Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob358/67 2Ob100/68 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0038748

Geschäftszahl

2Ob358/67; 2Ob100/68; 2Ob307/68; 2Ob327/68; 2Ob344/68; 2Ob101/69; 2Ob65/69; 2Ob380/68; 2Ob120/68; 2Ob17/69; 2Ob229/68; 2Ob365/68; 2Ob382/68; 2Ob383/68; 8Ob259/74; 2Ob197/75; 2Ob45/80; 5Ob739/81; 8Ob573/86 (8Ob574/86); 1Ob216/98s; 1Ob331/98b; 9Ob151/99t; 8Ob196/00g; 1Ob148/06f; 1Ob32/15k

Entscheidungsdatum

03.03.1969

Norm

ABGB §1293
ABGB §1323 F

Rechtssatz

Keine Entschädigung für den bloßen Verlust der Möglichkeit des Gebrauches des Kraftfahrzeuges während der Zeit der unfallsbedingten Reparatur.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 358/67
    Entscheidungstext OGH 03.03.1969 2 Ob 358/67
    Veröff: SZ 42/33 (Hiezu Pfersmann EvBl 1973,312 Pfa) = RZ 1969,88 = KJ 1969,26 = ZVR 1969/143,127 = VersR 1969,528 = JBl 1969,334 = EvBl 1969/283 S 436 = KJ 1973,11
  • 2 Ob 100/68
    Entscheidungstext OGH 13.03.1969 2 Ob 100/68
  • 2 Ob 307/68
    Entscheidungstext OGH 13.03.1969 2 Ob 307/68
  • 2 Ob 327/68
    Entscheidungstext OGH 13.03.1969 2 Ob 327/68
  • 2 Ob 344/68
    Entscheidungstext OGH 26.03.1969 2 Ob 344/68
  • 2 Ob 101/69
    Entscheidungstext OGH 24.04.1969 2 Ob 101/69
  • 2 Ob 65/69
    Entscheidungstext OGH 24.04.1969 2 Ob 65/69
  • 2 Ob 380/68
    Entscheidungstext OGH 24.04.1969 2 Ob 380/68
  • 2 Ob 120/68
    Entscheidungstext OGH 10.04.1969 2 Ob 120/68
  • 2 Ob 17/69
    Entscheidungstext OGH 10.04.1969 2 Ob 17/69
  • 2 Ob 229/68
    Entscheidungstext OGH 17.04.1969 2 Ob 229/68
  • 2 Ob 365/68
    Entscheidungstext OGH 26.03.1969 2 Ob 365/68
    Veröff: ZVR 1969/347 S 327
  • 2 Ob 382/68
    Entscheidungstext OGH 13.05.1969 2 Ob 382/68
  • 2 Ob 383/68
    Entscheidungstext OGH 13.05.1969 2 Ob 383/68
  • 8 Ob 259/74
    Entscheidungstext OGH 26.02.1975 8 Ob 259/74
    Veröff: RZ 1975/45 S 89 = EvBl 1975/134 S 265 = ZVR 1975/113 S 176 = VJ 1975,14 = SZ 48/22 = JBl 1975,421 = VersR 1975,723
  • 2 Ob 197/75
    Entscheidungstext OGH 16.10.1975 2 Ob 197/75
    Beisatz: Hier: Verlust des Gebrauches eines Mietzimmers. (T1)
  • 2 Ob 45/80
    Entscheidungstext OGH 06.05.1980 2 Ob 45/80
    Veröff: ZVR 1981/31 S 47
  • 5 Ob 739/81
    Entscheidungstext OGH 01.12.1981 5 Ob 739/81
    nur: Keine Entschädigung für den bloßen Verlust der Möglichkeit des Gebrauches. (T2) Beis wie T1
  • 8 Ob 573/86
    Entscheidungstext OGH 09.10.1986 8 Ob 573/86
    nur T2; Beisatz: Hier: Wohnungsbrauchsrecht. Der Kläger könnte vielmehr aus dem Rechtsgrund des Schadenersatzes nur den Ersatz solcher Auslagen verlangen, die er tatsächlich aufwenden mußte und muß eine seinem nicht ausübbaren Wohnungsrecht adäquate Ersatzlage zu schaffen. (T3) Veröff: MietSlg 38/40 = SZ 59/165
  • 1 Ob 216/98s
    Entscheidungstext OGH 27.10.1998 1 Ob 216/98s
    nur T2; Beis wie T3 nur: Der Kläger könnte vielmehr aus dem Rechtsgrund des Schadenersatzes nur den Ersatz solcher Auslagen verlangen, die er tatsächlich aufwenden mußte und muß eine seinem nicht ausübbaren Wohnungsrecht adäquate Ersatzlage zu schaffen. (T4); Beisatz: Diese Grundsätze sind auch auf das dem überlebenden Ehegatten als gesetzliches Vorausvermächtnis eingeräumte Wohnrecht des § 758 ABGB anzuwenden. (T5)
  • 1 Ob 331/98b
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 331/98b
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Fiktive Kosten einer Ersatzwohnung. (T6)
  • 9 Ob 151/99t
    Entscheidungstext OGH 13.10.1999 9 Ob 151/99t
    nur T2; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Deckungskapital für künftige Ersatzwohnungskosten im Falle einer künftigen Beeinträchtigung der Wohnmöglichkeit bei künftiger Sanierung der Wohnung. (T7)
  • 8 Ob 196/00g
    Entscheidungstext OGH 07.09.2000 8 Ob 196/00g
    nur T2; Beis wie T3
  • 1 Ob 148/06f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 1 Ob 148/06f
    Auch; Beisatz: Kein Ersatzanspruch für ideelle Schäden wegen des bloßen Verlusts des (vorübergehenden) Gebrauchs einer Sache. (T8); Beis wie T4; Beisatz: Ist kein realer Vermögensschaden - etwa in Form von Aufwendungen für eine Ersatzunterkunft - entstanden, wird keine Entschädigung für die bloße "Gebrauchsentbehrung" gewährt (so auch schon 1 Ob 16/95). (T9)
  • 1 Ob 32/15k
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 32/15k
    Auch; nur T2; Beis wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0038748

