Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob128/73 7Ob53/76 (7Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0034789

Geschäftszahl

1Ob128/73; 7Ob53/76 (7Ob54/76); 7Ob37/77; 1Ob3/79; 3Ob590/79; 6Ob632/80; 7Ob39/83; 7Ob30/84; 8Ob19/86; 7Ob27/88; 10ObS136/89; 7Ob4/90; 10ObS61/91; 10ObS171/91; 10ObS256/91; 10ObS13/93; 10ObS196/94; 3Ob155/00s; 7Ob320/03i; 7Ob226/04t; 7Ob158/06w; 10ObS119/08k; 10ObS99/08v; 6Ob44/09b; 2Ob145/14h; 1Ob211/14g

Entscheidungsdatum

05.09.1973

Norm

ABGB §1497 III
ZPO §232
ZPO §235 E
ZPO §405 DIIIa3

Rechtssatz

In der Umwandlung eines Leistungsbegehrens in ein Feststellungsbegehren ist nur dann eine Klagseinschränkung zu erblicken, wenn das Feststellungsbegehren nur einen Anspruch betrifft, der zeitlich und umfangmäßig nicht über den in der Leistungsklage bereits geltend gemachten Anspruch hinausgeht. Nur unter diesen Voraussetzungen war der vom Feststellungsbegehren umfasste Anspruch bereits mit der Erhebung der Leistungsklage streitanhängig und die Verjährung unterbrochen (mit Darstellung der bisherigen Judikatur und der Literatur).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 128/73
    Entscheidungstext OGH 05.09.1973 1 Ob 128/73
    Veröff: SZ 46/81 = EvBl 1974/99 S 212 = RZ 1974/56 S 99
  • 7 Ob 53/76
    Entscheidungstext OGH 13.01.1977 7 Ob 53/76
    Ähnlich; Beisatz: Zuerkennung eines minus möglich. (T1) Veröff: EvBl 1977/209 S 462
  • 7 Ob 37/77
    Entscheidungstext OGH 23.06.1977 7 Ob 37/77
  • 1 Ob 3/79
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 1 Ob 3/79
    Vgl auch; Veröff: SZ 52/35
  • 3 Ob 590/79
    Entscheidungstext OGH 20.02.1980 3 Ob 590/79
  • 6 Ob 632/80
    Entscheidungstext OGH 17.09.1980 6 Ob 632/80
    Auch; Beis wie T1
  • 7 Ob 39/83
    Entscheidungstext OGH 22.09.1983 7 Ob 39/83
    Auch
  • 7 Ob 30/84
    Entscheidungstext OGH 13.09.1984 7 Ob 30/84
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 19/86
    Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 19/86
    Veröff: RZ 1987/18 S 89 = ZVR 1987/83 S 247
  • 7 Ob 27/88
    Entscheidungstext OGH 28.07.1988 7 Ob 27/88
    Beisatz: Wird das Leistungsbegehren nicht in ein Feststellungsbegehren umgewandelt sondern durch ein Eventualbegehren auf Feststellung "ergänzt", ist dies keine Klagsänderung, soweit das Feststellungsbegehren im Leistungsbegehren enthalten war. Wird nur das Leistungsbegehren rechtskräftig abgewiesen, ist der Feststellungsanspruch als Minus streitanhängig geblieben. (T2) Veröff: VersRdSch 1989,186
  • 10 ObS 136/89
    Entscheidungstext OGH 18.04.1989 10 ObS 136/89
    Auch; nur: In der Umwandlung eines Leistungsbegehrens in ein Feststellungsbegehren ist eine Klagseinschränkung zu erblicken, wenn das Feststellungsbegehren nur einen Anspruch betrifft, der zeitlich und umfangmäßig nicht über den in der Leistungsklage bereits geltend gemachten Anspruch hinausgeht. (T3)
  • 7 Ob 4/90
    Entscheidungstext OGH 08.03.1990 7 Ob 4/90
    nur T3
  • 10 ObS 61/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 10 ObS 61/91
    nur T3; Beisatz: Hat das Erstgericht ohne derartige Klagseinschränkung von sich aus nur mehr über ein Feststellungsbegehren entschieden, war dieses Feststellungsbegehren als minus im Leistungsbegehren enthalten. (T4) Veröff: SSV - NF 5/26
  • 10 ObS 171/91
    Entscheidungstext OGH 09.07.1991 10 ObS 171/91
    nur T3; Beis wie T4
  • 10 ObS 256/91
    Entscheidungstext OGH 23.02.1994 10 ObS 256/91
    nur T3
  • 10 ObS 13/93
    Entscheidungstext OGH 18.02.1993 10 ObS 13/93
    Auch; nur T3; Beis wie T4
  • 10 ObS 196/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 10 ObS 196/94
    nur T3; Veröff: SZ 67/164
  • 3 Ob 155/00s
    Entscheidungstext OGH 15.11.2000 3 Ob 155/00s
    Auch
  • 7 Ob 320/03i
    Entscheidungstext OGH 31.03.2004 7 Ob 320/03i
    Vgl auch
  • 7 Ob 226/04t
    Entscheidungstext OGH 22.12.2004 7 Ob 226/04t
    Vgl auch
  • 7 Ob 158/06w
    Entscheidungstext OGH 27.09.2006 7 Ob 158/06w
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Problem, ob ein auf Versicherungsdeckung gerichtetes Feststellungsbegehren gegenüber dem von der Klägerin erhobenen Leistungsbegehren ein zu berücksichtigendes „Minus" darstellt. (T5)
  • 10 ObS 119/08k
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 10 ObS 119/08k
    Vgl auch; Beisatz: Die Umwandlung eines Leistungsbegehrens in ein Feststellungsbegehren ist an sich grundsätzlich als Klagseinschränkung und nicht als Klagsänderung anzusehen (§ 235 Abs 4 ZPO), sofern das Feststellungsbegehren zeitlich und umfangmäßig nicht über den mit der Leistungsklage geltend gemachten Anspruch hinausgeht. (T6)
    Veröff: SZ 2008/152
  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Vgl auch
  • 6 Ob 44/09b
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 44/09b
    Vgl; Beisatz: Der Kläger hat sein Schadenersatzbegehren auf den selben anspruchsbegründenden Sachverhalt gestützt; die Beklagte hat das Geldleistungsbegehren für verjährt angesehen. Als der Kläger um ein Feststellungsbegehren ausdehnte, hat sie auf ihr bisheriges Vorbringen verwiesen. Es ist nicht ersichtlich, warum von diesem Verweis nicht auch der Verjährungseinwand erfasst gewesen sein sollte. Dass durch die Klageänderung ein „neuer Streitgegenstand" zu behandeln war, ändert daran nichts. (T7)
  • 2 Ob 145/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 2 Ob 145/14h
    Vgl auch
  • 1 Ob 211/14g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 211/14g
    Vgl auch; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0034789

