Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob86/63 5Ob177/65 5Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017899

Geschäftszahl

6Ob86/63; 5Ob177/65; 5Ob72/65; 8Ob271/65; 6Ob35/66; 5Ob345/66 (5Ob346/66, 5Ob347/66); 1Ob61/67 (1Ob62/67); 6Ob112/68; 5Ob268/68; 6Ob69/69; 1Ob141/69; 1Ob14/72; 7Ob146/72; 5Ob39/73; 1Ob62/73; 7Ob158/75; 4Ob44/75; 1Ob508/76; 3Ob546/76; 1Ob637/76; 5Ob550/76; 7Ob578/78; 2Ob570/78; 7Ob812/79; 1Ob739/80; 7Ob700/80; 4Ob110/81; 8Ob540/81; 4Ob409/81; 5Ob732/81; 4Ob71/84; 8Ob565/83; 1Ob13/85; 7Ob557/86; 7Ob522/87 (7Ob523/87); 4Ob362/85; 7Ob662/87; 9ObA513/88; 7Ob553/90; 2Ob568/91; 4Ob118/94; 3Ob567/95; 4Ob2094/96m; 4Ob1005/96; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 7Ob2366/96h; 2Ob2133/96g; 4Ob339/97z; 2Ob305/97k; 2Ob99/98t; 9ObA83/98s; 1Ob120/98y; 2Ob172/99d; 9Ob93/99p; 6Ob202/00z; 9Ob156/01h; 3Ob146/01v; 6Ob251/02h; 3Ob234/04i; 7Ob222/04d; 7Ob19/05b; 3Ob249/04w; 6Ob157/05i; 6Ob56/06p; 6Ob102/06b; 7Ob243/07x; 9ObA40/07h; 6Ob279/07h; 4Ob28/09k; 4Ob105/12p; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 1Ob74/17i; 4Ob142/17m; 8ObA44/19g

