Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob613/85 8Ob700/86 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0035234

Geschäftszahl

6Ob613/85; 8Ob700/86; 1Ob632/87; 2Ob14/88; 3Ob110/94 (3Ob1094/94); 10ObS73/95; 10ObS18/96; 3Ob2322/96h; 9Ob82/97t; 4Ob329/98f; 1Ob169/99f; 6Ob102/00v; 2Ob27/01m; 10ObS167/01h; 10ObS4/02i; 6Ob216/02m; 3Ob50/04f; 10Ob33/05h; 3Ob275/05w; 7Ob286/08x; 9Ob24/11m; 4Ob42/11x; 9Ob6/13t; 1Ob129/18d; 1Ob168/18i

Entscheidungsdatum

27.06.1985

Norm

ZPO §6a
ZPO §190 Abs1 A

Rechtssatz

Bis zur Entscheidung des Pflegschaftsgerichtes ist das Verfahren auszusetzen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 613/85
    Entscheidungstext OGH 27.06.1985 6 Ob 613/85
    Veröff: EvBl 1986/162 S 686
  • 8 Ob 700/86
    Entscheidungstext OGH 26.03.1987 8 Ob 700/86
    Auch; Beisatz: Der Rechtsstreit wird bis zur Entscheidung des Pflegschaftsgerichtes unterbrochen. (T1) Veröff: SZ 60/56
  • 1 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.07.1987 1 Ob 632/87
    Vgl; Veröff: RZ 1988/39 S 167
  • 2 Ob 14/88
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 14/88
    Auch; Beisatz: Hier: "Aussetzung" mit Unterbrechungbeschluss durch OGH. (T2)
  • 3 Ob 110/94
    Entscheidungstext OGH 07.09.1994 3 Ob 110/94
    Beis wie T2
  • 10 ObS 73/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 10 ObS 73/95
  • 10 ObS 18/96
    Entscheidungstext OGH 06.02.1996 10 ObS 18/96
  • 3 Ob 2322/96h
    Entscheidungstext OGH 18.06.1997 3 Ob 2322/96h
    Beisatz: Verständigt ein Gericht gemäß § 6a ZPO das Pflegschaftsgericht, so hat es das bei ihm geführte Verfahren in sinngemäßer Anwendung des § 190 Abs 1 ZPO zu unterbrechen. (T3)
  • 9 Ob 82/97t
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 9 Ob 82/97t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 329/98f
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 4 Ob 329/98f
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 169/99f
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 1 Ob 169/99f
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 102/00v
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 102/00v
    Beis ähnlich wie T3
  • 2 Ob 27/01m
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 27/01m
    Beis wie T1; Beisatz: Hier: Verfahren über die außerordentliche Revision. (T4)
  • 10 ObS 167/01h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2001 10 ObS 167/01h
    Auch; Beis wie T2 nur: Hier: Unterbrechungsbeschluss durch OGH. (T5)
  • 10 ObS 4/02i
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 10 ObS 4/02i
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 216/02m
    Entscheidungstext OGH 12.09.2002 6 Ob 216/02m
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T5
  • 3 Ob 50/04f
    Entscheidungstext OGH 25.03.2004 3 Ob 50/04f
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 33/05h
    Entscheidungstext OGH 22.03.2005 10 Ob 33/05h
    Beis wie T5
  • 3 Ob 275/05w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2006 3 Ob 275/05w
    Vgl auch; Beisatz: Ein in Rechtskraft erwachsener Beschluss des Erstgerichts auf Unterbrechung des Verfahrens gemäß § 6a ZPO bindet auch den Obersten Gerichtshof. Auf die Frage der funktionellen Zuständigkeit des Erstgerichts für diese Beschlussfassung während anhängigen Revisionsrekursverfahrens ist daher nicht einzugehen. (T6)
  • 7 Ob 286/08x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 7 Ob 286/08x
    Vgl auch
  • 9 Ob 24/11m
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 9 Ob 24/11m
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 4 Ob 42/11x
    Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 42/11x
    Vgl; Beisatz: Für juristische Personen besteht kein dem § 6a ZPO nachgebildetes Verfahren für den Fall, dass diese nach der Vollmachtserteilung geschäftsunfähig werden (hier: Enthebung des Verlassenschaftskurators). (T7)
  • 9 Ob 6/13t
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 6/13t
    Vgl auch
  • 1 Ob 129/18d
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 129/18d
    Auch; Beisatz: Im Verfahren außer Streitsachen kann § 25 Abs 2 Z 1 AußStrG 2005 für eine beschlussmäßige Unterbrechung herangezogen werden. (T8)
  • 1 Ob 168/18i
    Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 168/18i
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Unterbrechung des Rekursverfahrens vor dem Rekursgericht. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0035234

