Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob57/66 5Ob163/66 6Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0035638

Geschäftszahl

8Ob57/66; 5Ob163/66; 6Ob285/68 (6Ob288/68); 6Ob44/74; 8Ob226/76; 1Ob685/78; 8Ob27/79; 3Ob651/79; 7Ob725/80; 7Ob19/82 (7Ob20/82); 2Ob595/84 (2Ob596/84); 5Ob1539/87; 6Ob714/87 (6Ob715/87); 8ObA307/95 (8ObA308/95); 10Ob2403/96x; 7Ob201/97b; 10ObS241/99k; 1Ob287/02s; 7Ob20/07b; 1Ob147/08m; 2Ob12/09t; 5Ob67/10d; 3Ob73/10x; 4Ob184/10b; 3Ob211/10s; 4Ob202/10z; 10ObS183/10z; 2Ob69/11b; 1Ob265/11v; 6Ob140/12z; 7Ob203/12x; 6Ob219/12t; 8Ob2/14y; 10ObS83/14z; 5Ob130/14z; 5Ob15/15i; 5Ob31/15t; 7Ob162/15x; 6Ob88/17k; 8Ob61/17d; 1Ob131/18y; 6Ob105/18m; 1Ob106/18x; 1Ob123/18x; 3Ob7/19d; 7Ob7/19h

