Rechtssatz für 1Ob829/81 1O670/83 3Ob9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018729

Geschäftszahl

1Ob829/81; 1O670/83; 3Ob91/02g; 6Ob274/06x

Entscheidungsdatum

21.12.2006

Norm

ABGB §932 Abs1 V
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Bestimmung des Paragraph 1167, ABGB, wonach Verbesserung nur dann gefordert werden darf, wenn sie nicht einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert, ist auf Verbesserungsansprüche nach Paragraph 932, ABGB analog anzuwenden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 829/81
    Entscheidungstext OGH 03.03.1982 1 Ob 829/81
    Veröff: SZ 55/29
  • 1 O 670/83
    Entscheidungstext OGH 15.06.1983 1 O 670/83
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Vgl auch
  • 6 Ob 274/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 274/06x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0018729

Dokumentnummer

JJR_19820303_OGH0002_0010OB00829_8100000_002

Rechtssatz für 3Ob116/83; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0000534

Geschäftszahl

3Ob116/83; 3Ob91/02g; 3Ob71/08z; 3Ob227/09t; 3Ob153/12i

Entscheidungsdatum

19.09.2012

Norm

EO §7 Ba
  1. EO § 7 heute
  2. EO § 7 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  3. EO § 7 gültig von 01.01.1995 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 624/1994
  4. EO § 7 gültig von 31.07.1929 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 222/1929

Rechtssatz

Die Beschreibung der geschuldeten Leistung hat zwar, soweit dies ihrer Natur nach möglich ist, so genau wie möglich zu erfolgen, hinlänglich bestimmt ist aber zB die in einem Exekutionstitel enthaltene Verpflichtung zur Vornahme aller zu einem bestimmten Zweck notwendigen Handlungen, wenn sich deren Umfang abgrenzen lässt.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 116/83
    Entscheidungstext OGH 30.11.1983 3 Ob 116/83
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Vgl auch; Beisatz: Dem betreibenden Gläubiger soll die Exekution nicht durch einen überzogenen Formalismus unmöglich gemacht werden. (T1); Beisatz: Wird der Beklagte zur Anbringung einer bestimmten Gebäudeisolierung verurteilt, so genügt zur Ermittlung der Details ein Rückgriff auf das die maßgebenden Tatsachen der Entscheidungsgründe tragende Sachverständigengutachten. (T2)
  • 3 Ob 71/08z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 3 Ob 71/08z
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Verpflichtung, Anteile an einer tschechischen GmbH abzutreten und alle dafür erforderlichen Urkunden zu fertigen - kein abgrenzbarer Umfang. (T3)
  • 3 Ob 227/09t
    Entscheidungstext OGH 14.12.2009 3 Ob 227/09t
    Beis wie T1
  • 3 Ob 153/12i
    Entscheidungstext OGH 19.09.2012 3 Ob 153/12i
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0000534

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19831130_OGH0002_0030OB00116_8300000_002

Rechtssatz für 7Ob214/72 7Ob654/79 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0022063

Geschäftszahl

7Ob214/72; 7Ob654/79; 5Ob561/82; 7Ob657/83; 5Ob102/90; 7Ob131/99m; 7Ob238/99x; 6Ob72/00g; 7Ob187/01b; 3Ob91/02g; 6Ob147/04t; 8Ob108/06z; 6Ob274/06x; 6Ob241/06v; 6Ob134/08m; 5Ob107/08h; 7Ob211/09v; 3Ob267/09z; 3Ob183/10y; 5Ob127/11d; 5Ob126/12h; 1Ob132/15s; 1Ob209/16s

Entscheidungsdatum

10.02.2017

Norm

ABGB §932 V
ABGB §932 Abs4 VIId
ABGB §1167
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Im Falle der Verbesserung eines Werkes im Sinne des Paragraph 1167, ABGB ist es unbeachtlich, ob die Verbesserungsaufwendungen den Wert des Werkes übersteigen (SZ 25/277).

