Rechtssatz für 3Ob596/51 1Ob840/52 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018439

Geschäftszahl

3Ob596/51; 1Ob840/52; 3Ob148/56; 6Ob43/59; 5Ob21/60; 5Ob592/59; 2Ob144/60; 1Ob292/61; 4Ob523/73; 7Ob507/77; 7Ob505/81; 6Ob528/82; 4Ob1565/95; 1Ob288/97b; 3Ob13/07v

Entscheidungsdatum

22.02.2007

Norm

ABGB §918 IVb2cc
  1. ABGB § 918 heute
  2. ABGB § 918 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Eine zu kurz bemessene Nachfrist ist nicht wirkungslos, sondern äußert soweit eine Wirkung, als die Leistung innerhalb einer angemessenen Frist zu vollziehen ist.

Der Schuldner kann Unangemessenheit der Nachfrist nicht einwenden, wenn er innerhalb der ihm gestellten Nachfrist seine Erfüllungsbereitschaft in keiner Weise bekunden, das heißt weder mit der Arbeit begonnen noch um eine Verlängerung der Nachfrist angesucht hat.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 596/51
    Entscheidungstext OGH 05.12.1951 3 Ob 596/51
    Veröff: SZ 24/332
  • 1 Ob 840/52
    Entscheidungstext OGH 15.10.1952 1 Ob 840/52
  • 3 Ob 148/56
    Entscheidungstext OGH 11.04.1956 3 Ob 148/56
  • 6 Ob 43/59
    Entscheidungstext OGH 19.03.1959 6 Ob 43/59
  • 5 Ob 21/60
    Entscheidungstext OGH 27.01.1960 5 Ob 21/60
    nur: Der Schuldner kann Unangemessenheit der Nachfrist nicht einwenden, wenn er innerhalb der ihm gestellten Nachfrist seine Erfüllungsbereitschaft in keiner Weise bekunden, das heißt weder mit der Arbeit begonnen noch um eine Verlängerung der Nachfrist angesucht hat. (T1)
  • 5 Ob 592/59
    Entscheidungstext OGH 27.01.1960 5 Ob 592/59
    nur T1
  • 2 Ob 144/60
    Entscheidungstext OGH 22.04.1960 2 Ob 144/60
  • 1 Ob 292/61
    Entscheidungstext OGH 28.06.1961 1 Ob 292/61
  • 4 Ob 523/73
    Entscheidungstext OGH 26.04.1973 4 Ob 523/73
    nur T1
  • 7 Ob 507/77
    Entscheidungstext OGH 03.03.1977 7 Ob 507/77
    nur T1
  • 7 Ob 505/81
    Entscheidungstext OGH 19.03.1981 7 Ob 505/81
    nur: Eine zu kurz bemessene Nachfrist ist nicht wirkungslos, sondern äußert soweit eine Wirkung, als die Leistung innerhalb einer angemessenen Frist zu vollziehen ist. (T2)
  • 6 Ob 528/82
    Entscheidungstext OGH 13.10.1982 6 Ob 528/82
    Beisatz: Die Regel, daß die Setzung einer zu kurzen Nachfrist eine angemessene Nachfrist in Lauf setzt, gilt auch dann nicht, wenn der die Frist setzende Gläubiger klar zum Ausdruck bringt, daß er nach Ablauf der gesetzten Frist die Leistung auch dann keinesfalls annehmen werde, wenn sie innerhalb einer angemessenen Frist erfolgen würde. Die Setzung einer zu kurzen Frist führt auch dann nicht zu einer Verlängerung und ist daher wirkungslos, wenn der Gläubiger sie absichtlich zu kurz bemißt, um aus dem Vertrag auszusteigen. (T3)
  • 4 Ob 1565/95
    Entscheidungstext OGH 09.05.1995 4 Ob 1565/95
  • 1 Ob 288/97b
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 288/97b
    Auch; nur: Der Schuldner kann Unangemessenheit der Nachfrist nicht einwenden, wenn er innerhalb der ihm gestellten Nachfrist seine Erfüllungsbereitschaft in keiner Weise bekunden noch um eine Verlängerung der Nachfrist angesucht hat. (T4)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1951:RS0018439

Dokumentnummer

JJR_19511205_OGH0002_0030OB00596_5100000_001

Rechtssatz für 7Ob221/72 6Ob515/77 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018319

Geschäftszahl

7Ob221/72; 6Ob515/77; 7Ob507/77; 1Ob541/78; 6Ob741/78; 1Ob562/79; 8Ob511/83; 7Ob641/87; 1Ob649/87; 6Ob89/04p; 3Ob13/07v

Entscheidungsdatum

22.02.2007

Norm

ABGB §918 IVa
  1. ABGB § 918 heute
  2. ABGB § 918 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Nach der ständigen Rechtsprechung des OGH ist ein Rücktritt vom Kaufvertrag dann nicht mehr zulässig, wenn der Verkäufer die Sache dem Käufer übergeben hat (SZ 3/123, 36/95, JBl 1967/316 f). Voraussetzung für den Ausschluss des Rücktrittsrechtes nach Paragraph 918, ABGB ist aber immer, dass der Vertrag vom Verkäufer zur Gänze erfüllt wurde. Liegt ein einheitlicher Kaufvertrag über zwei verschiedene Kaufobjekte (hier Liegenschaftsanteile und Unternehmen) vor, so ist das Rücktrittsrecht des Verkäufers erst ausgeschlossen, wenn beide Kaufgegenstände bereits dem Käufer übergeben worden sind.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 221/72
    Entscheidungstext OGH 25.10.1972 7 Ob 221/72
    Veröff: SZ 45/112
  • 6 Ob 515/77
    Entscheidungstext OGH 24.02.1977 6 Ob 515/77
    Auch; nur: Nach der ständigen Rechtsprechung des OGH ist ein Rücktritt vom Kaufvertrag dann nicht mehr zulässig, wenn der Verkäufer die Sache dem Käufer übergeben hat. (T1) Beisatz: Liegenschaften gelten erst dann als übergeben, wenn die Einverleibung des Eigentumsrechtes im Grundbuch erfolgt ist. (T2)
  • 7 Ob 507/77
    Entscheidungstext OGH 03.03.1977 7 Ob 507/77
    nur T1
  • 1 Ob 541/78
    Entscheidungstext OGH 23.02.1978 1 Ob 541/78
    nur T1; Beis wie T2
  • 6 Ob 741/78
    Entscheidungstext OGH 16.11.1978 6 Ob 741/78
    nur T1
  • 1 Ob 562/79
    Entscheidungstext OGH 18.04.1979 1 Ob 562/79
    nur T1; Beis wie T2
  • 8 Ob 511/83
    Entscheidungstext OGH 08.09.1983 8 Ob 511/83
    nur T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 649/87
    Entscheidungstext OGH 23.09.1987 1 Ob 649/87
    Beisatz: Ist nur mehr ein unwesentlicher Teil der Lieferung beziehungsweise der sonstigen Leistung des Verkäufers ausständig, ist bereits die das Rücktrittsrecht ausschließende Vertragserfüllung anzunehmen. (T3) Veröff: JBl 1988,108
  • 7 Ob 641/87
    Entscheidungstext OGH 24.09.1987 7 Ob 641/87
    nur T1; Veröff: JBl 1988,107
  • 6 Ob 89/04p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2004 6 Ob 89/04p
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    nur T1; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0018319

Dokumentnummer

JJR_19721025_OGH0002_0070OB00221_7200000_002

Rechtssatz für 6Ob747/83 6Ob651/90 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018759

Geschäftszahl

6Ob747/83; 6Ob651/90; 3Ob192/02k; 3Ob13/07v; 7Ob112/09k; 6Ob97/17h

Entscheidungsdatum

07.07.2017

Norm

ABGB §932 IV
ABGB §1052 A
ABGB §1167
ABGB §1170
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1052 heute
  2. ABGB § 1052 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1170 heute
  2. ABGB § 1170 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Begehrt der Besteller Preisminderung, ist er nicht zur Verweigerung seiner Gegenleistung, sondern bloß zur Kompensation der Preisminderung berechtigt (Wahle im Klang - Kommentar 2. Auflage IV/2 88).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 747/83
    Entscheidungstext OGH 01.12.1983 6 Ob 747/83
  • 6 Ob 651/90
    Entscheidungstext OGH 06.09.1990 6 Ob 651/90
  • 3 Ob 192/02k
    Entscheidungstext OGH 26.03.2003 3 Ob 192/02k
    Vgl auch; Beisatz: Die Preisminderung führt weder zur mangelnden Fälligkeit noch zu einer Aufrechnung, sondern zu einer Vertragsänderung im Sinne einer Herabsetzung der Gegenleistung. (T1)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
  • 7 Ob 112/09k
    Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 112/09k
  • 6 Ob 97/17h
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 97/17h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0018759

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19831201_OGH0002_0060OB00747_8300000_001

Rechtssatz für 1Ob507/50 2Ob266/57 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0014920

Geschäftszahl

1Ob507/50; 2Ob266/57; 3Ob284/58; 6Ob267/63 (6Ob268/63); 6Ob342/66; 6Ob61/67; 7Ob154/71; 5Ob89/72; 7Ob8/75; 2Ob362/74; 6Ob156/75; 7Ob602/77; 5Ob748/79; 6Ob662/81; 3Ob542/87; 6Ob146/97g; 1Ob339/98d; 1Ob157/02y; 3Ob13/07v; 6Ob148/07v; 4Ob65/10b; 8Ob25/10z; 4Ob190/10k; 8Ob151/10d; 5Ob18/11z; 2Ob176/10m; 2Ob30/11t; 9ObA83/13s; 1Ob85/16f; 9Ob69/19s

Entscheidungsdatum

28.11.2019

Norm

ABGB §871 BII
  1. ABGB § 871 heute
  2. ABGB § 871 gültig ab 01.10.1979 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 140/1979