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19850627_OGH0002_0060OB00613_8500000_001

Rechtssatz für 1Ob632/87 2Ob564/88 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037720

Geschäftszahl

1Ob632/87; 2Ob564/88; 3Ob2322/96h; 4Ob329/98f; 3Ob84/99w; 3Ob63/01p; 3Ob50/04f; 6Ob82/07p; 7Ob286/08x; 4Ob42/11x; 7Ob123/15m; 1Ob129/18d

Entscheidungsdatum

15.07.1987

Norm

ZPO §6 Abs2
ZPO §6 Abs3
ZPO §6a
ZPO §190 Abs1 A
ZPO §192 Abs1 A

Rechtssatz

Der Schlusssatz des § 6 a ZPO gilt nur für jene Beschlüsse, mit denen das Prozessgericht ungeachtet der erfolgten Verständigung des Pflegschaftsgerichtes wegen Gefahr in Verzug die Partei, an deren Prozessfähigkeit es zweifelte, zur Vornahme notwendiger Prozesshandlungen zuließ. Einen Unterbrechungsbeschluss sieht § 6 a ZPO nicht vor. Unterbricht das Prozessgericht nach Verständigung des Pflegschaftsgerichtes das Verfahren, hat dieser Beschluß seine Grundlage in § 190 Abs 1 ZPO; er ist nach der allgemeinen Vorschrift des § 192 Abs 1 ZPO jedenfalls dann anfechtbar, wenn das Gericht darüber hinaus - durch § 6 a ZPO nicht gedeckt - auch anordnete, dass das Verfahren nur über Antrag einer der Parteien fortgesetzt worden werde.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.07.1987 1 Ob 632/87
    Veröff: RZ 1988/39 S 167
  • 2 Ob 564/88
    Entscheidungstext OGH 12.07.1988 2 Ob 564/88
    nur: Einen Unterbrechungsbeschluss sieht § 6 a ZPO nicht vor. (T1)
  • 3 Ob 2322/96h
    Entscheidungstext OGH 18.06.1997 3 Ob 2322/96h
    nur: Unterbricht das Prozessgericht nach Verständigung des Pflegschaftsgerichtes das Verfahren, hat dieser Beschluss seine Grundlage in § 190 Abs 1 ZPO; er ist nach der allgemeinen Vorschrift des § 192 Abs 1 ZPO anfechtbar. (T2); Beisatz: Nach Vorliegen der rechtskräftigen Entscheidung des Pflegschaftsgerichtes ist das Verfahren immer von Amts wegen aufzunehmen ist, weshalb im Unterbrechungsbeschluss nicht angeordnet werden darf, dass das Verfahren nur über Antrag einer der Parteien fortgesetzt wird. (T3)
  • 4 Ob 329/98f
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 4 Ob 329/98f
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 84/99w
    Entscheidungstext OGH 28.04.1999 3 Ob 84/99w
    Vgl auch; nur: Unterbricht das Prozessgericht nach Verständigung des Pflegschaftsgerichtes das Verfahren, hat dieser Beschluss seine Grundlage in § 190 Abs 1 ZPO. (T4); Beisatz: Für den Anwendungsbereich des § 6a ZPO muss dies auch im Verfahren außer Streitsachen gelten. (T5)
  • 3 Ob 63/01p
    Entscheidungstext OGH 21.03.2001 3 Ob 63/01p
    nur T2
  • 3 Ob 50/04f
    Entscheidungstext OGH 25.03.2004 3 Ob 50/04f
    nur T2
  • 6 Ob 82/07p
    Entscheidungstext OGH 25.05.2007 6 Ob 82/07p
    Auch; Beis wie T3 nur: Nach Vorliegen der rechtskräftigen Entscheidung des Pflegschaftsgerichtes ist das Verfahren von Amts wegen aufzunehmen. (T6)
  • 7 Ob 286/08x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 7 Ob 286/08x
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 42/11x
    Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 42/11x
    Vgl; Beisatz: Für juristische Personen besteht kein dem § 6a ZPO nachgebildetes Verfahren für den Fall, dass diese nach der Vollmachtserteilung geschäftsunfähig werden (hier: Enthebung des Verlassenschaftskurators). (T7)
  • 7 Ob 123/15m
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 123/15m
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 129/18d
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 129/18d
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Eine Unterbrechung durch konstitutiven Beschluss kann auch in den Fällen erfolgen, in denen die natürliche Person anwaltlich vertreten ist. Das Abwarten des Verfahrens über eine Sachwalterbestellung (nun Erwachsenenvertretung) kann zur auch Klärung der Frage,ob die Partei nicht schon im Zeitpunkt der Erteilung der Vollmacht geschäftsunfähig war und ob sie daher überhaupt eine gültige Prozessvollmacht erteilen konnte, zweckmäßig sein. (T8); Beisatz: Im Verfahren außer Streitsachen kann § 25 Abs 2 Z 1 AußStrG 2005 für eine beschlussmäßige Unterbrechung herangezogen werden. (T9); Bemerkung: Abweichend zu der in 1 Ob 236/08z vertretenen Auffassung. (T10)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0037720

