Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob205/72 5Ob78/74 3Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0007465

Geschäftszahl

5Ob205/72; 5Ob78/74; 3Ob154/74; 6Ob258/74; 3Ob148/76; 6Nd515/77; 1Ob676/78; 1Ob625/79; 8Ob537/80; 6Ob631/81; 8Ob552/82; 3Ob134/83; 6Ob629/84; 3Ob11/86; 3Ob349/97p; 8Ob292/99w; 3Ob105/02s; 5Ob215/03h; 2Ob181/05i; 5Ob281/05t; 3Ob254/06h; 5Ob208/09p; 6Ob31/12w; 5Ob108/17v; 5Ob186/17i; 6Ob142/18b

Entscheidungsdatum

17.10.1972

Norm

ZPO §477 Abs1 Z2 D2c
AußStrG §16 BII2i1
AußStrG 2005 §58 Abs3
AußStrG 2005 §58 Abs4 Z2
AußStrG 2005 §66 Abs1 Z1 AIA11a
RpflG §16
RpflG §17

Rechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. Die Nichtigkeit ist, auch wenn sie im Rechtsmittel nicht geltend gemacht wurde, bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens wahrzunehmen. Entscheidungen des Rechtspfleger sind aber auch dann, wenn sie wegen Überschreitung der Entscheidungsbefugnis des Rechtspflegers nichtig sind, keineswegs wie "Nichturteile" ("Nichtbeschlüsse") rechtsunwirksam. Auch ein vom Rechtspfleger in Überschreitung seiner Kompetenz erlassener Beschluss ist daher der formellen Rechtskraft fähig und erwächst, wenn er nicht oder bloß mit einem unzulässigen Rechtsmittel angefochten wird, in Rechtskraft. In einem solchen Fall liegt nach Ablauf seiner Anfechtungsfrist ein rechtskräftiger Beschluss des Gerichtes vor, als dessen Organ der Rechtspfleger tätig geworden war. Wenn mit dieser Beschlussfassung das Verfahren abgeschlossen ist, ist auch die amtswegige Wahrnehmung der dem Beschluss anhaftenden Nichtigkeit - abgesehen vom Fall des § 42 Abs 2 JN - ausgeschlossen. Es kann sich daher auch von diesen Zeitpunkt an niemand auf die Nichtigkeit dieses Beschlusses berufen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 205/72
    Entscheidungstext OGH 17.10.1972 5 Ob 205/72
    Veröff: EvBl 1973/219 S 464
  • 5 Ob 78/74
    Entscheidungstext OGH 27.03.1974 5 Ob 78/74
    nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. (T1); Veröff: SZ 47/37
  • 3 Ob 154/74
    Entscheidungstext OGH 17.09.1974 3 Ob 154/74
    nur T1; Veröff: EvBl 1975/54 S 104
  • 6 Ob 258/74
    Entscheidungstext OGH 06.02.1975 6 Ob 258/74
    Veröff: EvBl 1976/12 S 20
  • 3 Ob 148/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 3 Ob 148/76
    nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. Die Nichtigkeit ist, auch wenn sie im Rechtsmittel nicht geltend gemacht wurde, bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens wahrzunehmen. (T2)
  • 6 Nd 515/77
    Entscheidungstext OGH 14.04.1977 6 Nd 515/77
    Auch
  • 1 Ob 676/78
    Entscheidungstext OGH 20.07.1978 1 Ob 676/78
  • 1 Ob 625/79
    Entscheidungstext OGH 14.06.1979 1 Ob 625/79
    nur T2; Beisatz: Nichtigkeit auch dann, wenn sich der Pflegschaftsrichter im Vorlagebericht nach § 12 RpflG der Entscheidung des Rechtspflegers anschließt. (T3) Veröff: EFSlg 34813
  • 8 Ob 537/80
    Entscheidungstext OGH 20.11.1980 8 Ob 537/80
    nur T1
  • 6 Ob 631/81
    Entscheidungstext OGH 03.06.1981 6 Ob 631/81
