Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob532/76 3Ob600/76 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018309

Geschäftszahl

3Ob532/76; 3Ob600/76; 5Ob655/76; 2Ob555/77; 4Ob521/79; 1Ob686/79; 4Ob2/80; 1Ob729/80; 6Ob797/80; 5Ob40/85; 1Ob599/85; 7Ob539/86; 7Ob583/92; 8Ob509/93; 1Ob567/95; 1Ob2317/96h; 1Ob231/98x; 8ObS24/05w; 2Ob45/10x; 3Ob133/13z; 3Ob202/13x

Entscheidungsdatum

29.06.1976

Norm

ABGB §918 Ic
ABGB §918 III
ABGB §921
ABGB §1298
ZPO §266 B

Rechtssatz

Bei verschuldeter Nichterfüllung richtet sich die Ersatzpflicht nach den allgemeinen Regeln des Schadenersatzes, weshalb dem Schuldner gemäß § 1298 ABGB der Beweis obliegt, an der Erfüllung der vertragsmäßigen Verbindlichkeit ohne sein Verschulden verhindert gewesen zu sein (6 Ob 6,7/71 = HS 637/9, 8 Ob 203/66 = HS 5328).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 532/76
    Entscheidungstext OGH 29.06.1976 3 Ob 532/76
    Veröff: JBl 1977,543
  • 3 Ob 600/76
    Entscheidungstext OGH 12.10.1976 3 Ob 600/76
  • 5 Ob 655/76
    Entscheidungstext OGH 23.11.1976 5 Ob 655/76
  • 2 Ob 555/77
    Entscheidungstext OGH 13.10.1977 2 Ob 555/77
    Beisatz: Unbeschadet der Frage der Verletzung der Schadensminderungspflicht durch den Gläubiger. (T1)
  • 4 Ob 521/79
    Entscheidungstext OGH 08.05.1979 4 Ob 521/79
  • 1 Ob 686/79
    Entscheidungstext OGH 12.09.1979 1 Ob 686/79
  • 4 Ob 2/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 2/80
    Auch; Beisatz: Ein höherer Grad des Verschuldens wird nicht vermutet. (T2)
  • 1 Ob 729/80
    Entscheidungstext OGH 17.12.1980 1 Ob 729/80
    Veröff: JBl 1981,537 (teilweise kritisch Koziol)
  • 6 Ob 797/80
    Entscheidungstext OGH 03.06.1981 6 Ob 797/80
    Vgl; Beisatz: Verletzung der Schadensminderungspflicht muss im Prozess (in erster Instanz) behauptet werden. (T3)
  • 5 Ob 40/85
    Entscheidungstext OGH 11.06.1985 5 Ob 40/85
  • 1 Ob 599/85
    Entscheidungstext OGH 09.10.1985 1 Ob 599/85
    Auch; Veröff: JBl 1986,371
  • 7 Ob 539/86
    Entscheidungstext OGH 15.05.1986 7 Ob 539/86
    Auch; Veröff: WBl 1987,188
  • 7 Ob 583/92
    Entscheidungstext OGH 09.07.1992 7 Ob 583/92
    Auch; Veröff: EvBl 1993/15 S 87 = JBl 1993,394
  • 8 Ob 509/93
    Entscheidungstext OGH 27.10.1994 8 Ob 509/93
    Auch
  • 1 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 567/95
    Auch; Beisatz: Den Schädiger trifft bei Verletzung vertraglicher Pflichten sowohl die Behauptungspflicht als auch die Beweispflicht, daß ein Verschulden und damit ein Haftungsgrund nicht vorliege. (T4)
  • 1 Ob 2317/96h
    Entscheidungstext OGH 16.12.1996 1 Ob 2317/96h
    Vgl; Beis wie T4
  • 1 Ob 231/98x
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 231/98x
    Vgl; Beis wie T4
  • 8 ObS 24/05w
    Entscheidungstext OGH 16.11.2005 8 ObS 24/05w
    Auch; Beisatz: Hier: Ersatz eines über die gesetzlichen Zinsen hinausgehenden Nachteils der nicht rechtzeitigen Zahlung. (T5)
  • 2 Ob 45/10x
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 2 Ob 45/10x
    Auch; Auch Beis wie T4; Beisatz: Verschulden des Reiseveranstalters. (T6)
  • 3 Ob 133/13z
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 3 Ob 133/13z
  • 3 Ob 202/13x
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 202/13x
    Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0018309

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2014

Dokumentnummer

JJR_19760629_OGH0002_0030OB00532_7600000_003

Rechtssatz für 9ObS4/91 9ObS16/91 9ObS...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0076409

Geschäftszahl

9ObS4/91; 9ObS16/91; 9ObS22/91; 9ObS15/92; 9ObS24/93; 9ObS32/93; 8ObS8/94; 8ObS7/94; 8ObS6/94; 8ObS24/95; 8ObS2049/96y; 8ObS2107/96b; 8ObS42/95; 8ObS346/97h; 7Ob243/98f; 8ObS192/98p; 8ObS183/98i; 8ObS162/98a; 8ObS133/99p; 8ObS306/98b; 8ObS295/98k; 8ObS28/99x; 8ObS32/99k; 8ObS48/99p; 8ObS277/99i; 8ObS49/00i; 8ObS69/00f; 8ObS56/00v; 8ObS294/99i; 8ObS153/00h; 8ObS57/00s; 8ObS150/00t; 8ObS311/99i; 8ObS206/00b; 8ObS218/00t; 8ObS243/00v; 9ObA25/01v; 8ObS77/01h; 8ObS249/00a; 8ObS154/01g; 8ObS114/01z; 4Ob157/02w; 8ObS200/02y; 8ObS4/03a; 8ObS11/03f; 8ObS14/03x; 8ObS15/03v; 8ObS3/04f; 8ObS17/05s; 8ObS24/05w; 8ObS9/06s; 8ObS3/08m; 8ObS6/11g; 8ObS13/11m; 8ObS12/12s; 8ObS2/13x; 8ObS3/13v; 8ObS3/14w; 8ObS7/14h; 8ObS1/15b; 8ObS2/15z; 8ObS2/16a; 8ObS17/16g; 8ObS12/17y; 8ObS13/17w; 8ObS9/17g; 8ObS1/19h; 8ObS1/21m