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19870715_OGH0002_0010OB00632_8700000_004

Rechtssatz für 4Ob91/89 4Ob58/89 4Ob10...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0074799

Geschäftszahl

4Ob91/89; 4Ob58/89; 4Ob102/89; 4Ob101/90 (4Ob102/90, 4Ob103/90); 4Ob218/97f; 16Ok1/99; 6Ob21/99b; 6Ob289/98p; 4Ob93/02h; 4Ob35/05h; 9Ob22/06k; 6Ob99/06m; 6Ob160/06g; 7Ob286/08x; 16Ok2/09 (16Ok3/09); 1Ob192/08d; 7Ob99/09y; 3Ob74/09t; 4Ob49/09y; 1Ob157/09h; 3Ob263/09m; 2Ob140/10t; 1Ob156/10p (1Ob157/10k); Bsw17056/06; 4Ob85/12x; 4Ob56/12g; 3Ob223/13k; 1Ob132/14i; 1Ob201/14m; 7Ob143/17f; 4Ob106/18v; 6Ob181/18p

Entscheidungsdatum

11.07.1989

Norm

AußStrG 2005 §107 Abs2
EO §389 I
EO §389 II
EO §390 II
MRK Art6 VI1
MRK Art6 Abs1 II1a
MRK Art6 Abs1 II5a1