Entscheidungsdatum

25.04.1963

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Vertragsergänzung: Sie hat nach der Übung des redlichen Verkehrs immer dann stattzufinden, wenn nicht eindeutig feststeht, was die Parteien in den im Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen Fällen gewollt hätten (SZ 26/194; siehe auch Gschnitzer in Klang 2. Auflage IV S 408/409 zu § 914 ABGB).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 86/63
    Entscheidungstext OGH 25.04.1963 6 Ob 86/63
    Veröff: SZ 36/68 = RZ 1963,134 = JBl 1963,614
  • 5 Ob 177/65
    Entscheidungstext OGH 14.07.1965 5 Ob 177/65
  • 5 Ob 72/65
    Entscheidungstext OGH 24.08.1965 5 Ob 72/65
  • 8 Ob 271/65
    Entscheidungstext OGH 19.10.1965 8 Ob 271/65
    Veröff: SZ 38/164 = LwBetr 1966,113
  • 6 Ob 35/66
    Entscheidungstext OGH 10.02.1966 6 Ob 35/66
  • 5 Ob 345/66
    Entscheidungstext OGH 15.12.1966 5 Ob 345/66
    Veröff: SZ 39/216
  • 1 Ob 61/67
    Entscheidungstext OGH 15.09.1967 1 Ob 61/67
  • 6 Ob 112/68
    Entscheidungstext OGH 24.04.1968 6 Ob 112/68
  • 5 Ob 268/68
    Entscheidungstext OGH 27.11.1968 5 Ob 268/68
  • 6 Ob 69/69
    Entscheidungstext OGH 26.03.1969 6 Ob 69/69
  • 1 Ob 141/69
    Entscheidungstext OGH 28.08.1969 1 Ob 141/69
    Veröff: MietSlg 21261/43
  • 1 Ob 14/72
    Entscheidungstext OGH 15.03.1972 1 Ob 14/72
    Veröff: SZ 45/29 = MietSlg 24042
  • 7 Ob 146/72
    Entscheidungstext OGH 28.06.1972 7 Ob 146/72
    Beisatz: Hier: Servitutsbestellungsvertrag (T1)
  • 5 Ob 39/73
    Entscheidungstext OGH 28.03.1973 5 Ob 39/73
    Beis wie T1; Veröff: NZ 1974,77
  • 1 Ob 62/73
    Entscheidungstext OGH 04.04.1973 1 Ob 62/73
  • 7 Ob 158/75
    Entscheidungstext OGH 02.10.1975 7 Ob 158/75
    Veröff: MietSlg 27117
  • 4 Ob 44/75
    Entscheidungstext OGH 21.10.1975 4 Ob 44/75
    Veröff: SozM IE,123 = IndS 1976 3,985 = JBl 1977,103
  • 1 Ob 508/76
    Entscheidungstext OGH 28.01.1976 1 Ob 508/76
    Auch; Veröff: EvBl 1976/224 S 466
  • 3 Ob 546/76
    Entscheidungstext OGH 27.04.1976 3 Ob 546/76
    Beisatz: Vertragsergänzung setzt voraus, dass beide Parteien den später eingetretenen Fall nicht bedacht haben. (T2)
  • 1 Ob 637/76
    Entscheidungstext OGH 30.06.1976 1 Ob 637/76
  • 5 Ob 550/76
    Entscheidungstext OGH 29.06.1976 5 Ob 550/76
    Beisatz: Dabei sind die Interessen beider Vertragspartner zu berücksichtigen. (T3)
    Veröff: SZ 49/86 = ImmZ 1976,318
  • 7 Ob 578/78
    Entscheidungstext OGH 11.05.1978 7 Ob 578/78
  • 2 Ob 570/78
    Entscheidungstext OGH 09.01.1979 2 Ob 570/78
    Vgl; Beis wie T3
  • 7 Ob 812/79
    Entscheidungstext OGH 29.05.1980 7 Ob 812/79
    Auch; Beisatz: Wenn die strittigen Punkte nicht erörtert wurden, hat sich die Ausfüllung von möglichen Vertragslücken nach ihrer Funktion in den Grenzen des für den anderen Vertragsteil erkennbar bekundeten rechtsgeschäftlichen Willens zu halten. Wären die nicht besprochenen Nebenpunkte nicht ganz üblich, so könnte der Vertrag insoweit nur aus dem Gesetz ergänzt werden. (T4)
  • 1 Ob 739/80
    Entscheidungstext OGH 26.11.1980 1 Ob 739/80
  • 7 Ob 700/80
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 7 Ob 700/80
    Auch
  • 4 Ob 110/81
    Entscheidungstext OGH 03.11.1981 4 Ob 110/81
  • 8 Ob 540/81
    Entscheidungstext OGH 11.02.1982 8 Ob 540/81
  • 4 Ob 409/81
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 409/81
  • 5 Ob 732/81
    Entscheidungstext OGH 18.01.1983 5 Ob 732/81
    Beisatz: Hier: Schmiermittelbezugsvertrag (T5)
  • 4 Ob 71/84
    Entscheidungstext OGH 09.10.1984 4 Ob 71/84
    Veröff: RdW 1985,254 = ZAS 1986,91 (Kerschner) = JBl 1986,197
  • 8 Ob 565/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 565/83
    Auch
  • 1 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 17.04.1985 1 Ob 13/85
    Auch
  • 7 Ob 557/86
    Entscheidungstext OGH 24.04.1986 7 Ob 557/86
  • 7 Ob 522/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 7 Ob 522/87
    Veröff: SZ 60/42
  • 4 Ob 362/85
    Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 362/85
    Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars (T6)
    Veröff: WBl 1987,240 (Scolik)
  • 7 Ob 662/87
    Entscheidungstext OGH 29.10.1987 7 Ob 662/87
  • 9 ObA 513/88
    Entscheidungstext OGH 11.01.1989 9 ObA 513/88
    Veröff: SZ 62/4
  • 7 Ob 553/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 7 Ob 553/90
  • 2 Ob 568/91
    Entscheidungstext OGH 11.11.1991 2 Ob 568/91
  • 4 Ob 118/94
    Entscheidungstext OGH 22.11.1994 4 Ob 118/94
  • 3 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 11.10.1995 3 Ob 567/95
  • 4 Ob 2094/96m
    Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2094/96m
    Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7)
  • 4 Ob 1005/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 Ob 1005/96
    Auch
  • 7 Ob 2253/96s
    Entscheidungstext OGH 04.12.1996 7 Ob 2253/96s
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 4 Ob 2195/96i
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2195/96i
    Auch; Beis wie T7; Veröff: SZ 69/178
  • 7 Ob 2366/96h
    Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2366/96h
    Auch
  • 2 Ob 2133/96g
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2133/96g
    Auch; Beisatz: Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Parteien den zu entscheidenden Fall absichtlich oder deshalb nicht geregelt haben, weil sie an diesen überhaupt nicht gedacht haben. (T8)
  • 4 Ob 339/97z
    Entscheidungstext OGH 12.11.1997 4 Ob 339/97z
    Auch; Beisatz: Die maßgeblichen Auslegungskriterien müssen immer dem Vertrag selbst oder den ihn begleitenden maßgeblichen Umständen zu entnehmen sein. (T9)
  • 2 Ob 305/97k
    Entscheidungstext OGH 04.12.1997 2 Ob 305/97k
    Vgl auch; Beisatz: Die ergänzende Vertragsauslegung hat nach dem hypothetischen Parteiwillen, also darnach, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten zu erfolgen. (T10)
  • 2 Ob 99/98t
    Entscheidungstext OGH 02.04.1998 2 Ob 99/98t
    Vgl auch; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt dabei zunächst der hypothetische Parteiwille in Betracht; die Frage, was die Parteien gewollt hätten, wenn sie sich bei Vertragsabschluss die nunmehr offene Frage vorgelegt hätten, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages oder anderen Umständen des Geschäftes beantworten. Hier: Sicherung des Existenzminimums der geschiedenen Ehegattin. (T11)
  • 9 ObA 83/98s
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 83/98s
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 120/98y
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 1 Ob 120/98y
    Vgl auch; Beisatz: Unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte ist dabei zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten. (T12)
  • 2 Ob 172/99d
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 172/99d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Vertrag über den Transport behinderter Kinder. (T13)
  • 9 Ob 93/99p
    Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 Ob 93/99p
    Beis wie T10
  • 6 Ob 202/00z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2000 6 Ob 202/00z
    Beis wie T10; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Kaufvertrag hinsichtlich Geschäftsanteilen. (T14)
  • 9 Ob 156/01h
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 156/01h
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist zu fragen, was redliche Parteien vereinbart hätten, wenn sie den nicht bedachten Fall berücksichtigt hätten beziehungsweise was nach der Übung des redlichen Verkehrs als ergänzende Regelung angenommen werden muss. (T15)
  • 3 Ob 146/01v
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 146/01v
    Auch; Beisatz: Selbst wenn man von der Notwendigkeit einer Regelung ausgeht, greift in einem solchen Fall primär das dispositive Recht ein, dessen Zweck es gerade ist, für im Vertrag nicht geregelte Fragen Regeln zur Verfügung zu stellen. (T16)
    Beisatz: Tatsachenfeststellungen darüber, was die Vertragsparteien vereinbart hätten, hätten sie den nicht geregelten Fall bedacht, sind nicht zu treffen. Eine solche Frage ist bereits die nach einem hypothetischen (also bloß zu vermutenden) Willen. (T17)
  • 6 Ob 251/02h
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 6 Ob 251/02h
  • 3 Ob 234/04i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 3 Ob 234/04i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T10
    Veröff: SZ 2005/10
  • 7 Ob 222/04d
    Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 222/04d
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T7; Beis wie T10
  • 7 Ob 19/05b
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 19/05b
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T12
  • 6 Ob 157/05i
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 157/05i
    Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T18)
  • 6 Ob 56/06p
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 56/06p
    Beisatz: Notwendige Voraussetzung ist eine „Vertragslücke", die allerdings auch erst durch die spätere Entwicklung entstehen kann. (T19)
  • 6 Ob 102/06b
    Entscheidungstext OGH 27.04.2006 6 Ob 102/06b
    Auch; Beis wie T3
  • 7 Ob 243/07x
    Entscheidungstext OGH 16.11.2007 7 Ob 243/07x
    Auch; Beisatz: Hier: Auslegung eines Versicherungsvertrages (Pkt 2 Bedingungen der Ausfallsversicherung für gerichtlich bestimmte Ansprüche aus Körperschäden.) (T20)
    Beisatz: Bei Verfassung der betreffenden Klausel wurde die Möglichkeit der Fällung eines Versäumungsurteils gegen den Schädiger offenbar nicht bedacht. (T21)
    Veröff: SZ 2007/181
  • 9 ObA 40/07h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 6 Ob 279/07h
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 279/07h
    Vgl
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Vgl; Veröff: SZ 2009/48
  • 4 Ob 105/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
    Vgl auch
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Auch; Auch Beis wie T7; Veröff: SZ 2012/81
  • 4 Ob 197/13v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 197/13v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T22)
  • 3 Ob 122/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
    Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T23)
  • 1 Ob 74/17i
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 74/17i
  • 4 Ob 142/17m
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 142/17m
    Auch; Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T24)
  • 8 ObA 44/19g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0017899

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19630425_OGH0002_0060OB00086_6300000_001

Rechtssatz für 6Ob594/78 4Ob523/78 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017758

Geschäftszahl

6Ob594/78; 4Ob523/78; 7Ob700/80; 4Ob569/81; 8Ob565/83; 6Ob643/85; 1Ob537/86; 14Ob105/86; 8Ob609/86; 4Ob362/85; 3Ob502/87; 1Ob572/88; 6Ob736/88; 1Ob573/90; 1Ob682/89 (1Ob683/89); 6Ob6/90; 8Ob627/89; 7Ob613/90; 7Ob1657/92; 1Ob573/93; 3Ob502/94; 3Ob513/94; 1Ob533/95; 8ObA269/94; 10Ob515/95; 4Ob2094/96m; 4Ob595/95; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 3Ob534/95; 7Ob2044/96f; 2Ob2133/96g; 8ObA380/97h; 4Ob303/00p; 4Ob73/03v; 9ObA65/04f; 3Ob234/04i; 10Ob23/04m; 9Ob62/04i; 7Ob222/04h; 3Ob249/04w; 2Ob98/03f; 6Ob157/05i; 6Ob172/05w; 1Ob143/06w; 8Ob163/06p; 4Ob151/07w; 9ObA40/07h; 4Ob248/07k; 2Ob12/08s; 6Ob279/07h; 2Ob48/08k; 4Ob28/09k; 9ObA121/08x; 1Ob233/09k; 6Ob220/09k; 4Ob199/10h; 7Ob141/11b; 4Ob137/11t; 4Ob105/12p; 6Ob191/12z; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 3Ob94/15t; 8Ob121/15z; 5Ob166/15w; 8ObA95/15a; 9ObA28/16g; 6Ob58/16x; 4Ob142/17m; 2Ob102/18s; 8ObA44/19g