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.06.2015

Dokumentnummer

JJR_19690303_OGH0002_0020OB00358_6700000_001

Rechtssatz für 2Ob279/77 1Ob160/98f 1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022421

Geschäftszahl

2Ob279/77; 1Ob160/98f; 1Ob148/06f

Entscheidungsdatum

02.02.1978

Norm

ABGB §1293
ABGB §1323 A
ABGB §1331

Rechtssatz

Bei Sachschäden kommt ein Ausgleich für die Beeinträchtigung ideeller Interessen nur in Ausnahmsfällen in Betracht.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 279/77
    Entscheidungstext OGH 02.02.1978 2 Ob 279/77
    Veröff: RZ 1978/122 S 241 = ZVR 1978/264 S 303
  • 1 Ob 160/98f
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 1 Ob 160/98f
    Auch; Veröff: SZ 71/156
  • 1 Ob 148/06f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 1 Ob 148/06f
    Auch; Beisatz: Kein Ersatzanspruch für ideelle Schäden wegen des bloßen Verlusts des (vorübergehenden) Gebrauchs einer Sache. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0022421

Dokumentnummer

JJR_19780202_OGH0002_0020OB00279_7700000_001

Rechtssatz für 7Ob555/79 6Ob9/88 3Ob54...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022544

Geschäftszahl

7Ob555/79; 6Ob9/88; 3Ob544/88; 9Ob36/00k; 1Ob313/01p; 1Ob148/06f; 8ObA58/09a; 4Ob154/13w

Entscheidungsdatum

01.03.1979

Norm

ABGB §1293
ABGB §1323 A
ABGB §1329

Rechtssatz

Zur Frage der grundsätzlichen Ersatzfähigkeit immaterieller Schäden (grundsätzliche Ausführungen ohne endgültige Stellungnahme, jedoch teilweises Abrücken von der bisherigen Judikatur).