Entscheidungsdatum

19.04.1966

Norm

ZPO §17 A

Rechtssatz

Bei der Beurteilung, ob die Nebenintervention zulässig ist, ist kein strenger Maßstab anzulegen. Es genügt, dass der Rechtsstreit die Rechtssphäre des Nebenintervenienten berührt.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 57/66
    Entscheidungstext OGH 19.04.1966 8 Ob 57/66
    Veröff: JBl 1967,154
  • 5 Ob 163/66
    Entscheidungstext OGH 15.09.1966 5 Ob 163/66
    Veröff: EvBl 1967/10 S 16
  • 6 Ob 285/68
    Entscheidungstext OGH 30.10.1968 6 Ob 285/68
    Beisatz: Günstigere Verwertbarkeit eines gepfändeten Bungalows ist wirtschaftliches Interesse (Mietrechtsstreit der Hauptparteien). (T1)
    Veröff: MietSlg 20677
  • 6 Ob 44/74
    Entscheidungstext OGH 21.03.1974 6 Ob 44/74
  • 8 Ob 226/76
    Entscheidungstext OGH 19.01.1977 8 Ob 226/76
    Vgl; Beisatz: Das Interventionsinteresse ist zu bejahen, wenn der Dritte durch den Ausgang des anhängigen Rechtsstreites unmittelbar in seiner Rechtssphäre betroffen wird. (T2)
    Veröff: SZ 50/7 = ZVR 1978/40 S 444
  • 1 Ob 685/78
    Entscheidungstext OGH 30.08.1978 1 Ob 685/78
  • 8 Ob 27/79
    Entscheidungstext OGH 29.03.1979 8 Ob 27/79
    Beis wie T2
  • 3 Ob 651/79
    Entscheidungstext OGH 09.04.1980 3 Ob 651/79
    Beisatz: Der gegen eine Prozesspartei gerichtete Anspruch auf Verschaffung des Eigentums berührt die Interessen des Eigentümers nicht, sodass eine Nebenintervention unzulässig ist. (T3)
  • 7 Ob 725/80
    Entscheidungstext OGH 11.12.1980 7 Ob 725/80
    Beis wie T2; Veröff: SZ 53/168 = EvBl 1981/112 S 350
  • 7 Ob 19/82
    Entscheidungstext OGH 18.03.1982 7 Ob 19/82
    Beis wie T3; Veröff: SZ 55/39
  • 2 Ob 595/84
    Entscheidungstext OGH 30.10.1984 2 Ob 595/84
    nur: Es genügt, dass der Rechtsstreit die Rechtssphäre des Nebenintervenienten berührt. (T4)
    Beisatz: Und sich daraus ein rechtlich begründeter Anlass ergibt, das Obsiegen einer der Parteien herbeizuführen. (T5)
  • 5 Ob 1539/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 5 Ob 1539/87
  • 6 Ob 714/87
    Entscheidungstext OGH 10.12.1987 6 Ob 714/87
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 8 ObA 307/95
    Entscheidungstext OGH 16.11.1995 8 ObA 307/95
    Vgl auch; Veröff: SZ 68/218
  • 10 Ob 2403/96x
    Entscheidungstext OGH 22.10.1996 10 Ob 2403/96x
    nur T4; Beis wie T5
  • 7 Ob 201/97b
    Entscheidungstext OGH 23.07.1997 7 Ob 201/97b
    nur T4; Beis wie T5
  • 10 ObS 241/99k
    Entscheidungstext OGH 09.11.1999 10 ObS 241/99k
    Beis wie T5
  • 1 Ob 287/02s
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 287/02s
  • 7 Ob 20/07b
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 20/07b
    Beisatz: Wenn schon aus den vorgebrachten Tatsachen kein rechtliches Interesse zu erkennen ist, ist die Nebenintervention zurückzuweisen. (T6)
  • 1 Ob 147/08m
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 147/08m
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 12/09t
    Entscheidungstext OGH 03.09.2009 2 Ob 12/09t
    nur T4
  • 5 Ob 67/10d
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 67/10d
    nur T4; Beis wie T5
  • 3 Ob 73/10x
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 73/10x
  • 4 Ob 184/10b
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 184/10b
  • 3 Ob 211/10s
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 211/10s
    Beis wie T6
  • 4 Ob 202/10z
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 202/10z
  • 10 ObS 183/10z
    Entscheidungstext OGH 01.02.2011 10 ObS 183/10z
    Auch; Veröff: SZ 2011/14
  • 2 Ob 69/11b
    Entscheidungstext OGH 05.05.2011 2 Ob 69/11b
  • 1 Ob 265/11v
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 265/11v
  • 6 Ob 140/12z
    Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 140/12z
    Beisatz: Ob ein Nebenintervenient das erforderliche rechtliche Interesse an einem Beitritt hat, kann grundsätzlich nur anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beantwortet werden und bildet daher in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 528 Abs 1 ZPO. (T7)
    Beisatz: Es reicht aus, wenn der Nebenintervenient einen zu befürchtenden Rückgriff plausibel darstellen kann. Die denkbaren rechtlichen Schritte in einem drohenden Regressprozess sind vom Nebenintervenienten nicht im Einzelnen konkret darzustellen. Bei mehrfachen diesbezüglichen Ankündigungen kann an der ernsthaften Möglichkeit, dass solche Ansprüche erhoben werden kein Zweifel bestehen. (T8)
  • 7 Ob 203/12x
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 203/12x
  • 6 Ob 219/12t
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 6 Ob 219/12t
    Beis ähnlich wie T8
  • 8 Ob 2/14y
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 8 Ob 2/14y
    Beis wie T5
  • 10 ObS 83/14z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 10 ObS 83/14z
  • 5 Ob 130/14z
    Entscheidungstext OGH 04.09.2014 5 Ob 130/14z
  • 5 Ob 15/15i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2015 5 Ob 15/15i
  • 5 Ob 31/15t
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 5 Ob 31/15t
    Beis wie T7; Beis wie T5
  • 7 Ob 162/15x
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 162/15x
    Beis wie T5; Beisatz: Das rechtliche Interesse muss grundsätzlich ex ante beurteilt werden und es ist dabei nicht vorrangig oder gar allein auf das Vorbringen des (klagenden) Prozessgegners der streitverkündenden Partei abzustellen. (T9)
  • 6 Ob 88/17k
    Entscheidungstext OGH 29.05.2017 6 Ob 88/17k
  • 8 Ob 61/17d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 61/17d
    Beis wie T5
  • 1 Ob 131/18y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 131/18y
  • 6 Ob 105/18m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 105/18m
    Beis wie T5
  • 1 Ob 106/18x
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 106/18x
    Auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 123/18x
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 123/18x
    Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Könnte die klagende Partei den Nebenintervenienten als (von ihm behaupteter "unechter") Solidarschuldner auch unabhängig vom vorliegenden Verfahren belangen, reicht dieses bloß wirtschaftliche Interesse am Obsiegen der klagenden Partei für einen Streitbeitritt nicht aus. Aus einer "ausschließlichen" (also nicht solidarischen) Haftung des Nebenintervenienten würde sich gar kein Regressanspruch der beklagten Partei ergeben, weil letztere dann gar nicht haften würde. (T10)
  • 3 Ob 7/19d
    Entscheidungstext OGH 20.03.2019 3 Ob 7/19d
    Beis wie T6
  • 7 Ob 7/19h
    Entscheidungstext OGH 18.09.2019 7 Ob 7/19h
    Auch; Beisatz: Aus der Stellung als Aufsichtsbehörde einer Partei allein ergibt sich kein rechtliches Interesse nach § 17 ZPO. (T11)
    Beis wie T6; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0035638

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19660419_OGH0002_0080OB00057_6600000_001

Rechtssatz für 1Ob25/01k 1Ob188/02g 1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0115014