Entscheidungsdatum

18.05.1978

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Treten nach Abschluss des Geschäftes Konfliktsfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, dann ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks zu fragen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 594/78
    Entscheidungstext OGH 18.05.1978 6 Ob 594/78
  • 4 Ob 523/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 523/78
  • 7 Ob 700/80
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 7 Ob 700/80
    Auch
  • 4 Ob 569/81
    Entscheidungstext OGH 15.12.1981 4 Ob 569/81
    Auch
  • 8 Ob 565/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 565/83
  • 6 Ob 643/85
    Entscheidungstext OGH 17.10.1985 6 Ob 643/85
    Auch
  • 1 Ob 537/86
    Entscheidungstext OGH 28.05.1986 1 Ob 537/86
    Veröff: JBl 1986,721
  • 14 Ob 105/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 14 Ob 105/86
    Auch; Beisatz: Hier: Arbeitsvertrag - Entgelt (T1)
  • 8 Ob 609/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 609/86
    Auch
  • 4 Ob 362/85
    Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 362/85
    Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars. (T2)
    Veröff: WBl 1987,240 (Scolik)
  • 3 Ob 502/87
    Entscheidungstext OGH 07.10.1987 3 Ob 502/87
    Auch
  • 1 Ob 572/88
    Entscheidungstext OGH 15.06.1988 1 Ob 572/88
  • 6 Ob 736/88
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 6 Ob 736/88
    Veröff: MietSlg XLI/10
  • 1 Ob 682/89
    Entscheidungstext OGH 13.12.1989 1 Ob 682/89
    Auch; Veröff: WBl 1990,149
  • 1 Ob 573/90
    Entscheidungstext OGH 21.05.1990 1 Ob 573/90
  • 6 Ob 6/90
    Entscheidungstext OGH 26.04.1990 6 Ob 6/90
  • 8 Ob 627/89
    Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 627/89
    Auch
  • 7 Ob 613/90
    Entscheidungstext OGH 11.10.1990 7 Ob 613/90
  • 7 Ob 1657/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 7 Ob 1657/92
    Auch
  • 1 Ob 573/93
    Entscheidungstext OGH 22.06.1993 1 Ob 573/93
    Auch
  • 3 Ob 502/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1993 3 Ob 502/94
    Auch
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Auch; Veröff: ImmZ 1994,487
  • 1 Ob 533/95
    Entscheidungstext OGH 27.02.1995 1 Ob 533/95
  • 8 ObA 269/94
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 ObA 269/94
    Auch
  • 10 Ob 515/95
    Entscheidungstext OGH 20.06.1995 10 Ob 515/95
    Auch
  • 4 Ob 2094/96m
    Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2094/96m
    Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. Dafür kommen vor allem der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs sowie Treu und Glauben in Frage. (T3)
  • 4 Ob 595/95
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 4 Ob 595/95
    Auch; Beis wie T3
  • 7 Ob 2253/96s
    Entscheidungstext OGH 04.12.1996 7 Ob 2253/96s
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die Frage, was die Parteien gewollt hätten, hätten sie für sie unvorhersehbare Entwicklungen bedacht, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages, aus Vorverhandlungen oder anderen "Umständen des Geschäftes" beantworten. (T4)
  • 4 Ob 2195/96i
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2195/96i
    Auch; Veröff: SZ 69/178
  • 3 Ob 534/95
    Entscheidungstext OGH 10.05.1995 3 Ob 534/95
  • 7 Ob 2044/96f
    Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2044/96f
    Beis wie T3
  • 2 Ob 2133/96g
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2133/96g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Erbteilungsübereinkommen. (T5)
  • 8 ObA 380/97h
    Entscheidungstext OGH 22.12.1997 8 ObA 380/97h
    Auch; Beisatz: Unbefristete unentgeltliche Überlassung eines vom nunmehr entlassenen Arbeitnehmer entwickelten und ausschließlich von ihm bedienbaren wichtigen Computerprogramms ohne entsprechende Regelung der Auflösung des Vertragsverhältnisses. (T6)
  • 4 Ob 303/00p
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 4 Ob 303/00p
    Vgl auch; Beis wie T3 nur: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7)
  • 4 Ob 73/03v
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 4 Ob 73/03v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Suche nach einer angemessenen Regelung hat sich daran zu orientieren, was redliche und vernünftige Parteien bei angemessener Berücksichtigung der Interessen beider Teile vereinbart hätten, wenn sie sich bei Vertragsschluss der Ungültigkeit der von ihnen gewollten Zinsanpassungsklausel bewusst gewesen wären. (T8)
    Veröff: SZ 2003/73
  • 9 ObA 65/04f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 9 ObA 65/04f
  • 3 Ob 234/04i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 3 Ob 234/04i
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt zunächst die Frage nach dem hypothetischen Parteiwillen in Betracht. (T9)
    Veröff: SZ 2005/10
  • 10 Ob 23/04m
    Entscheidungstext OGH 22.03.2005 10 Ob 23/04m
    Vgl auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2005/46
  • 9 Ob 62/04i
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 Ob 62/04i
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9; Beisatz: Es muss die subjektive Äquivalenz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gewahrt bleiben. (T10)
  • 7 Ob 222/04h
    Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 222/04h
    Auch; Beis wie T10
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 98/03f
    Entscheidungstext OGH 11.08.2005 2 Ob 98/03f
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 6 Ob 157/05i
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 157/05i
    Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T11)
  • 6 Ob 172/05w
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 172/05w
    Beis ähnlich wie T8
  • 1 Ob 143/06w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 1 Ob 143/06w
    Beisatz: Hier haben sich die Parteien - offensichtlich in der irrigen Annahme deren Weitergeltung - den AAB („Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhänder") unterworfen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Parteien auch in Kenntnis des „Außerkrafttretens" der AAB deren (jeweiligen) Inhalt zum Inhalt des Auftragsverhältnisses machen wollten. Die AAB sind daher „kraft Vereinbarung" auf das Vertragsverhältnis anwendbar. (T12)
  • 8 Ob 163/06p
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 Ob 163/06p
    Auch
  • 4 Ob 151/07w
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
    Auch
  • 9 ObA 40/07h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beis wie T9
  • 4 Ob 248/07k
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 248/07k
    Auch
  • 2 Ob 12/08s
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 12/08s
  • 6 Ob 279/07h
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 279/07h
    Vgl
  • 2 Ob 48/08k
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 2 Ob 48/08k
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Veröff: SZ 2009/48
  • 9 ObA 121/08x
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 121/08x
  • 1 Ob 233/09k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2010 1 Ob 233/09k
    Auch
  • 6 Ob 220/09k
    Entscheidungstext OGH 19.05.2010 6 Ob 220/09k
    Auch; Beisatz: Hier: Der VIBOR (Vorgänger des Euribor) wird in ständiger Rechtsprechung zur Vertragsauslegung qua hypothetischem Parteiwillen herangezogen. (T13)
  • 4 Ob 199/10h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 199/10h
    Auch; Beisatz: Zweck einer vertraglichen Dokumentationspflicht. (T14)
    Veröff: SZ 2010/157
  • 7 Ob 141/11b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2011 7 Ob 141/11b
  • 4 Ob 137/11t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 137/11t
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Schadenersatzforderung des Werkbestellers gegen den Werkunternehmer wegen einer Mietzinsminderung durch den Mieter aufgrund einer behaupteten Mangelhaftigkeit des Werks/Mietgegenstands. (T15)
  • 4 Ob 105/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
  • 6 Ob 191/12z
    Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 191/12z
    Vgl; Beis ähnlich wie T12
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Veröff: SZ 2012/81
  • 4 Ob 197/13v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 197/13v
    Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T16)
  • 3 Ob 122/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
    Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T17)
    Beis wie T10
  • 3 Ob 94/15t
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 3 Ob 94/15t
    Auch
  • 8 Ob 121/15z
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 121/15z
  • 5 Ob 166/15w
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 5 Ob 166/15w
    Beisatz: Hier: Auslegung der in einem Spaltungsvertrag übernommenen Verpflichtung zum Ersatz der Aktivbezüge der bei der übernehmenden Gesellschaft verwendeten Bundesbeamten. (T18)
  • 8 ObA 95/15a
    Entscheidungstext OGH 29.03.2016 8 ObA 95/15a
    Auch
  • 9 ObA 28/16g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2016 9 ObA 28/16g
  • 6 Ob 58/16x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 58/16x
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Zur zeitlichen Befristung der Möglichkeit, Schilling‑Briefmarken bei der Österreichischen Post AG in Euro‑Briefmarken umzutauschen. (T19)
  • 4 Ob 142/17m
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 142/17m
    Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T20)
  • 2 Ob 102/18s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 102/18s
  • 8 ObA 44/19g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0017758