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 555/79
    Entscheidungstext OGH 01.03.1979 7 Ob 555/79
    Veröff: EvBl 1979/100 S 318 = DRdA 1980,387 = JBl 1980,372 (zustimmend Koziol)
  • 6 Ob 9/88
    Entscheidungstext OGH 05.05.1988 6 Ob 9/88
    Vgl auch; Beisatz: Ersatz ideellen Schadens im allgemeinen nur in den vom Gesetz angeführten Fällen. (T1)
    Veröff: SZ 61/109 = EvBl 1988/150 S 757
  • 3 Ob 544/88
    Entscheidungstext OGH 26.04.1989 3 Ob 544/88
    nur: Zur Frage der grundsätzlichen Ersatzfähigkeit immaterieller Schäden. (T2)
    Beis wie T1
    Veröff: SZ 62/77 = EvBl 1989/128 S 497 = JBl 1989,792 (Siegl)
  • 9 Ob 36/00k
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 9 Ob 36/00k
    Beis wie T1
  • 1 Ob 313/01p
    Entscheidungstext OGH 08.10.2002 1 Ob 313/01p
    Auch; Beisatz: Soweit immaterielle Schäden nicht ersatzfähig sind, können sie gewiss nicht durch den Rettungsaufwand - hier die Aufwendungen für den Erwerb der Gefahrenquelle - zu einem ersatzfähigen Vermögensschaden mutieren, hätte es der von nicht ersatzfähigen immateriellen Nachteilen Bedrohte oder Belastete auf diese Weise jederzeit in der Hand, die fehlende Ersatzfähigkeit des anstehenden bzw bereits eingetretenen immateriellen Schadens zu umgehen und sich vom Schädiger Ersatz zu verschaffen. (T3)
    Veröff: SZ 2002/128
  • 1 Ob 148/06f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 1 Ob 148/06f
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Kein Ersatzanspruch für ideelle Schäden wegen des bloßen Verlusts des (vorübergehenden) Gebrauchs einer Sache. (T4)
  • 8 ObA 58/09a
    Entscheidungstext OGH 22.04.2010 8 ObA 58/09a
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 154/13w
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 154/13w
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Ein immaterieller Schaden bei einem Eingriff in das Namens- oder das allgemeine Persönlichkeitsrecht (§§ 43, 16 ABGB) ist mangels gesetzlicher Grundlage nicht zu ersetzen. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0022544

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.02.2014

Dokumentnummer

JJR_19790301_OGH0002_0070OB00555_7900000_001

Rechtssatz für 7Ob684/82 1Ob148/06f 6O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010069

Geschäftszahl

7Ob684/82; 1Ob148/06f; 6Ob231/12g; 1Ob163/18d; 2Ob29/20h

Entscheidungsdatum

16.12.1982

Norm

ABGB §305
ABGB §362
ABGB §1323 A
ABGB §1323 C1

Rechtssatz

Die Gebrauchsmöglichkeit ist neben dem Substanzwert des Eigentums kein selbständiger Vermögenswert, so dass ein gesonderter Ersatz hiefür nicht in Betracht kommt.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 684/82
    Entscheidungstext OGH 16.12.1982 7 Ob 684/82
  • 1 Ob 148/06f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 1 Ob 148/06f
    Beisatz: Kein Ersatzanspruch für ideelle Schäden wegen des bloßen Verlusts des (vorübergehenden) Gebrauchs einer Sache. (T1)
  • 6 Ob 231/12g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 6 Ob 231/12g
    Vgl; Beisatz: Hier: Bei „gemindertem Wohnwert“ handelt es sich um einen ideellen Schaden. (T2)
  • 1 Ob 163/18d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 1 Ob 163/18d
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 29/20h
    Entscheidungstext OGH 27.11.2020 2 Ob 29/20h
    Vgl; Beisatz: Hier: Nutzungsausfallschaden ist ersatzfähiger Vermögensschaden. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0010069

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19821216_OGH0002_0070OB00684_8200000_001

Entscheidungstext 1Ob148/06f

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob148/06f

Entscheidungsdatum

12.09.2006

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Gerstenecker als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Zechner, Univ. Doz. Dr. Bydlinski, Dr. Fichtenau und Dr. Glawischnig als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Hannelore J*****, vertreten durch Dr. Bernhard Haid, Rechtsanwalt in Innsbruck, wider die beklagte Partei Ruth B*****, vertreten durch Dr. Markus Heis, Rechtsanwalt in Innsbruck, wegen EUR 11.000 sA, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck als Berufungsgericht vom 12. April 2006, GZ 2 R 43/06z-12, womit das Urteil des Landesgerichts Innsbruck vom 30. Dezember 2005, GZ 5 Cg 193/05v-8, bestätigt wurde, den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit EUR 686,88 (darin enthalten EUR 114,48 USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen vierzehn Tagen zu zahlen.

