Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 7Ob356/65 7Ob238/74 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010823

Geschäftszahl

7Ob356/65; 7Ob238/74; 7Ob30/76; 5Ob542/77; 4Ob513/84; 3Ob594/85; 4Ob513/84; 1Ob625/94; 2Ob52/99g; 6Ob109/01z; 6Ob99/01d; 6Ob105/01m; 7Ob303/04s; 6Ob12/06t; 8Ob34/06t; 3Ob277/06s; 5Ob30/08k; 8Ob35/09v; 6Ob32/10i; 7Ob39/13f; 6Ob144/16v

Entscheidungsdatum

21.12.1965

Norm

ABGB §365 A
StGG Art5

Rechtssatz

Enteignungen ohne Entschädigungen zulässig und nicht verfassungswidrig.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 356/65
    Entscheidungstext OGH 21.12.1965 7 Ob 356/65
    Veröff: EvBl 1967,49
  • 7 Ob 238/74
    Entscheidungstext OGH 05.12.1974 7 Ob 238/74
    Veröff: SZ 47/144 = EvBl 1975/197 S 435 = JBl 1975,433 = RZ 1975/29 S 54 = NZ 1976,157
  • 7 Ob 30/76
    Entscheidungstext OGH 03.06.1976 7 Ob 30/76
    Beisatz: Unter ausdrücklicher Ablehnung der gegenteiligen Lehre. (T1) Veröff: JBl 1977,37
  • 5 Ob 542/77
    Entscheidungstext OGH 01.03.1977 5 Ob 542/77
    Veröff: EvBl 1977/255 S 634 = MietSlg 29043
  • 4 Ob 513/84
    Entscheidungstext OGH 15.10.1985 4 Ob 513/84
    Vgl auch; Beisatz: Anrufung des VfGH. (T2)
  • 3 Ob 594/85
    Entscheidungstext OGH 05.03.1986 3 Ob 594/85
    Auch; Beisatz: Wegen des allgemeinen Besten (öffentliches Interesse, öffentliches Wohl) (T3)
  • 4 Ob 513/84
    Entscheidungstext OGH 14.10.1986 4 Ob 513/84
    Vgl auch; Veröff: SZ 59/167 = NZ 1987,342
  • 1 Ob 625/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1995 1 Ob 625/94
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Auch Eigentumsbeschränkungen (T4) Veröff: SZ 68/145
  • 2 Ob 52/99g
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 52/99g
    Beisatz: Gleichheitswidrige "Sonderopfer" sollen vermieden werden. (T5)
  • 6 Ob 109/01z
    Entscheidungstext OGH 06.06.2001 6 Ob 109/01z
    Vgl aber; Beisatz: Entschädigungslose Enteignungen werden nach der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes zwar nicht nach Art 5 StGG als verfassungswidrig angesehen, unter Umständen aber wegen Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes. Sachlich nicht gerechtfertigte Sonderopfer sind verfassungswidrig. (T6)
  • 6 Ob 99/01d
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 99/01d
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 6 Ob 105/01m
    Entscheidungstext OGH 31.01.2002 6 Ob 105/01m
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 7 Ob 303/04s
    Entscheidungstext OGH 12.01.2005 7 Ob 303/04s
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 12/06t
    Entscheidungstext OGH 09.03.2006 6 Ob 12/06t
    Beisatz: Ein Sonderopfer eines Grundeigentümers ist anzunehmen, wenn seine vermögensrechtliche Position auf Grund der Umwidmung insgesamt gesehen (bei Berücksichtigung von Vorteilen und Nachteilen) erheblich ungünstiger ist als die anderer (vergleichbarer) Grundeigentümer. (T7); Beisatz: Hier: Verfügt ein Grundstück auf Grund objektiv gegebener Umstände nicht über eine Baulandeignung, stellt seine Rückwidmung in Grünland letztlich die (Wiederherstellung) Herstellung des gesetzmäßigen Zustands dar. Ein Sonderopfer der Antragsteller ist daher nicht anzunehmen. (T8)
  • 8 Ob 34/06t
    Entscheidungstext OGH 11.05.2006 8 Ob 34/06t