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2015

Dokumentnummer

JJR_19730905_OGH0002_0010OB00128_7300000_003

Rechtssatz für 10ObS81/89 (10ObS82/89)...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084692

Geschäftszahl

10ObS81/89 (10ObS82/89); 10ObS306/90; 2Ob11/92; 10ObS246/93; 10ObS148/00p; 10ObS22/06t; 10ObS12/06x; 10ObS160/06m; 10ObS14/08v; 10ObS99/08v; 10ObS75/09s; 10ObS10/10h; 10ObS70/11h; 9ObA66/13s

Entscheidungsdatum

06.06.1989

Norm

ASVG §120

Rechtssatz

Krankheit wird im sozialversicherungsrechtlichen Sinn eingeschränkt nur dann anerkannt, wenn der regelwidrige Körperzustand oder Geisteszustand auch eine Krankenbehandlung notwendig macht.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 81/89
    Entscheidungstext OGH 06.06.1989 10 ObS 81/89
    Veröff: SZ 62/128 = SSV-NF 3/69
  • 10 ObS 306/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 10 ObS 306/90
  • 2 Ob 11/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1992 2 Ob 11/92
  • 10 ObS 246/93
    Entscheidungstext OGH 18.01.1994 10 ObS 246/93
  • 10 ObS 148/00p
    Entscheidungstext OGH 25.07.2000 10 ObS 148/00p
    Vgl auch; Beisatz: Wenn der Versicherte hingegen durch ein Gebrechen seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, hat er keinen Anspruch auf Krankengeld. Gebrechen sind ihrem Wesen nach medizinisch nicht beeinflussbare, gänzliche oder teilweise Ausfälle von normalen Körperfunktionen, die im medizinischen Sinne nicht mehr als Krankheit zu beurteilen sind. (T1)
  • 10 ObS 22/06t
    Entscheidungstext OGH 07.03.2006 10 ObS 22/06t
    Auch
  • 10 ObS 12/06x
    Entscheidungstext OGH 07.03.2006 10 ObS 12/06x
    Auch
  • 10 ObS 160/06m
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 10 ObS 160/06m
    Auch; Beisatz: Ein „natürlicher" (altersbedingter) Haarverlust erwachsener männlicher Versicherter scheidet schon als nicht regelwidriger Körperzustand aus dem Krankheitsbegriff aus. (T2)
  • 10 ObS 14/08v
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 10 ObS 14/08v
    Beisatz: Für das Vorliegen einer Krankheit, die einen Anspruch auf Krankenbehandlung auslöst, muss nach der Legaldefinition des § 120 Abs 1 Z 1 ASVG zur Regelwidrigkeit die Notwendigkeit einer Krankenbehandlung (Behandlungsbedürftigkeit) treten. (T3)
  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Beis wie T3; Beisatz: Auf die Ursache der Krankheit kommt es nicht an. (T4); Beisatz: Hier: Zur Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten. (T5)
  • 10 ObS 75/09s
    Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 ObS 75/09s
    Vgl auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2009/81
  • 10 ObS 10/10h
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 10/10h
    Vgl auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2010/64
  • 10 ObS 70/11h
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 10 ObS 70/11h
    Auch
  • 9 ObA 66/13s
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 9 ObA 66/13s
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0084692

