Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob131/73 2Ob231/74 (2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008775

Geschäftszahl

8Ob131/73; 2Ob231/74 (2Ob232/74); 8Ob4/75; 7Ob632/76; 8Ob133/78; 8Ob220/78; 8Ob242/78; 1Ob35/80; 8Ob76/81; 1Ob571/82; 2Ob10/83; 8Ob135/83; 8Ob192/83; 8Ob212/83 (8Ob213/83); 1Ob22/84; 1Ob5/86; 2Ob53/86; 8Ob76/86; 8Ob74/86; 2Ob14/87; 2Ob29/87; 8Ob71/87; 2Ob141/89; 1Ob44/89; 2Ob11/91; 1Ob22/92; 2Ob46/94; 2Ob75/94; 4Ob2079/96f; 2Ob2028/96s; 2Ob90/95; 1Ob214/98x; 2Ob143/99i; 2Ob246/99m; 2Ob351/99b; 1Ob257/00a; 4Ob236/02p; 2Ob17/03v; 3Ob70/03w; 6Ob39/06p; 7Ob258/05z; 2Ob279/05a; 2Ob39/06h; 2Ob183/06k; 2Ob7/07d; 2Ob174/06m; 2Ob278/06f; 2Ob86/08y; 2Ob219/08g; 2Ob64/09i; 4Ob93/09v; 1Ob34/10x; 2Ob112/10z; 2Ob140/11v; 6Ob118/12i; 3Ob102/14t; 1Ob103/14z; 6Ob142/16z; 6Ob118/18y; 9Ob64/18d; 2Ob185/17w; 2Ob30/20f

