Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob2/69 6Ob100/74 2Ob17...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041118

Geschäftszahl

5Ob2/69; 6Ob100/74; 2Ob177/79; 2Ob153/82; 7Ob654/85; 3Ob11/89; 1Ob576/92; 1Ob536/94; 1Ob5/94; 9ObA205/98g; 5Ob278/07d; 3Ob166/08w; 4Ob60/09s; 4Ob76/10w; 1Ob119/14b

Entscheidungsdatum

15.01.1969

Norm

ZPO §411 Aa

Rechtssatz

Ein Verstoß gegen die Rechtskraft liegt nur dann vor, wenn eine Entscheidung zwischen denselben Parteien über denselben Anspruch ergeht.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2/69
    Entscheidungstext OGH 15.01.1969 5 Ob 2/69
  • 6 Ob 100/74
    Entscheidungstext OGH 20.06.1974 6 Ob 100/74
    Beisatz: Gleichheit der Prozessparteien, des Klagegrundes und des Klageanspruches. (T1)
  • 2 Ob 177/79
    Entscheidungstext OGH 04.12.1979 2 Ob 177/79
    Beis wie T1
  • 2 Ob 153/82
    Entscheidungstext OGH 14.12.1982 2 Ob 153/82
    Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 177/79
  • 7 Ob 654/85
    Entscheidungstext OGH 16.01.1986 7 Ob 654/85
    Auch; Veröff: SZ 59/14 = EvBl 1986/122 S 465 = RdW 1986,145
  • 3 Ob 11/89
    Entscheidungstext OGH 12.04.1989 3 Ob 11/89
    Beis wie T1; Veröff: RZ 1989/96 S 250
  • 1 Ob 576/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 1 Ob 576/92
    Vgl; Beis wie T1
  • 1 Ob 536/94
    Entscheidungstext OGH 29.03.1994 1 Ob 536/94
    Auch
  • 1 Ob 5/94
    Entscheidungstext OGH 14.07.1994 1 Ob 5/94
    Auch
  • 9 ObA 205/98g
    Entscheidungstext OGH 11.11.1998 9 ObA 205/98g
    Vgl; Beisatz: Identität des Anspruches, der Parteien und des rechtserzeugenden Sachverhalts. (T2)
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Beisatz: Hier: Urkundenhinterlegungsverfahren. (T3)
    Veröff: SZ 2008/26
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Eine Bindungswirkung der rechtskräftigen Vorentscheidung ist mangels Parteienidentität in beiden Verfahren zu verneinen. (T4)
  • 4 Ob 60/09s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 60/09s
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterlassungsklage nach § 1 UWG und kartellrechtlicher Abstellungsanspruch: nicht derselbe Anspruch. (T5)
    Veröff: SZ 2009/94
  • 4 Ob 76/10w
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 4 Ob 76/10w
    Vgl
  • 1 Ob 119/14b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 119/14b
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/20

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0041118

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19690115_OGH0002_0050OB00002_6900000_002

Rechtssatz für 3Ob526/79 1Ob536/86 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017140

Geschäftszahl

3Ob526/79; 1Ob536/86; 1Ob45/86; 2Ob613/89; 5Ob572/93; 8Ob572/93; 2Ob576/95; 4Ob218/98g (4Ob219/98d); 6Ob64/99a; 1Ob349/99a; 2Ob196/03t; 6Ob204/02x; 6Ob218/05k; 6Ob8/07f; 3Ob166/08w; 2Ob107/08m; 9Ob3/08v; 7Ob57/11z; 2Ob204/10d; 7Ob28/15s

Entscheidungsdatum

12.12.1979

Norm

ABGB §881 IA
ABGB §1400 A
ABGB §1400 C

Rechtssatz

1.) Der bankgeschäftliche Überweisungsauftrag besteht aus der Weisung des Kunden an die Kreditunternehmung, welche er gemäß eines Vertrages mit der Kreditunternehmung erteilt und welcher dieses im Rahmen der getroffenen Vereinbarung nachzukommen hat.

2.) Der Überweisungsauftrag ist kein Vertrag zugunsten eines Dritten.

3.) Der Überweisungsempfänger erwirbt auf Grund eines derartigen Überweisungsauftrages keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen die Kreditunternehmung, das die Überweisung durchzuführen hat.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 526/79
    Entscheidungstext OGH 12.12.1979 3 Ob 526/79
    Veröff: SZ 52/183
  • 1 Ob 536/86
    Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 536/86
    Veröff: SZ 59/51 = ÖBA 1986/7 S 301 = RdW 1986,207 = JBl 1986,381 (zustimmend Koziol)
  • 1 Ob 45/86
    Entscheidungstext OGH 18.02.1987 1 Ob 45/86
    nur: Der Überweisungsauftrag ist kein Vertrag zugunsten eines Dritten. Der Überweisungsempfänger erwirbt auf Grund eines derartigen Überweisungsauftrages keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen die Kreditunternehmung, das die Überweisung durchzuführen hat. (T1)
  • 2 Ob 613/89
    Entscheidungstext OGH 31.01.1990 2 Ob 613/89
    nur T1; Veröff: ecolex 1990,348 = ÖBA 1990,726
  • 5 Ob 572/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 5 Ob 572/93
    nur T1
  • 8 Ob 572/93
    Entscheidungstext OGH 24.02.1994 8 Ob 572/93
    nur T1; Beisatz: Hier: Wurde auf Grund der besonderen Umstände eine selbständige Verpflichtungserklärung angenommen. (T2) Veröff: ÖBA 1994,650
  • 2 Ob 576/95
    Entscheidungstext OGH 24.04.1997 2 Ob 576/95
    nur: Der bankgeschäftliche Überweisungsauftrag besteht aus der Weisung des Kunden an die Kreditunternehmung, welche er gemäß eines Vertrages mit der Kreditunternehmung erteilt und welcher dieses im Rahmen der getroffenen Vereinbarung nachzukommen hat. (T3)
    Veröff: SZ 70/80
  • 4 Ob 218/98g
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 4 Ob 218/98g
    Auch; nur: Der Überweisungsempfänger erwirbt auf Grund eines derartigen Überweisungsauftrages keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen die Kreditunternehmung, das die Überweisung durchzuführen hat. (T4)
    Veröff: SZ 71/158
  • 6 Ob 64/99a
    Entscheidungstext OGH 20.05.1999 6 Ob 64/99a
    Vgl; Beisatz: Die bezügliche des Devisenausländerkontos mit der Bank getroffene Vereinbarung kann angesichts des der Bank bekannten Auftragsverhältnisses nur so verstanden werden, dass der, der Bank bekannter, materiell berechtigter Geschäftsherr aus der Kontoeröffnung unmittelbar berechtigt sein soll, so dass ihm allein die Gläubigerposition zukommt. (T5)
  • 1 Ob 349/99a
    Entscheidungstext OGH 28.04.2000 1 Ob 349/99a
    nur T4
  • 2 Ob 196/03t
    Entscheidungstext OGH 12.09.2003 2 Ob 196/03t
    Auch; Beisatz: Der an eine Bank erteilte Überweisungsauftrag ist ein Sonderfall der bürgerlich-rechtlichen Anweisung. (T6)
  • 6 Ob 204/02x
    Entscheidungstext OGH 27.11.2003 6 Ob 204/02x
    Auch
  • 6 Ob 218/05k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 218/05k
  • 6 Ob 8/07f
    Entscheidungstext OGH 16.03.2007 6 Ob 8/07f
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Auch; nur T4; Beisatz: Hier: Vertragsauslegung ergibt Widerruflichkeit des Überweisungsauftrags. (T7)
  • 2 Ob 107/08m
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 2 Ob 107/08m
    Auch; nur T3; nur T4; Beis wie T6; Beisatz: Der an eine Bank erteilte Überweisungsauftrag ist kein Auftrag im technischen Sinn, sondern eine einseitige, nicht zustimmungsbedürftige Weisung des Kunden an die Bank im Rahmen des - im Regelfall bestehenden - Girovertrags. (T8)
    Veröff: SZ 2009/18
  • 9 Ob 3/08v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 9 Ob 3/08v
    Auch; nur T3; nur T4; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 7 Ob 57/11z
    Entscheidungstext OGH 31.08.2011 7 Ob 57/11z
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 2 Ob 204/10d
    Entscheidungstext OGH 20.10.2011 2 Ob 204/10d
    nur T4; Beis wie T6; Veröff: SZ 2011/127
  • 7 Ob 28/15s
    Entscheidungstext OGH 12.03.2015 7 Ob 28/15s
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0017140

