Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob2/61 5Ob189/66 6Ob13...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0006330

Geschäftszahl

5Ob2/61; 5Ob189/66; 6Ob13/85; 7Ob657/89; 3Ob514/90 (3Ob515/90); 3Ob553/91; 7Ob616/95; 7Ob331/98x; 4Ob103/01b; 16Ok7/02; 6Ob159/02d; 2Ob77/03t; 16Ok4/03; 6Ob94/03x; 2Ob47/04g; 16Ok8/08; 16Ok15/08; 16Ok14/08; 16Ok8/10; 16Ok3/12; 2Ob144/15p; 7Ob99/15g; 3Ob130/17i; 1Ob210/18s

Entscheidungsdatum

11.01.1961

Norm

AußStrG §2 Abs2 Z5 F2
AußStrG 2005 §16
MG §25
KartG 2005 §38

Rechtssatz

Im Außerstreitverfahren ist zwar das Gericht verpflichtet, die notwendigen Erhebungen von Amts wegen zu pflegen, es hat sich aber im Rahmen der Anträge der Parteien zu halten.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2/61
    Entscheidungstext OGH 11.01.1961 5 Ob 2/61
  • 5 Ob 189/66
    Entscheidungstext OGH 12.07.1966 5 Ob 189/66
    Veröff: MietSlg 18533
  • 6 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 23.05.1985 6 Ob 13/85
    Auch; Beisatz: Bei Entscheidungen, die nur über Parteienantrag im Interesse der Antragsteller zu erlassen sind, wird die Erhebungspflicht durch die Antragsbehauptungen im Kern bestimmt und ist nicht grenzenlos auszudehnen. (T1)
  • 7 Ob 657/89
    Entscheidungstext OGH 19.10.1989 7 Ob 657/89
    Ähnlich; Beisatz: Der Untersuchungsgrundsatz hat nicht zur Folge, dass es für die Partei, insbesondere in Antragssachen des außerstreitigen Verfahrens, keine Beweislast gäbe. (T2)
  • 3 Ob 514/90
    Entscheidungstext OGH 18.04.1990 3 Ob 514/90
    Auch
  • 3 Ob 553/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 553/91
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 7 Ob 616/95
    Entscheidungstext OGH 18.10.1995 7 Ob 616/95
    Beis wie T2; Beisatz: Die Beweislastregeln kommen aber nur dann zum Tragen, wenn das Gericht aufgrund seiner amtswegig vorzunehmenden Beweiserhebungen außerstande ist, eine ausreichende Tatsachengrundlage zu schaffen (hier: Erhebung der Lebensverhältnisse, Vermögensverhältnisse und Einkommensverhältnisse für die Unterhaltsbemessung). (T3)
  • 7 Ob 331/98x
    Entscheidungstext OGH 23.06.1999 7 Ob 331/98x
    Beis wie T3
  • 4 Ob 103/01b
    Entscheidungstext OGH 14.05.2001 4 Ob 103/01b
    Auch
  • 16 Ok 7/02
    Entscheidungstext OGH 16.12.2002 16 Ok 7/02
    Beis wie T1
  • 6 Ob 159/02d
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 159/02d
    Auch; Beisatz: Der Untersuchungsgrundsatz im außerstreitigen Verfahren geht nicht so weit, dass von Amts wegen eine vom Unterhaltsschuldner gar nicht begehrte Steuerentlastung vorgenommen werden müsste, der Partei also ein verzichtbarer Rechtsanspruch (Rechtsgrund) geradezu aufgedrängt werden müsste (§ 12a FamLAG). (T4)
  • 2 Ob 77/03t
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 2 Ob 77/03t
    Beisatz: Hier: Ein zwingender Charakter der steuerlichen Entlastung des Unterhaltsschuldners ist nicht ersichtlich. Die Entlastung hängt vielmehr von seiner Disposition ab. (T5)
    Beis wie T4
  • 16 Ok 4/03
    Entscheidungstext OGH 23.06.2003 16 Ok 4/03
  • 6 Ob 94/03x
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 94/03x
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 47/04g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2005 2 Ob 47/04g
    Auch; Beis wie T5
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 15/08
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 16 Ok 15/08
    Vgl; Beisatz: Der Untersuchungsgrundsatz des § 16 Abs 1 AußStrG, der die grundlegende Anordnung des Gesetzes für die Stoffsammlung im Außerstreitverfahren enthält, wird durch eine Mitwirkungspflicht der Parteien gemäß § 16 Abs 2 AußStrG abgesichert, ist doch das Gericht in der Regel auf das Parteivorbringen angewiesen, wenn es den maßgeblichen Sachverhalt umfassend feststellen will. (T6)
    Beisatz: Hier: Kartellverfahren. (T7)
  • 16 Ok 14/08
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 16 Ok 14/08
    Auch; Beisatz: Das Kartellgericht hat zwar aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes sämtliche relevante Beweisaufnahmen und Tatsachenerhebungen von Amts wegen durchzuführen, dies aber nur im Rahmen der gestellten Anträge. (T8)
  • 16 Ok 8/10
    Entscheidungstext OGH 12.12.2011 16 Ok 8/10
    Auch; Beis ähnlich wie T6; Beis wie T7; Veröff: SZ 2011/148
  • 16 Ok 3/12
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 16 Ok 3/12
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Bloßen Vermutungen ist im Rahmen eines nach dem Untersuchungsgrundsatz abzuführenden Verfahrens nicht nachzugehen, setzt doch die Durchführung eines Verfahrens Schlüssigkeit des Antrags (allenfalls nach Erteilung eines Verbesserungsauftrags) voraus. (T9)
    Veröff: SZ 2012/101
  • 2 Ob 144/15p
    Entscheidungstext OGH 09.09.2015 2 Ob 144/15p
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Antrag auf Nachlassseparation gemäß § 812 ABGB. (T10)
  • 7 Ob 99/15g
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 99/15g
    Beis wie T3
  • 3 Ob 130/17i
    Entscheidungstext OGH 21.02.2018 3 Ob 130/17i
    Auch; Veröff: SZ 2018/13
  • 1 Ob 210/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 1 Ob 210/18s
    Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0006330

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19610111_OGH0002_0050OB00002_6100000_001

Rechtssatz für 1Ob514/78 7Ob704/78 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037112

Geschäftszahl

1Ob514/78; 7Ob704/78 (7Ob705/78); 1Ob681/79; 7Ob602/79; 4Ob113/81; 4Ob45/82; 1Ob519/83; 9Ob1590/94; 1Ob585/94; 1Ob606/95; 1Ob144/97a; 1Ob126/98f; 1Ob163/98x; 6Ob244/98w; 6Ob104/99h; 3Ob217/99d; 1Ob21/02y; 1Ob56/05z; 16Ok8/08; 3Ob16/11s; 4Ob36/13t; 8ObA66/14k; 9ObA22/18b

Entscheidungsdatum

25.01.1978

Norm

ZPO §182
ZPO §235 A

Rechtssatz

Die Anleitungspflicht des Gerichts geht nicht so weit, ein rechtlich unzulässiges und daher abzuweisendes Klagebegehren durch eine Klagsänderung dahin abzuändern oder zu erweitern, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Stattgebung doch noch gegeben sein könnten.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 514/78
    Entscheidungstext OGH 25.01.1978 1 Ob 514/78
    Veröff: RZ 1978/110 S 220 = JBl 1978,545
  • 7 Ob 704/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 7 Ob 704/78
  • 1 Ob 681/79
    Entscheidungstext OGH 29.08.1979 1 Ob 681/79
    Veröff: SZ 52/122
  • 7 Ob 602/79
    Entscheidungstext OGH 13.09.1979 7 Ob 602/79
  • 4 Ob 113/81
    Entscheidungstext OGH 03.11.1981 4 Ob 113/81
    Ähnlich; Veröff: Arb 10061
  • 4 Ob 45/82
    Entscheidungstext OGH 18.05.1982 4 Ob 45/82
    Veröff: Arb 10111
  • 1 Ob 519/83
    Entscheidungstext OGH 09.03.1983 1 Ob 519/83
  • 9 Ob 1590/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 Ob 1590/94
    Auch
  • 1 Ob 585/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1994 1 Ob 585/94
    Ähnlich; Beisatz: Der Richter ist auch im Rahmen der materiellen Prozessleistungspflicht gemäß § 182 ZPO nicht berufen, zur Geltendmachung bisher nicht erhobener Ansprüche anzuleiten. (T1) Veröff: SZ 67/137
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
  • 1 Ob 144/97a
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 144/97a
    Auch; Veröff: SZ 70/199
  • 1 Ob 126/98f
    Entscheidungstext OGH 30.06.1998 1 Ob 126/98f
    Vgl auch
  • 1 Ob 163/98x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1998 1 Ob 163/98x
  • 6 Ob 244/98w
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 244/98w
  • 6 Ob 104/99h
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 6 Ob 104/99h
    Vgl auch
  • 3 Ob 217/99d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2000 3 Ob 217/99d
    Auch; Veröff: SZ 73/85
  • 1 Ob 21/02y
    Entscheidungstext OGH 30.04.2002 1 Ob 21/02y
    Beis wie T1
  • 1 Ob 56/05z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 56/05z
    Auch; Beisatz: Den Parteien ist zwar Gelegenheit zu geben, unschlüssiges, unbestimmtes oder widerspruchsvolles Begehren (jedoch ohne Änderung dessen Inhalts) zu verdeutlichen und zu präzisieren, doch kann daraus nicht die Verpflichtung des Gerichts zur Anregung einer Klageänderung abgeleitet werden. Nur innerhalb solcher Grenzen der Anleitungspflicht darf das Gericht die Parteien in seiner Entscheidung nicht mit einer Rechtsauffassung überraschen, die sie nicht beachtet haben und auf die sie das Gericht nicht aufmerksam gemacht hat. (T2); Veröff: SZ 2005/93
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Vgl auch; Veröff: SZ 2008/144
  • 3 Ob 16/11s
    Entscheidungstext OGH 13.04.2011 3 Ob 16/11s
    Auch
  • 4 Ob 36/13t
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 36/13t
  • 8 ObA 66/14k
    Entscheidungstext OGH 29.10.2015 8 ObA 66/14k
  • 9 ObA 22/18b
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 ObA 22/18b
    Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0037112

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19780125_OGH0002_0010OB00514_7800000_002

Rechtssatz für 4Ob565/91 4Ob507/92 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0006259

Geschäftszahl

4Ob565/91; 4Ob507/92; 1Ob539/92; 7Ob1610/92 (7Ob1611/92); 4Ob508/93; 1Ob4/93; 9Ob513/95; 4Ob598/95; 4Ob2393/96g; 7Ob2353/96x; 9Ob40/02a; 6Ob46/03p; 16Ok20/04; 6Ob126/07h; 16Ok8/08; 16Ok14/08; 6Ob243/09t; 2Ob90/09p; 7Ob179/11s; 2Ob42/13k; 10Ob10/14i; 7Ob16/14z

Entscheidungsdatum

19.11.1991

Norm

ABGB §140 Ag
ZPO §405 H
AußStrG §2 F2
AußStrG §18 A
AußStrG 2005 §43
KartG 2005 §38

Rechtssatz

Trotz der Untersuchungsmaxime (§ 2 AußStrG) gilt auch im außerstreitigen Unterhaltsbemessungsverfahren der Dispositionsgrundsatz; ein Anspruch, den der Berechtigte gar nicht geltend gemacht hatte, kann aber - ungeachtet der Tatsache, dass ein früherer Antrag nicht als Teilantrag bezeichnet und eine Nachforderung nicht ausdrücklich vorbehalten wurde - nicht in Rechtskraft erwachsen, ist doch Voraussetzung der materiellen Rechtskraftwirkung die Identität der Ansprüche. An dieser Identität mangelt es aber bei einem Begehren auf Unterhaltsleistungen für die Zukunft oder - wie nach nunmehriger Rechtsprechung zulässig (SZ 61/143) - für die Vergangenheit, wenn mit der Behauptung, die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners sei höher als ursprünglich angenommen, ein höherer Betrag begehrt wird.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 565/91
    Entscheidungstext OGH 19.11.1991 4 Ob 565/91
  • 4 Ob 507/92
    Entscheidungstext OGH 14.01.1992 4 Ob 507/92
    Veröff: ÖA 1992,57
  • 1 Ob 539/92
    Entscheidungstext OGH 24.06.1992 1 Ob 539/92
    Beisatz: Anders liegt der Fall nur dann, wenn zum Beispiel bei einer (Teilabweisung) Abweisung eines überhöhten Unterhaltsbegehrens über den Unterhaltsanspruch abschließend (auf der Grundlage der festgestellten Verhältnisse) rechtskräftig erkannt wurde. In diesem Fall stünde auch einem höheren Unterhaltsbegehren - sofern nicht geänderte Verhältnisse behauptet werden - die Rechtskraft entgegen. (T1)
  • 7 Ob 1610/92
    Entscheidungstext OGH 03.09.1992 7 Ob 1610/92
  • 4 Ob 508/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 508/93
    nur: Trotz der Untersuchungsmaxime (§ 2 AußStrG) gilt auch im außerstreitigen Unterhaltsbemessungsverfahren der Dispositionsgrundsatz; ein Anspruch, den der Berechtigte gar nicht geltend gemacht hatte, kann aber - ungeachtet der Tatsache, dass ein früherer Antrag nicht als Teilantrag bezeichnet und eine Nachforderung nicht ausdrücklich vorbehalten wurde - nicht in Rechtskraft erwachsen, ist doch Voraussetzung der materiellen Rechtskraftwirkung die Identität der Ansprüche. (T2)
  • 1 Ob 4/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 4/93
    nur: Trotz der Untersuchungsmaxime (§ 2 AußStrG) gilt auch im außerstreitigen Unterhaltsbemessungsverfahren der Dispositionsgrundsatz. (T3)
  • 9 Ob 513/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 Ob 513/95
    nur T3
  • 4 Ob 598/95
    Entscheidungstext OGH 05.12.1995 4 Ob 598/95
    nur T2; Beisatz: Soweit ein Begehren nicht Entscheidungsgegenstand war, liegt kein rechtskräftiger Beschluss vor, der die Entscheidung über das (Mehrbegehren)Begehren hinderte. (T4)
  • 4 Ob 2393/96g
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 4 Ob 2393/96g
    nur: Ein Anspruch, den der Berechtigte gar nicht geltend gemacht hatte, kann aber - ungeachtet der Tatsache, dass ein früherer Antrag nicht als Teilantrag bezeichnet und eine Nachforderung nicht ausdrücklich vorbehalten wurde - nicht in Rechtskraft erwachsen. (T5)
    Beis wie T4
  • 7 Ob 2353/96x
    Entscheidungstext OGH 04.12.1996 7 Ob 2353/96x
    Auch; Beis wie T4
  • 9 Ob 40/02a
    Entscheidungstext OGH 16.10.2002 9 Ob 40/02a
    nur: Ein Anspruch, den der Berechtigte gar nicht geltend gemacht hatte, kann aber - ungeachtet der Tatsache, dass ein früherer Antrag nicht als Teilantrag bezeichnet und eine Nachforderung nicht ausdrücklich vorbehalten wurde - nicht in Rechtskraft erwachsen, ist doch Voraussetzung der materiellen Rechtskraftwirkung die Identität der Ansprüche. An dieser Identität mangelt es aber bei einem Begehren auf Unterhaltsleistungen für die Zukunft oder für die Vergangenheit, wenn mit der Behauptung, die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners sei höher als ursprünglich angenommen, ein höherer Betrag begehrt wird. (T6)
    Beis wie T1
  • 6 Ob 46/03p
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 46/03p
    Auch; nur T6
  • 16 Ok 20/04
    Entscheidungstext OGH 04.04.2005 16 Ok 20/04
    Vgl; nur: Trotz der Untersuchungsmaxime (§ 2 AußStrG) gilt auch im außerstreitigen Verfahren der Dispositionsgrundsatz. (T7) Beisatz: Hier: Kartellrechtliches Missbrauchsverfahren. (T8)
  • 6 Ob 126/07h
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 6 Ob 126/07h
    Beis wie T1; Beisatz: Hier: Antrag auf Festsetzung von Unterhaltsbestandteilen, über die noch nicht entschieden worden war. (T9)
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Vgl; nur T7; Beis wie T8
    Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 14/08
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 16 Ok 14/08
    Vgl; Beisatz: Das Kartellgericht hat zwar aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes sämtliche relevante Beweisaufnahmen und Tatsachenerhebungen von Amts wegen durchzuführen, dies aber nur im Rahmen der gestellten Anträge. (T10)
  • 6 Ob 243/09t
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 243/09t
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 2 Ob 90/09p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 90/09p
    nur T6; Beis wie T1; Beisatz: Mit einem neuen Unterhaltsantrag wird in einem solchen Fall ein Anspruch geltend gemacht, der noch nicht Verfahrensgegenstand war. (T11)
    Beisatz: Wurde im Vorverfahren nur über ein Teilbegehren entschieden, ist eine Entscheidung über den Restanspruch zulässig. (T12)
    Veröff: SZ 2009/171
  • 7 Ob 179/11s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 7 Ob 179/11s
    Ähnlich; Beisatz: In der Unterlassung der Geltendmachung eines höheren Unterhaltsanspruchs im Vorverfahren liegt kein (schlüssiger) Verzicht auf den Restanspruch. Lediglich wenn (zweifelsfrei) über den gesamten Unterhaltsanspruch entschieden wurde, läge das Prozesshindernis der entschiedenen Sache vor. (T13)
  • 2 Ob 42/13k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 2 Ob 42/13k
    Vgl auch
  • 10 Ob 10/14i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2014 10 Ob 10/14i
    nur T7
  • 7 Ob 16/14z
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 7 Ob 16/14z
    Auch; Veröff: SZ 2014/19