Entscheidungsdatum

08.05.1991

Norm

EStG §67 Abs8 litg
IESG §1
IESG §1 Abs2 Z2

Rechtssatz

Zweck des IESG ist eine sozialversicherungsrechtliche Sicherung von Entgeltansprüchen und sonstigen aus dem Arbeitsverhältnis erwachsenden Ansprüchen von Arbeitnehmern im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers. Versichertes Risiko ist demnach im Kernbereich die von den Arbeitnehmern typischerweise nicht selbst abwendbare und absicherbare Gefahr des gänzlichen oder teilweisen Verlustes ihrer Entgeltansprüche, auf die sie typischerweise zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes sowie des Lebensunterhaltes ihrer unterhaltsberechtigten Angehörigen angewiesen sind.

Entscheidungstexte

  • 9 ObS 4/91
    Entscheidungstext OGH 08.05.1991 9 ObS 4/91
    Veröff: SZ 64/54 = RdW 1991,333 = WBl 1991,328 = ecolex 1991,636
  • 9 ObS 16/91
    Entscheidungstext OGH 11.09.1991 9 ObS 16/91
    nur: Versichertes Risiko ist demnach im Kernbereich die von den Arbeitnehmern typischerweise nicht selbst abwendbare und absicherbare Gefahr des gänzlichen oder teilweisen Verlustes ihrer Entgeltansprüche, auf die sie typischerweise zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes sowie des Lebensunterhaltes ihrer unterhaltsberechtigten Angehörigen angewiesen sind. (T1)
    Veröff: SZ 64/124
  • 9 ObS 22/91
    Entscheidungstext OGH 29.01.1992 9 ObS 22/91
    Veröff: SZ 65/15 = WBl 1992/236
  • 9 ObS 15/92
    Entscheidungstext OGH 27.01.1993 9 ObS 15/92
    nur T1; Veröff: SZ 66/8 = DRdA 1993,490 (Geist) = SozArb 1993 H6,12
  • 9 ObS 24/93
    Entscheidungstext OGH 13.10.1993 9 ObS 24/93
    Veröff: SZ 66/124 = WBl 1993,124 = RdW 1993,251
  • 9 ObS 32/93
    Entscheidungstext OGH 16.03.1994 9 ObS 32/93
    Beisatz: § 48 ASGG (T2)
    Veröff: SZ 67/41
  • 8 ObS 8/94
    Entscheidungstext OGH 26.01.1994 8 ObS 8/94
    Veröff: SZ 67/14
  • 8 ObS 7/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 7/94
  • 8 ObS 6/94
    Entscheidungstext OGH 31.08.1994 8 ObS 6/94
    Veröff: SZ 67/142
  • 8 ObS 24/95
    Entscheidungstext OGH 22.06.1995 8 ObS 24/95
  • 8 ObS 2049/96y
    Entscheidungstext OGH 29.08.1996 8 ObS 2049/96y
    nur: Zweck des IESG ist eine sozialversicherungsrechtliche Sicherung von Entgeltansprüchen und sonstigen aus dem Arbeitsverhältnis erwachsenden Ansprüchen von Arbeitnehmern im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers. (T3)
    Beisatz: Es sind nur jene Ansprüche gesichert, die mit den ein Arbeitsverhältnis kennzeichnenden Hauptpflichten und Nebenpflichten in einem solchen Sachzusammenhang stehen, dass davon ausgegangen werden kann, die Ansprüche hätten ihren Entstehungsgrund letztlich im Arbeitsverhältnis (DRdA 1992, 383; 8 ObS 7/94 = ecolex 1994, 561). (T4)
    Veröff: SZ 69/195
  • 8 ObS 2107/96b
    Entscheidungstext OGH 12.09.1996 8 ObS 2107/96b
    nur T1; Veröff: SZ 69/208
  • 8 ObS 42/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1996 8 ObS 42/95
    Beisatz: Das IESG setzt den Typus des benachteiligten Arbeitnehmers voraus, dem der Einblick in die wirtschaftliche Gestion des Arbeitgebers verwehrt ist und der dadurch einem erhöhten, von ihm nicht zu beeinflussenden Risiko ausgesetzt ist, an seinem Entgeltanspruch, auf den er zur Sicherung seiner Existenz angewiesen ist, Schaden zu nehmen. (T5)
  • 8 ObS 346/97h
    Entscheidungstext OGH 12.03.1998 8 ObS 346/97h
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Der Arbeitnehmer, dem es gelingt, vom Arbeitgeber oder einem Dritten eine ausreichende Sicherheit gegen den Verlust seiner Entgeltansprüche bei Insolvenz des Arbeitgebers zu erlangen, ist daher nicht vom Schutzzweck des IESG erfasst. (T6)
  • 7 Ob 243/98f
    Entscheidungstext OGH 20.10.1998 7 Ob 243/98f
    nur T1
  • 8 ObS 192/98p
    Entscheidungstext OGH 12.11.1998 8 ObS 192/98p
    Beis wie T5
  • 8 ObS 183/98i
    Entscheidungstext OGH 22.12.1998 8 ObS 183/98i
    Beisatz: Das Entgelt aus einem völlig atypisch gestalteten Arbeitsverhältnis, das nicht auf Erzielung von Entgelt für die Bestreitung des Lebensunterhalts gerichtet ist, kann nach den Bestimmungen des IESG nicht gesichert sein. Die Erwartung, auf Grund eines derartigen Arbeitsverhältnisses später eine höhere Pension zu beziehen, ist nicht vom Schutzzweck des IESG erfasst. (T7)
  • 8 ObS 162/98a
    Entscheidungstext OGH 10.12.1998 8 ObS 162/98a
    nur T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 71/208
  • 8 ObS 133/99p