Entscheidungsdatum

11.09.1973

Norm

ABGB §6
ABGB §7
ABGB §1311 IIa
StVO §43
StVO §44

Rechtssatz

Der Schutzzweck der Norm ergibt sich aus ihrem Inhalt. Das Gericht hat das anzuwendende Schutzgesetz teleologisch zu interpretieren, um herauszufinden, ob die jeweilige Vorschrift, die übertreten wurde, den in einem konkreten Fall eingetretenen Schaden verhüten wollte. Für den Schutzzweck der übertretenen Norm ist das innere Vorhaben der die Aufstellung eines Verkehrszeichens anordnenden Behörde unbeachtlich.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 131/73
    Entscheidungstext OGH 11.09.1973 8 Ob 131/73
    Veröff: ZVR 1974/265 S 376
  • 2 Ob 231/74
    Entscheidungstext OGH 07.11.1974 2 Ob 231/74
  • 8 Ob 4/75
    Entscheidungstext OGH 28.01.1975 8 Ob 4/75
    Veröff: ZVR 1976/64 S 74
  • 7 Ob 632/76
    Entscheidungstext OGH 26.08.1976 7 Ob 632/76
    Veröff: SZ 49/102 = EvBl 1977/28 S 74 = JBl 1977,205
  • 8 Ob 133/78
    Entscheidungstext OGH 27.09.1978 8 Ob 133/78
    nur: Der Schutzzweck der Norm ergibt sich aus ihrem Inhalt. Das Gericht hat das anzuwendende Schutzgesetz teleologisch zu interpretieren, um herauszufinden, ob die jeweilige Vorschrift, die übertreten wurde, den in einem konkreten Fall eingetretenen Schaden verhüten wollte. (T1) Veröff: ZVR 1979/283 S 340
  • 8 Ob 220/78
    Entscheidungstext OGH 26.01.1979 8 Ob 220/78
    nur T1; Veröff: ZVR 1979/254 S 306
  • 8 Ob 242/78
    Entscheidungstext OGH 15.02.1979 8 Ob 242/78
    nur T1; Veröff: SZ 52/20 = ZVR 1980/45 S 49
  • 1 Ob 35/80
    Entscheidungstext OGH 15.07.1981 1 Ob 35/80
    nur T1; Veröff: SZ 54/108 = EUGRZ 1981,573 = JBl 1982,259
  • 8 Ob 76/81
    Entscheidungstext OGH 25.02.1982 8 Ob 76/81
    nur T1; Veröff: ZVR 1983/35 S 46
  • 1 Ob 571/82
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 1 Ob 571/82
    nur T1
  • 2 Ob 10/83
    Entscheidungstext OGH 26.04.1983 2 Ob 10/83
    nur T1; Veröff: ZVR 1984/214 S 222
  • 8 Ob 135/83
    Entscheidungstext OGH 24.11.1983 8 Ob 135/83
    nur T1
  • 8 Ob 192/83
    Entscheidungstext OGH 21.12.1983 8 Ob 192/83
    nur T1; Veröff: ZVR 1985/340 S 370
  • 8 Ob 212/83
    Entscheidungstext OGH 01.03.1984 8 Ob 212/83
    nur T1; Veröff: ZVR 1985/9 S 17
  • 1 Ob 22/84
    Entscheidungstext OGH 08.10.1984 1 Ob 22/84
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 57/149 = EvBl 1985/21 S 81
  • 1 Ob 5/86
    Entscheidungstext OGH 23.04.1986 1 Ob 5/86
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 53/86
    Entscheidungstext OGH 28.10.1986 2 Ob 53/86
    nur T1; Veröff: ZVR 1988/44 S 109
  • 8 Ob 76/86
    Entscheidungstext OGH 19.11.1986 8 Ob 76/86
    nur T1; Veröff: ZVR 1988/44 S 109
  • 8 Ob 74/86
    Entscheidungstext OGH 12.02.1987 8 Ob 74/86
    nur T1; Veröff: ZVR 1988/29 S 83 = ZVR 1988/41 S 106
  • 2 Ob 14/87
    Entscheidungstext OGH 10.03.1987 2 Ob 14/87
    nur T1
  • 2 Ob 29/87
    Entscheidungstext OGH 30.06.1987 2 Ob 29/87
    nur T1; Veröff: ZVR 1988/94 S 216
  • 8 Ob 71/87
    Entscheidungstext OGH 05.11.1987 8 Ob 71/87
    nur T1; Veröff: ZVR 1988/85 S 206
  • 2 Ob 141/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 2 Ob 141/89
    nur T1; Veröff: ZVR 1990/119 S 310
  • 1 Ob 44/89
    Entscheidungstext OGH 03.10.1990 1 Ob 44/89
    nur T1; Veröff: SZ 63/166
  • 2 Ob 11/91
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 2 Ob 11/91
    nur T1; Veröff: ZVR 1991/130 S 337
  • 1 Ob 22/92
    Entscheidungstext OGH 22.06.1993 1 Ob 22/92
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 66/77
  • 2 Ob 46/94
    Entscheidungstext OGH 30.06.1994 2 Ob 46/94
    nur T1
  • 2 Ob 75/94
    Entscheidungstext OGH 10.11.1994 2 Ob 75/94
    nur T1; Beisatz: Dabei genügt es, dass die Verhinderung des Schadens bloß mitbezweckt ist. (T2) Veröff: SZ 67/198
  • 4 Ob 2079/96f
    Entscheidungstext OGH 30.04.1996 4 Ob 2079/96f
    Auch; Beisatz: Hier: Die auf einer Baustelle aus der Explosion einer Handgranate entstandenen Schäden sind vom Schutzzweck des § 54 Abs 3 OÖ Bauordnung nicht umfasst. (T3)
  • 2 Ob 2028/96s
    Entscheidungstext OGH 28.03.1996 2 Ob 2028/96s
    Beis wie T2; Beisatz: Die Norm muss aber die Verhinderung eines Schadens wie des später eingetretenen intendiert haben. (T4)
  • 2 Ob 90/95
    Entscheidungstext OGH 13.08.1996 2 Ob 90/95
    nur T1
  • 1 Ob 214/98x
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 214/98x
    nur: Der Schutzzweck der Norm ergibt sich aus ihrem Inhalt. (T5); Beisatz: Dazu ist der Normzweck zu erfragen, der sich aus der wertenden Beurteilung des Sinns der Vorschrift ergibt. (T6); Veröff: SZ 72/4
  • 2 Ob 143/99i
    Entscheidungstext OGH 20.05.1999 2 Ob 143/99i
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 246/99m
    Entscheidungstext OGH 23.09.1999 2 Ob 246/99m
    Vgl auch
  • 2 Ob 351/99b
