Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob612/91 3Ob573/91 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047427

Geschäftszahl

1Ob612/91; 3Ob573/91; 4Ob512/92; 1Ob566/92; 8Ob552/92; 8Ob1606/92; 5Ob1528/93; 6Ob556/93; 1Ob588/93; 1Ob622/93; 1Ob512/94; 1Ob511/94; 4Ob540/94; 2Ob548/94; 2Ob512/95; 3Ob569/94; 7Ob503/95; 7Ob544/95; 6Ob1641/95; 6Ob2098/96i; 6Ob501/96; 1Ob2092/96w; 6Ob591/95; 1Ob2233/96f; 4Ob2253/96v; 2Ob567/95; 4Ob2285/96z; 1Ob2391/96s; 1Ob122/97s; 9Ob407/97m; 8Ob142/98k; 1Ob180/98x; 1Ob109/99g; 6Ob114/99b; 1Ob16/00k; 1Ob117/02s; 6Ob51/04z; 6Ob52/06z; 6Ob184/06m; 2Ob187/05x; 3Ob250/07x; 1Ob160/09z; 4Ob49/13d

Entscheidungsdatum

30.10.1991

Norm

ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Die Unterhaltsbemessung nach der Prozentsatzkomponente ist für durchschnittliche Verhältnisse eine brauchbare Handhabe, um den Unterhaltsberechtigten an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen angemessen teilhaben zu lassen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 612/91
    Entscheidungstext OGH 30.10.1991 1 Ob 612/91
    Veröff: RZ 1992/48 S 124 = RZ 1994/76 S 211
  • 3 Ob 573/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 573/91
  • 4 Ob 512/92
    Entscheidungstext OGH 28.01.1992 4 Ob 512/92
    Beisatz: Diese Methode trägt auch den Grundsätzen einer angemessenen Berücksichtigung konkurrierender Unterhaltspflichten Rechnung. (T1)
  • 1 Ob 566/92
    Entscheidungstext OGH 24.04.1992 1 Ob 566/92
    Auch; Veröff: RZ 1993/94 S 280
  • 8 Ob 552/92
    Entscheidungstext OGH 26.03.1992 8 Ob 552/92
  • 8 Ob 1606/92
    Entscheidungstext OGH 31.08.1992 8 Ob 1606/92
    Auch
  • 5 Ob 1528/93
    Entscheidungstext OGH 27.04.1993 5 Ob 1528/93
    Auch; Beisatz: Die Bemessung von Unterhaltsansprüchen nach der Prozentsatzmethode empfiehlt sich, wenn Sorgepflichten gegenüber weiteren Kindern zu berücksichtigen sind. (T2)
  • 6 Ob 556/93
    Entscheidungstext OGH 10.11.1993 6 Ob 556/93
  • 1 Ob 588/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 588/93
  • 1 Ob 622/93
    Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 622/93
    Beis wie T1; Beisatz: Auch bei Berechnung nach der Prozentsatzkomponente darf die im _ 140 ABGB verankerte Angemessenheitsgrenze nicht außer Acht gelassen werden. (T3)
  • 1 Ob 512/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 512/94
    Auch; Beisatz: Durch die Bemessung des Unterhalts nach bestimmten Altersgrenzen abgestuften Hundertsätzen des Einkommens des Unterhaltsschuldners soll die Gleichbehandlung gleichartiger Fälle gewährleistet werden. (T4)
  • 1 Ob 511/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 511/94
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 2 Ob 548/94
    Entscheidungstext OGH 25.08.1994 2 Ob 548/94
  • 2 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 2 Ob 512/95
  • 3 Ob 569/94
    Entscheidungstext OGH 30.11.1994 3 Ob 569/94
  • 7 Ob 503/95
    Entscheidungstext OGH 08.02.1995 7 Ob 503/95
  • 7 Ob 544/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 544/95
    Auch
  • 6 Ob 1641/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 1641/95
    Beisatz: Für Altersbereich ab fünfzehn Jahre rund 22 Prozent des Nettoeinkommens. (T5)
  • 6 Ob 2098/96i
    Entscheidungstext OGH 23.05.1996 6 Ob 2098/96i
  • 6 Ob 501/96
    Entscheidungstext OGH 14.03.1996 6 Ob 501/96
    Auch
  • 1 Ob 2092/96w
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2092/96w
    Beis wie T1
  • 6 Ob 591/95
    Entscheidungstext OGH 08.05.1996 6 Ob 591/95
  • 1 Ob 2233/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2233/96f
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 2253/96v
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2253/96v
    Auch; Beisatz: Die Prozentsätze können daher bei überdurchschnittlichen Einkommen unterschritten, bei unterdurchschnittlichen aber überschritten werden. (T6)
  • 2 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 567/95
    Beis wie T4
  • 4 Ob 2285/96z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1996 4 Ob 2285/96z
    Auch; Beisatz: Auch wenn den Unterhaltspflichtigen keine weiteren Sorgepflichten treffen, ist für die Ermittlung des Unterhaltsbetrages die Prozentsatzmethode anzuwenden. (T7)
  • 1 Ob 2391/96s
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2391/96s
    Auch
  • 1 Ob 122/97s
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 1 Ob 122/97s
    Auch; Beisatz: Weitere Unterhaltspflichten des Unterhaltsschuldners werden durch Abzüge von Prozentpunkten berücksichtigt. (T8); Beisatz: Für die unterhaltsberechtigte Ehegattin je nach ihrem Eigeneinkommen 0 bis 3 %. (T9)
  • 9 Ob 407/97m
    Entscheidungstext OGH 11.02.1998 9 Ob 407/97m
    Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 71/20
  • 8 Ob 142/98k
    Entscheidungstext OGH 15.10.1998 8 Ob 142/98k
    Auch; Beis wie T8
  • 1 Ob 180/98x
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 180/98x
    Vgl auch; Beisatz: Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils abzüglich gerechtfertigter Abzüge bildet die (Unterhalts-)Bemessungsgrundlage, aus der der dem Kind zu leistende Unterhalt im wesentlichen durch Anwendung eines nach Altersgruppen bemessenen weitere Sorgepflichten des unterhaltspflichtigen Elternteils durch Abzüge von Prozentpunkten berücksichtigenden Prozentsatzes zu ermitteln ist. (T10)
  • 1 Ob 109/99g
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 109/99g
    Auch
  • 6 Ob 114/99b
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 6 Ob 114/99b
    Beis ähnlich wie T6
  • 1 Ob 16/00k
    Entscheidungstext OGH 25.07.2000 1 Ob 16/00k
    Veröff: SZ 73/119
  • 1 Ob 117/02s
    Entscheidungstext OGH 13.08.2002 1 Ob 117/02s
    Auch; Beisatz: Wird ein Kind im Haushalt eines Elternteils betreut und ist der andere Elternteil außerstande, Geldunterhalt zu leisten, so ist der wegen dieser Sorgepflicht erforderliche Abzug bei der Ausmittlung des Geldunterhalts für andere Kinder zu verdoppeln. Dieser Abzug erfährt regelmäßig auch dann keine Kürzung, wenn einer der Kostenfaktoren der vom unterhaltsrechtlich doppelt belasteten Elternteil zu erfüllenden geldwerten Bedürfnisse des von ihm auch betreuten Kindes aus einem besonderen Grund von der Bemessungsgrundlage zur Bestimmung des Geldunterhalts anderer Kinder abgezogen wird. (T11)
  • 6 Ob 51/04z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 6 Ob 51/04z
    Auch
  • 6 Ob 52/06z
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 52/06z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T12)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Herabsetzunmg des Existenzminimums nach § 291b EO. (T13)
  • 2 Ob 187/05x
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 187/05x
    Beis wie T6
  • 3 Ob 250/07x
    Entscheidungstext OGH 19.12.2007 3 Ob 250/07x
    Auch; Beis wie T8
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Vgl auch; Beisatz: Hier: Insolvenz des Unterhaltspflichtigen. (T14); Veröff: SZ 2010/48
  • 4 Ob 49/13d
    Entscheidungstext OGH 23.05.2013 4 Ob 49/13d
    Vgl auch; Ähnlich Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0047427