Rechtssatz

Ein Irrtum über den Wert der Sache ist ein Irrtum im Beweggrunde (Motivirrtum) und nur dann rechtlich relevant, wenn listige Irreführung vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 507/50
    Entscheidungstext OGH 28.09.1950 1 Ob 507/50
    Veröff: SZ 23/272
  • 2 Ob 266/57
    Entscheidungstext OGH 20.11.1957 2 Ob 266/57
  • 3 Ob 284/58
    Entscheidungstext OGH 14.10.1958 3 Ob 284/58
  • 6 Ob 267/63
    Entscheidungstext OGH 16.10.1963 6 Ob 267/63
    Veröff: EvBl 1964/317 S 465
  • 6 Ob 342/66
    Entscheidungstext OGH 30.11.1966 6 Ob 342/66
    Veröff: EvBl 1967/281 S 397
  • 6 Ob 61/67
    Entscheidungstext OGH 15.03.1967 6 Ob 61/67
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Irrtum beim Vergleichsabschluss. (T1)
  • 7 Ob 154/71
    Entscheidungstext OGH 10.09.1971 7 Ob 154/71
    Beisatz: Hier: Orientteppiche (T2)
  • 5 Ob 89/72
    Entscheidungstext OGH 20.06.1972 5 Ob 89/72
    Veröff: JBl 1972,611
  • 7 Ob 8/75
    Entscheidungstext OGH 23.01.1975 7 Ob 8/75
    Ähnlich; Beisatz: Umsatz eines gekauften Getränkeautomaten. (T3)
  • 2 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 13.02.1975 2 Ob 362/74
    Beis wie T1; Veröff: SZ 48/14 = EvBl 1975/252 S 573 = JBl 1976,88
  • 6 Ob 156/75
    Entscheidungstext OGH 08.01.1976 6 Ob 156/75
    Beisatz: Hier: Gemälde (T4)
  • 7 Ob 602/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 7 Ob 602/77
    Ähnlich
  • 5 Ob 748/79
    Entscheidungstext OGH 15.01.1980 5 Ob 748/79
  • 6 Ob 662/81
    Entscheidungstext OGH 17.03.1983 6 Ob 662/81
    Veröff: EvBl 1983/100 S 396
  • 3 Ob 542/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 542/87
  • 6 Ob 146/97g
    Entscheidungstext OGH 11.09.1997 6 Ob 146/97g
  • 1 Ob 339/98d
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 1 Ob 339/98d
    Auch; Beisatz: Der Irrtum über den gemeinen Wert (Verkehrswert) einer Sache gehört nicht zu deren Eigenschaften. (T5)
    Beisatz: Ein Irrtum über den Verkehrswert einer Sache bildet jedenfalls nur dann einen rechtlich relevanten Anfechtungsgrund, wenn der Erklärungsempfänger den Motivirrtum arglistig im Sinn des § 870 ABGB herbeigeführt oder im Sinne einer bewussten Verschleierung des Sachverhalts ausgenützt hat, somit bewusste Täuschung vorliegt, wenn die Parteien das Motiv zumindest stillschweigend zu einer echten Bedingung erhoben haben, wenn der Gegner des Anfechtenden gesetzliche oder vorvertragliche Aufklärungspflichten verletzte, oder wenn der Irrtum ohne Mitwirken des anderen Teils nicht vermeidbar war; gerade in den letzten drei Fällen ist ein Geschäftsirrtum anzunehmen. (T6)
  • 1 Ob 157/02y
    Entscheidungstext OGH 30.09.2002 1 Ob 157/02y
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Beis ähnlich wie T6
  • 6 Ob 148/07v
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 148/07v
    Auch
  • 4 Ob 65/10b
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 65/10b
    Auch; nur: Ein Irrtum über den Wert der Sache ist ein Irrtum im Beweggrunde (Motivirrtum). (T7)
  • 8 Ob 25/10z
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 Ob 25/10z
    Vgl; Beisatz: Im Fall des Verkaufs börsennotierter Wertpapiere können Fehlvorstellungen über die künftige Wert‑ und Kursentwicklung (zumindest mangels anderslautender Vereinbarung) nur als Motivirrtum qualifiziert werden. Hingegen betrifft eine Fehlvorstellung über eine dem Anlageprodukt immanente Begrenzung des Verlustpotentials wegen einer besonderen Risikoabsicherung (zB Ausfallgarantie, Versicherung, Pfandrechte) oder darüber, ob eine direkte Investition in Güter erfolgt, nicht nur im Vorfeld des Kaufentschlusses liegende individuelle Erwartungen, sondern für die Identität des Kaufgegenstands maßgebliche und daher den Inhalt des Geschäfts bestimmende Eigenschaften. Die Risikogeneigtheit einer Anlageform ist als Produkteigenschaft anzusehen. (T8) Veröff: SZ 2010/113
  • 4 Ob 190/10k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 190/10k
    Auch; nur T7; Beisatz: Ein Irrtum über eine wertbildende Eigenschaft gehört hingegen zum Inhalt des Geschäfts. (T9)
    Beisatz: Hier: Wertpapiere. (T10)
  • 8 Ob 151/10d
    Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 151/10d
    Vgl; Beis wie T10
  • 5 Ob 18/11z
    Entscheidungstext OGH 07.07.2011 5 Ob 18/11z
    Auch; nur T7; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    nur T7; Beis wie T9
  • 2 Ob 30/11t
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 2 Ob 30/11t
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T9
  • 9 ObA 83/13s
    Entscheidungstext OGH 27.09.2013 9 ObA 83/13s
    Auch
  • 1 Ob 85/16f
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 85/16f
    Beis wie T9
  • 9 Ob 69/19s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2019 9 Ob 69/19s
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1950:RS0014920

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.02.2020

Dokumentnummer

JJR_19500928_OGH0002_0010OB00507_5000000_001

Rechtssatz für 8Ob180/69 (8Ob181/69); ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018414

Geschäftszahl

8Ob180/69 (8Ob181/69); 7Ob83/73; 7Ob207/73; 4Ob97/73; 4Ob524/78; 6Ob797/80; 6Ob517/82; 6Ob36/85; 3Ob96/02t; 3Ob13/07v; 3Ob147/09b; 10Ob68/09m; 8Ob82/09f; 5Ob142/12m; 3Ob59/14v; 3Ob144/14v; 7Ob105/20x; 9Ob49/20a; 9Ob58/20z; 7Ob185/21p; 7Ob37/22z

Entscheidungsdatum

28.04.2022

Norm

ABGB §918 IVc
ABGB §921
ABGB §1435
VersVG §165a
  1. ABGB § 918 heute
  2. ABGB § 918 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 921 heute
  2. ABGB § 921 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. VersVG § 165a gültig von 01.10.2018 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 51/2018
  2. VersVG § 165a gültig von 01.01.2016 bis 30.09.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2015
  3. VersVG § 165a gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2012
  4. VersVG § 165a gültig von 01.01.2007 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 95/2006
  5. VersVG § 165a gültig von 01.10.2004 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2004
  6. VersVG § 165a gültig von 01.01.1997 bis 30.09.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/1997
  7. VersVG § 165a gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 90/1993

Rechtssatz

Der begründete und wirksame Rücktritt vom Kaufvertrag hat die Auflösung des Vertrages ex tunc zur Folge (SZ römisch XXV 299 = HS 1731).

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 180/69
    Entscheidungstext OGH 25.11.1969 8 Ob 180/69
  • 7 Ob 83/73
    Entscheidungstext OGH 09.05.1973 7 Ob 83/73
  • 7 Ob 207/73
    Entscheidungstext OGH 12.12.1973 7 Ob 207/73
    Beisatz: Wer zurückgetreten ist, kann sich daher bei der Geltendmachung von Verzugszinsen nicht auf den aufgelösten Vertrag berufen. (T1)
  • 4 Ob 97/73
    Entscheidungstext OGH 19.03.1974 4 Ob 97/73
    Beisatz: Nur obligatorische Verpflichtung zur Wiederherstellung des früheren Zustandes. (T2)
    Veröff: JBl 1974,486 = Arb 9202
  • 4 Ob 524/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 524/78
  • 6 Ob 797/80
    Entscheidungstext OGH 03.06.1981 6 Ob 797/80
    Auch
  • 6 Ob 517/82
    Entscheidungstext OGH 17.02.1982 6 Ob 517/82
  • 6 Ob 36/85
    Entscheidungstext OGH 16.10.1986 6 Ob 36/85
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Übertragung eines Geschäftsanteils einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. (T3)
    Veröff: SZ 59/172 = RdW 1987,83 = WBl 1987,15 = JBl 1987,117
  • 3 Ob 96/02t
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 3 Ob 96/02t
    Auch
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
  • 3 Ob 147/09b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2009 3 Ob 147/09b
  • 10 Ob 68/09m
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 10 Ob 68/09m
  • 8 Ob 82/09f
    Entscheidungstext OGH 22.04.2010 8 Ob 82/09f
    Auch
  • 5 Ob 142/12m
    Entscheidungstext OGH 18.04.2013 5 Ob 142/12m
    Auch
  • 3 Ob 59/14v
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 3 Ob 59/14v
    Auch; Beisatz: Hier: Rücktritt nach § 3a KSchG (T4)

  • 3 Ob 144/14v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2015 3 Ob 144/14v
    Auch; Veröff: SZ 2015/51
  • 7 Ob 105/20x
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 7 Ob 105/20x
    vgl; Beisatz: hier zu § 165a VersVG iVm § 1435 ABGB. (T5)
    Anm: Veröff: SZ 2020/83
  • 9 Ob 49/20a
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 9 Ob 49/20a
    Vgl; Beisatz: Hier: Rücktritt nach § 5 KMG aF. (T6)
  • 9 Ob 58/20z
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 9 Ob 58/20z
    Vgl; Beis wie T6
  • 7 Ob 185/21p
    Entscheidungstext OGH 16.02.2022 7 Ob 185/21p
    Beisatz: Hier: Rücktritt nach mehr als 6 Jahren. Auch bei Geltung des § 176 VersVG idF BGBl I 51/2018 kommt es zur bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung. (T7)
  • 7 Ob 37/22z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.04.2022 7 Ob 37/22z
    vgl; Beisatz: Hier: Da im österreichischen Recht (VersVG) die Rechtswirkungen für den Fall, dass dem Versicherungsnehmer keine oder fehlerhafte Informationen über das Rücktrittsrecht mitgeteilt wurden, nicht geregelt sind, löst bei richtlinienkonformer Auslegung des nationalen österreichischen Rechts ein Rücktritt des Versicherungsnehmers nicht die Rechtsfolgen nach § 176 VersVG idF vor BGBl I 2018/51 aus, sondern hat zur bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung des Vertrags zu führen. (T8)
    Beisatz: Hier: Der Versicherungsnehmer hat aufgrund der infolge des wirksamen Rücktritts vorzunehmenden bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung grundsätzlich Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten (Netto‑)Prämien. (T9)

Schlagworte

GmbH GesmbH

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0018414

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.07.2023

Dokumentnummer

JJR_19691125_OGH0002_0080OB00180_6900000_001

Rechtssatz für 7Ob680/85; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016390

Geschäftszahl

7Ob680/85; 6Ob565/85; 7Ob553/88; 1Ob503/89; 2Ob546/90; 1Ob548/92; 7Ob575/93; 1Ob525/94; 1Ob632/94; 1Ob564/95; 1Ob1538/95; 1Ob617/95; 4Ob98/97h; 4Ob44/97t; 9Ob312/97s; 10Ob54/97g; 4Ob61/99w; 5Ob92/99m; 7Ob169/99z; 1Ob128/00f; 7Ob154/00y; 2Ob104/01k; 7Ob267/02v; 7Ob37/04y; 3Ob103/04z; 6Ob27/05x; 3Ob13/07v; 7Ob277/06w; 4Ob53/07h; 7Ob169/07i; 4Ob130/09k; 3Ob111/09h; 5Ob247/09y; 7Ob201/09y; 6Ob146/10d; 10Ob12/11d; 2Ob176/10m; 10Ob53/12k; 8Ob3/15x; 10Ob47/18m; 9ObA67/18w; 9Ob69/19s; 4Ob242/19w; 5Ob130/21k; 8Ob121/22k; 2Ob222/22v; 5Ob137/22s; 6Ob36/23x; 4Ob210/22v