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.11.2013

Dokumentnummer

JJR_19890606_OGH0002_010OBS00081_8900000_002

Rechtssatz für 10ObS43/91 (10ObS44/91)...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084002

Geschäftszahl

10ObS43/91 (10ObS44/91); 10ObS49/92; 10ObS2365/96h; 10ObS2317/96z; 10ObS99/08v; 10ObS75/09s; 10ObS10/10h; 1Ob74/15m

Entscheidungsdatum

10.12.1991

Norm

ASVG §144

Rechtssatz

Ein Behandlungsfall liegt dann vor, wenn prognostisch festgestellt werden kann, dass das beim Versicherten vorliegende Leiden einer Behandlung zugänglich ist, wenn auch nur eine geringfügige Besserung des Grundleidens erhofft wird oder wenn die Behandlung eine Verschlechterung des Zustandes hintanzuhalten geeignet ist, mag auch das Grundleiden als solches nicht mehr behebbar sein. Hingegen handelt es sich um einen Asylierungsfall oder Pflegefall, wenn ein Krankenhausaufenthalt nur die fehlende häusliche Pflege und Obsorge allein ersetzt und nicht mehr eine erfolgversprechenden Behandlung der Krankheit dient.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 43/91
    Entscheidungstext OGH 10.12.1991 10 ObS 43/91
    Veröff: SZ 64/173 = SSV-NF 5/134
  • 10 ObS 49/92
    Entscheidungstext OGH 15.09.1992 10 ObS 49/92
  • 10 ObS 2365/96h
    Entscheidungstext OGH 22.10.1996 10 ObS 2365/96h
    Beisatz: Hier: § 95 GSVG. (T1)
  • 10 ObS 2317/96z
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 10 ObS 2317/96z
  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Auch; Beisatz: Wenn ein Krankenhausaufenthalt allein die fehlende häusliche Pflege und Obsorge ersetzt und nicht (mehr) einer erfolgversprechenden Behandlung der (einer) Krankheit dient, handelt es sich demnach um einen Asylierungsfall oder Pflegefall. (T2); Beisatz: Hier: Zur Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten. (T3)
  • 10 ObS 75/09s
    Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 ObS 75/09s
    Vgl auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 2009/81
  • 10 ObS 10/10h
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 10/10h
    Beis wie T3; Veröff: SZ 2010/64
  • 1 Ob 74/15m
    Entscheidungstext OGH 18.06.2015 1 Ob 74/15m
    Auch; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0084002

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.09.2015

Dokumentnummer

JJR_19911210_OGH0002_010OBS00043_9100000_001

Rechtssatz für 10ObS2317/96t 10ObS196/9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0106685

Geschäftszahl

10ObS2317/96t; 10ObS196/97i; 10ObS28/01t; 10ObS315/00x; 10ObS99/08v; 10ObS10/10h; 10Ob34/10p; 10ObS50/11t