    Vgl auch; Beisatz: Handelt es sich um eine Entscheidung, mit der der Unterhalt für einen Minderjährigen festgesetzt wurde, somit um eine solche die in den Wirkungsbereich des Rechtspflegers fällt, können Behauptungen, die erstmals im Rechtsmittelverfahren aufgestellt werden, selbst dann, wenn nach diesen nicht nur Fragen der Unterhaltsfestsetzung zu entscheiden wären, nicht dazu führen, dass eine zutreffend vom Rechtspfleger gefällte Entscheidung rückwirkend nichtig wird. (T4)
  • 8 Ob 552/82
    Entscheidungstext OGH 17.02.1986 8 Ob 552/82
    nur T1; Beisatz: Hier: § 16 Abs 2 Z 5 RpflG; Unterhaltsleistung für ausländisches Kind. (T5) Veröff: ÖA 1984,73
  • 3 Ob 134/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 3 Ob 134/83
    nur T1; Veröff: SZ 56/189
  • 6 Ob 629/84
    Entscheidungstext OGH 04.10.1984 6 Ob 629/84
    nur T1
  • 3 Ob 11/86
    Entscheidungstext OGH 05.03.1986 3 Ob 11/86
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Exekution zur Sicherstellung nach § 371 a EO. (T6)
  • 3 Ob 349/97p
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 349/97p
  • 8 Ob 292/99w
    Entscheidungstext OGH 09.03.2000 8 Ob 292/99w
    nur T2
  • 3 Ob 105/02s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2002 3 Ob 105/02s
    nur: Auch ein vom Rechtspfleger in Überschreitung seiner Kompetenz erlassener Beschluss ist der formellen Rechtskraft fähig und erwächst, wenn er nicht oder bloß mit einem unzulässigen Rechtsmittel angefochten wird, in Rechtskraft. (T7)
  • 5 Ob 215/03h
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 5 Ob 215/03h
    Auch; nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. (T8)
  • 2 Ob 181/05i
    Entscheidungstext OGH 01.09.2005 2 Ob 181/05i
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 281/05t
    Entscheidungstext OGH 07.02.2006 5 Ob 281/05t
    nur T2
  • 3 Ob 254/06h
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 254/06h
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Rechtspfleger hat über Aufschiebungsantrag aus dem Grund des § 42 Abs 1 Z 1 EO entschieden, wozu er zufolge § 17 Abs 2 Z 4 RpflG nicht zuständig war. (T9)
  • 5 Ob 208/09p
    Entscheidungstext OGH 25.03.2010 5 Ob 208/09p
    nur T2; Beisatz: Diese Konsequenz folgt nunmehr (auch) aus § 58 Abs 4 Z 2 iVm § 58 Abs 3 AußStrG nF. (T10)
  • 6 Ob 31/12w
    Entscheidungstext OGH 15.03.2012 6 Ob 31/12w
    Vgl
  • 5 Ob 108/17v
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 5 Ob 108/17v
    Auch; Beis wie T10
  • 5 Ob 186/17i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 5 Ob 186/17i
    Auch; nur T2; Beis wie T10
  • 6 Ob 142/18b
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 6 Ob 142/18b
    Auch; nur T2; nur T7; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0007465

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19721017_OGH0002_0050OB00205_7200000_001

Rechtssatz für 8Ob501/84 8Ob576/89 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0076777

Geschäftszahl

8Ob501/84; 8Ob576/89; 8Ob711/89; 5Ob199/05h; 5Ob281/05t; 4Ob235/14h; 5Ob261/15s; 5Ob120/16g; 5Ob211/17s

