Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob134/58 4Ob327/59 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078070

Geschäftszahl

1Ob134/58; 4Ob327/59; 4Ob339/61; 4Ob352/61; 4Ob329/74; 4Ob362/74 (4Ob363/74); 4Ob341/77; 4Ob364/77; 4Ob365/81; 4Ob57/88; 4Ob11/09k; 4Ob217/10f; 4Ob201/13g

Entscheidungsdatum

23.04.1958

Norm

UWG §1 D1c
UWG §2 C2c

Rechtssatz

Die "Superlativwerbung" "X-Kaffee ist doch der beste" ist in erster Linie nach § 2 UWG zu beurteilen. Irreführend im Sinne dieser Gesetzesstelle wird sie aber nur selten wirken; überall dort, wo durch den Zusammenhang klar zutage tritt, daß es sich um eine "subjektive Werbung" - also nicht um eine objektive Tatsachenbehauptung handelt, wird niemand den Superlativ wörtlich auffassen. Was in einem solchen Falle übrig bleibt, ist lediglich die Behauptung erstklassiger Qualität. Ist ihr nach der Gesamtwirkung der Werbung keine objektive Tatsachenbehauptung zu entnehmen, so ist in ihr - wie bei der vergleichenden Werbung überhaupt - ein Verstoß gegen § 1 UWG nur zu erblicken, wenn sie einen Hinweis auf die Minderwertigkeit der Erzeugnisse oder Leistungen der Mitbewerber enthält (SZ 24/79).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 134/58
    Entscheidungstext OGH 23.04.1958 1 Ob 134/58
    Veröff: SZ 31/64 = ÖBl 1958,60
  • 4 Ob 327/59
    Entscheidungstext OGH 17.11.1959 4 Ob 327/59
    Ähnlich; Beisatz: Kneissl-Ski (T1)
  • 4 Ob 339/61
    Entscheidungstext OGH 10.10.1961 4 Ob 339/61
  • 4 Ob 352/61
    Entscheidungstext OGH 17.10.1961 4 Ob 352/61
  • 4 Ob 329/74
    Entscheidungstext OGH 24.09.1974 4 Ob 329/74
    nur: Ist ihr nach der Gesamtwirkung der Werbung keine objektive Tatsachenbehauptung zu entnehmen, so ist in ihr - wie bei der vergleichenden Werbung überhaupt - ein Verstoß gegen § 1 UWG nur zu erblicken, wenn sie einen Hinweis auf die Minderwertigkeit der Erzeugnisse oder Leistungen der Mitbewerber enthält. (T2) Beisatz: Kosmetik-Klub International (T3) Veröff: ÖBl 1975,57
  • 4 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 14.01.1975 4 Ob 362/74
    Beisatz: Wir sind besser als die anderen. (T4) Veröff: ÖBl 1975,146
  • 4 Ob 341/77
    Entscheidungstext OGH 03.05.1977 4 Ob 341/77
    Beisatz: Jacobs Monarch (T5) Veröff: ÖBl 1977,166
  • 4 Ob 364/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 4 Ob 364/77
    Auch; nur T2; Beisatz: Fliesen aus aller Welt: Billiger als in aller Welt. (T6) Veröff: ÖBl 1978,31
  • 4 Ob 365/81
    Entscheidungstext OGH 02.06.1981 4 Ob 365/81
    Beisatz: Gösser - Österreichs bestes Bier. (T7) Veröff: ÖBl 1981,119
  • 4 Ob 57/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 57/88
    Auch; Beisatz: Der beste Suppenwürfel (T8) Veröff: ern 1989,105
  • 4 Ob 11/09k
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 4 Ob 11/09k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: „Österreichs beliebtester Hagebutten- (bzw Apfel-)tee". (T9)
  • 4 Ob 217/10f
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 217/10f
    Vgl auch; Beisatz: Unüberprüfbare Meinungsäußerung ist danach in der Regel die Bewertung des Geschmacks von Lebensmitteln. (T10); Beisatz: Hier: „das beste Service“. (T11)
  • 4 Ob 201/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 201/13g
    Vgl auch; Beis wie T10; Beisatz: Unüberprüfbare Meinungsäußerung ist in der Regel die Bewertung des Geschmacks von Lebensmitteln oder der inhaltlichen Qualität eines Mediums. (T12)
    Beisatz: Hier: „Revolution im Fenster‑Design“; „Lichtjahre vom klassischen Fenster entfernt“. (T13)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0078070