Text

Begründung:

Die Klägerin begehrte den Zuspruch von EUR 11.000 sA für die auf wiederholte Wassereintritte zurückzuführende „Minderung der Wohnqualität" ihrer Eigentumswohnung im Zeitraum vom 1. 12. 2003 bis 30. 9. 2005. Sie brachte vor, ihre Eigentumswohnung liege unterhalb der zur Eigentumswohnung der Beklagten gehörigen Terrasse. Da die Beklagte trotz eines Beschlusses der Eigentümergemeinschaft auf Generalsanierung der gesamten Wohnhausanlage eine Isolierung und Sanierung ihrer Terrasse abgelehnt habe, sei es zwischen November 2003 und Juni 2004 zu Wassereintritten in die unterhalb gelegene Wohnung der Klägerin gekommen. De facto sei die Wohnung deswegen viele Monate lang unbewohnbar gewesen. Dennoch sei die Klägerin in der Wohnung verblieben, um im Fall neuerlicher Wassereintritte unverzüglich reagieren zu können. Außerdem sei es ihr nicht möglich gewesen, den gesamten Hausrat an einem anderen Ort einzulagern. Ausgehend von einem angemessenen Mietzins für eine vergleichbare Wohnung in Höhe von zumindest EUR 1.000 sei die durchschnittliche Beeinträchtigung der Wohnqualität bzw Benutzbarkeit mit 50 % zu bewerten. Analog zum Anspruch des Mieters auf Herabsetzung des Mietzinses infolge nicht gänzlich bedingungsgemäßer Gebrauchsmöglichkeit des Bestandobjekts stünden vom 1. 12. 2003 bis 30. 9. 2005 (= 22 Monate) EUR 500 monatlich zu, insgesamt somit EUR 11.000. Ferner stütze sich der Anspruch darauf, dass die Wohnung im Sinne einer Schadensminderungspflicht weiterhin benützt und somit Hotelkosten eingespart worden seien, die den Klagsanspruch bei weitem überstiegen hätten.

Die Beklagte wendete ein, die begehrte Rechtsfolge lasse sich aus dem von der Klägerin vorgetragenen Sachverhalt nicht ableiten. Ein Ungemach, das sich aus einer allfälligen eingeschränkten Benützbarkeit der Wohnung ergeben könnte, sei nicht ersatzfähig. Das Erstgericht wies das Klagebegehren ohne Aufnahme von Beweisen ab. Auch bei Zugrundelegung der Richtigkeit des Klagsvorbringens bestehe der Anspruch nicht, da eine bloße Minderung der Wohnqualität durch Bau- und Reinigungsarbeiten im Zug von Mängelbehebungen einen immateriellen, nicht ersatzfähigen Schaden darstelle. Nichts anderes könne für die behauptete Minderung der Wohnqualität durch Eindringen von Wasser samt damit verbundenen Behebungsmaßnahmen gelten. Unlustgefühle als spezifische Folge einer Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit habe die Klägerin nicht behauptet. Ein Schadenersatzanspruch iSd §§ 1293 ff ABGB komme daher nicht in Betracht. Eine analoge Anwendung des § 1096 ABGB scheitere daran, dass diese Bestimmung schon ihrem klaren Wortlaut nach ausschließlich auf Bestandverhältnisse anzuwenden sei.

Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung und erklärte die Revision für zulässig. Mangels einer gesetzlichen Grundlage stelle der von der Klägerin geltend gemachte Schaden einen nicht ersatzfähigen immateriellen Schaden dar. Dem gegenüber finde der Anspruch auf Ersatz für entgangene Urlaubsfreude seine gesetzliche Grundlage in der durch das ZivRÄG 2004 geschaffenen Bestimmung des § 31e Abs 3 KSchG, wenngleich auch schon vor Inkrafttreten des ZivRÄG 2004 in Fällen schwerwiegender Mängel einer Reiseveranstaltung ein Anspruch auf Ersatz entgangener Urlaubsfreude als durchsetzbar erachtet worden sei. Beim Ersatz „fiktiver Reparaturkosten" werde ein Vermögensschaden abgegolten, aber kein immaterieller Schaden. Die Bestandzinsminderungsmöglichkeit beim Mieter beruhe auf ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung.

