Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob109/57 4Ob2/82 4Ob65...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0029527

Geschäftszahl

4Ob109/57; 4Ob2/82; 4Ob65/83; 4Ob60/84; 4Ob124/83; 14ObA75/87; 9ObA291/88; 9ObA290/88; 9ObA188/89; 9ObA199/89; 8ObA325/94; 8ObA213/97z; 9ObA124/98w; 8ObA196/01h; 8ObA214/01f; 8ObA304/01s; 8ObA315/01h; 9ObA233/02h; 9ObA247/02t; 8ObA113/02d; 9ObA2/07w; 9ObA128/06y; 9ObA17/11g; 9ObA6/13t; 9ObA158/13w; 9ObA169/13p

Entscheidungsdatum

22.10.1957

Norm

AngG §27 Z4 E4d
GewO §82 litf

Rechtssatz

Das Fernbleiben vom Dienst ist gerechtfertigt, wenn der Dienstnehmer tatsächlich krank und arbeitsunfähig ist, wenn auch die Krankmeldung verspätet vorgenommen wird. Eine verspätete Krankmeldung kann allerdings dann zum Anlass einer Entlassung genommen werden, wenn der Dienstnehmer wusste, dass dem Dienstgeber dadurch ein wesentlicher Schaden erwachsen werde und ihm die rechtzeitige Meldung leicht möglich gewesen wäre.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 109/57
    Entscheidungstext OGH 22.10.1957 4 Ob 109/57
    Veröff: Arb 6739 = SozM IA/b,49
  • 4 Ob 2/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 4 Ob 2/82
    Veröff: Arb 10097
  • 4 Ob 65/83
    Entscheidungstext OGH 14.06.1983 4 Ob 65/83
    Auch; nur: Das Fernbleiben vom Dienst ist gerechtfertigt, wenn der Dienstnehmer tatsächlich krank und arbeitsunfähig ist, wenn auch die Krankmeldung verspätet vorgenommen wird. (T1)
    Veröff: RdW 1984,116
  • 4 Ob 60/84
    Entscheidungstext OGH 08.05.1984 4 Ob 60/84
  • 4 Ob 124/83
    Entscheidungstext OGH 13.11.1984 4 Ob 124/83
    nur: Das Fernbleiben vom Dienst ist gerechtfertigt, wenn der Dienstnehmer tatsächlich krank und arbeitsunfähig ist. (T2)
  • 14 ObA 75/87
    Entscheidungstext OGH 02.09.1987 14 ObA 75/87
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Eine durch Krankheit hervorgerufene Arbeitsunfähigkeit schließt die Pflichtwidrigkeit der Arbeitsversäumung aus und ist als rechtmäßiger Hinderungsgrund anzusehen. Alkoholismus gilt nach den Erkenntnissen der modernen Medizin als Krankheit. (T3)
    Veröff: RdW 1988,53 = WBl 1988,58 = ZAS 1988/16 S 130 (Beck - Mannagetta) = DRdA 1990,297 (Mosler)
  • 9 ObA 291/88
    Entscheidungstext OGH 30.11.1988 9 ObA 291/88
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Verläßt der Arbeitnehmer mit Zustimmung des Arbeitgebers den Arbeitsplatz und unternimmt er danach einen Selbstmordversuch, hat dies allenfalls den Verlust des Entgeltanspruches zur Folge. (T4)
  • 9 ObA 290/88
    Entscheidungstext OGH 14.12.1988 9 ObA 290/88
    Auch; nur T2; Beisatz: Den Nachweis der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit wegen Erkrankung hat der Arbeitnehmer zu erbringen. (T5)
    Beisatz: § 48 ASGG (T6)
  • 9 ObA 188/89
    Entscheidungstext OGH 12.07.1989 9 ObA 188/89
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 9 ObA 199/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 9 ObA 199/89
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 8 ObA 325/94
    Entscheidungstext OGH 16.03.1995 8 ObA 325/94
