Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob191/75 5Ob626/76 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0014885

Geschäftszahl

1Ob191/75; 5Ob626/76; 6Ob592/77; 1Ob520/78; 6Ob511/78; 1Ob617/79; 1Ob686/79; 3Ob666/78; 8Ob523/80; 3Ob570/79; 5Ob527/81; 1Ob723/81; 7Ob691/81; 3Ob509/82; 1Ob3/83; 3Ob504/83; 1Ob634/83; 7Ob680/83; 1Ob704/84; 1Ob691/84; 8Ob511/86; 7Ob669/86; 7Ob12/87; 8Ob581/87; 1Ob539/88; 4Ob406/87; 9ObA208/89; 7Ob524/91; 7Ob619/91; 1Ob525/94; 8Ob29/94; 3Ob509/95; 4Ob2027/96h; 4Ob127/97y; 1Ob195/00h; 1Ob110/02m; 9ObA243/02d; 3Ob25/03b; 6Ob12/05s; 9ObA22/06k; 9Ob17/06z; 4Ob44/07k; 9ObA18/08z; 7Ob20/11h; 4Ob117/15g

Entscheidungsdatum

08.10.1975

Norm

ABGB §871 A
ABGB §878
ABGB §1295 IIf7b

Rechtssatz

Mögliche Geschäftspartner treten schon mit der Kontaktaufnahme in ein beiderseitiges vorvertragliches Schuldverhältnis, das die Beteiligten insbesondere verpflichtet, einander über die Beschaffenheit der in Aussicht genommenen Leistungsgegenstände aufzuklären und Umstände mitzuteilen, die einem gültigen Vertragsabschluss entgegenstehen. Eine Verletzung dieser Verpflichtungen macht bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 1295 ABGB schadenersatzpflichtig.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 191/75
    Entscheidungstext OGH 08.10.1975 1 Ob 191/75
    Veröff: SZ 48/102 = EvBl 1976/106 S 209 = NZ 1977,108 = JBl 1976,205
    (m Anm v Bydlinski)
  • 5 Ob 626/76
    Entscheidungstext OGH 06.07.1976 5 Ob 626/76
    Beisatz: Das die Geschäftspartner zu gegenseitiger Rücksichtnahme bei der Vorbereitung und beim Abschluss des Geschäftes verpflichtet. (T1)
    Veröff: SZ 49/94 = EvBl 1976/282 S 657 = JBl 1977,315
  • 6 Ob 592/77
    Entscheidungstext OGH 26.05.1977 6 Ob 592/77
    Beisatz: Übertriebene Behauptung von Mängeln eines Bauwerkes, sodass letztlich Rücktritt erfolgt. (T2)
  • 1 Ob 520/78
    Entscheidungstext OGH 08.03.1978 1 Ob 520/78
    Beisatz: Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten bilden kein selbständiges Schuldverhältnis, sondern sind ein Teil des durch den Vertragsabschluss begründeten Schuldverhältnisses. (T3)
    Veröff: SZ 51/26 = JBl 1979,201
  • 6 Ob 511/78
    Entscheidungstext OGH 27.04.1978 6 Ob 511/78
    Zweiter Rechtsgang zu 6 Ob 592/77
  • 1 Ob 617/79
    Entscheidungstext OGH 30.05.1979 1 Ob 617/79
    Veröff: SZ 52/90 = GesRZ 1979,175 = JBl 1980,33
  • 1 Ob 686/79
    Entscheidungstext OGH 12.09.1979 1 Ob 686/79
  • 3 Ob 666/78
    Entscheidungstext OGH 12.09.1979 3 Ob 666/78
    Veröff: SZ 52/135
  • 8 Ob 523/80
    Entscheidungstext OGH 12.06.1980 8 Ob 523/80
  • 3 Ob 570/79
    Entscheidungstext OGH 26.11.1980 3 Ob 570/79
  • 5 Ob 527/81
    Entscheidungstext OGH 03.03.1981 5 Ob 527/81
    Auch
  • 1 Ob 723/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1982 1 Ob 723/81
    Vgl auch
  • 7 Ob 691/81
    Entscheidungstext OGH 01.07.1982 7 Ob 691/81
  • 3 Ob 509/82
    Entscheidungstext OGH 14.07.1982 3 Ob 509/82
    Auch
  • 1 Ob 3/83
    Entscheidungstext OGH 23.02.1983 1 Ob 3/83
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 504/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 3 Ob 504/83
    Auch; nur: Mögliche Geschäftspartner treten schon mit der Kontaktaufnahme in ein beiderseitiges vorvertragliches Schuldverhältnis, das die Beteiligten insbesondere verpflichtet, einander über die Beschaffenheit der in Aussicht genommenen Leistungsgegenstände aufzuklären und Umstände mitzuteilen, die einem gültigen Vertragsabschluss entgegenstehen. (T4)
    Veröff: RdW 1983,7
  • 1 Ob 634/83
    Entscheidungstext OGH 01.06.1983 1 Ob 634/83
    Beisatz: Hier: Aufklärung über die Untauglichkeit der aus der Selbstauskunft hervorgehenden Finanzierungsgrundlagen für den Kauf eines Fertighauses. (T5)
  • 7 Ob 680/83
    Entscheidungstext OGH 17.11.1983 7 Ob 680/83
    nur T4; Veröff: ZVR 1985/143 S 273
  • 1 Ob 704/84
    Entscheidungstext OGH 12.11.1984 1 Ob 704/84
    nur: Mögliche Geschäftspartner treten schon mit der Kontaktaufnahme in ein beiderseitiges vorvertragliches Schuldverhältnis. (T6) Beis wie T3 nur: Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten (T7)
  • 1 Ob 691/84
    Entscheidungstext OGH 08.05.1985 1 Ob 691/84
    Beis wie T1; Veröff: SZ 58/69 = NZ 1987,179
  • 8 Ob 511/86
    Entscheidungstext OGH 19.06.1986 8 Ob 511/86
    nur T6; nur: Eine Verletzung dieser Verpflichtungen macht bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 1295 ABGB schadenersatzpflichtig. (T8)