Entscheidungsdatum

26.11.1996

Norm

ASVG §133 Abs2
ASVG §144
ASVG §145

Rechtssatz

Unter dem im ASVG nicht definierten Begriff "Anstaltspflege" ist die durch die Art der Krankheit erforderte, durch die Notwendigkeit ärztlicher Behandlung bedingte "einheitliche und unteilbare" Gesamtleistung der stationären Pflege in einer - nicht gemäß § 144 Abs 4 ASVG ausgenommenen - Krankenanstalt zu verstehen. Sie bezweckt - wie die Krankenbehandlung im Sinn des § 133 ASVG - die Wiederherstellung, Festigung oder Besserung der Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Selbsthilfefähigkeit, tritt aber insofern hinter die Krankenbehandlung zurück, als sie als Leistung der Krankenversicherung erst beansprucht werden kann, wenn eine ambulante Krankenbehandlung nicht mehr ausreicht, um eine Krankheit durch ärztliche Untersuchung festzustellen und sodann durch Behandlung zu bessern oder zu heilen.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 2317/96t
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 10 ObS 2317/96t
  • 10 ObS 196/97i
    Entscheidungstext OGH 26.06.1997 10 ObS 196/97i
    Ähnlich
  • 10 ObS 28/01t
    Entscheidungstext OGH 06.03.2001 10 ObS 28/01t
  • 10 ObS 315/00x
    Entscheidungstext OGH 22.05.2001 10 ObS 315/00x
  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Beisatz: Hier: Zur Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten. (T1)
  • 10 ObS 10/10h
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 10/10h
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 2010/64
  • 10 Ob 34/10p
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 10 Ob 34/10p
    nur: Unter dem im ASVG nicht definierten Begriff "Anstaltspflege" ist die durch die Art der Krankheit erforderte, durch die Notwendigkeit ärztlicher Behandlung bedingte "einheitliche und unteilbare" Gesamtleistung der stationären Pflege in einer Krankenanstalt zu verstehen. (T2)
  • 10 ObS 50/11t
    Entscheidungstext OGH 21.07.2011 10 ObS 50/11t
    Auch; Veröff: SZ 2011/97

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0106685

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.07.2013

Dokumentnummer

JJR_19961126_OGH0002_010OBS02317_96T0000_002

Rechtssatz für 10ObS145/03a 10ObS14/08v...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117777

Geschäftszahl

10ObS145/03a; 10ObS14/08v; 10ObS99/08v; 10ObS75/09s; 10ObS10/10h; 10ObS64/11a; 10ObS50/11t; 10ObS67/11t; 10ObS71/11f; 10ObS68/13t; 10ObS72/14g; 10ObS57/16d; 10ObS55/21t

Entscheidungsdatum

17.06.2003

Norm

ASVG §120 Abs1 Z1

Rechtssatz

Behandlungsbedürftigkeit im Sinn dieser Bestimmung liegt dann vor, wenn der regelwidrige Zustand des Versicherten nach den Regeln der ärztlichen Kunst einer Heilbehandlung mit dem Ziel der Heilung, Besserung oder Verhütung der Verschlimmerung zugänglich ist. Die erforderliche Notwendigkeit der Krankenbehandlung ist nicht ex post durch den Erfolg einer bestimmten Methode unter Beweis zu stellen, sondern losgelöst von der tatsächlichen Krankenbehandlung ex ante. Wenn daher ein regelwidriger Körperzustand oder Geisteszustand "nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft" durch ärztliche Hilfe, Heilmittel oder Heilbehelfe gebessert oder vor einer Verschlimmerung bewahrt werden kann, so ist die Notwendigkeit der Krankenbehandlung indiziert.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 145/03a
    Entscheidungstext OGH 17.06.2003 10 ObS 145/03a
  • 10 ObS 14/08v
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 10 ObS 14/08v
    Auch; Beisatz: Die Voraussetzung der Behandlungsbedürftigkeit ist dann erfüllt, wenn der regelwidrige Zustand ohne ärztliche Hilfe nicht mit Aussicht auf Erfolg behoben, zumindest aber gebessert oder vor einer Verschlimmerung bewahrt werden kann oder wenn die ärztliche Behandlung erforderlich ist, um Schmerzen oder sonstige Beschwerden zu lindern. (T1)
    Beisatz: Die Notwendigkeit der Krankenbehandlung ist stets losgelöst vom Erfolg bzw Nichterfolg der tatsächlichen Krankenbehandlung ex ante zu beurteilen. (T2)
  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Zur Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten. (T3)
  • 10 ObS 75/09s
    Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 ObS 75/09s
    Vgl auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 2009/81
  • 10 ObS 10/10h
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 10/10h
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Veröff: SZ 2010/64
  • 10 ObS 64/11a
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 10 ObS 64/11a
    Auch; Beis wie T2
  • 10 ObS 50/11t
    Entscheidungstext OGH 21.07.2011 10 ObS 50/11t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 2011/97
  • 10 ObS 67/11t
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 ObS 67/11t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 10 ObS 71/11f
    Entscheidungstext OGH 13.03.2012 10 ObS 71/11f
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
    Veröff: SZ 2012/32
  • 10 ObS 68/13t
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 10 ObS 68/13t
    Beis wie T1
  • 10 ObS 72/14g
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 ObS 72/14g
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 10 ObS 57/16d
    Entscheidungstext OGH 07.06.2016 10 ObS 57/16d
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 10 ObS 55/21t
    Entscheidungstext OGH 27.04.2021 10 ObS 55/21t
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117777