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.06.2015

Dokumentnummer

JJR_19791212_OGH0002_0030OB00526_7900000_001

Rechtssatz für 1Ob536/86 1Ob516/88 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017127

Geschäftszahl

1Ob536/86; 1Ob516/88; 2Ob613/89; 1Ob672/90; 1Ob503/92; 1Ob580/94; 1Ob637/94; 8Ob1556/95; 4Ob2259/96a; 4Ob325/98t; 2Ob5/00z; 7Ob188/99v; 1Ob143/00m; 6Ob287/00z; 8Ob287/01s; 2Ob196/03t; 3Ob265/02w; 9Ob128/03v; 7Ob211/05p; 4Ob230/06m; 3Ob166/08w; 8Ob145/09w; 8Ob166/09h; 6Ob53/15k

Entscheidungsdatum

17.03.1986

Norm

ABGB §881 IA
ABGB §1295 Ia2
ABGB §1400 C

Rechtssatz

Aus dem mit dem Kreditinstitut abgeschlossenen Girovertrag können sich Sorgfaltspflichten zugunsten Dritter ergeben. Das reine Vermögen des Dritten ist aber nur dann geschützt, wenn bei der zu erbringenden Leistung erkennbar auch die Interessen des Dritten berührt werden, insbesondere wenn dessen Entschlüsse dadurch beeinflusst wurden. Ist dem Kreditinstitut, das dem Überweisungsempfänger den Erhalt eines Überweisungsauftrages bestätigt, bekannt, dass der Überweisungsempfänger nur leistet, wenn die an ihn zu bewirkende Zahlung sichergestellt ist, hat es den Überweisungsempfänger darauf hinzuweisen, dass durch die Auftragsbestätigung keine vom Deckungsverhältnis unabhängige Verpflichtung begründet wird und die vom Überweisungsempfänger angenommene Sicherheit nicht besteht. Die Unterlassung der Aufklärung begründet eine Verletzung dem Überweisungsempfänger gegenüber bestehender Sorgfaltspflichten, die zum Schadenersatz verpflichtet.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 536/86
    Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 536/86
    Veröff: SZ 59/51 = ÖBA 1986/7 S 301 (zustimmend Koziol) = JBl 1986,381 = RdW 1986,207
  • 1 Ob 516/88
    Entscheidungstext OGH 16.03.1988 1 Ob 516/88
    Veröff: SZ 61/64 = RdW 1988,287 = WBl 1988,331 (dazu Wilhelm) = ÖBA 1988,839 (Koziol)
  • 2 Ob 613/89
    Entscheidungstext OGH 31.01.1990 2 Ob 613/89
    Auch; nur: Aus dem mit dem Kreditinstitut abgeschlossenen Girovertrag können sich Sorgfaltspflichten zugunsten Dritter ergeben. Das reine Vermögen des Dritten ist aber nur dann geschützt, wenn bei der zu erbringenden Leistung erkennbar auch die Interessen des Dritten berührt werden. (T1); Beisatz: Vermögensschäden sind im Falle des Bestehens von Schutzpflichten dann zu ersetzen, wenn die Hauptleistung gerade dem Dritten zukommen sollte. (T2); Veröff: ecolex 1990,348 = ÖBA 1990,726
  • 1 Ob 672/90
    Entscheidungstext OGH 24.10.1990 1 Ob 672/90
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 63/187 = ÖBA 1991,525 (Canaris)
  • 1 Ob 503/92
    Entscheidungstext OGH 19.02.1992 1 Ob 503/92
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Bei der Durchführung eines Überweisungsauftrages in Form der sogenannten zwischenbetrieblichen Überweisung ist auch das reine Vermögen grundsätzlich in den Schutzbereich des Vertrages einbezogen. (T3); Veröff: SZ 65/20 = ÖBA 1992,841 = JBl 1992,713 (Iro)
  • 1 Ob 580/94
    Entscheidungstext OGH 25.10.1994 1 Ob 580/94
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 637/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 637/94
    Vgl; nur: Das reine Vermögen des Dritten ist aber nur dann geschützt, wenn bei der zu erbringenden Leistung erkennbar auch die Interessen des Dritten berührt werden. (T4)
  • 8 Ob 1556/95
    Entscheidungstext OGH 20.09.1995 8 Ob 1556/95
    Vgl auch; nur T4
  • 4 Ob 2259/96a
    Entscheidungstext OGH 15.10.1996 4 Ob 2259/96a
    nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Ein Schuldverhältnis mit Schutzwirkungen für Dritte liegt dann vor, wenn der einen Vertragspartei gegenüber dem Dritten eine "Fürsorgepflicht" obliegt oder wenn sie auf die Sicherheit des Dritten ebensolchen Wert legt wie auf ihre eigene. Grundsätzlich ist demnach der Schuldner des Bankkunden kein Dritter im Sinne der Lehre von den Schutzwirkungen, trifft doch den Kunden im allgemeinen gegenüber seinen Schuldnern keine Schutzpflicht. (T5); Veröff: SZ 69/229
  • 4 Ob 325/98t
    Entscheidungstext OGH 26.01.1999 4 Ob 325/98t
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 5/00z
    Entscheidungstext OGH 20.01.2000 2 Ob 5/00z
    Vgl auch; Beisatz: Allgemeine Pflichten eines Kreditinstituts, Schäden durch Untreuehandlungen in einer fremden Sphäre hintanzuhalten, sind nicht anzuerkennen. (T6); Veröff: SZ 73/11
  • 7 Ob 188/99v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 188/99v
    Beis wie T2
  • 1 Ob 143/00m
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 1 Ob 143/00m
    Ähnlich; nur T4; Beis wie T2; Beisatz: Verwendet die das Girokonto führende Bank die auf dem Konto eingegangenen, vom Kontoinhaber gleichsam treuhänderisch zu haltenden Gelder zur Befriedigung einer eigenen Kreditforderung gegen den Kontoinhaber, obwohl sie weiß, dass es sich dabei um Treuhanderläge handelt, so macht sie sich gegenüber dem Treugeber, der die Gelder auf das Girokonto überweist, schadenersatzpflichtig. (T7); Beisatz: Bei deliktischer Schädigung wird eine Haftung für Vermögensschäden Dritter dann bejaht, wenn bei der zu erbringenden Leistung erkennbar auch die Interessen des Dritten mitverfolgt und dessen Entschlüsse beeinflusst wurden. (T8); Veröff: SZ 73/201
  • 6 Ob 287/00z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2001 6 Ob 287/00z
    Vgl auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 74/167
  • 8 Ob 287/01s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2002 8 Ob 287/01s
    Vgl; nur T4; Beis wie T2; Beis wie T8
  • 2 Ob 196/03t
    Entscheidungstext OGH 12.09.2003 2 Ob 196/03t
    Vgl; Beisatz: Die Vernachlässigung der ihr obliegenden Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns ist einer Bank als Verschulden zuzurechnen. (T9)
  • 3 Ob 265/02w
    Entscheidungstext OGH 22.10.2003 3 Ob 265/02w
    Auch; nur: Das reine Vermögen des Dritten ist aber nur dann geschützt, wenn bei der zu erbringenden Leistung erkennbar auch die Interessen des Dritten berührt werden, insbesondere wenn dessen Entschlüsse dadurch beeinflußt wurden. (T10)
  • 9 Ob 128/03v
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 9 Ob 128/03v
    nur T1; Beis wie T6; Beisatz: Beim Treuhandkonto soll die Leistung der Bank aber gerade an den Treuhänder und nicht an die Treugeber erfolgen. Es wäre widersprüchlich, wollte man zB annehmen, die Bank sei zwar nur gegenüber dem Treuhänder zur Auszahlung eines Guthabens verpflichtet, doch bei schuldhaftem Verzug stehe der Schadenersatzanspruch den Treugebern zu. Dazu kommt, dass der Ersatz reiner Vermögensschäden beim Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter eher zurückhaltend beurteilt wird. (T11)
  • 7 Ob 211/05p
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 211/05p
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 4 Ob 230/06m
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 230/06m
    Beis wie T2; Beis wie T6
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Auch
  • 8 Ob 145/09w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2010 8 Ob 145/09w
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Der Zweck der Geldwäschevorschriften des BWG, insbesondere auch des § 41 leg cit, liegt in der Heranziehung der Finanzinstitute zur Unterstützung der Aufsichts- und Strafbehörden bei der Bekämpfung von Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung und demnach in der Verfolgung von Allgemeininteressen. Diese Bestimmungen sind aber keine Schutznormen zugunsten einzelner Geschädigter aus der Geldwäsche vorangegangenen Vor(straf)taten. (T12); Veröff: SZ 2010/57
  • 8 Ob 166/09h
    Entscheidungstext OGH 22.07.2010 8 Ob 166/09h
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T12
  • 6 Ob 53/15k
    Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 53/15k
    Auch; nur T1; Beis wie T2; nur T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0017127