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19780518_OGH0002_0060OB00594_7800000_001

Rechtssatz für 6Ob696/88 8Ob566/89 (8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070085

Geschäftszahl

6Ob696/88; 8Ob566/89 (8Ob567/89); 6Ob515/96; 5Ob106/99w; 10Ob24/03g; 3Ob249/04w

Entscheidungsdatum

24.11.1988

Norm

MRG §21 Abs3

Rechtssatz

Aus dem Wesen der Betriebskostenpauschalraten als Abschlagszahlungen auf die zu erstattenden Betriebskosten, deren Höhe im Gesetz festgelegt wird, folgt, dass der Mieter - sind diese Pauschalraten aus welchem Grunde immer bisher nicht oder nicht vollständig entrichtet worden - nach Ablauf der für die Abrechnung bestimmten Frist nur mehr die Erstattung der tatsächlich in dem zur Beurteilung stehenden Kalenderjahr aufgelaufenen Betriebskosten schuldet.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 696/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 6 Ob 696/88
    Veröff: WoBl 1989,72 (Würth)
  • 8 Ob 566/89
    Entscheidungstext OGH 19.04.1989 8 Ob 566/89
    Auch; nur: Betriebskostenpauschalraten als Abschlagszahlungen auf die zu erstattenden Betriebskosten, deren Höhe im Gesetz festgelegt wird. (T1) Beisatz: Der Zweck der Betriebskostenpauschalverrechnung ist nur der, den Vermieter von der Vorfinanzierung überwälzbarer Betriebskosten zu entlasten, ohne den Mieter über Gebühr zu belasten. (T2)
  • 6 Ob 515/96
    Entscheidungstext OGH 26.04.1996 6 Ob 515/96
  • 5 Ob 106/99w
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 5 Ob 106/99w
    Vgl auch; Veröff: SZ 72/79
  • 10 Ob 24/03g
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 10 Ob 24/03g
    Auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Vgl auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0070085

Dokumentnummer

JJR_19881124_OGH0002_0060OB00696_8800000_001

Rechtssatz für 5Ob101/91 6Ob579/92 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070097

Geschäftszahl

5Ob101/91; 6Ob579/92; 5Ob2122/96m; 10Ob24/03g; 3Ob249/04w; 5Ob228/18t

Entscheidungsdatum

12.11.1991

Norm

MRG §21 Abs3

Rechtssatz

Mit den Pauschalraten werden keine Akontozahlungen geleistet, sondern Teile des gesetzlichen Mietzinses beglichen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 101/91
    Entscheidungstext OGH 12.11.1991 5 Ob 101/91
    Veröff: SZ 64/155 = ImmZ 1992,74 = WoBl 1992,83 (Würth / Call)
  • 6 Ob 579/92
    Entscheidungstext OGH 29.10.1992 6 Ob 579/92
  • 5 Ob 2122/96m
    Entscheidungstext OGH 12.06.1996 5 Ob 2122/96m
    Beisatz: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, also nicht "entgegen den Bestimmungen der §§ 15 bis 26 MRG geleistet beziehungsweise vereinnahmt", solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. Vor diesem Zeitpunkt beginnt die dreijährige Verjährungsfrist des § 27 Abs 3 dritter Satz MRG nicht zu laufen. (T1)
  • 10 Ob 24/03g
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 10 Ob 24/03g
    Beis wie T1 nur: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. (T2)
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Beis wie T1 nur: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. (T3); Beisatz: BK sind aber nicht Teile des Hauptmietzinses. (T4)
  • 5 Ob 228/18t
    Entscheidungstext OGH 13.12.2018 5 Ob 228/18t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0070097

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19911112_OGH0002_0050OB00101_9100000_003

Rechtssatz für 5Ob43/91 6Ob579/92 5Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070107