    Entscheidungstext OGH 10.12.1999 2 Ob 351/99b
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: § 16 Abs 2 lit a StVO. (T7)
  • 1 Ob 257/00a
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 257/00a
    Bem: Die ursprünglich an dieser Stelle aus versehen mit der Kennzeichnung T8 erfolgte Wiederholung des Teilsatzes T1 wurde gelöscht. - Dezember 2018 (T8); Beisatz: Hier: Bestimmungen des AMSG 1994: Aufgabe des AMS (Arbeitsmarktservice) ist die Verhütung und Beseitigung der Arbeitslosigkeit unter Wahrung sozialer und ökonomischer Grundsätze im Sinne einer aktiven Arbeitsmarktpolitik. (T9)
  • 4 Ob 236/02p
    Entscheidungstext OGH 05.11.2002 4 Ob 236/02p
    nur T1
  • 2 Ob 17/03v
    Entscheidungstext OGH 27.02.2003 2 Ob 17/03v
    nur T1; Beisatz: Hier: § 16 Abs 1 lit b StVO. (T10)
  • 3 Ob 70/03w
    Entscheidungstext OGH 26.11.2003 3 Ob 70/03w
    nur T8; Veröff: SZ 2003/154
  • 6 Ob 39/06p
    Entscheidungstext OGH 09.03.2006 6 Ob 39/06p
    Beisatz: Die Prüfung der Sacheinlage dient nur den Interessen der Gesellschaft, deren Gläubiger und allenfalls Dritter, nicht aber auch derjenigen des Einbringers. Aus diesem Grund kommt auch eine Haftung des Sacheinlageprüfers gegenüber dem Sacheinleger nicht in Betracht. (T11); Beisatz: Hier: § 150 Abs 3 AktG, § 275 HGB. (T12); Veröff: SZ 2006/35
  • 7 Ob 258/05z
    Entscheidungstext OGH 08.03.2006 7 Ob 258/05z
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 279/05a
    Entscheidungstext OGH 12.06.2006 2 Ob 279/05a
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 39/06h
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 39/06h
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beisatz: Hier: § 16 Abs 2 lit a StVO. (T13)
  • 2 Ob 183/06k
    Entscheidungstext OGH 18.01.2007 2 Ob 183/06k
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 7/07d
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 2 Ob 7/07d
    Auch
  • 2 Ob 174/06m
    Entscheidungstext OGH 26.04.2007 2 Ob 174/06m
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 278/06f
    Entscheidungstext OGH 27.09.2007 2 Ob 278/06f
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 86/08y
    Entscheidungstext OGH 30.10.2008 2 Ob 86/08y
    Vgl; nur T5
  • 2 Ob 219/08g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2009 2 Ob 219/08g
    nur T1
  • 2 Ob 64/09i
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 64/09i
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 4 Ob 93/09v
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 4 Ob 93/09v
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 34/10x
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 34/10x
    nur: Das Gericht hat das anzuwendende Schutzgesetz teleologisch zu interpretieren, um herauszufinden, ob die jeweilige Vorschrift, die übertreten wurde, den in einem konkreten Fall eingetretenen Schaden verhüten wollte. (T14); Beisatz: Hier: Schutzzweck des nöGVG 2007. (T15)
  • 2 Ob 112/10z
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 112/10z
    Beis wie T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 140/11v
    Entscheidungstext OGH 22.12.2011 2 Ob 140/11v
    nur T1
  • 6 Ob 118/12i
    Entscheidungstext OGH 20.03.2013 6 Ob 118/12i
    Auch; Beisatz: Hier: Die Bestimmung des § 3 GSpG 1989 verfolgt den Schutz der (Vermögens-)Interessen der einzelnen Spieler jedenfalls dann zumindest mit, wenn die Ausspielung mittels Spielautomaten mangels Erfüllung der kumulativen Voraussetzungen der Z 1 und 2 des § 4 Abs 2 GSpG 1989 in das Glücksspielmonopol eingriffe. (T16)
  • 3 Ob 102/14t
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 3 Ob 102/14t
    Auch; Bem: Die ursprünglich an dieser Stelle aus versehen mit der Kennzeichnung T17 erfolgte Wiederholung des Teilsatzes T1 wurde gelöscht. - Dezember 2018 (T17)
    Beisatz: Hier die Abrechnungsverpflichtung des Hausverwalters nach § 20 Abs 3 bzw § 31 Abs 3 WEG 2002. (T18);
    Veröff: SZ 2014/97
  • 1 Ob 103/14z
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 103/14z
    nur T1; Veröff: SZ 2015/3
  • 6 Ob 142/16z
    Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 142/16z
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 6 Ob 118/18y
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 118/18y
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T6
  • 9 Ob 64/18d
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 9 Ob 64/18d
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 2 Ob 185/17w
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 185/17w
    nur T14; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T6; Beisatz: § 30 Abs 2 Salzburger Landessicherheitsgesetz (S.LSG). (T19)
  • 2 Ob 30/20f
    Entscheidungstext OGH 28.01.2021 2 Ob 30/20f
    Vgl; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0008775