    Entscheidungstext OGH 27.05.1999 8 ObS 133/99p
  • 8 ObS 306/98b
    Entscheidungstext OGH 07.06.1999 8 ObS 306/98b
    nur T1; Beis wie T7 nur: Das Entgelt aus einem völlig atypisch gestalteten Arbeitsverhältnis, das nicht auf Erzielung von Entgelt für die Bestreitung des Lebensunterhalts gerichtet ist, kann nach den Bestimmungen des IESG nicht gesichert sein. (T8)
  • 8 ObS 295/98k
    Entscheidungstext OGH 07.06.1999 8 ObS 295/98k
    nur T1; Beis wie T2
  • 8 ObS 28/99x
    Entscheidungstext OGH 07.06.1999 8 ObS 28/99x
    nur T1; Beis wie T8; Beisatz: Aus dem Schutzzweck des IESG ergibt sich, dass Arbeitnehmeransprüche, die ein Arbeitnehmer untypischerweise durch Jahre hindurch nicht gerichtlich geltend macht, auch dann, wenn sie vom Arbeitgeber anerkannt und von diesem auf den Verjährungseinwand verzichtet wurde, nicht als gesicherte Ansprüche iSd § 1 Abs 1 IESG anzusehen sind. (T9)
  • 8 ObS 32/99k
    Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObS 32/99k
    nur T1; Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObS 48/99p
    Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObS 48/99p
    nur T1; Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObS 277/99i
    Entscheidungstext OGH 27.01.2000 8 ObS 277/99i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObS 49/00i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 ObS 49/00i
    Beis wie T4; Beisatz: Dieser Zweck erfordert es, dem Arbeitnehmer die Inanspruchnahme der Sicherung in zumutbarer Weise auch dann zu ermöglichen, wenn sein in Aussicht genommener Arbeitgeber rechtlich nicht existent wird. (T10)
  • 8 ObS 69/00f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2000 8 ObS 69/00f
    Vgl auch; Beisatz: Bei Ansprüchen von Arbeitnehmer-Gesellschaftern, die wegen ihrer Beteiligung an der als Arbeitgeberin fungierenden GmbH die Befriedigung der ihnen aus ihrem Arbeitsverhältnis zustehenden Entgeltansprüche hintanstellten, handelt es sich nicht um typische Arbeitnehmeransprüche im Sinne des Schutzzweckes des IESG. (T11)
  • 8 ObS 56/00v
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 8 ObS 56/00v
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 8 ObS 294/99i
    Entscheidungstext OGH 08.06.2000 8 ObS 294/99i
    nur T1; Beis wie T8; Beisatz: Kein vom Schutzzweck des IESG erfasstes Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn die vom "Arbeitnehmer" zu erbringende Gegenleistung im Wesentlichen nicht eine seine Arbeitskraft zur Gänze oder zum Großteil in Anspruch nehmende Arbeitsleistung, sondern die Beistellung seiner Gewerbeberechtigung ist. (T12)
  • 8 ObS 153/00h
    Entscheidungstext OGH 08.06.2000 8 ObS 153/00h
    Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObS 57/00s
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 8 ObS 57/00s
    Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObS 150/00t
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 8 ObS 150/00t
    Beis wie T8
  • 8 ObS 311/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2000 8 ObS 311/99i
  • 8 ObS 206/00b
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 8 ObS 206/00b
    Beis wie T5
  • 8 ObS 218/00t
    Entscheidungstext OGH 11.01.2001 8 ObS 218/00t
  • 8 ObS 243/00v
    Entscheidungstext OGH 11.01.2001 8 ObS 243/00v
    Veröff: SZ 74/3
  • 9 ObA 25/01v
    Entscheidungstext OGH 28.03.2001 9 ObA 25/01v
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 8 ObS 77/01h
    Entscheidungstext OGH 12.04.2001 8 ObS 77/01h
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Miete und sonstige Kosten für die dem Arbeitgeber als "Zwischenlösung" als Büro vom Arbeitnehmer zur Verfügung gestellte eigene Wohnung sind nicht gesichert. (T13)
  • 8 ObS 249/00a
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 8 ObS 249/00a
  • 8 ObS 154/01g
    Entscheidungstext OGH 29.11.2001 8 ObS 154/01g
    nur T1
  • 8 ObS 114/01z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2001 8 ObS 114/01z
    nur T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 157/02w
    Entscheidungstext OGH 16.07.2002 4 Ob 157/02w
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 8 ObS 200/02y
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 8 ObS 200/02y
    Auch; Beisatz: Mit diesem Zweck ist es nicht vereinbar, längst zurückliegende (weil lange stehen gelassene) Ansprüche, die mit der Sicherung des laufenden Lebensunterhalts in keinerlei Zusammenhang mehr gebracht werden können, dem Schutzzweck des IESG zu unterstellen. (T14)