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 214/72
    Entscheidungstext OGH 11.10.1972 7 Ob 214/72
    Veröff: VersR 1973,873
  • 7 Ob 654/79
    Entscheidungstext OGH 17.01.1980 7 Ob 654/79
    Beisatz: Der Umstand, dass die Verbesserung dem Unternehmer hohe Kosten verursacht, reicht für die Annahme der Unverhältnismäßigkeit des Aufwandes für die Mängelbeseitigung nicht aus. (T1)
    Veröff: SZ 53/7
  • 5 Ob 561/82
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 5 Ob 561/82
    Beis wie T1
  • 7 Ob 657/83
    Entscheidungstext OGH 17.11.1983 7 Ob 657/83
    Beis wie T1
  • 5 Ob 102/90
    Entscheidungstext OGH 27.11.1990 5 Ob 102/90
    Veröff: ÖBA 1991,121 (Call)
  • 7 Ob 131/99m
    Entscheidungstext OGH 23.06.1999 7 Ob 131/99m
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Hier: Neuverfließung des Bodens. (T2)
  • 7 Ob 238/99x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 7 Ob 238/99x
    Vgl auch; Beisatz: Die Höhe der Behebungskosten allein ist nicht ausschlaggebend, sondern es ist auf die Wichtigkeit einer Behebung des Mangels für den Besteller Bedacht zu nehmen. (T3)
    Beisatz: Soweit nur optische oder funktionell das heißt bei Gebrauch des Werkes nicht ins Gewicht fallende Mängel vorliegen, ist eine Unverhältnismäßigkeit der den Klagsbetrag zumindest erreichenden Sanierung durch Erneuerung praktisch der gesamten Kunstharzbeschichtung zu bejahen. (T4)
  • 6 Ob 72/00g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 72/00g
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hiebei ist nicht nur auf Mängel, die die Gebrauchstauglichkeit des Werkes beeinträchtigen, sondern auch auf die Unzumutbarkeit des Mangels für den Besteller aus sonstigen Gründen Bedacht zu nehmen. Auch der Ästhetik kann unter Umständen eine gewisse Werksfunktion zukommen, nämlich insbesondere dann, wenn das Werk gerade mit Rücksicht auf seine optische Qualität besonders kostspielig ist. (T5)
    Beisatz: Selbst bloße "Schönheitsfehler", die die Funktionalität eines Werkes nicht beeinträchtigen und nur mit hohem Aufwand beseitigt werden können, lassen unter bestimmten Voraussetzungen die Verbesserung nicht unzumutbar erscheinen. (T6)
  • 7 Ob 187/01b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 187/01b
    Vgl auch; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Auch; nur: Im Falle der Verbesserung ist es unbeachtlich, ob die Verbesserungsaufwendungen den Wert des Werkes übersteigen. (T7)
  • 6 Ob 147/04t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 147/04t
    Auch
  • 8 Ob 108/06z
    Entscheidungstext OGH 18.12.2006 8 Ob 108/06z
    Auch; Beisatz: Ist die Beeinträchtigung des Bestellers als wesentlich anzusehen, so werden auch über den Wert des Werkes liegende Kosten für die Verbesserung aufzuwenden sein. Der Wert des Werkes als solcher ist also nicht die Grenze für die Verbesserungsaufwendungen. Entscheidend ist die konkrete Bedeutung der Behebung des Mangels für den Besteller (Übernehmer) im Verhältnis zu den für den Unternehmer (Übergeber) entstehenden Aufwendungen. (T8)
    Beisatz: Hier: Zur - wie bisher zu beurteilenden - „Unverhältnismäßigkeit" der Verbesserung im Sinn des § 932 Abs 4 ABGB idFd GewRÄG (BGBl I 48/2001). (T9)
    Veröff: SZ 2006/184
  • 6 Ob 274/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 274/06x
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 241/06v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 241/06v
    Auch; Beis wie T8
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beisatz: Die Bejahung der Unverhältnismäßigkeit hat zur Folge, dass überhaupt kein primärer Gewährleistungsbehelf zur Verfügung steht, der Übernehmer sohin seinen ursprünglichen Erfüllungsanspruch verliert. (T10)
    Beisatz: Der Verbesserungsaufwand wird in der Regel dann nicht unverhältnismäßig sein, wenn der aus der Verbesserung erwachsende Vorteil so hoch anzusetzen ist, dass ein redlicher und vernünftiger Verkehrsteilnehmer die Reparatur auch auf eigene Kosten durchführen würde. Der Wert des Werkes als solcher ist nicht zwingend die Grenze für die Verbesserungsaufwendungen. Entscheidend ist die konkrete Bedeutung der Behebung des Mangels für den Besteller (Übernehmer) im Verhältnis zu den für den Unternehmer (Übergeber) entstehenden Aufwendungen. (T11)
    Beisatz: Hier: Gebrauchtwagenkauf. Ein Austausch scheidet von vornherein aus, weil es sich bei einem Gebrauchtwagen um eine Speziessache handelt. Von den primären Gewährleistungsbehelfen kommt daher von vornherein nur die Verbesserung in Betracht, sofern diese nicht mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden ist. (T12)
  • 5 Ob 107/08h
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 107/08h
    Vgl; Beisatz: Für die Beurteilung der Unverhältnismäßigkeit des Verbesserungsaufwands ist die konkrete Bedeutung der Behebung des Mangels für den Besteller und seine Beeinträchtigung maßgeblich. (T13)
  • 7 Ob 211/09v
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 211/09v
  • 3 Ob 267/09z
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 3 Ob 267/09z
    Auch
  • 3 Ob 183/10y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 183/10y
    Auch
  • 5 Ob 127/11d
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 127/11d
    Auch; Beis ähnlich wie T12; Beisatz: Bei Speziesschulden scheidet der Austausch aus, weil aufgrund der Parteienvereinbarung eine ganz bestimmte Sache geschuldet wird. (T14)
    Beisatz: Hier: Fenster. (T15)
  • 5 Ob 126/12h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 5 Ob 126/12h
    Vgl
  • 1 Ob 132/15s
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 1 Ob 132/15s
  • 1 Ob 209/16s
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 209/16s
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 2017/13