Entscheidungsdatum

24.03.2023

Norm

ABGB §878
ABGB §1295 IIf7f
  1. ABGB § 878 heute
  2. ABGB § 878 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Es besteht keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entscheidung einen Einfluss haben können. Eine Aufklärungspflicht besteht in der Regel nur dann, wenn der andere Teil nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs eine Aufklärung erwarten durfte. Die Aufklärungspflicht endet an der Grenze objektiver Voraussehbarkeit einer Gefährdung der Interessen des Gegners.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 680/85
    Entscheidungstext OGH 16.01.1986 7 Ob 680/85
  • 6 Ob 565/85
    Entscheidungstext OGH 06.11.1986 6 Ob 565/85
    Auch; Beisatz: Hier: Bank gegenüber Interzedenten über alle Umstände auf Seiten des Darlehensnehmers oder gar dessen Vertragspartners. (T1) Veröff: SZ 59/193
  • 7 Ob 553/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 7 Ob 553/88
    Beisatz: Beim Kauf eines Unternehmens genügt zur Erfüllung der Offenlegungspflicht im allgemeinen die Überlassung derjenigen Unterlagen, aus denen sich die für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wesentlichen Umstände ergeben. (T2) Veröff: WBl 1988,341
  • 1 Ob 503/89
    Entscheidungstext OGH 26.04.1989 1 Ob 503/89
  • 2 Ob 546/90
    Entscheidungstext OGH 05.09.1990 2 Ob 546/90
    nur: Eine Aufklärungspflicht besteht, wenn der andere Teil nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs eine Aufklärung erwarten durfte. (T3)
  • 1 Ob 548/92
    Entscheidungstext OGH 24.04.1992 1 Ob 548/92
    Auch; nur: Es besteht keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entscheidung einen Einfluss haben können. (T4) nur T3; Veröff: ÖBA 1993,408 (Koch) = JBl 1992,711 = RdW 1993,40
  • 7 Ob 575/93
    Entscheidungstext OGH 15.07.1993 7 Ob 575/93
    nur T3; Veröff: ÖBA 1994,156 (Iro)
  • 1 Ob 525/94
    Entscheidungstext OGH 03.05.1994 1 Ob 525/94
    nur T4; nur T3
  • 1 Ob 632/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 632/94
    auch; nur T3; Beisatz: Entscheidend ist, ob nach der Lage des Falles eine Aufklärungsnotwendigkeit besteht. (T5)
  • 1 Ob 564/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 564/95
    nur T4; nur T3; Veröff: SZ 68/105
  • 1 Ob 1538/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 1538/95
  • 1 Ob 617/95
    Entscheidungstext OGH 23.10.1995 1 Ob 617/95
    Auch
  • 4 Ob 98/97h
    Entscheidungstext OGH 15.04.1997 4 Ob 98/97h
    Beis wie T5
  • 4 Ob 44/97t
    Entscheidungstext OGH 25.02.1997 4 Ob 44/97t
    nur T3
  • 9 Ob 312/97s
    Entscheidungstext OGH 01.10.1997 9 Ob 312/97s
  • 10 Ob 54/97g
    Entscheidungstext OGH 17.03.1998 10 Ob 54/97g
    nur T3; Beisatz: Eine Aufklärungspflicht ist dann zu verneinen, wenn der Vertragspartner zu erkennen gibt, dass er mit den Verhältnissen vertraut ist. (T6)
  • 4 Ob 61/99w
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 4 Ob 61/99w
    Auch; nur T3
  • 5 Ob 92/99m
    Entscheidungstext OGH 07.12.1999 5 Ob 92/99m
    Auch; nur T3; nur T4; Beisatz: Eine Aufklärungspflicht besteht nur dann, wenn der andere Teil eine Aufklärung über Umstände erwarten durfte, die auf seine Entscheidung Einfluss haben konnten. (T7)
  • 7 Ob 169/99z
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 7 Ob 169/99z
    Vgl auch; Beisatz: Grundsätzlich hat jeder seine eigenen Interessen selbst wahrzunehmen. (T8); Beisatz: Die Berücksichtigung und Abwägung dieser Umstände ist eine Frage des Einzelfalls und stellt keine Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO dar. (T9)
  • 1 Ob 128/00f
    Entscheidungstext OGH 21.06.2000 1 Ob 128/00f
    nur T3; nur T4; Beis wie T9
  • 7 Ob 154/00y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2000 7 Ob 154/00y
    nur T3; nur T4
  • 2 Ob 104/01k
    Entscheidungstext OGH 16.05.2001 2 Ob 104/01k
    Auch; Beisatz: Die Warnpflicht einer Bank gegenüber einem Bürgen oder Pfandbesteller besteht nur in Ausnahmefällen, wenn diese etwa von der bevorstehenden Insolvenz einer kreditnehmenden Gesellschaft Kenntnis gehabt hätte. (T10)
  • 7 Ob 267/02v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 267/02v
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 7 Ob 37/04y
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 7 Ob 37/04y
    nur T3
  • 3 Ob 103/04z
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 3 Ob 103/04z
    nur: Es besteht keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entscheidung einen Einfluss haben können. Eine Aufklärungspflicht besteht in der Regel nur dann, wenn der andere Teil nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs eine Aufklärung erwarten durfte. (T11)
  • 6 Ob 27/05x
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 27/05x
    Auch; Beisatz: Es besteht keine allgemeine Aufklärungspflicht des Verkäufers, den Geschäftspartner über alle abstrakten Gefährdungsmöglichkeiten aufzuklären. (T12)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Auch; nur T11; Beisatz: Hier: Grundsätzlich hatte die Verkäuferin den Käufer über das Alter des Gebäudes, in dem sich das Kaufobjekt (die Eigentumswohnung) befindet, nicht aufzuklären, weil der Käufer in keiner Weise zu erkennen gab, dass für ihn die nur für Bauten nach 1967 geltende freie Mietzinsbildung vom maßgeblicher Bedeutung wäre. (T13)
  • 7 Ob 277/06w
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 7 Ob 277/06w
  • 4 Ob 53/07h
    Entscheidungstext OGH 24.04.2007 4 Ob 53/07h
    Auch; Veröff: SZ 2007/63
  • 7 Ob 169/07i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2007 7 Ob 169/07i
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Zur Beratungspflicht und Warnpflicht einer Bank im Rahmen einer Scheckeinlösung. (T14)
  • 4 Ob 130/09k
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 4 Ob 130/09k
    Vgl; Beisatz: Hier: Die beklagte Reiseveranstalterin musste darauf hinweisen, dass die angebotene Reise in die Hurrikansaison fiel. (T15); Veröff: SZ 2009/127
  • 3 Ob 111/09h
    Entscheidungstext OGH 22.10.2009 3 Ob 111/09h
    Auch; nur T3; nur T11
  • 5 Ob 247/09y
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 5 Ob 247/09y
    Vgl; Beisatz: Für das Bestehen einer Aufklärungspflicht ist im Einzelfall immer entscheidend, ob ein Schutzbedürfnis des Vertragspartners vorliegt. (T16); Beisatz: Kann ein Verkäufer vernünftigerweise beim Käufer Sachkunde voraussetzen, muss er ihn nicht über mögliche Folgen bücherlicher Anmerkungen aufklären. (T17)
  • 7 Ob 201/09y
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 7 Ob 201/09y
    Vgl; Beisatz: Die Aufklärungspflicht an der Grenze objektiver Vorhersehbarkeit einer Gefährdung der Interessen des Vertragspartners. (T18)
  • 6 Ob 146/10d
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 146/10d
    Beisatz: Im Allgemeinen bestehen im Zusammenhang mit einer Bankgarantie keine besonderen Warnpflichten. (T19); Beisatz: Hier: Informationspflicht der die Garantie ausstellenden Bank gegenüber dem Garantiebesteller über Hinweise des eine Treuhandschaft ablehnenden Notars bejaht. (T20)
  • 10 Ob 12/11d
    Entscheidungstext OGH 01.03.2011 10 Ob 12/11d
    Auch
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    nur T3; nur T4; Vgl Beis wie T13; Beisatz: Eine Aufklärungspflicht des Verkäufers über das Alter eines Gebäudes ist dann zu bejahen, wenn der Verkäufer des Immobilienmaklers und die dadurch ausgelöste Fehlinformation der Kaufinteressenten kannte. (T21)
  • 10 Ob 53/12k
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 10 Ob 53/12k
    Auch
  • 8 Ob 3/15x
    Entscheidungstext OGH 26.02.2015 8 Ob 3/15x
    Auch; nur T11
  • 10 Ob 47/18m
    Entscheidungstext OGH 26.06.2018 10 Ob 47/18m
    nur: Die Aufklärungspflicht endet an der Grenze objektiver Voraussehbarkeit einer Gefährdung der Interessen des Gegners. (T22)
  • 9 ObA 67/18w
    Entscheidungstext OGH 30.08.2018 9 ObA 67/18w
    nur T3; nur T4; Beis wie T5; Beis wie T7; nur T11; Beis wie T16; Beisatz: Verweigert der Gefragte die Informationserteilung, kann hierin eine Einschränkung der berechtigten Erwartung des Fragenden, vom anderen informiert zu werden, liegen. Antwortet der Gefragte, kann der andere hingegen grundsätzlich von der Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Information ausgehen. (T23)
    Beisatz: „Besondere Umstände“ liegen auch in einer Situation vor, in der sich der andere zwar grundsätzlich selbst informieren könnte und müsste, seinem Gegenüber aber der Umstand, dessen Relevanz für die Entscheidungsfindung des anderen und dessen aktuelles Nichtwissen vom Umstand bekannt ist. Hier wäre es unbillig, dürfte der Wissende den anderen in Unkenntnis lassen. In einem solchen Fall liegt eine subsidiäre Informationspflicht des Wissenden vor, mag die Verletzung der Obliegenheit zur Selbstinformation dem anderen auch zum Mitverschulden gereichen. (T24)
  • 9 Ob 69/19s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2019 9 Ob 69/19s
    nur T4
  • 4 Ob 242/19w
    Entscheidungstext OGH 28.01.2020 4 Ob 242/19w
  • 5 Ob 130/21k
    Entscheidungstext OGH 19.08.2021 5 Ob 130/21k
    Vgl; Beis wie T16; nur T22; Beis wie T17
  • 8 Ob 121/22k
    Entscheidungstext OGH 21.11.2022 8 Ob 121/22k
    nur T11; Beisatz: Hier: Keine Aufklärungspflicht, wenn bereits eine Vereinbarung für den Fall getroffen wurde, dass die Option nicht ausgeübt wird, weil diesfalls kein Grund zur Annahme besteht, dass der Kaufvertrag jedenfalls zustande kommt. (T25)
  • 2 Ob 222/22v
    Entscheidungstext OGH 13.12.2022 2 Ob 222/22v
    Vgl; nur T22; Beis wie T16
  • 5 Ob 137/22s
    Entscheidungstext OGH 21.12.2022 5 Ob 137/22s
  • 6 Ob 36/23x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 24.03.2023 6 Ob 36/23x
    vgl; Beisatz wie T5; Beisatz wie T9
    Beisatz: Hier: (Verneinte) Aufklärungspflichtverletzung der Organe einer Aktiengesellschaft gegenüber deren Aktionären. (T26)
  • 4 Ob 210/22v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung aus anderen Gründen 28.02.2023 4 Ob 210/22v
    Beisatz wie T9
    Beisatz: Weitergehende Aufklärungspflicht beim Verkauf von Schutzmasken ohne CE-Kennzeichnung und ohne Konformitätsbewertungsverfahren mangels konkreter vertraglicher Anforderungen verneint, weil diese Masken infolge der Empfehlung (EU) 2020/403 der Europäischen Kommission vom 13.3.2020 zumindest auf dem staatlichen Beschaffungsmarkt verkäuflich waren und sich eine Händlerin von Atemschutzmasken mit den einschlägigen Bestimmungen vertraut hätte machen müssen. (T27)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0016390

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.05.2023

Dokumentnummer

JJR_19860116_OGH0002_0070OB00680_8500000_001

Rechtssatz für 2Ob463/52; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016326

Geschäftszahl

2Ob463/52; 3Ob413/57; 5Ob361/62; 1Ob20/63; 5Ob103/63; 4Ob522/76; 1Ob505/79 (1Ob506/79); 7Ob759/79; 3Ob572/79; 4Ob128/81 (4Ob129/78); 8Ob506/84; 2Ob652/86; 7Ob646/87; 8Ob1669/91; 9Ob503/94; 1Ob101/00k; 8Ob311/00v; 3Ob96/02t; 3Ob13/07v; 5Ob166/07h; 4Ob198/08h; 6Ob6/10s; 4Ob32/14f; 4Ob180/15x; 1Ob174/20z; 1Ob127/21i; 3Ob72/23v