  • 8 ObS 4/03a
    Entscheidungstext OGH 07.08.2003 8 ObS 4/03a
    Beisatz: Lohnsteuerschäden infolge verspäteter Entgeltzahlung sind durch die pauschale Regelung der Besteuerung nach § 67 Abs 8 lit g EStG abgegolten und können daher nicht gesondert als Schadenersatzanspruch nach § 1 Abs 2 Z 2 IESG geltend gemacht werden. (T15)
  • 8 ObS 11/03f
    Entscheidungstext OGH 25.11.2003 8 ObS 11/03f
  • 8 ObS 14/03x
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 8 ObS 14/03x
    Auch; nur T3
  • 8 ObS 15/03v
    Entscheidungstext OGH 13.11.2003 8 ObS 15/03v
    Auch; nur T3
  • 8 ObS 3/04f
    Entscheidungstext OGH 12.03.2004 8 ObS 3/04f
    Beisatz: Nach dem Zweck des IESG kann ein Anspruch nicht gesichert sein, der zu einem Doppelbezug der Arbeitnehmer führen würde, weshalb eine bereits an den Arbeitnehmer gezahlte Ausgleichsquote nicht gesichert ist. (T16)
  • 8 ObS 17/05s
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 8 ObS 17/05s
    nur: Zweck des IESG ist eine sozialversicherungsrechtliche Sicherung von Entgeltansprüchen und sonstigen aus dem Arbeitsverhältnis erwachsenden Ansprüchen von Arbeitnehmern im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers. Versichertes Risiko ist demnach im Kernbereich die von den Arbeitnehmern typischerweise nicht selbst abwendbare und absicherbare Gefahr des gänzlichen oder teilweisen Verlustes ihrer Entgeltansprüche. (T17)
    Beisatz: Ersatz von vom Arbeitgeber nicht ausgefolgten Werkzeugen des Arbeitnehmers. (T18)
  • 8 ObS 24/05w
    Entscheidungstext OGH 16.11.2005 8 ObS 24/05w
    nur T3; Beis wie T4
  • 8 ObS 9/06s
    Entscheidungstext OGH 13.07.2006 8 ObS 9/06s
    nur T1; Beisatz: Hier verneint bei neuerlichem Eingehen eines Arbeitsverhältnisses zum selben Arbeitgeber trotz erheblicher Entgeltrückstände aus dem ersten Arbeitsverhältnis. (T19)
  • 8 ObS 3/08m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2008 8 ObS 3/08m
    Beisatz: Hingegen ist es nicht Zweck des IESG, dem Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung das Finanzierungsrisiko abzunehmen. (T20)
    Bem: So auch schon RS0018227. (T21)
  • 8 ObS 6/11g
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 ObS 6/11g
    Veröff: SZ 2011/65
  • 8 ObS 13/11m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 8 ObS 13/11m
  • 8 ObS 12/12s
    Entscheidungstext OGH 27.11.2012 8 ObS 12/12s
    Veröff: SZ 2012/131
  • 8 ObS 2/13x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2013 8 ObS 2/13x
  • 8 ObS 3/13v
    Entscheidungstext OGH 29.04.2013 8 ObS 3/13v
  • 8 ObS 3/14w
    Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 ObS 3/14w
    Auch; Beisatz: Typische unternehmerische Tätigkeiten sowie die besonderen Unternehmer‑(Arbeitgeber‑)Funktionen von Vorstandsmitgliedern einer Aktiengesellschaft fallen aus diesem besonderen Schutzbereich heraus. (T22);Veröff: SZ 2014/28
  • 8 ObS 7/14h
    Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 ObS 7/14h
    Auch
  • 8 ObS 1/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 ObS 1/15b
  • 8 ObS 2/15z
    Entscheidungstext OGH 25.06.2015 8 ObS 2/15z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Von der Dienstnehmerin getragene Kosten für die nach dem Ende des Dienstverhältnisses absolvierte zweite Hälfte einer während des aufrechten Dienstverhältnisses begonnenen Ausbildung, zu deren Ersatz sich der Dienstgeber verpflichtet hatte. (T23)
  • 8 ObS 2/16a
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 8 ObS 2/16a
  • 8 ObS 17/16g
    Entscheidungstext OGH 22.02.2017 8 ObS 17/16g
    Veröff: SZ 2017/18
  • 8 ObS 12/17y
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 ObS 12/17y
  • 8 ObS 13/17w
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 ObS 13/17w
    Auch; Beis wie T4
  • 8 ObS 9/17g
    Entscheidungstext OGH 26.01.2018 8 ObS 9/17g
    Auch; Veröff: SZ 2018/5
  • 8 ObS 1/19h
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObS 1/19h
    Beis wie T14
  • 8 ObS 1/21m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2021 8 ObS 1/21m
    Vgl; Beisatz: Hier: In der Vereinbarung einer auf ein Jahr bezogenen und mit 30 % festgelegten Bleibeprämie unter Umständen, die auf ein redliches und nicht aussichtsloses Bemühen um eine positive Betriebsentwicklung schließen lassen, liegt kein atypischer Sachverhalt. (T24)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0076409