Geschäftszahl

5Ob43/91; 6Ob579/92; 5Ob2122/96m; 3Ob249/04w; 5Ob133/11m; 5Ob228/18t

Entscheidungsdatum

26.11.1991

Norm

MRG §21 Abs3

Rechtssatz

Bei der Pauschalvorschreibung handelt es sich um selbständige gesetzliche Mietzinsbestandteile, deren Höhe von den tatsächlich im Vorschreibungsjahr dem Vermieter entstehenden Betriebskosten unabhängig ist. Diese Unabhängigkeit der Pauschalraten von der tatsächlichen Höhe der im Jahr der durchgeführten Pauschalvorschreibung aufgelaufenen Betriebskosten geht so weit, dass Schuldner der Pauschalraten als gesetzlicher Mietzinsbestandteile die Mieter der betreffenden Mietgegenstände im Zeitpunkt der Vorschreibung der Pauschalraten sind, wogegen Schuldner beziehungsweise Gläubiger des sich im Falle der Pauschalvorschreibung aus der bis 30.06. des folgenden Jahres vom Vermieter zu erstellenden Abrechnung nach § 21 Abs 3 vorletzter und letzter Satz MRG ergebenden Fehlbetrages beziehungsweise Überschusses diejenigen Personen sind, die zu dem der Abrechnung folgenden zweiten Zinstermin Mieter dieser Mietgegenstände sind. Es handelt sich daher bei den Pauschalraten gerade um keine Akontierung auflaufender Betriebskosten.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 43/91
    Entscheidungstext OGH 26.11.1991 5 Ob 43/91
    Veröff: WoBl 1992,111 (Würth)
  • 6 Ob 579/92
    Entscheidungstext OGH 29.10.1992 6 Ob 579/92
  • 5 Ob 2122/96m
    Entscheidungstext OGH 12.06.1996 5 Ob 2122/96m
    Vgl auch; Beisatz: Die Pauschalraten werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, also nicht "entgegen den Bestimmungen der §§ 15 bis 26 MRG geleistet beziehungsweise vereinnahmt", solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. Vor diesem Zeitpunkt beginnt die dreijährige Verjährungsfrist des § 27 Abs 3 dritter Satz MRG nicht zu laufen. (T1)
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Beis wie T1 nur: Die Pauschalraten werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. (T2); Beisatz: BK sind aber nicht Teile des Hauptmietzinses. (T3); Beisatz: Die Vorlage der Abrechnung kann durch jeden Mieter iSd § 20 Abs 4 MRG im außerstreitigen Verfahren (§§ 37 ff MRG) ausschließlich gegenüber dem jeweiligen Vermieter erzwungen werden, ebenso im Falle eines BK-Überschusses die Rückforderung durch den Mieter. Die Abrechnung und die Rückzahlung eines BK-Überschusses an den/die Mieter hat somit bei einem Vermieterwechsel der zu erbringen, der in diesem Zeitpunkt Vermieter ist und nicht der vormalige Vermieter. (T4)
  • 5 Ob 133/11m
    Entscheidungstext OGH 25.08.2011 5 Ob 133/11m
    Auch; nur: Es entspricht einhelliger höchstgerichtlicher Rechtsprechung, dass die (rechtmäßig vorgeschriebene) Pauschalrate ein selbständiger gesetzlicher Mietzinsbestandteil ist, der ohne Rücksicht auf eine spätere Abrechnung geschuldet wird und nicht eine Akontierung laufender Betriebskosten. (T5); Bem: Mit ausführlicher Darstellung der Lehre und Rechtsprechung. (T6)
  • 5 Ob 228/18t
    Entscheidungstext OGH 13.12.2018 5 Ob 228/18t
    nur: Bei der Pauschalvorschreibung handelt es sich um selbständige gesetzliche Mietzinsbestandteile. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0070107

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19911126_OGH0002_0050OB00043_9100000_002

Rechtssatz für 3Ob249/04w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0120151

Geschäftszahl

3Ob249/04w

Entscheidungsdatum

27.07.2005

Norm

MRG §6 Abs2

Rechtssatz

Die Vollstreckung eines Auftrags an den Vermieter zur Durchführung von Erhaltungsarbeiten und Verbesserungsarbeiten nach § 6 MRG erfolgt ausschließlich durch Bestellung eines Zwangsverwalters. Die Verwaltung (Zwangsverwaltung) nach § 6 Abs 2 leg. cit. unterscheidet sich von der nach §§ 97 bis 132 EO nicht nur durch ein anderes Verfahren, sondern auch ein anderes Ziel, nämlich die Durchführung der Arbeiten. Dass der bestellte Zwangsverwalter auch die übrige Verwaltung des Hauses, insbesondere auch das Mietzinsinkasso, übernimmt, soll vor allem Störungshandlungen hintanhalten.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120151

Dokumentnummer

JJR_20050727_OGH0002_0030OB00249_04W0000_001

Entscheidungstext 3Ob249/04w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

immolex 2005,273 (Prader) = Zak 2005/55 S 36 - Zak 2005,36 = RdW 2005,743 = MietSlg 57.091 = MietSlg 57.266 = MietSlg 57.321 = MietSlg 57.328

Geschäftszahl

3Ob249/04w

Entscheidungsdatum

27.07.2005

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Schiemer als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Pimmer, Dr. Zechner, Dr. Sailer und Dr. Jensik als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei E*****, ***** vertreten durch Dr. Oliver Jungnickel, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei Verlassenschaft nach Ing. Leopold I*****, vertreten durch Dr. Margit Schoeller, Rechtsanwältin in Wien, wegen 15.923,91 EUR sA, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 30. April 2004, GZ 11 R 171/03b-25, in der Fassung des Berichtigungsbeschlusses vom 20. August 2004, AZ 11 R 171/03b, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 17. Oktober 2003, GZ 10 Cg 637/02m-21, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

1.) Die Bezeichnung der klagenden Partei wird auf E***** GmbH, die der beklagten Partei auf „Verlassenschaft nach Ing. Leopold I*****" richtig gestellt.

2.) Der Revision wird Folge gegeben.

Die Entscheidungen der Vorinstanzen werden aufgehoben. Dem Erstgericht wird die neuerliche Entscheidung nach Verfahrensergänzung aufgetragen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Ad 1.): Die bisher klagende Partei C***** AG wurde mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2004 in die E***** GmbH umgewandelt. Der Beklagte ist nach der Entscheidung zweiter Instanz verstorben. Die Bezeichnungen beider Parteien sind daher entsprechend zu berichtigen (§ 235 Abs 5 ZPO). In der weiteren Darstellung wird dessen ungeachtet weiterhin vom Beklagten als physischer Person gesprochen, Betriebskosten werden auch nur kurz als BK bezeichnet.

Ad 2.): Der Beklagte war Eigentümer von 1770/2013 Anteilen an einer Liegenschaft - an den übrigen Anteilen ist Wohnungseigentum begründet - in Wien mit einem darauf errichteten Zinshaus im Altbestand. Mit Beschluss des zuständigen Bezirksgerichts vom 4. November 1998 wurde die Liegenschaft durch einen näher genannten Zwangsverwalter nach § 6 Abs 2 MRG zur Durchführung bereits rechtskräftig aufgetragener Arbeiten (Instandsetzung der Aufzugsanlage) zwangsverwaltet, davon ab 1. April 2000 mit Zustimmung der drei Käufer. Die Zwangsverwaltung wurde mit Beschluss vom 3. Juli 2000 eingestellt. Mit Kaufvertrag vom 12. April 2000 erwarben drei physische Personen (Rechtsvorgänger der klagenden Partei) vom Beklagten dessen Liegenschaftsanteile. Die hier maßgeblichen Punkte des Kaufvertrags lauten:

Punkt VI. (Gewährleistung)

Festgehalten wird, dass es sich beim Kaufgegenstand um ein Zinshaus handelt, welches zur Gänze vermietet ist.

...

Die Käufer erwerben die ... Liegenschaftsanteile bzw. die ... Liegenschaft wie sie liegt und steht und leistet der Verkäufer keine wie immer geartete Gewähr für eine bestimmte Beschaffenheit, Zustand oder Ertrag des Kaufgegenstandes.

...

Eine rechnerisch allfällig vorhandene Hauptmietzinsreserve oder Erhaltungsbeiträge gemäß MRG gelten mit dem Kaufpreis als verrechnet.

Der Verkäufer leistet jedoch Gewähr dafür, dass die ... Liegenschaftsanteile frei von sonstigen bücherlichen oder außerbücherlichen Real- oder Geldlasten frei in das Eigentum der Käufer übergehen. ..."