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0022063

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19721011_OGH0002_0070OB00214_7200000_002

Rechtssatz für 1Ob734/81 7Ob586/82 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018699

Geschäftszahl

1Ob734/81; 7Ob586/82; 3Ob91/02g; 3Ob183/10y; 3Ob109/10s; 4Ob202/16h; 10Ob10/19x; 2Ob99/18z; 6Ob146/20v; 7Ob116/21s

Entscheidungsdatum

29.09.2021

Norm

ABGB §932 I
ABGB §932 V
ABGB §1167
ABGB §1295 Ia5
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Im Gewährleistungsrecht gilt die sogenannte Vorteilsausgleichung, die eine Beschränkung von Schadenersatzansprüchen auf den unter Berücksichtigung allfälliger Vorteile wirklich erlittenen Nachteil bezweckt, schon nach dem Wesen der Gewährleistung nicht.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 734/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1982 1 Ob 734/81
  • 7 Ob 586/82
    Entscheidungstext OGH 29.04.1982 7 Ob 586/82
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Vorteile aus verspäteter Verbesserung beziehungsweise Resterfüllung. (T1); Beisatz: Ob eine Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung zu erwägen wäre, wurde offen gelassen, da die beklagte Partei den Vorteilsausgleich nur in Form einer Zug-um-Zug-Einrede geltend gemacht hätte. Diese Einrede ist jedoch jedenfalls unberechtigt, weil die von der beklagten Partei - trotz Erbringung der Gegenleistung - jahrzehntelang verschleppte Resterfüllung nicht im funktionellen Synallagma (siehe dazu im Grundsätzlichen Aicher in Rummel aaO § 1052 Rz 5; Rummel in Rummel aaO § 859 Rz 6; Welser aaO 4) mit dem nunmehr angestrebten Vorteilsausgleich steht. (T2)
  • 3 Ob 183/10y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 183/10y
    Auch
  • 3 Ob 109/10s
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 109/10s
    Auch
  • 4 Ob 202/16h
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 4 Ob 202/16h
  • 10 Ob 10/19x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2019 10 Ob 10/19x
    Auch
  • 2 Ob 99/18z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2019 2 Ob 99/18z
    Beisatz: Das gilt auch, wenn die Rechtslage nach dem Gewährleistungsrechts-Änderungsgesetz (GewRÄG) anzuwenden ist. (T3)
  • 6 Ob 146/20v
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 6 Ob 146/20v
  • 7 Ob 116/21s
    Entscheidungstext OGH 29.09.2021 7 Ob 116/21s
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0018699

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.12.2021

Dokumentnummer

JJR_19820217_OGH0002_0010OB00734_8100000_001

Rechtssatz für 6Ob58/74; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0021717

Geschäftszahl

6Ob58/74; 7Ob573/77; 7Ob654/79; 1Ob601/80; 5Ob552/81 (5Ob553/81); 1Ob829/81; 8Ob501/82; 7Ob657/83; 4Ob586/87; 3Ob552/89; 2Ob614/89; 7Ob515/91; 5Ob519/94; 7Ob238/99x; 8Ob97/00y; 6Ob72/00g; 5Ob44/01h; 7Ob187/01b; 6Ob110/02y; 4Ob150/02s; 7Ob235/02p; 3Ob91/02g; 6Ob147/04t; 7Ob103/05f; 6Ob274/06x; 5Ob57/07d; 6Ob241/06v; 5Ob107/08h; 7Ob211/09v; 3Ob183/10y; 2Ob135/10g; 2Ob123/12w; 7Ob29/15p; 1Ob209/16s; 5Ob41/22y; 7Ob43/23h