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0006259

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2016

Dokumentnummer

JJR_19911119_OGH0002_0040OB00565_9100000_001

Rechtssatz für 1Ob144/97a 1Ob163/98x 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108818

Geschäftszahl

1Ob144/97a; 1Ob163/98x; 1Ob356/98d; 6Ob104/99h; 6Ob201/99y; 6Ob26/00t; 3Ob217/99d; 1Ob294/00t; 1Ob195/00h; 4Ob104/01z; 1Ob188/01f; 1Ob284/01y; 1Ob21/02y; 1Ob28/03d; 6Ob85/04z; 7Ob83/05i; 1Ob56/05z; 7Ob265/05d; 6Ob134/08m; 16Ok8/08; 16Ok5/08; 6Ob19/09a; 3Ob207/10b; 1Ob243/11h; 2Ob235/13t; 8Ob52/15b; 5Ob166/16x

Entscheidungsdatum

14.10.1997

Norm

ZPO §182

Rechtssatz

Die Manuduktionspflicht des Gerichts hat sich im Rahmen des behaupteten Anspruchs zu bewegen. Nur in diesem Bereich ist auf die Vervollständigung des Sachvorbringens oder auch darauf zu dringen, dass das Begehren schlüssig gemacht werde.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 144/97a
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 144/97a
    Veröff: SZ 70/199
  • 1 Ob 163/98x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1998 1 Ob 163/98x
    Auch
  • 1 Ob 356/98d
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 356/98d
    Auch; Veröff: SZ 72/28
  • 6 Ob 104/99h
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 6 Ob 104/99h
  • 6 Ob 201/99y
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 201/99y
    Vgl auch; Beisatz: Die Anleitung zur Änderung des bisherigen Tatsachenvorbringens, also zu einer Klageänderung überschreitet die Grenzen der Anleitungspflicht. (T1)
  • 6 Ob 26/00t
    Entscheidungstext OGH 09.03.2000 6 Ob 26/00t
    Vgl auch; Beisatz: Selbst im Verfahren erster Instanz geht die Anleitungspflicht nach § 182 ZPO nicht soweit, dass der Richter auf die Partei beratend einzuwirken hätte. Eine solche Anleitung löste die Besorgnis der Befangenheit aus und wäre als parteilich zu werten. (T2)
  • 3 Ob 217/99d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2000 3 Ob 217/99d
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 73/85
  • 1 Ob 294/00t
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 294/00t
    Vgl; Beisatz: Es genügt der durch § 182 ZPO motivierte Hinweis darauf, dass sich die Frage der Schlüssigkeit stellt und der Kläger Ausführungen hiezu zu erstatten hat. Die Verfassung einer schlüssigen Klage ist keinesfalls Aufgabe des zur Anleitung verpflichteten Gerichts; diese muss vielmehr dem Rechtsvertreter einer Partei vorbehalten bleiben: Jede andere Vorgangsweise käme einer Parteilichkeit gleich. (T3)
  • 1 Ob 195/00h
    Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 195/00h
    Beis wie T1; Beisatz: Die Anleitungspflicht darf im Anwaltsprozess keinesfalls derart weit gezogen werden, dass einer Partei die Möglichkeit eröffnet wird, ein nach den getroffenen Feststellungen abzuweisendes Klagebegehren dahin zu ändern, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Klagsstattgebung gegeben sein könnten. (T4)
  • 4 Ob 104/01z
    Entscheidungstext OGH 12.09.2001 4 Ob 104/01z
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 188/01f
    Entscheidungstext OGH 27.11.2001 1 Ob 188/01f
    Vgl; Beis wie T3
  • 1 Ob 284/01y
    Entscheidungstext OGH 17.12.2001 1 Ob 284/01y
    Veröff: SZ 74/198
  • 1 Ob 21/02y
    Entscheidungstext OGH 30.04.2002 1 Ob 21/02y
    Beis wie T1; Beis wie T4
  • 1 Ob 28/03d
    Entscheidungstext OGH 14.10.2003 1 Ob 28/03d
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T4
  • 6 Ob 85/04z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 85/04z
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 2004/132
  • 7 Ob 83/05i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 83/05i
    Beisatz: Das gilt auch für die erweiterte Erörterungs- und Anleitungspflicht im Sinn des § 182a ZPO nach der ZVN 2002. Die Anleitungspflicht ist durch § 182a ZPO aber insofern als erweitert anzusehen, dass nun auf ein verfehltes Klagebegehren, das nicht dem offenkundig verfolgten Rechtsschutzziel der Partei entspricht, aufmerksam zu machen und dem Kläger Gelegenheit zu geben ist, sein Klagebegehren auch dann zu ändern, wenn dies eine Klagsänderung darstellt. (T5)
  • 1 Ob 56/05z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 56/05z
    Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 2005/93
  • 7 Ob 265/05d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 265/05d
    Beis wie T5
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Der Kläger ist auf ein verfehltes Klagebegehren, das dem von ihm offenkundig verfolgten Rechtsschutzziel nicht entspricht, hinzuweisen und es ist ihm Gelegenheit zu einer Klagsänderung zu geben. Gleiches muss aber für das zur Stützung des Klagebegehrens erstattete Vorbringen gelten. (T6)
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 5/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 5/08
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 19/09a
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 19/09a
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Auch § 182a ZPO verpflichtet das Gericht - abgesehen von der besonderen Belehrungspflicht in bezirksgerichtlichen sowie arbeits- und sozialgerichtlichen Verfahren - nicht dazu, eine Partei zu einer Änderung oder einer Einschränkung ihres Begehrens anzuleiten. (T7)
  • 3 Ob 207/10b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 207/10b
    Beis wie T5
  • 1 Ob 243/11h
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 243/11h
    Vgl auch; Beis wie T2 nur: Selbst im Verfahren erster Instanz geht die Anleitungspflicht nach § 182 ZPO nicht soweit, dass der Richter auf die Partei beratend einzuwirken hätte. (T8)
  • 2 Ob 235/13t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 2 Ob 235/13t
  • 8 Ob 52/15b
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 Ob 52/15b
    Vgl auch; Beisatz: Hat der Kläger im Rahmen des von ihm erhobenen Anspruchs ein verfehltes Klagebegehren gestellt und kann dieser Mangel nicht durch eine amtswegige Modifikation des Begehrens behoben werden, so ist er darüber zu belehren. (T9)
  • 5 Ob 166/16x
    Entscheidungstext OGH 19.12.2016 5 Ob 166/16x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108818

Im RIS seit

13.11.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.01.2017

Dokumentnummer

JJR_19971014_OGH0002_0010OB00144_97A0000_003

Rechtssatz für 16Ok7/01 16Ok7/02 16Ok8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0116044

Geschäftszahl

16Ok7/01; 16Ok7/02; 16Ok8/02; 16Ok19/04; 16Ok1/06; 16Ok4/07; 16Ok9/08; 16Ok8/08; 16Ok13/08; 16Ok4/09

Entscheidungsdatum

17.12.2001

Norm

KartG 1988 §8a
KartG 1988 §25
KartG 1988 §35
KartG 2005 §26
KartG 2005 §28 Abs1
KartG 2005 §90 Z3 lita

Rechtssatz

Nur ein aktuelles, im Zeitpunkt der Entscheidung noch andauerndes kartellrechtswidriges Verhalten kann Gegenstand eines Untersagungsauftrags gemäß § 25 Abs 1 KartG sein; ist das verbotswidrige Verhalten endgültig beendet, mangelt es am Tatbestand eines Kartells, das für die Zukunft untersagt werden könnte. Daher scheidet die Untersagung einer verbotswidrigen Durchführung eines Kartells durch Bildung einer Bietergemeinschaft im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens nach Lieferung der ausgeschriebenen Geräte und Ablauf der Gewährleistungsfrist aus.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 7/01
    Entscheidungstext OGH 17.12.2001 16 Ok 7/01
  • 16 Ok 7/02
    Entscheidungstext OGH 16.12.2002 16 Ok 7/02
    Beisatz: Gleiches muss auch im Bereich der Marktmachtmissbrauchsaufsicht gelten. (T1)
  • 16 Ok 8/02
    Entscheidungstext OGH 16.12.2002 16 Ok 8/02
    nur: Nur ein aktuelles, im Zeitpunkt der Entscheidung noch andauerndes kartellrechtswidriges Verhalten kann Gegenstand eines Untersagungsauftrags gemäß § 25 Abs 1 KartG sein. (T2); Beisatz: Gleiches gilt auch im Bereich der Marktmachtmissbrauchsaufsicht: Ein Auftrag gemäß § 35 KartG, den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung abzustellen, setzt denknotwendig ein Andauern des Missbrauchs im Entscheidungszeitpunkt voraus; ist der Missbrauch bereits abgestellt, ist ein solcher Auftrag unzulässig. Gleiches gilt auch für Feststellungsanträge nach § 8a KartG. (T3)
  • 16 Ok 19/04
    Entscheidungstext OGH 20.12.2004 16 Ok 19/04
    nur T2; Beisatz: § 8a KartG gibt dem Kartellgericht auch keine Feststellungskompetenz in Bezug auf einen sich erst künftig möglicherweise ereignenden Sachverhalt; Tennisbälle II. (T4)
  • 16 Ok 1/06
    Entscheidungstext OGH 27.02.2006 16 Ok 1/06
    Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Hat sich der zu beurteilende Sachverhalt zur Gänze im Geltungszeitraum des KartG 1988 ereignet, kommt eine Feststellung für die Vergangenheit (§ 28 Abs 1 KartG 2005) nach der ausdrücklichen Anordnung der Übergangsbestimmungen des § 90 Z 3 lit a KartG 2005 nicht in Betracht. (T5)
  • 16 Ok 4/07
    Entscheidungstext OGH 12.09.2007 16 Ok 4/07
    Auch; nur T2; Beisatz: Die in T5 angesprochenen Übergangsbestimmungen sind jedoch nicht anzuwenden, wenn nicht das Verfahren nach § 8a KartG 1988 fortgesetzt, sondern ein Neuantrag nach § 28 Abs 2 KartG 2005 gestellt wird. (T6)
  • 16 Ok 9/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 9/08
    nur T2
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Auch: nur: Nur ein aktuelles, im Zeitpunkt der Entscheidung noch andauerndes kartellrechtswidriges Verhalten kann Gegenstand eines Untersagungsauftrags gemäß § 25 Abs 1 KartG sein; ist das verbotswidrige Verhalten endgültig beendet, mangelt es am Tatbestand eines Kartells, das für die Zukunft untersagt werden könnte. (T7); Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 13/08
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 16 Ok 13/08
    Auch; nur T7; Veröff: SZ 2009/5
  • 16 Ok 4/09
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 16 Ok 4/09
    Vgl auch; Beisatz: Keine Feststellungskompetenz in Bezug auf einen sich möglicherweise in der Zukunft ereignenden Sachverhalt. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0116044

Im RIS seit

16.01.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2012

Dokumentnummer

JJR_20011217_OGH0002_0160OK00007_0100000_001

Rechtssatz für 16Ok8/02 16Ok3/04 16Ok1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117118

Geschäftszahl

16Ok8/02; 16Ok3/04; 16Ok1/05; 16Ok43/05; 16Ok8/08

Entscheidungsdatum

16.12.2002

Norm

KartG 1988 §42b
KartG 1988 §43
ZPO §266 B
AußStrG 2005 §16

Rechtssatz

Im kartellrechtlichen außerstreitigen kontradiktorischen Verfahren, in denen sich die Parteien in gegenläufigen Rollen gegenüber stehen, sind die Behauptungsregeln und Beweislastregeln, die das streitige Verfahren beherrschen, heranzuziehen (Okt 7/93 = ÖBl 1993, 241 - Fiat-Vertriebsbindung).

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 8/02
    Entscheidungstext OGH 16.12.2002 16 Ok 8/02
  • 16 Ok 3/04
    Entscheidungstext OGH 14.06.2004 16 Ok 3/04
    Vgl
  • 16 Ok 1/05
    Entscheidungstext OGH 14.02.2005 16 Ok 1/05
    Auch
  • 16 Ok 43/05
    Entscheidungstext OGH 17.10.2005 16 Ok 43/05
    Vgl auch; Beisatz: Auch im kartellrechtlichen Sicherungsverfahren hat sich die Beweisaufnahme im Rahmen des Vorbringens zu halten. Die Behauptungen der gefährdeten Partei sind die Grenzen, in deren Rahmen zu prüfen ist, inwieweit eine einstweilige Verfügung erlassen werden kann. (T1)
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Auch; Veröff: SZ 2008/144

Schlagworte

Umsatzsteuer-Rückvergütung II

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0117118

Im RIS seit

15.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2012

Dokumentnummer

JJR_20021216_OGH0002_0160OK00008_0200000_001

Rechtssatz für 1Ob73/03x 2Ob117/04a 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117576

Geschäftszahl

1Ob73/03x; 2Ob117/04a; 9ObA7/04a; 6Ob51/05a; 6Ob275/05t; 4Ob235/06x; 16Ok8/08; 7Ob148/08b; 7Ob289/08p; 5Ob21/09p; 8Ob84/09z; 7Ob41/10w; 3Ob222/12m; 4Ob245/12a; 10Ob50/13w; 4Ob60/14y; 10Ob31/14b; 1Ob211/14g; 4Ob197/15x; 3Ob7/16z; 6Ob206/16m; 6Ob185/17z; 7Ob176/17h

Entscheidungsdatum

29.04.2003

Norm

ZPO §84 I
ZPO §182

Rechtssatz

Vor der Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens ist stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
  • 2 Ob 117/04a
    Entscheidungstext OGH 01.07.2004 2 Ob 117/04a
  • 9 ObA 7/04a
    Entscheidungstext OGH 02.02.2005 9 ObA 7/04a
    Auch; Beisatz: Darauf ist auch von Amts wegen Bedacht zu nehmen, wenn die klagende Partei die Notwendigkeit einer Präzisierung nicht selbst erkannte. (T1)
  • 6 Ob 51/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 51/05a
    Beisatz: Der Kläger darf zwar nicht willkürlich während des Rechtsstreits innerhalb einer begehrten Globalsumme seinen Standpunkt wechseln. Er ist aber, wenn die Klage nicht entsprechend aufgeschlüsselt ist, gemäß § 182 ZPO zur Verbesserung anzuleiten. (T2)
  • 6 Ob 275/05t
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 275/05t
    Veröff: SZ 2005/181
  • 4 Ob 235/06x
    Entscheidungstext OGH 13.02.2007 4 Ob 235/06x
    Beis wie T1
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144
  • 7 Ob 148/08b
    Entscheidungstext OGH 24.09.2008 7 Ob 148/08b
    Auch; Beisatz: Bei Unschlüssigkeit ist das Klagebegehren nicht sofort abzuweisen, sondern muss vom Gericht eine Verbesserung angeregt werden (§ 182 ZPO). Der Verbesserungsauftrag ist von Amts wegen zu erteilen, selbst wenn die Partei durch einen Rechtsanwalt vertreten ist und die Notwendigkeit einer Präzisierung nicht selbst erkannte. (T3)
  • 7 Ob 289/08p
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 289/08p
    Auch; Beis wie T3
  • 5 Ob 21/09p
    Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 21/09p
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 8 Ob 84/09z
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 Ob 84/09z
  • 7 Ob 41/10w
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 7 Ob 41/10w
    Auch
  • 3 Ob 222/12m
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 3 Ob 222/12m
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 245/12a
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 245/12a
  • 10 Ob 50/13w
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 10 Ob 50/13w
    Beis wie T1; Beis wie T3; Veröff: SZ 2014/42
  • 4 Ob 60/14y
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 4 Ob 60/14y
    Vgl auch
  • 10 Ob 31/14b
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 Ob 31/14b
    Beisatz: Dies gilt insbesondere dann, wenn das Berufungsgericht erstmals eine mögliche Unschlüssigkeit aufgreift. (T4)
  • 1 Ob 211/14g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 211/14g
    Auch
  • 4 Ob 197/15x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 197/15x
    Auch
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T5); Veröff: SZ 2016/48
  • 6 Ob 206/16m
    Entscheidungstext OGH 27.04.2017 6 Ob 206/16m
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 6 Ob 185/17z
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 6 Ob 185/17z
    Beis ähnlich wie T2
  • 7 Ob 176/17h
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 176/17h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117576