Punkt VII. (Vertragsstichtag)

Die Übergabe und Übernahme des Kaufgegenstandes, Übergang von Gefahr und Zufall erfolgt mit dem Tag der Vertragsunterfertigung. Als Tag der Vertragsunterfertigung gilt jener Tag, an welchem sämtliche Vertragsparteien die erforderliche Unterschrift unter den ... Vertrag in beglaubigter Form geleistet haben.

Als Verrechnungsstichtag für die Liegenschaftsaufwendungen wird der 01. April 2000 vereinbart. Von diesem Tag an gehen sohin sämtliche Erträgnisse der Liegenschaft sowie auch Kosten und Lasten vom Verkäufer auf die Käufer über und verpflichten sich diese, den Verkäufer für seine allfällige Inanspruchnahme für nach dem Vertragsstichtag anfallende Lasten vollkommen schad- und klaglos zu halten. Der Verkäufer verpflichtet sich seinerseits gegenüber den Käufern, diese für sämtliche vor dem Vertragsstichtag angefallenen Kosten und Lasten, insbesondere Reparaturarbeiten, vollkommen schad- und klaglos zu halten.

Mit Einbringungsvertrag vom 9. November 2000 übertrugen die drei Käufer die Liegenschaftsanteile im Wege der Universalsukzession an die nun klagende GmbH.

Für die Mieter des Hauses besteht eine Jahrespauschalverrechnung von BK. Für den Zeitraum 1. April 1999 bis 31. März 2000 ergab sich nach den Feststellungen ein „BK-Überschuss" von 219.117,75 S = 15.932,91 EUR, resultierend aus näher genannten Ausgaben und Einnahmen. Da der Zwangsverwalter im Zeitraum vom 1. April 1999 bis 31. März 2000 Ausgaben von 349.919,63 S getätigt hatte, denen Einnahmen von nur 222.297,75 S (darin der BK-Überschuss von 219.177,75 S) gegenüber standen, bestand ein Abgang von 127.621,88 S, der sich durch eine Zahlung an die Beklagtenvertreterin auf 136.321,88 S erhöhte; darauf leistete der Beklagte Zahlungen von 50.527,98 S und 26.840,54 S, sodass eine offene Forderung des Zwangsverwalters gegen den Beklagten von 58.952,83 S = 4.284,27 EUR verblieb. Diesen Betrag machte der Zwangsverwalter gegen den Beklagten gerichtlich geltend, in diesem Zivilprozess verpflichtete sich der Beklagte mit gerichtlichem Vergleich zur Zahlung von 3.000 EUR. Da der Beklagte das „BK-Guthaben" von 219.117,75 S der klagenden Partei nicht erstattete, wurde es auch den Mietern der Mietobjekte gemäß § 21 Abs 3 MRG nicht rückvergütet.

Die klagende Partei als Gesamtrechtsnachfolgerin der drei Käufer der Liegenschaftsanteile begehrte vom beklagten Verkäufer Zahlung von 15.923,91 EUR sA mit der Behauptung, der Beklagte sei seiner Verpflichtung zur Herausgabe des zum Stichtag des Vertrags 31. März 2000 bestehenden BK-Guthabens nicht nachgekommen. Der Zwangsverwalter habe entgegen den üblichen Usancen bei Abrechnung seiner Verwaltungstätigkeit gegenüber dem Beklagten das BK-Guthaben mit einer Eigentümerschuld verrechnet und nicht an die Käufer abgeführt. Der Beklagte sei um diesen Betrag, der seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Zwangsverwalter vermindert habe, bereichert und müsse das BK-Guthaben an die Käufer herausgeben. Im Übrigen werde das Klagebegehren auf alle erdenklichen Rechtsgründe gestützt. Die klagende Partei sei nunmehr mit der Forderung der Mieter auf Herausgabe des BK-Guthabens konfrontiert. Dieses beziehe sich auf den Verrechnungszeitraum vor Stichtag des Vertrags und sei im Zuge der jährlichen BK-Abrechnung zum 30. Juni den Mietern zu refundieren. Bei der vom Zwangsverwalter gegen den Beklagten gerichtlich geltend gemachten Forderung handle es sich um eine zusätzliche Forderung, die über die hier eingeklagte hinausgehe. Der gerichtliche Vergleich habe daher keine Auswirkung auf das nunmehrige Verfahren und berechtige auch nicht zur Kompensation.

Der Beklagte wendete ein, er sei zur Herausgabe eines vor dem Verrechnungsstichtag bestandenen BK-Guthabens an die klagende Partei nicht verpflichtet und sei auch nicht bereichert. Der sich aus der vom Gericht genehmigten Abrechnung des Zwangsverwalters einschließlich seines Honorars ergebende Betrag von 77.368,52 S sei dem Zwangsverwalter überwiesen worden. Das BK-Guthaben, das aus der Zeit vor dem Verrechnungsstichtag resultiere, könne nicht von der klagenden Partei, sondern nur von den Mietern zurückgefordert werden. Diese Forderung auf Herausgabe von Erträgnissen nach dem Verrechnungsstichtag stehe der klagenden Partei gegen den Zwangsverwalter bzw. nachher Hausverwalter zu. Eine Legalzession liege nicht vor; die klagende Partei habe keine Schuld der beklagten Partei eingelöst.

Die Wiedergabe des Parteienvorbringens zu einer vom Beklagten geltend gemachten Gegenforderung von 3.000 EUR zufolge seines mit dem Zwangsverwalter abgeschlossenen Vergleichs ist hier, wie sich zeigen wird, entbehrlich.

Das Erstgericht sprach aus, dass die Klageforderung zu Recht und die Gegenforderung nicht zu Recht bestehe, und gab dem Klagebegehren statt. In rechtlicher Hinsicht vertrat es die Auffassung, die Mieter hätten gegen den Beklagten als Hauseigentümer den Anspruch auf Rückerstattung des zum Vertragsstichtag bestehenden BK-Überschusses. Die Verrechnung dieses Überschusses mit einer Forderung des Zwangsverwalters gegen den Beklagten beträfe allein das Rechtsverhältnis zwischen dem Beklagten und dem Zwangsverwalter und befreie ersteren nicht von seiner Verpflichtung, den BK-Überschuss an die Liegenschaftskäufer auszufolgen, damit diese den Überschuss gemäß § 21 Abs 3 MRG den Mietern rückerstatten könnten. Eine davon abweichende Vereinbarung im Kaufvertrag der Streitteile liege nicht vor; nur eine allfällige Hauptmietzinsreserve und Erhaltungskostenbeiträge gemäß MRG wären gemäß dem Kaufvertrags mit dem Kaufpreis verrechnet, nicht aber ein BK-Guthaben. Der beklagte Verkäufer habe sich verpflichtet, die Käufer für vor dem Vertragsstichtag angefallene Kosten und Lasten schad- und klaglos zu halten. Die nun eingeklagte Forderung gehe über die bezahlten Beträge hinaus, sei auch vom Zwangsverwalter nicht eingeklagt worden und daher nicht mitverglichen. Der Beklagte sei durch die Nichtausbezahlung des Überschusses ungerechtfertigt bereichert (§ 1041 ABGB), weil es durch die Verrechnung mit dem Zwangsverwalter zu einer rechtsgrundlosen Vermögensverschiebung von 15.923,91 EUR zu Lasten der klagenden Partei gekommen sei. Wer ohne Rechtsgrund aus fremdem Eigentum Nutzen ziehe, habe diesen zu vergüten.