Rechtliche Beurteilung

Entgegen dem - den Obersten Gerichtshof nicht bindenden - Ausspruch des Berufungsgerichts (§ 508a Abs 1 ZPO) ist die Revision mangels Vorliegens einer Rechtsfrage von erheblicher Bedeutung iSd § 502 Abs 1 ZPO nicht zulässig. Die Zurückweisung der Revision kann sich daher auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 510 Abs 3 ZPO).

1. Wie bereits die Vorinstanzen ausführten, wird ein ideeller, in Geld nicht messbarer Schaden im Allgemeinen nur in den vom Gesetz angeführten Fällen zugesprochen (SZ 62/77; Reischauer in Rummel, ABGB3, Rz 11 zu § 1324 mwN; RIS-Justiz RS0022544). So gewährt zum Beispiel § 1331 ABGB Ersatz des ideellen Schadens, indem der Geschädigte bei besonders qualifiziertem Verschulden des Schädigers nicht nur das Interesse, sondern auch den Wert der besonderen Vorliebe verlangen kann, also denjenigen Wert, der sich unter Bedachtnahme auf die Gefühlsverbundenheit des Beschädigten mit der Sache ergibt (SZ 24/346; Harrer in Schwimann, ABGB3, § 1331 Rz 1; Reischauer aaO § 1331 Rz 2). Es existiert aber keine gesetzliche Grundlage, aus der sich ein Ersatzanspruch für ideelle Schäden wegen des bloßen Verlusts des (vorübergehenden) Gebrauchs einer Sache ableiten ließe. Deswegen wird die Gebrauchsmöglichkeit neben dem Substanzwert des Eigentums nicht als selbstständiger Vermögenswert gesehen, sodass er auch nicht besonders zu ersetzen ist (Koziol/Welser12 II 287). Die Gewährung einer Entschädigung für den bloßen Verlust des Gebrauchs einer Sache infolge der schädigenden Handlung eines anderen wird in ständiger Rechtsprechung abgelehnt (SZ 59/165 ua). Aus denselben Gründen ist aus dem bloßen Gebrauchsverlust einer Wohnung kein selbstständiger Anspruch auf Vergütung in Geld abzuleiten. Verlässt ein Eigentümer seine Wohnung nicht, sondern bewohnt diese weiterhin, obwohl darin (von Dritter Seite zu vertretende) Nässeschäden auftraten, die zu einer ständigen und fortschreitenden Beeinträchtigung der Bewohnbarkeit führten, gibt es keine gesetzliche Grundlage dafür, die wesentliche Minderung der Wohn- und Lebensqualität als einen durch Geldersatz ausgleichbaren Nachteil zu beurteilen (1 Ob 16/95). Der Betroffene kann aus dem Titel des Schadenersatzes nur den Ersatz solcher Auslagen verlangen, die er tatsächlich aufwenden musste, um eine adäquate Ersatzlage zu schaffen (1 Ob 331/98b). Ist kein realer Vermögensschaden - etwa in Form von Aufwendungen für eine Ersatzunterkunft - entstanden, wird keine Entschädigung für die bloße "Gebrauchsentbehrung" gewährt. Soweit ein immaterieller Schaden nicht ersatzfähig ist, kann er auch nicht durch den Rettungsaufwand zu einem ersatzfähigen Vermögensschaden mutieren, hätte es der von immateriellen Nachteilen Bedrohte auf diese Weise sonst jederzeit in der Hand, die fehlende Ersatzfähigkeit des anstehenden immateriellen Schadens zu umgehen und sich vom Schädiger Ersatz zu verschaffen (SZ 2002/128). Mit diesen Grundsätzen stehen die Entscheidungen der Vorinstanzen im Einklang. Der Ersatz jener (konkreten) Aufwendungen, die die Klägerin im Hinblick auf die Nässeschäden tätigen musste, ist mangels entsprechenden Vorbringens im Verfahren erster Instanz nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