Geschäftszahl

1Ob25/01k; 1Ob188/02g; 1Ob147/08m; 1Ob15/11d; 1Ob204/16f

Entscheidungsdatum

27.03.2001

Norm

AHG §1 C3
AHG §9 Abs5

Rechtssatz

Unterhält ein Geschädigter mit einem als juristische Person des Privatrechts organisierten beliehenen Unternehmen vertragliche Beziehungen, die von diesem vorzunehmende hoheitliche Tätigkeiten zum Inhalt haben, so kann er sowohl den Rechtsträger im Wege der Amtshaftung wie auch den Vertragspartner wegen Verletzung des Vertrags durch die für das beliehene Unternehmen handelnde physische Person in Anspruch nehmen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 25/01k
    Entscheidungstext OGH 27.03.2001 1 Ob 25/01k
    Veröff: SZ 74/55
  • 1 Ob 188/02g
    Entscheidungstext OGH 25.03.2003 1 Ob 188/02g
    Auch; Beisatz: Hier: Die sich aus dem Vertrag des Bankprüfers mit dem Kreditinstitut ergebende Haftung des von der Behörde in Pflicht genommenen Prüfers schließt eine Amtshaftung des Rechtsträgers für durch seine Organe schuldhaft rechtswidrig zugefügte Schäden nicht aus. (T1); Veröff: SZ 2003/28
  • 1 Ob 147/08m
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 147/08m
    Vgl auch; Beisatz: Vertrag über die Begleitung eines Sondertransports; hier wurde bereits die Beleihung der Beklagten verneint. (T2)
  • 1 Ob 15/11d
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 15/11d
    Ausdrücklich gegenteilig; Veröff: SZ 2011/43
  • 1 Ob 204/16f
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 1 Ob 204/16f
    Ausdrücklich gegenteilig

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115014

Im RIS seit

26.04.2001

Zuletzt aktualisiert am

19.01.2017

Dokumentnummer

JJR_20010327_OGH0002_0010OB00025_01K0000_001

Entscheidungstext 1Ob147/08m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob147/08m

Entscheidungsdatum

26.02.2009

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten Dr. Gerstenecker als Vorsitzenden und die Hofräte Univ.-Prof. Dr. Bydlinski, Dr. Fichtenau, Dr. Grohmann und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei K***** AG, *****, vertreten durch Dr. Rainer Kornfeld, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei M*****gesellschaft mbH, *****, vertreten durch Siegl, Choc & Axmann, Rechtsanwaltspartnerschaft in Graz, und den auf Seiten der beklagten Partei beigetretenen Nebenintervenienten Anton W*****, vertreten durch Reinisch & Wisiak Rechtsanwälte GmbH in Leibnitz, wegen 9.186,40 EUR sA, infolge von Revisionsrekursen der beklagten Partei und des Nebenintervenienten (Revisionsrekursstreitwert jeweils 5.600 EUR) gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz als Rekursgericht vom 18. März 2008, GZ 7 R 22/08v-21, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Leibnitz vom 9. November 2007, GZ 6 C 64/07h-12, teilweise abgeändert wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

1.

Dem Revisionsrekurs der beklagten Partei wird nicht Folge gegeben.

2.

Dem Revisionsrekurs des Nebenintervenienten wird teilweise Folge gegeben.

Der angefochtene Beschluss wird (lediglich) dahin abgeändert, dass der Antrag der klagenden Partei auf Zurückweisung des Nebenintervenienten auf Seiten der beklagten Partei abgewiesen wird.

              3.              Die Kosten des Revisionsrekursverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Die Versicherungsnehmerin der Klägerin betraute die Beklagte mit der Begleitung eines Sondertransports. Die Transportbegleitung wurde mit Bescheid des Landeshauptmanns von Oberösterreich als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung vom 26. 8. 2004 auferlegt. Sie hatte durch ein beeidetes Organ der Straßenaufsicht gemäß § 97 StVO zu erfolgen. Der Nebenintervenient - als Subunternehmer für die Beklagte und als beeidetes Organ der Straßenaufsicht gemäß § 97 StVO - begleitete am 3. 9. 2004 den Transport in Österreich. Beim Passieren eines Baustellenbereichs an der A2 (Südautobahn) wurde das transportierte Schiff in einer Unterführung beschädigt. Am 8. 9. 2004 wurde das Schiff in Montenegro bei der Ausfahrt aus einem Fährschiff ein weiteres Mal beschädigt. Für den Transport in Montenegro gab es eine behördliche Bewilligung der dortigen Behörde. Die Begleitung des Auslandstransports erfolgte nicht durch den Nebenintervenienten, sondern durch die montenegrinische Polizei. Eine Trennung des in Österreich entstandenen Schadens und jenes in Montenegro ist nicht möglich.