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: § 24 Abs 1 nö ROG. (T9)
  • 3 Ob 277/06s
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 277/06s
    Auch; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: § 48 bgld NaturschutzG LGBl 1991/27. (T10); Veröff: SZ 2007/51
  • 5 Ob 30/08k
    Entscheidungstext OGH 09.09.2008 5 Ob 30/08k
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Das hier anzuwendende Vlbg RaumplanungsG 1996 hält bei wörtlicher Interpretation für den konkret zu beurteilenden Fall in gleichheitswidriger Weise keinen Entschädigungstatbestand bereit. Dabei soll den Antragstellern zur Durchsetzung der aus dem „Bodenseeleitbild" resultierenden Widmungsänderungen ein besonders gravierendes Vermögensopfer zugunsten der Allgemeinheit abverlangt werden. Die unverhältnismäßige Belastung Einzelner zugunsten des öffentlichen Interesses ist aus Gleichheitsgründen nur bei Leistung einer Entschädigung vertretbar. Das führt bei gebotener verfassungskonformer Interpretation des § 27 Vlbg RaumplanungsG 1996 zur Bejahung eines Entschädigungsanspruchs. (T11); Bem: Hier: Entschädigung nach § 27 Vlbg RaumplanungsG 1996 für eine Rückwidmung von Grundflächen. (T12); Bem: Mit einer Darstellung der Judikatur des VfGH des OGH zur „Sonderopfertheorie". (T13)
  • 8 Ob 35/09v
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 8 Ob 35/09v
    Auch; Beisatz: Eigentumsbeschränkungen, die nicht den Wesensgehalt des Grundrechts auf Eigentum berühren und im öffentlichen Interesse gelegen sind, können ohne weitere Einschränkungen und auch ohne Entschädigung vorgesehen werden, soweit die Eigentumsbeschränkungen verhältnismäßig und erforderlich sind. (T14); Beisatz: Hier: Zur Frage der Entschädigungspflicht nach § 25 stmk NaturschutzG. (T15)
  • 6 Ob 32/10i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 32/10i
    Beis wie T4; Beisatz: Der Hinweis darauf, dass andere Landesgesetze in vergleichbaren Fällen eine Entschädigungspflicht vorsehen, geht im Hinblick darauf, dass die Unterschiedlichkeit der Landesgesetzgebung über die Verfassungskonformität eines Landesgesetzes bzw eines Auslegungsergebnisses nichts aussagt und das bundesstaatliche Prinzip die Anwendung des Gleichheitssatzes auf das Verhältnis der Regelungen verschiedener Landesgesetzgeber zueinander ausschließt, ins Leere. (T16); Bem: Hier: § 25 Stmk NSchG. (T17)
  • 7 Ob 39/13f
    Entscheidungstext OGH 04.09.2013 7 Ob 39/13f
    Auch; Auch Beis wie T6; Beisatz: Enteignung ist der gänzliche oder teilweise Entzug des Eigentums oder sonstiger subjektiver Privatrechte, wie Servituten, absolute Rechte, Urheberrechte oder Schuldforderungen im öffentlichen Interesse. (T18)
  • 6 Ob 144/16v
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 144/16v
    Vgl; Beisatz wie T14 nur: Eigentumsbeschränkungen, die nicht den Wesensgehalt des Grundrechts auf Eigentum berühren und im öffentlichen Interesse gelegen sind, können ohne Entschädigung vorgesehen werden. (T19)
    Beisatz: Hier: Zu § 38 Oö ROG 1994. (T20)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0010823

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2017

Dokumentnummer

JJR_19651221_OGH0002_0070OB00356_6500000_001

Rechtssatz für 6Ob538/94 2Ob52/99g 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071776