    Beisatz: Hier: Durch das Fernbleiben des AN und die verspätete Krankmeldung kam es zu Verschiebungen der Produktionsabläufe und zu einer Verschlechterung des Arbeitsklimas. (T7)
  • 8 ObA 213/97z
    Entscheidungstext OGH 28.08.1997 8 ObA 213/97z
    Beis wie T3 nur: Eine durch Krankheit hervorgerufene Arbeitsunfähigkeit schließt die Pflichtwidrigkeit der Arbeitsversäumung aus und ist als rechtmäßiger Hinderungsgrund anzusehen. (T8)
    Beis wie T6
  • 9 ObA 124/98w
    Entscheidungstext OGH 08.07.1998 9 ObA 124/98w
    Auch; Beisatz: In einem solchen Fall besitzt nicht die Verletzung der Verständigungspflicht, sondern die dadurch schuldhaft herbeigeführte Gefahr eines Schadens die zentrale Bedeutung für die Entlassung. (T9)
  • 8 ObA 196/01h
    Entscheidungstext OGH 30.08.2001 8 ObA 196/01h
    Auch; nur T2; Beisatz: Hat der Arbeitnehmer bereits mehrfach, zu Ermahnungen des Arbeitgebers führende Pflichtverletzungen gesetzt, verwirklichen nach Fernbleiben von der Arbeit falsche, die Entlassung provozierende Angaben über den Grund des Fernbleibens den Entlassungsgrund des § 82 lit f 2. Tatbestand GewO. (T10)
  • 8 ObA 214/01f
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 8 ObA 214/01f
    Ähnlich; Beis wie T9; Beisatz: Aus der Verletzung der Verständigungspflicht durch den Arbeitnehmer kann nur dann das Vorliegen eines Entlassungsgrundes abgeleitet werden, wenn vom Arbeitgeber behauptet und bewiesen worden wäre, dass der Arbeitnehmer wusste, dass infolge der Unterlassung der Meldung dem Arbeitgeber ein beträchtlicher Schaden erwachsen könne. (T11)
    Beisatz: Hier: Haft des Arbeitnehmers. (T12)
  • 8 ObA 304/01s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 8 ObA 304/01s
    Auch; Beis wie T9
  • 8 ObA 315/01h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2002 8 ObA 315/01h
    Beisatz: Verspätete Krankmeldung nach Arbeitsunfall, von dem der Arbeitgeber Kenntnis hatte, stellt keinen Entlassungsgrund nach § 82 lit f GewO dar. (T13)
  • 9 ObA 233/02h
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 9 ObA 233/02h
    nur: Eine verspätete Krankmeldung kann allerdings dann zum Anlass einer Entlassung genommen werden, wenn der Dienstnehmer wusste, dass dem Dienstgeber dadurch ein wesentlicher Schaden erwachsen werde und ihm die rechtzeitige Meldung leicht möglich gewesen wäre. (T14)
    Beis wie T9
  • 9 ObA 247/02t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2003 9 ObA 247/02t
    Beis wie T9
  • 8 ObA 113/02d
    Entscheidungstext OGH 23.01.2003 8 ObA 113/02d
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 9 ObA 2/07w
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 2/07w
    Auch; nur T14
  • 9 ObA 128/06y
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 128/06y
    nur T2; Veröff: SZ 2007/17
  • 9 ObA 17/11g
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 ObA 17/11g
    nur T2
  • 9 ObA 6/13t
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 6/13t
    nur T2
  • 9 ObA 158/13w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 9 ObA 158/13w
    Auch; nur T14
  • 9 ObA 169/13p
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 ObA 169/13p
    Auch; nur T14