    Beisatz: Im Rahmen dieses beiderseitigen Schuldverhältnisses bestehen Aufklärungspflichten, Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten, die den unselbständigen vertraglichen Nebenpflichten entsprechen. (T9)
    Veröff: SZ 59/109 = NZ 1987,214 = GesRZ 1987,154
  • 7 Ob 669/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 7 Ob 669/86
    Auch; nur T4; Beisatz: Die Schutz- und Sorgfaltspflichten können ausnahmsweise auch vom Oblaten durch Nichtabschluss verletzt werden. (T10)
  • 7 Ob 12/87
    Entscheidungstext OGH 30.04.1987 7 Ob 12/87
    Auch; nur T8; Beis wie T1; Veröff: RdW 1987,373
  • 8 Ob 581/87
    Entscheidungstext OGH 25.06.1987 8 Ob 581/87
    Auch; nur T4; Beis wie T1
  • 1 Ob 539/88
    Entscheidungstext OGH 13.04.1988 1 Ob 539/88
    Veröff: SZ 61/90 = WBl 1988,342
  • 4 Ob 406/87
    Entscheidungstext OGH 31.05.1988 4 Ob 406/87
    Vgl auch; nur T6; Beisatz: Hier: Öffentliche Ausschreibung (T11)
    Veröff: SZ 61/134 = WBl 1988,433 = ÖBl 1989,77
  • 9 ObA 208/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 9 ObA 208/89
    Auch; Veröff: JBl 1990,599
  • 7 Ob 524/91
    Entscheidungstext OGH 02.05.1991 7 Ob 524/91
    nur T6; Beis wie T1
  • 7 Ob 619/91
    Entscheidungstext OGH 19.12.1991 7 Ob 619/91
    Auch; Beisatz: Eine Haftung ist dann anzunehmen, wenn in den Vertragsverhandlungen beim Partner das Vertrauen geweckt und genährt wurde, der Vertrag werde mit Sicherheit zustande kommen. (T12)
  • 1 Ob 525/94
    Entscheidungstext OGH 03.05.1994 1 Ob 525/94
    nur T4
  • 8 Ob 29/94
    Entscheidungstext OGH 27.10.1994 8 Ob 29/94
    Auch; nur T4; Beis wie T7; Beisatz: Eine Verletzung von Aufklärungspflichten stellt insbesondere die Irreführung in bezug auf solche Umstände, bei deren Kenntnis der Vertragspartner vom Vertragsabschluss Abstand genommen oder das Geschäft anders geschlossen hätte, dar; sie kann auch durch Schweigen erfolgen. (T13)
  • 3 Ob 509/95
    Entscheidungstext OGH 22.02.1995 3 Ob 509/95
  • 4 Ob 2027/96h
    Entscheidungstext OGH 12.03.1996 4 Ob 2027/96h
    Vgl auch
  • 4 Ob 127/97y
    Entscheidungstext OGH 10.06.1997 4 Ob 127/97y
    Ähnlich; nur T4; Veröff: SZ 70/108
  • 1 Ob 195/00h
    Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 195/00h
    Beis wie T1
  • 1 Ob 110/02m
    Entscheidungstext OGH 25.03.2003 1 Ob 110/02m
    Vgl auch; Beis wie T11; Beisatz: Die Verletzung der Vergabevorschriften kann im vorvertraglichen Raum nach den Grundsätzen der culpa in contrahendo - ein Verschulden des Organs vorausgesetzt, das indes gemäß § 1298 ABGB vermutet wird, sodass der Rechtsträger insofern den Entlastungsbeweis antreten müsste - die Verpflichtung des Rechtsträgers zum Schadenersatz zur Folge haben. (T14)
    Veröff: SZ 2003/26
  • 9 ObA 243/02d
    Entscheidungstext OGH 25.06.2003 9 ObA 243/02d
    nur T6; Beis wie T1; Beis wie T9; Beisatz: Diese vorvertraglichen Pflichten sind den Vertragspflichten ähnlich, richten sich aber niemals auf Leistung einer Sache; das Schuldverhältnis ist vielmehr ein solches "ohne Hauptleistungspflicht". (T15)
  • 3 Ob 25/03b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 25/03b
    Auch; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T9
  • 6 Ob 12/05s
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 12/05s
    Auch
  • 9 ObA 22/06k
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 9 ObA 22/06k
    Vgl auch; Beis wie T13
  • 9 Ob 17/06z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 9 Ob 17/06z
  • 4 Ob 44/07k
    Entscheidungstext OGH 23.04.2007 4 Ob 44/07k
    Veröff: SZ 2007/62
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Vgl auch; Beisatz: Das Ziel, die „gesamte Arbeitswelt" diskriminierungsfrei zu stellen, wäre nicht erreichbar, wenn im Fall der sexuellen Belästigung die vorvertragliche Phase ausgeklammert bliebe. Diese Beurteilung steht auch mit der allgemeinen schuldrechtlichen Auffassung von der Haftung aus culpa in contrahendo für eine vorvertragliche Verletzung von Schutz-, Sorgfalts- und Aufklärungspflichten ab der Aufnahme des geschäftlichen Kontakts im Einklang. (T16)
    Veröff: SZ 2008/77
  • 7 Ob 20/11h
    Entscheidungstext OGH 09.03.2011 7 Ob 20/11h
    Auch
  • 4 Ob 117/15g
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 117/15g
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/80