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.07.2015

Dokumentnummer

JJR_19860317_OGH0002_0010OB00536_8600000_001

Rechtssatz für 1Ob536/86 8Ob572/93 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032943

Geschäftszahl

1Ob536/86; 8Ob572/93; 3Ob1634/94; 1Ob349/99a; 7Ob188/99v; 2Ob196/03t; 6Ob218/05k; 6Ob8/07f; 3Ob166/08w

Entscheidungsdatum

17.03.1986

Norm

ABGB §1400 C

Rechtssatz

Die vom Kreditinstitut dem Überweisungsempfänger erteilte Bestätigung eines erhaltenen Überweisungsauftrages ist im Regelfall nur die Ankündigung einer in Aussicht genommenen Überweisung, der keine Verpflichtungswirkung zukommt. In der Abhängigkeit der Ausführung des Überweisungsauftrages vom Deckungsverhältnis liegt die charakteristische Schwäche des Anspruchs auf die Gutschrift und der wesentliche Unterschied zum Anspruch aus der erteilten Gutschrift. Bei der Bestätigung eines unwiderruflich erteilten Überweisungsauftrages kann dem Kreditinstitut Treuhandfunktion zukommen. Ob eine Kreditunternehmung unter analoger Anwendung des § 1402 ABGB durch eine einfache Mitteilung an den Dritten bereits verpflichtet ist, hängt von der Lage des einzelnen Falles ab und ist unter sorgfältiger Prüfung der Wortfassung zu entscheiden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 536/86
    Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 536/86
    Veröff: SZ 59/51 = ÖBA 1986 H7,301 (zustimmend Koziol) = RdW 1986,207 = JBl 1986,381
  • 8 Ob 572/93
    Entscheidungstext OGH 24.02.1994 8 Ob 572/93
    Beisatz: Hier wurde auf Grund der besonderen Umstände eine selbständige Verpflichtungserklärung angenommen. (T1) Veröff: ÖBA 1994,650
  • 3 Ob 1634/94
    Entscheidungstext OGH 22.02.1995 3 Ob 1634/94
  • 7 Ob 188/99v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 188/99v
    Auch
  • 1 Ob 349/99a
    Entscheidungstext OGH 28.04.2000 1 Ob 349/99a
    Beisatz: In der Mitteilung (Bestätigung) eines erteilten Überweisungsauftrags ist in der Regel nur die Ankündigung beziehungsweise Inaussichtstellung der Gutschrift, nicht aber die Begründung einer selbständigen, vom Deckungsverhältnis unabhängigen Verpflichtung zu erblicken. Der Überweisungsempfänger erwirbt allein auf Grund des Überweisungsauftrags noch keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegenüber der Bank, die die Überweisung auszuführen hat. (T2)
  • 2 Ob 196/03t
    Entscheidungstext OGH 12.09.2003 2 Ob 196/03t
    Vgl auch; Beisatz: Jedenfalls im Zeitpunkt der Gutschrift auf sein Konto (nicht also etwa einer bloßen Bestätigung eines erhaltenen Überweisungsauftrages: erlangt der Kunde einen unmittelbaren Anspruch gegen die Bank, gelangt doch mit der Gutschrift der Zahlung auf dem Konto diese in das Vermögen des Kontoinhabers. (T3)
  • 6 Ob 218/05k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 218/05k
    Beisatz: Hier: Bei Anwendung dieser Grundsätze ist aufgrund der besonderen Umstände eine selbständige, in schlüssiger Form abgegebene Verpflichtungserklärung der beklagten Bank zu bejahen. (T4)
  • 6 Ob 8/07f
    Entscheidungstext OGH 16.03.2007 6 Ob 8/07f
    Auch; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Lediglich wenn der Kunde der Bank einen unwiderruflichen Überweisungsauftrag erteilt, stehen dem Überweisungsempfänger unmittelbar Rechtsansprüche gegen die Bank zu (so schon 8 Ob 572/93). (T5)
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Vertragsauslegung ergibt Widerruflichkeit des Überweisungsauftrags. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0032943

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2009

Dokumentnummer

JJR_19860317_OGH0002_0010OB00536_8600000_002

Rechtssatz für 8Ob641/92 3Ob1566/93 3O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017829

Geschäftszahl

8Ob641/92; 3Ob1566/93; 3Ob513/94; 8Ob2208/96f; 3Ob146/01v; 3Ob125/05m; 9ObA160/07f; 9Ob54/07t; 9ObA40/07h; 3Ob166/08w; 2Ob95/08x; 4Ob220/08v; 4Ob28/09k; 2Ob203/08d; 7Ob214/10m; 4Ob218/11d; 3Ob202/11v; 4Ob105/12p; 2Ob92/11k; 7Ob29/13k; 7Ob91/13b; 4Ob197/13v; 7Ob11/14i; 3Ob122/14h; 10Ob75/15z; 8ObA67/15h; 3Ob76/16x; 5Ob58/18t; 5Ob30/19a; 8ObA44/19g; 1Ob210/19t; 6Ob40/20f