Entscheidungsdatum

28.06.2023

Norm

ABGB §932 Abs4
ABGB §1167
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Der vom Unternehmer zu leistende Aufwand ist unter der Voraussetzung unverhältnismäßig, dass der Vorteil, den die Beseitigung des Mangels dem Besteller gewährt, gegen den für die Beseitigung erforderlichen Aufwand an Kosten und Arbeit so geringwertig ist, dass Vorteil und Aufwand in offensichtlichem Missverhältnis steht, die Beseitigung solchergestalt sich nicht lohnt.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 58/74
    Entscheidungstext OGH 02.05.1974 6 Ob 58/74
    Veröff: SZ 47/58 = EvBl 1975/18 S 46
  • 7 Ob 573/77
    Entscheidungstext OGH 12.05.1977 7 Ob 573/77
  • 7 Ob 654/79
    Entscheidungstext OGH 17.01.1980 7 Ob 654/79
    Veröff: SZ 53/7
  • 1 Ob 601/80
    Entscheidungstext OGH 27.05.1980 1 Ob 601/80
    Auch
  • 5 Ob 552/81
    Entscheidungstext OGH 28.04.1981 5 Ob 552/81
  • 1 Ob 829/81
    Entscheidungstext OGH 03.03.1982 1 Ob 829/81
    Beisatz: Hier: Kaufvertrag (T1)
    Veröff: SZ 55/29
  • 8 Ob 501/82
    Entscheidungstext OGH 15.04.1982 8 Ob 501/82
  • 7 Ob 657/83
    Entscheidungstext OGH 17.11.1983 7 Ob 657/83
  • 4 Ob 586/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 4 Ob 586/87
    Auch; Beisatz: Auch der Werkunternehmer ist im Rahmen der Verbesserung zur Neuherstellung von Teilen verpflichtet; nur die Pflicht zur völligen Neuherstellung des Werkes wird von der Rechtsprechung (EvBl 1967/322) und einem Teil der Lehre verneint. (T2)
  • 3 Ob 552/89
    Entscheidungstext OGH 04.10.1989 3 Ob 552/89
    Auch; Veröff: JBl 1990,461 (siehe Glosse und Gruber RdW 1990,434) = RZ 1990/90 S 206
  • 2 Ob 614/89
    Entscheidungstext OGH 10.01.1990 2 Ob 614/89
  • 7 Ob 515/91
    Entscheidungstext OGH 18.04.1991 7 Ob 515/91
  • 5 Ob 519/94
    Entscheidungstext OGH 17.05.1994 5 Ob 519/94
    Beis wie T2
  • 7 Ob 238/99x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 7 Ob 238/99x
    Beisatz: Soweit nur optische oder funktionell das heißt bei Gebrauch des Werkes nicht ins Gewicht fallende Mängel vorliegen, ist eine Unverhältnismäßigkeit der den Klagsbetrag zumindest erreichenden Sanierung durch Erneuerung praktisch der gesamten Kunstharzbeschichtung zu bejahen. (T3)
  • 8 Ob 97/00y
    Entscheidungstext OGH 29.06.2000 8 Ob 97/00y
    Veröff: SZ 73/109
  • 6 Ob 72/00g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 72/00g
    Beisatz: Die Höhe der Behebungskosten allein ist nicht ausschlaggebend, sondern es ist auf die Wichtigkeit einer Behebung des Mangels für den Besteller Bedacht zu nehmen. (T4)
  • 5 Ob 44/01h
    Entscheidungstext OGH 13.03.2001 5 Ob 44/01h
    Vgl auch
  • 7 Ob 187/01b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 187/01b
  • 6 Ob 110/02y
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 110/02y
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: So können selbst "Schönheitsfehler", die die Funktionalität eines Werkes nicht beeinträchtigen und nur mit hohem Aufwand beseitigt werden können, unter bestimmten Voraussetzungen die Verbesserung nicht unzumutbar erscheinen lassen. (T5)