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0014885

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19751008_OGH0002_0010OB00191_7500000_002

Rechtssatz für 1Ob191/75 5Ob626/76 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0023624

Geschäftszahl

1Ob191/75; 5Ob626/76; 1Ob617/79; 2Ob588/79; 1Ob3/83; 7Ob8/86; 7Ob12/87; 8Ob581/87; 9ObA208/89; 3Ob509/95; 1Ob183/00v; 2Ob268/02d; 3Ob25/03b; 9ObA18/08z

Entscheidungsdatum

08.10.1975

Norm

ABGB §1295 IIf7b

Rechtssatz

Das in der Verletzung vorvertraglicher Verpflichtungen zu erblickende sogenannte Verschulden beim Vertragsabschluß (culpa in contrahendo) macht den pflichtwidrig handelnden Teil unabhängig davon, ob es später zum Vertrag kommt oder der formell abgeschlossene Vertrag ungültig ist, seinem Partner gegenüber schadenersatzpflichtig.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 191/75
    Entscheidungstext OGH 08.10.1975 1 Ob 191/75
    Veröff: NZ 1977,108 = EvBl 1976/106 S 209 = JBl 1976, 205 hiezu mit Anmerkung von Bydlinski = SZ 48/102
  • 5 Ob 626/76
    Entscheidungstext OGH 06.07.1976 5 Ob 626/76
    Veröff: EvBl 1976/282 S 657 = JBl 1977,315 = SZ 49/94
  • 1 Ob 617/79
    Entscheidungstext OGH 30.05.1979 1 Ob 617/79
    Veröff: JBl 1980,33 = GesRZ 1979,175 = SZ 52/90
  • 2 Ob 588/79
    Entscheidungstext OGH 20.11.1979 2 Ob 588/79
  • 1 Ob 3/83
    Entscheidungstext OGH 23.02.1983 1 Ob 3/83
  • 7 Ob 8/86
    Entscheidungstext OGH 13.03.1986 7 Ob 8/86
    Veröff: RdW 1986,271
  • 7 Ob 12/87
    Entscheidungstext OGH 30.04.1987 7 Ob 12/87
    Auch; Veröff: RdW 1987,373
  • 8 Ob 581/87
    Entscheidungstext OGH 25.06.1987 8 Ob 581/87
  • 9 ObA 208/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 9 ObA 208/89
    Auch; Veröff: JBl 1990,599
  • 3 Ob 509/95
    Entscheidungstext OGH 22.02.1995 3 Ob 509/95
    Auch
  • 1 Ob 183/00v
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 1 Ob 183/00v
    Auch; Beisatz: Das vorvertraglichen Schuldverhältnis ist vom späteren Zustandekommen eines Vertrags unabhängig. (T1); Veröff: SZ 73/160
  • 2 Ob 268/02d
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 2 Ob 268/02d
  • 3 Ob 25/03b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 25/03b
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Vgl auch; Beisatz: Das Ziel, die „gesamte Arbeitswelt" diskriminierungsfrei zu stellen, wäre nicht erreichbar, wenn im Fall der sexuellen Belästigung die vorvertragliche Phase ausgeklammert bliebe. Diese Beurteilung steht auch mit der allgemeinen schuldrechtlichen Auffassung von der Haftung aus culpa in contrahendo für eine vorvertragliche Verletzung von Schutz-, Sorgfalts- und Aufklärungspflichten ab der Aufnahme des geschäftlichen Kontakts im Einklang. (T2); Veröff: SZ 2008/77