2. Wenngleich der Gesetzgeber den immateriellen Schaden zum Teil durch Neufassung etablierter Tatbestände (bspw § 1328 ABGB), zum Teil durch Neuregelungen (§ 1328a oder § 31e KschG) aufgewertet hat, wurde durch diese Entwicklung die Ersatzfähigeit immaterieller Schäden nur sachbezogen und punktuell erweitert, eine grundsätzliche Neuorientierung hat der Gesetzgeber nicht beabsichtigt (Harrer aaO § 1293 Rz 23). Dass § 31e Abs 3 KSchG durch das ZivRÄG 2004 geschaffen und damit klargestellt wurde, dass Ersatz für entgangene Urlaubsfreude angesprochen werden kann (EvBl 2005/94; 10 Ob 20/05x), stellt sohin kein Abgehen von der oben dargelegten Rechtsprechung dar. Dass ein durchsetzbarer Anspruch auf Ersatz entgangener Urlaubsfreude bereits vor Inkrafttreten des ZivRÄG 2004 in Fällen schwerwiegender Mängel einer Reiseveranstaltung als bestehend erachtet wurde (SZ 2004/168), ist ausschließlich in dem bereits vor 2004 in Geltung stehenden Art 5 der RL 90/314/EWG („Pauschalreise - RL") begründet (siehe Harrer aaO § 1293 Rz 27), nicht aber darin, dass in der österreichischen Rechtsprechung eine generelle „Trendwende" zur Ersatzfähigkeit ideeller Schäden eingetreten wäre.

3. Die Judikatur zum „Trauerschaden" wurde damit begründet, dass es befremdlich wäre, wenn das Gesetz bei Beschädigung einer Sache gemäß § 1331 ABGB „Gefühlsschäden" ausdrücklich berücksichtige, nicht aber bei Tötung eines geliebten Menschen, sodass nach den Wertungen des Gesetzes eine im Wege der Analogie zu schließende Gesetzeslücke anzunehmen sei (2 Ob 84/01v). Für den hier relevanten Bereich der Sachschäden ist eine planwidrige Unvollständigkeit aber nicht zu erkennen, ist doch gerade aus § 1331 ABGB ableitbar, der Gesetzgeber habe die Berücksichtigung von „Gefühlsschäden" im Zusammenhang mit Schadenersatzansprüchen wegen Sachschäden abschließend geregelt und bei bloßem „Sachgebrauchsverlust" keine Notwendigkeit für ideellen Schadenersatz gesehen. Im Übrigen knüpft § 1331 ABGB an ein besonders schweres Verschulden an; ein solches wird im gegenständlichen Fall nicht einmal behauptet.

4. Aus der Bestimmung des § 1096 ABGB lässt sich für die Klägerin nichts gewinnen, setzt § 1096 ABGB doch das Bestehen einer - hier nicht gegebenen - vertraglichen Beziehung (eines Bestandverhältnisses) voraus und ist als besondere Gewährleistungsbestimmung zu verstehen, die unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Anspruch auf Zinsminderung führt (SZ 54/88). Eine Rechtsfrage von erheblicher Bedeutung iSd § 502 Abs 1 ZPO ist nicht zu lösen. Dies führt zur Zurückweisung der Revision. Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 41 und § 50 Abs 1 ZPO. Die Revisionsbeantwortung diente der zweckentsprechenden Rechtsverteidigung, weil in ihr auf die Unzulässigkeit der Revision hingewiesen wurde.

Schlagworte

Kennung XPUBL - XBEITR Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in Zak 2006/717 S 417 = Zak 2006,417 = bbl 2007,28/29 - bbl 2007/29 = immolex 2007,91/45 - immolex 2007/45 = ZVR 2007/50 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2007,75 (Danzl, tabellarische Übersicht) = wobl 2007,260/104 - wobl 2007/104 XPUBLEND

Anmerkung

E81941 1Ob148.06f

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:0010OB00148.06F.0912.000

Dokumentnummer

JJT_20060912_OGH0002_0010OB00148_06F0000_000