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.06.2013

Dokumentnummer

JJR_19911030_OGH0002_0010OB00612_9100000_001

Rechtssatz für 3Ob46/93 3Ob5/94 2Ob569...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008667

Geschäftszahl

3Ob46/93; 3Ob5/94; 2Ob569/94; 3Ob528/95; 1Ob590/95; 1Ob1645/95; 4Ob2234/96z; 6Ob99/97w; 10Ob31/97z; 3Ob250/97d; 1Ob115/98p; 8Ob142/98k; 2Ob258/98z; 2Ob122/99a; 10Ob83/00d; 6Ob97/00h; 6Ob233/00h; 3Ob4/03i; 5Ob48/04a; 5Ob134/05z; 6Ob52/06z; 6Ob184/06m; 4Ob155/06g; 2Ob187/05x; 6Ob35/09d; 7Ob163/09k; 1Ob160/09z; 9Ob72/15a; 9Ob61/15h; 4Ob4/17t; 8Ob75/17p; 9Ob41/18x; 8Ob16/19i

Entscheidungsdatum

12.05.1993

Norm

EO §292b Z1

Rechtssatz

Dem Verpflichteten hat ein Betrag zu verbleiben, der zur Erhaltung seiner Körperkräfte und seiner geistigen Persönlichkeit notwendig ist.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 46/93
    Entscheidungstext OGH 12.05.1993 3 Ob 46/93
    Veröff: ÖA 1994,29 = RZ 1994/57 S 170
  • 3 Ob 5/94
    Entscheidungstext OGH 23.03.1994 3 Ob 5/94
    Beisatz: Ein Grundsatz, dass die angemessene Herabsetzung des Freibetrages ihre Grenze findet, wenn nicht einmal der laufende Unterhalt zur Gänze hereingebracht werden könnte, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. (T1)
    Veröff: SZ 67/47
  • 2 Ob 569/94
    Entscheidungstext OGH 13.10.1994 2 Ob 569/94
  • 3 Ob 528/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 3 Ob 528/95
  • 1 Ob 590/95
    Entscheidungstext OGH 27.07.1995 1 Ob 590/95
    Beis wie T1
  • 1 Ob 1645/95
    Entscheidungstext OGH 19.12.1995 1 Ob 1645/95
  • 4 Ob 2234/96z
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2234/96z
  • 6 Ob 99/97w
    Entscheidungstext OGH 24.04.1997 6 Ob 99/97w
  • 10 Ob 31/97z
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 10 Ob 31/97z
  • 3 Ob 250/97d
    Entscheidungstext OGH 29.10.1997 3 Ob 250/97d
  • 1 Ob 115/98p
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 1 Ob 115/98p
    Beis wie T1
  • 8 Ob 142/98k
    Entscheidungstext OGH 15.10.1998 8 Ob 142/98k
  • 2 Ob 258/98z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1998 2 Ob 258/98z
  • 2 Ob 122/99a
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 122/99a
  • 10 Ob 83/00d
    Entscheidungstext OGH 18.04.2000 10 Ob 83/00d
    Beisatz: Eine genaue Berechnung dieses Betrages ist nicht möglich, es ist im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen für den Unterhaltsschuldner und den Unterhaltsberechtigten noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. Diese Grundsätze eröffnen den Gerichten somit einen Ermessensspielraum. (T2)
  • 6 Ob 97/00h
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 97/00h
    Beisatz: Unterhaltsforderungen genießen Priorität. Ein pflichtbewusster Unterhaltsschuldner wird seine Kinder im Normalfall an seinen - wenn auch kärglichen - Einkommensverhältnissen teilhaben lassen. (T3)
  • 6 Ob 233/00h
    Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 233/00h
    Beis wie T3
  • 3 Ob 4/03i
    Entscheidungstext OGH 26.03.2003 3 Ob 4/03i
  • 5 Ob 48/04a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2004 5 Ob 48/04a
  • 5 Ob 134/05z
    Entscheidungstext OGH 18.10.2005 5 Ob 134/05z
    Beis wie T2
  • 6 Ob 52/06z
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 52/06z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T4)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
  • 4 Ob 155/06g
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 155/06g
    Beis wie T2
  • 2 Ob 187/05x
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 187/05x
  • 6 Ob 35/09d
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 35/09d
    Beis wie T2
  • 7 Ob 163/09k
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 163/09k
    Beis wie T2
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Vgl auch; Beisatz: In allen Insolvenzfällen richtet sich die Belastbarkeit des Unterhaltspflichtigen nach dem Unterhaltsexistenzminimum gemäß § 291b EO, das ausnahmsweise in den Grenzen des § 292b EO unterschritten werden kann. (T5)
    Bem: Siehe RS0125931. (T6)
    Veröff: SZ 2010/48
  • 9 Ob 72/15a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 Ob 72/15a
    Beis ähnlich wie T2
  • 9 Ob 61/15h
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 9 Ob 61/15h
  • 4 Ob 4/17t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 4/17t
    Beis wie T2
  • 8 Ob 75/17p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 75/17p
    Auch
  • 9 Ob 41/18x
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 41/18x
  • 8 Ob 16/19i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 Ob 16/19i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0008667