Entscheidungsdatum

03.12.1992

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Eine ergänzende Vertragsauslegung hat nur dann Platz zu greifen, wenn eine "Vertragslücke" vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 641/92
    Entscheidungstext OGH 03.12.1992 8 Ob 641/92
  • 3 Ob 1566/93
    Entscheidungstext OGH 29.09.1993 3 Ob 1566/93
    Auch
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Veröff: ImmZ 1994,487
  • 8 Ob 2208/96f
    Entscheidungstext OGH 17.10.1996 8 Ob 2208/96f
  • 3 Ob 146/01v
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 146/01v
    Beisatz: Selbst wenn man von der Notwendigkeit einer Regelung ausgeht, greift in einem solchen Fall primär das dispositive Recht ein, dessen Zweck es gerade ist, für im Vertrag nicht geregelte Fragen Regeln zur Verfügung zu stellen. (T1)
  • 3 Ob 125/05m
    Entscheidungstext OGH 21.12.2005 3 Ob 125/05m
    Beisatz: Eine Vertragslücke würde voraussetzen, dass der Vertrag planwidrig unvollständig geblieben wäre. (T2)
    Beis wie T1
    Veröff: SZ 2005/190
  • 9 ObA 160/07f
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 9 ObA 160/07f
  • 9 Ob 54/07t
    Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 54/07t
    Vgl auch
  • 9 ObA 40/07h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Zur (Un)Widerruflichkeit eines einer Bank erteilten Überweisungsauftrags. (T3)
  • 2 Ob 95/08x
    Entscheidungstext OGH 27.11.2008 2 Ob 95/08x
    Auch; Beis auch wie T1
  • 4 Ob 220/08v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 220/08v
    Auch; Beis wie T2
    Veröff: SZ 2009/8
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Vgl; Veröff: SZ 2009/48
  • 2 Ob 203/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 203/08d
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 214/10m
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 214/10m
  • 4 Ob 218/11d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 218/11d
    Beis wie T2
  • 3 Ob 202/11v
    Entscheidungstext OGH 18.01.2012 3 Ob 202/11v
    Vgl auch; Auch Beis wie T1
  • 4 Ob 105/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
    Auch
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Beis wie T2; Beisatz: Eine Vertragslücke besteht darin, dass im Vertrag für bestimmte Problemfälle keine Regelung getroffen wurde. (T4)
    Veröff: SZ 2012/81
  • 7 Ob 29/13k
    Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 29/13k
    Vgl auch; Auch Beis wie T1
  • 7 Ob 91/13b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 91/13b
    Auch
  • 4 Ob 197/13v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 197/13v
    Auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T5)
  • 7 Ob 11/14i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 11/14i
  • 3 Ob 122/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
    Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T6)
  • 10 Ob 75/15z
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 Ob 75/15z
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 8 ObA 67/15h
    Entscheidungstext OGH 26.02.2016 8 ObA 67/15h
    Beis ähnlich wie T2
  • 3 Ob 76/16x
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 76/16x
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 5 Ob 58/18t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 58/18t
    Beis wie T2
  • 5 Ob 30/19a
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 5 Ob 30/19a
  • 8 ObA 44/19g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g
    Beis wie T6
  • 1 Ob 210/19t
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 1 Ob 210/19t
    Beis wie T2
  • 6 Ob 40/20f
    Entscheidungstext OGH 15.09.2020 6 Ob 40/20f
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0017829

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2020

Dokumentnummer

JJR_19921203_OGH0002_0080OB00641_9200000_001

Rechtssatz für 2Ob89/95 9Ob156/01h 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0087314

Geschäftszahl

2Ob89/95; 9Ob156/01h; 3Ob166/08w; 3Ob76/16x; 4Ob60/17b

Entscheidungsdatum

07.12.1995

Norm

ABGB §914 IIIf

Rechtssatz

Die Auslegung kann nicht dazu führen, eindeutige Vereinbarungen zu korrigieren; auch die ergänzende Vertragsauslegung darf sich nicht zu dem in Widerspruch setzen, was die Parteien eindeutig vereinbart haben, selbst wenn dies nach der einen oder der anderen Richtung hin unbillig sein sollte.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 89/95
    Entscheidungstext OGH 07.12.1995 2 Ob 89/95
  • 9 Ob 156/01h
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 156/01h
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
  • 3 Ob 76/16x
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 76/16x
    Auch
  • 4 Ob 60/17b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 60/17b
    Beisatz: Negativer Referenzzinssatz. (T1); Veröff: SZ 2017/54

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0087314

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19951207_OGH0002_0020OB00089_9500000_002

Rechtssatz für 2Ob20/99a 2Ob204/05x 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111706

Geschäftszahl

2Ob20/99a; 2Ob204/05x; 4Ob52/06k; 3Ob166/08w; 2Ob154/08y; 2Ob64/09i; 2Ob41/10h; 1Ob20/11i; 4Ob12/11k; 1Ob188/12x; 1Ob251/12m; 4Ob21/14p; 2Ob82/14v; 6Ob3/15g; 6Ob198/15h; 8Ob10/16b; 2Ob100/16v; 2Ob117/16v; 9ObA89/17d; 2Ob182/17d; 6Ob234/17f; 6Ob147/18p; 5Ob118/19t; 5Ob229/20t

Entscheidungsdatum

11.02.1999

Norm

ABGB §1295 Ia3f

Rechtssatz

Bei der Frage des rechtmäßigen Alternativverhaltens geht es darum, ob ein rechtswidrig handelnder Täter selbst dann für den verursachten Schaden zu haften hat, wenn er denselben Nachteil sonst durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 20/99a
    Entscheidungstext OGH 11.02.1999 2 Ob 20/99a
  • 2 Ob 204/05x
    Entscheidungstext OGH 19.12.2005 2 Ob 204/05x
    Auch; Beisatz: Es obliegt ihm der Beweis, dass der Schaden auch im Falle vorschriftsmäßigen Verhaltens, das heißt ohne die Verletzung der Schutznorm eingetreten wäre. (T1)
    Beisatz: Nur der im Vermögen des am Prozess beteiligten Geschädigten - hypothetisch und tatsächlich - eingetretene rechnerische Schaden, nicht aber auch der Schaden eines sonstigen Unfallsbeteiligten, ist für die Beurteilung des Einwandes des rechtmäßigen Alternativverhaltens des Schädigers von maßgeblicher Bedeutung. (T2)
  • 4 Ob 52/06k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 52/06k
    Ähnlich; Beisatz: Umgekehrt muss aber auch dem Geschädigten bei Vorliegen der sonstigen Anspruchsvoraussetzungen zugestanden werden, dass er einen von ihm (möglicherweise) rechtswidrig getätigten Aufwand ersetzt bekommt, wenn der vom Schädiger rechtswidrig und schuldhaft verursachte Aufwand bei einem rechtmäßigen Verhalten des Geschädigten jedenfalls weit höher gewesen wäre als der tatsächlich getätigte. Bei krass rechtswidrigem (zum Beispiel strafgesetzwidrigem) Verhalten wäre zwar möglicherweise anders zu entscheiden; dafür gibt es hier aber keinen Anhaltspunkt. (T3)
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Auch; Beisatz: Hier: Zum Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens bei Ausstellung einer Bankgarantie anstelle einer Bestätigung über einen widerruflich erteilten Überweisungsauftrag. (T4)
  • 2 Ob 154/08y
    Entscheidungstext OGH 27.11.2008 2 Ob 154/08y
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 64/09i
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 64/09i
    Auch; Auch Beis wie T1
  • 2 Ob 41/10h
    Entscheidungstext OGH 07.10.2010 2 Ob 41/10h
    nur: Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos. (T5)
    Beis wie T1
  • 1 Ob 20/11i
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 1 Ob 20/11i
    Auch; nur: Bei der Frage des rechtmäßigen Alternativverhaltens geht es darum, ob ein rechtswidrig handelnder Täter selbst dann für den verursachten Schaden zu haften hat, wenn er denselben Nachteil sonst durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T6)
  • 4 Ob 12/11k
    Entscheidungstext OGH 20.09.2011 4 Ob 12/11k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterlassungsansprüche nach dem UWG. (T7)
  • 1 Ob 188/12x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 188/12x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 1 Ob 251/12m
    Entscheidungstext OGH 11.04.2013 1 Ob 251/12m
    Vgl; Beisatz: Im Fall des Einwands rechtmäßigen Alternativverhaltens ist dem hypothetischen Kausalverlauf aber ein sonst gesetzeskonformes Verhalten des Schädigers zugrunde zu legen. (T8)
  • 4 Ob 21/14p
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 21/14p
    Vgl auch
  • 2 Ob 82/14v
    Entscheidungstext OGH 02.10.2014 2 Ob 82/14v
    Beisatz: Der Hinweis auf ein rechtmäßiges Alternativverhalten setzt voraus, dass ein rechtmäßiges Verhalten des Schädigers zu demselben Schaden geführt hätte. Der Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens führt somit nur dann zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Schädigers, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T9)
    nur: Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos. (T10)
  • 6 Ob 3/15g
    Entscheidungstext OGH 01.09.2015 6 Ob 3/15g
    Vgl aber; Beisatz: Wer strafrechtliche Untreue begeht, handelt grob rechtswidrig. Dem Sanktions- und Präventionsgedanken des Schadenersatzrechts kommt in diesem Fall erhöhtes Gewicht zu, sodass eine volle Haftung des Täters gerechtfertigt ist. (T11);
    Veröff: SZ 2015/88
  • 6 Ob 198/15h
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 198/15h
    Auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 10/16b
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 8 Ob 10/16b
    Auch
  • 2 Ob 100/16v
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 2 Ob 100/16v
    nur T10; Veröff: SZ 2017/6
  • 2 Ob 117/16v
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
    Auch; Veröff: SZ 2017/69
  • 9 ObA 89/17d
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 89/17d
    Auch
  • 2 Ob 182/17d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 2 Ob 182/17d
    Beisatz: Es ist das in jeder Weise rechtmäßige Verhalten zugrundezulegen. (T12)
    Beisatz: Hier: Der Schaden wäre auch ohne Geschwindigkeitsüberschreitung eingetreten, durch das gänzliche Unterlassen des verbotswidrigen Überholmanövers aber unterblieben. (T13)
  • 6 Ob 234/17f
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 234/17f
    Auch; nur T6; Beis wie T1; Beis wie T9; Beisatz: Beim rechtmäßigen Alternativverhalten hat ein tatsächliches Ereignis den Schaden verursacht, das zweite Ereignis hat hingegen nie stattgefunden, sondern wird bloß hypothetisch angenommen. (T14)
  • 6 Ob 147/18p
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 147/18p
    Auch; nur: Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T15)
  • 5 Ob 118/19t
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 118/19t
  • 5 Ob 229/20t
    Entscheidungstext OGH 18.03.2021 5 Ob 229/20t
    nur T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111706