Rechtssatz

Art 6 MRK findet auf einstweilige Verfügungen keine Anwendung.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 91/89
    Entscheidungstext OGH 11.07.1989 4 Ob 91/89
    Veröff: RZ 1990/26 S 73 = ÖBl 1990,32
  • 4 Ob 58/89
    Entscheidungstext OGH 27.06.1989 4 Ob 58/89
    Beisatz: Bei vorläufigen, sichernden Maßnahmen handelt es sich keinesfalls um Strafen. (T1)
    Veröff: WBl 1989,341 = RdW 1989,333
  • 4 Ob 102/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 102/89
  • 4 Ob 101/90
    Entscheidungstext OGH 23.10.1990 4 Ob 101/90
  • 4 Ob 218/97f
    Entscheidungstext OGH 07.10.1997 4 Ob 218/97f
    Vgl auch; Beisatz: Holt das Gericht eine Äußerung des Gegners ein, so ist es nicht verpflichtet, der gefährdeten Partei die Äußerung des Gegners zu einer Gegenäußerung zuzustellen. (T2)
  • 16 Ok 1/99
    Entscheidungstext OGH 01.03.1999 16 Ok 1/99
    Beis wie T2; Beisatz: Die Unterlassung der Ladung der Antragsgegnerin zur Einvernahme einer Auskunftsperson oder die Unterlassung der Zusendung des Protokolls über die Einvernahme einer solchen stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. (T3)
  • 6 Ob 21/99b
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 21/99b
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Dies gilt auch für zulässige Beweisergänzungen durch das Rekursgericht aufgrund von vorgelegten Urkunden. Das Gericht zweiter Instanz tritt in einem solchen Fall bei der Sammlung des Prozessstoffes an die Stelle des Gerichtes erster Instanz. (T4)
    Veröff: SZ 72/39
  • 6 Ob 289/98p
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 289/98p
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 4 Ob 93/02h
    Entscheidungstext OGH 22.04.2002 4 Ob 93/02h
  • 4 Ob 35/05h
    Entscheidungstext OGH 05.04.2005 4 Ob 35/05h
    Auch; Beisatz: Im Provisorialverfahren gilt der Grundsatz des rechtlichen Gehörs nicht. (T5)
  • 9 Ob 22/06k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 9 Ob 22/06k
  • 6 Ob 99/06m
    Entscheidungstext OGH 27.04.2006 6 Ob 99/06m
    Auch; Beisatz: Das Provisorialverfahren ist in erster Instanz grundsätzlich einseitig. Daher kann die Unterlassung einer vorherigen Anhörung des Gegners auch niemals den Nichtigkeitsgrund des § 477 Abs 1 Z 4 ZPO verwirklichen. (T6)
  • 6 Ob 160/06g
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 160/06g
    Auch; Beisatz: Hier: Einstweilige Entscheidung über die Obsorge und den persönlichen Verkehr gemäß § 107 Abs 2 AußStrG 2005. (T7)
  • 7 Ob 286/08x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 7 Ob 286/08x
    Beis ähnlich wie T6
  • 16 Ok 2/09
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 16 Ok 2/09
  • 1 Ob 192/08d
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 192/08d
    Auch
  • 7 Ob 99/09y
    Entscheidungstext OGH 03.06.2009 7 Ob 99/09y
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 74/09t
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 3 Ob 74/09t
    Beisatz: Dies vor allem deshalb, weil das Sicherungsverfahren grundsätzlich von der Erlassung provisorischer Maßnahmen auch aufgrund bloß einseitigen Parteivorbringens ausgeht. (T8)
    Beisatz: Der Gegner der gefährdeten Partei hat keinen verfahrensrechtlichen Anspruch, vor der Entscheidung über den Sicherungsantrag gehört zu werden. (T9)
  • 4 Ob 49/09y
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 49/09y
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 157/09h
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 1 Ob 157/09h
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T7 nur: Hier: Einstweilige Entscheidung über den persönlichen Verkehr gemäß § 107 Abs 2 AußStrG 2005. (T10)
  • 3 Ob 263/09m
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 3 Ob 263/09m
    Beis wie T7; Beis wie T10
  • 2 Ob 140/10t
    Entscheidungstext OGH 02.12.2010 2 Ob 140/10t
    Abweichend; Beisatz: Auf Grund der Entscheidung des EGMR vom 15. 10. 2009, Micallef gegen Malta, 17056/06, sind im Regelfall nunmehr auch im Provisorialverfahren die Garantien des Art 6 EMRK voll anwendbar. (T11)
    Beisatz: In Ausnahmefällen, etwa dann, wenn die Effektivität der Maßnahme von einer raschen Entscheidung abhängt, ist aber weiterhin die einseitige Erlassung einer einstweiligen Verfügung ohne vorherige Anhörung des Gegners zulässig, weil ja der nachfolgend mögliche Widerspruch das rechtliche Gehör sicherstellt. (T12)
  • 1 Ob 156/10p
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 1 Ob 156/10p
    Abweichend; Beis wie T11; Beis wie T12
  • Bsw 17056/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.10.2009 Bsw 17056/06
    Ausdrücklich gegenteilig; Veröff: NL 2009,294
  • 4 Ob 85/12x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2012 4 Ob 85/12x
    Vgl aber; Vgl auch Beis wie T11; Beisatz: Eine Erweiterung der Anfechtungsmöglichkeiten im Fall einer die Nichtigkeit oder die Mangelhaftigkeit des Verfahrens ablehnenden Rekursentscheidung ist aus der geänderten Rechtsprechung des EGMR nicht abzuleiten. (T13)
  • 4 Ob 56/12g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 56/12g
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T11
  • 3 Ob 223/13k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 223/13k
    Auch; Beis wie T13
  • 1 Ob 132/14i
    Entscheidungstext OGH 24.07.2014 1 Ob 132/14i
    Vgl aber; Beis wie T13
  • 1 Ob 201/14m
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 201/14m
    Beis wie T13
  • 7 Ob 143/17f
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 7 Ob 143/17f
    Abweichend; Beis wie T11; Beis wie T13
  • 4 Ob 106/18v
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 106/18v
    Vgl aber; Beis wie T13
  • 6 Ob 181/18p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 181/18p
    Ausdrücklich gegenteilig; Beis wie T11; Beisatz: Auch im Provisorialverfahren hat in der Regel eine öffentliche Verhandlung stattzufinden. Daraus ergibt sich, dass es für die Parteien eines Provisorialverfahrens keine uneingeschränkte Anonymität geben kann. (T14)