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19930512_OGH0002_0030OB00046_9300000_001

Rechtssatz für 10Ob505/93 4Ob556/94 3O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047455

Geschäftszahl

10Ob505/93; 4Ob556/94; 3Ob528/95; 3Ob1574/95; 7Ob2337/96v; 3Ob250/97d; 1Ob115/98p; 2Ob258/98z; 2Ob122/99a; 6Ob233/00h; 3Ob4/03i; 6Ob284/02m; 5Ob48/04a; 5Ob134/05z; 3Ob257/05y; 6Ob52/06z; 6Ob184/06m; 2Ob187/05x; 1Ob42/07v; 6Ob35/09d; 3Ob10/09f; 7Ob163/09k; 1Ob160/09z; 2Ob82/12s; 9Ob72/15a; 9Ob61/15h; 4Ob4/17t; 8Ob75/17p; 8Ob30/16v; 10Ob26/18y; 9Ob41/18x; 10Ob105/18s; 8Ob16/19i

Entscheidungsdatum

21.09.1993

Norm

EO §291b
EO §292b
ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Die Bestimmungen der Exekutionsordnung können als Orientierungshilfe bei der Ermittlung der Belastungsgrenze im Rahmen der Unterhaltsbemessung dienen. Die Grenze des § 291b EO kann jedoch in Hinblick auf § 292b EO nicht als Untergrenze der Belastung des Unterhaltsschuldners bei der Unterhaltsbemessung herangezogen werden. Die Unterhaltsbemessung kann vielmehr darüber hinausgehen, doch ist zu berücksichtigen, dass der Unterhaltspflichtige nicht so weit belastet wird, dass er in seiner wirtschaftlichen Existenz gefährdet wäre.