Im RIS seit

13.03.1999

Zuletzt aktualisiert am

18.05.2021

Dokumentnummer

JJR_19990211_OGH0002_0020OB00020_99A0000_001

Rechtssatz für 1Ob44/05k 3Ob166/08w 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120031

Geschäftszahl

1Ob44/05k; 3Ob166/08w; 4Ob28/09k

Entscheidungsdatum

10.05.2005

Norm

ABGB §880a A
ABGB §880a B
ABGB §1478

Rechtssatz

Enthält eine Bankgarantie eine Effektivklausel, nach der Zahlung nur zu leisten ist, wenn das Erreichen eines bestimmten Baufortschritts ohne wesentliche Mängel vom Garantieauftraggeber und Schuldner des Garantiebegünstigten bestätigt wird, und verweigert der Schuldner zu Unrecht eine solche Bestätigung, so kann der Begünstigte Zahlung aus der Garantie verlangen, wenn er der Bank die Ausfertigung eines gegen den Schuldner erwirkten rechtskräftigen Urteils vorlegt, aus dem sich die zu bestätigenden Tatsachen klar ergeben. Die Verjährung des Auszahlungsanspruchs beginnt dann mit Vorliegen des rechtskräftigen Urteils ohne Rücksicht auf die Fälligkeit des Werklohns oder auf einen früheren, wegen Fehlens der geforderten Bestätigung unwirksamen Abruf.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 44/05k
    Entscheidungstext OGH 10.05.2005 1 Ob 44/05k
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Ähnlich
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Auch; Veröff: SZ 2009/48

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120031

Im RIS seit

09.06.2005

Zuletzt aktualisiert am

18.09.2012

Dokumentnummer

JJR_20050510_OGH0002_0010OB00044_05K0000_001

Entscheidungstext 3Ob166/08w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

3Ob166/08w

Entscheidungsdatum

03.09.2008

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Schiemer als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Prückner, Hon.-Prof. Dr. Sailer und Dr. Jensik sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Fichtenau als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei H***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Franz Gütlbauer ua Rechtsanwälte in Wels, wider die beklagte Partei R***** reg GenmbH, *****, vertreten durch Dr. Paul Fuchs, Rechtsanwalt in Thalheim bei Wels, wegen 45.131,38 EUR sA, infolge Rekurses der beklagten Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 5. Mai 2008, GZ 3 R 5/08p-23, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichts Wels vom 8. November 2007, GZ 26 Cg 5/07z-17, aufgehoben und die Rechtssache zur ergänzenden Verhandlung und neuerlichen Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben.

Die Kosten des Rekursverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Die Hälfteeigentümer einer Liegenschaft, ein Ehepaar (im Folgenden: die Bauherren bzw Bauherr und/oder Bauherrin), erteilten im Juni 2003 einem Bauunternehmen den Auftrag zur Lieferung eines Blockhauses zum Preis von 214.800 EUR. Das Bauunternehmen erteilte für einen Teil der Arbeiten dem klagenden Zimmereiunternehmen einen Subauftrag. In der Auftragsbestätigung vom 4. September 2003 forderte die klagende Partei von ihrem Auftraggeber eine Bankgarantie über die Auftragssumme von 45.321,60 EUR. Das Bauunternehmen wandte sich deshalb an die Bauherren, die den Hausbau über die beklagte Bank finanzierten. Der Bauherr war zur Stellung einer Bankgarantie bereit. Nach Besprechungen mit Angestellten der Bank wurde die gegenüber einer Bankgarantie kostengünstigere (kostenlose) Variante der Sicherstellung im Wege einer Überweisungsbestätigung gewählt, womit die klagende Partei einverstanden war. Die Überweisungsbestätigung hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr O*****,

es wird Ihnen bestätigt, dass wir nach Vorlage einer korrekten Übernahmsbestätigung (Lieferschein), bestätigt durch Herrn Dr. Peter und Frau Gabriele W*****, auf ihr Konto 3.911.286 (bei unserem Institut) insgesamt

EUR 45.321,60

überweisen.

Zahlungsvereinbarung: Bei Lieferung der Holzriegelwände und des Dachstuhls 50 % der Pauschalsumme. Rest bei Schlußrechnung (Zahlung innerhalb 14 Tagen mit 4 % Skonto).

Lieferung an: Dr. Peter und Gabriele W*****."