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2021

Dokumentnummer

JJR_19910508_OGH0002_009OBS00004_9100000_002

Rechtssatz für 9ObS22/91 8ObS7/94 8ObS...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0076382

Geschäftszahl

9ObS22/91; 8ObS7/94; 8ObS2049/96y; 8ObS162/98a; 8ObS49/00i; 8ObS114/01z; 8ObS4/03a; 8ObS17/05s; 8ObS24/05w; 8ObS6/11g; 8ObS1/15b

Entscheidungsdatum

29.01.1992

Norm

IESG allg

Rechtssatz

Dem Zweck des IESG entspricht es, unter Schadenersatzansprüchen "aus dem Arbeitsverhältnis" nur solche Ansprüche zu verstehen, die mit den ein Arbeitsverhältnis kennzeichnenden Hauptpflichten und Nebenpflichten in einem solchen Sachzusammenhang stehen, dass davon ausgegangen werden kann, die Ansprüche hätten ihren Entstehungsgrund letztlich im Arbeitsverhältnis.

Entscheidungstexte

  • 9 ObS 22/91
    Entscheidungstext OGH 29.01.1992 9 ObS 22/91
    Veröff: SZ 65/15 = WBl 1992,236
  • 8 ObS 7/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 7/94
  • 8 ObS 2049/96y
    Entscheidungstext OGH 29.08.1996 8 ObS 2049/96y
    nur: Dem Zweck des IESG entspricht es, unter Ansprüchen "aus dem Arbeitsverhältnis" nur solche Ansprüche zu verstehen, die mit den ein Arbeitsverhältnis kennzeichnenden Hauptpflichten und Nebenpflichten in einem solchen Sachzusammenhang stehen, dass davon ausgegangen werden kann, die Ansprüche hätten ihren Entstehungsgrund letztlich im Arbeitsverhältnis. (T1)
    Veröff: SZ 69/195
  • 8 ObS 162/98a
    Entscheidungstext OGH 10.12.1998 8 ObS 162/98a
    nur T1; Veröff: SZ 71/208
  • 8 ObS 49/00i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 ObS 49/00i
    nur T1
  • 8 ObS 114/01z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2001 8 ObS 114/01z
    nur T1
  • 8 ObS 4/03a
    Entscheidungstext OGH 07.08.2003 8 ObS 4/03a
  • 8 ObS 17/05s
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 8 ObS 17/05s
    Beisatz: Begehrt der Arbeitnehmer Ersatz von vom Arbeitgeber nicht ausgefolgten Werkzeugen des Arbeitnehmers, so liegt ein nach dem IESG gesicherter Schadenersatzanspruch vor. (T2)
  • 8 ObS 24/05w
    Entscheidungstext OGH 16.11.2005 8 ObS 24/05w
    Beisatz: Der durch die nicht rechtzeitige Entgeltzahlung entstehende „Verzugsschaden" kann nur im Rahmen der Regelungen des IESG über die Verzinsung gesicherter Ansprüche geltend gemacht werden. (T3)
    Beisatz: Ein weitergehender Ersatzanspruch aus der verspäteten Entgeltzahlung als der im IESG geregelte Anspruch auf (Verzugs-)Zinsen ist nach der Systematik dieses Gesetzes nicht gesichert. (T4)
    Beisatz: Der Anspruch des Klägers auf Ersatz der Mahnkosten und Spesen, mit denen er im Zusammenhang mit einer Kreditaufnahme belastet wurde, hat seinen Entstehungsgrund nicht im Arbeitsverhältnis. (T5)
  • 8 ObS 6/11g
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 ObS 6/11g
    Auch; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn dem geltend gemachten Anspruch eine Konventionalstrafenvereinbarung zugrunde liegt. (T6)
    Veröff: SZ 2011/65
  • 8 ObS 1/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 ObS 1/15b
    Beis wie T6; Beisatz: Bei einer Konventionalstrafenvereinbarung, die erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen wurde, handelt es sich um einen gesonderten Verpflichtungsgrund, der außerhalb des Arbeitsverhältnisses gelegen ist. (T7)
    Beisatz: Außerdem muss ein konkreter Schaden eingetreten und dementsprechend vom Kläger behauptet und bewiesen werden, weil ein bloßer Pflichtverstoß des Arbeitgebers selbst im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis nicht als Schadenersatzanspruch „aus einem Arbeitsverhältnis“ im Sinn des § 1 Abs 2 Z 2 IESG angesehen werden kann. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0076382

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.05.2015

Dokumentnummer

JJR_19920129_OGH0002_009OBS00022_9100000_002

Rechtssatz für 9ObS3/92 9ObS18/92 9ObS...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077416

Geschäftszahl

9ObS3/92; 9ObS18/92; 9ObS25/93; 8ObS24/05w; 8ObS5/20y

Entscheidungsdatum

26.02.1992

Norm

IESG §3 Abs2 Z2

Rechtssatz

Gemäß § 3 Abs 2 Z 2 IESG gebührt Insolvenzausfallgeld für Zinsen nur für die gemäß § 1 Abs 2 Z 1 bis 3 gesicherten Ansprüche; der Anspruch auf Insolvenzausfallgeld für die zur Rechtsverfolgung notwendigen Kosten wird jedoch im § 1 Abs 2 Z 4 IESG bestimmt; Insolvenzausfallgeld für Zinsen für solche Forderungen sind im Gesetz daher nicht vorgesehen, sodaß insoweit eine gesicherte Forderung nicht vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 9 ObS 3/92
    Entscheidungstext OGH 26.02.1992 9 ObS 3/92
  • 9 ObS 18/92
    Entscheidungstext OGH 16.12.1992 9 ObS 18/92
    Auch; Veröff: SZ 65/164 = WBl 1993,123 = RdW 1993,250
  • 9 ObS 25/93
    Entscheidungstext OGH 29.10.1993 9 ObS 25/93
    Auch
  • 8 ObS 24/05w
    Entscheidungstext OGH 16.11.2005 8 ObS 24/05w
    Vgl; Beisatz: Durch §3 Abs 2 IESG wird der Anspruch auf Insolvenz-Ausfallgeld für Zinsen abschließend geregelt. (T1); Beisatz: Der durch die nicht rechtzeitige Entgeltzahlung entstehende „Verzugsschaden" kann nur im Rahmen der Regelungen des IESG über die Verzinsung gesicherter Ansprüche geltend gemacht werden. (T2); Beisatz: Ein weitergehender Ersatzanspruch aus der verspäteten Entgeltzahlung als der im IESG geregelte Anspruch auf (Verzugs-)Zinsen ist nach der Systematik dieses Gesetzes nicht gesichert. (T3)
  • 8 ObS 5/20y
    Entscheidungstext OGH 23.10.2020 8 ObS 5/20y
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0077416

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.01.2021

Dokumentnummer

JJR_19920226_OGH0002_009OBS00003_9200000_002

Rechtssatz für 8ObS24/05w 8ObS6/11g 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120403

Geschäftszahl

8ObS24/05w; 8ObS6/11g; 8ObS7/13g; 8ObS1/15b

Entscheidungsdatum

16.11.2005

Norm

IESG §1 Abs2 Z2

Rechtssatz

Als Schadenersatzansprüche, die aus dem Dienstverhältnis entspringen, gelten solche, die aus einer Verletzung der Haupt- oder Nebenpflichten des Dienstverhältnisses abgeleitet werden können.