Im RIS seit

29.05.2003

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_20030429_OGH0002_0010OB00073_03X0000_001

Rechtssatz für 7Ob83/05i 7Ob105/05z 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120056

Geschäftszahl

7Ob83/05i; 7Ob105/05z; 7Ob181/04z; 1Ob215/05g; 7Ob278/05s; 10Ob105/05x; 7Ob258/06a; 7Ob111/06h; 7Ob80/07a; 8Ob135/06w; 7Ob125/07v; 1Ob160/07x; 16Ok7/07; 10Ob58/07p; 3Ob244/07i; 3Ob18/08f; 5Ob35/08w; 5Ob18/08w; 5Ob143/08b; 17Ob12/08a; 8Ob77/08v; 16Ok8/08; 3Ob245/08p; 1Ob138/08p; 8Ob168/08a; 5Ob32/09f; 2Ob203/08d; 6Ob18/10f; 4Ob9/10t; 5Ob251/09m; 10Ob62/09d; 6Ob178/10k; 6Ob7/11i; 7Ob223/10k; 4Ob46/11k; 16Ok8/10; 1Ob94/12y; 4Ob118/12z; 2Ob219/11m; 10ObS53/13m; 7Ob211/12y; 7Ob154/13t; 5Ob209/13s; 9Ob61/13f; 2Ob8/14m; 2Ob13/14x; 3Ob178/14v; 3Ob236/14y; 1Ob40/15m; 4Ob197/15x; 6Ob112/16p; 6Ob130/16k; 1Ob7/17m; 8ObA62/16z; 7Ob67/17d; 5Ob90/17x; 7Ob153/17a; 1Ob94/18g; 1Ob155/18b; 5Ob144/18i

Entscheidungsdatum

25.05.2005

Norm

ZPO §182
ZPO §182a
ZPO §503 Z2 C5
AußStrG 2005 §10 Abs4
AußStrG 2005 §14
AußStrG 2005 §66 Abs1 Z2 AIIA3

Rechtssatz

Die Rechtsmeinung, wonach nur eine Rechtsansicht, wenn sie bis zum Schluss der Verhandlung erster Instanz von keiner der Parteien ins Treffen geführt wurde und daher keine Gelegenheit zur Stellungnahme bestand, als überraschend angesehen werden kann, kann nach der ZVN 2002 nicht aufrecht erhalten bleiben. § 182a ZPO erweitert nun die Pflichten der Gerichte, weil eine Partei auch erkennbar rechtliche Gesichtspunkte, die von der Gegenseite bereits ins Spiel gebracht worden waren, übersehen oder für unerheblich gehalten haben kann. Erkennt dies das Prozessgericht, hat es im Rahmen der Erörterung des Sach- und Rechtsvorbringens darauf hinzuweisen; erkannte das Prozessgericht den Irrtum der Parteien nicht, war er aber erkennbar, was nach der Aktenlage überprüfbar ist, liegt ein Verfahrensmangel vor.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 83/05i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 83/05i
  • 7 Ob 105/05z
    Entscheidungstext OGH 08.06.2005 7 Ob 105/05z
  • 7 Ob 181/04z
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 181/04z
    Beisatz: Werden jedoch nur dieselben Tatsachen, die schon der bisher erörterten Rechtslage zu Grunde lagen, rechtlich anders gewertet, liegt keine Verletzung des § 182a ZPO vor. (T1)
  • 1 Ob 215/05g
    Entscheidungstext OGH 31.01.2006 1 Ob 215/05g
    Vgl; Beisatz: In einer Verfahrensrüge wegen Verletzung der Pflichten des § 182a ZPO hat der Rechtsmittelwerber darzulegen, welches zusätzliche oder andere Vorbringen er auf Grund der von ihm nicht beachteten neuen Rechtsansicht erstattet hätte. Solches Vorbringen verstößt nicht gegen das Neuerungsverbot, weil es noch nicht als Prozessvorbringen zu werten ist; der Rechtsmittelwerber muss aber dartun, dass der Verfahrensmangel erheblich ist, sich also auf das Ergebnis des Verfahrens auswirken kann; dies kann er nur durch Anführung jenes Vorbringens, das er, über die relevante Rechtsansicht informiert, erstattet hätte. (T2)
  • 7 Ob 278/05s
    Entscheidungstext OGH 10.05.2006 7 Ob 278/05s
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 105/05x
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 10 Ob 105/05x
    nur: Die Rechtsmeinung, wonach nur eine Rechtsansicht, wenn sie bis zum Schluss der Verhandlung erster Instanz von keiner der Parteien ins Treffen geführt wurde und daher keine Gelegenheit zur Stellungnahme bestand, als überraschend angesehen werden kann, kann nach der ZVN 2002 nicht aufrecht erhalten bleiben. § 182a ZPO erweitert nun die Pflichten der Gerichte, weil eine Partei auch erkennbar rechtliche Gesichtspunkte, die von der Gegenseite bereits ins Spiel gebracht worden waren, übersehen oder für unerheblich gehalten haben kann. (T3)
  • 7 Ob 258/06a
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 7 Ob 258/06a
    Vgl; Beis wie T2
  • 7 Ob 111/06h
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 7 Ob 111/06h
    Beis wie T1
  • 7 Ob 80/07a
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 80/07a
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 135/06w
    Entscheidungstext OGH 27.06.2007 8 Ob 135/06w
    Gegenteilig; Beisatz: § 182a ZPO hat nichts daran geändert, dass es keiner richterlichen Anleitung zu einem Vorbringen bedarf, gegen das der Prozessgegner bereits Einwendungen erhoben hat. Angesichts solcher Einwendungen hat die andere Partei ihren Prozessstandpunkt selbst zu überprüfen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Auch die Pflicht nach § 182a ZPO kann nicht bezwecken, das Gericht zur Erörterung eines Vorbringens zu zwingen, dessen Schwächen bereits der Prozessgegner aufzeigte. (T4)
    Veröff: SZ 2007/106
  • 7 Ob 125/07v
    Entscheidungstext OGH 26.09.2007 7 Ob 125/07v
    Beisatz: Allein der Umstand, dass die Klägerin in erster Instanz ein bestimmtes Vorbringen erstattet hat, kann eine Überraschungsentscheidung betreffend einen daraus abgeleiteten Anspruch noch nicht ausschließen. (T5)
    Beisatz: Hier: Die Beklagte hat eine Anspruchsgrundlage offensichtlich übersehen. Die Möglichkeit eines Zuspruches der Klagsforderung auf der Basis eines Aufwandersatzes wäre daher mit den Parteien zu erörtern gewesen, bevor das Gericht - aufgrund des Fehlens entsprechender Tatsachenbehauptungen der Beklagten - ihrem Prozessstandpunkt nicht Rechnung trägt. (T6)
  • 1 Ob 160/07x
    Entscheidungstext OGH 18.12.2007 1 Ob 160/07x
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Der Rechtsmittelwerber hat jenes Vorbringen anzuführen, das er - über die Rechtsansicht des Berufungsgerichts informiert - erstattet hätte. (T7)
  • 16 Ok 7/07
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 16 Ok 7/07
    Auch, Beis wie T2 nur: Der Rechtsmittelwerber muss dartun, dass der Verfahrensmangel erheblich ist, sich also auf das Ergebnis des Verfahrens auswirken kann; dies kann er nur durch Anführung jenes Vorbringens, das er, über die relevante Rechtsansicht informiert, erstattet hätte. (T8)
  • 10 Ob 58/07p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2007 10 Ob 58/07p
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T2
  • 3 Ob 244/07i
    Entscheidungstext OGH 27.02.2008 3 Ob 244/07i
    Vgl; Beis wie T8
  • 3 Ob 18/08f
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 3 Ob 18/08f
    Vgl aber; Beis wie T4; Beis ähnlich wie T8
  • 5 Ob 35/08w
    Entscheidungstext OGH 14.05.2008 5 Ob 35/08w
    Vgl; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: § 182a ZPO erweitert die Pflichten der Gerichte, wenn eine Partei erkennbar rechtliche Gesichtspunkte, die von der Gegenseite bereits ins Spiel gebracht worden waren, übersehen oder für unerheblich gehalten haben kann. Erkennt dies das Prozessgericht, hat es im Rahmen der Erörterung des Sach- und Rechtsvorbringens darauf hinzuweisen. (T9)
  • 5 Ob 18/08w
    Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 18/08w
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T8
  • 5 Ob 143/08b
    Entscheidungstext OGH 14.07.2008 5 Ob 143/08b
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Außerstreitiges Verfahren, Schlüssigstellung des Sachantrags. (T10)
  • 17 Ob 12/08a
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 17 Ob 12/08a
    Auch; Beis wie T8
  • 8 Ob 77/08v
    Entscheidungstext OGH 02.09.2008 8 Ob 77/08v
    Vgl auch; Veröff: SZ 2008/123
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Vgl auch; Beis wie T4; Beis ähnlich wie T7; Beisatz: Hier: Kartellverfahren. (T11)
    Veröff: SZ 2008/144
  • 3 Ob 245/08p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 3 Ob 245/08p
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 1 Ob 138/08p
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 1 Ob 138/08p
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 168/08a
    Entscheidungstext OGH 23.02.2009 8 Ob 168/08a
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2 nur: In einer Verfahrensrüge wegen Verletzung der Pflichten des § 182a ZPO hat der Rechtsmittelwerber darzulegen, welches zusätzliche oder andere Vorbringen er auf Grund der von ihm nicht beachteten neuen Rechtsansicht erstattet hätte. (T12)
    Beisatz: Die Unterlassung der Erörterung eines bisher unbeachtet gebliebenen rechtlichen Gesichtspunkts kann nur dann einen Verfahrensmangel darstellen, wenn dadurch einer Partei die Möglichkeit genommen wurde, zur bisher unbeachtet gebliebenen Rechtslage entsprechendes Tatsachenvorbringen zu erstatten. Werden hingegen - wie hier - nur dieselben Tatsachen, die schon der bisher erörterten Rechtslage zugrunde lagen, rechtlich anders gewertet, kann die Verletzung des § 182a ZPO keine Rechtsfolgen haben. (T13)
  • 5 Ob 32/09f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 5 Ob 32/09f
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T7
  • 2 Ob 203/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 203/08d
    nur T3; Beis wie T4; Beis wie T9
  • 6 Ob 18/10f
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 6 Ob 18/10f
    Vgl; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 4 Ob 9/10t
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 9/10t
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 5 Ob 251/09m
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 251/09m
    Gegenteilig; Beis wie T4
  • 10 Ob 62/09d
    Entscheidungstext OGH 17.08.2010 10 Ob 62/09d
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T8
  • 6 Ob 178/10k
    Entscheidungstext OGH 11.10.2010 6 Ob 178/10k
    Vgl; Beis wie T12
  • 6 Ob 7/11i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2011 6 Ob 7/11i
    Vgl; Beis wie T12; Beis wie T13 nur: Werden hingegen nur dieselben Tatsachen, die schon der bisher erörterten Rechtslage zugrunde lagen, rechtlich anders gewertet, kann die Verletzung des § 182a ZPO keine Rechtsfolgen haben. (T14)
  • 7 Ob 223/10k
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 7 Ob 223/10k
    Vgl
  • 4 Ob 46/11k
    Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 46/11k
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T12
  • 16 Ok 8/10
    Entscheidungstext OGH 12.12.2011 16 Ok 8/10
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T11; Beisatz: Da im Außerstreitverfahren kein förmlicher Schluss der Verhandlung vorgesehen ist, begründet dessen Unterlassung per se keinen Verfahrensmangel; der Rechtsmittelwerber hätte auch darzutun, inwieweit die Abhaltung einer weiteren Tagsatzung relevant gewesen wäre. (T15)
    Veröff: SZ 2011/148
  • 1 Ob 94/12y
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 1 Ob 94/12y
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T12
  • 4 Ob 118/12z
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 118/12z
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Bestimmtheit des Klagebegehrens. (T16)
  • 2 Ob 219/11m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 219/11m
    Auch; Auch Beis wie T9
  • 10 ObS 53/13m
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 10 ObS 53/13m
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 7 Ob 211/12y
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 211/12y
    nur T9
  • 7 Ob 154/13t
    Entscheidungstext OGH 16.10.2013 7 Ob 154/13t
    Auch; Auch Beis wie T9; Veröff: SZ 2013/93
  • 5 Ob 209/13s
    Entscheidungstext OGH 21.01.2014 5 Ob 209/13s
    Vgl auch
  • 9 Ob 61/13f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 Ob 61/13f
    Vgl
  • 2 Ob 8/14m
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 8/14m
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 13/14x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2014 2 Ob 13/14x
    Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 3 Ob 178/14v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 178/14v
    Auch; Beis wie T4
  • 3 Ob 236/14y
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 236/14y
    Auch; Beis ähnlich wie T13
  • 1 Ob 40/15m
    Entscheidungstext OGH 23.04.2015 1 Ob 40/15m
    Auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 197/15x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 197/15x
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 112/16p
    Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 112/16p
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 130/16k
    Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 130/16k
    Vgl; Beis ähnlich wie T4; Beis wie T7
  • 1 Ob 7/17m
    Entscheidungstext OGH 31.01.2017 1 Ob 7/17m
    Gegenteilig; Beis wie T4
  • 8 ObA 62/16z
    Entscheidungstext OGH 29.06.2017 8 ObA 62/16z
    Vgl; Beis wie T2
  • 7 Ob 67/17d
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 67/17d
    Vgl aber; Beis wie T4
  • 5 Ob 90/17x
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 5 Ob 90/17x
    Auch; Beis wie T8
  • 7 Ob 153/17a
    Entscheidungstext OGH 18.10.2017 7 Ob 153/17a
    Auch; Beis wie T12, Beis wie T13; Beis wie T14
  • 1 Ob 94/18g
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 94/18g
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 1 Ob 155/18b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 155/18b
    Auch; Beis wie T8
  • 5 Ob 144/18i
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 144/18i
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T8

Schlagworte

Verbot von Überraschungsentscheidungen, überraschende Rechtsansicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120056

Im RIS seit

24.06.2005

Zuletzt aktualisiert am

29.11.2018

Dokumentnummer

JJR_20050525_OGH0002_0070OB00083_05I0000_001

Rechtssatz für 8Ob135/06w 2Ob189/07v 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0122365

Geschäftszahl

8Ob135/06w; 2Ob189/07v; 16Ok7/07; 1Ob130/07k; 3Ob18/08f; 6Ob134/08m; 16Ok8/08; 2Ob203/08d; 9ObA149/08i; 8Ob23/10f; 9ObA111/09b; 5Ob251/09m; 10Ob62/09d; 3Ob207/10b; 8ObS2/11v; 10Ob46/11d; 8Ob103/11x; 1Ob243/11h; 1Ob257/11t; 9ObA89/12x; 2Ob73/13v; 9Ob61/13f; 8ObA20/14w; 8Ob16/14g; 7Ob40/14d; 2Ob8/14m; 10Ob31/14b; 3Ob178/14v; 9ObA158/14x; 9ObA139/14b; 3Ob236/14y; 4Ob117/15g; 8Ob52/14a; 3Ob172/15p; 4Ob197/15x; 8ObA79/15y; 3Ob76/16x; 8ObA54/16y; 3Ob190/16m; 1Ob7/17m; 6Ob58/16x; 3Ob171/17v; 2Ob8/18t; 3Ob225/17k; 9ObA46/18g; 8ObA9/18h; 6Ob89/18h; 9ObA22/18b; 3Ob133/18g; 2Ob219/18x; 4Ob170/18f; 9ObA109/18x; 2Ob139/18g