  • 4 Ob 150/02s
    Entscheidungstext OGH 20.08.2002 4 Ob 150/02s
    Beis wie T4; Beisatz: Hiebei ist nicht nur auf Mängel, die die Gebrauchstauglichkeit des Werkes beeinträchtigen, sondern auch auf die Unzumutbarkeit des Mangels für den Besteller aus sonstigen Gründen Bedacht zu nehmen. Auch der Ästhetik kann unter Umständen eine gewisse Werksfunktion zukommen, nämlich insbesondere dann, wenn das Werk gerade mit Rücksicht auf seine optische Qualität besonders kostspielig ist. (T6)
  • 7 Ob 235/02p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 7 Ob 235/02p
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis ähnlich wie T5
    Veröff: SZ 2002/152
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Auch
  • 6 Ob 147/04t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 147/04t
    Auch
  • 7 Ob 103/05f
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 103/05f
    Vgl auch
  • 6 Ob 274/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 274/06x
    Beisatz: Ob diese Voraussetzung im Einzelfall vorliegt, hängt aber von den konkreten Umständen des zu beurteilenden Falles ab, denen keine über diesen hinausgehende Bedeutung zukommt. (T7)
  • 5 Ob 57/07d
    Entscheidungstext OGH 08.05.2007 5 Ob 57/07d
    Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 6 Ob 241/06v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 241/06v
    Beis wie T7
  • 5 Ob 107/08h
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 107/08h
    Vgl; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Hier: Die exorbitanten Mangelfolgeschäden entstanden vor allem deshalb, weil es um ein luxuriöses Bauvorhaben in bester Wiener Innenstadtlage (Büros und Suiten) ging und der Schaden erst nach Fertigstellung und Bezug auftrat; Bejahung des gesamten Schadenersatzanspruchs. (T8)
  • 7 Ob 211/09v
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 211/09v
  • 3 Ob 183/10y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 183/10y
    Auch
  • 2 Ob 135/10g
    Entscheidungstext OGH 07.04.2011 2 Ob 135/10g
    Auch; Veröff: SZ 2011/45
  • 2 Ob 123/12w
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 123/12w
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T7
  • 7 Ob 29/15p
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 29/15p
  • 1 Ob 209/16s
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 209/16s
    Vgl; Veröff: SZ 2017/13
  • 5 Ob 41/22y
    Entscheidungstext OGH 01.06.2022 5 Ob 41/22y
    Beis wie T7
  • 7 Ob 43/23h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.06.2023 7 Ob 43/23h
    nur: Der vom Unternehmer zu leistende Aufwand ist unter der Voraussetzung unverhältnismäßig, dass der Vorteil, den die Beseitigung des Mangels dem Besteller gewährt, gegen den für die Beseitigung erforderlichen Aufwand an Kosten und Arbeit so geringwertig ist, dass Vorteil und Aufwand in offensichtlichem Missverhältnis stehen. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0021717