Die Klägerin begehrte infolge Forderungsübergangs auf sie als Versicherer (§ 67 VersVG) den Ersatz der Reparaturkosten für das transportierte Schiff in Höhe von 5.600 EUR zuzüglich Gutachterkosten zur Schadensfeststellung von 3.586,40 EUR, insgesamt sohin 9.186,40 EUR. Sie stützte den Anspruch auf das Werkvertragsverhältnis zwischen ihrer Versicherungsnehmerin und der Beklagten. In der Folge beantragte sie die Zurückweisung des Nebenintervenienten, weil es diesem am rechtlichen Interesse mangle.

Die Beklagte und der Nebenintervenient wendeten insbesondere Unzulässigkeit des Rechtswegs ein, weil die Beklagte bzw deren Erfüllungs- und Besorgungsgehilfen als Organ eines Rechtsträgers hoheitlich gehandelt hätten.

Das Erstgericht wies den Antrag der Klägerin auf Zurückweisung des Nebenintervenienten ab und das Klagebegehren wegen Unzulässigkeit des Rechtswegs zurück. Die Beklagte sei als juristische Person privaten Rechts mit der Besorgung bestimmter hoheitlicher Aufgaben beliehen und der Nebenintervenient im Rahmen der Transportbegleitung daher als Organ im Sinne des § 1 Abs 2 AHG tätig geworden. Die Beklagte hafte nicht für rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten solcher Organe bei der Besorgung hoheitlicher Aufgaben und daher auch nicht für den Schadensfall vom 3. 9. 2004. Ein schuldhaftes Verhalten der in ihrem Organisationsbereich hoheitlich tätig gewordenen physischen Personen sei vielmehr den nach dem Amtshaftungsgesetz haftenden Rechtsträgern zuzurechnen. Nach § 9 Abs 5 AHG sei für die unmittelbar gegen ein Organ gerichtete Klage wegen dessen hoheitlicher Tätigkeit der Rechtsweg unzulässig. Die Klage sei daher zurückzuweisen - bezüglich der Gutachterkosten schon deswegen, weil es sich diesbezüglich um vorprozessuale Kosten handle, die richtigerweise in die Kostennote aufzunehmen gewesen wären. Der Nebenintervenient habe ein rechtliches Interesse am Verfahrensausgang, da er allenfalls regresspflichtig werden könnte. Der Antrag der Klägerin auf Zurückweisung der Nebenintervention sei daher abzuweisen.

Das Rekursgericht wies die Klage im Umfang von 3.586,40 EUR und den Beitritt des Nebenintervenienten auf Seiten der Beklagten zurück, verwarf hinsichtlich des Betrags von 5.600 EUR die Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs und trug insoweit dem Erstgericht die Fortsetzung des Verfahrens unter Abstandnahme vom gebrauchten Zurückweisungsgrund auf. Den ordentlichen Revisionsrekurs erklärte es für zulässig. Der Nebenintervenient habe sein rechtliches Interesse nicht dartun können, da er behauptet habe, als ermächtigtes Straßenaufsichtsorgan tätig geworden zu sein. Ein Regressanspruch der Beklagten gegenüber dem Organ scheide aber aus, weil gemäß § 1 Abs 1 AHG das Organ dem Geschädigten nicht hafte. Der Rechtsweg sei für den Klageanspruch im Umfang von 5.600 EUR (Reparaturkosten /Schaden am Schiff) zulässig, weil die Klägerin die Beklagte aus dem mit ihr abgeschlossenen Werkvertrag in Anspruch nehme. Die Bewilligung zur Durchführung des Sondertransports sei der Versicherungsnehmerin der Klägerin und nicht der Beklagten erteilt worden. Nur die juristische Person des Privatrechts, die mit der Besorgung hoheitlicher Aufgaben beliehen worden sei, sei auch befugt, physische Personen mit der Vollziehung der Gesetze zu beauftragen. Die für die Beklagte handelnden Personen im Zuge der Begleitung des Schwertransports seien daher keine Organe im Sinne des § 1 Abs 2 AHG gewesen. Die Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs sei daher hinsichtlich des Schadenersatzanspruchs von 5.600 EUR zu verwerfen. Bei den Kosten des Privatgutachtens, das ausschließlich der Ermittlung der Schadenshöhe gedient habe, handle es sich aber um vorprozessuale Kosten, für die der Rechtsweg unzulässig sei. Die „ordentliche Revision" sei zuzulassen, da für die „vorliegenden Rechtsprobleme" eine Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs fehle.