Entscheidungstexte

  • 10 Ob 505/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 10 Ob 505/93
  • 4 Ob 556/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 556/94
    Veröff: SZ 67/162
  • 3 Ob 528/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 3 Ob 528/95
  • 3 Ob 1574/95
    Entscheidungstext OGH 26.06.1996 3 Ob 1574/95
  • 7 Ob 2337/96v
    Entscheidungstext OGH 20.11.1996 7 Ob 2337/96v
    Auch
  • 3 Ob 250/97d
    Entscheidungstext OGH 29.10.1997 3 Ob 250/97d
  • 1 Ob 115/98p
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 1 Ob 115/98p
    Auch; nur: Die Bestimmungen der Exekutionsordnung können als Orientierungshilfe bei der Ermittlung der Belastungsgrenze im Rahmen der Unterhaltsbemessung dienen. Die Grenze des § 291b EO kann jedoch in Hinblick auf § 292b EO nicht als Untergrenze der Belastung des Unterhaltsschuldners bei der Unterhaltsbemessung herangezogen werden. Die Unterhaltsbemessung kann vielmehr darüber hinausgehen. (T1)
    Beisatz: Wenn die laufenden gesetzlichen Unterhaltsforderungen durch die Exekution nicht zur Gänze hereingebracht werden können. (T2)
  • 2 Ob 258/98z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1998 2 Ob 258/98z
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 122/99a
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 122/99a
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 233/00h
    Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 233/00h
    Auch; nur T1; Beisatz: Als Richtsatz für die Belastbarkeitsgrenze sind die im § 291b EO und der Existenzminimumverordnung 1996 für die Vollstreckung gesetzlicher Unterhaltsansprüche normierten Pfändungsgrenzen heranzuziehen. Diese dürfen jedoch bei Bedarf zumindest dort, wo dem Kind ein zur Ergänzung fähiger, subsidiär zur Deckung verpflichteter Elternteil zur Verfügung steht, in den Grenzen des § 292b EO unterschritten werden. (T3)
  • 3 Ob 4/03i
    Entscheidungstext OGH 26.03.2003 3 Ob 4/03i
  • 6 Ob 284/02m
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 284/02m
    Vgl
  • 5 Ob 48/04a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2004 5 Ob 48/04a
    nur T1; Beis wie T2
  • 5 Ob 134/05z
    Entscheidungstext OGH 18.10.2005 5 Ob 134/05z
    nur T1; Beis wie T2
  • 3 Ob 257/05y
    Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 257/05y
    Vgl auch; Beisatz: Hiebei scheidet jedoch eine genaue Berechnung aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. (T4)
  • 6 Ob 52/06z
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 52/06z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T5)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
    Auch; Beisatz: Dabei ist der erhöhte allgemeine Grundbetrag nach § 291a Abs 2 Z 1 EO maßgeblich, weil im Unterhaltsrecht grundsätzlich sämtliche Jahreseinkünfte auf zwölf Monate umgelegt werden. (T6)
  • 2 Ob 187/05x
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 187/05x
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Exekution wegen eines gesetzlichen Unterhaltsanspruchs haben nach § 291b Abs 2 EO dem Verpflichteten lediglich 75 % des unpfändbaren Freibetrages nach § 291a EO zu verbleiben. (T7)
  • 1 Ob 42/07v
    Entscheidungstext OGH 03.05.2007 1 Ob 42/07v
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Nach § 291a Abs 2 Z 1 EO erhöht sich der Betrag nach § 291a Abs 1 EO iVm § 293 Abs 1 lit a ASVG um ein Sechstel, wenn der Verpflichtete keine Leistungen nach § 290b EO erhält. (T8)
    Beisatz: Die Möglichkeit nach § 292b Z 1 EO ist auch bei der Festlegung der absoluten Leistungsgrenze des Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigen. Der Verweis des Gesetzes auf die „angemessene" Herabsetzung bedeutet nach den Gesetzesmaterialien, dass die Interessen aller Unterhaltsgläubiger zu berücksichtigen sind. Es ist ein Betrag zu wählen, der alle Unterhaltsansprüche anteilsmäßig gleich abdeckt. (T9)
  • 6 Ob 35/09d
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 35/09d
  • 3 Ob 10/09f
    Entscheidungstext OGH 22.04.2009 3 Ob 10/09f
    nur: Die Bestimmungen der Exekutionsordnung können als Orientierungshilfe bei der Ermittlung der Belastungsgrenze im Rahmen der Unterhaltsbemessung dienen. (T10)
    Veröff: SZ 2009/51
  • 7 Ob 163/09k
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 163/09k
    Auch
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Auch; Beisatz: In allen Insolvenzfällen richtet sich die Belastbarkeit des Unterhaltspflichtigen nach dem Unterhaltsexistenzminimum gemäß § 291b EO, das ausnahmsweise in den Grenzen des § 292b EO unterschritten werden kann. (T11)
    Bem: Siehe RS0125931. (T12)
    Veröff: SZ 2010/48
  • 2 Ob 82/12s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 82/12s
    Auch; Auch Beis wie T4
  • 9 Ob 72/15a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 Ob 72/15a
    Auch
  • 9 Ob 61/15h
    Entscheidungstext OGH 21.01.2016 9 Ob 61/15h
    Beisatz: Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen kann auch unter das - auch als „absolute Belastungsgrenze“ bezeichnete - niedrigste Existenzminimum in Höhe von 75 % des allgemeinen Grundbetrags herabgegangen werden. (T13)
  • 4 Ob 4/17t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 4/17t
    Auch
  • 8 Ob 75/17p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 75/17p
  • 8 Ob 30/16v
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 30/16v
    Auch; Beisatz: Dem Verpflichteten muss nach Abzug aller Unterhaltsbeträge noch so viel von seinem Einkommen verbleiben, dass seine wirtschaftliche Existenz nicht gefährdet wird. (T14)
    Beisatz: Allgemeingültige Formeln oder Berechnungsmethoden für die Belastungsgrenze können nicht aufgestellt werden. (T15)
  • 10 Ob 26/18y
    Entscheidungstext OGH 17.04.2018 10 Ob 26/18y
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14; Beisatz: Lebt der Unterhaltspflichtige im Ausland, ist die Belastungsgrenze nicht nach österreichischen Verhältnissen, sondern anhand der Lebenshaltungskosten in seinem Wohnsitzstaat festzusetzen. (T16)
    Beisatz: Die Frage, ob der zugesprochene Unterhalt in Relation zum Lebensstandard im Heimatland des Unterhaltspflichtigen angemessen ist, ist stets eine solche des Einzelfalls. (T17)
  • 9 Ob 41/18x
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 41/18x
  • 10 Ob 105/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 105/18s
    Auch; Beis wie T15
  • 8 Ob 16/19i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 Ob 16/19i

Schlagworte

Unterhaltsexistenzminimum

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0047455

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19930921_OGH0002_0100OB00505_9300000_001

Rechtssatz für 8Ob605/93 4Ob556/94 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0013458

Geschäftszahl

8Ob605/93; 4Ob556/94; 9Ob507/95; 1Ob590/95; 1Ob2233/96f; 10Ob83/00d; 3Ob4/03i; 5Ob48/04a; 1Ob229/04i; 3Ob257/05y; 6Ob184/06m; 4Ob155/06g; 4Ob53/06g; 6Ob200/07s; 3Ob122/08z; 6Ob35/09d; 7Ob163/09k; 1Ob160/09z; 2Ob82/12s; 9Ob72/15a; 4Ob4/17t; 10Ob105/18s