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0023624

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2011

Dokumentnummer

JJR_19751008_OGH0002_0010OB00191_7500000_004

Rechtssatz für 9ObA208/89 8ObA2317/96k...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021267

Geschäftszahl

9ObA208/89; 8ObA2317/96k; 9ObA118/03y; 9ObA90/07m; 4Ob140/07b; 9ObA18/08z; 9ObA20/09w; 9ObA141/09i; 9ObA69/11d; 9ObA70/11a; 9ObA110/13m; 9ObA64/16a; 1Ob94/18g

Entscheidungsdatum

30.08.1989

Norm

ABGB §1151 IA
ABGB §1153 A
ABGB §1157

Rechtssatz

Der Arbeitgeber hat neben Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers auch andere immaterielle und materielle Interessen des Arbeitnehmers im besonderen Maß zu wahren. Diese für das Arbeitsrecht verstärkt ausgeprägten Schutzpflichten wirken auch im vorvertraglichen Verhältnis. Bereits in diesem Stadium obliegt dem Arbeitgeber die Verpflichtung zur besonderen Obsorge im Interesse des Arbeitnehmers.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 208/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 9 ObA 208/89
    Veröff: RdW 1989,399 = JBl 1990,599
  • 8 ObA 2317/96k
    Entscheidungstext OGH 27.03.1997 8 ObA 2317/96k
    nur: Der Arbeitgeber hat neben Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers auch andere immaterielle und materielle Interessen des Arbeitnehmers im besonderen Maß zu wahren. (T1) Veröff: SZ 70/57
  • 9 ObA 118/03y
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 9 ObA 118/03y
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 90/07m
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 9 ObA 90/07m
    Auch; nur T1; Beisatz: Wenngleich § 1157 ABGB, woraus die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers insbesondere abgeleitet wird, vermögensrechtliche Interessen des Arbeitnehmers nicht erwähnt, sind diese vom Arbeitgeber ebenfalls zu wahren. (T2)
  • 4 Ob 140/07b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 140/07b
    Auch; Beisatz: Die Fürsorgepflicht des Dienstgebers erfasst die gesamte Persönlichkeit der Arbeitnehmer; es geht nicht nur punktuell um die Rechtsgüter Leben, Gesundheit, Sittlichkeit und Eigentum, sondern um deren Persönlichkeitsrechte in ihren diversen Ausstrahlungen schlechthin. (T3)
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Beisatz: Hier: Sexuelle Belästigung im Zuge der Begründung des Arbeitsverhältnisses. (T4); Veröff: SZ 2008/77
  • 9 ObA 20/09w
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 ObA 20/09w
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Der Verstoß gegen die Fürsorgepflicht kann daher nicht schon in der Verletzung der Entgeltzahlungspflicht durch den Dienstgeber liegen; es muss vielmehr ein besonderer Umstand dazutreten, der den Vorwurf rechtfertigt, der Dienstgeber habe in vorwerfbarer Weise - über den Verzug mit den geschuldeten Entgeltzahlungen hinaus- die vermögensrechtlichen Interessen der Dienstnehmer verletzt. (T5)
  • 9 ObA 141/09i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 ObA 141/09i
    Vgl auch; Beisatz: Jeden Arbeitgeber trifft grundsätzlich eine arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern. Dabei ist auch denkbar, dass sich ein Arbeitgeber anderer Arbeitnehmer bedient, um im konkreten Fall seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, insbesondere um durch diesen Arbeitnehmer Abhilfe für einen anderen schutzbedürftigen Arbeitnehmer zu schaffen. In diesem Fall wäre der beauftragte Arbeitnehmer, der der ihm übertragenen Abhilfeverpflichtung nicht oder nur unzureichend nachkommt, gemäß § 1313a ABGB Erfüllungsgehilfe des Arbeitgebers. (T6)
  • 9 ObA 69/11d
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 ObA 69/11d
    Vgl
  • 9 ObA 70/11a
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 70/11a
    Vgl auch; Beisatz: Nach § 1298 ABGB ist es Sache des Arbeitgebers, sein mangelndes Verschulden an der Verletzung der arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht darzutun. (T7); Beisatz: Hier: Informationspflicht hinsichtlich der Möglichkeit, in den BAGS-KV zu optieren. (T8)
  • 9 ObA 110/13m
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 110/13m
    Vgl auch
  • 9 ObA 64/16a
    Entscheidungstext OGH 24.06.2016 9 ObA 64/16a
    Auch
  • 1 Ob 94/18g
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 94/18g
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Öffentlich-rechtlicher Dienstgeber, der im Wege der Amtshaftung belangt wird. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0021267