Entscheidungsdatum

27.06.2007

Norm

ZPO §182
ZPO §182a

Rechtssatz

§ 182a ZPO hat nichts daran geändert, dass es keiner richterlichen Anleitung zu einem Vorbringen bedarf, gegen das der Prozessgegner bereits Einwendungen erhoben hat. Angesichts solcher Einwendungen hat die andere Partei ihren Prozessstandpunkt selbst zu überprüfen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Auch die Pflicht nach § 182a ZPO kann nicht bezwecken, das Gericht zur Erörterung eines Vorbringens zu zwingen, dessen Schwächen bereits der Prozessgegner aufzeigte.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 135/06w
    Entscheidungstext OGH 27.06.2007 8 Ob 135/06w
    Veröff: SZ 2007/106
  • 2 Ob 189/07v
    Entscheidungstext OGH 18.10.2007 2 Ob 189/07v
    Vgl; Beisatz: Die Rechtsauffassung des Berufungsgerichtes zu einem rechtlichen Gesichtspunkt den eine Partei ihrerseits schon im Verfahren erster Instanz ins Spiel gebracht hat, kann diese Partei nicht (ernsthaft) in unzulässiger Weise überraschen. (T1)
  • 16 Ok 7/07
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 16 Ok 7/07
  • 1 Ob 130/07k
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 1 Ob 130/07k
    Auch
  • 3 Ob 18/08f
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 3 Ob 18/08f
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl aber; Beisatz: Die Bestreitung durch die beklagte Partei konnte in Anbetracht des Umstands, dass hierzu keine gesicherte Judikatur vorlag, jedoch einen Hinweis durch das Gericht im Sinne des § 182a ZPO nicht ersetzen. (T2)
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144
  • 2 Ob 203/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 203/08d
    Auch
  • 9 ObA 149/08i
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 149/08i
    Auch
  • 8 Ob 23/10f
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 8 Ob 23/10f
    Vgl auch
  • 9 ObA 111/09b
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 9 ObA 111/09b
    Vgl auch
  • 5 Ob 251/09m
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 251/09m
  • 10 Ob 62/09d
    Entscheidungstext OGH 17.08.2010 10 Ob 62/09d
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 207/10b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 207/10b
  • 8 ObS 2/11v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 ObS 2/11v
    nur: Die Pflicht nach § 182a ZPO kann nicht bezwecken, das Gericht zur Erörterung eines Vorbringens zu zwingen, dessen Schwächen bereits der Prozessgegner aufzeigte. (T3)
    Veröff: SZ 2011/22
  • 10 Ob 46/11d
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 Ob 46/11d
    Auch
  • 8 Ob 103/11x
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 103/11x
    Auch; nur T3
  • 1 Ob 243/11h
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 243/11h
    nur T3
  • 1 Ob 257/11t
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 257/11t
    Auch
  • 9 ObA 89/12x
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 ObA 89/12x
    Vgl; Beis wie T1
  • 2 Ob 73/13v
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 73/13v
  • 9 Ob 61/13f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 Ob 61/13f
    Auch
  • 8 ObA 20/14w
    Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 ObA 20/14w
    Veröff: SZ 2014/27
  • 8 Ob 16/14g
    Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 Ob 16/14g
  • 7 Ob 40/14d
    Entscheidungstext OGH 22.04.2014 7 Ob 40/14d
    Auch
  • 2 Ob 8/14m
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 8/14m
  • 10 Ob 31/14b
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 Ob 31/14b
  • 3 Ob 178/14v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 178/14v
    Auch
  • 9 ObA 158/14x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 ObA 158/14x
  • 9 ObA 139/14b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 ObA 139/14b
    Auch
  • 3 Ob 236/14y
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 236/14y
    Vgl auch
  • 4 Ob 117/15g
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 117/15g
    Auch; Veröff: SZ 2015/80
  • 8 Ob 52/14a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 8 Ob 52/14a
  • 3 Ob 172/15p
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 3 Ob 172/15p
    Auch
  • 4 Ob 197/15x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 197/15x
    Auch
  • 8 ObA 79/15y
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 ObA 79/15y
    Auch
  • 3 Ob 76/16x
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 76/16x
    Auch
  • 8 ObA 54/16y
    Entscheidungstext OGH 16.12.2016 8 ObA 54/16y
  • 3 Ob 190/16m
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 190/16m
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 7/17m
    Entscheidungstext OGH 31.01.2017 1 Ob 7/17m
  • 6 Ob 58/16x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 58/16x
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 171/17v
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 171/17v
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 8/18t
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 2 Ob 8/18t
    nur: § 182a ZPO hat nichts daran geändert, dass es keiner richterlichen Anleitung zu einem Vorbringen bedarf, gegen das der Prozessgegner bereits Einwendungen erhoben hat. Angesichts solcher Einwendungen hat die andere Partei ihren Prozessstandpunkt selbst zu überprüfen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. (T4)
  • 3 Ob 225/17k
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 3 Ob 225/17k
    Vgl; Beis wie T1
  • 9 ObA 46/18g
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 9 ObA 46/18g
    Auch
  • 8 ObA 9/18h
    Entscheidungstext OGH 27.04.2018 8 ObA 9/18h
    Auch
  • 6 Ob 89/18h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 6 Ob 89/18h
  • 9 ObA 22/18b
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 ObA 22/18b
  • 3 Ob 133/18g
    Entscheidungstext OGH 21.09.2018 3 Ob 133/18g
    nur T4
  • 2 Ob 219/18x
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 219/18x
    Auch
  • 4 Ob 170/18f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 4 Ob 170/18f
  • 9 ObA 109/18x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 9 ObA 109/18x
    nur T4
  • 2 Ob 139/18g
    Entscheidungstext OGH 29.04.2019 2 Ob 139/18g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122365

Im RIS seit

27.07.2007

Zuletzt aktualisiert am

14.06.2019

Dokumentnummer

JJR_20070627_OGH0002_0080OB00135_06W0000_001

Rechtssatz für 16Ok4/07 16Ok8/08 16Ok6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0122742

Geschäftszahl

16Ok4/07; 16Ok8/08; 16Ok6/12

Entscheidungsdatum

12.09.2007

Norm

KartG 2005 §1

Rechtssatz

Vertragskartelle werden durchgeführt, wenn sich die Beteiligten an die wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung halten und diese dadurch außenwirksam realisieren. Nicht Voraussetzung der Durchführung einer Kartellvereinbarung ist jedoch, dass alle Kartellbeteiligten aktive Maßnahmen setzen, um die vereinbarten Wettbewerbsbeschränkungen in die Tat umzusetzen. Entscheidend ist, ob das Kartell eine Außenwirkung entfaltet.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 4/07
    Entscheidungstext OGH 12.09.2007 16 Ok 4/07
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Auch; nur: Vertragskartelle werden durchgeführt, wenn sich die Beteiligten an die wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung halten und diese dadurch außenwirksam realisieren. Entscheidend ist, ob das Kartell eine Außenwirkung entfaltet. (T1); Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 6/12
    Entscheidungstext OGH 02.12.2013 16 Ok 6/12
    Vgl auch; nur: Nicht Voraussetzung der Durchführung einer Kartellvereinbarung ist jedoch, dass alle Kartellbeteiligten aktive Maßnahmen setzen, um die vereinbarten Wettbewerbsbeschränkungen in die Tat umzusetzen. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122742

Im RIS seit

12.10.2007

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2014

Dokumentnummer

JJR_20070912_OGH0002_0160OK00004_0700000_004

Rechtssatz für 16Ok4/08 16Ok10/08 (16Ok...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123676

Geschäftszahl

16Ok4/08; 16Ok10/08 (16Ok11/08); 16Ok8/08; 16Ok13/08; 16Ok3/12; 16Ok8/13 (16Ok9/13); 16Ok3/14

Entscheidungsdatum

16.07.2008

Norm

AußStrG 2005 §9
KartG 2005 §38

Rechtssatz

Ein Antrag nach dem Kartellgesetz muss zwar kein bestimmtes Begehren enthalten, jedoch hinreichend erkennen lassen, welche Entscheidung oder sonstige gerichtliche Tätigkeit angestrebt und aus welchem Sachverhalt dies abgeleitet wird.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 4/08
    Entscheidungstext OGH 16.07.2008 16 Ok 4/08
    Beisatz: Dem Abstellungsantrag wegen Marktmachtmissbrauchs fehlte hier Vorbringen zur räumlichen und sachlichen Abgrenzung des relevanten Marktes, zu weiteren Marktteilnehmern, sowie zumindest größenordnungsmäßige Angaben zu deren Umsätzen und Marktanteilen. (T1)
  • 16 Ok 10/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 10/08
    Auch
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Auch; Beisatz: Auch wenn das AußStrG hinsichtlich der Bestimmtheit und des notwendigen Inhalts geringere Anforderungen stellt als die ZPO, ist immer ein Sachverhaltsvorbringen, aus dem sich die begehrte Entscheidung ableiten lässt, somit Schlüssigkeit des Vorbringens, erforderlich. Dazu müssen Behauptungen zu den Elementen des geltend gemachten Tatbestands aufgestellt werden. (T2)
    Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 13/08
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 16 Ok 13/08
    Veröff: SZ 2009/5
  • 16 Ok 3/12
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 16 Ok 3/12
    Auch; Beis ähnlich wie T2; Veröff: SZ 2012/101
  • 16 Ok 8/13
    Entscheidungstext OGH 14.02.2014 16 Ok 8/13
    Auch; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Wird allerdings im Antrag von vornherein ein bestimmtes Begehren angegeben, so ist auch nur dieses Verfahrensgegenstand. (T3); Veröff: SZ 2014/9
  • 16 Ok 3/14
    Entscheidungstext OGH 06.05.2014 16 Ok 3/14
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123676

Im RIS seit

15.08.2008

Zuletzt aktualisiert am

29.02.2016

Dokumentnummer

JJR_20080716_OGH0002_0160OK00004_0800000_003

Rechtssatz für 16Ok8/08 1Ob243/11h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124140

Geschäftszahl

16Ok8/08; 1Ob243/11h

Entscheidungsdatum

08.10.2008

Norm

AußStrG §9

Rechtssatz

Auch wenn das AußStrG hinsichtlich der Bestimmtheit und des notwendigen Inhalts geringere Anforderungen stellt als die ZPO, ist immer ein Sachverhaltsvorbringen, aus dem sich die begehrte Entscheidung ableiten lässt, somit Schlüssigkeit des Vorbringens, erforderlich. Dazu müssen Behauptungen zu den Elementen des geltend gemachten Tatbestands aufgestellt werden.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144
  • 1 Ob 243/11h
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 243/11h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124140

Im RIS seit

07.11.2008

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2012

Dokumentnummer

JJR_20081008_OGH0002_0160OK00008_0800000_001

Rechtssatz für 16Ok8/08 16Ok13/08 5Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124141

Geschäftszahl

16Ok8/08; 16Ok13/08; 5Ob108/09g; 2Ob102/18s; 1Ob147/19b

Entscheidungsdatum

08.10.2008

Norm

AußStrG 2005 §16
ZPO §266 B

Rechtssatz

In außerstreitigen kontradiktorischen Verfahren, in denen sich die Parteien in gegenläufigen Rollen gegenüber stehen, sind ganz allgemein die Behauptungs- und Beweislastregeln, die das streitige Verfahren beherrschen, heranzuziehen. Demnach trägt jede Partei die Beweislast für das Vorliegen aller tatsächlichen Voraussetzungen der ihr günstigen Rechtsnorm.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 13/08
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 16 Ok 13/08
    Vgl; Beisatz: Die Fortwirkung bereits abgeschlossenen Verhaltens hat der Antragsteller schlüssig zu behaupten. (T1); Veröff: SZ 2009/5
  • 5 Ob 108/09g
    Entscheidungstext OGH 15.09.2009 5 Ob 108/09g
    Vgl auch; Bem: Hier: Außerstreitiges Wohnrechtsverfahren. (T2)
  • 2 Ob 102/18s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 102/18s
    nur: In außerstreitigen kontradiktorischen Verfahren, in denen sich die Parteien in gegenläufigen Rollen gegenüber stehen, sind ganz allgemein die Behauptungs- und Beweislastregeln, die das streitige Verfahren beherrschen, heranzuziehen. (T3)
  • 1 Ob 147/19b
    Entscheidungstext OGH 23.10.2019 1 Ob 147/19b
    Vgl; Beisatz: Hier: Entschädigungsverfahren nach § 117 WRG. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124141

Im RIS seit

07.11.2008

Zuletzt aktualisiert am

03.02.2020

Dokumentnummer

JJR_20081008_OGH0002_0160OK00008_0800000_002

Rechtssatz für 16Ok8/08 16Ok13/08

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124142

Geschäftszahl

16Ok8/08; 16Ok13/08

Entscheidungsdatum

08.10.2008

Norm

KartG 2005 §28 Abs1

Rechtssatz

Ein berechtigtes Interesse an der Feststellung bereits beendeter Zuwiderhandlungen liegt nicht schon in der möglichen Geltendmachung von zivilrechtlichen Ansprüchen.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Beisatz: Mit ausführlicher Begründung. (T1); Veröff: SZ 2008/144
  • 16 Ok 13/08
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 16 Ok 13/08
    Vgl; Beisatz: Kein Abgehen von dieser Entscheidung trotz der Kritik von Hoffer/Innerhofer (OZK 2008, 233). (T2); Beisatz: Zum berechtigten Interesse nach § 28 KartG 2005 siehe RS0124467. (T3); Veröff: SZ 2009/5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124142

Im RIS seit

07.11.2008

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2012

Dokumentnummer

JJR_20081008_OGH0002_0160OK00008_0800000_003

Rechtssatz für 16Ok8/08

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124143

Geschäftszahl

16Ok8/08

Entscheidungsdatum

08.10.2008

Norm

KartG 2005 §1

Rechtssatz

Folgeverträge mit kartellfremden Dritten können zwar in Durchführung verbotener Absprachen oder verbotenen abgestimmten Verhaltens zustandekommen, sie sind aber selbst nicht tatbildlich im Sinn des Kartellverbots des § 1 KartG 2005, und die Erfüllungshandlungen solcher Leistungsaustauschverträge sind nicht Mittel zur Durchführung einer verbotenen Kartellvereinbarung, sondern dienen der Durchführung des eigenen Schuldverhältnisses zwischen den Vertragsparteien.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Veröff: SZ 2008/144

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124143

Im RIS seit

07.11.2008

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2012

Dokumentnummer

JJR_20081008_OGH0002_0160OK00008_0800000_004

Entscheidungstext 16Ok8/08

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

OZK2008,229 (Hoffer/Innerhofer) = RdW 2008/726 S 781 - RdW 2008,781 = EvBl-LS 2009/26 = ÖBl 2009/26 S 135 (Hoffer/Innerhofer) = ÖBl 2009,135 (Hoffer/Innerhofer) = SZ 2008/144 = HS 39.145 = HS 39.146 = HS 39.150 = HS 39.151

Geschäftszahl

16Ok8/08

Entscheidungsdatum

08.10.2008

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Rekursgericht in Kartellrechtssachen durch die Präsidentin Hon.-Prof. Dr. Griss als Vorsitzende, die Hofräte Dr. Vogel und Univ.-Prof. Dr. Kodek sowie die fachkundigen Laienrichter Kommerzialräte Dr. Fidelis Bauer und Dr. Erich Haas als weitere Richter in der Kartellrechtssache der Antragstellerinnen 1. B***** GesmbH, *****, 2. W***** AG, *****, 3. W***** GesmbH, *****, 4. I***** GmbH, *****, alle vertreten durch Binder Grösswang Rechtsanwälte OEG in Wien, wider die Antragsgegnerinnen 1. O***** GmbH, *****, vertreten durch bpv Hügel Rechtsanwälte OEG in Wien und Preslmayr Rechtsanwälte OG in Wien, 2. S***** GmbH (als Rechtsnachfolgerin der S***** AG), *****, vertreten durch DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte GmbH in Wien, 3. K***** AG, *****, vertreten durch Schönherr Rechtsanwälte GmbH in Wien, 4. T***** GmbH, *****, vertreten durch Mag. Dr. Axel Reidlinger, Rechtsanwalt in Wien, wegen Abstellung (§ 26 KartG) und Feststellung (§ 28 KartG), über den Rekurs der Antragstellerinnen gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Wien als Kartellgericht vom 19. Februar 2008, GZ 25 Kt 24, 25/07-28, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben.