Entscheidungsdatum

25.05.2023

Rechtssatz

Das Recht des Rücktrittes nach Paragraph 918, ABGB steht nur dem vertragstreuen Teil zu. Als vertragstreu kann der Teil nicht mehr angesehen werden, der sich bereits vom Boden des Vertrages entfernt und erklärt hat, sich an diesen wegen Ungültigkeit nicht mehr gebunden zu erachten. Wer Erfüllung verlangt, muss selbst zu erfüllen bereit sein. Ist dies nicht anzunehmen, weil der die Erfüllung verlangende Teil bereits erklärt hat, sich an den Vertrag nicht für gebunden zu erachten, so kann dem anderen Teil nicht mehr Verzug in der Vertragserfüllung zum Vorwurf gemacht werden; vielmehr ist er bei solcher Haltung des anderen Vertragsteiles berechtigt, gestützt auf Paragraph 1052, ABGB seine Leistung zurückzuhalten.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 463/52
    Entscheidungstext OGH 13.08.1952 2 Ob 463/52
  • 3 Ob 413/57
    Entscheidungstext OGH 09.10.1957 3 Ob 413/57
    nur: Wer Erfüllung verlangt, muss selbst zu erfüllen bereit sein. Ist dies nicht anzunehmen, weil der die Erfüllung verlangende Teil bereits erklärt hat, sich an den Vertrag nicht für gebunden zu erachten, so kann dem anderen Teil nicht mehr Verzug in der Vertragserfüllung zum Vorwurf gemacht werden; vielmehr ist er bei solcher Haltung des anderen Vertragsteiles berechtigt, gestützt auf § 1052 ABGB seine Leistung zurückzuhalten. (T1)
  • 5 Ob 361/62
    Entscheidungstext OGH 10.01.1963 5 Ob 361/62
    nur T1; Veröff: HS 4284
  • 1 Ob 20/63
    Entscheidungstext OGH 20.03.1963 1 Ob 20/63
    Veröff: JBl 1963,571
  • 5 Ob 103/63
    Entscheidungstext OGH 04.04.1963 5 Ob 103/63
    Veröff: HS 4284
  • 4 Ob 522/76
    Entscheidungstext OGH 06.04.1976 4 Ob 522/76
    nur: Das Recht des Rücktrittes nach § 918 ABGB steht nur dem vertragstreuen Teil zu. (T2)
  • 1 Ob 505/79
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 1 Ob 505/79
    Veröff: SZ 52/36
  • 7 Ob 759/79
    Entscheidungstext OGH 12.06.1980 7 Ob 759/79
    Auch
  • 3 Ob 572/79
    Entscheidungstext OGH 29.10.1980 3 Ob 572/79
    nur T2; nur: Wer Erfüllung verlangt, muss selbst zu erfüllen bereit sein. (T3)
  • 4 Ob 128/81
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 4 Ob 128/81
    nur T3
  • 8 Ob 506/84
    Entscheidungstext OGH 18.04.1985 8 Ob 506/84
    Auch; nur T2; nur T3
    Beisatz: Es sei denn, die eigene Leistungsstörung ist die Sanktion auf die Nichtleistung des anderen Teils. (T4)
  • 2 Ob 652/86
    Entscheidungstext OGH 30.06.1987 2 Ob 652/86
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 60/125
  • 7 Ob 646/87
    Entscheidungstext OGH 24.09.1987 7 Ob 646/87
    nur T2; nur T3; Veröff: JBl 1988,446
  • 8 Ob 1669/91
    Entscheidungstext OGH 30.01.1992 8 Ob 1669/91
    Vgl auch
  • 9 Ob 503/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 9 Ob 503/94
    nur T2; nur T3
  • 1 Ob 101/00k
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 101/00k
    nur T2
  • 8 Ob 311/00v
    Entscheidungstext OGH 25.06.2001 8 Ob 311/00v
    nur T2
  • 3 Ob 96/02t
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 3 Ob 96/02t
    nur T2; nur T3; Beisatz: Wer selbst in einer Leistungsstörung verfangen ist, kann nicht wirksam zurücktreten. Erst die Beendigung der eigenen Leistungsstörung des Gläubigers gibt ihm das Rücktrittsrecht wieder. (T5)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Vgl aber; Beisatz: Dem selbst in einer Leistungsstörung Verfangenen steht das Rücktrittsrecht zu, wenn seine Interessen durch Nichterfüllung des anderen Vertragsteils so beeinträchtigt werden, dass ihm die Aufrechterhaltung des Vertrags nicht mehr zugemutet werden kann (so schon 7 Ob 646/87). (T6)
    Beisatz: Hier: Die Ablehnung einer Reduktion des Kaufpreises durch die Verkäuferin berechtigte den Käufer lediglich zum Gerichtserlag, nicht aber zu einer gänzlichen Leistungsverweigerung, sodass die Leistungsverweigerung eine Druckausübung bedeutet, um die Verkäuferin zum Abschluss eines neuen Vertrags unter Wegfall der vereinbarten Preisbindung an den Kaufpreis eines Bestbieters zu veranlassen. - Rücktrittsrecht der Verkäuferin, die einen Irrtum über einen Wertfaktor veranlasst hat, bejaht. (T7)
  • 5 Ob 166/07h
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 5 Ob 166/07h
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 4 Ob 198/08h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 198/08h
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 6/10s
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 6/10s
    Vgl auch; Beisatz: Eine Rücktrittserklärung ist bereits vor Fälligkeit der Leistung dann zulässig, wenn der Schuldner die Erfüllung verweigert, also erkennen lässt, dass er die Vertragsverbindlichkeit nicht einhalten will. (T8)
  • 4 Ob 32/14f
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 4 Ob 32/14f
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 4 Ob 180/15x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 180/15x
    Auch
  • 1 Ob 174/20z
    Entscheidungstext OGH 20.10.2020 1 Ob 174/20z
    nur T3; Beis wie T6
  • 1 Ob 127/21i
    Entscheidungstext OGH 21.07.2021 1 Ob 127/21i
    Vgl; Beis wie T8
  • 3 Ob 72/23v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.05.2023 3 Ob 72/23v
    vgl; nur T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1952:RS0016326

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.06.2023

Dokumentnummer

JJR_19520813_OGH0002_0020OB00463_5200000_001

Rechtssatz für 4Ob549/88; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016262

Geschäftszahl

4Ob549/88; 1Ob2012/96f; 5Ob144/98g; 1Ob157/02y; 3Ob68/03a; 3Ob13/07v; 9Ob50/10h; 2Ob176/10m; 7Ob217/13g; 2Ob67/14p; 4Ob39/17i; 6Ob51/22a; 5Ob60/23v; 5Ob205/22s

Entscheidungsdatum

17.08.2023

Rechtssatz

Die Geltendmachung der Anpassung eines Kaufvertrages wegen eines unwesentlichen Geschäftsirrtums (Paragraph 872, ABGB) erfordert nicht nur die Behauptung der konkreten unrichtigen Vorstellung von der Wirklichkeit und einer der im Paragraph 871, Absatz eins, ABGB genannten Anfechtungsvoraussetzungen; der Kläger muss insbesondere auch behaupten und beweisen, dass bestimmte Faktoren - hier ein bestimmtes Ausmaß des Kaufobjektes - für die Preisbestimmung maßgebend waren und der Vertrag bei Kenntnis der wahren Umstände mit einem anderen Inhalt - hier mit einem anderen Kaufpreis - abgeschlossen worden wäre.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 549/88
    Entscheidungstext OGH 28.06.1988 4 Ob 549/88
  • 1 Ob 2012/96f
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 2012/96f
    Auch; nur: der Kläger muss insbesondere auch behaupten und beweisen, dass bestimmte Faktoren - hier ein bestimmtes Ausmaß des Kaufobjektes - für die Preisbestimmung maßgebend waren und der Vertrag bei Kenntnis der wahren Umstände mit einem anderen Inhalt - hier mit einem anderen Kaufpreis - abgeschlossen worden. (T1)
  • 5 Ob 144/98g
    Entscheidungstext OGH 26.05.1998 5 Ob 144/98g
    Vgl; Beisatz: Die Behauptungs- und Beweislast für die Unwesentlichkeit des Irrtums im Sinne des § 872 ABGB trifft den Irrenden (MietSlg 32/28; 4 Ob 549/88; 1 Ob 2012/96f). (T2)
  • 1 Ob 157/02y
    Entscheidungstext OGH 30.09.2002 1 Ob 157/02y
    Vgl auch; Beisatz: Hier: In Urkunden erwähnte Umsatzzahlen sowie angeführte Abschlusswahrscheinlichkeiten und Angaben eines Unternehmensverkäufers über seinen "Kundenstock" sowie die mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Umsätze als nicht unerhebliches Kriterium für die Preisbildung des Verkaufspreises des Unternehmens. (T3)
  • 3 Ob 68/03a
    Entscheidungstext OGH 17.07.2003 3 Ob 68/03a
    Vgl auch
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Auch; Beisatz: Hier: Der preisbildende Umstand wurde von den Vertragsparteien gerade nicht als Vertragsgrundlage herangezogen, sondern dadurch eliminiert, dass es vereinbarungsgemäß für die Preisbildung ausschließlich auf den Umstand ankommen sollte, um welchen Preis die Klägerin an einen Bestbieter verkaufen hätte können. (T4)
  • 9 Ob 50/10h
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 50/10h
    Auch; nur T1; Beisatz: Dem Gegner kann aber nicht einseitig ein Vertragsinhalt aufgezwungen werden, den er nicht akzeptiert hätte. Ist diese Voraussetzung gegeben, so kann auch ein wesentlicher Mangel zur Vertragsanpassung führen. (T5)
    Veröff: SZ 2010/91
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    Auch; nur: Der Kläger muss behaupten und beweisen, dass der Vertrag bei Kenntnis der wahren Umstände mit einem anderen Inhalt abgeschlossen worden wäre. (T6)
    Beisatz: Nur wenn positiv feststeht, dass der Vertragspartner nicht zu den geänderten Bedingungen abgeschlossen hätte, ist die Vertragsanpassung abzulehnen. Andernfalls ist darauf abzustellen, mit welchem Inhalt redliche, nicht in einem Irrtum verfangene Parteien den Vertrag abgeschlossen hätten. (T7)
  • 7 Ob 217/13g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 7 Ob 217/13g
    Auch; Beisatz: Hier: Mobilfunkvertrag (mobiles Internet - Roaminggebühren). (T8)
  • 2 Ob 67/14p
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 67/14p
    Auch
  • 4 Ob 39/17i
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 39/17i
    Auch
  • 6 Ob 51/22a
    Entscheidungstext OGH 25.01.2023 6 Ob 51/22a
    Vgl; nur T6; Beis wie T7
  • 5 Ob 60/23v
    Entscheidungstext OGH 31.05.2023 5 Ob 60/23v
    Beisatz wie T7
  • 5 Ob 205/22s
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 17.08.2023 5 Ob 205/22s
    vgl; nur T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0016262

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.09.2023

Dokumentnummer

JJR_19880628_OGH0002_0040OB00549_8800000_001

Rechtssatz für 7Ob40/78; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016237

Geschäftszahl

7Ob40/78; 5Ob573/80; 1Ob789/80; 7Ob651/81; 5Ob768/80; 3Ob542/87; 6Ob663/90; 1Ob1538/95; 1Ob2012/96f; 1Ob32/98g; 6Ob124/98y; 5Ob144/98g; 9Ob274/98d; 3Ob68/03a; 7Ob250/03w; 10Ob115/05t; 3Ob13/07v; 9Ob50/10h; 2Ob176/10m; 4Ob11/13s; 3Ob23/13y; 7Ob217/13g; 9Ob15/17x; 8Ob106/17x; 6Ob29/18k; 6Ob16/20a; 10Ob4/21t; 10Ob9/22d; 6Ob51/22a; 5Ob60/23v; 5Ob205/22s; 8Ob70/23m