Entscheidungsdatum

30.11.1993

Norm

ABGB §140 Ba
EO §291b

Rechtssatz

Der für Exekutionen wegen Unterhaltsansprüchen zu belassende Mindestbetrag lässt sich nunmehr direkt aus dem Gesetz (§ 291b EO) ermitteln. Das heißt aber nicht, dass er in jedem Fall eine äußerste starre Untergrenze bildet. Bei Nichtzulangen des nach Abzug des nach § 291b EO verbleibenden Existenzminimums für die Befriedigung der laufenden Unterhaltsansprüche müssen sich nicht nur alle Unterhaltsberechtigten einen anteiligen Abzug gefallen lassen, sondern haben sich der Unterhaltsschuldner und die Unterhaltsberechtigten den Fehlbetrag angemessen zu teilen. Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 605/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 8 Ob 605/93
  • 4 Ob 556/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 556/94
    Auch; Veröff: SZ 67/162
  • 9 Ob 507/95
    Entscheidungstext OGH 22.02.1995 9 Ob 507/95
    Auch; nur: Bei Nichtzulangen des nach Abzug des nach § 291b EO verbleibenden Existenzminimums für die Befriedigung der laufenden Unterhaltsansprüche müssen sich nicht nur alle Unterhaltsberechtigten einen anteiligen Abzug gefallen lassen, sondern haben sich der Unterhaltsschuldner und die Unterhaltsberechtigten den Fehlbetrag angemessen zu teilen. (T1)
    Beisatz: Auch bei Sonderbedarfsansprüchen. (T2)
    Veröff: SZ 68/38
  • 1 Ob 590/95
    Entscheidungstext OGH 27.07.1995 1 Ob 590/95
    Auch
  • 1 Ob 2233/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2233/96f
    Auch
  • 10 Ob 83/00d
    Entscheidungstext OGH 18.04.2000 10 Ob 83/00d
    Auch; nur: Der für Exekutionen wegen Unterhaltsansprüchen zu belassende Mindestbetrag lässt sich nunmehr direkt aus dem Gesetz (§ 291b EO) ermitteln. Das heißt aber nicht, dass er in jedem Fall eine äußerste starre Untergrenze bildet. Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. (T3)
  • 3 Ob 4/03i
    Entscheidungstext OGH 26.03.2003 3 Ob 4/03i
  • 5 Ob 48/04a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2004 5 Ob 48/04a
  • 1 Ob 229/04i
    Entscheidungstext OGH 22.02.2005 1 Ob 229/04i
    Auch
  • 3 Ob 257/05y
    Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 257/05y
    Vgl auch; nur: Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. (T4)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
    Auch
  • 4 Ob 155/06g
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 155/06g
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 53/06g
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 53/06g
    Vgl auch
  • 6 Ob 200/07s
    Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 200/07s
    Vgl auch; nur T4
  • 3 Ob 122/08z
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 3 Ob 122/08z
  • 6 Ob 35/09d
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 35/09d
    nur T3; Beis wie T2
  • 7 Ob 163/09k
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 163/09k
    Auch; nur T3; Beis wie T2
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Auch; Veröff: SZ 2010/48
  • 2 Ob 82/12s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 82/12s
    Auch; nur T3
  • 9 Ob 72/15a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 Ob 72/15a
    Auch; nur T3; Beis wie T2
  • 4 Ob 4/17t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 4/17t
    Auch
  • 10 Ob 105/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 105/18s
    Vgl auch; nur T4

Schlagworte

Existenzminimum

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0013458

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19931130_OGH0002_0080OB00605_9300000_001

Rechtssatz für 1Ob590/95 1Ob115/98p 6O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079861

Geschäftszahl

1Ob590/95; 1Ob115/98p; 6Ob233/00h; 1Ob133/01t; 6Ob184/06m

Entscheidungsdatum

27.07.1995

Norm

EO §291
EO §292b
ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Die Gerichte haben einen Ermessensspielraum bei der Festlegung des unpfändbaren Freibetrages. Der Gesetzgeber hat durch § 292b EO zum Ausdruck gebracht, daß Unterhaltsforderungen Priorität genießen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 590/95
    Entscheidungstext OGH 27.07.1995 1 Ob 590/95
  • 1 Ob 115/98p
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 1 Ob 115/98p
  • 6 Ob 233/00h
    Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 233/00h
    Auch
  • 1 Ob 133/01t
    Entscheidungstext OGH 26.06.2001 1 Ob 133/01t
    Vgl auch; Beisatz: Die Berechnungsgrundlage für den unpfändbaren Freibetrag gemäß § 291 EO ist nicht mit der Unterhaltsbemessungsgrundlage gleichzusetzen, sodass der vom Gesetzgeber gemäß § 291 Abs 1 Z 3 EO gewünschte Abzug des Gewerkschaftsbeitrags bei der Ermittlung der Berechnungsgrundlage für den unpfändbaren Freibetrag keine Bedeutung für die Ermittlung der Unterhaltsbemessungsgrundlage hat. (T1)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
    Auch; Beisatz: Im Rahmen der vom Gericht nach §291b EO zu treffenden Ermessensentscheidung ist auch zu berücksichtigen, ob der Verpflichtete allein lebt oder nicht, mindert doch, wenn sein Ehepartner oder Lebensgefährte sich an den regelmäßigen Fixkosten beteiligt, dies die eigene finanzielle Belastung des Unterhaltspflichtigen doch deutlich. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0079861

Dokumentnummer

JJR_19950727_OGH0002_0010OB00590_9500000_001

Rechtssatz für 6Ob184/06m 10Ob105/18s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121124

Geschäftszahl

6Ob184/06m; 10Ob105/18s

Entscheidungsdatum

31.08.2006

Norm

ABGB §140 Bb
EO §291b
EO §292b

Rechtssatz

Im Rahmen der vom Gericht zu treffenden Ermessensentscheidung ist auch zu berücksichtigen, ob der Verpflichtete allein lebt oder nicht, mindert doch, wenn sein Ehepartner oder Lebensgefährte sich an den regelmäßigen Fixkosten beteiligt, dies die eigene finanzielle Belastung des Unterhaltspflichtigen doch deutlich. Die Differenzierung zwischen allein und im gemeinsamen Haushalt mit einem Ehepartner oder Lebensgefährten wohnenden Unterhaltsschuldnern ist auch im Gesetz selbst angelegt (§ 293 Abs 1 lit a ASVG).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
  • 10 Ob 105/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 105/18s
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121124