Entscheidungsdatum

17.01.1985

Norm

IPRG §31

Rechtssatz

Auch nach den Bestimmungen des IPRG ist zwischen der dem "Belegenheitsstaut" des § 31 unterstehenden Beurteilung der Voraussetzungen und Wirkungen der sachenrechtlichen Rechtsänderung wie etwa Erwerb des Eigentums und dem Bestand des schuldrechtlichen Grundverhältnisses, des Titels zu unterscheiden, der gesondert nach dem einschlägigen Schuldstatut zu beurteilen ist.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 501/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 501/84
    Veröff: EvBl 1985/117 S 589 = NZ 1986,160 = ZfRV 1986,226 (Hoyer) = IPRax 1986,175 (Schwind, 191)
  • 8 Ob 576/89
    Entscheidungstext OGH 27.04.1989 8 Ob 576/89
    Beisatz: Die Frage, wie das Eigentum an einer Liegenschaft erworben wird, muß von der Frage getrennt werden, nach welchen Gesetzen der Rechtsgrund und der persönliche Anspruch auf Übertragung des Eigentums zu beurteilen ist. (T1) Veröff: SZ 62/82
  • 8 Ob 711/89
    Entscheidungstext OGH 09.03.1990 8 Ob 711/89
    Beis wie T1
  • 5 Ob 199/05h
    Entscheidungstext OGH 20.09.2005 5 Ob 199/05h
    Vgl; Beisatz: Es entscheidet das Registerrecht, also das Recht am Registerort, über die notwendige Form der die Eintragungsgrundlage bildenden Urkunden. (T2)
  • 5 Ob 281/05t
    Entscheidungstext OGH 07.02.2006 5 Ob 281/05t
    Beisatz: Schuld- und Sachenrechtsfragen sind kollisionsrechtlich getrennt zu beurteilen. (T3)
  • 4 Ob 235/14h
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 235/14h
    Auch; Beis wie T3
  • 5 Ob 261/15s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 5 Ob 261/15s
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 5 Ob 120/16g
    Entscheidungstext OGH 22.11.2016 5 Ob 120/16g
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 5 Ob 211/17s
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 5 Ob 211/17s
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0076777

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19850117_OGH0002_0080OB00501_8400000_001

Rechtssatz für 4Ob542/92 1Ob264/98z 5O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0076712

Geschäftszahl

4Ob542/92; 1Ob264/98z; 5Ob199/05h; 5Ob281/05t; 6Ob34/11k; 5Ob261/15s; 5Ob120/16g

Entscheidungsdatum

29.09.1992

Norm

IPRG §31
IPRG §35

Rechtssatz

Das Sachstatut des § 31 Abs 1 IPRG gilt nur für den sachenrechtlichen Erwerb und Verlust dinglicher Rechte; das einer grundbücherlichen Eintragung zugrunde liegende Titelgeschäft folgt jedoch dem nach §§ 35 ff IPRG zu ermittelnden Vertragsstatut.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 542/92
    Entscheidungstext OGH 29.09.1992 4 Ob 542/92
  • 1 Ob 264/98z
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 1 Ob 264/98z
    Auch; Veröff: SZ 72/48
  • 5 Ob 199/05h
    Entscheidungstext OGH 20.09.2005 5 Ob 199/05h
    Vgl; Beisatz: Es entscheidet das Registerrecht, also das Recht am Registerort, über die notwendige Form der die Eintragungsgrundlage bildenden Urkunden. (T1)
  • 5 Ob 281/05t
    Entscheidungstext OGH 07.02.2006 5 Ob 281/05t
    Beisatz: Schuld- und Sachenrechtsfragen sind kollisionsrechtlich getrennt zu beurteilen. (T2)
  • 6 Ob 34/11k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2011 6 Ob 34/11k
    Auch
  • 5 Ob 261/15s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 5 Ob 261/15s
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 120/16g
    Entscheidungstext OGH 22.11.2016 5 Ob 120/16g
    Vgl auch; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0076712

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.12.2016

Dokumentnummer

JJR_19920929_OGH0002_0040OB00542_9200000_005

Rechtssatz für 5Ob215/03h 5Ob281/05t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0118485

Geschäftszahl

5Ob215/03h; 5Ob281/05t

Entscheidungsdatum

07.10.2003

Norm

GBG §122 A
GBG §122 D

Rechtssatz

In Grundbuchssachen kann das Rekursgericht eine von einem nicht zuständigen Gerichtsorgan getroffene Entscheidung wegen Nichtigkeit aufheben und dem Erstgericht (in richtiger Besetzung) die neuerliche Entscheidung über einen Antrag auftragen.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118485

Dokumentnummer

JJR_20031007_OGH0002_0050OB00215_03H0000_002