Entscheidungsdatum

17.11.2023

Rechtssatz

Vertragsanpassung ist nur bei einem unwesentlichen Irrtum und nur dann möglich, wenn der Gegner im Zeitpunkt des Kontrahierens hypothetisch den Willen gehabt hätte, gegebenenfalls auch zu den Bedingungen, die der andere Teil nunmehr durchzusetzen bestrebt ist, abzuschließen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 40/78
    Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 40/78
  • 5 Ob 573/80
    Entscheidungstext OGH 02.09.1980 5 Ob 573/80
    Veröff: SZ 53/108
  • 1 Ob 789/80
    Entscheidungstext OGH 04.03.1981 1 Ob 789/80
    Vgl
  • 7 Ob 651/81
    Entscheidungstext OGH 09.07.1981 7 Ob 651/81
    nur: Vertragsanpassung ist nur bei einem unwesentlichen Irrtum möglich. (T1)
  • 5 Ob 768/80
    Entscheidungstext OGH 09.06.1981 5 Ob 768/80
    Auch; Beisatz: Wenn bei Ermittlung des hypothetischen Parteiwillens kein Ergebnis erzielt werden könnte, ist die Frage zu beantworten, wie normale Parteien redlicherweise gehandelt hätten. (T2)
    Veröff: SZ 54/88 = MietSlg 33110
  • 3 Ob 542/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 542/87
    Auch
  • 6 Ob 663/90
    Entscheidungstext OGH 29.11.1990 6 Ob 663/90
    Auch
  • 1 Ob 1538/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 1538/95
    Vgl; Beis wie T2
  • 1 Ob 2012/96f
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 2012/96f
    Auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 32/98g
    Entscheidungstext OGH 19.05.1998 1 Ob 32/98g
  • 6 Ob 124/98y
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 6 Ob 124/98y
  • 5 Ob 144/98g
    Entscheidungstext OGH 26.05.1998 5 Ob 144/98g
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Bei der Vertragsanpassung ist nicht nur auf den Willen des Irrenden, sondern auch auf den des anderen Vertragsteils abzustellen, damit den Parteien durch die Vertragsanpassung kein Vertrag aufgezwungen wird, den sie nie abgeschlossen hätten. (T3)
    Beisatz: Die Behauptungslast und Beweislast für die Unwesentlichkeit des Irrtums iSd § 872 ABGB trifft den Irrenden (MietSlg 32/28; 4 Ob 549/88; 1 Ob 2012/96f). (T4)
  • 9 Ob 274/98d
    Entscheidungstext OGH 21.10.1998 9 Ob 274/98d
    nur T1
  • 3 Ob 68/03a
    Entscheidungstext OGH 17.07.2003 3 Ob 68/03a
    Vgl auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T4
  • 7 Ob 250/03w
    Entscheidungstext OGH 10.11.2003 7 Ob 250/03w
  • 10 Ob 115/05t
    Entscheidungstext OGH 29.11.2005 10 Ob 115/05t
    Beis wie T2; Beisatz: Ob dem Vertragspartner durch eine konkret gewünschte Vertragsanpassung ein ungewollter Vertrag aufgezwungen wird, richtet sich nach den besonderen Verhältnissen des Anlassfalles; der Beurteilung kommt keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zu. (T5)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Beis ähnlich wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Der preisbildende Umstand wurde von den Vertragsparteien gerade nicht als Vertragsgrundlage herangezogen, sondern dadurch eliminiert, dass es vereinbarungsgemäß für die Preisbildung ausschließlich auf den Umstand ankommen sollte, um welchen Preis die Klägerin an einen Bestbieter verkaufen hätte können. (T6)
  • 9 Ob 50/10h
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 50/10h
    Auch; nur: Vertragsanpassung ist nur dann möglich, wenn der Gegner im Zeitpunkt des Kontrahierens hypothetisch den Willen gehabt hätte, gegebenenfalls auch zu den Bedingungen, die der andere Teil nunmehr durchzusetzen bestrebt ist, abzuschließen. (T7)
    Beis wie T2; Beis wie T3
    Veröff: SZ 2010/91
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Nur wenn positiv feststeht, dass der Vertragspartner nicht zu den geänderten Bedingungen abgeschlossen hätte, ist die Vertragsanpassung abzulehnen. Andernfalls ist darauf abzustellen, mit welchem Inhalt redliche, nicht in einem Irrtum verfangene Parteien den Vertrag abgeschlossen hätten. (T8)
  • 4 Ob 11/13s
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 11/13s
    Vgl
  • 3 Ob 23/13y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2013 3 Ob 23/13y
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T8
  • 7 Ob 217/13g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 7 Ob 217/13g
    Auch
  • 9 Ob 15/17x
    Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 Ob 15/17x
    Beis wie T8
  • 8 Ob 106/17x
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 8 Ob 106/17x
    Beis wie T8; Beisatz: Dem Gegner kann nicht einseitig ein Vertragsinhalt aufgezwungen werden, den er nicht akzeptiert hätte. (T9)
    Veröff: SZ 2017/139
  • 6 Ob 29/18k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 29/18k
  • 6 Ob 16/20a
    Entscheidungstext OGH 20.02.2020 6 Ob 16/20a
    Beisatz wie T2
    Anm: Veröff: SZ 2020/18
  • 10 Ob 4/21t
    Entscheidungstext OGH 30.03.2021 10 Ob 4/21t
  • 10 Ob 9/22d
    Entscheidungstext OGH 18.10.2022 10 Ob 9/22d
    Beis wie T4
  • 6 Ob 51/22a
    Entscheidungstext OGH 25.01.2023 6 Ob 51/22a
  • 5 Ob 60/23v
    Entscheidungstext OGH 31.05.2023 5 Ob 60/23v
    Beisatz wie T3
  • 5 Ob 205/22s
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 17.08.2023 5 Ob 205/22s
    vgl; nur T2
  • 8 Ob 70/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.11.2023 8 Ob 70/23m
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0016237

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19780907_OGH0002_0070OB00040_7800000_002

Rechtssatz für 2Ob652/86; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018286

Geschäftszahl

2Ob652/86; 7Ob646/87; 4Ob587/87 (4Ob588/87); 5Ob591/87; 5Ob504/89; 1Ob252/98k; 1Ob101/00k; 8Ob311/00v; 7Ob40/05s; 7Ob77/06h; 3Ob13/07v; 5Ob166/07h; 9Ob36/10z; 7Ob15/13a; 2Ob163/13d; 6Ob196/15i; 4Ob34/18f; 1Ob155/18b; 8Ob50/20s; 5Ob120/21i; 4Ob9/22k; 8Ob124/23b

Entscheidungsdatum

11.01.2024

Norm

ABGB §918 Ia
  1. ABGB § 918 heute
  2. ABGB § 918 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Bestimmung des Paragraph 918, Absatz 2, ABGB sanktioniert nicht ausschließlich einen Leistungsverzug, sondern auch den in der Verweigerung der Zuhaltung von vereinbarten wesentlichen Vertragsbedingungen gelegenen Vertragsbruch, wenn er mit einer schweren Erschütterung des Vertrauens in die Person des Vertragspartners einhergeht.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 652/86
    Entscheidungstext OGH 30.06.1987 2 Ob 652/86
    Veröff: SZ 60/125
  • 7 Ob 646/87
    Entscheidungstext OGH 24.09.1987 7 Ob 646/87
    Auch; Beisatz: Das Rücktrittsrecht des selbst in einer Leistungsstörung Verfangenen bleibt jedoch unberührt, wenn sein Interesse durch Nichterfüllung, Verletzung von Schutzpflichten oder deliktische Handlungen des anderen Vertragsteiles so erheblich beeinträchtigt ist, dass ihm die Aufrechterhaltung des Vertrages nicht mehr zugemutet werden kann (hier: wenn die Liegenschaft nach Abschluss des Kaufvertrages mit - den vereinbarten Kaufpreis erheblich übersteigenden - Pfandrechten belastet wird, der Verkäufer eine Lastenfreistellung nicht vornimmt und allfällige Regressansprüche des Käufers gefährdet erscheinen). (T1)
    Veröff: JBl 1988,446
  • 4 Ob 587/87
    Entscheidungstext OGH 17.11.1987 4 Ob 587/87
    Vgl; Veröff: JBl 1988,241
  • 5 Ob 591/87
    Entscheidungstext OGH 15.12.1987 5 Ob 591/87
  • 5 Ob 504/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1989 5 Ob 504/89
    Beisatz: Hier: Verweigerung der Einhaltung der Preisabsprache. (T2)
  • 1 Ob 252/98k
    Entscheidungstext OGH 30.10.1998 1 Ob 252/98k
    Vgl auch; nur: Die Bestimmung des § 918 Abs 2 ABGB sanktioniert auch den Vertragsbruch, wenn er mit einer schweren Erschütterung des Vertrauens in die Person des Vertragspartners einhergeht. (T3)
  • 1 Ob 101/00k
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 101/00k
    Auch; Beisatz: Die schwerwiegende Erschütterung des Vertrauens in die Person des Vertragspartners kann einen Auflösungsgrund im Sinne der §§ 918, 1168 ABGB darstellen. Das setzt voraus, dass dem Zurücktretenden eine weitere Zusammenarbeit (auch subjektiv) nicht mehr zumutbar ist. (T4)
    Beisatz: Denkbar wäre eine schwerwiegende Erschütterung des Vertrauens nur dann, wenn dem Werkbesteller gravierende Mängel an dem vom Werkunternehmer zum Teil hergestellten Werk erst nach der Vereinbarung der Vorleistungspflicht des Werkbestellers bekannt geworden wären. (T5)
  • 8 Ob 311/00v
    Entscheidungstext OGH 25.06.2001 8 Ob 311/00v
    Auch
  • 7 Ob 40/05s
    Entscheidungstext OGH 08.06.2005 7 Ob 40/05s
    Beis wie T4
  • 7 Ob 77/06h
    Entscheidungstext OGH 31.05.2006 7 Ob 77/06h
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Das Rücktrittsrecht des selbst in einer Leistungsstörung Verfangenen bleibt jedoch unberührt, wenn sein Interesse durch Nichterfüllung, Verletzung von Schutzpflichten oder deliktische Handlungen des anderen Vertragsteiles so erheblich beeinträchtigt ist, dass ihm die Aufrechterhaltung des Vertrages nicht mehr zugemutet werden kann. (T6)
    Beisatz: Hier: Die Ablehnung einer Reduktion des Kaufpreises durch die Verkäuferin berechtigte den Käufer lediglich zum Gerichtserlag, nicht aber zu einer gänzlichen Leistungsverweigerung, sodass die Leistungsverweigerung eine Druckausübung bedeutet, um die Verkäuferin zum Abschluss eines neuen Vertrags unter Wegfall der vereinbarten Preisbindung an den Kaufpreis eines Bestbieters zu veranlassen. - Rücktrittsrecht der Verkäuferin, die einen Irrtum über einen Wertfaktor veranlasst hat, bejaht. (T7)
  • 5 Ob 166/07h
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 5 Ob 166/07h
    Beis wie T6
  • 9 Ob 36/10z
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 36/10z
    Auch; nur T3; Beisatz: Bei einer schweren Erschütterung des Vertrauens in die Person des Vertragspartners ist ein Rücktritt auch ohne Nachfristsetzung möglich. (T8)
  • 7 Ob 15/13a
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 15/13a
    Auch
  • 2 Ob 163/13d
    Entscheidungstext OGH 22.05.2014 2 Ob 163/13d
    Beisatz: Ob allerdings derartig wichtige Gründe vorliegen, die zu einer sofortigen Vertragsaufhebung berechtigen würden, ist immer eine Frage des Einzelfalls, der keine darüber hinausgehende Bedeutung zukommt. Diesbezüglich trifft überdies den Kläger die Behauptungslast. (T9)
  • 6 Ob 196/15i
    Entscheidungstext OGH 23.10.2015 6 Ob 196/15i
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 4 Ob 34/18f
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 34/18f
  • 1 Ob 155/18b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 155/18b
    Beis wie T9
  • 8 Ob 50/20s
    Entscheidungstext OGH 28.09.2020 8 Ob 50/20s
    Vgl; Beisatz: Hier: Vorzeitige Auflösung des Behandlungsvertrages durch den Patienten wegen berechtigten Verlusts des Vertrauens in die Person des Vertragspartners unabhängig von der rechtlichen Einordnung des Behandlungsvertrages als Ziel- oder Dauerschuldverhältnis. (T10)
  • 5 Ob 120/21i
    Entscheidungstext OGH 05.08.2021 5 Ob 120/21i
    Vgl; nur Beis wie T9
  • 4 Ob 9/22k
    Entscheidungstext OGH 22.04.2022 4 Ob 9/22k
    Beis wie T9
  • 8 Ob 124/23b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 11.01.2024 8 Ob 124/23b
    vgl; Beisatz wie T6; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0018286

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19870630_OGH0002_0020OB00652_8600000_001

Rechtssatz für 1Ob617/83; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0019929

Geschäftszahl

1Ob617/83; 2Ob661/84; 8Ob665/88; 5Ob630/89; 7Ob515/91; 1Ob577/91; 7Ob2027/96f; 6Ob51/99i; 6Ob72/00g; 6Ob312/00a; 7Ob187/01b; 5Ob28/02g; 5Ob31/02y; 6Ob80/05s; 4Ob72/06a; 3Ob13/07v; 4Ob114/08f; 1Ob262/07x; 7Ob112/09k; 7Ob187/09i; 5Ob43/09y; 10Ob10/10h; 8Ob168/09b; 6Ob177/10p; 2Ob182/10v; 1Ob93/11z; 4Ob163/11s; 4Ob137/11t; 6Ob77/12k; 3Ob114/12d; 7Ob22/14g; 3Ob173/14h; 10Ob71/14k; 7Ob29/15p; 2Ob237/14p; 3Ob213/15t; 4Ob14/16m; 5Ob143/15p; 9Ob44/16k; 1Ob107/16s; 6Ob140/16f; 10Ob17/16x; 4Ob108/17m; 5Ob83/17t; 6Ob89/18h; 1Ob41/19i; 3Ob176/20h; 2Ob28/22i; 5Ob58/22y; 5Ob131/22h; 8Ob29/23g; 8Ob114/23g; 4Ob128/23m