Im RIS seit

30.09.2006

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2019

Dokumentnummer

JJR_20060831_OGH0002_0060OB00184_06M0000_001

Entscheidungstext 6Ob184/06m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

6Ob184/06m

Entscheidungsdatum

31.08.2006

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Pimmer als Vorsitzenden sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Schenk und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler und Univ. Doz. Dr. Kodek als weitere Richter in der Pflegschaftssache der am 24. Mai 1990 geborenen Minderjährigen Nina K***** über den Revisionsrekurs der Minderjährigen, vertreten durch das Amt für Jugend und Familie - Rechtsfürsorge, Bezirke 14, 15 und 16, 1150 Wien, Gasgasse 8-10, gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 28. April 2006, GZ 43 R 245/06g, 43 R 246/06d-U49, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Fünfhaus vom 17. März 2006, GZ 35 P 73/05m-U42, bestätigt wurde, den Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Die Beschlüsse der Vorinstanzen, die in Ansehung der ersatzlosen Aufhebung des Beschlusses U 25 durch das Rekursgericht als nicht in Beschwerde gezogen unberührt bleiben, werden dahingehend abgeändert, dass sie - einschließlich der unbekämpft in Rechtskraft erwachsenen Abweisung des Herabsetzungsbegehrens für den Zeitraum 1.1. bis 30.6.2005 - zu lauten haben wie folgt:

„1. Die dem Kindesvater Karl K*****, gegenüber seiner minderjährigen Tochter Nina Maria Elisabeth K***** auferlegte Unterhaltsverpflichtung von zuletzt EUR 293 monatlich aufgrund des Beschlusses des Bezirksgerichts Fünfhaus vom 9. 12. 2002, GZ 2 P 227/97a-265, wird beginnend mit 1. 7. 2005 auf den Betrag von EUR 140 monatlich herabgesetzt.

2. Das Mehrbegehren des Kindesvaters, seine Geldunterhaltsverpflichtung für den Zeitraum ab 1. 1. 2005 auf monatlich EUR 50 herabzusetzen, wird abgewiesen."

Text

Begründung:

Der Kindesvater ist aufgrund des Beschlusses des Erstgerichts vom 9. 12. 2002 zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbetrages von EUR 293 für seine Tochter Nina verpflichtet. Diese Entscheidung beruhte auf dem Einverständnis der Parteien.

Über Antrag des Vaters setzte das Erstgericht die Unterhaltsverpflichtung beginnend mit 1. 7. 2005 auf monatlich EUR 50 herab und wies das Mehrbegehren, die Unterhaltsverpflichtung bereits ab 1. 1. 2005 auf monatlich EUR 50 herabzusetzen, ab. Dabei ging es von einem monatlichen Arbeitslosengeld des Vaters von rund EUR 628,20 aus. Im antragsabweisenden Teil erwuchs der Beschluss in Rechtskraft. Das Rekursgericht bestätigte diese Entscheidung im antragsstattgebenden Teil. Aus dem Umstand, dass der Kindesvater im gemeinsamen Haushalt mit seiner Ehegattin lebe, ergebe sich keine Erhöhung der Bemessungsgrundlage. Es sei demnach von einem Bezug des Vaters von monatlich rund EUR 630 auszugehen. Davon ausgehend bleibe für eine Unterhaltsbemessung in einem monatlich EUR 50 übersteigenden Ausmaß kein Raum.

Der ordentliche Revisionsrekurs sei zulässig, weil die Frage, inwieweit der Umstand, dass der Unterhaltspflichtige in häuslicher Gemeinschaft mit einem Ehegatten oder Lebensgefährten lebt, für den Geldunterhaltsanspruch von Bedeutung sei, von der Rechtsprechung bisher nicht beantwortet sei.

Der Revisionsrekurs ist aus dem vom Rekursgericht angeführten Grund zulässig; er ist auch inhaltlich berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

1. Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung ist die Unterhaltsbemessung nach der Prozentsatzkomponente für durchschnittliche Verhältnisse eine brauchbare Handhabe, um den Unterhaltsberechtigten an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen angemessen teilhaben zu lassen (RIS-Justiz RS0047427). Dabei handelt es sich jedoch um eine bloße Orientierungshilfe. Nach ständiger Rechtsprechung können die Prozentsätze bei überdurchschnittlichem Einkommen unterschritten, bei unterdurchschnittlichem Einkommen aber überschritten werden (4 Ob 2253/96v; 6 Ob 114/99b ua).

Bei Anwendung der Prozentkomponente ergibt sich hier ein monatlicher Unterhaltsbetrag von EUR 140.

2. Nach neuerer Rechtsprechung ist bei der Unterhaltsbemessung jedoch eine absolute Leistungsgrenze zu berücksichtigen, die nicht zu Lasten des Unterhaltsschuldners überschritten werden darf. Ihm hat jener Betrag zu verbleiben, der zur Erhaltung seiner Körperkräfte und seiner geistigen Persönlichkeit unbedingt notwendig ist (3 Ob 5/94 = SZ 67/47; 5 Ob 48/04a; 6 Ob 52/06z).

3. Hilfestellung für die Ermittlung dieser Leistungsgrenze im Einzelfall bieten die Bestimmungen über das Existenzminimum nach §§ 291a, 292b EO (5 Ob 48/04a). Dabei ist der erhöhte allgemeine Grundbetrag nach § 291a Abs 2 Z 1 EO maßgeblich, weil im Unterhaltsrecht grundsätzlich sämtliche Jahreseinkünfte auf zwölf Monate umgelegt werden (vgl Gitschthaler, Zur finanziellen Belastbarkeit eines Unterhaltspflichtigen, JBl 1995, 808; Kolmasch,

Die aktuellen variablen Werte im Kindesunterhaltsrecht, ZAK 2006/8; 6 Ob 52/06z).