Text

Begründung:

Mit Antrag vom 10. 4. 2007 brachten die Antragstellerinnen (in der Folge: ASt) vor, sie seien als Eigentümerinnen bzw Errichtungsgesellschaft in ihren wirtschaftlichen Interessen dadurch betroffen, dass die Antragsgegnerinnen (in der Folge: AG) als führende inländische Unternehmen auf den betroffenen Märkten der Herstellung, Wartung und Modernisierung von Aufzügen und Fahrtreppen mit einem Marktanteil von zusammen zwischen 80 % und 100 % seit Ende der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts bis zumindest Mitte 2004 schwerwiegend gegen europäisches und nationales Kartellrecht verstoßen hätten. Die Antragsgegnerinnen hätten die Zuteilung von Projekten manipuliert, Bieterabsprachen getroffen, ihre Preise festgesetzt, Märkte untereinander aufgeteilt und vertrauliche Marktinformationen ausgetauscht. Aufgrund der derzeit bestehenden Marktsituation sei davon auszugehen, dass diese Verhaltensweisen gegenwärtig nach wie vor praktiziert würden bzw sich nach wie vor in den bereits abgeschlossenen langfristigen Wartungs- und Reparaturverträgen auswirkten. Der Antrag stehe in engem Zusammenhang mit einem am 30. 1. 2007 von der Bundeswettbewerbsbehörde beim Kartellgericht eingeleiteten Verfahren gegen führende Unternehmen der österreichischen Aufzugs- und Fahrtreppenindustrie, in dem wegen der Beteiligung an Kartellabsprachen die Verhängung von Geldbußen beantragt werde.

Im genannten Verfahren verhängte das Kartellgericht mit Beschluss vom 14. 12. 2007, 25 Kt 12/07, aufgrund eines Antrags der Bundeswettbewerbsbehörde Geldbußen nach § 142 Z 1 KartG 1988 wegen der Teilnahme an Art 81 EG verletzenden Vereinbarungen und aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen in Österreich vom 1. 7. 2002 bis Ende 2005 gegen die hier Erst-, Zweit- und DrittAG sowie zwei weitere (am gegenständlichen Verfahren nicht beteiligte) Unternehmen (vgl Lukaschek, KG: 75,4 Mio Euro Geldbuße für Teilnehmer des Aufzugs- und Fahrtreppenkartells, OZK 2008, 28); die ViertAG war als Kronzeugin nicht am Bußgeldverfahren beteiligt. Der Antrag betraf den inländischen Markt für Aufzüge und Fahrtreppen in den Bereichen Neuanlagengeschäft, Wartung und Reparatur sowie Modernisierung bestehender Anlagen. Gegenstand der behaupteten Zuwiderhandlungen sind Vereinbarungen und/oder abgestimmte Verhaltensweisen zwischen den wichtigsten Mitbewerbern mit dem Ziel, den Markt dadurch aufzuteilen, dass Kunden einzelnen Unternehmen zugeteilt, bei öffentlichen und privaten Aufträgen die Preise koordiniert sowie sensible Informationen ausgetauscht werden. Alle Parteien des Bußgeldverfahrens bekämpften die Entscheidung des Kartellgerichts.

Die ASt stellen folgende Anträge:

Das Kartellgericht möge

1. Zuwiderhandlungen der AG gegen § 1 KartG 2005 und Art 81 EG abstellen, insbesondere indem den AG die Durchführung von Maßnahmen der Marktaufteilung, einschließlich Absprachen über die Zuteilung von Projekten, Preisabsprachen und den Austausch vertraulicher Marktinformationen im Hinblick auf die Neuerrichtung, Wartung und Modernisierung von Aufzügen und Fahrtreppen untersagt;

hilfsweise, Zuwiderhandlungen gegen § 5 KartG 2005 und Art 82 EG abstellen, insbesondere

a) indem es den AG im Zusammenhang mit der Neuerrichtung, Wartung und Modernisierung von Aufzügen und Fahrtreppen die Verrechnung überhöhter Preise, das heißt solcher Preise, die über den tatsächlichen Gestehungskosten zuzüglich einer gerechtfertigten Marge, wobei gerechtfertigte Preise jedenfalls 30% unter den derzeit verrechneten Preisen liegen, untersagt;

b) indem es den AG die Verweigerung der Belieferung alternativer Wartungsunternehmen mit Ersatzteilen bzw nur zu überhöhten, nicht wettbewerbsfähigen Preisen bzw mit unangemessenen Wartezeiten untersagt; sowie

c) indem es den AG aufträgt bzw sie verpflichtet, bei sämtlichen zwischen den AG und der ErstASt laut Beil ./S, der ZweitASt laut Beil ./A, bei den Liften und Rolltreppen der DrittASt laut Beil ./JJ und Beil ./KK und bei der ViertASt bezüglich der Lifte laut Beil ./B abgeschlossenen und zum Zeitpunkt der Entscheidung noch aufrechten Wartungs-, Modernisierungs- und/oder Rahmenverträgen die Preise für sämtliche mit der Liftwartung und/oder Liftreparatur sowie der Rolltreppenwartung und/oder Rolltreppenreparatur zusammenhängenden Leistungen auf ein Entgelt bereinigt um den Kartellaufschlag, zumindest aber um 30 %, herabzusetzen, und zwar ohne den ASt für diese Vertragsanpassung Kosten in Rechnung zu stellen;

2. feststellen, dass die AG, und zwar jede einzelne von ihnen und ihre Rechtsvorgänger bezüglich des gesamten Bundesgebiets, insbesondere jedoch bezüglich sämtlicher in der Beil ./S betreffend die ErstASt, in der Beil ./A betreffend die ZweitASt, in den Beil ./JJ und ./KK betreffend die DrittASt und in der Beil ./B betreffend die ViertASt genannten Lift- bzw Rolltreppenanlagen, die im Zeitraum 1988 bis zum heutigen Zeitpunkt errichtet, modernisiert und gewartet wurden, durch Absprachen über die Zuteilung von Projekten bzw eine Marktaufteilung, Preisabsprachen sowie den Austausch von sonstigen vertraulichen Marktinformationen bzw durch Preisüberhöhungen sowie Verdrängungsmaßnahmen gegenüber alternativen Liftunternehmen im Hinblick auf die Neuerrichtung, Wartung und Modernisierung von Aufzügen und Fahrtreppen

a) in der Zeit vom 1. 1. 1989 bis 31. 12. 2005 gegen das Kartellverbot des § 10 KartG 1988 und seit 1. 1. 1995 des Art 81 EG verstoßen und vom 1. 1. 1989 bis 31. 12. 2005 ihre marktbeherrschende Stellung gemäß § 35 KartG 1988 und seit 1. 1. 1995 gemäß Art 82 EG missbraucht haben und

b) vom 1. 1. 2006 bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegen das Kartellverbot des § 1 KartG 2005 sowie gegen Art 81 EG verstoßen und ihre marktbeherrschende Stellung gemäß § 5 KartG 2005 und Art 82 EG missbraucht haben.

Die von den AG im Rahmen von Bauprojekten, bei Wartungs- und Modernisierungsverträgen seit 1988 verrechneten Preise seien unangemessen und lägen über dem Marktniveau, das ohne die Verhaltensweisen und Missbräuche und bei einem wirksamen Wettbewerb bestanden hätte. Den ASt sei aufgrund dieser überhöhten Preise bei sämtlichen im Zeitraum von 1988 bis heute errichteten, gewarteten und modernisierten Liften und Rolltreppen ein Schaden in beträchtlicher Höhe entstanden. Aufgrund der langfristigen Wartungsverträge und des Abschlusses neuer Verträge im Bereich Errichtung, Wartung und Modernisierung sei zusätzlich fortlaufend mit einem weiteren Schaden zu rechnen. Nahezu alle im Eigentum der ASt stehenden Aufzüge, Liftanlagen und Rolltreppen seien von den AG errichtet worden und würden von diesen laufend gewartet und modernisiert. Sofern sich die Zuwiderhandlungen der AG nach wie vor fortsetzten bzw auswirkten, bestehe ein rechtliches und wirtschaftliches Interesse der ASt an der Abstellung von Zuwiderhandlungen iSd § 36 Abs 4 Z 4 KartG 2005. Die Kartellabsprachen und der Preismissbrauch wirkten sich in Form von überhöhten Preisen für Errichtung, Wartung und Modernisierung von Lift- und Rolltreppenanlagen auf die ASt aus. Mangels Wettbewerbs komme es sowohl bei der Produktion als auch bei Serviceleistungen zu mangelnder Innovationstätigkeit und einer gegenüber einem entsprechenden Wettbewerb reduzierten Leistungsqualität. Sofern das wettbewerbswidrige Verhalten im Zeitpunkt der Entscheidung schon beendet sein sollte, bestehe ein berechtigtes Interesse der ASt an der Feststellung von Zuwiderhandlungen für die Vergangenheit gemäß § 28 Abs 1 KartG 2005. Ohne gerichtliche Feststellung bestehe im Hinblick auf den langen Zeitraum und die räumliche Ausdehnung der kartellrechtswidrigen und missbräuchlichen Absprachen die erhebliche Gefahr, dass die AG in naher Zukunft ihr wettbewerbswidriges Verhalten fortsetzten bzw wieder aufnehmen. Ein berechtigtes rechtliches und wirtschaftliches Interesse an einer Feststellung bestehe weiters im Hinblick auf die beabsichtigte Geltendmachung von zivilrechtlichen Schadenersatz- und Bereicherungsansprüchen aufgrund der Zuwiderhandlungen in der Vergangenheit. Es sei gängige Praxis der AG, im Anschluss an die Errichtung von Liftanlagen unmittelbar einen langfristigen Wartungsvertrag in der Dauer von zumindest 5 bis 10 Jahren abzuschließen. Potentielle Wettbewerber würden so vom Markt verdrängt. Die wenigen unabhängigen Lift- bzw Rolltreppenwartungs- und Modernisierungsunternehmen träfen bei der Ersatzteilbeschaffung über die AG für deren Lifte auf zahlreiche Behinderungen. Ihre Konkurrenzfähigkeit werde durch erhebliche Lieferverzögerungen erschwert. Aufgrund der ihnen von den AG verrechneten Einkaufspreise sei auch die verbleibende Marge gering. Bei sämtlichen mit den AG ab dem Jahr 1988 abgeschlossenen Verträgen liege eine Wettbewerbsbeschränkung in Form eines Preiskartells sowie der Vereinbarung zur Marktaufteilung vor. Aufgrund der hohen Marktanteile der AG sei die Wettbewerbsbeschränkung auch spürbar. Da die Zuwiderhandlungen den zwischenstaatlichen Handel beeinträchtigten, seien auf den vorliegenden Sachverhalt neben dem österreichischen Kartellrecht auch Art 81 und 82 EG anzuwenden. Hinweise für das Bestehen eines Kartells seien die in der Vergangenheit erfolgten Ausschreibungen bestimmter namentlich genannter Bauvorhaben, der Austausch von Führungskräften durch die AG nach Einleitung des Bußgeldverfahrens in Österreich und die hohe Profitabilität der AG. Dass es unabhängigen und kleineren Unternehmen möglich gewesen sei, billiger anzubieten, beweise, dass zwischen den AG ein Kartell bestanden habe, das Preiserhöhungen bezweckt und in der Praxis umgesetzt habe. Auch Pressemitteilungen der Bundeswettbewerbsbehörde zeigten, dass sich die AG bis zumindest Mitte 2004 tatsächlich abgesprochen und eine Marktaufteilung bzw den Austausch von Marktinformationen vorgenommen hätten. Die von den AG verlangten Preise seien zumindest um 30% überhöht, woraus den AG ein erheblicher Schaden entstanden sei. Sämtliche ASt seien nach § 36 Abs 4 Z 4 KartG antragslegitimiert. Ihre wirtschaftliche und rechtliche Betroffenheit ergebe sich aus zahlreichen Vertragsverhältnissen mit den AG. Aufgrund des Kartells zahlten die ASt immer noch überhöhte Errichtungs-, Modernisierungs- und Wartungspreise für Rolltreppen und Liftanlagen. Das wirtschaftliche und rechtliche Interesse an der Antragstellung werde auch nicht durch die Möglichkeit der Einbringung von Schadenersatzklagen konsumiert. Die Schwere der Zuwiderhandlung und das Bestehen von Wiederholungsgefahr begründeten ein ausreichendes Feststellungsinteresse für die beendete Zuwiderhandlung. Es bestehe für die Wiederholungsgefahr eine Beweislastumkehr zu Lasten der AG. Die Fortsetzung der wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen auch nach 2004 ergebe sich aus dem Umstand, dass die im Zeitraum bis Februar 2004 abgeschlossenen Wartungsverträge auf viele Jahre abgeschlossen worden seien, wodurch sich das Kartell auf dem Markt noch spürbar auswirke. Beendet seien nur Treffen zwischen den AG in den Räumlichkeiten der Wirtschaftskammer, sodass gemeinsame Gespräche an anderen Orten davon nicht umfasst seien. Auch nach den Aussagen der Kronzeugen hätten nach März 2004 zwischen sämtlichen AG noch bilaterale Wettbewerbskontakte stattgefunden. Die Marktanteile der AG in allen Marktsegmenten hätten sich auch nach 2004 nicht verändert. Es sei nach wie vor Praxis, dass das Errichtungsunternehmen auch Wartungs- und Modernisierungsverträge abschließe. Die AG hätten nicht behauptet, worin die Beendigung der Wettbewerbsverstöße 2004 gelegen wäre; sie seien beweispflichtig für eine Beendigung des Kartells sowie für die Beseitigung seiner Auswirkungen. Für die Durchführung eines Kartells reiche es aus, dass sich die AG ihren vereinbarten Beschränkungen des Wettbewerbs konform verhielten und diese dadurch außenwirksam realisierten. Bei Gebietsabsprachen bedeute das „sich-daran-halten" auch, dass in bestehende Vertragsbeziehungen der anderen Kartellmitglieder nicht eingegriffen werde. Dies äußere sich dadurch, dass den ASt bei Auslaufen von Wartungsverträgen immer nur vom ursprünglichen Wartungsunternehmen, das durchwegs auch errichtendes Unternehmen gewesen sei, Angebote unterbreitet würden, nicht aber auch von den übrigen AG. Werde ein wettbewerbswidriger Sachverhalt durch einen Vertrag hergestellt, bleibe dieser Zustand so lange aufrecht, als dem Vertrag nachgekommen und dieser eingehalten werde. Um das Kartell durchzuführen genüge es, dass sich die AG an die sich zwischen ihnen aufgrund jahrelanger Übung heraus gebildete Verhaltenspraxis hielten. Das Kartell zwischen den AG dauere so lange an, als diese untereinander nicht nachweislich in Wettbewerb träten. Wegen des mehr als 20 Jahre dauernden Kartells sei von einer Beweislastumkehr zu Lasten der AG auszugehen, die einen „contrarius actus" zu beweisen hätten.

In der mündlichen Verhandlung erörterte das Gericht mit den ASt ihr Vorbringen und forderte sie auf, zusammengefasst und konkret vorzubringen, worin sie die Fortsetzung des Kartells sähen. Die ASt brachten dazu vor, es sei bisher nicht zu massiven Preissenkungen gekommen. Wenn ein Kartell sowie Preismissbrauch festgestellt worden sei, hätten die AG nachzuweisen, dass solches abgestellt worden sei. Faktisch sei es bei der Auftragserteilung noch immer nicht zu einem Preiswettbewerb gekommen bzw sei ein solcher nicht erkennbar. Dieser Umstand lasse Rückschlüsse auf die Fortsetzung der Zuwiderhandlungen zu. Die zu Zeiten des Kartells abgeschlossenen Wartungsverträge seien nach wie vor aufrecht; die AG hätten nicht angeboten, sie abzuändern. Die Anträge unter Pkt 1.b) seien als Eventualanträge zum Antrag unter Pkt 1.a) bzw als exemplarische Darstellung einzelner Zuwiderhandlungen zu verstehen.