Im RIS seit

17.07.2003

Zuletzt aktualisiert am

23.06.2021

Dokumentnummer

JJR_20030617_OGH0002_010OBS00145_03A0000_001

Rechtssatz für 10ObS99/08v 10ObS72/14g

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124508

Geschäftszahl

10ObS99/08v; 10ObS72/14g

Entscheidungsdatum

27.01.2009

Norm

ASVG §120 Abs1 Z1

Rechtssatz

Krankheit im sozialversicherungsrechtlichen Sinn liegt bereits dann vor, wenn eine Störung der psycho-physischen Funktionen nach außenhin wahrnehmbar ist, und sei es nur durch entsprechende Äußerungen des Versicherten, die die Notwendigkeit einer Diagnoseerstellung indizieren. Der Krankheitsverdacht ist dann dem Versicherungsfall der Krankheit zuzurechnen, wenn er sich durch objektiv diagnostizierbare Symptome äußert, unabhängig davon, ob sich im Nachhinein der Krankheitsverdacht bewahrheitet oder nicht. Zu fordern ist aber jedenfalls, dass die ärztliche Behandlung durch bestimmte Symptome veranlasst wurde, mögen diese Symptome im Ergebnis auch nicht das Vorliegen eines regelwidrigen Körper- oder Geisteszustands begründen. Minimale Voraussetzung des Krankheitsbegriffs ist daher in der Regel, dass der Versicherte glaubhaft Symptome bezeichnen kann, die auf eine Abweichung von irgendeiner Norm - sei es physiologischer, psychischer oder sozialer Art - hindeuten.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
    Beisatz: Hier: Zur Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten. (T1)
  • 10 ObS 72/14g
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 ObS 72/14g
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124508

Im RIS seit

26.02.2009

Zuletzt aktualisiert am

05.09.2014

Dokumentnummer

JJR_20090127_OGH0002_010OBS00099_08V0000_001

Rechtssatz für 10ObS99/08v 10ObS75/09s...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124982

Geschäftszahl

10ObS99/08v; 10ObS75/09s; 10ObS10/10h

Entscheidungsdatum

27.01.2009

Norm

ASVG §120
ASVG §133
ASVG §144 Abs3

Rechtssatz

Bei der Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers im Zusammenhang mit der Ausnüchterung eines alkoholisierten Patienten ist zu differenzieren: Bei Vorliegen eines objektivierten Krankheitsverdachts besteht zunächst Anspruch des Patienten auf Krankenbehandlung bzw Anstaltspflege im Sinn einer Klärung des Krankheitsverdachts. Der Anspruch ist erloschen, sobald sich herausstellt, dass lediglich ein alkoholisierter Zustand „mäßigen Grades" vorliegt, dass der Patient also allein der Ausnüchterung bedarf (die durch Verabreichung einer Infusion [Ringerlösung] als bloße Flüssigkeitssubstitution nur beschleunigt wird).

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 99/08v
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 ObS 99/08v
  • 10 ObS 75/09s
    Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 ObS 75/09s
    Veröff: SZ 2009/81
  • 10 ObS 10/10h
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 10/10h
    Beisatz: Im Hinblick auf das Erfordernis der Erkennbarkeit der fehlenden Notwendigkeit ärztlicher Behandlung ist in sinngemäßer Anwendung des § 107 Abs 1 ASVG ein „formaler Akt“ des Krankenversicherungsträgers erforderlich, um die krankenversicherungsrechtliche Leistung zu beenden. Dieser Hinweis, dass keine (weitere) Leistungspflicht des Krankenversicherungsträgers besteht, kann auch durch einen Dritten erfolgen, etwa die Krankenanstalt (so schon 10 ObS 75/09s). (T1); Veröff: SZ 2010/64

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124982

Im RIS seit

26.02.2009

Zuletzt aktualisiert am

26.02.2013

Dokumentnummer

JJR_20090127_OGH0002_010OBS00099_08V0000_002