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19890830_OGH0002_009OBA00208_8900000_003

Rechtssatz für 9ObA2217/96m 9ObA292/99b...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0105952

Geschäftszahl

9ObA2217/96m; 9ObA292/99b; 9ObA143/03z; 9ObA64/04h; 9ObA112/05v; 9ObA18/08z; 9ObA13/10t; 9ObA172/13d; 9ObA132/15z

Entscheidungsdatum

16.10.1996

Norm

VBG §34 Abs2

Rechtssatz

Die sexuelle Belästigung einer Schwesternschülerin durch einen Stationsgehilfen ist ein wichtiger Grund, der den Dienstgeber zur vorzeitigen Auflösung des Dienstverhältnisses berechtigt. (§ 48 ASGG).

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 2217/96m
    Entscheidungstext OGH 16.10.1996 9 ObA 2217/96m
  • 9 ObA 292/99b
    Entscheidungstext OGH 05.04.2000 9 ObA 292/99b
    Vgl; Beisatz: Beim Tatbestand der sexuellen Belästigung geht es nicht nur um den Schutz der körperlichen Integrität vor unerwünschten sexuellen Handlungen, sondern auch um die psychische Verletzbarkeit, letztlich um Beeinträchtigungen der menschlichen Würde, also um Persönlichkeitsverletzungen. Körperliche Kontakte gegen den Willen der betroffenen Person ("Begrapschen") überschreiten im Allgemeinen die Toleranzgrenze. (T1)
    Beisatz: Hier: Sexuelle Belästigung einer 15-jährigen Arbeitskollegin. (T2)
    Beisatz: Hier: § 82 lit g GewO 1859. (T3)
  • 9 ObA 143/03z
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 9 ObA 143/03z
    Vgl; Beis wie T1 nur: Beim Tatbestand der sexuellen Belästigung geht es nicht nur um den Schutz der körperlichen Integrität vor unerwünschten sexuellen Handlungen, sondern auch um die psychische Verletzbarkeit, letztlich um Beeinträchtigungen der menschlichen Würde, also um Persönlichkeitsverletzungen. (T4)
    Beisatz: Die Verletzung kann auch durch Äußerungen erfolgen, die geeignet sind, das Ansehen und die soziale Wertschätzung einer Person etwa durch Geringschätzung oder Verspottung herabzusetzen und auf diese Weise das Ehrgefühl zu verletzen. (T5)
  • 9 ObA 64/04h
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 9 ObA 64/04h
    nur: Die sexuelle Belästigung ist ein wichtiger Grund, der den Dienstgeber zur vorzeitigen Auflösung des Dienstverhältnisses berechtigt. (T6)
    Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Es handelt sich um Gewaltakte in dem Sinn, dass es von den Betroffenen nicht erwünschte Handlungen sind, die ihre Persönlichkeitsgrenzen und ihre Selbstbestimmung nicht achten. Unter sexuelle Belästigungen fallen Handlungen, die geeignet sind, die soziale Wertschätzung der betroffenen Frauen durch Verletzung ihrer Intimsphäre und der sexuellen Integrität im Betrieb herabzusetzen und deren Ehrgefühl grob zu verletzen. (T7)
    Beisatz: Letztlich hängt es von den Umständen des jeweiligen Einzelfalles ab, ob eine sexuelle Belästigung als entlassungswürdig zu qualifizieren ist. (T8)
  • 9 ObA 112/05v
    Entscheidungstext OGH 03.08.2005 9 ObA 112/05v
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T1 nur: Körperliche Kontakte gegen den Willen der betroffenen Person ("Begrapschen") überschreiten im Allgemeinen die Toleranzgrenze. (T9)
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T9; Beisatz: Der Oberste Gerichtshof hat bereits in 9 ObA 292/99b klargestellt, dass es sich nicht nur bei einem Berühren der „Geschlechtsteile" um ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten handeln kann. (T10)
    Veröff: SZ 2008/77
  • 9 ObA 13/10t
    Entscheidungstext OGH 29.09.2010 9 ObA 13/10t
    Vgl; Beisatz: Sexuelle Belästigung ist ein wichtiger Grund, der den Arbeitgeber im Einzelfall zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses berechtigen kann. Als ultima ratio kann auch eine sofortige Entlassung des Belästigers gerechtfertigt sein. (T11)
  • 9 ObA 172/13d
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 ObA 172/13d
    Beis wie T8
  • 9 ObA 132/15z
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 9 ObA 132/15z
    Vgl; Beisatz: Eine sexuelle Belästigung anderer Mitarbeiter kann nach ständiger Rechtsprechung einen wichtigen Grund darstellen, der den Arbeitgeber im Einzelfall auch zur Entlassung des belästigenden Arbeitnehmers berechtigen kann. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0105952