Alle AG beantragten die Abweisung der Anträge. Die ErstAG wendete ein, sämtliche kartellrechtswidrigen Verhaltensweisen seien seit Jahren beendet. Sollten diese tatsächlich wirtschaftliche Auswirkungen haben, könne dies allenfalls zivilrechtliche Folgen haben, für deren Beurteilung das Kartellgericht aber nicht zuständig sei. Den ASt fehle es an einem rechtlichen Interesse für einen Abstellungsauftrag. Gegenstand eines Abstellungsauftrags könne nur ein konkretes Marktverhalten sein. Soweit die Untersagung der Verrechnung überhöhter Preise und die Herabsetzung sämtlicher Preise begehrt werde, könne nur eine konkrete AG passiv legitimiert sein, weshalb es jener ASt, mit denen die ErstAG keinen Vertrag abgeschlossen habe, an der Aktivlegitimation fehle. Die mögliche Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche begründe kein berechtigtes Interesse an einer Feststellung nach § 28 Abs 1 KartG 2005, zumal bereits ein Verfahren über Bußgeldanträge der Bundeswettbewerbsbehörde beim Kartellgericht anhängig sei. Die Entscheidung in jenem Verfahren werde auch Feststellungen über das Bestehen oder Nichtbestehen von Zuwiderhandlungen gegen das Kartellgesetz beinhalten, weshalb die hier begehrte Feststellung für die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche nicht notwendig sei. Der Abstellungsantrag sei nicht hinreichend bestimmt. Die behaupteten Zuwiderhandlungen seien schon nach der von den ASt selbst vorgelegten Bekanntmachung der Bundeswettbewerbsbehörde vom 5. 2. 2007 spätestens seit Mitte 2004 freiwillig beendet. Nur ein aktuelles, im Zeitpunkt der Entscheidung noch andauerndes kartellrechtswidriges Verhalten könne Gegenstand eines Untersagungsauftrags sein. Bereits abgeschlossene Wartungs- und Reparaturverträge seien nicht als aktuelle Zuwiderhandlung gegen ein kartellrechtliches Verbot zu beurteilen. Es sei unzulässig, die AG im Rahmen eines Abstellungsauftrags zu einer Vertragsanpassung in Form einer einseitigen Herabsetzung vereinbarter Entgelte um mindestens 30 % zu verpflichten; zivilrechtliche Rechtsfolgen aus Zuwiderhandlungen gegen das Kartellrecht seien allein von den ordentlichen Zivilgerichten zu beurteilen. Es gebe viele alternative Wartungsanbieter. Weit über 90 % aller Ersatzteile würden von herstellerunabhängigen Firmen vertrieben. Auch die ErstAG handle mit Ersatzteilen und vertreibe sie österreichweit direkt an Wettbewerber. Die ZweitAG wendete ergänzend ein, es bestehe keine Feststellungsbefugnis für das Kartellgericht, da der Sachverhalt nach dem Vorbringen der ASt in den Anwendungsbereich des EG-Kartellrechts falle. Auf den betroffenen Märkten herrsche intensiver Wettbewerb, was sich insbesondere auch an den von den ASt ins Treffen geführten Projekten zeige. Die DrittAG wendete ergänzend ein, der Antrag sei darauf gerichtet, die AG zu einer Preisreduktion bei bestehenden Wartungsverträgen zu zwingen, was ein unzulässiger Beseitigungsanspruch für ein in der Vergangenheit liegendes Verhalten sei. Wegen der Parallelanwendung von europäischem und nationalem Recht sei das Kartellgericht nicht entscheidungsbefugt. Es bestehe keine Feststellungsbefugnis des Kartellgerichts für vor dem Inkrafttreten des KartG 2005 begangene Zuwiderhandlungen. Die ASt brächten nicht konkret vor, worin die fortdauernde Zuwiderhandlung bestehe; die Anträge seien unschlüssig und unbestimmt. Die ViertAG wendete ergänzend ein, es bestehe keine Wiederholungsgefahr.

Keine Amtspartei hat sich am Verfahren beteiligt.

Das Erstgericht wies die Abstellungsanträge ab und den Feststellungsantrag zurück. Zwar gelte im Abstellungsverfahren nach § 26 KartG 2005 der Untersuchungsgrundsatz; dennoch obliege es auch in diesem Verfahren dem Antragsteller, das Vorhandensein der gesetzlichen Voraussetzungen seines Antrags zumindest zu behaupten. Sämtliche Tatbestandsmerkmale der behaupteten marktmachtmissbräuchlichen Verhaltensweisen seien als notwendiges Minimalvorbringen in einen Antrag aufzunehmen. Auch müsse eine Zuwiderhandlung im Entscheidungszeitpunkt noch vorliegen, weil sich ein Abstellungsauftrag gegen ein konkret als verbotswidrig beschriebenes, zum Zeitpunkt der Entscheidung noch andauerndes Verhalten richte. Die ASt erblickten eine Fortsetzung von Zuwiderhandlungen der AG gegen kartellrechtliche Verbote darin, dass es bisher nicht zu Preissenkungen und zu einem Preiswettbewerb bei der Auftragserteilung gekommen sei und die AG nicht angeboten hätten, die bestehenden Wartungsverträge abzuändern. Damit zeigten sie keine konkreten Verhaltensweisen auf, die gegen §§ 1, 4 und 5 KartG 2005 verstoßen könnten. Weder werde konkret vorgebracht, worin eine kartellrechtswidrige Vereinbarung, ein Beschluss oder eine abgestimmte Verhaltensweise oder aber ein aktives marktmachtmissbräuchliches Verhalten der AG im Entscheidungszeitpunkt bestehen solle, noch würden für die Behauptung der Fortsetzung von Zuwiderhandlungen konkrete Beweismittel angeboten. Das Vorbringen der ASt zur Fortsetzung von Zuwiderhandlungen der AG auch noch nach dem Jahr 2004 gehe über unbestimmte Vermutungen nicht hinaus. Dass es nach den Behauptungen bisher nicht zu Preissenkungen und zu einem Preiswettbewerb bei der Auftragserteilung gekommen und eine Abänderung bestehender Wartungsverträge nicht angeboten worden sei, reiche schon nach dem Vorbringen für die Annahme von Absprachen zur Marktaufteilung einschließlich Projektzuteilungen, Preisabsprachen und den Austausch vertraulicher Marktinformationen, deren Abstellung angestrebt werde, nicht aus. Mit der bloßen Vermutung, die AG verhielten sich auf die beschriebene Weise, werde dem Bestimmtheitserfordernis von Abstellungsanträgen nicht Rechnung getragen. Die objektive Beweislast für das Fortbestehen einer Zuwiderhandlung im Entscheidungszeitpunkt treffe die ASt; der von den AG vertretenen gegenteiligen Ansicht fehle die gesetzliche Grundlage, und sie wäre auch nicht mit Art 2 der VO (EG) 1/2003 in Einklang zu bringen. Die bloße Auswirkung in der Vergangenheit liegender Kartellabsprachen auf bestehende Verträge sei keine Zuwiderhandlung gegen im ersten Hauptstück des KartG genannte Verbote und rechtfertige keinen Abstellungsauftrag nach § 26 KartG 2005. Vorbeugende Unterlassungsaufträge zur Verhinderung drohender Zuwiderhandlungen seien dem österreichischen Kartellrecht fremd. Inwieweit ein in der Vergangenheit liegendes marktmissbräuchliches Verhalten allenfalls Schadenersatz-, Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche betroffener Marktteilnehmer auslösen könne, sei nach allgemeinen zivilrechtlichen Vorschriften und nicht in einem Verfahren vor dem Kartellgericht zu beurteilen.

Sei eine kartellrechtliche Zuwiderhandlung bereits beendet, könne dies nach § 28 Abs 1 KartG 2005 unter der Voraussetzung festgestellt werden, dass daran ein berechtigtes Interesse bestehe. Die ASt strebten eine solche Feststellung vor dem Hintergrund der künftigen Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen vor den allgemeinen Zivilgerichten sowie mit der Behauptung einer - nicht näher substaniierten - Wiederholungsgefahr an. Die genannte Bestimmung folge nach den Materialien den entsprechenden Regelungen in Art 7 bis 9 der Europäischen Kartellverfahrensverordnung (VO Nr 1/2003), um auch in diesem Bereich der Rechtsdurchsetzung den Gleichklang zum Gemeinschaftsrecht herzustellen. Auch die Europäische Kommission müsse für eine Feststellung früherer Zuwiederhandlungen das Bestehen eines berechtigten Interesses nachweisen. Ein solches komme insbesondere in Betracht, wenn konkret die tatsächliche Gefahr einer Wiederholung der Zuwiderhandlung bestehe und deshalb eine Klarstellung der Rechtslage geboten erscheine, oder wenn der konkrete Fall neue Rechtsfragen aufwerfe, deren Klärung im Hinblick auf zur erwartende ähnlich gelagerte Fälle im öffentlichen Interesse liege. An einer Feststellung früherer Zuwiderhandlungen bestehe nach der europäischen Praxis hingegen kein berechtigtes Interesse, wenn damit im Wesentlichen die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche vor den nationalen Gerichten erreicht werden solle; solche Entscheidungen seien auch deshalb unzulässig, weil sie in die Zuständigkeit der nationalen Gerichte für die unmittelbare Anwendung des europäischen Rechts eingriffen. Antragsberechtigt nach § 28 KartG 2005 sei jeder Unternehmer, der ein rechtliches oder wirtschaftliches Interesse an der Entscheidung habe. Ein solches Interesse liege dann vor, wenn das dem Feststellungsantrag zugrunde liegende Verhalten eine unmittelbare rechtliche Wirkung auf die Rechtsstellung des Antragstellers besitze oder unmittelbar geeignet sei, seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu beeinflussen. Das ändere aber nichts daran, dass es Zielsetzung und Ausrichtung eines Antrags beim Kartellgericht sei, funktionierenden Wettbewerb im öffentlichen Interesse sicherzustellen. Auch im Falle einer Verfahrenseinleitung durch einen Unternehmer schreite das Kartellgericht als Wettbewerbsbehörde mit der sich aus den kartellrechtlichen Vorschriften ergebenden spezifischen Aufgabenstellung ein. Das Antragsrecht eines Unternehmers setze somit zwar eine individuelle Betroffenheit voraus, könne aber in seiner Zielsetzung für das Kartellgericht nicht über die gesetzliche Zielsetzung einer im öffentlichen Interesse einschreitenden Amtspartei hinausreichen. Eine Amtspartei könne sich zur Begründung des berechtigten Interesses an einer Feststellung früherer Zuwiederhandlungen auf Wiederholungsgefahr oder auch darauf berufen, es sei eine Rechtsfrage zu lösen, deren Klärung im öffentlichen Interesse liege; das Interesse an einer Feststellung bloß als Grundlage eines Schadenersatzanspruchs reiche nicht aus. Wenn auch die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wegen der Verletzung kartellrechtlicher Vorschriften mittelbar (präventiv) der Aufrechterhaltung funktionsfähigen Wettbewerbs dienen könne, gehöre die Zuerkennung von Schadenersatz nicht zu den spezifischen Aufgaben des Kartellgerichts. Solche Ansprüche gehörten vor die ordentlichen Gerichte, die im vollen Umfang die kartellrechtlichen Verbotsnormen zu beachten und bei der Beurteilung von Vorfragen auch anzuwenden hätten. Art 6 der VO 1/2003 bestimme ausdrücklich die Zuständigkeit der einzelstaatlichen Gerichte für die Anwendung der Art 81 und 82 EG. Auch wenn eine Feststellungskompetenz des Kartellgerichts zur Klärung kartellrechtlicher Vorfragen für andere Gerichte zweckmäßig sein könne, bestehe eine solche Befugnis de lege lata nicht. Wiederholungsgefahr hätten die ASt nicht konkret dargetan.

Gegen diesen Beschluss richtet sich der Rekurs der ASt mit dem Antrag, den angefochtenen Beschluss dahin abzuändern, dass den Anträgen stattgegeben werde; hilfsweise wird beantragt, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Sache zur neuerlichen Entscheidung nach Verfahrensergänzung an das Erstgericht zurückzuverweisen.

Die AG beantragen, dem Rekurs nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs ist nicht berechtigt.

1.1. Unbegründet ist der Vorwurf der ASt, das Kartellgericht habe ihnen gegenüber Belehrungs- und Anleitungspflichten nach § 14 AußStrG verletzt, auf keine Verbesserung von Form- oder Inhaltsmängeln hingewirkt und eine für sie überraschende, weil früher erörterten Rechtsansichten bzw dem Verfahrensverlauf widersprechende Entscheidung iSd § 182a ZPO getroffen.

1.2. Im hier gemäß § 38 KartG 2005 anzuwendenden Verfahren außer Streitsachen kommen die Anleitungs- und Belehrungspflichten nach der ZPO zur Anwendung (§ 14 AußStrG). Zwar muss das Gericht, bevor es ein unbestimmtes, unschlüssiges oder widerspruchsvolles Begehren abweist, eine Verbesserung anregen (RIS-Justiz RS0117576; RS0037516 [T2]), es ist aber nicht allgemein verpflichtet, die rechtliche Unzulässigkeit eines Klagebegehrens mit den Parteien zu erörtern und eine Klageänderung anzuregen (RIS-Justiz RS0037112). Auch geht die Anleitungspflicht nach § 182 ZPO nicht so weit, dass der Richter auf die Partei beratend einzuwirken hätte. Eine solche Anleitung löste die Besorgnis der Befangenheit aus und wäre als parteilich zu werten (RIS-Justiz RS0108818 [T2]).

Gemäß § 14 AußStrG iVm § 182a ZPO ist die Rechtslage mit den Parteien zu erörtern; Überraschungsentscheidungen sind verboten. § 182a ZPO hat nichts daran geändert, dass es keiner richterlichen Anleitung zu einem Vorbringen bedarf, gegen das der Prozessgegner bereits Einwendungen erhoben hat. Angesichts solcher Einwendungen hat die andere Partei ihren Prozessstandpunkt selbst zu überprüfen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Auch die Pflicht nach § 182a ZPO kann nicht bezwecken, das Gericht zur Erörterung eines Vorbringens zu zwingen, dessen Schwächen bereits der Prozessgegner aufgezeigt hat (Zechner in Fasching/Konecny² IV/2 § 503 Rz 135; 8 Ob 135/06w = RIS-Justiz RS0122365; 16 Ok 7/07).

1.3. Das Kartellgericht hat mit den ASt in der Verhandlung vom 19. 2. 2008 (ON 25) deren Anträge ausführlich erörtert, dies insbesondere im Hinblick auf Bestimmtheit und Zulässigkeit. Vorgetragen und erörtert wurden auch die Schriftsätze der AG, in denen sie ua jene rechtlichen Gesichtspunkte geltend gemacht haben, die später zur Ab- bzw Zurückweisung der Anträge geführt haben. Unter diesen Umständen liegt kein dem Gericht anzulastender Verfahrensfehler durch Verletzung von Anleitungspflichten oder durch eine Überraschungsentscheidung vor. Dass ein Antrag aus formalen Gründen nicht zurückgewiesen werden dürfte, wenn das Verfahren schon längere Zeit gedauert hat, wie die ASt meinen, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. Ursache des längeren Verfahrensstillstands in erster Instanz war im Übrigen keine Nachlässigkeit des Kartellgerichts, sondern ein von den ASt eingebrachter Ablehnungsantrag. Darüber hinaus haben die Rekurswerberinnen auch nicht aufgezeigt, welches zusätzliche oder andere Vorbringen sie erstattet hätten, hätte das Gericht mit ihnen den späteren Ab- bzw Zurückweisungsgrund erörtert (vgl RIS-Justiz RS0120056 [T2]; 16 Ok 7/07).

2.1. Die ASt machen eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes des § 16 AußStrG geltend; das Kartellgericht wäre zur Erforschung der materiellen Wahrheit von Amts wegen auf der Grundlage ausreichenden Vorbringens verpflichtet gewesen.

2.2. Trotz des im außerstreitigen Verfahren bestehenden Untersuchungsgrundsatzes gilt im kartellgerichtlichen Abstellungsverfahren auch der Dispositionsgrundsatz (vgl RS0006259 [T7]). Danach bestimmen die Parteien den Beginn und den Gegenstand des Verfahrens. Der Antragsteller ist daher verpflichtet, das Vorhandensein der gesetzlichen Voraussetzungen für den Antrag ausreichend und schlüssig zu behaupten (vgl Solé, Das Verfahren vor dem Kartellgericht Rz 441). Das Gericht hat sich in solchen Fällen bei seinen notwendigen amtswegigen Erhebungen im Rahmen der Anträge der Parteien zu halten (RIS-Justiz RS0006330; 16 Ok 7/02).

2.3. Wie bei Behandlung der Rechtsrüge zu zeigen sein wird, haben die ASt kein ausreichendes und schlüssiges Sachvorbringen zum Bestehen eines aktuell andauernden konkreten Zuwiderhandelns der AG gegen kartellrechtliche Verbote erstattet. Dem Kartellgericht ist damit auch kein Verstoß gegen den Untersuchungsgrundsatz vorzuwerfen, wenn es die Abstellaufträge keiner inhaltlichen Überprüfung zugeführt hat.