Geschäftszahl

6Ob538/94; 2Ob52/99g; 7Ob303/04s; 6Ob12/06t; 8Ob34/06t

Entscheidungsdatum

24.03.1994

Norm

nö ROG §24 Abs1

Rechtssatz

Die mit dem Eigentumserwerb am später umgewidmeten Grund verbundenen Kosten fallen nicht unter die zu ersetzenden Aufwendungen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 538/94
    Entscheidungstext OGH 24.03.1994 6 Ob 538/94
  • 2 Ob 52/99g
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 52/99g
    Auch; Beisatz: Wird mit einer entschädigungslosen Umwidmung tatsächlich ein "Sonderopfer" in dem Sinne abverlangt werden, dass durch eine entschädigungslose Enteignung mehreren Personen zwar gleiche Vorteile, nicht aber auch gleiche Vermögenseinbußen entstehen, so ist § 24 Abs 1 nöROG aF insoweit zur Vermeidung eines gleichheitswidrigen Ergebnisses dahin auszulegen, dass unter "Aufwendungen" auch der Anschaffungspreis für das gekaufte Bauland (abzüglich des hypothetischen Grünlandkaufpreises) zu verstehen ist. (T1)
  • 7 Ob 303/04s
    Entscheidungstext OGH 12.01.2005 7 Ob 303/04s
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 12/06t
    Entscheidungstext OGH 09.03.2006 6 Ob 12/06t
    Beisatz: Ein Sonderopfer eines Grundeigentümers ist anzunehmen, wenn seine vermögensrechtliche Position auf Grund der Umwidmung insgesamt gesehen (bei Berücksichtigung von Vorteilen und Nachteilen) erheblich ungünstiger ist als die anderer (vergleichbarer) Grundeigentümer. (T2); Beisatz: Hier: Verfügt ein Grundstück auf Grund objektiv gegebener Umstände nicht über eine Baulandeignung, stellt seine Rückwidmung in Grünland letztlich die (Wiederherstellung) Herstellung des gesetzmäßigen Zustands dar. Ein Sonderopfer der Antragsteller ist daher nicht anzunehmen. (T3)
  • 8 Ob 34/06t
    Entscheidungstext OGH 11.05.2006 8 Ob 34/06t
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0071776

Dokumentnummer

JJR_19940324_OGH0002_0060OB00538_9400000_001

Entscheidungstext 6Ob12/06t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

6Ob12/06t

Entscheidungsdatum

09.03.2006

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Schenk sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler und Univ. Doz. Dr. Kodek als weitere Richter in der Außerstreitsache der Antragsteller 1. Hans Rudolf H*****, Schweiz, 2. Matthias H*****, beide vertreten durch Dr. Franz Hitzenberger und andere Rechtsanwälte in Vöcklabruck, wider die Antragsgegnerin Marktgemeinde A*****, vertreten durch Mag. Dr. Helmut Blum, Rechtsanwalt in Linz, wegen Entschädigung in Höhe von 449.438 EUR, über den Revisionsrekurs der Antragsteller gegen den Beschluss des Landesgerichts Wels als Rekursgericht vom 2. November 2005, GZ 22 R 254/05t-11, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Gmunden vom 13. Juni 2005, GZ 2 Nc 31/03v-6, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revisionsrekurs wird zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Entgegen dem - den Obersten Gerichtshof nicht bindenden (§ 24 Abs 1 EisEG iVm § 71 Abs 1 AußStrG) - Ausspruch des Rekursgerichts ist der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig:

Das Rekursgericht hat seinen Zulässigkeitsausspruch mit fehlender Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zu § 38 Abs 2 Oö RaumordnungsG 1994 „betreffend Entschädigung für Wertverminderung eines Grundstücks durch Erlassung oder Änderung eines Flächenwidmungsplans" begründet.