Entscheidungstexte

  • 8 ObS 24/05w
    Entscheidungstext OGH 16.11.2005 8 ObS 24/05w
  • 8 ObS 6/11g
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 ObS 6/11g
    Veröff: SZ 2011/65
  • 8 ObS 7/13g
    Entscheidungstext OGH 29.11.2013 8 ObS 7/13g
  • 8 ObS 1/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 ObS 1/15b
    Beisatz: Bei einer Konventionalstrafenvereinbarung, die erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen wurde, handelt es sich um einen gesonderten Verpflichtungsgrund, der außerhalb des Arbeitsverhältnisses gelegen ist. (T1)
    Beisatz: Außerdem muss ein konkreter Schaden eingetreten und dementsprechend vom Kläger behauptet und bewiesen werden, weil ein bloßer Pflichtverstoß des Arbeitgebers selbst im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis nicht als Schadenersatzanspruch „aus einem Arbeitsverhältnis“ im Sinn des § 1 Abs 2 Z 2 IESG angesehen werden kann. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120403

Im RIS seit

16.12.2005

Zuletzt aktualisiert am

26.05.2015

Dokumentnummer

JJR_20051116_OGH0002_008OBS00024_05W0000_001

Entscheidungstext 8ObS24/05w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ARD 5658/8/06 = ARD 5658/11/06 = RdW 2006/236 S 243 - RdW 2006,243 = DRdA 2006,150 = wbl 2006,231 = ZIK 2006/127 S 106 - ZIK 2006,106 = infas 2006,110/A41 - infas 2006 A41 = SSV-NF 19/69

Geschäftszahl

8ObS24/05w

Entscheidungsdatum

16.11.2005

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Rekursgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch die Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofes Hon. Prof. Dr. Langer als Vorsitzende, die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Spenling und Dr. Glawischnig sowie die fachkundigen Laienrichter Dr. Ernst Galutschek und Thomas Albrecht als weitere Richter in der Sozialrechtssache der klagenden Partei Alexandru T*****, vertreten durch Dr. Werner Posch, Rechtsanwalt in Gloggnitz, gegen die beklagte Partei IAF-Service GmbH, Geschäftsstelle Eisenstadt, vertreten durch die Finanzprokuratur in Wien, wegen Insolvenz-Ausfallgeld EUR 304,33 sA, über die Rekurse beider Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgericht vom 17. August 2005, GZ 9 Rs 42/05w-10, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen und zu Recht erkannt:

Spruch

1.) Dem Rekurs der klagenden Partei wird nicht Folge gegeben.

2.) Dem Rekurs der beklagten Partei wird Folge gegeben und in der Sache selbst dahin erkannt, dass das Ersturteil wiederhergestellt wird.

3.) Die beklagte Partei ist schuldig, dem Kläger die mit EUR 83,33 (darin EUR 13,89 USt) bestimmten Kosten des Rekursverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger war vom 30. 10. 2003 bis 19. 3. 2004 bei der Firma A***** GmbH als Arbeiter beschäftigt. Am 16. November 2001 nahm er bei einer Bank einen Kredit in Höhe von EUR 38.516,60 auf, wobei 120 monatliche Ratenzahlungen von zunächst jeweils EUR 512,32 mit Laufzeit Ende 30. 11. 2011 vereinbart wurden. Es handelte sich um eine Zusammensetzung von mehreren Krediten, die der Kläger gemeinsam mit seiner Ehegattin aufnahm. Das Geld wurde für das Einrichten einer Wohnung und Anschaffung eines PKW verwendet. Bis Jänner 2004 leistete der Kläger die Kreditraten wie vereinbart. Ab Jänner 2004 leistete die Arbeitgeberin die fälligen Arbeitsentgelte an den Kläger nicht mehr und vertröstete ihn hinsichtlich der Zahlung immer wieder auf spätere Zeitpunkte Auf Grund des Ausbleibens der Arbeitsentgelte ab Jänner 2004 konnte der Kläger die fälligen Kreditraten nicht mehr leisten. Er teilte dies der Bank mit, die vom Kläger einen Lohnzettel anforderte. Er konnte diesen jedoch nicht vorlegen, weil er sämtliche Unterlagen von seinem Arbeitgeber erst längere Zeit nach der Arbeitgeberkündigung am 19. 3. 2004 erhielt. Dem Kläger wurden folgende Nebengebühren und Mahnspesen in Rechnung gestellt:

Spesen

10. 2. 2004 Mahnspesen unbar EUR 30,--

6. 3. 2004 Mahnspesen unbar EUR 41,50

21. 3. 2004 Mahnspesen unbar EUR 54,--

10. 4. 2004 Mahnspesen unbar EUR 30,--

19. 4. 2004 Mahnspesen unbar EUR 54,--

23. 4. 2004 Spesen aktiv Lohnabzug EUR 44,--

13. 5. 2004 Anw. neu Honorar EUR 50,87

SUMME EUR 304,37.