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2023

Dokumentnummer

JJR_19740502_OGH0002_0060OB00058_7400000_001

Rechtssatz für 3Ob552/89; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0022044

Geschäftszahl

3Ob552/89; 5Ob102/90; 7Ob131/99m; 7Ob238/99x; 2Ob133/98t; 8Ob97/00y; 5Ob44/01h; 7Ob187/01b; 6Ob110/02y; 7Ob235/02p; 3Ob91/02g; 7Ob33/04k; 6Ob147/04t; 7Ob103/05f; 6Ob80/05s; 5Ob57/06b; 8Ob108/06z; 6Ob274/06x; 7Ob67/07i; 6Ob241/06v; 6Ob134/08m; 5Ob107/08h; 7Ob211/09v; 2Ob135/10g; 5Ob108/11k; 5Ob127/11d; 5Ob126/12h; 2Ob123/12w; 5Ob172/13z; 4Ob44/14w; 7Ob29/15p; 1Ob209/16s; 10Ob65/17g; 9Ob83/18y; 10Ob80/19s; 2Ob28/22i; 5Ob193/21z; 5Ob41/22y; 7Ob43/23h; 1Ob77/23i

Entscheidungsdatum

20.09.2023

Norm

ABGB §932 VIId
ABGB §1167
  1. ABGB § 932 heute
  2. ABGB § 932 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 932 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 932 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Bei der Frage nach der Unverhältnismäßigkeit des Verbesserungsaufwandes ist nicht allein die Höhe der Behebungskosten ausschlaggebend, sondern es ist vor allem auf die Wichtigkeit einer Behebung des Mangels für den Besteller Bedacht zu nehmen. Wenn sich der Mangel eher nur als geringer Nachteil im Gebrauch darstellt, können schon verhältnismäßig geringe Behebungskosten "unverhältnismäßig" sein, wenn der Mangel den Gebrauch aber entscheidend beeinträchtigt, dann sind auch verhältnismäßig hohe Behebungskosten noch kein Grund, die Verbesserung abzulehnen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 552/89
    Entscheidungstext OGH 04.10.1989 3 Ob 552/89
    Veröff: RdW 1990,109 (siehe Glosse von Gruber RdW 1990,434) = JBl 1990,461 = RZ 1990/90 S 206
  • 5 Ob 102/90
    Entscheidungstext OGH 27.11.1990 5 Ob 102/90
    Auch; Veröff: ÖBA 1991,121 (Call)
  • 7 Ob 131/99m
    Entscheidungstext OGH 23.06.1999 7 Ob 131/99m
    Beisatz: Lässt sich jemand, wie dies hier zweifellos zutrifft, ein insbesondere auch mit Rücksicht auf optische Qualität besonders kostspieliges Werk errichten, kommt selbstverständlich auch der Ästhetik eine gewisse Werksfunktion zu. Es erschiene daher unbillig, den Besteller eines solches Werks, das einen störenden optischen Mangel aufweist, der nur mit hohem Aufwand beseitigbar ist, darauf zu verweisen, dass die Funktionalität ohnehin gewahrt sei. Es kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, das teure Fliesen nicht (nur) wegen ihrer besseren Gebrauchstauglichkeit, sondern auch und wohl sogar vorwiegend aus optischen, ästhetischen Gründen gekauft werden. (T1)
    Beisatz: Hier: Neuverfließung des Bodens. (T2)
  • 7 Ob 238/99x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 7 Ob 238/99x
    Beisatz: Soweit nur optische oder funktionell das heißt bei Gebrauch des Werkes nicht ins Gewicht fallende Mängel vorliegen, ist eine Unverhältnismäßigkeit der den Klagsbetrag zumindest erreichenden Sanierung durch Erneuerung praktisch der gesamten Kunstharzbeschichtung zu bejahen. (T3)
  • 2 Ob 133/98t
    Entscheidungstext OGH 25.11.1999 2 Ob 133/98t
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Lässt sich jemand, ein insbesondere auch mit Rücksicht auf optische Qualität besonders kostspieliges Werk errichten, kommt selbstverständlich auch der Ästhetik eine gewisse Werksfunktion zu. (T4)
    Beisatz: Wenn der Gebrauch in der Erweckung eines ästhetischen Eindrucks liegt ist nach den Kriterien wie beim Rechtsmangel vorzugehen. (T5)
  • 8 Ob 97/00y
    Entscheidungstext OGH 29.06.2000 8 Ob 97/00y
    Veröff: SZ 73/109
  • 5 Ob 44/01h
    Entscheidungstext OGH 13.03.2001 5 Ob 44/01h
    Auch; nur: Bei der Frage nach der Unverhältnismäßigkeit des Verbesserungsaufwandes ist nicht allein die Höhe der Behebungskosten ausschlaggebend, sondern es ist vor allem auf die Wichtigkeit einer Behebung des Mangels für den Besteller Bedacht zu nehmen. (T6)
    Beisatz: Ein Verbesserungsanspruch fehlt, wenn die begehrte Verbesserung einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde (§ 1167 ABGB). Das ist dann der Fall, wenn der Verbesserungsaufwand in keinem Verhältnis zu dem dadurch für den Besteller zu erzielenden Vorteil aus der Verbesserung und dem Nachteil steht, den für ihn der Mangel bedeutet. (T7)
    Beisatz: Auch ein allfälliger Anspruch auf Neuherstellung des Werks ist an diesen Grundsätzen zu messen. (T8)
  • 7 Ob 187/01b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 187/01b
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 110/02y
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 110/02y