Anmerkung

Bem: Auf den neuen Standpunkt des EGMR in der Entscheidung vom 15.10.2009, Micallef v. Malta, Nr 17056/06, und den diesbezüglichen Beitrag G. Kodek, Die Anwendbarkeit von Art 6 EMRK im Provisorialverfahren, Zak 2010, 8 wird hingewiesen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0074799

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.04.2019

Dokumentnummer

JJR_19890711_OGH0002_0040OB00091_8900000_001

Rechtssatz für 4Ob2386/96b 4Ob2391/96p...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107622

Geschäftszahl

4Ob2386/96b; 4Ob2391/96p; 10Ob44/06b; 7Ob286/08x; 4Ob211/08w; 4Ob201/08z; 4Ob32/09y; 4Ob87/09m

Entscheidungsdatum

14.01.1997

Norm

EO §78
ZPO §190 D15
GOG §90a
EWGV Art177
EG Amsterdam Art234
EGV Maastricht Art177

Rechtssatz

Nach dem Wortlaut des Gesetzes haben auch die Bestimmungen über die Unterbrechung des Verfahrens für die Exekution zu gelten; sie sind jedoch unanwendbar, soweit die Exekutionsordnung besondere Regelungen trifft. Auch soweit gegenteilige Regelungen fehlen, können diese Bestimmungen aber nur insoweit auch für das Provisorialverfahren gelten, als sie mit dessen Wesen vereinbar sind (§ 402 Abs 4 EO: "sinngemäß"). Eine Unterbrechung des Verfahrens wegen Präjudizialität eines anderen Rechtsstreites (§ 190 ZPO) ist mit dem Zweck des Provisorialverfahrens, einstweiligen Rechtsschutz zu gewähren, unvereinbar. Hier: § 190 ZPO kann nicht sinngemäß angewendet werden, wenn über eine im Provisorialverfahren zu entscheidende Frage ein Vorabentscheidungsverfahren anhängig ist.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 2386/96b
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 4 Ob 2386/96b
  • 4 Ob 2391/96p
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 4 Ob 2391/96p
    Veröff: SZ 70/1
  • 10 Ob 44/06b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 10 Ob 44/06b
    nur: Eine Unterbrechung des Verfahrens wegen Präjudizialität eines anderen Rechtsstreites (§ 190 ZPO) ist mit dem Zweck des Provisorialverfahrens, einstweiligen Rechtsschutz zu gewähren, unvereinbar. (T1); Beisatz: Dies gilt in gleicher Weise auch für den Fall des Verlusts der Prozessfähigkeit gemäß §158 ZPO oder für den Fall des Vorgehens des Gerichts gemäß §6a ZPO. (T2)
  • 7 Ob 286/08x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 7 Ob 286/08x
    Auch
  • 4 Ob 211/08w
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 4 Ob 211/08w
    Vgl aber; Beisatz: Der Senat hält seine in den Entscheidungen 4 Ob 2386/96b und 4Ob2391/96p vertretene Auffassung, Sicherungsverfahren könnten nicht bis zur Erledigung eines in einem anderen Verfahren gestellten Vorabentscheidungsersuchens unterbrochen werden, nicht aufrecht. Vielmehr ist auch hier im Einzelfall zu prüfen, ob eine solche Unterbrechung zweckmäßig ist. Das wird insbesondere dann anzunehmen sein, wenn die Zweifel an der Auslegung des Gemeinschaftsrechts so schwerwiegend sind, dass - läge noch kein Vorabentscheidungsersuchen vor - ein solches Ersuchen auch in einem Sicherungsverfahren angezeigt wäre. (T3); Beisatz: Eine amtswegige Fortsetzung ist nicht erforderlich, da (auch) Sicherungsverfahren der Disposition der Parteien unterliegen. (T4)
  • 4 Ob 201/08z
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 201/08z
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 32/09y
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 32/09y
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T3; Beis wieT4
  • 4 Ob 87/09m
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 87/09m
    Vgl aber; Beis wie T3; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107622