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2016

Dokumentnummer

JJR_19961016_OGH0002_009OBA02217_96M0000_001

Rechtssatz für 1Ob251/97m 8ObA188/98z...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108277

Geschäftszahl

1Ob251/97m; 8ObA188/98z; 9Ob78/99g; 9Ob147/00h; 8ObA18/03k; 8ObA14/06a; 15Os14/07h; 9ObA18/08z; 8ObA59/08x; 8ObA35/09v; 7Ob160/09v; 4Ob200/11g; 3Ob28/15m

Entscheidungsdatum

27.08.1997

Norm

ABGB §1325 B1
ABGB §1325 E1
ABGB §1328
GleichbehandlungsG §2a
nöGlBG §6
GlBG §7
GlBG §12 Abs11
StPO §369

Rechtssatz

Ein sexueller Missbrauch, der physische oder schwere psychische Schäden verursachte, ist als Körperverletzung im Sinne des § 1325 ABGB anzunehmen, sodass in einem solchen Fall bereits vor der Novellierung des § 1328 ABGB durch das Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie (GeSchG) Schmerzengeld gebührte.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 251/97m
    Entscheidungstext OGH 27.08.1997 1 Ob 251/97m
  • 8 ObA 188/98z
    Entscheidungstext OGH 21.01.1999 8 ObA 188/98z
    Auch; Beisatz: Hier: Schadenersatz nach § 2a Abs 7 GlBG: Der durch sexuelle Belästigung verursachte immaterielle Schaden ist im Wege einer Globalbemessung für die durch die (fortgesetzte) Belästigung geschaffene Situation in ihrer Gesamtheit - und nicht für jede einzelne Belästigungshandlung gesondert - nach den auch sonst im Schadenersatzrecht angewandten Grundsätzen auszumessen. (T1); Veröff: SZ 72/7
  • 9 Ob 78/99g
    Entscheidungstext OGH 03.11.1999 9 Ob 78/99g
    Veröff: SZ 72/165
  • 9 Ob 147/00h
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 9 Ob 147/00h
  • 8 ObA 18/03k
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 8 ObA 18/03k
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Ausmessung der Höhe ist eine Entscheidung im Einzelfall. (T2)
  • 8 ObA 14/06a
    Entscheidungstext OGH 23.02.2006 8 ObA 14/06a
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Der durch sexuelle Belästigung verursachte immaterielle Schaden ist im Wege einer Globalbemessung für die durch die (fortgesetzte) Belästigung geschaffene Situation in ihrer Gesamtheit - und nicht für jede einzelne Belästigungshandlung gesondert - nach den auch sonst im Schadenersatzrecht angewandten Grundsätzen auszumessen. (T3); Beis wie T2; Beisatz: Nur bei einer wesentlichen Verkennung der Rechtslage ist eine Anrufung des Obersten Gerichtshofes möglich. (T4)
  • 15 Os 14/07h
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 15 Os 14/07h
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Der durch sexuelle Belästigung verursachte immaterielle Schaden ist im Wege einer Globalbemessung auszumessen. (T5); Beisatz: Verurteilung wegen § 201 Abs 1 und 2 StGB. (T6)
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3; Veröff: SZ 2008/77
  • 8 ObA 59/08x
    Entscheidungstext OGH 02.09.2008 8 ObA 59/08x
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Dabei liegt es nahe, bei der Bemessung der Höhe des immateriellen Schadenersatzes insbesondere auf die Dauer der Diskriminierung und die Erheblichkeit der Beeinträchtigung Bedacht zu nehmen. (T7); Bem: Hier zu einem Schadenersatzanspruch nach § 7 GlBG. (T8)
  • 8 ObA 35/09v
    Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 ObA 35/09v
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: § 12 Abs 3 GlBG. (T9)
  • 7 Ob 160/09v
    Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 160/09v
  • 4 Ob 200/11g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 200/11g
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Psychische Beeinträchtigung mit Krankheitswert aufgrund eines Eingriffs in die Intimsphäre einer Unmündigen. (T10)
  • 3 Ob 28/15m
    Entscheidungstext OGH 21.04.2015 3 Ob 28/15m
    Auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108277

Im RIS seit

26.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.06.2015

Dokumentnummer

JJR_19970827_OGH0002_0010OB00251_97M0000_001

Rechtssatz für 8ObA188/98z 9Ob147/00h...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111431