Schlagworte

Beweislast, Suizid, Trunksucht, Alkoholabhängigkeit, Einverständnis, Ende, Beendigung, vorzeitige Auflösung, Rechtfertigungsgrund, Treuepflicht, wichtiger Grund, Entlassungsgrund, Dienstverhältnis, Arbeitsverhältnis, Hilfsarbeiter, Dienstverhinderung, Pflichtenvernachlässigung, Arbeiter

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0029527

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2014

Dokumentnummer

JJR_19571022_OGH0002_0040OB00109_5700000_001

Rechtssatz für 4Ob3/77 4Ob7/81 4Ob17/8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028205

Geschäftszahl

4Ob3/77; 4Ob7/81; 4Ob17/83; 4Ob13/83; 9ObA182/91; 8ObA202/95; 8ObA116/98m; 8ObA76/01m; 9ObA128/06y; 8ObA82/12k

Entscheidungsdatum

08.02.1977

Norm

ABGB §1162c
AngG §32

Rechtssatz

Ein Vorteilsausgleich im Sinne dieser auf dem Grundsatz der sogenannten "Culpa - Kompensation" beruhenden Bestimmung verlangt nicht nur ein schuldhaftes Verhalten beider Vertragsteile, sondern auch einen ursächlichen Zusammenhang dieses beiderseitigen Verhaltens.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 3/77
    Entscheidungstext OGH 08.02.1977 4 Ob 3/77
  • 4 Ob 7/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1981 4 Ob 7/81
  • 4 Ob 17/83
    Entscheidungstext OGH 22.03.1983 4 Ob 17/83
    Auch; Beisatz: Nicht die Rechtshandlung der Auflösung des Arbeitsverhältnisses an sich muß schuldhaft sein, sondern jedes Verhalten der Parteien, das eine Bedingung für die vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses bildet. (T1) Veröff: Arb 10222
  • 4 Ob 13/83
    Entscheidungstext OGH 22.02.1983 4 Ob 13/83
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 182/91
    Entscheidungstext OGH 11.09.1991 9 ObA 182/91
    Vgl auch; Beisatz: § 48 ASGG (T2)
  • 8 ObA 202/95
    Entscheidungstext OGH 18.08.1995 8 ObA 202/95
    Auch; Beisatz: Hier: Schuldhaftes Verhalten des Arbeitnehmers (Faustschläge gegen den Geschäftsführer seiner Dienstgeberin, die zu dessen Sturz und zu einer blutenden Wunde im Bereich seiner Lippe führten), vorausgehendes Verhalten des Geschäftsführers der Dienstgeber in (Festhalten des Arbeitnehmers an Kopf und Ohren und Beschimpfungen wegen eines unzureichenden Arbeitsergebnisses), Schuldteilungs 2 : 1 zu Lasten des Arbeitnehmers. (T3)
  • 8 ObA 116/98m
    Entscheidungstext OGH 17.09.1998 8 ObA 116/98m
    Auch; Beisatz: Zumindest im Fall des vorzeitigen Austritts unterliegen auch Abfertigung und Urlaubsentschädigung dem Verschuldensausspruch gem § 32 AngG. (T4); Beisatz: Hier: Mitverschulden der Dienstnehmerin im Sinne einer Provokation des Geschäftsführers; Verschuldensteilung 1:1. (T5) Veröff: SZ 71/148
  • 8 ObA 76/01m
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 8 ObA 76/01m
    Beisatz: Die Mitverschuldensregel des § 1162c ABGB ist nicht nur auf die von § 1162b ABGB erfassten beendigungsabhängigen Ansprüche sondern auch auf andere derartige Ansprüche - Abfertigung oder Urlaubsentschädigung - anzuwenden. (T6)
  • 9 ObA 128/06y
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 128/06y
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: "Kündigungsentschädigung und Abfertigung (T7); Veröff: SZ 2007/17
  • 8 ObA 82/12k
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 8 ObA 82/12k
    Vgl auch; Beis wie T6

Schlagworte

Angestellte, Ende, Beendigung, Dienstverhältnis, Mitverschulden, Ersatz, Schadenersatz, Ausgleich, Verschulden, Kulpakompensation, Konsalität, Arbeitgeber

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0028205

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.04.2013

Dokumentnummer

JJR_19770208_OGH0002_0040OB00003_7700000_001

Rechtssatz für 9ObA39/91 8ObA116/98m 9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028204

Geschäftszahl

9ObA39/91; 8ObA116/98m; 9Oba332/00i; 9ObA55/05v; 9ObA128/06y; 9ObA17/10f

Entscheidungsdatum

10.04.1991

Norm

ABGB §1162c
AngG §32

Rechtssatz

Die Anwendung des § 32 AngG setzt die ausdrückliche Einwendung des Mitverschuldens des berechtigt vorzeitig Austretenden nicht voraus; ein entsprechendes Tatsachenvorbringen reicht aus. (§ 48 ASGG).

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 39/91
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 9 ObA 39/91
  • 8 ObA 116/98m
    Entscheidungstext OGH 17.09.1998 8 ObA 116/98m
    Vgl auch; Veröff: SZ 71/148
  • 9 ObA 332/00i
    Entscheidungstext OGH 24.01.2001 9 ObA 332/00i
    Auch
  • 9 ObA 55/05v
    Entscheidungstext OGH 06.06.2005 9 ObA 55/05v
    Beisatz: Hier: § 1162c ABGB. (T1)
  • 9 ObA 128/06y
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 128/06y
    Veröff: SZ 2007/17
  • 9 ObA 17/10f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 9 ObA 17/10f
    Auch

Schlagworte

Angestellte, Ende, Beendigung, vorzeitige Auflösung, Dienstverhältnis, Arbeitsverhältnis, Ersatz, Schadenersatz, Ausgleich, Verschulden, Kulpakompensation, beiderseitig, Einrede, Prozeß, Verfahren, Geltendmachung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0028204

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19910410_OGH0002_009OBA00039_9100000_001

Rechtssatz für 8ObA2058/96x 8ObA68/99d...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0101991