Die klagende Partei führte einen Teil der Arbeiten durch und erhielt vom Bauunternehmen nach gelegter Teilrechnung einen Betrag von 20.000 EUR. Da die zweite Teilrechnung nicht bezahlt wurde, stellte die klagende Partei die restlichen Arbeiten ein. Die Bauherren bezogen im März 2004 das Objekt und teilten der Gemeinde die Baufertigstellung mit. Dessen ungeachtet stehen sie auf dem Standpunkt, dass das gelieferte Werk Mängel aufweise, und erteilten bislang keine Übernahmebestätigung im Sinne der Überweisungsbestätigung. Die klagende Partei begehrte von der beklagten Bank vergeblich Zahlung aufgrund der Überweisungsbestätigung. Am 9. März 2004 widerrief der Bauherr gegenüber der beklagten Bank die „Zahlungsbestätigung vom 22. September 2003". Eine Übernahmebestätigung sei nicht möglich. Die Bezahlung sei bereits an das Bauunternehmen erfolgt. Mit Schreiben vom 9. März 2004 teilte die beklagte Bank der klagenden Partei mit, dass aufgrund des Widerrufs des Bauherrn die Überweisungsbestätigung widerrufen werde. Über das Vermögen des Inhabers des Bauunternehmens wurde am 3. November 2005 das Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Mit ihrer am 1. Februar 2005 beim Bezirksgericht Wels zu AZ 13 C 193/05t eingebrachten Klage begehrte die klagende Partei gegenüber den dort beklagten Bauherren die Feststellung, dass das auf deren Grundstück errichtete, vom Bauunternehmen erworbene Holzhaus von den Beklagten übernommen und in Benützung genommen worden sei und stellte das Eventualbegehren, die Beklagten seien schuldig, der klagenden Partei eine Übernahmebestätigung (Lieferschein) auszustellen. Diese Klagevorbringen wurden vom Berufungsgericht (LG Wels AZ 21 R 236/06i) in Abänderung der erstinstanzlichen Entscheidung abgewiesen. Der Oberste Gerichtshof wies am 16. März 2007 die Revision der klagenden Partei als unzulässig zurück (6 Ob 8/07f).

Die am 24. Jänner 2007 beim Erstgericht eingelangte, auf Zahlung von 45.131,38 EUR gerichtete Klage stützt die klagende Partei auf die Überweisungsbestätigung vom 22. September 2003, die als „liquide Sicherheit" anzusehen sei. Dem Widerruf der Überweisungsbestätigung sei widersprochen worden. Die beklagte Partei habe Zahlung bei Vorlage der Übernahmebestätigung aber auch für den Fall zugesagt, wenn einem der Klagebegehren des gegen die Bauherren anhängigen Prozesses stattgegeben werde. Hilfsweise stützte die klagende Partei für den Fall der Klageabweisung im Vorprozess ihren Zahlungsanspruch auf Schadenersatzrecht. Die beklagte Bank hätte die klagende Partei darüber informieren und warnen müssen, dass die Überweisungsbestätigung gegenüber einer Bankgarantie keine ausreichende Sicherheit darstelle. Ohne Vorliegen einer Garantie hätte die klagende Partei mit den Arbeiten nicht begonnen. Die beklagte Partei müsse aber auch aufgrund der Überweisungsbestätigung bei Erbringung eines der Übernahmebestätigung gleichwertigen Nachweises zahlen, der schon nach dem erstinstanzlichen Urteil im Vorprozess erbracht sei, wonach die Bauherren das Objekt übernommen hätten und dieses bewohnten.

Die beklagte Partei beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Der Klageanspruch sei wegen nicht gehöriger Fortsetzung des Verfahrens (der vorliegende Prozess war in der Tagsatzung vom 14. März 2007 bis zur rechtskräftigen Beendigung des Vorprozesses AZ 13 C 193/05t des Bezirksgerichts Wels unterbrochen worden) verjährt. Der Klageanspruch sei auch nicht berechtigt, weil die Bank zur Überweisung nur verpflichtet sei, wenn eine „korrekte", also mängelfreie Bestätigung der Übernahme des Gewerks vorgelegt werde. Die beklagte Partei sei im März 2004 über massive Mängel des Bauwerks informiert worden. Bloße Feststellungen im Vorprozess über das Beziehen des Objekts durch die Bauherren seien kein gleichwertiger Nachweis. Die Ausformulierung der Haftungsübernahme sei in Absprache mit dem Bauherren und der klagenden Partei erfolgt. Die Überweisungsbestätigung sei ausschließlich zur Absicherung der Werklohnforderung laut Auftrag über den Betrag von 45.321,60 EUR, nicht jedoch für im Nachhinein erbrachte zusätzliche Regieleistungen ausgestellt worden. Die beklagte Partei wäre daher höchstens für 50 % des Haftungsbetrags haftbar, weil die erste Tranche nicht abgerufen worden sei. Das Gewerk der klagenden Partei weise nach wie vor beträchtliche Mängel auf. Die Bauherren hätten der beklagten Partei einen unwiderruflichen Überweisungsauftrag erteilt. Es könne daher keine Schutzpflichtverletzung der beklagten Partei vorliegen. Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Von seinen über den schon wiedergegebenen Sachverhalt hinausgehenden Feststellungen ist noch Folgendes hervorzuheben:

Der in der Überweisungsbestätigung enthaltene Betrag sollte aus dem den Bauherren von der beklagten Partei eingeräumten Kreditrahmen angewiesen werden. Die Zahlung sei auf dem Wohnbaukonto des Bauherren „reserviert" worden.

In rechtlicher Hinsicht führte das Erstgericht im Wesentlichen aus, dass keine Verjährung des Klageanspruchs vorliege, weil bis zum Fortsetzungsantrag Vergleichsgespräche geführt worden seien. Der Überweisungsauftrag sei mündlich erteilt worden. Im Wege ergänzender Vertragsauslegung sei die Unwiderruflichkeit des Überweisungsauftrags zu bejahen. Der Bauherr sei an die beklagte Partei mit dem Wunsch um Ausstellung einer Bankgarantie herangetreten. Ein jederzeit widerrufbarer Überweisungsauftrag hätte die ausgestellte Überweisungsbestätigung völlig wertlos gemacht. Der schriftlich erfolgte Widerruf des Überweisungsauftrags sei rechtlich wirkungslos. Es läge daher keine Verletzung von Schutz- oder Sorgfaltspflichten der beklagten Partei vor. Mangels Ausstellung einer „korrekten Rahmenbestätigung (Lieferschein)" durch die Bauherren sei die beklagte Partei jedoch nicht zur Auszahlung verpflichtet.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der klagenden Partei Folge und hob das erstinstanzliche Urteil zur Verfahrensergänzung auf. Es beurteilte den festgestellten Sachverhalt rechtlich unter Wiedergabe von Begründungsteilen des Zurückweisungsbeschlusses des Obersten Gerichtshofs, 6 Ob 8/07f, im Wesentlichen wie folgt:

Der Oberste Gerichtshof habe im Vorprozess die Überweisungsbestätigung als widerruflich „bzw die entsprechende Rechtsmeinung des Berufungsgerichts als vertretbar" qualifiziert. Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofs stünden der klagenden Partei daher keine Ansprüche gegenüber der Bank aus der Überweisungsbestätigung vom 22. September 2003 zu. Dies erkenne nach Ansicht des Berufungsgerichts die klagende Partei nunmehr selbst, wenn sie in ihrer Rechtsrüge anschließend an gegenteilige Rechtsausführungen letztendlich ausgeführt habe: „Der Überweisungsbestätigung lag daher kein - jedenfalls kein unwiderruflicher - Überweisungsauftrag zugrunde, weshalb wir im Sinne der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu 6 Ob 8/07f gegenüber der beklagten Partei keinen Anspruch aus der Überweisungsbestätigung ableiten können". Das Berufungsgericht verweise deshalb zur Frage der Verneinung des Klageanspruchs aus dem Titel der Überweisungsbestätigung auf die Rechtsausführungen des Obersten Gerichtshofs im Vorprozess.