Zuletzt aktualisiert am

03.09.2009

Dokumentnummer

JJR_19970114_OGH0002_0040OB02386_96B0000_002

Entscheidungstext 7Ob286/08x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

7Ob286/08x

Entscheidungsdatum

28.01.2009

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Dr. Huber als Vorsitzende und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schaumüller, Dr. Hoch, Dr. Kalivoda und Dr. Roch als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei und Gegnerin der gefährdeten Partei Zhanna D*****, vertreten durch Dr. MMag. Ralf Peschek, Rechtsanwalt in Wien, dieser vertreten durch Dr. Michael Vallender, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte und gefährdete Partei Gottfried Helmut D*****, vertreten durch Mag. Wolfgang Fritz, Rechtsanwalt in Wien, wegen Ehescheidung (hier: einstweiliger Unterhalt gemäß § 382 Z 8 lit a EO), über den Revisionsrekurs der beklagten und gefährdeten Partei gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 10. Juni 2008, GZ 42 R 178/08x-411, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Innere Stadt Wien vom 4. Februar 2008, GZ 84 C 11/05x-327, bestätigt wurde, den Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revisionsrekurs und die Revisionsrekursbeantwortung werden zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Das Rekursgericht erklärte den ordentlichen Revisionsrekurs für zulässig, weil „wie dargelegt eine Abweichung von oberstgerichtlichen Entscheidungen" vorliege, ohne die Rechtsfragen in der Zulassungsbegründung ausdrücklich zu bezeichnen. Es erachtete offenbar die Rechtsfragen für erheblich, ob nach Unterbrechung des Verfahrens wegen Überprüfung nach § 6a ZPO ein formeller Aufhebungsbeschluss bei sonstiger Nichtigkeit des nachfolgenden Verfahrens gefasst werden müsse und ob eine bloß als Verfahrensmangel zu qualifizierende Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege, wenn der gefährdeten Partei nach Erstattung der Äußerung der Gegnerin der gefährdeten Partei keine weitere Äußerungsmöglichkeit eingeräumt worden sei.

Der Revisionsrekurs ist entgegen dem - den Obersten Gerichtshof nicht bindenden - Ausspruch des Rekursgerichts mangels Vorliegens einer erheblichen Rechtsfrage unzulässig. Die Entscheidung kann sich auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 402 Abs 4 EO iVm § 78 EO, §§ 528a und 510 Abs 3 ZPO).

Die vom Rekursgericht genannten Rechtsfragen stellen sich nicht:

Ergeben sich Anzeichen bei einer Partei für das Vorliegen der Voraussetzungen des § 273 ABGB mit Beziehung auf den Rechtsstreit, so hat das Prozessgericht das Pflegschaftsgericht zu verständigen (§ 6a ZPO). § 6a ZPO enthält zwar keine Regelung darüber, welche Maßnahmen das Prozessgericht in Ansehung seines Verfahrens nun anzuordnen hat. Unterbricht das Prozessgericht nach Verständigung des Pflegschaftsgerichts das Verfahren, so findet dies seine Grundlage in § 190 Abs 1 ZPO (RIS-Justiz RS0037720, RS0035234). Nach dem Wortlaut des Gesetzes haben die Bestimmungen über die Unterbrechung des Verfahrens grundsätzlich auch für die Exekution zu gelten (RIS-Justiz RS0107622).