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19730911_OGH0002_0080OB00131_7300000_001

Rechtssatz für 8Ob160/77 2Ob103/83 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0027626

Geschäftszahl

8Ob160/77; 2Ob103/83; 2Ob351/99b; 2Ob14/03b; 2Ob39/06h

Entscheidungsdatum

23.11.1977

Norm

ABGB §1311 IIb
StVO §16 Abs2 lita

Rechtssatz

Der Schutzzweck des § 16 Abs 2 lit a StVO besteht nicht nur darin, den Gegenverkehr gefahrlos zu ermöglichen, sondern auch alle jene Schäden zu verhindern, die beim Überholvorgang während des Vorbeibewegens des Überholenden an dem überholten Fahrzeug und beim Wiedereinordnen des überholenden Fahrzeuges nach dem Überholvorgang entstehen können.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 160/77
    Entscheidungstext OGH 23.11.1977 8 Ob 160/77
    Veröff: ZVR 1979/120 S 136
  • 2 Ob 103/83
    Entscheidungstext OGH 17.05.1983 2 Ob 103/83
  • 2 Ob 351/99b
    Entscheidungstext OGH 10.12.1999 2 Ob 351/99b
    Beisatz: Das Überholverbot des § 16 Abs 2 lit a StVO verfolgt nicht den Zweck, Schäden dessen, der rechtswidrig überholt, sowie auch nicht Schäden dessen, der seinerseits einen verbotswidrig Überholenden überholt, hintanzuhalten. (T1)
  • 2 Ob 14/03b
    Entscheidungstext OGH 01.04.2004 2 Ob 14/03b
    Beis wie T1; Beisatz: Der verbotswidrig Überholende, der den seinerseits verbotswidrig Überholenden überholt und mit diesem kollidiert, hat nicht nur Sorglosigkeit gegenüber eigenen Gütern, sondern eine Verletzung der Bestimmung des § 16 Abs 2 lit b StVO zu verantworten und dem Überholten seinem Verschuldensanteil entsprechend den entstandenen Schaden zu ersetzen. (T2)
  • 2 Ob 39/06h
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 39/06h

Schlagworte

Auto Pkw Kfz

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0027626

Dokumentnummer

JJR_19771123_OGH0002_0080OB00160_7700000_001

Rechtssatz für 1Ob8/95 2Ob246/99m 1Ob4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0082346

Geschäftszahl

1Ob8/95; 2Ob246/99m; 1Ob48/00s; 1Ob34/05i; 2Ob279/05a; 2Ob39/06h; 2Ob278/06f; 2Ob219/08g; 2Ob64/09i; 1Ob34/10x; 2Ob156/10w; 2Ob112/10z; 1Ob232/11s; 9ObA17/16i; 1Ob183/18w; 2Ob185/17w

Entscheidungsdatum

17.10.1995

Norm

ABGB §1295 Ia2
ABGB §1295 Ia9
ABGB §1311 IIa

Rechtssatz

Wieweit der Normzweck (Rechtswidrigkeitszusammenhang) reicht, ist Auslegungsfrage im Einzelfall.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 8/95
    Veröff: SZ 68/191
  • 2 Ob 246/99m
    Entscheidungstext OGH 23.09.1999 2 Ob 246/99m
  • 1 Ob 48/00s
    Entscheidungstext OGH 30.05.2000 1 Ob 48/00s
    Veröff: SZ 73/90
  • 1 Ob 34/05i
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 1 Ob 34/05i
  • 2 Ob 279/05a
    Entscheidungstext OGH 12.06.2006 2 Ob 279/05a
  • 2 Ob 39/06h
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 39/06h
  • 2 Ob 278/06f
    Entscheidungstext OGH 27.09.2007 2 Ob 278/06f
  • 2 Ob 219/08g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2009 2 Ob 219/08g
  • 2 Ob 64/09i
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 64/09i
  • 1 Ob 34/10x
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 34/10x
  • 2 Ob 156/10w
    Entscheidungstext OGH 07.10.2010 2 Ob 156/10w
  • 2 Ob 112/10z
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 112/10z
  • 1 Ob 232/11s
    Entscheidungstext OGH 01.03.2012 1 Ob 232/11s
  • 9 ObA 17/16i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 17/16i
    Auch
  • 1 Ob 183/18w
    Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 183/18w
  • 2 Ob 185/17w
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 185/17w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0082346

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19951017_OGH0002_0010OB00008_9500000_012

Entscheidungstext 2Ob39/06h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2Ob39/06h