    nur T6; Beisatz: So können selbst "Schönheitsfehler", die die Funktionalität eines Werkes nicht beeinträchtigen und nur mit hohem Aufwand beseitigt werden können, unter bestimmten Voraussetzungen die Verbesserung nicht unzumutbar erscheinen lassen. (T9)
  • 7 Ob 235/02p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 7 Ob 235/02p
    Beis wie T1 nur: Lässt sich jemand, wie dies hier zweifellos zutrifft, ein insbesondere auch mit Rücksicht auf optische Qualität besonders kostspieliges Werk errichten, kommt selbstverständlich auch der Ästhetik eine gewisse Werksfunktion zu. Es erschiene daher unbillig, den Besteller eines solches Werks, das einen störenden optischen Mangel aufweist, der nur mit hohem Aufwand beseitigbar ist, darauf zu verweisen, dass die Funktionalität ohnehin gewahrt sei. (T10)
    Veröff: SZ 2002/152
  • 3 Ob 91/02g
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 91/02g
    Vgl auch; Beisatz: Auf der Seite des Bestellers kommt es vor allem darauf an, inwieweit der Mangel den Gebrauch beeinträchtigt. (T11)
    Beisatz: Je höher der Vorteil für den Gewährleistungsgläubiger ist, desto eher ist der Verbesserungsaufwand verhältnismäßig. (T12)
  • 7 Ob 33/04k
    Entscheidungstext OGH 31.03.2004 7 Ob 33/04k
    Auch; nur T6; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T12
  • 6 Ob 147/04t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 147/04t
    nur: Bei der Frage nach der Unverhältnismäßigkeit des Verbesserungsaufwandes ist nicht allein die Höhe der Behebungskosten ausschlaggebend, sondern es ist vor allem auf die Wichtigkeit einer Behebung des Mangels für den Besteller Bedacht zu nehmen. (T13)
    Beis wie T7
  • 7 Ob 103/05f
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 103/05f
    nur T7
  • 6 Ob 80/05s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 80/05s
    Auch; Beisatz: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. Hier: Missbräuchliche Rechtsausübung, wenn das hergestellte Werk in Gebrauch genommen wurde und die Mängelbehebung keine besonderen Fachkenntnisse und kein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragsparteien zur Voraussetzung hat. (T14)
  • 5 Ob 57/06b
    Entscheidungstext OGH 21.03.2006 5 Ob 57/06b
    nur T6; Beis wie T14
  • 8 Ob 108/06z
    Entscheidungstext OGH 18.12.2006 8 Ob 108/06z
    Auch; Beisatz: Auch nach der neuen Rechtslage (§ 932 ABGB idF BGBl I 48/2001) ist die „Unverhältnismäßigkeit" der Verbesserung im Sinn des § 932 Abs 4 ABGB nicht - wie nach § 932 Abs 2 ABGB - „relativ" im Verhältnis zu einer konkreten sekundären Abhilfe (Preisminderung) zu beurteilen, sondern wie bisher „absolut" und gewichtiger (Daher keine Übertragung der in § 932 Abs 2 ABGB vorgegebenen Beurteilungsmechanismen und deren Gewichtung). (T15)
    Beisatz: Die „absolute" Unverhältnismäßigkeit kann daher - wie bisher - bejaht werden, wenn der mit der Verbesserung verbundene Aufwand in keinem Verhältnis zu der Bedeutung des Mangels für den Besteller steht, wobei dabei insbesondere die für den Besteller durch den Verweis auf die bloßen Geldansprüche (Preisminderung) verbundenen zusätzlichen Unannehmlichkeiten zu berücksichtigen sind. Ist die Beeinträchtigung des Bestellers als wesentlich anzusehen, so werden auch über den Wert des Werkes liegende Kosten für die Verbesserung aufzuwenden sein. (T16)
    Veröff: SZ 2006/184
  • 6 Ob 274/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 274/06x
    Auch; Beis wie T11
  • 7 Ob 67/07i
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 67/07i
    Auch; Beis wie T14 nur: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für den mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. (T17)
    Beisatz: Allein entscheidend ist dabei nicht die Höhe der Behebungskosten, sondern die Wichtigkeit der Behebung des Mangels, die nach den Umständen des Einzelfalles im Rahmen einer Interessenabwägung zu beurteilen ist. (T18)
  • 6 Ob 241/06v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 241/06v
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T18; Beisatz: Das volle Leistungsverweigerungsrecht besteht nicht, wenn von einem Missverhältnis zwischen den vom Gewährleistungsberechtigten verfolgten Interessen an der Leistungsverweigerung und dem Interesse des Werkunternehmers an der Bezahlung des Werklohns für einen mängelfreien Teil des Werks auszugehen ist. (T19)
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beis wie T15; Beisatz: Die Bejahung der Unverhältnismäßigkeit hat zur Folge, dass überhaupt kein primärer Gewährleistungsbehelf zur Verfügung steht, der Übernehmer sohin seinen ursprünglichen Erfüllungsanspruch verliert. (T20)