Geschäftszahl

8ObA2058/96x; 8ObA68/99d; 9ObA216/00f; 9ObA290/00p; 9ObA290/01i; 8ObA41/02s; 9ObA55/04k; 8ObA52/04m; 9ObA7/04a; 9ObA108/05f; 9ObA160/05b; 9ObA128/06y; 8ObA88/07k; 8ObA23/08b; 8ObA61/08s; 9ObA136/08b; 9ObA173/08v; 9ObA128/10d; 9ObA26/11f; 8ObA87/11v; 9ObA158/13w; 9ObA39/14x; 9ObA6/15w

Entscheidungsdatum

25.04.1996

Norm

ABGB §1162c
ZPO §273
AngG §32
GewO 1859 §82 litf

Rechtssatz

Jeden Arbeitnehmer, der einen ihm bekannten Rechtfertigungsgrund für ein an sich pflichtwidriges Verhalten dem Arbeitgeber trotz bestehender Möglichkeit nicht (rechtzeitig) bekannt gibt, trifft grundsätzlich ein Mitverschulden an seiner Entlassung, wenn sie der Arbeitgeber bei Kenntnis des Rechtfertigungsgrundes aller Voraussicht nach nicht ausgesprochen hätte. Dieses ist nach § 273 ZPO zu beurteilen. Hier: Der Arbeitnehmer verschwieg, dass er die für orthodoxe Juden offenbar verbindliche 30-Tage-Trauerregel einhalten und am Grab seines Vaters rechtzeitig den Trauer-Kaddish sprechen wollte - seine Ansprüche wurden auf Null reduziert.