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.02.2014

Dokumentnummer

JJR_19580423_OGH0002_0010OB00134_5800000_001

Rechtssatz für 4Ob348/79 4Ob402/85 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078340

Geschäftszahl

4Ob348/79; 4Ob402/85; 4Ob134/90; 4Ob86/00a; 4Ob275/01x; 4Ob45/02z; 4Ob99/02s; 4Ob157/03x; 4Ob20/08g; 4Ob11/09k; 4Ob217/10f; 4Ob20/11m; 4Ob201/13g

Entscheidungsdatum

12.06.1979

Norm

UWG §2 C1

Rechtssatz

Die Frage, ob eine bestimmte Werbeaussage eine objektiv überprüfbare Tatsachenbehauptung oder nur eine rein subjektive, jeder objektiven Nachprüfung entzogene Meinungskundgebung ist, ist immer nach dem Gesamteindruck der Ankündigung - unter Berücksichtigung ihres Gegenstandes, ihrer Form, des Zusammenhanges, in den sie gestellt wird, sowie aller sonstigen Umstände, die für das angesprochene Publikum maßgebend sein können - zu beurteilen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 348/79
    Entscheidungstext OGH 12.06.1979 4 Ob 348/79
    Veröff: SZ 52/94 = ÖBl 1980,7
  • 4 Ob 402/85
    Entscheidungstext OGH 04.02.1986 4 Ob 402/85
    Auch; Beisatz: Ob die Werbebehauptung zumindest von einem nicht unerheblichen Teil des angesprochenen Publikums als ernstzunehmende Inanspruchnahme einer Spitzenstellung aufgefasst werden kann, ist keine Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 4 Z 1 ZPO. (T1) Veröff: SZ 59/25 = ÖBl 1986,102
  • 4 Ob 134/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 4 Ob 134/90
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 86/00a
    Entscheidungstext OGH 03.05.2000 4 Ob 86/00a
    Ähnlich
  • 4 Ob 275/01x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 275/01x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Aussage, dass ein bestimmtes Notebook das beste sei, ist demnach eine überprüfbare Tatsachenbehauptung. (T2)
  • 4 Ob 45/02z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 4 Ob 45/02z
    Vgl auch
  • 4 Ob 99/02s
    Entscheidungstext OGH 02.07.2002 4 Ob 99/02s
    Auch; Beisatz: Die beanstandete Ankündigung "weltbestes Wasserbett" ist daher als Tatsachenbehauptung des Inhalts zu beurteilen, ein derart beworbenes Produkt erwecke die Vorstellung, die weltweit besten Ausstattungsmerkmale aufzuweisen und den weltweit höchsten Qualitätsansprüchen zu genügen. (T3)
  • 4 Ob 157/03x
    Entscheidungstext OGH 19.08.2003 4 Ob 157/03x
    Vgl auch; Beisatz: Ob die Voraussetzungen der durch § 2 UWG nF umgesetzten Richtlinie 84/450/EWG des Rates vom 10. 9. 1984 über irreführende und vergleichende Werbung vorliegen, richtet sich, wie bei der Beurteilung der Wirkung von Werbeaussagen ganz allgemein nach dem Gesamteindruck, den der Werbevergleich erweckt. (T4)
  • 4 Ob 20/08g
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 20/08g
    Auch
  • 4 Ob 11/09k
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 4 Ob 11/09k
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 4 Ob 217/10f
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 217/10f
    Beisatz: Mit Darstellung der von der Rsp beurteilten Fallgruppen. (T5); Beisatz: Hier: „das beste Service“. (T6)
  • 4 Ob 20/11m
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 20/11m
    Vgl auch; Beisatz: Dragon FX Garant ‑ Garantiezusage. (T7)
  • 4 Ob 201/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 201/13g
    Beis ähnlich wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0078340

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.02.2014

Dokumentnummer

JJR_19790612_OGH0002_0040OB00348_7900000_001

Rechtssatz für 4Ob12/93 4Ob11/09k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078536

Geschäftszahl

4Ob12/93; 4Ob11/09k

Entscheidungsdatum

09.03.1993

Norm

UWG §2 C2c

Rechtssatz

"Beliebtest" ist keine marktschreierische Anpreisung, soweit nach dem Gesamteindruck ein sachlich nachweisbarer Tatsachenkern erkennbar ist, zB die größte Reichweite.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 12/93
    Entscheidungstext OGH 09.03.1993 4 Ob 12/93
  • 4 Ob 11/09k
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 4 Ob 11/09k
    Auch; Beisatz: Hier: „Österreichs beliebtester Hagebutten- (bzw Apfel-)tee". (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0078536