Die vom Revisionswerber aufgeworfene Rechtsfrage, ob die ohne Fassung eines formellen Aufnahmebeschlusses ergangene Entscheidung des Erstgerichts über den Antrag des Revisionsrekurswerbers auf Zuspruch eines vorläufigen Unterhalts, dies noch dazu unter Verwendung der von der Klägerin (über Aufforderung des Gerichts nach rechtskräftiger Einstellung des Verfahrens zur Prüfung der Notwendigkeit der Bestellung eines Sachwalters für den Beklagten) unwirksam erstatteten Äußerung nichtig sei, stellt sich hier schon deshalb nicht, weil das vorliegende Verfahren ein Provisorialverfahren ist. Die Unterbrechung des Rechtsstreits wegen Präjudizialität eines anderen Rechtsstreits (§ 190 ZPO) ist nämlich mit dem Zweck des Provisorialverfahrens, einstweiligen Rechtsschutz zu gewähren, unvereinbar (RIS-Justiz RS0107622). Das Sicherungsverfahren wird zwar ex lege unterbrochen, wenn über das Vermögen einer Partei das Konkursverfahren eröffnet wird oder es zu einem Stillstand der Rechtspflege gemäß § 161 ZPO kommt; es kann aber nicht wegen Präjudizialität eines anderen Rechtsstreits unterbrochen werden. Dies gilt in gleicher Weise auch für den Fall des Verlusts der Prozessfähigkeit gemäß § 158 ZPO oder für den Fall des Vorgehens des Gerichts gemäß § 6a ZPO (4 Ob 10/05g, 10 Ob 44/06b). Die Frage, wie ein unterbrochenes Verfahren wieder aufzunehmen ist, hat daher für das vorliegende, nicht unterbrochene Provisorialverfahren keine Bedeutung. Dass die nach Unterbrechung des Verfahrens gesetzten Parteihandlungen bis zur Aufnahme des Verfahrens grundsätzlich nicht wirksam sind (§ 163 Abs 2 ZPO, RIS-Justiz RS0036967), würde im Übrigen primär den nach Unterbrechung des Ehescheidungsverfahrens gestellten Provisorialantrag des Revisionsrekurswerbers selbst betreffen, der - anders als die Äußerung der Klägerin - naturgemäß ohne gerichtlichen Auftrag eingebracht wurde. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob ein Fortsetzungsbeschluss im Fall des § 6a ZPO auch konkludent gefasst werden kann, ist hier also nicht entscheidungsrelevant und hat zu unterbleiben.

Weiters findet nach ständiger Rechtsprechung Art 6 MRK auf das Provisorialverfahren keine Anwendung (RIS-Justiz RS0074799). Im Gesetz ist eine weitere Anhörung der gefährdeten Partei zur Äußerung des Gegners der gefährdeten Partei nicht vorgesehen. Sie würde auch den einstweiligen Rechtsschutz entgegen seinem Zweck nur verzögern. Wird dem Antragsteller keine zusätzliche Anhörung eingeräumt, liegt darin kein Nichtigkeitsgrund nach § 477 Abs 1 Z 4 ZPO (vgl RIS-Justiz RS0074799 [T6]).

Im Übrigen übergeht der Revisionsrekurswerber, worauf das Rekursgericht bereits zutreffend hingewiesen hat, dass sein Provisorialantrag kein konkretes anspruchsbegründendes Vorbringen dazu enthält, dass sich die Einkommensverhältnisse der Klägerin im Verhältnis zu den Vorentscheidungen überhaupt geändert hätten. Schon aus diesem Grund kann seinem Antrag von vornherein kein Erfolg beschieden sein. Eine Bescheinigung der Erhöhung der Einkommensverhältnisse erfolgte nicht, unabhängig davon, für welchen Zeitraum das Einkommen der Klägerin festgestellt wurde. Es wurden insgesamt keine erheblichen Rechtsfragen geltend gemacht. Die Frist für die Revisionsrekursbeantwortung im Provisorialverfahren beträgt 14 Tage (§ 402 Abs 3 EO). Der Revisionsrekurs wurde am 4. 11. 2008 zugestellt. Die am 2. 12. 2008 zur Post gegebene Revisionsrekursbeantwortung ist daher verspätet.

Anmerkung

E89893 7Ob286.08x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:0070OB00286.08X.0128.000

Zuletzt aktualisiert am

16.03.2009

Dokumentnummer

JJT_20090128_OGH0002_0070OB00286_08X0000_000