Nach § 291a Abs 2 Z 1 EO erhöht sich der Betrag nach § 291a Abs 1 EO iVm § 293 Abs 1 lit a ASVG um ein Sechstel, wenn der Verpflichtete keine Leistungen nach § 290b EO erhält. Der Ausgleichszulagenrichtsatz für alleinstehende Personen nach § 293 Abs 1 lit a ASVG beträgt derzeit EUR 690. Unter Hinzurechnung von einem Sechstel (§ 291a Abs 2 Z 1 EO) ergibt dies einen erhöhten allgemeinen Grundbetrag von EUR 805 zwölf Mal im Jahr. Bei der Exekution wegen eines gesetzlichen Unterhaltsanspruchs haben jedoch nach § 291b Abs 2 EO dem Verpflichteten lediglich 75 % des unpfändbaren Freibetrags nach § 291a EO zu verbleiben. Dies ergibt im vorliegenden Fall einen Betrag von EUR 603,75.

4. Nach § 292b Z 1 EO kann das Exekutionsgericht jedoch auf Antrag den für Forderungen nach § 291b Abs 1 EO geltenden unpfändbaren Freibetrag angemessen herabsetzen, wenn laufende gesetzliche Unterhaltsforderungen durch die Exekution nicht zur Gänze hereingebracht werden können. Diese Möglichkeit ist auch bei der Festlegung der absoluten Leistungsgrenze des Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigen. Der Verweis des Gesetzes auf die „angemessene" Herabsetzung bedeutet nach den Gesetzesmaterialien (181 BlgNR 18. GP 34), dass die Interessen aller Unterhaltsgläubiger zu berücksichtigen sind. Es ist ein Betrag zu wählen, der alle Unterhaltsansprüche anteilsmäßig gleich abdeckt (vgl RIS-Justiz RS0013458). Da die vom Gesetzgeber angestrebte Verteilung der vorhandenen Mittel die jeweiligen Umstände der Betroffenen berücksichtigen muss, scheidet eine genaue Berechnung des Herabsetzungsbetrages bzw des dem Unterhaltsschuldner zu verbleibenden Betrages in der Regel aus. Es ist vielmehr eine dem konkreten Einzelfall gerecht werdende Lösung zu suchen (8 Ob 605/93 = ÖA 1995, 160; 10 Ob 83/00b; 5 Ob 48/04a ua). Wenngleich es sich bei der Frage, inwieweit das Existenzminimum nach § 291b EO herabgesetzt werden kann, in der Regel um keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 62 Abs 1 AußStrG handelt, gilt dies nur für die Ausmittlung im Einzelfall, nicht aber für die hier zu beantwortende Frage nach den dabei zu beachtenden Kriterien.

5. Die Möglichkeit der Herabsetzung des unpfändbaren Freibetrags nach § 292b Abs 1 EO verbietet es, generell ein Unterhaltsexistenzminimum (absolute Leistungsgrenze) in Höhe von EUR 600 (zwölf Mal jährlich) anzusetzen. Vielmehr ermöglicht der klare Gesetzeswortlaut auch in den Fällen, in denen der Verpflichtete bloß Einkünfte in Höhe des (allgemeinen oder erhöhten) Grundbetrages nach § 291a EO erzielt, eine Herabsetzung, wenn laufende Unterhaltsforderungen nicht hereingebracht werden können. Dabei ist auch zu beachten, dass dann, wenn das Gesetz eine absolute Untergrenze für den dem Verpflichteten zur Deckung seines Geldbedarfs jedenfalls zu verbleibenden Betrag aufstellt, diese wesentlich niedriger gezogen ist. So hat nach § 292 Abs 4 letzter Satz EO bei der Zusammenrechnung von beschränkt pfändbaren Geldforderungen mit Ansprüchen auf Sachleistungen dem Verpflichteten nur der halbe allgemeine Grundbetrag nach § 291a Abs 1 bzw § 291b Abs 2 EO zu verbleiben.

6. Der Oberste Gerichtshof verkennt nicht, dass im Fall des § 292 Abs 4 EO dem Verpflichteten auch Sachleistungen zukommen. Die Überlegung, dass der absolute Geldunterhaltsbedarf geringer ist, wenn üblicherweise aus dem Existenzminimum abgedeckte Bedürfnisse wie Verpflegung oder Unterkunft vom Dienstgeber beigestellt werden, gilt jedoch in gleicher Weise für den hier vorliegenden Fall, dass der Unterhaltspflichtige mit einem über eigene Einkünfte verfügenden Ehegatten oder Lebensgefährten zusammenlebt, sodass nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen ist, dass sich dieser an den Lebenshaltungskosten beteiligt. Im Rahmen der vom Gericht nach § 291b EO zu treffenden Ermessensentscheidung ist daher auch zu berücksichtigen, ob der Verpflichtete allein lebt oder nicht, mindert doch, wenn sein Ehepartner oder Lebensgefährte sich an den regelmäßigen Fixkosten beteiligt, dies die eigene finanzielle Belastung des Unterhaltspflichtigen doch deutlich.

