen für ein Wiederaufleben des Unterhaltsanspruchs vorliegen, ist eine Frage der konkreten Lebensumstände und wirft keine über den Anlassfall hinaus erhebliche Rechtsfrage iSd § 62 Abs 1 AußStrG auf. (T8)
  • 10 Ob 17/12s
    Entscheidungstext OGH 05.06.2012 10 Ob 17/12s
    Auch
  • 10 Ob 10/15s
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 10 Ob 10/15s
    Vgl auch; Beisatz: Auch eine bereits wegen Selbsterhaltungsfähigkeit oder angenommener Selbsterhaltungsfähigkeit erloschene Unterhaltspflicht kann wieder aufleben wenn etwa ein neues Ausbildungsziel (hier: Absolvierung der Lehre als Informationstechnologie-Techniker) ernstlich und strebsam verfolgt wird und dem unterhaltspflichtigen Elternteil die Finanzierung der neuen Ausbildungswünsche zumutbar ist. (T9)
  • 7 Ob 53/16v
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 7 Ob 53/16v
    Beis ähnlich wie T9; Veröff: SZ 2016/50
  • 9 ObA 15/16w
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 15/16w
    Auch
  • 3 Ob 128/16v
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 128/16v
    Auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 92/16m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 8 Ob 92/16m
    Beis wie T1
  • 10 Ob 95/18w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 95/18w
    Beis wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0047533

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19930420_OGH0002_0010OB00524_9300000_001

Entscheidungstext 6Ob85/08f

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

6Ob85/08f

Entscheidungsdatum

26.03.2009

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Tarmann-Prentner als weitere Richter in der Familienrechtssache des Antragstellers Dietmar M*****, vertreten durch Dr. Heimo Jilek und Mag. Robert Lackner, Rechtsanwälte in Leoben, gegen die Antragsgegnerin Christina M*****, wegen Herabsetzung des Unterhalts, über den Revisionsrekurs des Antragstellers gegen den Beschluss des Landesgerichts Leoben als Rekursgericht vom 20. Dezember 2007, GZ 2 R 353/07x-35, mit dem über Rekurs der Antragsgegnerin der Beschluss des Bezirksgerichts Bruck an der Mur vom 5. Oktober 2007, GZ 5 Fam 2/07b-25, teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revisionsrekurs wird zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Die Zurückweisung eines ordentlichen Revisionsrekurses wegen Fehlens einer erheblichen Rechtsfrage kann sich auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 71 Abs 3 AußStrG).

Die am 22. 11. 1988 geborene Antragsgegnerin ist die Tochter des Antragstellers. Nach Abschluss der Hauptschule besuchte sie kurz eine Höhere Bundeslehranstalt, die sie wegen schlechten Schulerfolgs im ersten Jahr abbrach. Vom 1. 1. bis zum 8. 1. 2004 war sie Angestelltenlehrling beim BFI Steiermark, vom 17. 8. bis zum 27. 8. 2004 Anlernling bei einer Zahnärztin, von der sie während der Probezeit gekündigt wurde. Schließlich war sie vom 11. 4. 2005 bis zum 4. 10. 2006 Anlernling bei einem Zahnarzt, der sie entließ, weil sie sich krank meldete und danach nicht mehr zur Arbeit erschien. In der Zeit dazwischen und seither bezog sie Arbeitslosen- bzw Krankengeld oder eine Beihilfe des Arbeitsmarktservices. Im Frühjahr 2006 begann sie, Drogen zu konsumieren. In der Folge bekam sie Hepatitis C. Anfang 2007 wurde sie schwanger. Der Vater ihres Kindes, mit dem sie zusammen lebt, war von Ende Juni 2005 bis Ende Dezember 2006 in Haft. Sie hat sich einer Drogentherapie unterzogen. Eine Untersuchung im Juli 2007 ergab, dass sie lediglich körperliche Arbeiten bei geringem bis maximal normalem Leistungsdruck ausüben konnte.

Der Vater beantragte am 30. 1. 2007, ihn ab dem 1. 1. 2007 von seiner Unterhaltspflicht für die Antragsgegnerin von monatlich 327,80 EUR zu befreien, weil seine Tochter als selbsterhaltungsfähig anzusehen sei. Das Erstgericht gab dem Begehren des Vaters statt.