Geschäftszahl

8ObA188/98z; 9Ob147/00h; 8ObA132/00w; 9ObA119/02v; 13Os8/05h; 1Ob60/07s; 9ObA18/08z; 8ObA63/09m; 8ObA57/16i

Entscheidungsdatum

21.01.1999

Norm

ABGB §1328
GleichbehandlungsG §2 Abs1b
GleichbehandlungsG §2a Abs7

Rechtssatz

Der durch sexuelle Belästigung verursachte immaterielle Schaden ist im Wege einer Globalbemessung für die durch die (fortgesetzte) Belästigung geschaffene Situation in ihrer Gesamtheit - und nicht für jede einzelne Belästigungshandlung gesondert - nach den auch sonst im Schadenersatzrecht angewandten Grundsätzen auszumessen.

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 188/98z
    Entscheidungstext OGH 21.01.1999 8 ObA 188/98z
    Veröff: SZ 72/7
  • 9 Ob 147/00h
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 9 Ob 147/00h
    Auch; Beisatz: Auch hier handelt es sich um eine Ermessensentscheidung, der keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zukommt. (T1) Beisatz: Hier: S 400.000,-. Die Folgen sexueller Übergriffe auf Kinder insbesondere bei fortgesetztem sexuellem Missbrauch lange Zeit unterbewertet. Besonders belastend sind für das betroffene Kind Gewissenskonflikte, Loyalitätskonflikte und der Verlust der altersspezifischen Entfaltungsmöglichkeiten. Es kommt bei diesen Kindern später oft zu chronischer Depressivität mit Selbstwertzweifeln, Schuldgefühlen, Angst oder auch Suizidhandlungen sowie zu Beeinträchtigungen der psychosexuellen und Persönlichkeitsentwicklung. (T2)
  • 8 ObA 132/00w
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 8 ObA 132/00w
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 119/02v
    Entscheidungstext OGH 05.06.2002 9 ObA 119/02v
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 8/05h
    Entscheidungstext OGH 30.03.2005 13 Os 8/05h
    Vgl; Beis wie T2 nur: Die Folgen sexueller Übergriffe auf Kinder insbesondere bei fortgesetztem sexuellem Missbrauch lange Zeit unterbewertet. Besonders belastend sind für das betroffene Kind Gewissenskonflikte, Loyalitätskonflikte und der Verlust der altersspezifischen Entfaltungsmöglichkeiten. Es kommt bei diesen Kindern später oft zu chronischer Depressivität mit Selbstwertzweifeln, Schuldgefühlen, Angst oder auch Suizidhandlungen sowie zu Beeinträchtigungen der psychosexuellen und Persönlichkeitsentwicklung. (T3)
  • 1 Ob 60/07s
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 60/07s
    Beis wie T1
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Beisatz: Dabei liegt es nahe, bei der Bemessung der Höhe des immateriellen Schadenersatzes insbesondere auf die Dauer der Diskriminierung und die Erheblichkeit der Beeinträchtigung Bedacht zu nehmen. (T4); Veröff: SZ 2008/77
  • 8 ObA 63/09m
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 ObA 63/09m
    Beisatz: Nichts anders kann für die Ausmessung eines immateriellen Schadenersatzanspruchs nach § 26 Abs 11 GlBG gelten. (T5); Veröff: SZ 2010/115
  • 8 ObA 57/16i
    Entscheidungstext OGH 27.09.2016 8 ObA 57/16i
    Auch; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111431

Im RIS seit

20.02.1999

Zuletzt aktualisiert am

02.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19990121_OGH0002_008OBA00188_98Z0000_001

Rechtssatz für 9ObA292/99b 9ObA143/03z...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113529

Geschäftszahl

9ObA292/99b; 9ObA143/03z; 9ObA64/04h; 9ObA112/05v; 4Ob140/07b; 9ObA18/08z; 9ObA13/10t; 9ObA110/13m; 8ObA6/17s; 6Ob231/16p