Das Verfahren sei aber wegen des geltend gemachten Schadenersatzanspruchs noch nicht spruchreif. Die klagende Partei habe die Verletzung vertraglicher Schutz- und Sorgfaltspflichten wegen ihrer ständigen Geschäftsbeziehung zur beklagten Partei dahin releviert, der beklagten Partei sei bekannt gewesen, dass die klagende Partei nur bei Vorhandensein einer entsprechenden Sicherheit zur Leistung an das Bauunternehmen bereit gewesen sei. Die beklagte Partei hätte daher darauf hinweisen müssen, dass es sich bei der Überweisungsbestätigung nicht um eine abstrakte Garantie handle. Zu diesem Vorbringen hätte das Erstgericht Feststellungen treffen müssen. Fest stehe, dass die klagende Partei zur beklagten Partei einen Geschäftskontakt über eine Kontoverbindung unterhalten habe. Die beklagte Partei treffen daher Schutz- und Sorgfaltspflichten. Bei Verletzung einer Aufklärungspflicht sei der Geschädigte so zu stellen wie er bei ordnungsgemäßer Aufklärung stünde. Der beklagten Partei sei bekannt gewesen, dass die klagende Partei die Beibringung einer Bankgarantie wollte. Es sei aber nicht festgestellt worden, ob die beklagte Partei im Zuge der geführten Gespräche die von ihr vorgeschlagene Überweisungsbestätigung als das Gleiche wie eine Bankgarantie dargestellt und nicht auf deren Widerruflichkeit hingewiesen habe. Wenn dies zutreffen sollte, hätte sich die beklagte Partei einer Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht schuldig gemacht. Der Klageanspruch sei auch nicht verjährt. Nach Fassung des Unterbrechungsbeschlusses sei das Erstgericht zur amtswegigen Fortsetzung des Verfahrens verpflichtet gewesen. Der Fall einer ungebührlichen Untätigkeit der klagenden Partei nach Zustellung der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs am 17. April 2007 läge nicht vor. Der Fortsetzungsantrag sei nach Scheitern der geführten Vergleichsverhandlungen gestellt worden.

Im fortgesetzten Verfahren werde das Erstgericht die Tatsachengrundlage im aufgezeigten Sinn zu ergänzen und detaillierte Feststellungen darüber zu treffen haben, ob die Überweisungsbestätigung von der beklagten Partei „als das Gleiche wie eine Bankgarantie dargestellt und auf deren Unwiderruflichkeit nicht hingewiesen" worden sei. Sollte danach eine Verletzung der Aufklärungspflicht feststehen, werde das Erstgericht Feststellungen zum hypothetischen Verhalten der klagenden Partei bei ordnungsgemäßer Aufklärung sowie zur Schadenshöhe zu treffen haben. Das Berufungsgericht sprach aus, dass der Rekurs an den Obersten Gerichtshof nach § 519 Abs 1 Z 2 ZPO zulässig sei.

Mit ihrem Rekurs beantragt die beklagte Partei die Wiederherstellung des erstinstanzlichen Urteils.

Die klagende Partei beantragt mit ihrer Rekursbeantwortung, aus Anlass des Rekurses dem Klagebegehren stattzugeben, hilfsweise die Zurückweisung des Rekurses als unzulässig bzw dem Rekurs nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs der beklagten Partei ist zwar zulässig, aber nicht berechtigt.

I. Zu den Parteibehauptungen über die Widerruflichkeit oder Unwiderruflichkeit des Überweisungsauftrags bzw der Überweisungsbestätigung sowie zur Rechtsansicht des Berufungsgerichts, es läge nur eine widerrufliche Überweisungsbestätigung vor:

1. Die Besonderheit des vorliegenden Falls liegt darin, dass die klagende Partei ihren Zahlungsanspruch mit einander ausschließenden Sachverhalten begründet. Waren der Überweisungsauftrag der Bauherren und die darüber ausgestellte Überweisungsbestätigung unwiderruflich, kann dem auf die Verletzung von Schutzpflichten der Bank gestützten Schadenersatzbegehren nicht stattgegeben werden, weil die klagende Partei ja eine einer Bankgarantie entsprechende Sicherheit erhalten hätte. Der auf diese Sicherheit gestützte Anspruch ist aber vor Erfüllung der mit der Effektivklausel verbundenen Bedingung noch nicht gegeben. Der Schadenersatzanspruch setzt demgegenüber Widerruflichkeit des Überweisungsauftrags und der darauf basierenden Überweisungsbestätigung voraus, wovon das Berufungsgericht mit zu überprüfender Begründung ausging.

2. Im Rekursverfahren behauptet die beklagte Rekurswerberin (die fälschlich ihren Rekurs als Rekurs der klagenden Partei überschreibt) unter mehrfacher (15x !) offenbar als Verstärkung der Argumentationskraft gedachter Verwendung der Floskel „mehr als deutlich", dass beide Prozessparteien von einer Unwiderruflichkeit der Überweisungsbestätigung ausgegangen seien. Dies trifft nicht zu. Wohl hat sich die klagende Partei auch auf die Unwiderruflichkeit der als abstraktes Zahlungsversprechen der Bank qualifizierten Überweisungsbestätigung berufen, daneben aber eben auch darauf, dass diese Bestätigung keine einer Bankgarantie gleichwertige Sicherheit darstelle, dass also kein unwiderruflicher Überweisungsauftrag vorliege. Darüber hätte die Bank aufklären müssen (ON 8). Es liegt also keineswegs eine außerstreitgestellte Unwiderruflichkeit der Überweisungsbestätigung vor.

3. Die beklagte Rekurswerberin verweist zwar richtig auf den Umstand, dass das Berufungsgericht seine Ansicht über die Widerruflichkeit der Überweisungsbestätigung überwiegend nur auf die Begründung des Zurückweisungsbeschlusses 6 Ob 8/07f im Vorprozess stützte. Eine Bindungswirkung der rechtskräftigen Vorentscheidung ist schon mangels Parteienidentität in beiden Verfahren zu verneinen (RIS-Justiz RS0041572 uva). Grundlage der rechtlichen Beurteilung im vorliegenden Fall sind daher ausschließlich die hier getroffenen Feststellungen und nicht diejenigen des Vorprozesses. Wenn dort auf Basis anderer Parteibehauptungen und eines allenfalls anders festgestellten Sachverhalts die Überweisungsbestätigung (und der Überweisungsauftrag) als widerruflich qualifiziert wurde, ist dies für die hier vorzunehmende rechtliche Prüfung ohne Einfluss.

II. Vorauszuschicken sind die in der oberstgerichtlichen Rechtsprechung zum Überweisungsauftrag und zur Überweisungsbestätigung vertretenen Grundsätze, wie sie in der Entscheidung 6 Ob 8/07f dargelegt wurden:

a) Der Überweisungsempfänger erwirbt durch den Überweisungsauftrag noch keinen Überweisungsanspruch durch die Bank (RIS-Justiz RS0017140).

b) Die Überweisungsbestätigung der Bank ist nur die Ankündigung einer in Aussicht genommenen Überweisung. Nur wenn ein unwiderruflicher Überweisungsauftrag erteilt wurde und darüber eine Überweisungsbestätigung ausgestellt wird, hat der Überweisungsempfänger einen unmittelbaren Anspruch gegen die Bank (8 Ob 572/93). In diesem Fall könnte im Sinne des Vorbringens beider Parteien von einer einer Bankgarantie gleichwertigen Sicherheit gesprochen werden.

Zu unterscheiden ist daher zwischen unwiderruflichem Überweisungsauftrag und der Überweisungsbestätigung darüber:

Dass die Bauherren (zumindest der Mann und dieser mangels gegenteiliger Parteibehauptungen namens der Frau) der Bank einen Überweisungsauftrag erteilten, kann den Feststellungen zumindest schlüssig entnommen werden, war der Hälfteeigentümer der Liegenschaft doch sogar zur Stellung einer Bankgarantie bereit, was nur aus Kostengründen unterblieben ist. Eine Überweisungsbestätigung der Bank ohne Überweisungsauftrag wäre geradezu sinnwidrig. Festgestellt wurde schließlich, dass die zu sichernde Zahlung auf dem Wohnbaukonto des Bauherrn „reserviert" wurde. Aus dem im Rahmen seiner rechtlichen Beurteilung vom Erstgericht festgestellten mündlichen Überweisungsauftrag ergibt sich jedoch noch nicht, dass auch festgestellt wurde, der Überweisungsauftrag wäre unwiderruflich erfolgt. Das Erstgericht bejahte dies, ohne konkrete Feststellungen getroffen zu haben, nur im Rahmen der rechtlichen Beurteilung in ergänzender Vertragsauslegung.