Zum 1. 6. 2004 haftete ein Saldo in Höhe von EUR 35.197,69 auf dem Kreditkonto aus, wobei dieser Saldo auch die Kredite der Ehegattin des Klägers beinhaltete. Diese war im Zeitraum 1. 1. bis 19. 3. 2004 und auch darüber hinaus berufstätig. Die geltend gemachten Mahnspesen und Nebengebühren wurden vom Kläger in weiterer Folge entrichtet."

Rechtlich folgerte das Erstgericht, dass der Kläger das Klagebegehren ausdrücklich auf § 1 Abs 2 Z 3 IESG stütze. Die „sonstigen Ansprüche" nach dieser Gesetzesstelle seien gesichert, wenn sie ihren Rechtsgrund im Dienstverhältnis haben. Im vorliegenden Fall fehle der erforderliche innere Sachzusammenhang zwischen dem geltend gemachten Anspruch und dem Dienstverhältnis.

Das Berufungsgericht hob über Berufung des Klägers das Ersturteil auf, verwies die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung nach Verfahrensergänzung an das Erstgericht zurück und ließ den Rekurs an den Obersten Gerichtshof zu.

§ 1 IESG normiere als allgemeine Voraussetzung der Sicherung von Ansprüchen, dass sie „aus dem Arbeitsverhältnis" zustehen. Ein Anspruch resultiere nur dann aus dem Arbeitsverhältnis, wenn er nicht nur in einem äußeren zufälligen, sondern in einem inneren sachlichen Zusammenhang mit den das Arbeitsverhältnis kennzeichnenden wechselseitigen Verbindlichkeiten stehe, der Anspruch somit seine Wurzel letztlich im Arbeitsverhältnis selbst habe. Der Kläger habe sein Klagebegehren erkennbar auf § 1 Abs 2 Z 2 IESG gestützt. Als Schadenersatzansprüche, die aus dem Dienstverhältnis entspringen, gelten solche, die aus einer Verletzung der Haupt- oder Nebenpflichten des Dienstverhältnisses abgeleitet werden könnten. Diese Voraussetzung liege gegenständlich vor. Gemäß § 1333 Abs 3 ABGB idF Art I Z 2 ZinsRÄG könne der Gläubiger im Fall der Verzögerung der Zahlung einer Geldforderung außer den gesetzlichen Zinsen auch den Ersatz anderer, vom Schuldner verschuldeter und ihm erwachsener Schäden geltend machen, insbesondere die notwendigen Kosten zweckentsprechender außergerichtlicher Betreibungs- oder Einbringungsmaßnahmen, soweit diese in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen. Diese Regelung betreffe jene Nachteile, deren Ersatz der Gläubiger neben den gesetzlichen Zinsen verlangen könne. Dazu zählten neben den ausdrücklich genannten Kosten auch alle anderen durch den Verzug verursachten und im Rechtswidrigkeitszusammenhang stehenden Schäden. Danach seien Verzugsschäden solche Schäden, die adäquate Folge des Verzuges seien. Dass ein Gläubiger infolge Zahlungsverzugs eines Schuldners in die Lage kommen könne seinerseits einen Kredit nicht tilgen zu können, liege auf der Hand. Es könne keine Rede davon sein, dass der Eintritt einer solchen Folge des Verzuges außergewöhnlich sei. Vorliegend stehe fest, dass der Kläger hinsichtlich der Rückzahlung des - möglicherweise gemeinsam mit seiner Ehegattin - aufgenommenen Kredits deshalb in Verzug geraten sei, weil der Dienstgeber ab Jänner 2004 seiner Lohnzahlungspflicht nicht mehr nachgekommen sei. In dieser Konstellation hafte der Dienstgeber gemäß § 1333 Abs 3 ABGB auch für die dem Kläger von der Bank in Rechnung gestellten, einen weiteren Verzugsschaden bildenden Mahnspesen. Dieser Anspruch erweise sich auch grundsätzlich als gemäß § 1 Abs 2 Z 2 IESG gesichert, da der gegenständliche Schadenersatzanspruch aus der Verletzung der Entgeltpflicht resultiere.

Allerdings ließen die unklaren Feststellungen des Erstgerichtes noch keine abschließende Beurteilung der Frage zu, ob Kreditnehmer ausschließlich der Kläger oder auch dessen Ehegattin sei. Damit könne aber noch nicht gesagt werden, ob die relevanten Mahnspesen nur dem Kläger entstanden seien.

Rechtliche Beurteilung

Der gegen diesen Beschluss erhobene Rekurs der Beklagten ist berechtigt, der Rekurs des Klägers ist hingegen nicht berechtigt.

Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichtes erweist sich die Rechtssache als spruchreif.

Es kann dahingestellt bleiben, ob die durch das ZinsRÄG eingeführte Bestimmung des § 1333 Abs 3 ABGB, die erkennbar den Ersatz angemessener Betreibungs- und Einbringungsmaßnahmen des Gläubigers für seine Forderung beabsichtigt, vorliegend überhaupt als taugliche Rechtsgrundlage für den Ersatz von Mahnspesen, die dem Kläger als Kreditschuldner erwachsen sind, herangezogen werden kann, da diese Ansprüche jedenfalls nicht nach dem IESG gesichert sind.

§ 1 Abs 2 Z 2 IESG zählt die „Schadenersatzansprüche" zu den nach diesem Gesetz gesicherten Ansprüchen. Als Schadenersatzansprüche, die aus dem Dienstverhältnis entspringen, gelten solche, die aus einer Verletzung der Haupt- oder Nebenpflichten des Dienstverhältnisses abgeleitet werden können (Holzer/Reissner/Schwarz, Rechte des Arbeitnehmers bei Insolvenz, 154 mwH; Liebeg IESG2 Rz 202).