Entscheidungsdatum

04.04.2024

Norm

ABGB §932
ABGB §1052 A
ABGB §1170
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1052 heute
  2. ABGB § 1052 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1170 heute
  2. ABGB § 1170 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Fälligkeit des Werklohns kann nur solange hinausgeschoben werden, als ein Verbesserungsanspruch besteht und die Verbesserung im Interesse des Bestellers liegt. Fällt dieses Interesse weg, besteht kein Bedürfnis nach Gewährung eines gänzlichen Leistungsverweigerungsrechts mehr.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 617/83
    Entscheidungstext OGH 31.08.1983 1 Ob 617/83
    Veröff: RdW 1984,41
  • 2 Ob 661/84
    Entscheidungstext OGH 18.12.1984 2 Ob 661/84
  • 8 Ob 665/88
    Entscheidungstext OGH 20.10.1988 8 Ob 665/88
  • 5 Ob 630/89
    Entscheidungstext OGH 31.10.1989 5 Ob 630/89
    Auch; Beisatz: Bei Unmöglichkeit oder Unverhältnismäßigkeit der Verbesserung kann der Besteller nur Preisminderung begehren und den entsprechenden Betrag vom Entgelt abziehen. (T1)
    Veröff: SZ 62/169 = JBl 1990,248 (Rebhahn)
  • 7 Ob 515/91
    Entscheidungstext OGH 18.04.1991 7 Ob 515/91
    Auch; Beisatz: Mit der Zur-Verfügungstellung des erforderlichen Deckungskapitales zur Mängelsanierung erlöschen die Vertragsbeziehungen und wird daher ein allfälliger Werklohnrest zu Gunsten der Professionisten fällig. (T2)
  • 1 Ob 577/91
    Entscheidungstext OGH 09.10.1991 1 Ob 577/91
    Auch; nur: Die Fälligkeit des Werklohns kann nur solange hinausgeschoben werden, als ein Verbesserungsanspruch besteht. (T3) Beisatz: Die Berechtigung des Einwandes, der restliche Werklohn sei noch nicht fällig, setzt voraus, dass dem Besteller ein Verbesserungsanspruch zusteht. (T4)
    Veröff: JBl 1992,243
  • 7 Ob 2027/96f
    Entscheidungstext OGH 13.03.1996 7 Ob 2027/96f
    Auch
  • 6 Ob 51/99i
    Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 51/99i
    Vgl auch; Beisatz: Die Tatsache der Veräußerung der mangelhaften Sache besagt grundsätzlich noch nicht, dass der nunmehrige Eigentümer eine Verbesserung nicht mehr in Anspruch nehmen werde. Eine entsprechend hohe Ablösezahlung deutet darauf hin, dass kein Preisabstrich wegen der Mängel der abgelösten Sachen vereinbart wurde und der Erwerber somit noch mit einer Verbesserung rechnet. (T5)
  • 6 Ob 72/00g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 72/00g
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 312/00a
    Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 312/00a
    Vgl auch; Beisatz: Das Zurückbehaltungsrecht setzt voraus, dass der Zurückbehaltende gegen den anderen ein Recht auf Leistung geltend macht. Das Leistungsverweigerungsrecht des Bestellers erlischt, sobald er die Fertigstellung des Werks durch den Unternehmer verhindert oder unmöglich macht oder wenn er das noch unvollendete Werk von einem Dritten vervollständigen lässt. (T6)
  • 7 Ob 187/01b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 187/01b
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 28/02g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 5 Ob 28/02g
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T4
  • 5 Ob 31/02y
    Entscheidungstext OGH 09.04.2002 5 Ob 31/02y
    Vgl auch
  • 6 Ob 80/05s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 80/05s
    Vgl auch; Beisatz: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. Hier: Missbräuchliche Rechtsausübung, wenn das hergestellte Werk in Gebrauch genommen wurde und die Mängelbehebung keine besonderen Fachkenntnisse und kein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragsparteien zur Voraussetzung hat. (T7)
  • 4 Ob 72/06a
    Entscheidungstext OGH 23.05.2006 4 Ob 72/06a
    Auch; nur T3; Beis wie T4; Beisatz: Kommt (wegen der Unbehebbarkeit der Mängel) eine Verbesserung nicht in Betracht oder lässt der Besteller die Verbesserung durch den Unternehmer nicht zu, wird der Werklohn fällig. (T8)
  • 3 Ob 13/07v
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 13/07v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 4 Ob 114/08f
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 114/08f
    Auch; Beisatz: Voraussetzung für die Zurückbehaltung des Werklohns ist die Behebbarkeit des Mangels sowie ein ernstliches Verbesserungsbegehren des Bestellers. Mit Zurückbehaltung soll nämlich auf den Unternehmer Druck ausgeübt werden, eine Verbesserung vorzunehmen. Kommt im Einzelfall nur (mehr) Preisminderung in Betracht oder lässt der Besteller eine weitere Behebung der Mängel durch den Unternehmer nicht mehr zu, so kann er die Bezahlung des durch den berechtigten Preisminderungsanspruch entsprechend verminderten Werklohns nicht mit der Begründung verweigern, das Werk sei noch nicht vollendet. (T9)
  • 1 Ob 262/07x
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 262/07x
    Vgl auch; Beis wie T7 nur: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. (T10)
  • 7 Ob 112/09k
    Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 112/09k
    Auch; Beisatz: Nur bei Bestehen eines Verbesserungsanspruchs wird die Fälligkeit des Entgelts (Kaufpreises) aufgeschoben und besteht ein Leistungsverweigerungsrecht. (T11)
  • 7 Ob 187/09i
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 7 Ob 187/09i
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T4
  • 5 Ob 43/09y
    Entscheidungstext OGH 10.11.2009 5 Ob 43/09y
    Vgl; Beisatz: Kommt im Einzelfall nur (mehr) Gewährleistung in anderer Form als Verbesserung oder Schadenersatz in Betracht, so kann der Besteller die Bezahlung des (allenfalls geminderten) Werklohns nicht mit der Begründung verweigern, das Werk sei noch nicht vollendet. (T12)
  • 10 Ob 10/10h
    Entscheidungstext OGH 13.04.2010 10 Ob 10/10h
    Auch; Beisatz: Das Leistungsverweigerungsrecht des Bestellers, der die Verbesserung vorhandener Mängel verlangt, setzt die Behebbarkeit des Mangels voraus. Bei unbehebbaren Mängeln besteht nur das Recht zur Wandlung oder Preisminderung. Dass der Werkbesteller Vorleistungspflichtiger der Vorschüsse ist, führt nicht dazu, dass er insoweit das Preisminderungsrecht nicht mit Einrede, sondern mit Klage geltend machen müsste, macht doch das Gesetz die Geltendmachung von Gewährleistungsrechten nicht von der Erfüllung der eigenen Verbindlichkeit abhängig. (T13)
    Veröff: SZ 2010/34
  • 8 Ob 168/09b
    Entscheidungstext OGH 22.07.2010 8 Ob 168/09b
    Auch
  • 6 Ob 177/10p
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 6 Ob 177/10p
    Vgl auch; Beis wie T8 nur: Lässt der Besteller die Verbesserung durch den Unternehmer nicht zu, wird der Werklohn fällig. (T14)
  • 2 Ob 182/10v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 2 Ob 182/10v
    Vgl; Beisatz: Hier: Im Zusammenhang mit Anlagen-Contracting. (T15)
    Vgl Beis wie T9
  • 1 Ob 93/11z
    Entscheidungstext OGH 21.06.2011 1 Ob 93/11z
    Beis wie T6 nur: Das Leistungsverweigerungsrecht des Bestellers erlischt, sobald er die Fertigstellung des Werks durch den Unternehmer verhindert oder unmöglich macht oder wenn er das noch unvollendete Werk von einem Dritten vervollständigen lässt. (T16)
  • 4 Ob 163/11s
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 163/11s
    Auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 137/11t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 137/11t
    Auch
  • 6 Ob 77/12k
    Entscheidungstext OGH 22.06.2012 6 Ob 77/12k
    Beis wie T6; Beisatz: Vereitelt der Besteller durch von ihm veranlasste Maßnahmen die ursprünglich mögliche Verbesserung derart, dass die danach noch mögliche Verbesserung das etwa Fünffache kostet, kann er sich auf die von ihm herbeigeführte „Unmöglichkeit“ der Verbesserung nicht berufen und hat das Leistungsverweigerungsrecht verloren. (T17)
  • 3 Ob 114/12d
    Entscheidungstext OGH 08.08.2012 3 Ob 114/12d
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 22/14g
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 22/14g
  • 3 Ob 173/14h
    Entscheidungstext OGH 19.11.2014 3 Ob 173/14h
  • 10 Ob 71/14k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 10 Ob 71/14k
    Auch; Beis ähnlich wie T13
  • 7 Ob 29/15p
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 29/15p
  • 2 Ob 237/14p
    Entscheidungstext OGH 06.08.2015 2 Ob 237/14p
    Beis wie T16; Beisatz: Das Leistungsverweigerungsrecht entfällt ebenso bei Fehlen der nötigen Kooperation zur Bewerkstelligung der Mängelbehebung durch den Verpflichteten. (T18)
  • 3 Ob 213/15t
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 3 Ob 213/15t
    Auch; Beis wie T18
  • 4 Ob 14/16m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 14/16m
    Auch
  • 5 Ob 143/15p
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 143/15p
    Auch; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T12
  • 9 Ob 44/16k
    Entscheidungstext OGH 18.08.2016 9 Ob 44/16k
  • 1 Ob 107/16s
    Entscheidungstext OGH 27.09.2016 1 Ob 107/16s
    Auch; Beisatz: Wo eine Verbesserung nicht oder nicht mehr in Betracht kommt, ein nach dem Gewährleistungsrecht aufrechter Erfüllungsanspruch gegen den Unternehmer nicht oder nicht mehr besteht, ist auch kein Recht zur Verweigerung der Gegenleistung anzuerkennen. (T19)
    Beisatz: Hier: Vertragsaufhebung nach § 1170b ABGB. (T20); Veröff: SZ 2016/93
  • 6 Ob 140/16f
    Entscheidungstext OGH 30.01.2017 6 Ob 140/16f
    Auch; nur T3
  • 10 Ob 17/16x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 17/16x
    Auch; Beis wie T14; Beis ähnlich wie T16
  • 4 Ob 108/17m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 108/17m
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T14; Beis wie T16; Beis wie T18
  • 5 Ob 83/17t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2017 5 Ob 83/17t
    Beis wie T14; Beis wie T16; Beis wie T18
  • 6 Ob 89/18h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 6 Ob 89/18h
  • 1 Ob 41/19i
    Entscheidungstext OGH 30.04.2019 1 Ob 41/19i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T18; Beisatz: Eine Berufung auf mangelnde Fälligkeit des Werklohns wegen Verbesserungsverzugs setzt voraus, dass dem Werkunternehmer die Verbesserung auch ermöglicht wird. (T21)
  • 3 Ob 176/20h
    Entscheidungstext OGH 20.01.2021 3 Ob 176/20h
    Beis wie T16
  • 2 Ob 28/22i
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 2 Ob 28/22i
  • 5 Ob 58/22y
    Entscheidungstext OGH 21.12.2022 5 Ob 58/22y
    Beis wie T16; Beis wie T18
  • 5 Ob 131/22h
    Entscheidungstext OGH 06.03.2023 5 Ob 131/22h
    vgl; Beisatz wie T10; Beisatz wie T16
  • 8 Ob 29/23g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 27.06.2023 8 Ob 29/23g
    vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9; Beisatz wie T13
  • 8 Ob 114/23g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 15.02.2024 8 Ob 114/23g
    vgl; Beisatz wie T18; Beisatz wie T21
  • 4 Ob 128/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 128/23m
    Beisatz wie T16; Beisatz wie T18

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0019929

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.05.2024

Dokumentnummer

JJR_19830831_OGH0002_0010OB00617_8300000_001

Entscheidungstext 3Ob13/07v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

3Ob13/07v

Entscheidungsdatum

22.02.2007

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Schiemer als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Prückner, Hon. Prof. Dr. Sailer und Dr. Jensik sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Fichtenau als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Caroline R*****, vertreten durch Dr. Klaus Gürtler, Rechtsanwalt in Hall in Tirol, wider die beklagte Partei Ing. Michael F*****, vertreten durch Stix Rechtsanwältepartnerschaft in Innsbruck, wegen Räumung, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck als Berufungsgericht vom 5. Oktober 2006, GZ 2 R 136/06a-17, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichts Innsbruck vom 10. April 2006, GZ 8 Cg 176/05s-12, abgeändert wurde, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben und das Urteil des Erstgerichts wiederhergestellt.