Das Rekursgericht änderte den Beschluss des Erstgerichts über Rekurs der Antragsgegnerin dahin ab, dass es den Antragsteller schuldig erkannte, der Antragsgegnerin ab 1. 1. 2007 einen monatlichen Unterhalt von 200 EUR zu zahlen. Die Antragsgegnerin, die eine weiterführende Schulausbildung abgebrochen und danach vom 9. 1. 2004 bis zum 10. 4. 2005 lediglich elf Tage als Anlernling tätig gewesen sei, habe ihren Unterhaltsanspruch gegenüber ihrem Vater verloren. Sie sei in der Folge aber drogenabhängig geworden und an Hepatitis C erkrankt, sodass ihre Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Auch ihre Schwangerschaft sei als Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzusehen. So wie grundsätzlich ein drogenabhängiger Unterhaltspflichtiger nicht auf das von einem Gesunden erzielbare Einkommen angespannt werden könne, wenn er es nicht unterlasse, sich einer zumutbaren Therapie zu unterziehen, könne ein drogenabhängiger Unterhaltsberechtigter nicht angespannt werden. Es sei daher von jenem Einkommen auszugehen, das die Antragsgegnerin aufgrund einer ihr noch zumutbaren Erwerbstätigkeit erzielen könnte. Ein derartiges Einkommen könne mit rund 400 EUR monatlich (einschließlich allfälliger Sonderzahlungen) angenommen werden. Berücksichtige man die ebenfalls bestehende Unterhaltspflicht der Mutter der Antragsgegnerin, dann sei der restliche Unterhaltsanspruch gegenüber dem Antragsteller mit 200 EUR monatlich festzusetzen. Nachträglich (§ 63 AußStrG) ließ das Rekursgericht den ordentlichen Revisionsrekurs mit der Begründung zu, es entspreche herrschender Rechtsprechung, dass eine einmal eingetretene Selbsterhaltungsfähigkeit aus den unterschiedlichsten Gründen wieder wegfallen könne und dies zum Wiederaufleben der Unterhaltspflicht der Eltern führe. Judikatur des Obersten Gerichtshofs zu dieser Frage scheine jedoch nicht veröffentlicht zu sein.

Der Revisionsrekurs des Vaters ist mangels der Voraussetzungen des § 62 Abs 1 AußStrG unzulässig. An den Zulässigkeitsausspruch ist der Oberste Gerichtshof nicht gebunden (§ 71 Abs 1 AußStrG).

1. Selbsterhaltungsfähig ist ein Kind dann, wenn es die zur Deckung seines Unterhalts erforderlichen Mittel selbst erwirbt oder aufgrund zumutbarer Beschäftigung zu erwerben im Stande ist (RIS-Justiz RS0047567). Fällt die vom Kind erlangte Selbsterhaltungsfähigkeit weg (etwa infolge längerfristiger Unmöglichkeit der Berufsausübung wegen Krankheit, unverschuldeter Arbeitslosigkeit oder ähnlichen Gründen bei gleichzeitigem Fehlen ausreichender sozialer Absicherung, gerechtfertigter beruflicher Weiterbildung usw), kann es (altersunabhängig) zum Wiederaufleben der elterlichen Unterhaltspflicht kommen (1 Ob 2307/96p SZ 70/8; RIS-Justiz RS0047533). Dies hat das Rekursgericht zutreffend erkannt. Dass ihm die veröffentlichte Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zu dieser Frage verborgen geblieben ist, kann die Zulässigkeit des Rechtsmittels nicht begründen.

2. Der Revisionswerber geht nicht vom festgestellten Sachverhalt aus, wenn er meint, seine Tochter sei erst nach Wegfall seiner Unterhaltsverpflichtung drogenabhängig geworden, und daraus den Schluss zieht, dies könnte nicht zu einem Aufleben der Unterhaltsverpflichtung führen:

Selbst wenn die Berufsausbildung der Antragsgegnerin am 27. 8. 2004 aus ihrem Verschulden gescheitert wäre und sie sich deshalb wie eine Selbsterhaltungsfähige behandeln lassen müsste (RIS-Justiz RS0047605), wäre es mit der Aufnahme der neuerlichen Berufsausbildung am 11. 4. 2005 zum Wiederaufleben der Unterhaltspflicht des Vaters gekommen. Wie der Oberste Gerichtshof ausgesprochen hat, dürfen bei „Entscheidungen" eines in Berufsausbildung oder am Beginn der Berufsausübung stehenden Kindes für eine geänderte (weitere) Berufsausbildung Schuldzuweisungen mit der Rechtsfolge der bleibenden, hypothetischen Selbsterhaltungsfähigkeit keine entscheidende Bedeutung haben. Vielmehr ist immer auch am Kindeswohl zu messen, ob solche Veränderungen in der Ausbildung oder am Beginn des Berufslebens eines Kindes dessen Lebensverhältnisse entscheidend verbessern können, und erst danach ist zu prüfen, ob dem - diesem Vorhaben widersprechenden - Unterhaltspflichtigen die Verlängerung oder das Wiederaufleben seiner Unterhaltsverpflichtung nach seinen Lebensverhältnissen zumutbar ist (2 Ob 97/97x). Es entsprach dem Wohl der Antragsgegnerin, im April 2005 neuerlich die Ausbildung bei einem Zahnarzt zu beginnen, konnten sich doch nach gewöhnlichem Lauf der Dinge die Lebensverhältnisse der noch nicht einmal 17-jährigen Antragsgegnerin durch eine abgeschlossene Ausbildung entscheidend verbessern. Dass diese Ausbildung nicht ihren Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten entsprochen hätte und von vornherein nicht damit zu rechnen gewesen wäre, dass die Antragsgegnerin die Ausbildung nicht mit Erfolg bewältigen werde (s 2 Ob 97/97x), wurde nicht behauptet. Hiefür gibt es auch keinen Anhaltspunkt im Akt. Drogenabhängig wurde die Antragsgegnerin aber nach den Feststellungen erst während der Ausbildung.

3. Das Rekursgericht hat festgestellt, dass die eingeschränkte, die Selbsterhaltungsfähigkeit nicht mehr gewährleistende Arbeitsfähigkeit der Antragsgegnerin auf ihre Drogenabhängigkeit zurückzuführen ist. Von dieser den Obersten Gerichtshof, der nicht Tatsacheninstanz ist, bindenden Feststellung weicht der Rechtsmittelwerber ab, wenn er behauptet, dass das schulische und berufliche Verhalten der Antragsgegnerin zur Berufsunfähigkeit oder Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt habe und die Drogenabhängigkeit nicht dafür ursächlich sei, dass die Antragsgegnerin kein oder nur ein unzureichendes Einkommen beziehe. Die vom Revisionsrekurswerber im Zusammenhang mit diesen Behauptungen für erheblich gehaltenen Rechtsfragen stellen sich daher nicht.

Dass sich die Antragsgegnerin einer Drogentherapie unterzieht, haben die Vorinstanzen ohnehin festgestellt.

4. Der Oberste Gerichtshof hat ausgesprochen, dass trotz eines aus bloßem Leichtsinn begonnenen Drogenkonsums, der zur Hinderung der Selbsterhaltungsfähigkeit führt, die Unterhaltspflicht der Eltern zu bejahen ist. Diese besteht auch in jenen Fällen weiter, in denen der Unterhaltsberechtigte durch von ihm selbst zu vertretende Aktionen krank und außer Stande gesetzt wurde, eine Berufsausbildung in angemessener Zeit abzuschließen oder einem Erwerb nachzugehen, außer es wäre ihm zu unterstellen, dass er diese Handlungen eben deshalb setzte, um weiterhin Unterhaltszahlungen zu erhalten (7 Ob 577/94). Dass die Antragsgegnerin gerade deshalb Drogen genommen hätte, um ihre Leistungsfähigkeit auszuschalten oder einzuschränken, damit ihr Vater möglichst lange Unterhalt zu zahlen hat, kann nicht unterstellt werden (vgl 7 Ob 577/94). Hiefür gibt es keinen Anhaltspunkt im Akt. Dass nicht festgestellt wurde, weshalb die Antragsgegnerin drogenabhängig wurde, vermag daher einen Feststellungsmangel aufgrund unrichtiger rechtlicher Beurteilung nicht zu begründen.

5. Die Frage, welche Fortzahlungen die Antragsgegnerin im Fall einer als Krankheit anzusehenden Drogenabhängigkeit erhalten hätte, wenn sie ihre Berufsausbildung nicht abgebrochen, sondern zu Ende geführt hätte, hat keine Relevanz für die Entscheidung. Das Erstgericht stellte nämlich fest, dass die Antragsgegnerin nicht in der Lage ist, in einer Arztordination zu arbeiten. Von der Antragsgegnerin kann nicht verlangt werden, dass sie eine ihr Leistungskalkül übersteigende Berufsausbildung zu Ende bringt.

Schlagworte

Kennung XPUBL Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in iFamZ 2009/140 S 197 - iFamZ 2009,197 XPUBLEND

Anmerkung

E90511 6Ob85.08f

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:0060OB00085.08F.0326.000

Zuletzt aktualisiert am

11.08.2009

Dokumentnummer

JJT_20090326_OGH0002_0060OB00085_08F0000_000