3. Das Kartellgericht hat allein festgestellt, dass sowohl die Europäische Kommission als auch die Bundeswettbewerbsbehörde in den Geldbußenverfahren davon ausgingen, dass die wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen der AG bis 2004 andauerten. Die gegen diese Feststellung gerichtete Beweisrüge der Rechtsmittelwerberinnen ist nicht nur unzulässig (weil der OGH auch als Kartellobergericht im kartellgerichtlichen Verfahren ausschließlich als Rechtsinstanz tätig wird und zur Überprüfung der Beweiswürdigung in keinem Fall berufen ist, vgl RIS-Justiz RS0109206 [T6]), sondern die bekämpfte Feststellung ist für die Entscheidung auch nicht erheblich, hat doch das Kartellgericht die Anträge aus rechtlichen und nicht aus tatsächlichen Gründen ab- bzw zurückgewiesen.

4.1. In ihrer Rechtsrüge betreffend die Abstellaufträge machen die ASt geltend, sie hätten ausreichendes Vorbringen zu einem aktuellen, andauernden Zuwiderhandeln der AG erstattet. Das dem Antrag vorangegangene langjährige Verhalten der AG sowie die weiterhin ähnlichen Preise der Mitbewerber seien ausreichende Indizien für abgestimmte Verhaltensweisen und führten zur Beweislastumkehr dahin, dass die AG nachzuweisen hätten, ihr Parallelverhalten beruhe nicht (mehr) auf Absprachen oder abgestimmten Verhaltensweisen. Die AG seien auch für die Beendigung ihrer im Bußgeldverfahren festgestellten Zuwiderhandlungen beweispflichtig. Das Kartellgericht hätte jedenfalls Beweise zur Fortdauer des Kartells, des Preismissbrauchs sowie des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung aufnehmen müssen.

4.2. Das Kartellgesetz enthält keine Bestimmungen über allgemeine Inhaltserfordernisse von Anträgen. Es ist daher auf § 9 AußStrG zurückzugreifen, wonach der Antrag zwar kein bestimmtes Begehren enthalten, jedoch hinreichend erkennen lassen muss, welche Entscheidung oder sonstige gerichtliche Tätigkeit angestrebt und aus welchem Sachverhalt dies abgeleitet wird. Auch wenn das AußStrG hinsichtlich der Bestimmtheit und des notwendigen Inhalts geringere Anforderungen stellt als die ZPO, ist immer ein Sachverhaltsvorbringen, aus dem sich die begehrte Entscheidung ableiten lässt, somit Schlüssigkeit des Vorbringens, erforderlich. Dazu müssen Behauptungen zu den Elementen des geltend gemachten Tatbestands aufgestellt werden (16 Ok 4/08). Diesen Anforderungen wird das Vorbringen der ASt nicht gerecht.

4.3. Der Senat vertritt in ständiger Rechtsprechung, dass nur aktuelles, auch noch im Zeitpunkt der Entscheidung andauerndes kartellrechtswidriges Verhalten Gegenstand eines Untersagungsauftrags gemäß § 25 Abs 1 KartG 2005 sein kann; ist das verbotswidrige Verhalten hingegen bereits endgültig beendet, mangelt es am Tatbestand eines Kartells, das für die Zukunft untersagt werden könnte (16 Ok 8/02 mwN; RIS-Justiz RS0116044).

Vertragskartelle werden durchgeführt, wenn sich die Beteiligten an die wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung halten und diese dadurch außenwirksam realisieren. Entscheidend ist, ob das Kartell eine Außenwirkung entfaltet (16 Ok 4/07 mwN).

Einen konkreten, schlüssigen Sachverhalt, aus dem sich ein aktuelles Einhalten verbotswidriger Absprachen der AG oder verbotswidriges abgestimmtes Verhalten ableiten ließe, haben die ASt nicht vorgetragen. So ist es etwa verfehlt, aus einem Zugeständnis bilateraler Kontakte zwischen einigen AG „bis in die erste Jahreshälfte 2006" (Rechtsmittel S 14) einen zwingenden Schluss auf die Fortsetzung wettbewerbswidriger Absprachen als Form eines aktuell andauernden Zuwiderhandelns zu ziehen. Die von den ASt vorgetragenen Beispiele für angeblich fehlenden Preiswettbewerb bei bestimmten Projekten (verfahrenseinleitender Schriftsatz S 29 f) betreffen Sachverhalte, die sich spätestens 2006 verwirklicht haben. Der wiederholte Verweis auf Beischaffung des das Bußgeldverfahren betreffenden Akts vermag entsprechendes Sachvorbringen nicht zu ersetzen und übersieht zudem, dass Grundlage der verhängten Bußgelder nach dem Spruch der erstinstanzlichen Entscheidung (nur) ein Verhalten war, das vom 1. 7. 2002 bis Ende 2005 dauerte.

Dass sich die AG in der Vergangenheit beim Abschluss langfristiger Wartungsverträge mit ihren Kunden möglicherweise kartellrechtswidrig verhalten haben, indem sie einander Kunden zugeteilt oder Preise abgestimmt haben, bewirkt entgegen der Auffassung der ASt noch nicht, dass ein Zuwiderhandeln gegen kartellrechtliche Bestimmungen für die gesamte Laufzeit der Wartungsverträge unterstellt werden kann. Solche Folgeverträge mit kartellfremden Dritten können zwar in Durchführung verbotener Absprachen oder verbotenen abgestimmten Verhaltens zustandekommen, sie sind aber selbst nicht tatbildlich iSd Kartellverbots des § 1 KartG 2005, und die Erfüllungshandlungen solcher Leistungsaustauschverträge sind nicht Mittel zur Durchführung einer verbotenen Kartellvereinbarung, sondern dienen der Durchführung des eigenen Schuldverhältnisses zwischen den Vertragsparteien. Solche Folgeverträge sind in ihrem Bestand daher auch nicht von Nichtigkeit (§ 1 Abs 3 KartG 2005) bedroht (vgl Wollmann in Mayer, Kommentar zum EU- und EG-Vertrag Art 81 Rz 166 mwN; Zimmer in Immenga/Mestmäcker, Wettbewerbsrecht II4 § 1 GWB Rz 215).

Zum angeblichen Fortdauern einer Behinderung von Mitbewerbern der AG durch verzögerte oder verweigerte Ersatzteillieferungen haben sich die ASt nur ganz allgemein auf eine „Auskunft unabhängiger Wartungsunternehmen" (Schriftsatz 17. 4. 2007, ON 4, S 3) berufen, ohne einen einzigen konkreten Geschäftsfall unter Nennung von Datum, betroffener AG, betroffener Anlage und konkret genanntem Ersatzteil darzustellen; es fehlt damit auch zu diesem Tatbestand ausreichendes und schlüssiges Sachvorbringen.

4.4. In außerstreitigen kontradiktorischen Verfahren, in denen sich die Parteien in gegenläufigen Rollen gegenüber stehen, sind ganz allgemein die Behauptungs- und Beweislastregeln, die das streitige Verfahren beherrschen, heranzuziehen (16 Ok 11/03 = MR 2004, 143 = ÖBl 2004, 173 [Barbist] - Schnurlostelefon mwN). Demnach trägt jede Partei die Beweislast für das Vorliegen aller tatsächlichen Voraussetzungen der ihr günstigen Rechtsnorm (Rechberger in Rechberger, ZPO³ vor § 266 Rz 11 mwN). Auch im europäischen Wettbewerbsrecht bestimmt Art 2 VO 1/2003, dass die Beweislast für eine Zuwiderhandlung der Partei oder der Behörde obliegt, die diesen Vorwurf erhebt. Für eine von den Rechtsmittelwerbern angestrebte Beweislastumkehr dahin, dass die AG nachzuweisen hätten, früheres verbotswidriges Zuwiderhandeln eingestellt zu haben, besteht demnach keine gesetzliche Grundlage.

Verfehlt ist in diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf Rechtsprechung, wonach bei Geltendmachung eines (lauterkeitsrechtlichen) Unterlassungsanspruchs der Beklagte den Wegfall der Wiederholungsgefahr nach einmal begangenem Verstoß zu beweisen hat, ist doch das Vorliegen von Wiederholungsgefahr keine materiell-rechtliche Voraussetzung für die Stattgebung eines kartellrechtlichen Abstellungsauftrags oder eines Feststellungsbegehrens.

Das Erstgericht ist daher zu Recht von der mangelnden Schlüssigkeit des Vorbringens der ASt ausgegangen und hat die Abstellaufträge rechtsfehlerfrei abgewiesen.

5.1. In ihrer Rechtsrüge betreffend das Feststellungsbegehren machen die ASt geltend, ein berechtigtes Interesse iSd § 28 Abs 1 KartG 2005 liege insbesondere bei einer „direkten Betroffenheit" des Antragstellers vor. Eine solche liege im Anlassfall darin, dass Verträge, die die AG innerhalb des im Bußgeldverfahren festgestellten Kartellzeitraums mit Dritten abgeschlossen hätten, fortwirkten, dass Wiederholungsgefahr vorliege, und dass die ASt beabsichtigten, zivilrechtliche Ansprüche wegen des kartellrechtlichen Zuwiderhandelns geltend zu machen.

5.2. § 28 Abs 1 KartG 2005 stellt für die Feststellung beendeter Zuwiderhandlungen auf ein berechtigtes Interesse ab, ohne dieses näher zu bestimmen. Jedenfalls soll damit offenbar die Möglichkeit, vergangene Zuwiderhandlungen zum Gegenstand von Feststellungsanträgen zu machen, im Vergleich zu nach § 28 Abs 2 KartG ohne Einschränkung zulässigen Feststellungsanträgen über andauernde Zuwiderhandlungen eingeschränkt werden. Unklar ist indes das Verhältnis dieser Regelung zum bereits Voraussetzung für die Antragslegitimation eines Unternehmers bildenden Vorliegen eines rechtlichen oder wirtschaftlichen Interesses an der Entscheidung (§ 36 Abs 4 Z 4 KartG 2005).

5.3. Die Materialien (RV 926 BlgNR 22. GP 8) führen hiezu lediglich aus, die Bestimmung folge der entsprechenden Regelung in Art 7 Abs 1 VO (EG) 1/2003; sie solle einen Gleichklang zum Gemeinschaftsrecht herstellen. Allerdings unterscheidet sich die Formulierung des Art 7 VO 1/2003 von § 28 Abs 1 KartG. Nach Art 7 Abs 1 VO 1/2003 kommt es nicht auf das Interesse der Parteien, sondern jenes der Kommission an der Feststellung an. Nach Satz 2 dieser Bestimmung kann nämlich die Kommission, wenn sie ein berechtigtes Interesse hat, auch eine Zuwiderhandlung feststellen, nachdem diese beendet ist. Dazu kommt, dass der Kommission im EG-Kartellrecht auch sonst ein weitgehendes Ermessen bei der Wahrnehmung ihrer Zuständigkeiten zukommt (vgl nur Weiß/Creus in Loewenheim/Messen/Riesenkampff, Kartellrecht I Art 4 VerfVO Rz 9 mwN). Hierin unterscheidet sich das EG-Kartellverfahren grundlegend vom österreichischen innerstaatlichen Verfahren, in dem Kartellgericht kein vergleichbares Ermessen eingeräumt ist.

5.4. Keinen näheren Aufschluss bieten die Gesetzesmaterialien auch über die von § 28 Abs 2 KartG abweichende Formulierung des § 28 Abs 1 KartG, wonach nicht festzustellen ist, „ob und inwieweit ein Sachverhalt dem KartG unterliegt", sondern nur eine „Zuwiderhandlung" Gegenstand eines Feststellungsantrags sein kann, was etwa Auswirkungen auf die Zulässigkeit negativer Feststellungsanträge haben könnte.

5.5. Im Gemeinschaftsrecht wird ein berechtigtes Interesse an einer Feststellung früherer Zuwiderhandlungen angenommen, wenn wegen konkreter Wiederholungsgefahr eine Klarstellung der Rechtslage geboten erscheint oder ein Sachverhalt neue Rechtsfragen aufwirft, deren Klärung im öffentlichen Interesse liegt (Anweiler in Loewenheim/Messen/Riesenkampff, Kartellrecht I VO 1/2003 Rn 46 f mwN). Die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche vor nationalen Gerichten begründet nach der europäischen Praxis hingegen kein berechtigtes Interesse (de Bronett, Kommentar zum europäischen Kartellverfahrensrecht Art 7 Rn 12; Sura in Langen/Bunte, Kommentar zum deutschen und europäischen Kartellrecht II10 VO 1/2003 Rn 3 jeweils mwN). In Hinblick auf die dargelegten Unterschiede zwischen dem EG-Kartellverfahren und dem innerstaatlichen Recht lässt sich dies aber nicht ohneweiters auf das österreichische Recht übertragen.

5.6. Im Schrifttum werden unterschiedliche Auffassungen vertreten. Nach Solé (Das Verfahren vor dem Kartellgericht Rz 487) reicht für ein berechtigtes Interesse an einer Feststellungsentscheidung nach § 28 Abs 1 KartG 2005 das rechtliche Interesse nicht aus, weil ansonsten kein Unterschied zur allgemeinen Antragsbefugnis bestünde; vielmehr müsse hier darüber hinaus ein besonderes Bedürfnis vorliegen, die Rechtslage zu klären oder Wiederholungen der Wettbewerbsverstöße zu verhindern. Auch nach Vartian (in Petsche/Urlesberger/Vartian, KartG § 28 Rz 7 und 22 ff) ist das berechtigte Interesse nicht mit dem rechtlichen Interesse etwa des § 36 Abs 4 Z 4 KartG ident. Es sei aber an dieses Erfordernis kein allzu strenger Maßstab zu legen und ein berechtigtes Interesse idR auch in der möglichen Geltendmachung von zivilrechtlichen Ansprüchen - wie etwa Schadenersatz- und Bereicherungsansprüchen - anzunehmen, da das Kartellgericht zur Klärung des dabei regelmäßig als Vorfrage relevanten Vorliegens eines kartellrechtswidrigen Verhaltens wohl besser geeignet sei als die allgemeinen Zivilgerichte (in diesem Sinne auch Hoffer, KartG 242; Hoffer/Barbist, Das neue Kartellrecht 52, und Reidlinger/Hartung, Das neue österreichische Kartellrecht 205). Thyri (Kartellrechtsvollzug in Österreich, 136 f; Anmerkung zu 25 Kt 108/06 in ecolex 2008, 657) stellt für die Antragsvoraussetzung nach § 28 KartG ausschließlich auf den Nachweis des rechtlichen oder wirtschaftlichen Interesses iSd § 36 KartG 2005 ab und lässt für private Antragsteller die Absicht genügen, zivilrechtliche Ansprüche geltend zu machen.

5.7. Der Senat hat ein berechtigtes Interesse nach § 28 Abs 1 KartG 2005 bei einer Amtspartei in einem Fall angenommen, in dem die Verhängung einer Geldbuße gemäß § 29 KartG 2005 in Betracht kam. Begründet wurde dies damit, dass die Feststellung einer Zuwiderhandlung ohnedies Vorfrage für die Verhängung einer Geldbuße ist (16 Ok 4/07 = RIS-Justiz RS0122739).

5.8. Soweit die ASt ein berechtigtes Interesse aus dem Vorliegen von Wiederholungsgefahr ableiten wollen, ist ihnen zu entgegnen, dass sie keinen ausreichenden Sachverhalt behauptet haben, aus dem auf das Bestehen einer konkreten Gefahr einer Wiederaufnahme einer von den AG beendeten kartellrechtlichen Zuwiderhandlung geschlossen werden könnte. Letztlich erschöpfen sich die Ausführungen zu diesem Punkt in der Behauptung, nach einmal erfolgter Zuwiderhandlung sei Wiederholungsgefahr zu vermuten. Dass diese im Zusammenhang mit (lauterkeitsrechtlichen) Unterlassungsansprüchen entwickelte Rechtsprechung wegen der jeweils unterschiedlichen materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen nicht auf kartellrechtliche Abstellungsaufträge oder Feststellungsbegehren übertragen werden kann, wurde schon zuvor unter Punkt 4.4. aufgezeigt.