Die Antragsteller begehren die Festsetzung einer Entschädigung nach § 38 Oö ROG 1994. Ihre im Gemeindegebiet der Antragsgegnerin liegenden beiden Grundstücke seien im Flächenwidmungsplan Nr. 4, der vom Gemeinderat der Antragsgegnerin beschlossen worden sei, von Bauland in Grünland rückgewidmet worden. Dadurch sei ein Wertverlust der Liegenschaften in Höhe von 445.738 EUR eingetreten. Darüber hinaus wird der Ersatz der Kaufvertragserrichtungskosten, der Eintragungsgebühren und der Grunderwerbssteuer in Höhe von insgesamt

3.700 EUR begehrt.

Die Antragsgegnerin hält diese Ansprüche nicht für nach § 38 Oö ROG 1994 entschädigungsfähig.

Die Vorinstanzen haben das Entschädigungsbegehren abgewiesen.

1. Im Revisionsrekursverfahren ist nicht mehr strittig, dass die geltend gemachten Ansprüche nicht unmittelbar von § 38 Abs 1 und 2 Oö ROG 1994 erfasst werden. Sie sind nämlich weder „Kosten für die Baureifmachung" der Grundstücke der Antragsteller (Abs 1) noch werden diese Grundstücke „zur Gänze oder überwiegend von Bauland umschlossen" (Abs 2).

2. Die Antragsteller machen jedoch geltend, § 38 Abs 1 Oö ROG 1994 müsse nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs verfassungskonform ausgelegt werden. Schwerwiegende Eigentumsbeschränkungen dürften nicht entschädigungslos erfolgen. Der Oberste Gerichtshof hat bereits mehrfach ausgesprochen, dass die mit dem Eigentumserwerb an einem später umgewidmeten Grund verbundenen Kosten grundsätzlich nicht unter die zu ersetzenden Aufwendungen fallen, die der Grundeigentümer im Hinblick auf die bisherige Widmungs- oder Nutzungsart tatsächlich getätigt hat (6 Ob 538/94; 2 Ob 52/99g = bbl 1999/185 [Auer]). Allerdings hat er es für geboten erachtet, bei der Auslegung von landesgesetzlichen Bestimmungen, die Entschädigungsleistungen im Fall von Umwidmungen von Grundstücken vorsehen, auch auf verfassungsrechtliche Vorgaben Bedacht zu nehmen. Eine Enteignung oder sonstige einschneidende Eigentumsbeschränkung ohne Entschädigung sei zwar grundsätzlich nicht verfassungswidrig. Es sei aber mit dem Gleichheitssatz unvereinbar, wenn durch eine entschädigungslose Enteignung mehreren Personen zwar gleiche Vorteile, nicht aber auch gleiche Vermögenseinbußen entstünden. Unter „Aufwendungen" könne daher auch der Anschaffungspreis für das als Bauland gekaufte und sodann in Grünland umgewidmete Grundstück zu verstehen sein, wenn dem Grundeigentümer ein Sonderopfer auferlegt werde (2 Ob 52/99g; 6 Ob 105/01m = bbl 2002/91 [Auer]; 7 Ob 303/04s).

3. Ein Sonderopfer eines Grundeigentümers ist anzunehmen, wenn seine vermögensrechtliche Position auf Grund der Umwidmung insgesamt gesehen (bei Berücksichtigung von Vor- und Nachteilen) erheblich ungünstiger ist als die anderer (vergleichbarer) Grundeigentümer (2 Ob 52/99g; 7 Ob 303/04s).