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2009

Dokumentnummer

JJR_19930309_OGH0002_0040OB00012_9300000_002

Entscheidungstext 4Ob11/09k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob11/09k

Entscheidungsdatum

24.03.2009

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Senatspräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und durch die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M***** Gesellschaft mbH, *****, vertreten durch Mag. Egon Stöger, Rechtsanwalt in Innsbruck, gegen die beklagte Partei T***** GmbH, *****, vertreten durch Schönherr Rechtsanwälte GmbH in Wien, wegen Unterlassung (Streitwert 68.000 EUR) und Urteilsveröffentlichung (Streitwert 4.000 EUR), über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 24. November 2008, GZ 6 R 101/08b-11, den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Der Oberste Gerichtshof hat wiederholt ausgesprochen, die Behauptung, ein bestimmtes Printmedium sei die „Lieblingszeitung" bestimmter Bevölkerungsgruppen, werde von den angesprochenen Verkehrskreisen für sich allein - also ohne substantiierende Zusätze, aus denen nach dem Gesamteindruck ein sachlich nachweisbarer Tatsachenkern, etwa die größte Reichweite, erkennbar sei - nicht wörtlich genommen, sondern sogleich als nicht ernst gemeinte, ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit auftretende reklamehafte Übertreibung erkannt und sei lauterkeitsrechtlich zulässige marktschreierische Werbung (4 Ob 354/87 = MR 1987, 144 [zust Korn] - Lieblingszeitung II; 4 Ob 12/93 = RIS-Justiz RS0078536).

Das Rekursgericht hat diese Rechtsprechung in vertretbarer Weise im Einzelfall angewendet, wenn es die Aufschrift „Österreichs beliebtester Hagebutten- (bzw Apfel-)tee" auf der jeweiligen Produktverpackung in ihrem Gesamtzusammenhang als marktschreierische Anpreisung ohne sachlich nachprüfbaren Tatsachenkern beurteilt hat, die zur Irreführung der angesprochenen Verkehrskreise nicht geeignet sei.

Die Rechtsmittelwerberin vertritt weiterhin die Auffassung, mit der beanstandeten Werbung werde zu Unrecht eine objektiv nachprüfbare Spitzenstellung (beliebtester Tee = bester Tee) in Anspruch genommen. Dem hat schon das Rekursgericht zutreffend entgegengehalten, dass im Zusammenhang mit Genussmitteln die Beurteilung, welches Produkt „das beste" sei, vom subjektiven, unüberprüfbaren Empfinden des Beurteilenden abhänge.

Dass es sich insoweit um eine „Geschmacksfrage" im wahrsten Wortsinn

handelt, die einer empirischen Überprüfung entzogen ist, hat auch der

Oberste Gerichtshof in seiner Rechtsprechung wiederholt klargestellt,

wenn er etwa die Aussage, jemand vertreibe den „besten Suppenwürfel

Österreichs" (4 Ob 57/88 = ern 1989, 105) als subjektive,

unüberprüfbare Meinungsäußerung und damit als reines Werturteil

beurteilt hat, wenn auch betont wurde, darin sei die

Tatsachenbehauptung einer qualitativ hochwertigen Ware enthalten

(ebenso schon 4 Ob 341/77 = ÖBl 1977, 166 - Österreichs bester

Kaffee; 4 Ob 365/81 = ÖBl 1981, 119 - Österreichs bestes Bier; vgl

RIS-Justiz RS0078070).

Ob die beanstandeten Ankündigungen nach den Umständen des konkreten Falls zumindest von einem nicht unerheblichen Teil des angesprochenen Publikums als ernstzunehmende Tatsachenbehauptungen aufgefasst werden können, ist im Übrigen eine Rechtsfrage, der - mangels auffallender Fehlbeurteilung im Streitfall - keine über den Einzelfall hinausgehende erhebliche Bedeutung iSd § 502 ZPO zukommt (RIS-Justiz RS0078340 [T1]; 4 Ob 185/01m = ecolex 2002, 34 - Glanzweltmeister mwN).

Schlagworte

Kennung XPUBL Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in ÖBl-LS 2009/176 - Österreichs beliebtester Hagebuttentee XPUBLEND

Anmerkung

E90216 4Ob11.09k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:0040OB00011.09K.0324.000

Zuletzt aktualisiert am

28.07.2009

Dokumentnummer

JJT_20090324_OGH0002_0040OB00011_09K0000_000