5.9. Nach der Rechtsprechung des EuGH ist es mangels einer einschlägigen Gemeinschaftsregelung Aufgabe des innerstaatlichen Rechts eines jeden Mitgliedstaats, die Einzelheiten für die Ausübung des Rechts auf Schadenersatz wegen Verletzung des EG-Wettbewerbsrechts („private enforcement") zu bestimmen, insbesondere die für solche Schadenersatzklagen zuständigen Gerichte und das dabei einzuhaltende Verfahren zu regeln (EuGH 20. 9. 2001, Rs C-453/99, Courage/Crehan Slg 2001, I-06297; EuGH 13. 7. 2006, verb Rs C-295/04 bis C-298/04, Manfredi/Lloyd, Slg 2006, I-06619). Es ist demnach auch die prozessuale Frage der gerichtlichen Zuständigkeit für ein Begehren auf Feststellung einer beendeten Zuwiderhandlung gegen EG-Kartellrecht als Vorfrage einer zivilrechtlichen Schadenersatzklage mangels Bestehens einer Gemeinschaftsregelung autonom nach nationalem Recht zu beurteilen.

5.10. Die Rekurswerberinnen halten eine Feststellungsbefugnis des Kartellgerichts als Sondergericht aufgrund von dessen Spezialkenntnissen und -befugnissen zur Klärung kartellrechtlicher Vorfragen mit Bindungswirkung für andere Gerichte für zweckmäßig; ein berechtigtes Interesse iSd § 28 Abs 1 KartG 2005 liegt ihrer Auffassung nach daher schon in der möglichen Geltendmachung von zivilrechtlichen Ansprüchen.

5.11. Diesen Ausführungen ist zunächst entgegenzuhalten, dass Zivilgerichte grundsätzlich dazu berufen sind, Vorfragen etwa auch dann selbständig zu beurteilen, wenn sie als selbständiger Entscheidungsgegenstand in die Kompetenz der Verwaltungsbehörden fielen, sofern nicht Sondervorschriften die zwingende Unterbrechung des Verfahrens anordnen (Fucik in Rechberger, ZPO³ § 190 Rz 2 f mit Beispielen). Auch im Bereich des Wettbewerbsrechts obliegt es jedem Zivilgericht, im Anlassfall selbständig und von Amts wegen als Vorfrage zu prüfen, ob eine Vereinbarung wegen Verstoßes gegen das gemeinschaftsrechtliche Kartellverbot gemäß Art 81 Abs 2 EG nichtig ist (vgl Art 6 VO 1/2003), sobald im Verfahren diejenigen Tatsachen hervortreten, die den Verstoß gegen das Kartellverbot begründen (Wollmann in Mayer, Kommentar zum EU- und EG-Vertrag Art 81 Rz 160; so beispielsweise 6 Ob 322/00x).

5.12. Mitunter sieht der Gesetzgeber allerdings ausdrücklich vor, einschlägige Vorfragen von einer spezialisierten Fachbehörde entscheiden zu lassen. Hier ist insbesondere auf die frühere Regelung des § 1 Abs 4 KFG idF vor Art IV Z 1 BGBl 1992/452 zu verweisen, wo die (Vor-)Frage der Kfz-Eigenschaft eines Fahrzeugs zwingend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Verkehr zu klären war. Eine noch weitergehende Regelung enthält § 341 Abs 2 BVergG 2006. Demnach sind Schadenersatzklagen oder Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb nur zulässig, wenn zuvor eine Feststellung der jeweils zuständigen Vergabekontrollbehörde über einen erfolgten Verstoß gegen Vergaberecht erfolgt ist. Eine vergleichbare ausdrückliche Bestimmung für auf die Verletzung von Wettbewerbsrecht gestützte (Schadenersatz-)Klagen mit einer Feststellungskompetenz des Kartellgerichts besteht hingegen nicht. Daraus kann indes kein zwingender Umkehrschluss gezogen werden, weil die zivilrechtliche Durchsetzung von kartellrechtlichen Schadenersatzansprüchen in Österreich - etwa im Gegensatz zur 7. GWB-Novelle in Deutschland - bisher überhaupt noch nicht näher geregelt worden ist.

5.13. Bei der derzeitigen gesetzlichen Ausgestaltung des Kartellverfahrens würde die Annahme einer der Durchsetzung zivilrechtlicher Schadenersatzanprüche vorgelagerten kartellgerichtlichen Feststellungsbefugnis auch für vergangenes Verhalten eine Reihe von Folgeproblemen mit sich bringen: Zunächst stünde eine derartige Möglichkeit in einem Spannungsverhältnis zum sonst allgemein akzeptierten Grundsatz der Subsidiarität von Feststellungsklagen (vgl nur GlUNF 4497; GlUNF 7174; GlUNF 6226; GH 1916, 581; ZBl 1922/340; NZ 1933, 157; EvBl 1957/23; JBl 1959, 184; EvBl 1964/162; MietSlg 16.651; JBl 1966, 618; SSV-NF 4/131; EFSlg 90.931; 1 Ob 58/01p; 1 Ob 13/04z = EvBl 2004/177; 6 Ob 188/02v uva). Für eine derartige Abweichung von allgemeinen Grundsätzen wären aber gewichtige Gründe erforderlich. Der Gesetzeswortlaut bietet dafür allerdings keinen Anhaltspunkt, sondern weist eher in die gegenteilige Richtung. Während nämlich die Regelung des § 28 Abs 2 KartG für Feststellungsanträge betreffend gegenwärtiges Verhalten zumindest ihrem Wortlaut nach abgesehen vom rechtlichen oder wirtschaftlichen Interesse als allgemeiner Antragsvoraussetzung (§ 36 Abs 4 Z 4 KartG) keine weitere Einschränkung vorsieht und daher insoweit als Ausnahme vom Subsidiaritätsprinzip verstanden werden kann, setzt § 28 Abs 1 KartG für die Feststellung vergangener Zuwiderhandlungen ausdrücklich ein berechtigtes Interesse voraus und erinnert damit deutlich an die Formulierung des § 228 ZPO.

5.14. Auch die von den Rekurswerberinnen unterstellten praktischen Vorteile einer Zuständigkeit des Kartellgerichts für derartige Anträge sind in Wahrheit deutlich zu relativieren: Die Erfahrungen in anderen Mitgliedstaaten und in den USA zeigen, dass Schadenersatzklagen in der Regel erst erhoben werden, nachdem die Wettbewerbsbehörden einen Kartellverstoß festgestellt haben. Die Ergebnisse eines derartigen Verfahrens sind für einen individuellen Schadenersatzprozess aber nur von eingeschränkter Bedeutung: Während es bei der Abstellung von Missbräuchen oder der Verhängung von Geldbußen um eine gesamthafte Bewertung des Verhaltens des Antragsgegners geht, muss bei der Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche nach derzeitiger Rechtslage nachgewiesen werden, dass gerade der geltend gemachte Schaden durch einen Kartellverstoß verursacht wurde. Dies würde im vorliegenden Fall die konkrete Prüfung einer Vielzahl von Aufzugseinbauten bzw Wartungsverträgen erfordern. Die im Verfahren 25 Kt 12/07 erfolgte Bejahung des Vorliegens eines Kartells hilft hier nur eingeschränkt, weil sich die Absprachen nach den dortigen Feststellungen nur etwa auf „zumindest ein Drittel des Marktvolumens bei Neuanlagen" bezogen.

5.15. Abgesehen von diesem Unterschied im Beweisthema kommt hinzu, dass die Beweisergebnisse aus einem von den Amtsparteien geführten Kartellverfahren nicht ohne weiteres auch für ein Verfahren zwischen privaten Parteien herangezogen werden können. Hier ist auf § 39 Abs 2 KartG zu verweisen, wonach die Akteneinsicht nur mit Zustimmung aller Verfahrensparteien zulässig ist. Wenngleich diese Regelung nach den Materialien (926 BlgNR 22. GP 9) mit dem größeren öffentlichen Interesse an der Aufdeckung von Zuwiderhandlungen gegen das KartG zu begründen sei, gegen das das „privatrechtliche Interesse" an der Erleichterung der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen zurücktrete, und damit offenbar insbesondere die Kronzeugenregelung absichern soll, ist nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut die Zulässigkeit der Akteneinsicht an die Zustimmung aller Parteien des betreffenden Verfahrens geknüpft, unabhängig davon, ob diese selbst die Kronzeugenregelung in Anspruch genommen haben oder nicht. Diese Regelung ist auch bei einer Aktenbeischaffung anzuwenden (Solé, Verfahren vor dem Kartellgericht Rz 217; Polster/Zellhofer, Aktenzugang im Kartellverfahren im Spannungsfeld zwischen Geheimnisschutz und Private Enforcement, OZK 2008, 99 [100]). Wenngleich nach verbreiteter Auffassung diese Beschränkung bei der Beischaffung für ein anderes Kartellverfahren nicht zur Anwendung kommen soll (Hoffer, Kartellgesetz 277; Solé in Petsche/Urlesberger/Vartian, KartG § 39 Rz 9 ff), haben doch Polster/Zellhofer (aaO) jüngst mit beachtlichen Argumenten die Gegenauffassung vertreten. Wenngleich im vorliegenden Fall zur Richtigkeit dieser Auffassung nicht abschließend Stellung genommen werden muss, macht diese Diskussion doch deutlich, dass die Verwertbarkeit von Akten aus einem anderen Verfahren vor dem Kartellgericht jedenfalls dann keinesfalls unproblematisch ist, wenn im betreffenden Kartellverfahren nicht die Durchsetzung öffentlicher Interessen, sondern das vom Gesetzgeber als weniger wichtig eingestufte privatrechtliche Interesse an der Verfolgung von Schadenersatzansprüchen im Vordergrund steht. Damit kann aber nicht mehr davon ausgegangen werden, dass - was vielfach zur Begründung einer Zuständigkeit des Kartellgerichts für die Lösung schadenersatzrechtlicher Vorfragen ins Treffen geführt wird - vor dem Kartellgericht ein leichterer Zugang zu Beweisergebnissen aus anderen Verfahren besteht.

5.16. Für die Verlagerung der kartellrechtlichen Vorfragen zivilrechtlicher Schadenersatzansprüche in das Kartellverfahren könnte sprechen, dass wegen der Geltung des AußStrG der Untersuchungsgrundsatz zum Tragen käme. Allerdings darf die Bedeutung dieses Grundsatzes im vorliegenden Zusammenhang nicht überschätzt werden. Vielmehr muss - wie unter 4.2. ausgeführt - der Antragsteller auch im Kartellverfahren zunächst ein entsprechend substantiiertes Vorbringen erstatten, um die amtswegige Ermittlungspflicht des Konkursgerichts auszulösen.

5.17. Dazu kommt, dass die Verlagerung der Prüfung kartellrechtlicher Vorfragen eines zivilrechtlichen Schadenersatzanspruchs in das Kartellverfahren dazu führen würde, dass zentrale Aspekte des Anspruchs nicht in einem streitigen Zivilverfahren mit den Kostenersatzregelungen der ZPO, sondern im Kartellverfahren entschieden würden, das einen Kostenersatz hier nur bei Mutwilligkeit vorsieht (§ 41 KartG). Darin liegt zwar - aus Sicht des Antragstellers - eine Erleichterung der Rechtsverfolgung. Allerdings kann keineswegs a priori davon ausgegangen werden, dass alle derartigen Anträge auch berechtigt sein werden, sodass die „Auslagerung" kartellrechtlicher Vorfragen privatrechtlicher Schadenersatzansprüche in das Kartellverfahren in zahlreichen Fällen zu einer erheblichen Belastung des Antragsgegners führen würde. Auch käme dann die öffentlich-rechtliche Steuerungsfunktion der Kostenersatzregelung des § 41 ZPO (dazu Chvosta, Prozesskostenrecht [2001] 19 ff) nicht zum Tragen, die im Streitverfahren die Parteien zu einer sorgfältigeren Abwägung ihrer Prozesschancen zwingt.

5.18. Abgesehen von diesen praktischen Bedenken würde sich eine generelle Zuständigkeit des Kartellgerichts zur Lösung kartellrechtlicher Vorfragen als Grundlage der weiteren Verfolgung von Schadenersatzansprüchen auch nicht ohne weiteres in das System des Kartellverfahrens einfügen. Von den Amtsparteien unabhängige Individualantragsrechte wurden erst mit der KartGNov 1993 eingeführt. Die EB (1096 BlgNR 18. GP 12 f) führen hiezu aus, dass die Neuerungen für eine bessere Anwendbarkeit und Durchsetzbarkeit des Kartellgesetzes sorgen sollen; die dem Kartellgericht eingeräumten Zuständigkeiten können nur dann wahrgenommen werden, wenn von der jeweiligen Antragsberechtigung entsprechend Gebrauch gemacht wird, was am ehesten dann sichergestellt ist, wenn die Antragsberechtigung denjenigen eingeräumt wird, deren Interessen im konkreten Fall beeinträchtigt werden. Der Tatbestand des Feststellungsantrags wird als umfassende Feststellungsbefugnis des Kartellgerichts für den Bereich des Kartellgesetzes beschrieben. Die Materialien enthalten aber keinen Hinweis darauf, dass es nunmehr Aufgabe des Kartellgerichts sei, schadenersatzrechtliche (und damit privatrechtliche) Vorfragen zu klären.

Damit sollen die Antragsbefugnisse privater Unternehmer offenbar nur der verstärkten Durchsetzung der dem Kartellgericht obliegenden besonderen Aufgaben bei Sicherstellung eines funktionierenden Wettbewerbs im öffentlichen Interesse dienen, mag damit bei wirtschaftlicher Betrachtung im Einzelfall auch ein Individualschutz verbunden sein (vgl Solé aaO 73 f).

5.19. Hinzu kommt ein weiterer Gesichtspunkt: Die Individualantragsbefugnis vor dem Kartellgericht ist auf Unternehmer beschränkt (§ 36 Abs 4 Z 4 KartG 2005), obwohl auch Nichtunternehmer als Gläubiger eines Anspruchs auf Schadenersatz wegen Verletzung von Wettbewerbsrecht in Frage kommen. Sachliche Gründe für eine verfahrensrechtliche Ungleichbehandlung der genannten Personengruppen bei der Verfolgung ihrer Schadenersatzansprüche sind nicht erkennbar. Würde man die Regelung des § 28 Abs 1 KartG als Erleichterung der Verfolgung privatrechtlicher Ansprüche ansehen, so wäre unverständlich, weshalb der Gesetzgeber den sonst im Recht besonders geschützten Verbrauchern eine derartige Möglichkeit nicht gewährt.

5.20. In Hinblick auf die dargelegten systematischen Erwägungen und die Folgeprobleme, die eine Verlagerung der Klärung kartellrechtlicher Vorfragen von zivilrechtlichen Schadenersatzansprüchen in das Kartellverfahren mit sich brächte, sollte eine derartige Lösung nicht im Wege der Rechtsfortbildung durch die Rechtsprechung entwickelt, sondern im Rahmen einer Gesamtregelung des „private enforcement" von Kartellverstößen vom Gesetzgeber getroffen werden. Auch bei einer einschränkenden Auslegung des § 28 Abs 1 KartG wird die Regelung nicht jeglichen Anwendungsbereichs beraubt. Hier ist neben der schon erwähnten - vom Obersten Gerichtshof bereits für zulässig erklärten - Feststellung vergangener Kartellverstöße als Vorbereitung eines Bußgeldverfahrens (16 Ok 4/07 = RIS-Justiz RS0122739) auf die Klärung strittiger Rechtsfragen, deren Bedeutung über den Einzelfall hinausreicht, zu verweisen. Zusammenfassend gelangt der Senat daher zur Auffassung, dass ein berechtigtes Interesse iSd § 28 Abs 1 KartG 2005 nicht schon in der möglichen Geltendmachung von zivilrechtlichen Ansprüchen liegt.

6. Damit erweist sich der angefochtene Beschluss als frei von Rechtsirrtum, sodass dem unbegründeten Rekurs ein Erfolg zu versagen ist. Ob das Fehlen eines berechtigten Interesses zur Abweisung (vgl für das Streitverfahren Fasching in Fasching/Konecny² § 228 ZPO Rz 71 und 122 mwN aus der Rsp) oder - wie vom Erstgericht ausgesprochen - zur Zurückweisung des Antrags führen muss, kann im vorliegenden Fall dahingestellt bleiben, weil sich die Rekurswerberin durch die allfällige Wahl einer bloß unrichtigen Entscheidungsform nicht beschwert erachten kann.

Textnummer

E88745

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:0160OK00008.08.1008.000

Im RIS seit

07.11.2008

Zuletzt aktualisiert am

23.05.2012

Dokumentnummer

JJT_20081008_OGH0002_0160OK00008_0800000_000