Die beklagte Partei hat der klagenden Partei die mit 2.926,08 EUR (darin 487,68 EUR Umsatzsteuer) bestimmten Kosten des Berufungsverfahrens und die mit 2.922,82 EUR (darin 292,47 EUR Umsatzsteuer und 1.168 EUR Barauslagen) bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Vater der Klägerin war Eigentümer einer Eigentumswohnung in einem um das Jahr 1900 errichteten Wohnhaus in Innsbruck, das 1990 umgebaut wurde und fünf selbständige Wohneinheiten aufweist. Mit Schenkungsvertrag vom 7. Mai 1999 wurde der Klägerin diese Wohnung geschenkt, das Eigentum wurde erst im Jahr 2002 verbüchert. Schon zuvor war die Wohnung aufgrund der Mietverträge vom 28. Februar 1995 und vom 27. Oktober 1998 an den Beklagten vermietet gewesen. Beide Mietverträge enthielten die Feststellung, dass freie Mietzinsbildung zulässig sei und das Vertragsobjekt nach dem 31. Dezember 1967 errichtet worden sei. Das befristete Mietverhältnis wurde zuletzt aufgrund einer vom Beklagten ausgeübten Option bis zum 30. November 2004 verlängert. Gegen den Übergabsauftrag vom 14. Juni 2004 erhob der Beklagte keine Einwendungen. Die Klägerin wollte die Wohnung verkaufen. Ihr Vater schaltete Verkaufsanzeigen in einer Tageszeitung. Darüber informiert setzte sich der Beklagte mit dem Vater der Klägerin in Verbindung, der sein Einverständnis erklärte, dass der Beklagte als Käufer den Vorzug erhalte, wenn er den von einem Bestbieter gebotenen Preis bezahle. Am 29. Juli 2004 fand eine Besichtigung der Eigentumswohnung mit zehn Kaufinteressenten im Beisein des Beklagten statt. Mit Kaufvertrag vom 28. Oktober 2004 verkaufte die durch ihren Vater vertretene Klägerin die Eigentumswohnung an den Beklagten um 273.000 EUR, das ist der von einem Bestbieter gebotene Preis. Der Kaufpreis sollte bis 30. November 2004 vom Beklagten beim Vertragserrichter gezahlt werden. Im Kaufvertrag wurde u.a. festgehalten, dass „die Wohnung derzeit an den Käufer ... [Beklagten] vermietet ist. Seine Verpflichtung zur Bezahlung des Mietzinses erlischt frühestens mit dem Tag jenes Monates, in welchem der Gesamtkaufpreis durch den Treuhänder an die Verkäuferin oder an die von ihr bevollmächtigte Person ausgefolgt wird" (P römisch IV 14. des Kaufvertrags). Der Besitz an der Wohnung sollte per 30. November 2004 an den Käufer übergehen. Weiters wurde im Kaufvertrag festgestellt:

„Der Käufer hat das Vertragsobjekt eingehend besichtigt und kennt daher dessen Ausmaß, Lage und Beschaffenheit sowie Verwend- und Verwertbarkeit, wofür von der Verkäuferin keinerlei Gewährleistung bzw Haftung übernommen wird".

Entgegen der vereinbarten Treuhandregelung bezahlte der Beklagte den Kaufpreis nicht und verlangte in seinem Schreiben vom 24. November 2004 eine Reduzierung des Kaufpreises, weil er erfahren habe, dass das Gebäude ein um 1900 errichteter Altbau sei, sodass die Wohnung nicht frei vermietbar sei. Der Vater der Klägerin lehnte eine Reduktion des Kaufpreises ab.

Mit Telefax vom 30. November 2004 erklärte die Klägerin gegenüber dem Beklagten unter Setzung einer Nachfrist zur Entrichtung des Kaufpreises bis spätestens 7. Dezember 2004 den Rücktritt vom Kaufvertrag. Der Beklagte wies mit Schreiben vom 7. Dezember 2004 den Vertragsrücktritt zurück und beharrte auf Preisminderung, ohne deren Ausmaß zu beziffern. Ab Dezember 2004 leistete der Beklagte monatliche Zahlungen, die er als Miet- und Betriebskosten widmete. Die Klägerin widersprach wiederholt dahin, dass sie sämtliche Zahlungen nur aus dem Titel „Benützungsentgelt" annehme. Einer Oppositionsklage des Beklagten gegen die der Klägerin aufgrund des Übergabsauftrags bewilligte Räumungsexekution wurde mit der Begründung stattgegeben, dass der Exekutionstitel wegen des Besitzüberganges aufgrund des Kaufvertrags überholt sei. Mit ihrer am 21. September 2005 beim Erstgericht eingelangten Räumungsklage begehrte die Klägerin die Räumung der Wohnung wegen titelloser Benützung durch den Beklagten. Die Klägerin sei wirksam vom Kaufvertrag zurückgetreten.

Der Beklagte wendete im Wesentlichen ein, er sei von der Beklagten und ihrem Vater über das Alter des Gebäudes in Irrtum geführt worden. Die im Mietvertrag zugesagte freie Mietzinsbildung sei bei einem Altbau nicht möglich. Dadurch sei die Wohnung wesentlich weniger wert. Der Vertragsrücktritt sei sittenwidrig und widerspreche den Grundsätzen von Treu und Glauben. Selbst bei Annahme eines wirksamen Vertragsrücktritts benütze der Beklagte die Wohnung nicht titellos. In diesem Fall käme P römisch IV 14. des Kaufvertrags zur Anwendung, wonach der Mietvertrag (erst) mit dem letzten Tag des Monats erlösche, in welchem der Kaufpreis vom Treuhänder an die Verkäuferin ausgefolgt werde. Bis dahin bestehe einverständlich ein Mietverhältnis. Die Klägerin bestritt eine Irreführung des Beklagten. Er hätte das Alter des Gebäudes aufgrund des von ihm eingesehenen Wohnungseigentumsvertrags aus dem Jahr 1990 ersehen können. Zu einer Verlängerung des Mietverhältnisses bzw. zu einem neuen Mietverhältnis sei es nicht gekommen.

Das Erstgericht gab dem Räumungsbegehren statt. Von seinen Feststellungen ist über den schon wiedergegebenen Sachverhalt hinaus noch Folgendes hervorzuheben:

Im Zuge der Vertragsgespräche habe der Vater der Klägerin dem Beklagten eine Kopie des Wohnungseigentumsvertrags übermittelt, in dem darauf hingewiesen worden sei, dass es sich bei dem Haus um einen Altbau aus der Jahrhundertwende handle, der vollkommen saniert und um einen Zubau erweitert worden sei. Die Wohnung top 3 befinde sich im Altbestand des Hauses. Der Beklagte sei beim Ankauf der Wohnung von deren freien Vermietbarkeit ausgegangen. Dies sei im Kaufvertragstext nicht zugesichert gewesen. Darüber hätten die Parteien auch nicht gesprochen. Im Vertragstext sei vielmehr der Punkt aufgenommen werden, dass die Verkäuferin keinerlei Gewährleistung oder Haftung übernehme. Wenn er über die fehlende freie Vermietbarkeit der Wohnung gewusst hätte, hätte der Beklagte die Wohnung dennoch gekauft, aber nur um einen reduzierten Preis. Zu einer „willentlichen Verlängerung" des Bestandverhältnisses über den 30. November 2004 hinaus sei es nicht gekommen.

In rechtlicher Hinsicht führte das Erstgericht im Wesentlichen aus, dass der Beklagte wegen des Fehlens der freien Vermietbarkeit der Wohnung keinen wesentlichen Irrtum geltend mache, sondern eine Vertragsanpassung nach Paragraph 872, ABGB anstrebe. Der Irrtum des Beklagten sei durch die seinerzeitige Fassung der Mietverträge durch den Vater der Klägerin verursacht worden. Das Verhalten ihres Vertreters müsse sich die Klägerin zurechnen lassen. Nach der Parteienabsicht sollte der Kauf die Miete ablösen, keinesfalls sollte der Beklagte weiter Mieter bleiben. Auch wenn der Vertragsrücktritt sehr früh und mit kurzer Nachfrist erklärt worden sei, hätte der Beklagte doch (wenigstens) den ihm selbst als angemessen erscheinenden Kaufpreis bezahlen müssen. Dies sei bis zum Schluss der Verhandlung erster Instanz nicht geschehen. Der Klägerin sei der Beweis gelungen, dass sie einer Kaufpreisminderung, wenn eine solche vor Abschluss des Kaufvertrags verlangt worden wäre, nicht zugestimmt hätte. Für diese Weigerung der Klägerin liege im Rahmen der nach der Rsp gebotenen Interessenabwägung ein sachlicher Rechtfertigungsgrund vor. Schließlich hätten andere Kaufinteressenten den mit dem Beklagten vereinbarten Preis geboten.

Das Berufungsgericht wies das Räumungsbegehren ab. Es übernahm mit Ausnahme einer für das Revisionsverfahren nicht relevanten aktenwidrigen Feststellung den vom Erstgericht festgestellten Sachverhalt und billigte dessen Ansicht, dass es zu keiner Verlängerung des am 30. November 2004 beendeten Bestandverhältnisses gekommen sei. In der rechtlichen Beurteilung führte die zweite Instanz im Wesentlichen aus, dass der durch die unrichtigen Feststellungen in den beiden Mietverträgen veranlasste Irrtum des Beklagten über das Alter des Gebäudes und damit über die Möglichkeiten der freien Mietzinsbildung zwar einen grundsätzlich irrelevanten Motivirrtum darstellten, der hier aber dennoch beachtlich sei, weil er auf eine Verletzung von Aufklärungspflichten beruhe. Der Vater der Klägerin wäre verpflichtet gewesen, „von sich aus" auf die Unrichtigkeit der Feststellungen in den Mietverträgen hinzuweisen, und hätte sich nicht mit der Übersendung des Wohnungseigentumsvertrags begnügen dürfen. Damit sei der Motivirrtum wie ein unwesentlicher Geschäftsirrtum zu behandeln. Das Recht auf Rücktritt vom Vertrag gemäß Paragraph 918, ABGB stehe nur dem vertragstreuen Teil zu. Wer selbst in einer Leistungsstörung verfangen sei, könne nicht wirksam zurücktreten. Dies müsse auch für den vorliegenden Fall gelten, dass der den Rücktritt Erklärende die Leistungsstörung (den Verzug) des Vertragspartners durch die Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten herbeigeführt habe. Der Kaufvertrag sei daher weiter aufrecht.

Die von der zweiten Instanz zugelassene Revision der klagenden Partei ist zulässig und berechtigt.

Die Revisionswerberin vertritt zunächst den Standpunkt, dass nur ein Motivirrtum des Beklagten vorläge, der mangels listiger Irreführung nicht nach Paragraph 871, f ABGB anfechtbar sei. Eine Aufklärungspflicht über das relevante Thema der Vermietbarkeit der Wohnung aufgrund des Alters des Gebäudes habe nicht bestanden, weil das Kaufmotiv des Beklagten, also die besonderen Eigenschaften des Kaufobjekts für den Vater der Klägerin gar nicht erkennbar gewesen wäre. Selbst wenn man aber von einem anfechtbaren Geschäftsirrtum ausginge, hätte der angeblich irregeführte Beklagte seinen Anspruch auf Vertragskorrektur konkretisieren, den Preisminderungsanspruch also beziffern müssen. Eine Vertragsanpassung wegen unwesentlichen Geschäftsirrtums setze überdies voraus, dass der Irrende behaupte und nachweise, die Vertragsparteien hätten nach dem hypothetischen Parteiwillen bei entsprechender Aufklärung zu den vom Irrenden behaupteten Bedingungen abgeschlossen. Dem stehe hier die Feststellung entgegen, dass der Vater der Klägerin mit einer Preisreduzierung nicht einverstanden gewesen sei. Eine einseitige Aufzwingung eines anderen Vertragsinhalts sei nicht zulässig.