Nach den Feststellungen der Vorinstanzen erfolgte die Rückwidmung der Grundstücke der Antragsteller wegen nicht gegebener Baulandeignung, wegen der Lage in einem zentrumsfernen Siedlungssplitter, wegen fehlender Infrastruktur und wegen Hangrutschgefahr. Das Rekursgericht hat dazu auf § 21 Abs 1 Oö ROG 1994 verwiesen. Danach dürfen als Bauland nur Flächen vorgesehen werden, die sich auf Grund der natürlichen und der infrastrukturellen Voraussetzungen für die Bebauung eignen. Flächen, die sich wegen der natürlichen Gegebenheiten (wie Grundwasserstand, Hochwassergefahr, Steinschlag, Bodenbeschaffenheit, Lawinengefahr) für eine zweckmäßige Bebauung nicht eignen, dürfen nicht als Bauland gewidmet werden. Verfügt ein Grundstück auf Grund objektiv gegebener Umstände nicht über eine Baulandeignung, stellt seine Rückwidmung in Grünland letztlich die (Wieder-)Herstellung des gesetzmäßigen Zustands dar. Die Auffassung des Rekursgerichts, dass bereits auf Grund dieses Umstands ein Sonderopfer der Antragsteller im Sinne der dargestellten Rechtsprechung nicht anzunehmen ist, ist demnach durchaus vertretbar. Die Frage, ob im Einzelfall vom Grundeigentümer ein Sonderopfer verlangt wird oder nicht, ist aber keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 62 Abs 1 AußStrG.

4. Die Antragsteller verweisen in ihrem Revisionsrekurs auf den - ihrer Auffassung nach - identen Sachverhalt der Entscheidung 6 Ob 105/01m. Auch dort habe die Antragsgegnerin das Vorliegen eines Sonderopfers mit der Begründung bestritten, die Bebauung sei unter anderem wegen Rutschungsgefährdung des abschüssigen Hangs verweigert worden. In diesem Verfahren sei aber die Einholung eines Sachverständigengutachtens eines Ingenieurkonsulenten für Raumordnung angeordnet worden.

Mit dieser Argumentation übersehen die Antragsteller, dass im vorliegenden Verfahren die Tatsacheninstanzen - für den Obersten Gerichtshof bindend - Feststellungen über die fehlende Baulandeignung ihrer Grundstücke und die Hangrutschgefahr getroffen haben. Sie greifen daher in unzulässiger Weise die Beweiswürdigung der Vorinstanzen auf. Im Übrigen weisen sie selbst darauf hin, dass die Einholung des Sachverständigengutachtens in dem der Entscheidung 6 Ob 105/01m zu Grunde liegenden Verfahren vom Rekursgericht, also einer Tatsacheninstanz, angeordnet wurde. Grund war das Fehlen entsprechender Feststellungen zur behaupteten Hangrutschgefahr.

5. Schließlich meinen die Antragsteller noch, im nächsten Umkreis ihrer Grundstücke seien Bauplatzbewilligungen erteilt worden, obwohl es auch dort zu einer „negativen Stellungnahme der Wildbachverbauung" gekommen sei.

Dem hat bereits das Rekursgericht entgegen gehalten, die Erteilung von Baubewilligungen für in der Nähe liegende Grundstücke bedeute nicht zwangsläufig, dass sie auch für die Grundstücke der Antragsteller zu erteilen gewesen wäre. Die konkreten geologischen Verhältnisse dieser anderen Grundstücke stehen jedenfalls nicht fest. Im Übrigen hat die Frage allenfalls gesetzwidrig erteilter Baubewilligungen in anderen Fällen nichts mit der Beurteilung der Sonderopferrolle zu tun.

Der Revisionsrekurs war somit zurückzuweisen.

Die Antragsgegnerin hat für ihre Revisionsrekursbeantwortung keine Kosten verzeichnet.

Anmerkung

E80261 6Ob12.06t

Schlagworte

Kennung XPUBL Diese Entscheidung wurde veröffentlicht in bbl 2006,158/124 - bbl 2006/124 XPUBLEND

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:0060OB00012.06T.0309.000

Dokumentnummer

JJT_20060309_OGH0002_0060OB00012_06T0000_000