Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob526/90 1Ob108/97g 5O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021324

Geschäftszahl

8Ob526/90; 1Ob108/97g; 5Ob23/98p; 7Ob105/99p; 1Ob306/02k; 5Ob60/04s; 9Ob34/04x; 6Ob18/05y; 2Ob275/05p; 1Ob177/05v; 6Ob73/06p; 7Ob303/06v; 6Ob40/08p; 4Ob79/08h; 3Ob136/09k; 7Ob90/10a; 6Ob38/11y; 5Ob21/11s; 6Ob13/11x; 1Ob216/12i; 3Ob234/12a; 3Ob147/14k; 1Ob224/15w; 3Ob176/16b; 1Ob50/17k; 3Ob151/17b; 8Ob34/17h; 9Ob61/17m; 1Ob235/17s

Entscheidungsdatum

26.02.1991

Norm

ABGB §1096 C

Rechtssatz

Das Ausmaß der Zinsminderung richtet sich nach Grad und Dauer der Unbrauchbarkeit des Bestandobjekts (Hier: Zinsminderung von fünfundzwanzig Prozent für Lärmbelästigung an Obergrenze aber gerechtfertigt).

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 526/90
    Entscheidungstext OGH 26.02.1991 8 Ob 526/90
    Veröff: ImmZ 1991,360
  • 1 Ob 108/97g
    Entscheidungstext OGH 15.05.1997 1 Ob 108/97g
    Auch; nur: Das Ausmaß der Zinsminderung richtet sich nach Grad und Dauer der Unbrauchbarkeit des Bestandobjekts. (T1) Veröff: SZ 70/97
  • 5 Ob 23/98p
    Entscheidungstext OGH 10.02.1998 5 Ob 23/98p
    nur T1; Beisatz: Bei Ermittlungsschwierigkeiten darf das Gericht gemäß § 273 Abs 1 ZPO eine Ermessensentscheidung treffen. (T2)
  • 7 Ob 105/99p
    Entscheidungstext OGH 09.06.1999 7 Ob 105/99p
    nur T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 306/02k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2003 1 Ob 306/02k
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 2003/18
  • 5 Ob 60/04s
    Entscheidungstext OGH 29.03.2004 5 Ob 60/04s
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2004/47
  • 9 Ob 34/04x
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 Ob 34/04x
    Vgl; Beisatz: Letztlich hängt aber das Ausmaß der Mietzinsminderung immer von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. (T3); Beisatz: Hier: Gesundheitsschädliche Bleikonzentration im Trinkwasser. (T4)
  • 6 Ob 18/05y
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 6 Ob 18/05y
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Mangel des Bestandobjektes war von Anfang an gegeben - Umsatzvergleich mangels Vollbelegung war nicht möglich. (T5)
  • 2 Ob 275/05p
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 2 Ob 275/05p
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Zu mindern ist nicht der nach Teilzahlungen verbleibende Mietzinsrückstand, sondern der Mietzins in der Periode der Gebrauchsbeeinträchtigung. (T6)
  • 1 Ob 177/05v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2005 1 Ob 177/05v
    Vgl; Beisatz: Hier: Keine Bedenken gegen die Annahme einer 15%igen Zinsminderung bei Einschränkung des Gebrauchsnutzens des vermieteten Bestandobjekts infolge der Errichtung eines Gebäudekomplexes im unmittelbaren Nahebereich. (T7)
  • 6 Ob 73/06p
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 73/06p
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Minderung des Bestandzinses ist durch Vergleich des Bestandzinses, der ohne Mangel und jenem, der mit Mangel für das Bestandobjekt am Markt zu erzielen ist, zu ermitteln. Für das Befreiungsausmaß ist allein der Grad der Unbrauchbarkeit bestimmend, wobei Parteiwille und Verkehrssitte sowie die Unbrauchbarkeitsdauer den Ausschlag geben. (T8)
  • 7 Ob 303/06v
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 7 Ob 303/06v
    Vgl; Beis wie T3
  • 6 Ob 40/08p
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 40/08p
    Vgl; Beis wie T3
  • 4 Ob 79/08h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 79/08h
    Vgl; Beis wie T3; Veröff: SZ 2008/179
  • 3 Ob 136/09k
    Entscheidungstext OGH 22.07.2009 3 Ob 136/09k
    Beis wie T3
  • 7 Ob 90/10a
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 90/10a
    Auch; Beisatz: Hier: Lärmbelästigung in Reihenhaus ohne normgerechte Schalldämmung. (T9)
  • 6 Ob 38/11y
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 6 Ob 38/11y
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 5 Ob 21/11s
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 5 Ob 21/11s
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T8; Beisatz: Solange nicht tragende Grundsätze der Rechtsprechung missachtet werden. Hier: Größe des Badezimmers unrichtig als Ausmaß der Zinsminderung beurteilt. (T10)
  • 6 Ob 13/11x
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 13/11x
    nur T1
  • 1 Ob 216/12i
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 216/12i
    nur T1; Beis wie T3
  • 3 Ob 234/12a
    Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 234/12a
    Auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2013/28
  • 3 Ob 147/14k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 3 Ob 147/14k
    Vgl
  • 1 Ob 224/15w
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 224/15w
  • 3 Ob 176/16b
    Entscheidungstext OGH 18.10.2016 3 Ob 176/16b
    Beis wie T3
  • 1 Ob 50/17k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 50/17k
    Beis wie T3
  • 3 Ob 151/17b
    Entscheidungstext OGH 20.09.2017 3 Ob 151/17b
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Mangelhafter Brandschutz. (T11)
  • 8 Ob 34/17h
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 34/17h
    Auch; nur T1
  • 9 Ob 61/17m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 9 Ob 61/17m
    Auch; nur T1; Beis wie T3
  • 1 Ob 235/17s
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 1 Ob 235/17s
    Auch; Beis wie T3