Rechtliche Beurteilung

Die gegen diesen Beschluss erhobenen Revisionsrekurse der Beklagten und des Nebenintervenienten sind jeweils zulässig, jener der Beklagten ist nicht berechtigt, und jener des Nebenintervenienten ist teilweise berechtigt.

1. Zulässigkeit des Rechtswegs:

Die Revisionsrekurswerber bekämpfen den Ausspruch über die Zulässigkeit des Rechtswegs für den Schadenersatzanspruch von 5.600 EUR im Wesentlichen mit dem Argument, dass es bei der gemäß § 9 Abs 5 AHG erforderlichen Beurteilung der Zulässigkeit des Rechtswegs nicht darauf ankommen könne, ob die Klage ausdrücklich auf das AHG oder ausdrücklich nicht darauf gestützt werde, weil nicht eine solche Rechtsbehauptung des Klägers, sondern der geltend gemachte und allein durch das Gericht zu beurteilende Streitgegenstand maßgebend sei. Im vorliegenden Fall kommt aber die Anwendung des § 9 Abs 5 AHG in Bezug auf die Beklagte schon deswegen nicht in Betracht, weil es an ihrer Beleihung mit hoheitlichen Aufgaben mangelt. So enthält der an die Versicherungsnehmerin der Klägerin gerichtete Bescheid vom 26. 8. 2004 (Beilage ./B = ./1) zwar die Auflage, dass die Transportsicherung durch ein vereidigtes Organ der Straßenaufsicht gemäß § 97 Abs 2 StVO 1960 mit einem Begleitfahrzeug zu erfolgen habe - wofür die Beklagte als juristische Person jedenfalls nicht in Betracht kommt -, dem Bescheid ist aber keinerlei Beleihung der Beklagten mit der Besorgung von hoheitlichen Aufgaben zu entnehmen. Als Organ der Straßenaufsicht wurde vielmehr der von der Beklagten beigezogene Nebenintervenient tätig (siehe auch Beilage ./11). Die Beklagte kann daher die „immunisierende Wirkung" des § 9 Abs 5 AHG keinesfalls für sich in Anspruch nehmen.

In der Tat stützte die Klägerin ihren Anspruch auch nicht auf Amtshaftung, sondern auf den zwischen ihrer Versicherungsnehmerin und der Beklagten abgeschlossenen Werkvertrag. Für den aus einem Vertrag abgeleiteten Anspruch ist die Zulässigkeit des Rechtswegs - ebenso wie die Passivlegitimation der Beklagten - aber zweifellos gegeben. Den Revisionsrekursen der Beklagten und des Nebenintervenienten, soweit dieser die Zurückweisung der Klage anstrebt, ist somit nicht Folge zu geben.

2. Nebenintervention:

Das Interventionsinteresse ist grundsätzlich zu bejahen, wenn der Dritte durch den Ausgang des anhängigen Rechtsstreits unmittelbar in seiner Rechtssphäre betroffen wird (RIS-Justiz RS0035638). Im vorliegenden Fall behauptet der Nebenintervenient zwar, den Schwertransport als ermächtigtes Straßenaufsichtsorgan begleitet zu haben, er beruft sich aber keineswegs auf eine Organstellung der Beklagten. Vielmehr führt er aus, dass ihn die Beklagte für die Transportbegleitung „herangezogen" habe und er ihr gegenüber regresspflichtig werden könnte. Damit legt er dar, als Gehilfe (Subunternehmer) für die Beklagte tätig geworden zu sein. Er haftet daher seinem Auftraggeber - der Beklagten - vertraglich grundsätzlich für Schäden aus einem allfälligen schuldhaften Fehlverhalten, ohne dass er sich dieser gegenüber auf seine „amtshaftungsrechtliche Immunität" im Sinne des § 9 Abs 5 AHG berufen könnte. Da somit von einer - allfälligen - Regresspflicht des Nebenintervenienten gegenüber der Beklagten auszugehen ist, ist sein rechtliches Interesse am Obsiegen der Beklagten im gegenständlichen Verfahren zu bejahen. Die Nebenintervention ist zuzulassen und dem Revisionsrekurs des Nebenintervenienten insoweit Folge zu geben.

3. Der Kostenvorbehalt gründet auf § 52 Abs 1 ZPO.

Anmerkung

E90228 1Ob147.08m

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:0010OB00147.08M.0226.000

Zuletzt aktualisiert am

20.04.2009

Dokumentnummer

JJT_20090226_OGH0002_0010OB00147_08M0000_000