III. Zu einer ergänzenden Vertragsauslegung besteht auf dem Boden der getroffenen, vom Berufungsgericht übernommenen, Feststellungen kein Anlass. Es ist vielmehr der rechtlichen Beurteilung des Berufungsgerichts über die Widerruflichkeit des Überweisungsauftrags des Bauherrn beizutreten:

1. Klarzustellen ist, dass die Frage der Widerruflichkeit oder Unwiderruflichkeit zunächst eine strittige Tatfrage ist, zu der das Erstgericht (wieder nur im Rahmen der rechtlichen Beurteilung) feststellte, dass „zur Frage eines Widerrufs keine Regelung getroffen" worden war (gemeint: zwischen Bank und Bauherrn). Dies allein rechtfertigt noch nicht die Unterstellung eines unwiderruflich erteilten Überweisungsauftrags. Die Auslegung kann nicht dazu führen, eindeutige Vereinbarungen zu korrigieren. Auch die ergänzende Vertragsauslegung darf sich nicht mit dem in Widerspruch setzen, was die Parteien vereinbart haben, selbst wenn dies nach der einen oder der anderen Richtung hin unbillig sein sollte (RIS-Justiz RS0087314). Eine ergänzende Vertragsauslegung hat nur dann Platz zu greifen, wenn eine Vertragslücke vorliegt (RIS-Justiz RS0017829), also der Vertrag planwidrig unvollständig geblieben ist (3 Ob 125/05m = SZ 2005/190). Für die Ansicht, der Überweisungsauftrag des Bauherrn wäre „planwidrig" ohne Verzicht auf Widerruf erteilt worden, ist im festgestellten Sachverhalt kein Anhaltspunkt zu finden. Schon der später erfolgte und von der beklagten Bank auch akzeptierte Widerruf des Bauherrn spricht dagegen. Wenn daher nur feststeht, dass beim mündlich erteilten Überweisungsauftrag über die Unwiderruflichkeit nichts gesprochen und auch in der Überweisungsbestätigung auf eine solche nicht hingewiesen wurde, ist die rechtliche Beurteilung, es liege nur der Fall der Ankündigung einer in Aussicht genommenen Überweisung vor, womit der Überweisungsempfänger noch keine Gläubigerposition erhält und der Überweisungsauftrag widerrufen werden kann, nicht zu beanstanden.

IV. Die vom Berufungsgericht zum auf Schadenersatzrecht gestützten Klagebegehren für notwendig erachteten Verfahrensergänzungen beruhen auf keiner rechtlichen Fehlbeurteilung:

Zur Bejahung von Schutz- und Sorgfaltspflichten der beklagten Partei aufgrund ihrer schon zur klagenden Partei bestandenen, im Revisionsverfahren unstrittigen Geschäftsbeziehung kann auf die zutreffende Begründung des Berufungsgerichts verwiesen werden. Hätte die beklagte Partei bei Kenntnis des Wunsches der klagenden Partei auf Ausstellung einer Bankgarantie nicht über die Widerruflichkeit des Überweisungsauftrags und die dadurch bewirkte fehlende Sicherheit der Überweisungsbestätigung aufgeklärt, stünde eine Verletzung der Sorgfaltspflicht fest (1 Ob 536/86 = SZ 59/51 ua; RIS-Justiz RS0017127), die zur Grundlage von Schadenersatzforderungen gemacht werden kann.

V. Zum Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens:

1. Der Schadenersatzforderung hat die beklagte Partei den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens entgegengesetzt, dass auch bei ordnungsgemäßer Aufklärung der behauptete Schaden, insbesondere die frustrierten Aufwendungen der klagenden Partei, entstanden wäre. Im Fall der Aufklärung wäre die verlangte Bankgarantie mit gleichlautender Effektivklausel ausgestellt worden und der gegen die Beklagte gerichtete Zahlungsanspruch ebenfalls wegen Nichterfüllung der Bedingung der Vorlage einer Übernahmebestätigung der Bauherrn abzuweisen.

Dieser Rechtsansicht ist entgegenzutreten:

2. Beim rechtmäßigen Alternativverhalten kommt es zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre (RIS-Justiz RS0111706).

3. Die beklagte Partei verkürzt die der klagenden Partei durch die (noch festzustellende) Unterlassung der Information und Warnung entstandenen Nachteile darauf, dass die klagende Partei nach entsprechender Aufklärung eine Bankgarantie mit Effektivklausel oder aber eine dieser gleichkommende Überweisungsbestätigung über einen unwiderruflich erteilten Überweisungsauftrag erhalten hätte und dass dann ebenfalls kein Zahlungsanspruch wegen fehlender Übernahmebestätigung der Bauherrn bestünde. Selbst wenn man von einer Bereitschaft und Fähigkeit der Bank zur Gewährung der von der klagenden Partei geforderten Sicherheit ausginge und diese Sicherheit unterstellt, übersieht die Rekurswerberin die von ihr herbeigeführten nachteiligen Folgen, dass es nämlich der klagenden Partei nach erfolgloser Klageführung im Vorprozess verwehrt ist, vom Garantieauftraggeber bzw Auftraggeber eines unwiderruflichen Überweisungsauftrags die Ausstellung einer Übernahmebestätigung einklagen zu können. Mit einer Bankgarantie wäre eine Rechtsbeziehung zwischen der klagenden Partei (dem Subunternehmer) und dem Auftraggeber (dem Bauherrn) entstanden und hätte die Berechtigung des Werklohns nach Feststellung der Mängelfreiheit in einem Prozess festgestellt werden können. Die beklagte Partei hat also nicht nur die unterlassene Aufklärung, sondern auch den Widerruf des Überweisungsauftrags und die dadurch für die klagende Partei bewirkte Unmöglichkeit zu vertreten, die vom Bauherrn zur Verweigerung der Lieferbestätigung aufgestellten Behauptungen über Mängel des Werks in einem Prozess zu widerlegen und mit einem klagestattgebenden Urteil einen der Übernahmebestätigung gleichwertigen Nachweis erbringen zu können (10 Ob 51/03b; 1 Ob 44/05k).

4. Daraus folgt, dass zum Prozessthema über den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens auch die Mängelfreiheit des Werks der klagenden Partei gehört. Auch zu diesem Punkt ist dem Ergänzungsauftrag des Berufungsgerichts nicht entgegenzutreten.

VI. Ein im zweiten Rechtsgang abschließend erledigter Streitpunkt ist die von den Vorinstanzen zutreffend verneinte Verjährung des auf Schadenersatzrecht gestützten Klageanspruchs.

Der Ausspruch über die Kosten des Rekursverfahrens beruht auf § 52 ZPO.

Schlagworte

Kennung XPUBL - XBEITR Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in ZFR 2009/15 S 31 - ZFR 2009,31 = bbl 2009,37/26 - bbl 2009/26 = ÖBA 2009,303/1539 (Rummel) - ÖBA 2009/1539 (Rummel) = ecolex 2009/8 S 32 - ecolex 2009,32 XPUBLEND

Anmerkung

E88660 3Ob166.08w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:0030OB00166.08W.0903.000

Zuletzt aktualisiert am

04.08.2009

Dokumentnummer

JJT_20080903_OGH0002_0030OB00166_08W0000_000