Der Beklagte replizierte, dass ein Irrtum über wertbildende Eigenschaften (stets) ein Geschäfts- und kein Motivirrtum sei. Im Übrigen sei sogar von listiger Irreführung auszugehen. Schließlich wiederholt der Beklagte seinen Standpunkt über das Vorliegen eines verlängerten Mietverhältnisses und vertritt die Ansicht, dass es wegen der Ablehnung einer Reduzierung des Kaufpreises nicht zumutbar gewesen sei, „den Kaufpreis vorerst zu bezahlen, auch nicht einen geminderten".

Zu diesem beiderseitigen Vorbringen im Revisionsverfahren ist Folgendes auszuführen:

Rechtliche Beurteilung

römisch eins. Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Ausführungen zur Wirksamkeit des Rücktritts der Klägerin vom Kaufvertrag sind folgende, in der stRsp vertretenen Grundsätze voranzustellen:

1. Vor Übernahme des Kaufobjekts oder der vereinbarten Leistungen kommen die Vorschriften über den Vertragsrücktritt (Paragraphen 918, ff ABGB) zur Anwendung, nach Übergabe die Gewährleistungsvorschriften (3 Ob 328/99b; RIS-Justiz RS0018319). Die Übergabe von Liegenschaften wird erst durch die Einverleibung bewirkt (so schon 6 Ob 515/77).

2. Grundsätzlich gilt zwar, dass das Recht auf Vertragsrücktritt nach Paragraph 918, ABGB mit der Wirkung der Vertragsaufhebung ex tunc (RIS-Justiz RS0018414) nur dem vertragstreuen Teil zusteht (RIS-Justiz RS0016326); es wurde aber auch schon ausgesprochen, dass auch dem selbst in einer Leistungsstörung Verfangenen das Rücktrittsrecht zusteht, wenn seine Interessen durch Nichterfüllung des anderen Vertragsteils so beeinträchtigt werden, dass ihm die Aufrechterhaltung des Vertrags nicht mehr zugemutet werden kann (7 Ob 646/87).

Der Rücktritt wird erst nach angemessener Nachfrist wirksam (RIS-Justiz RS0018395). Auch eine zu kurz bemessene Frist ist wirksam, wenn der Schuldner nicht in angemessener Frist Erfüllungsbereitschaft bekundet (RIS-Justiz RS0018439). Die Nachfrist muss nur tatsächlich gewährt werden (RIS-Justiz RS0018340). Da im vorliegenden Fall der Beklagte bis heute weder den vollen noch einen geminderten Kaufpreis bezahlte, kommt der allenfalls von der Klägerin zu kurz bemessenen Nachfrist keine Bedeutung zu.

3. Der Irrtum über den Wert der Sache ist ein Motivirrtum, der grundsätzlich nur bei listiger Irreführung zur Anfechtung berechtigt (RIS-Justiz RS0014920).

Entgegen der Ansicht der Revisionswerberin ist dem Berufungsgericht zuzustimmen, dass auch die Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten zur Anfechtung wegen irriger Wertvorstellungen berechtigt (1 Ob 339/98d). Ein solcher Irrtum gilt als Geschäftsirrtum (Paragraph 871, Absatz 2, ABGB; RIS-Justiz RS0016184).

4. Der wegen unwesentlichen Irrtums zustehende Anspruch auf Vertragsanpassung (Paragraph 872, ABGB; RIS-Justiz RS0016237) setzt voraus, dass der andere Vertragsteil hypothetisch den Willen gehabt hätte, gegebenenfalls auch zu den Bedingungen abzuschließen, die der Irrende durchzusetzen bestrebt ist (RIS-Justiz RS0016237).

Die Behauptungs- und Beweislast trifft den Irrenden, der die Vertragsanpassung anstrebt, nicht nur in Ansehung der konkreten irrigen, vom Gegner veranlassten Vorstellung, sondern auch dahin, dass er behaupten und beweisen muss, bestimmte Faktoren (hier die freie Vermietbarkeit der Wohnung) seien für die Preisbestimmung maßgebend gewesen und der Vertrag wäre bei Kenntnis der wahren Umstände mit einem anderen Kaufpreis abgeschlossen worden (RIS-Justiz RS0016262), dass also die Reduktion des Kaufpreises dem hypothetischen Parteiwillen redlicher Vertragsparteien entspricht (5 Ob 144/98g).

Das Ausmaß der Preisreduktion ist nach der sogenannten relativen Berechnungsmethode zu ermitteln (dazu RIS-Justiz RS0014772, RS0016260).

Schon an dieser Stelle ist zu bemerken, dass der Beklagte zu den genannten Themen seiner Behauptungspflicht nicht nachgekommen ist.

5. Das Leistungsverweigerungsrecht des Paragraph 1052, ABGB besteht nur dort, wo kein Austauschverhältnis mit Aufrechnungsmöglichkeit (mangels Gleichartigkeit) vorliegt. Die Kaufpreisforderung und der Anspruch auf Kaufpreisminderung sind jeweils Geldansprüche und daher aufrechenbar. Das Leistungsverweigerungsrecht hat den Zweck, Druck auf den Leistungsstörer zum Zweck der Verbesserung der mangelhaften Sache (des mangelhaften Werks; der mangelhaften Leistung) auszuüben (RIS-Justiz RS0018507; zum nur teilweisen Leistungsverweigerungsrecht: 4 Ob 554/87). Begehrt der Besteller Preisminderung, ist er nicht zur Verweigerung der Gegenleistung, sondern nur zur Kompensation (mit) der Preisminderungsforderung berechtigt (6 Ob 651/90; RIS-Justiz RS0018759). Der Besteller kann nur den entsprechenden Betrag vom Entgelt abziehen (5 Ob 630/89). Nur bei Bestehen eines Verbesserungsanspruchs wird die Fälligkeit des Entgelts aufgeschoben und besteht ein Leistungsverweigerungsrecht (RIS-Justiz RS0019929).

6. Vorvertragliche Aufklärungspflichten des Verkäufers sind eingeschränkte Pflichten. Es besteht keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entscheidung Einfluss haben könnten. Eine Aufklärungspflicht besteht, wenn der andere nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs eine Aufklärung erwarten durfte (RIS-Justiz RS0014811; RS0016390).

römisch II. Die Anwendung der angeführten Rechtsgrundsätze auf den festgestellten Sachverhalt führt zur Bejahung der Wirksamkeit des von der Klägerin erklärten Vertragsrücktritts:

1. Grundsätzlich hatte die Klägerin den Beklagten über das Alter des Gebäudes, in dem sich das Kaufobjekt (die Eigentumswohnung) befindet, nicht aufzuklären, weil der Beklagte in keiner Weise zu erkennen gab, dass für ihn die nur für Bauten nach 1967 geltende freie Mietzinsbildung vom maßgblicher Bedeutung wäre. Im Übrigen ist das Alter eines Hauses eine Eigenschaft des Kaufobjekts, über die sich zunächst der Käufer selbst zu informieren hat. Einer Aufklärungspflicht könnte hier zwar nach dem Grundsatz von Treu und Glauben aus den festgestellten unrichtigen Zusagen in den dem Kauf vorausgehenden Mietverträgen erschlossen werden. Dazu müsste aber feststehen, dass der Klägerin tatsächlich als Liegenschaftseigentümerin das Verhalten ihres Vaters bei Abschluss der vorangegangenen Mietverträge zugerechnet werden kann. Schließlich agierte er damals ausschließlich im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und zur Wahrung ausschließlich seiner Interessen. Erst beim Verkauf der Wohnung trat er als Vertreter der Klägerin auf. Da zu diesem Thema die Prozessparteien aber nichts weiter ausführen, kann iS der Auffassung der Vorinstanzen hier von einer vorvertraglichen Aufklärungspflicht der Verkäuferin deshalb ausgegangen werden, weil dem Mieter und nunmehrigen Kaufinteressenten ein falscher Sachverhalt mitgeteilt worden war.

2. Dies hätte zwar den Beklagten nach der zu römisch eins.3. referierten Rechtslage grundsätzlich zur Irrtumsanfechtung nach Paragraph 872, ABGB berechtigt, weil der Irrtum über einen Wertfaktor von der Klägerin veranlasst worden war. Der preisbildende Umstand wurde aber von den Vertragsparteien gerade nicht als Vertragsgrundlage herangezogen, sondern dadurch eliminiert, dass es vereinbarungsgemäß für die Preisbildung ausschließlich auf den Umstand ankommen sollte, um welchen Preis die Klägerin an einen Bestbieter verkaufen hätte können. Dies hat das Erstgericht durchaus richtig erkannt. Die Rechtsansicht des Berufungsgerichts wäre demnach nur dann nicht zu beanstanden, wenn sich die Parteien ohne Bindung an das Anbot eines Bestbieters geeinigt hätten, sodass unter gewissen Voraussetzungen unterstellt werden könnte, dass der Kaufvertrag auch mit einem geminderten Kaufpreis abgeschlossen worden wäre, wenn der Beklagte rechtzeitig aufgeklärt worden wäre und sich dann eben herausstellte, dass der vereinbarte Kaufpreis erheblich vom Verkehrswert abwich. Genau dies kann aber hier nach dem maßgeblichen hypothetischen Parteiwillen (RIS-Justiz RS0016237) bei einer nur auf einen externen Preisfaktor abstellenden Preisvereinbarung (nach dem Ergebnis einer privaten Versteigerung) nicht angenommen werden und wurde auch nicht festgestellt. Zu wiederholen ist, dass der Beklagte nicht einmal seiner Behauptungslast nachgekommen ist (siehe P römisch eins. 4.). Die Verletzung einer Aufklärungspflicht ist demnach für die Beurteilung nach Paragraph 872, ABGB nicht relevant. Sie könnte allenfalls einen Wandlungsanspruch oder - Verschulden vorausgesetzt - Schadenersatzansprüche auslösen. Für einen Preisminderungsanspruch bietet sie keine Grundlage.

3. Der Vertragsrücktritt der Klägerin wegen Zahlungsverzugs des Beklagten wurde auch aus folgendem weiteren Grund rechtswirksam erklärt:

Wegen faktisch eingeräumter Nachzahlungsmöglichkeit und der bis zum Schluss der Verhandlung nicht erfolgten Zahlung des Kaufpreises braucht auf das Thema der Angemessenheit der Nachfrist nicht eingegangen werden. Der Beklagte war jedenfalls nicht berechtigt, den vollen Kaufpreis zurückzuhalten. Selbst wenn ihm ein Preisminderungsanspruch zustünde, hätte er nach der schon erläuterten Rechtslage die Preisminderung konkret zu beziffern und jedenfalls eine Teilleistung zu erbringen gehabt. Die Ablehnung einer Reduktion des Kaufpreises durch die Klägerin berechtigte den Beklagten lediglich zum Gerichtserlag (Paragraph 1425, ABGB), nicht aber zu einer gänzlichen Leistungsverweigerung. Im Ergebnis bedeutet die Leistungsverweigerung des Beklagten eine Druckausübung, um die Klägerin zum Abschluss eines neuen Vertrags unter Wegfall der vereinbarten Preisbindung an den Kaufpreis eines Bestbieters zu veranlassen. Dem Beklagten steht jedoch nach der dargelegten Rechtslage keinesfalls das Recht zu, der Klägerin einseitig einen neuen Vertrag aufzuzwingen vergleiche SZ 54/88).

römisch III. Ein dem Räumungsanspruch entgegenstehender Benützungstitel liegt nicht vor. Entgegen den Ausführungen in der Revisionsbeantwortung hat der Beklagte nach den getroffenen Feststellungen kein Mietrecht. Dazu kann auf die zutreffende Begründung des Berufungsgerichts, das in dieser Frage das Erstgericht voll bestätigte, verwiesen werden (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO).

Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens beruht auf den Paragraphen 41 und 50 Absatz eins, ZPO.

Anmerkung

E83534 3Ob13.07v

Schlagworte

Kennung XPUBL Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in Zak 2007/309 S 174 - Zak 2007,174 = MietSlg 59.091 = MietSlg 59.119 (7) XPUBLEND

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:0030OB00013.07V.0222.000

Zuletzt aktualisiert am

28.08.2009

Dokumentnummer

JJT_20070222_OGH0002_0030OB00013_07V0000_000