Die Argumentation des Rekursgerichts, die Bemessungsgrundlage erfahre durch den Umstand, dass sich der Ehegatte des Unterhaltsschuldners an der Tragung der Wohnungskosten beteiligt, keine Erhöhung, trifft zweifellos zu. Ebenso trifft zu, dass das Existenzminimum nach § 291a EO grundsätzlich unabhängig davon zusteht, ob der Verpflichtete allein lebt oder nicht. Anderes gilt allerdings im Rahmen der hier - wenngleich nur im Wege der Vorfragebeurteilung bei der Unterhaltsbemessung - vorzunehmenden Prüfung der Möglichkeit der angemessenen Herabsetzung nach § 292b EO. Eine Differenzierung danach, ob der Verpflichtete die Wohnungskosten allein zu tragen hat oder sich daran jemand anderer beteiligt, findet sich im Gesetz auch in anderem Zusammenhang. So unterscheidet § 293 Abs 1 lit a ASVG hinsichtlich des Richtsatzes für Pensionsberechtigte, die mit dem Ehegatten im gemeinsamen Haushalt leben und solchen, bei denen dies nicht zutrifft. Im letzteren Fall, auf den § 291a Abs 1 EO verweist, beträgt der Richtsatz EUR 690, im ersteren Fall hingegen nicht etwa das Doppelte dieses Betrages, sondern bloß EUR 1.055,99. Wenngleich im Sinne der vorstehenden Ausführungen die Angemessenheitsgrenze iSd § 292b EO einer exakten ziffernmäßigen Berechnung nicht zugänglich ist, kann doch zur Verdeutlichung des dem Gesetzgeber vorschwebenden Ausmaßes der Ersparnis bei gemeinsamer Haushaltsführung auf folgende Überlegungen verwiesen werden:

Die Hälfte von EUR 1.055,99 beträgt EUR 527,99. Unter Hinzurechnung von einem Sechstel (vgl § 291a Abs 2 Z 1 EO) ergibt dies EUR 615,99. Davon 75 % (vgl § 291b Abs 2 EO) ergibt EUR 461,99 als Anhaltspunkt für die absolute Untergrenze des Geldunterhaltsbedarfs eines Unterhaltspflichtigen, der nicht für seine gesamten Wohnungskosten selbst aufzukommen hat. Dies bedeutet aber, dass der sich bei Anwendung der Prozentkomponente von im vorliegenden Fall 22 % rein rechnerisch ergebende Unterhalt von EUR 140 monatlich dem Verpflichteten ohne Weiters zumutbar ist. Die von der bisherigen Rechtsprechung zutreffend betonte Erhaltung der Körperkräfte und der geistigen Persönlichkeit des Unterhaltsschuldners ist dadurch nicht gefährdet, weil nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen ist, dass die Ehegattin oder Lebensgefährtin, die im vorliegenden Fall über eigenes - wenn auch nach der Aktenlage nicht allzu hohes - Einkommen (Notstandshilfe) verfügt, angemessen zur Deckung der monatlichen Fixkosten beiträgt.

Die Differenzierung zwischen allein und im gemeinsamen Haushalt mit einem Ehepartner oder Lebensgefährten wohnenden Unterhaltsschuldnern ist somit im Gesetz selbst angelegt, sodass es im vorliegenden Fall keines Eingehens auf den von der Rechtsprechung entwickelten und von der Lehre gebilligten Grundsatz bedarf, wonach im Regelfall ein Unterschreiten der Grenze des § 291b Abs 2 EO nur dann notwendig ist, wenn dem Kind kein subsidiär zur Abdeckung des Fehlbetrages verpflichteter betreuender Elternteil zur Verfügung steht (in diesem Sinne 6 Ob 211/00y; vgl auch Schwimann, Unterhaltsrecht² 41; Schwimann/Kolmasch, Unterhaltsrecht³ 28; Gitschthaler, Unterhaltsrecht Rz 268 E 5 und 6).

Die Entscheidung des Rekursgerichts liefe demgegenüber darauf hinaus, dass dem Verpflichteten das Unterhaltsexistenzminimum nach § 291b Abs 2 EO zur Gänze verbliebe, obwohl der Unterhalt nur zu etwas mehr als einem Drittel bezahlt wird. Dass eine derartige Interessenabwägung dem Gebot des Gesetzes, die Interessen aller Beteiligten ausgewogen zu berücksichtigen, nicht entspricht, liegt auf der Hand.

7. Da sich somit im vorliegenden Fall auch bei Orientierung der Unterhaltsbemessung an den Grundsätzen des Exekutionsrechts keine Reduktion des nach der Prozentkomponente ermittelten Unterhaltsbetrages ergibt, bedurfte es auch keines Eingehens auf die - bereits in der Vorentscheidung des erkennenden Senates 6 Ob 52/06z offen gelassene - Frage, ob aufgrund des Konkurses des Kindesvaters die in der Entscheidung 1 Ob 191/01x (= SZ 74/138) entwickelte sogenannte Differenzmethode anzuwenden ist, wonach der Unterhalt nur in Höhe der Differenz zwischen dem Existenzminimum nach § 291a EO und jenem nach § 291b EO festgesetzt werden könnte (ablehnend dazu im Schrifttum neuerdings Kodek, Zur Unterhaltsbemessung im Konkurs, ZAK 2006, 146).

Die Entscheidungen der Vorinstanzen waren daher in Stattgebung des Revisionsrekurses spruchgemäß abzuändern.

Schlagworte

Kennung XPUBL Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in EF-Z 2006/78 S 129 - EF-Z 2006,129 = Zak 2006/669 S 393 - Zak 2006,393 = RZ 2007,50 EÜ51 - RZ 2007 EÜ51 = ÖA 2006,263 U493 - ÖA 2006 U493 = JBl 2007,449 = EFSlg 113.513 = EFSlg 113.514 = EFSlg 113.516 EFSlg 113.517 = EFSlg 113.520 XPUBLEND

Anmerkung

E81893 6Ob184.06m

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:0060OB00184.06M.0831.000

Zuletzt aktualisiert am

20.07.2009

Dokumentnummer

JJT_20060831_OGH0002_0060OB00184_06M0000_000