Das Berufungsgericht wies das Klagebegehren ab; es vertrat die Rechtsansicht, die Regelung des § 21 Abs 3 MRG über die Abrechnung der pauschal verrechneten BK zum 30. Juni beziehe sich auf die BK und öffentlichen Abgaben des vorausgegangenen Kalenderjahres. Dass der sich per 31. März 2000 rein rechnerisch ergebende BK-Überschuss aus der Abrechnungsperiode des davor liegenden Kalenderjahres resultiere, habe die klagende Partei aber nicht vorgebracht. Eine Abrechnung gegenüber den Mietern aus dem laufenden Kalenderjahr sei allerdings erst im Jahr 2001 zu tätigen (gewesen). Der zum 31. März 2000 errechnete BK-Überschuss sei daher eine rein rechnerische Größe, aus der sich nicht ableiten lasse, ob und bejahendenfalls in welchem Umfang sich ein Rückforderungsanspruch der Mieter zum 30. Juni 2000 für das vorangegangene Kalenderjahr bzw. erst zum 30. Juni 2001 für das laufende Kalenderjahr ergeben werde. Ausgehend von der vertraglichen Vereinbarung der Streitteile, wonach eine rechnerisch allfällig vorhandene Hauptmietzinsreserve oder Erhaltungsbeiträge gemäß MRG mit dem Kaufpreis als verrechnet gelten, und der Qualifikation von BK-Akontozahlungen als Bestandteil des gesetzlichen Mietzinses, ergebe sich, dass der zum 31. März 2000 bestehende positive Saldo dem Beklagten zukomme. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung der Streitteile gelte als Verrechnungsstichtag für die Liegenschaftsaufwendungen der 1. April 2000. Erst von diesem Tag an gingen sämtliche Erträgnisse der Liegenschaft sowie auch Kosten und Lasten vom Beklagten auf die Käufer über. Eine ausdrückliche Vereinbarung über einen allfälligen BK-Überschuss hätten die Parteien nicht getroffen. Da die vom Beklagten eingenommenen BK-Akonti als Teile des gesetzlichen Mietzinses anzusehen seien, stünden die vor dem Verrechnungsstichtag 1. April 2000 eingenommenen BK-Akonti - da die Parteien keine besonderen Vereinbarung getroffen hätten - dem Beklagten zu.

Die von der zweiten Instanz im Verfahren nach § 508 ZPO zugelassene Revision der klagenden Partei ist zulässig und mit ihrem hilfsweise gestellten Aufhebungsantrag berechtigt.

Die beklagte Partei beteiligte sich nicht am Revisionsverfahren.

Rechtliche Beurteilung

a) Die Vollstreckung eines Auftrags an den Vermieter zur Durchführung von Erhaltungs- und Verbesserungsarbeiten nach § 6 MRG erfolgt ausschließlich durch Bestellung eines Zwangsverwalters. Die (Zwangs-)Verwaltung nach § 6 Abs 2 leg. cit. unterscheidet sich von der nach §§ 97 bis 132 EO nicht nur durch ein anderes Verfahren, sondern auch ein anderes Ziel, nämlich die Durchführung der Arbeiten. Dass der bestellte Zwangsverwalter auch die übrige Verwaltung des Hauses, insbesondere auch das Mietzinsinkasso, übernimmt, soll vor allem Störungshandlungen hintanhalten (Würth/Zingher/Kovanyi, Miet- und Wohnrecht21 § 6 MRG Rz 10). Im vorliegenden Fall hat der Zwangsverwalter sowohl die Mietzinse als auch die pauschal verrechneten BK inkassiert. Dass dazu getrennte Konten geführt wurden, ist unbestritten.

b) Zweck der BK-Pauschalverrechnung ist, den Vermieter von der Vorfinanzierung überwälzbarer BK zu entlasten, ohne den Mieter über Gebühr zu belasten (zuletzt 10 Ob 24/03g mwN; RIS-Justiz RS0070085). Mit dieser jährlich vorzunehmenden Abrechnung werden die BK im Nachhinein geltend gemacht, wofür der Gesetzgeber dem Vermieter in § 21 Abs 3 MRG eine Frist bis spätestens zum 30. Juni des folgenden Kalenderjahres setzte. Bei der Jahrespauschalverrechnung von BK hat der Vermieter somit sechs Monate ab Ablauf des Jahres der Fälligkeit der ihm vorgeschriebenen Beträge Zeit, um den Nachweis zu erbringen, die Kosten auch tatsächlich aufgewendet zu haben. Bei BK-Pauschalraten, die gemäß § 21 Abs 3 MRG vorgeschrieben werden und deren Höhe von den tatsächlich im Vorschreibungsjahr dem Vermieter entstehenden BK unabhängig ist, handelt es sich nicht um die (echte) Akontierung auflaufender BK (5 Ob 43/91 = WoBl 1992, 111 [Würth] u.a.; RIS-Justiz RS0070107), sondern um selbständige gesetzliche Mietzinsbestandteile, die als solche ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung geschuldet werden, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind (stRsp, zuletzt 10 Ob 24/03g mwN; RIS-Justiz RS0070097, RS0070107; Würth in Rummel³ § 21 MRG Rz 10, 10d; Würth/Zingher/Kovanyi aaO § 21 MRG Rz 13). BK sind aber nicht - wie der zweitinstanzlichen Entscheidung entnommen werden könnte - Teile des Hauptmietzinses, wie sich schon aus § 15 MRG ergibt, wonach der vom Mieter für die Überlassung eines Mietgegenstands in Hauptmiete zu entrichtende Mietzins u.a. aus dem Hauptmietzins (Abs 1 Z 1 MRG) und dem auf den Mietgegenstand entfallenden Anteil an BK und den von der Liegenschaft zu entrichtenden laufenden öffentlichen Abgaben (Abs 1 Z 2 MRG) besteht. Die Unabhängigkeit der Pauschalraten von der tatsächlichen Höhe der im Jahr der durchgeführten Pauschalvorschreibung aufgelaufenen BK geht so weit, dass Schuldner der Pauschalraten die Mieter der betreffenden Mietgegenstände im Zeitpunkt der Vorschreibung der Pauschalraten sind, wogegen Schuldner (bei einem BK-Passivsaldo) oder Gläubiger (bei einem BK-Überschuss) des sich im Falle der Pauschalvorschreibung aus der bis spätestens zum 30. Juni des folgenden Jahres vom Vermieter zu erstellenden Abrechnung ergebenden Fehlbetrags bzw. Überschusses diejenigen Personen sind, die zu diesem maßgeblichen Stichtag Mieter dieser Mietgegenstände sind. Die Vorlage der Abrechnung kann durch jeden Mieter iSd § 20 Abs 4 MRG im außerstreitigen Verfahren (§§ 37 ff MRG) ausschließlich gegenüber dem jeweiligen Vermieter (5 Ob 196/97b = immolex 1997, 296 = WoBl 1998, 26 = MietSlg 49/18) erzwungen werden, ebenso im Falle eines BK-Überschusses die Rückforderung durch den Mieter. Die Abrechnung und die Rückzahlung eines BK-Überschusses an den/die Mieter hat somit bei einem Vermieterwechsel der zu erbringen, der in diesem Zeitpunkt Vermieter ist und nicht der vormalige Vermieter. Ein im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung resultierender Rückforderungsanspruch der Mieter kann grundsätzlich erst mit der Abrechnung (bzw. nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen (RIS-Justiz RS0070107).