Nach ständiger Rechtsprechung ist Zweck des IESG eine sozialversicherungsrechtliche Sicherung von Entgeltansprüchen und sonstigen aus dem Arbeitsverhältnis erwachsenden Ansprüchen von Arbeitnehmern im Fall der Insolvenz ihres Arbeitgebers. Es sind nur jene Ansprüche gesichert, die mit den ein Arbeitsverhältnis kennzeichnenden Haupt- und Nebenpflichten in einem solchen Sachzusammenhang stehen, dass davon ausgegangen werden kann, die Ansprüche hätten ihren Entstehungsgrund letztlich im Arbeitsverhältnis (SZ 69/195; RIS-Justiz RS0076382; SZ 71/208; 8 ObS 7/948 ObS 4/03a ua).

Aus dem Zweck des IESG ergibt sich aber auch, dass der durch die nicht rechtzeitige Entgeltzahlung entstehende „Verzugsschaden" nur im Rahmen der Regelungen des IESG über die Verzinsung gesicherter Ansprüche geltend gemacht werden kann. Gemäß § 3 Abs 2 IESG idF des BGBl I 2000/142 gebührt Insolvenz-Ausfallgeld für Zinsen für die gemäß § 1 Abs 2 Z 1 - 3 gesicherten Ansprüche ab der Fälligkeit bis zum Stichtag. Mit dieser Neuregelung wurde eine Übereinstimmung mit den Vorschriften des Insolvenzrechtes erzielt, wonach Zinsen nur bis zur Verfahrenseröffnung angemeldet werden können (RV 311 BlgNR 21. GP, 212). Der Oberste Gerichtshof hat bereits mehrfach ausgesprochen, dass durch § 3 Abs 2 Z 2 IESG (jetzt: § 3 Abs 2) der Anspruch auf Insolvenz-Ausfallgeld für Zinsen abschließend geregelt werde (SZ 65/164; 8 ObS 2314/96v = SSV-NF 11/28).

In den Fällen, in denen der Oberste Gerichtshof einen Schadenersatzanspruch des Arbeitnehmers im Sinn des § 1 Abs 2 Z 2 IESG bejaht hat, wurde neben der Verpflichtung zur rechtzeitigen Zahlung des Entgeltes vom Arbeitgeber jeweils eine zusätzliche Verpflichtung, etwa jene der vollständigen Abfuhr entrichtender Sozialversicherungsbeiträge (8 ObS 10/95), die Verpflichtung als Drittschuldner einbehaltenes Arbeitsentgelt den Gläubiger auszubezahlen (8 ObS 211/98g) oder die Verpflichtung die erforderliche Nettolohnabrechnung auszuhändigen (9 ObS 19/91) vom Arbeitgeber rechtswidrig und schuldhaft verletzt, während der Kläger hier seinen Anspruch ausschließlich auf die nicht rechtzeitige Entgeltzahlung seitens der Dienstgeberin stützt.

Der Ersatz eines über die gesetzlichen Zinsen hinausgehenden Nachteils der nicht rechtzeitigen Zahlung setzt - auch im allgemeinen Zivilrecht - auf jeden Fall einen schuldhaften Zahlungsverzug voraus, wobei der säumige Schuldner nach § 1298 ABGB den Beweis zu erbringen hat, dass ihn kein Verschulden trifft (7 Ob 583/92 = EvBl 1993/15). Ungeachtet der erstgerichtlichen Feststellung - die in Wahrheit eine rechtliche Beurteilung darstellt -, dass die nunmehrige Gemeinschuldnerin ab Jänner 2004 „auf Grund ihres Verschuldens" die fälligen Arbeitsentgelte an den Kläger nicht mehr auszahlte, ist ein weitergehender Ersatzanspruch aus der verspäteten Entgeltzahlung als der im IESG geregelte Anspruch auf (Verzugs-)Zinsen nach der Systematik dieses Gesetzes nicht gesichert.

Das Berufungsgericht leitet den Schadenersatzanspruch des Klägers erkennbar aus der Verletzung der Entgeltzahlungspflicht der Arbeitgeberin ab. Da jede Geltendmachung von Insolvenz-Ausfallgeld schon begrifflich eine Verletzung der den Arbeitgeber treffenden Entgeltzahlungspflicht voraussetzt, kann der bloße Verzug allein, auch wenn dieser für einen Schaden ursächlich ist, den Ersatzanspruch nicht begründen, vielmehr ist der entsprechende Sachzusammenhang des Anspruches mit dem Dienstverhältnis als weitere Voraussetzung erforderlich. Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichtes kann nun vorliegend nicht davon gesprochen werden, dass der Anspruch des Klägers auf Ersatz der Mahnkosten und Spesen, mit denen er im Zusammenhang mit einer Kreditaufnahme belastet wurde, seinen Entstehungsgrund im Arbeitsverhältnis hätte. Es liegt in der Natur der (bloß) sozialversicherungsrechtlichen Sicherung, dass sie nicht jeden dem Arbeitnehmer aus der Insolvenz entstandenen Schaden abdecken soll und kann.

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Verbindlichkeiten des Klägers aus einer, in keinem erkennbaren Konnex mit dem gegenständlichen Arbeitsverhältnis stehenden Kreditaufnahme, ihren Entstehungsgrund letztlich nicht im Arbeitsverhältnis haben, weshalb schon aus diesem Grund dem Klagebegehren keine Berechtigung zukommen kann.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 77 Abs 1 Z 2 lit b IESG. Im Hinblick auf die doch komplexe Rechtslage scheint es angemessen, dem Kläger die halben Kosten des Rekursverfahrens zu ersetzen.

Textnummer

E79092

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:008OBS00024.05W.1116.000

Im RIS seit

16.12.2005

Zuletzt aktualisiert am

22.12.2011

Dokumentnummer

JJT_20051116_OGH0002_008OBS00024_05W0000_000