Schlagworte

%

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0021324

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19910226_OGH0002_0080OB00526_9000000_001

Rechtssatz für 6Ob59/00w 1Ob113/02b 6O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0114566

Geschäftszahl

6Ob59/00w; 1Ob113/02b; 6Ob18/05y; 5Ob257/05p; 3Ob98/08w

Entscheidungsdatum

23.11.2000

Norm

ABGB §1096 Abs1 C

Rechtssatz

Bei einem Bestandvertrag über Geschäftsräumlichkeiten in einem Einkaufszentrum können umfangreiche Leerstehungen in diesem Einkaufszentrum Anlass für eine Mietzinsreduktion sein.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 59/00w
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 59/00w
    Veröff: SZ 73/180
  • 1 Ob 113/02b
    Entscheidungstext OGH 14.10.2002 1 Ob 113/02b
    Verstärkter Senat; Ähnlich; Beisatz: Ein durch die entgegen vertraglicher Verpflichtungen des Bestandgebers erfolgte Eröffnung von Konkurrenzunternehmen im Einzugsbereich des Bestandobjekts (mit-)verursachter erheblicher Rückgang des Geschäftserfolgs des Bestandnehmers rechtfertigt ein Zinsminderungs- bzw -befreiungsbegehren gemäß § 1096 Abs 1 ABGB. (T1); Veröff: SZ 2002/132
  • 6 Ob 18/05y
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 6 Ob 18/05y
    Auch; Beisatz: Hier: „Multifunktionale Zentrum", das aus Büroräumen, einem Hotelbetrieb und verschiedenen Geschäftsbetrieben inklusive bestimmter Freizeitbetriebe, bestehen sollte. (T2)
  • 5 Ob 257/05p
    Entscheidungstext OGH 20.12.2005 5 Ob 257/05p
    Beisatz: Leerstehungen an einem als Urban Entertainment Center (UEC) geplanten Standort als Auswirkung des allgemeinen Risikos der Beteiligung am Geschäftsleben bei freier Marktwirtschaft rechtfertigen nicht die vorzeitige Auflösung des Dauerschuldverhältnisses. (T3)
  • 3 Ob 98/08w
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 98/08w
    Beisatz: Die Bezeichnung eines Prozentsatzes an Leerstehungen in einem Einkaufszentrum, ab dem Zinsminderungsansprüche bejaht werden können, ist nicht möglich, weil die Verletzung des bedungenen Gebrauchs eines Bestandobjekts immer von den Umständen des Einzelfalls abhängt. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0114566

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2008

Dokumentnummer

JJR_20001123_OGH0002_0060OB00059_00W0000_001

Entscheidungstext 6Ob18/05y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

immolex 2005,215 = wobl 2006,159/64 - wobl 2006/64 = MietSlg 57.135 = Zak 2010/564 S 323 (Nademleinsky/Kolmasch, tabellarische Übersicht) - Zak 2010,323 (Nademleinsky/Kolmasch, tabellarische Übersicht)

Geschäftszahl

6Ob18/05y

Entscheidungsdatum

17.03.2005

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Ehmayr als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Huber, Dr. Prückner, Dr. Schenk und Dr. Schramm als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B***** Gesellschaft mbH & Co ***** KG, *****, vertreten durch Fiebinger, Polak, Leon & Partner, Rechtsanwälte in Wien, gegen die beklagten Parteien 1. B.*****gesellschaft mbH, *****, und 2. Khaled S*****, dieser vertreten durch Mag. Judith Morgenstern, Rechtsanwältin in Wien, wegen 141.901,79 EUR, über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgericht vom 19. Oktober 2004, GZ 40 R 288/04f-37, womit über die Berufung der zweitbeklagten Partei das Urteil des Bezirksgerichts Innere Stadt Wien vom 30. Dezember 2003, GZ 30 C 1107/01w-25, teilweise abgeändert wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.