Entscheidungsdatum

21.09.2006

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Baumann als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Tittel, Hon. Prof. Dr. Danzl und Dr. Veith sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofes Dr. Grohmann als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Gerald F*****, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Erich Moser GmbH in Murau, gegen die beklagten Parteien 1. Claudia T*****, und 2. G***** AG, *****, beide vertreten durch Dr. Edmund Thurn, Rechtsanwalt in Murau, wegen EUR 15.218 sA, über den Rekurs der klagenden Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichtes Graz als Berufungsgericht vom 17. November 2005, GZ 2 R 175/05f-16, womit infolge Berufung der beklagten Parteien das Urteil des Landesgerichtes Leoben vom 13. September 2005, GZ 5 Cg 75/05a-10, (in seinem stattgebenden Teil) aufgehoben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Rekurs wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Rekursverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Die Zurückweisung eines ordentlichen Rechtsmittels wegen Fehlens einer erheblichen Rechtsfrage (§ 502 Abs 1 ZPO) kann sich auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 510 Abs 3 letzter Satz, § 528a ZPO).

Das Berufungsgericht hat den Rekurs an den Obersten Gerichtshof für zulässig erachtet, weil der von ihm bejahte Rechtswidrigkeitszusammenhang zwischen dem Verstoß des Klägers gegen das Überholverbot des § 16 Abs 2 lit a StVO und dem aufrechnungsweise eingewendeten Schaden der Erstbeklagten angesichts der Tatsache, dass eine Baustelle Anlass für die Anordnung des Überholverbotes gewesen sei, der Unfall aber in keinem Zusammenhang mit der Baustelle stehe, auch verneint werden könnte.

Rechtliche Beurteilung

Der vom Kläger erhobene Rekurs ist entgegen dem den Obersten Gerichtshof nicht bindenden Ausspruch des Berufungsgerichtes nicht zulässig; weder in dessen Begründung noch im Rekurs des Klägers wird eine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO aufgezeigt. Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes handelt es sich beim Überholverbot des § 16 Abs 2 lit a StVO um eine Schutznorm, deren Schutzzweck nicht nur darin besteht, den Gegenverkehr gefahrlos zu ermöglichen, sondern auch alle jene Schäden zu verhindern, die beim Überholvorgang während des Vorbeibewegens des Überholenden an dem überholten Fahrzeug und beim Wiedereinordnen des überholenden Fahrzeuges nach dem Überholvorgang entstehen können (ZVR 1979/120; ZVR 1984/162; RIS-Justiz RS0027626).

Das Gericht hat das anzuwendende Schutzgesetz teleologisch zu interpretieren, um herauszufinden, ob die jeweilige Vorschrift, die übertreten wurde, den in einem konkreten Fall eingetretenen Schaden verhüten soll (RIS-Justiz RS0008775 [T1]). Wie weit der Normzweck reicht, ist Ergebnis der Auslegung im Einzelfall (RIS-Justiz RS0082346, zuletzt 2 Ob 279/05a).

Der Oberste Gerichtshof hat bereits in mehreren Entscheidungen hervorgehoben, dass das Motiv der Behörde, welches zur Erlassung einer Verordnung im Sinne des § 43 StVO und deren Kundmachung führt, bei der Auslegung der Norm nicht maßgeblich ist (ZVR 1974/265; ZVR 1981/54; 2 Ob 2028/96s; vgl auch RIS-Justiz RS0008775). Entscheidend ist nur der Inhalt der Norm. Es genügt, dass die Verhinderung des Schadens bloß mitbezweckt ist; die Norm muss aber die Verhinderung eines Schadens wie des später eingetretenen zumindest intendiert haben (2 Ob 2028/96s; 2 Ob 351/99b = ZVR 2000/70; 2 Ob 279/05a; RIS-Justiz RS0008775 [T2 und 4]).

Die Beurteilung des Berufungsgerichtes, an der Schutzfunktion des § 16 Abs 2 lit a StVO fehle es nicht schon deshalb, weil das Überholverbot für den Bereich einer Baustelle verordnet worden sei, stimmt mit den dargelegten Grundsätzen überein und hält sich im Rahmen des bei der Auslegung einer Schutznorm im Einzelfall verbleibenden Ermessensspielraumes. Sie bedarf daher auch aus Gründen der Rechtssicherheit keiner Korrektur durch den Obersten Gerichtshof. Aus der im Rekurs zitierten Entscheidung 8 Ob 160/77 (= ZVR 1979/120) sind keine den gegenteiligen Standpunkt des Klägers stützende Argumente ableitbar.

Da es der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage nicht bedurfte, war der Rekurs als unzulässig zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 52 ZPO.

Anmerkung

E81950 2Ob39.06h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:0020OB00039.06H.0921.000

Dokumentnummer

JJT_20060921_OGH0002_0020OB00039_06H0000_000