Entscheidungsdatum

05.04.2000

Norm

GleichbehandlungsG §2 Abs1a Z4
GlBG §6 Abs1 Z2

Rechtssatz

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die geschlechtliche Selbstbestimmung (§ 1328 ABGB; früher "Geschlechtsehre"), sexuelle Integrität und Intimsphäre der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird. Jugendliche (Lehrlinge) sind besonders schutzbedürftig, sodass beim Schutz minderjähriger Arbeitnehmer ein wesentlicher Anwendungsbereich des Verbotes sexueller Belästigung liegt.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 292/99b
    Entscheidungstext OGH 05.04.2000 9 ObA 292/99b
  • 9 ObA 143/03z
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 9 ObA 143/03z
    Auch; nur: Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die geschlechtliche Selbstbestimmung (§ 1328 ABGB; früher "Geschlechtsehre"), sexuelle Integrität und Intimsphäre der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird. (T1); Beisatz: Nach heutiger Auffassung umfasst der Schutz der Fürsorgepflicht die Persönlichkeit des Arbeitnehmers; es geht nicht nur punktuell um die Rechtsgüter Leben, Gesundheit, Sittlichkeit und Eigentum, sondern um die Persönlichkeitsrechte in ihren diversen Ausstrahlungen schlechthin. (T2)
  • 9 ObA 64/04h
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 9 ObA 64/04h
    nur T1; Beis wie T2
  • 9 ObA 112/05v
    Entscheidungstext OGH 03.08.2005 9 ObA 112/05v
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Sexuelle Belästigung verletzt die Menschenwürde; sie ist daher inakzeptabel. (T3)
  • 4 Ob 140/07b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 140/07b
    Auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Auch; nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Es geht im Zusammenhang mit dem Tatbestand der sexuellen Belästigung nicht nur um den Schutz der körperlichen Integrität vor unerwünschten sexuellen Handlungen, sondern es ist auch die psychische Verletzbarkeit gemeint. (T4); Veröff: SZ 2008/77
  • 9 ObA 13/10t
    Entscheidungstext OGH 29.09.2010 9 ObA 13/10t
    Auch; Beisatz: Das Auftreten einer sexuellen Belästigung im Betrieb erfordert eine angemessene Reaktion des Arbeitgebers. Welche Maßnahme angemessen ist, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab. Das Spektrum sexueller Belästigungen ist breit; dementsprechend breit ist auch das Spektrum möglicher Reaktionen (zB Ermahnung, Verwarnung, Kündigung, Entlassung). Es gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. (T5)
  • 9 ObA 110/13m
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 110/13m
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • 8 ObA 6/17s
    Entscheidungstext OGH 27.01.2017 8 ObA 6/17s
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 231/16p
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 231/16p
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113529

Im RIS seit

05.05.2000

Zuletzt aktualisiert am

05.05.2017

Dokumentnummer

JJR_20000405_OGH0002_009OBA00292_99B0000_001

Rechtssatz für 9ObA4/05m 9ObA81/05k 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120188

Geschäftszahl

9ObA4/05m; 9ObA81/05k; 9ObA18/08z; 9ObA55/09t

Entscheidungsdatum

31.08.2005

Norm

ABGB §1158 Abs2 IIA
GleichbehandlungsG §2a

Rechtssatz

Die Auflösung des Probedienstverhältnisses wegen Schwangerschaft verstößt gegen das Gleichbehandlungsgesetz. Sie ist nicht nach § 2a Abs 1 GlBG (diskriminierende Nichtbegründung) sondern in Analogie zu den dort genannten Begriffen „Kündigung" und „Entlassung" nach § 2a Abs 8 GlBG (diskriminierende Beendigung) zu beurteilen.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 4/05m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2005 9 ObA 4/05m
    Veröff: SZ 2005/121
  • 9 ObA 81/05k
    Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 ObA 81/05k
    Beisatz: Hier: Auflösung des Probedienstverhältnisses durch den Arbeitgeber wegen (behaupteter) Abwehr sexueller Belästigung durch den „Seniorchef" (Vater des Arbeitgebers). (T1)
  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Auflösung des Probedienstverhältnisses durch den Arbeitgeber wegen mangelnder „sexueller Willigkeit". (T2); Veröff: SZ 2008/77
  • 9 ObA 55/09t
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 55/09t
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120188

Im RIS seit

30.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2011

Dokumentnummer

JJR_20050831_OGH0002_009OBA00004_05M0000_001

Rechtssatz für 9ObA18/08z 9ObA118/11k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123580

Geschäftszahl

9ObA18/08z; 9ObA118/11k

Entscheidungsdatum

05.06.2008

Norm

GlBG §6 Abs1 Z1

Rechtssatz

Die juristische Person hat für die sexuelle Belästigung durch ihr Vertretungsorgan (hier: Geschäftsführer einer GmbH) gemäß § 6 Abs 1 Z 1 GlBG einzustehen.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 18/08z
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 9 ObA 18/08z
    Veröff: SZ 2008/77
  • 9 ObA 118/11k
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 9 ObA 118/11k
    nur: Die juristische Person hat für die sexuelle Belästigung durch ihr Vertretungsorgan gemäß § 6 Abs 1 Z 1 GlBG einzustehen. (T1); Beisatz: Hier: De facto‑Geschäftsleiter einer KG (siehe hiezu nunmehr RS0127723). (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123580

Im RIS seit

05.07.2008

Zuletzt aktualisiert am

20.02.2013

Dokumentnummer

JJR_20080605_OGH0002_009OBA00018_08Z0000_001