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 2058/96x
    Entscheidungstext OGH 25.04.1996 8 ObA 2058/96x
    Veröff: SZ 69/105
  • 8 ObA 68/99d
    Entscheidungstext OGH 15.04.1999 8 ObA 68/99d
    nur: Jeden Arbeitnehmer, der einen ihm bekannten Rechtfertigungsgrund für ein an sich pflichtwidriges Verhalten dem Arbeitgeber trotz bestehender Möglichkeit nicht (rechtzeitig) bekannt gibt, trifft grundsätzlich ein Mitverschulden an seiner Entlassung, wenn sie der Arbeitgeber bei Kenntnis des Rechtfertigungsgrundes aller Voraussicht nach nicht ausgesprochen hätte. (T1)
    Beisatz: Der insofern behauptungspflichtige und beweispflichtige Arbeitgeber muss zwar nicht ausdrücklich ein Mitverschulden einwenden, wohl aber entsprechende Tatsachenbehauptungen aufstellen. (T2)
  • 9 ObA 216/00f
    Entscheidungstext OGH 04.10.2000 9 ObA 216/00f
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 290/00p
    Entscheidungstext OGH 24.01.2001 9 ObA 290/00p
    nur T1; Beis wie T2
  • 9 ObA 290/01i
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 9 ObA 290/01i
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 8 ObA 41/02s
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 8 ObA 41/02s
    Vgl; Beisatz: Die Mitverschuldensregel des § 1162c ABGB beziehungsweise des § 32 AngG ist grundsätzlich nur bei berechtigter vorzeitiger Auflösung - insbesondere dann, wenn beide Teile ein Verschulden trifft, das als so schwerwiegend zu beurteilen ist, dass auf beiden Seiten jeweils ein Austrittsgrund bzw ein Entlassungsgrund verwirklicht wird (vergleiche zum Beispiel 8 ObA 202/95 = Arb 11.427) - anwendbar, und zwar unabhängig davon, ob der Erklärende Arbeitgeber oder Arbeitnehmer ist. Soweit ganz vereinzelt auch bei ungerechtfertigter vorzeitiger Auflösung die Mitverschuldensregel angewendet wurde, muss ein zusätzliches für den vorzeitigen Beendigungsausspruch kausales schuldhaftes Verhalten des anderen Teiles vorliegen. (T3)
  • 9 ObA 55/04k
    Entscheidungstext OGH 05.05.2004 9 ObA 55/04k
    nur T1; Beis wie T2
  • 8 ObA 52/04m
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 8 ObA 52/04m
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T3 nur: Die Mitverschuldensregel des § 1162c ABGB ist grundsätzlich nur bei berechtigter vorzeitiger Auflösung anwendbar. (T4)
  • 9 ObA 7/04a
    Entscheidungstext OGH 02.02.2005 9 ObA 7/04a
    nur T1
  • 9 ObA 108/05f
    Entscheidungstext OGH 31.08.2005 9 ObA 108/05f
    Auch; nur T1; Beisatz: Den Dienstnehmer kann auch ein Verschulden an der unberechtigten Entlassung treffen, wenn er einen ihm bekannten Rechtfertigungsgrund für ein an sich pflichtwidriges Verhalten dem Dienstgeber schuldhaft nicht bekannt gibt und der Dienstgeber bei Kenntnis des Rechtfertigungsgrundes die Entlassung aller Voraussicht nach nicht ausgesprochen hätte. Kein Mitverschulden kann hingegen aus jenem Verhalten des Dienstnehmers abgeleitet werden, das Anlass für die Entlassung war, aber die Entlassung nicht mehr rechtfertigt. (T5)
    Beisatz: Den Arbeitnehmer trifft die Obliegenheit, einen ihm bekannten Rechtfertigungsgrund bekannt zu geben, wenn sein Verhalten beim Arbeitgeber - objektiv betrachtet - den Anschein pflichtwidrigen Verhaltens erwecken kann. (T6)
  • 9 ObA 160/05b
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 9 ObA 160/05b
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 9 ObA 128/06y
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 128/06y
    nur T1; Veröff: SZ 2007/17
  • 8 ObA 88/07k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2008 8 ObA 88/07k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ein vom Entlassungsgrund gesondertes Vorbringen zum Mitverschulden wurde nicht erstattet. (T7)
  • 8 ObA 23/08b
    Entscheidungstext OGH 28.04.2008 8 ObA 23/08b
    nur T1; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Kläger wurde wegen angeblicher Teilnahme an einem Marathon während seines Krankenstands entlassen. Tatsächlich nahm nicht der Kläger, sondern sein ihm stark ähnelnder Cousin - aus anmeldungstechnischen Gründen unter dem Namen, und mit der Startnummer des Klägers - an diesem Lauf teil. (T8)
  • 8 ObA 61/08s
    Entscheidungstext OGH 23.02.2009 8 ObA 61/08s
    Vgl auch
  • 9 ObA 136/08b
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 9 ObA 136/08b
    Vgl auch; Beisatz: Die Mitverschuldensregel kann bei ungerechtfertigter vorzeitiger Auflösung nur dort greifen, wo der Erklärungsempfänger ein Verhalten gesetzt hat, das zusätzlich beziehungsweise unabhängig von dem für die vorzeitige Auflösung nicht ausreichenden Verhalten für die Auflösung kausal im Sinne der Verursachung eines Informationsmangels des die Auflösung unberechtigt Erklärenden war. Tatbestände, die sich nicht als taugliche Auflösungsgründe erwiesen haben, müssen für die Beurteilung eines allfälligen Mitverschuldens außer Betracht bleiben. (T9)
    Bem: Siehe dazu RS0124568. (T10)
  • 9 ObA 173/08v
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 ObA 173/08v
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis ähnlich wie T9
  • 9 ObA 128/10d
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 ObA 128/10d
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T6
  • 9 ObA 26/11f
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 ObA 26/11f
    nur T1
  • 8 ObA 87/11v
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 8 ObA 87/11v
    nur T1
  • 9 ObA 158/13w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 9 ObA 158/13w
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 39/14x
    Entscheidungstext OGH 27.05.2014 9 ObA 39/14x
    nur T1
  • 9 ObA 6/15w
    Entscheidungstext OGH 28.05.2015 9 ObA 6/15w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0101991

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.07.2015

Dokumentnummer

JJR_19960425_OGH0002_008OBA02058_96X0000_002

Rechtssatz für 9ObA128/06y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121766

Geschäftszahl

9ObA128/06y

Entscheidungsdatum

01.02.2007

Norm

ABGB §1162c
AngG §32
GewO 1859 §82 litf

Rechtssatz

Trifft den Arbeitgeber, der den Arbeitnehmer wegen Arbeitsverweigerung entlässt, an der Nichtkenntnis eines gegebenen Rechtfertigungsgrundes (hier: Krankheit) kein oder nur ein vernachlässigbares Verschulden, hätte der Arbeitnehmer aber den rechtfertigenden Grund leicht nennen können, kann die Verschuldensabwägung auch dazu führen, dass das Mitverschulden des Arbeitnehmers an der objektiv ungerechtfertigten Entlassung wegen Verletzung der Aufklärungsobliegenheit bis zum Alleinverschulden überwiegt.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 128/06y
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 128/06y
    Veröff: SZ 2007/17

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0121766

Zuletzt aktualisiert am

14.11.2009

Dokumentnummer

JJR_20070201_OGH0002_009OBA00128_06Y0000_001