Die Parteien haben nun offenbar übersehen, dass im vorliegenden Fall zwei Stichtage zu beachten sind, nämlich einerseits der Verrechnungsstichtag laut Kaufvertrag 1. April 2000 und andererseits der Stichtag für die im Gesetz vorgeschriebene BK-Abrechnung gegenüber den Mietern. Für letztere ist der 1. April unerheblich; infolge der jährlichen BK-Abrechnung iSd Kalenderjahres ist hier der 31. Dezember der maßgebliche Stichtag. Für die BK ist - ohne vertragliche Berücksichtigung im Kaufvertrag - der 1. April kein Stichtag für irgendetwas, kann doch frühestens erst am letzten Tag des Jahres festgestellt werden, ob tatsächlich ein BK-Überschuss besteht oder nicht. Erst nach dem Stichtag 31. Dezember 1999 entsteht die Abrechnungspflicht des - jeweiligen - Vermieters für die BK pro 1999 spätestens zum 30. Juni 2000. Abrechnungspflichtig für die pauschal verrechneten BK des Jahres 1999 und der Folgejahre war daher nicht mehr der Beklagte. Denn dass die BK-Abrechnung pro 1999 bereits vor dem 1. April 2000 erfolgt wäre, wurde weder behauptet noch festgestellt.

c) Eine Anwendung von Punkt VI. der Kaufvertrags, wonach eine rechnerische allfällig vorhandene Hauptmietzinsreserve oder Erhaltungsbeiträge gemäß MRG mit dem Kaufpreis als verrechnet gelten, auf BK könnte nur dazu führen, dass ein allfälliger BK-Überschuss nicht zusätzlich von den Käufern vom beklagten Verkäufer gefordert werden könnte, abgesehen davon, dass ein BK-Überschuss nicht mit einer Hauptmietzinsreserve verglichen werden kann, wie die Revision selbst zutreffend erkennt.

In der Vertragsbestimmung VII. (Vertragsstichtag) ist aber nun festgehalten, dass als Verrechnungsstichtag für die Liegenschaftsaufwendungen der 1. April 2000 vereinbart wird. Von diesem Tag an gehen sohin sämtliche Erträgnisse der Liegenschaft sowie auch Kosten und Lasten vom Verkäufer auf die Käufer über und verpflichten sich diese, den Verkäufer für seine allfällige Inanspruchnahme für nach dem Vertragsstichtag anfallende Lasten vollkommen schad- und klaglos zu halten. Der Verkäufer verpflichtet sich seinerseits gegenüber den Käufern, diese für sämtliche vor dem Vertragsstichtag angefallenen Kosten und Lasten, insbesondere Reparaturarbeiten, vollkommen schad- und klaglos zu halten.

Zwar bestand zum 1. April 2000 kein BK-Überschuss iSd Gesetzes, somit im Verhältnis zwischen dem alten oder neuen Vermieter und den Mietern, sondern ungeachtet der Feststellungen, die von einem „BK-Überschuss" sprechen, nur eine rechnerische Größe auf dem BK-Konto, konnte doch aus den oben genannten Gründen frühestens zum 31. Dezember 1999 und spätestens zum 30. Juni 2000 feststehen, ob aufgrund der Abrechnung pro 1999 überhaupt ein BK-Überschuss zugunsten der Mieter als allfällige „Last" vorhanden war. Dessen ungeachtet konnten aber die Vertragsteile davon ausgehen, dass ein im Verhältnis zwischen ihnen, somit zwischen altem und neuen Vermieter am Stichtag des Vertrags bestehender „BK-Überschuss" als rechnerische Größe auf dem BK-Konto den Käufern der Liegenschaft und neuen Vermietern zukommen sollte. Denn diese rechnerische Größe stand ja nicht dem Vermieter, sondern den Mietern zu.

Schon das Gericht erster Instanz hätte daher die Parteien zu Erklärungen anleiten müssen, was Inhalt und Sinn von Punkt VII. des Kaufvertrags war und wie dieser Punkt von ihnen verstanden wurde, somit die Frage der Vertragsauslegung in diesem Punkt erörtern müssen.

Gemäß § 914 ABGB ist bei der Auslegung eines Vertrags nicht am buchstäblichen Sinn des Ausdrucks zu haften, sondern die Absicht der Parteien zu erforschen und der Vertrag so zu verstehen, wie es der Übung des redlichen Verkehrs entspricht. Nach § 914 ABGB hat zunächst die wörtliche (grammatikalische) Auslegung eines schriftlichen Vertrags zu erfolgen, sofern dessen Inhalt klar und deutlich ist. Ziel der einfachen Auslegung ist die Ermittlung der Absicht der Parteien. Wenn das Mittel der Wortauslegung (unter Berücksichtigung des - hier erst festzustellenden - Parteiwillens) versagt und damit eine Lücke vorliegt, hat die ergänzende Vertragsauslegung stattzufinden. Als Mittel der ergänzenden Vertragsauslegung kommen der hypothetische Parteiwille (RIS-Justiz RS0017832; Rummel in Rummel³ § 914 ABGB Rz 12; Binder in Schwimann2, § 914 ABGB Rz 15 ff, je mwN), der Grundsatz von Treu und Glauben sowie die Übung des redlichen Verkehrs in Betracht, wobei unter diesen Aspekten keine feste Rangfolge besteht, sondern unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten die Lücke so zu schließen ist, wie es der Gesamtregelung des Vertrags gemessen an der Parteienabsicht am besten entspricht (9 ObA 172/90 = SZ 63/191 u.v.a.). Dabei ist zu fragen, was redliche und vernünftige Parteien unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks für diesen Fall vereinbart hätten, wenn sie den nicht bedachten Fall berücksichtigt hätten bzw. was nach der Übung des redlichen Verkehrs als ergänzende Regelung angenommen werden muss. Zur Übung des redlichen Verkehrs liegt bereits die Äußerung des Sachverständigen Mag. Walter Sobotka in seinem Gutachten vor, es sei üblich, dass im Falle des Verkaufs einer Liegenschaft die BK-Salden an die Käufer bzw. an die von den Käufern bestellte neue Hausverwaltung ausgefolgt werden und diese die Abrechnung mit den Mietern vornehmen. Zu beachten ist auch, dass ein BK-Überschuss wohl nicht als Erträgnis iSd §§ 97 Abs 3, 119 Abs 1 EO der nach § 6 MRG (zwangs-)verwalteten Liegenschaft angesehen werden könnte.

Der Revision ist Folge zu geben.

Der Kostenvorbehalt beruht auf § 52 Abs 1 ZPO.

Textnummer

E78151

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:0030OB00249.04W.0727.000

Im RIS seit

26.08.2005

Zuletzt aktualisiert am

17.02.2012

Dokumentnummer

JJT_20050727_OGH0002_0030OB00249_04W0000_000