Text

Begründung:

 

Die außerordentlichen Revision ist mangels erheblicher Rechtsfragen iSd § 502 Abs 1 ZPO unzulässig:

Rechtliche Beurteilung

1. In der Entscheidung 6 Ob 59/00w = SZ 73/180, wurde ausgeführt, dass bei der Geschäftsraummiete in einem Einkaufszentrum umfangreiche „Leerstehungen" anderer Mietobjekte eine Mietzinsminderung gemäß § 1096 Abs 1 ABGB rechtfertigen können, weil die „Leerstehungen" der von den Parteien zugrunde gelegten Geschäftsgrundlage widersprechen. Entgegen den Revisionsausführungen sind diese Grundsätze auch auf das hier festgestellte „multifunktionale Zentrum", das aus Büroräumen, einem Hotelbetrieb und verschiedenen Geschäftsbetrieben inklusive bestimmter Freizeitbetriebe, bestehen sollte, anwendbar. Nach den Feststellungen wurde der Bestandvertrag (aufgrund der vereinbarten Betriebspflicht ein Pachtvertrag) auf der Basis eines Gesamtkonzeptes über das „Cityplex" geschlossen, wie es in einer der Bestandnehmerin übergebenen Präsentationsmappe erläutert wurde. In dieser ist nicht nur allgemein von Geschäften und Gastronomiebetrieben sondern auch von einem Kinocenter, einer Diskothek und einem Billardcenter die Rede. Auf ein den Bestandvertrag zugrunde gelegtes Konzept verweist auch § 12 P 3. des Mietvertrags, mit dem die Bestandgeberin die Betriebspflicht der Bestandnehmerin eingehend regelte und eingangs ausführte: „Die Funktionsfähigkeit des Bestandgebäudes ist nur sichergestellt, wenn alle Bestandobjekte innerhalb des von der Vermieterin jeweils festgelegten Vermarktungskonzeptes des Bestandgebäudes betrieben werden". Damit wurde die Vertragsgrundlage klar angesprochen, dass es also in die Sphäre der Bestandgeberin fällt, dafür zu sorgen, dass alle Objekte im Gebäude mit entsprechender Betriebspflicht der Bestandnehmer in Bestand gegeben werden. Der Präsentationsmappe (Beil B) kommt demnach nicht die untergeordnete Bedeutung zu, wie dies die Klägerin und ihr folgend das Erstgericht annahmen. Auch ohne ausdrückliche Zusagen im Bestandvertrag sind die festgestellten „Leerstehungen" daher Grundlage einer Zinsminderung.

2. Wohl wurde in der zitierten Vorentscheidung bei der Berechnung der Höhe des Zinsminderungsanspruchs auf Umsatzeinbußen des Mieters abgestellt. Dort war der Mangel des Bestandobjekts aber nicht - wie hier - von Anfang an gegeben. Mangels entsprechender Vergleichsmöglichkeiten eines schon tatsächlich erzielten Umsatzes bei Vollbelegung des Gebäudes entsprechend dem Gesamtkonzept und den tatsächlich erzielten Umsätzen aufgrund der „Leerstehungen" ist die Einschätzung des Berufungsgerichts gemäß § 273 ZPO wegen offenkundiger Ermittlungsschwierigkeiten nicht zu beanstanden. Eine im Rahmen einer außerordentlichen Revision aufgreifbare Ermessensüberschreitung vermag die Revisionswerberin nicht aufzuzeigen. Ihre Rüge, dass denkwidrig für den Zeitraum 4/02-10/02 eine Zinsminderung von 60 % für berechtigt erkannt wurde, ab November 2002 aber nur mehr 50 %, obwohl sich die Situation ab dieser Zeit sogar noch verschlechtert habe (durch Wegfall des Fitnesscenters), trifft zwar zu, dadurch kann sich aber die Klägerin nicht für beschwert erachten, wenn die Zinsminderung für den erstgenannten Zeitraum hier nicht erfolgreich bekämpft werden kann.

Textnummer

E76740

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:0060OB00018.05Y.0317.000

Im RIS seit

16.04.2005

Zuletzt aktualisiert am

20.10.2010

Dokumentnummer

JJT_20050317_OGH0002_0060OB00018_05Y0000_000