    Beisatz: Der Verbesserungsaufwand wird in der Regel dann nicht unverhältnismäßig sein, wenn der aus der Verbesserung erwachsende Vorteil so hoch anzusetzen ist, dass ein redlicher und vernünftiger Verkehrsteilnehmer die Reparatur auch auf eigene Kosten durchführen würde. Der Wert des Werkes als solcher ist nicht zwingend die Grenze für die Verbesserungsaufwendungen. Entscheidend ist die konkrete Bedeutung der Behebung des Mangels für den Besteller (Übernehmer) im Verhältnis zu den für den Unternehmer (Übergeber) entstehenden Aufwendungen. (T21)
    Beisatz: Hier: Gebrauchtwagenkauf. Ein Austausch scheidet von vornherein aus, weil es sich bei einem Gebrauchtwagen um eine Speziessache handelt. Von den primären Gewährleistungsbehelfen kommt daher von vornherein nur die Verbesserung in Betracht, sofern diese nicht mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden ist. (T22)
  • 5 Ob 107/08h
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 107/08h
    Beisatz: Es ist die konkrete Bedeutung der Behebung des Mangels für den Besteller und seine Beeinträchtigung maßgeblich. (T23)
  • 7 Ob 211/09v
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 211/09v
    Beis wie T8
  • 2 Ob 135/10g
    Entscheidungstext OGH 07.04.2011 2 Ob 135/10g
    Auch; Auch Beis wie T8
    Veröff: SZ 2011/45
  • 5 Ob 108/11k
    Entscheidungstext OGH 07.07.2011 5 Ob 108/11k
    Auch; Auch Beis wie T14; Beis wie T18
  • 5 Ob 127/11d
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 127/11d
    Auch; Beis ähnlich wie T22; Beisatz: Bei Speziesschulden scheidet der Austausch aus, weil aufgrund der Parteienvereinbarung eine ganz bestimmte Sache geschuldet wird. (T24)
    Beisatz: Hier: Fenster. (T25)
  • 5 Ob 126/12h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 5 Ob 126/12h
    Auch
  • 2 Ob 123/12w
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 123/12w
    Auch; Beis wie T18; Beisatz: Hier: Kein bloßer Vergleich mit voraussichtlichen Sanierungskosten bei Unbrauchbarkeit von Wohn- und Geschäftsräumen aufgrund Durchfeuchtung der Wände. (T26)
  • 5 Ob 172/13z
    Entscheidungstext OGH 20.09.2013 5 Ob 172/13z
    Ähnlich; Beisatz: Die im Rechtsmittel relevierten Unverhältnismäßigkeitsvoraussetzungen nach § 932 Abs 4 ABGB wurden bis Schluss der Verhandlung erster Instanz beklagtenseits nicht eingewendet, sodass ihre Geltendmachung erstmals in der Revision gegen das Neuerungsverbot verstößt. (T27)
  • 4 Ob 44/14w
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 44/14w
    nur: Wenn sich der Mangel eher nur als geringer Nachteil im Gebrauch darstellt, können schon verhältnismäßig geringe Behebungskosten "unverhältnismäßig" sein, wenn der Mangel den Gebrauch aber entscheidend beeinträchtigt, dann sind auch verhältnismäßig hohe Behebungskosten noch kein Grund, die Verbesserung abzulehnen. (T28)
    Beis wie T21; Beis wie T23
  • 7 Ob 29/15p
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 29/15p
  • 1 Ob 209/16s
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 209/16s
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T10; Beis wie T21; Veröff: SZ 2017/13
  • 10 Ob 65/17g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 10 Ob 65/17g
    Auch
  • 9 Ob 83/18y
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 9 Ob 83/18y
    Beis wie T18
  • 10 Ob 80/19s
    Entscheidungstext OGH 18.02.2020 10 Ob 80/19s
  • 2 Ob 28/22i
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 2 Ob 28/22i
    Beis wie T18
  • 5 Ob 193/21z
    Entscheidungstext OGH 01.06.2022 5 Ob 193/21z
  • 5 Ob 41/22y
    Entscheidungstext OGH 01.06.2022 5 Ob 41/22y
    nur T13
  • 7 Ob 43/23h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.06.2023 7 Ob 43/23h
  • 1 Ob 77/23i
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.09.2023 1 Ob 77/23i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0022044

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.10.2023

Dokumentnummer

JJR_19891004_OGH0002_0030OB00552_8900000_001

Entscheidungstext 3Ob91/02g

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

RdW 2003,370 = JBl 2003,521 = ecolex 2004,100 = 787

Geschäftszahl

3Ob91/02g

Entscheidungsdatum

29.01.2003

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Zechner als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Graf, Dr. Pimmer, Dr. Sailer und Dr. Schramm als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.) Renate B*****, 1/1, 2.) Karl und Gabriele S*****, 1/2, 3.) Siegfried und Katharina G*****, 1/3, 4. Ingrid G*****, 1/5, 5. Stefan S*****, 1/6, 6.) Gottfried und Martina M*****, 1/7, 7.) Irene B*****, 1/8, 8.) Edeltraud H*****, 1/9, 9.) Albert und Ursula L*****, 1/13, 10.) Gary P*****, 1/15, 11.) Hermann und Karin O*****, 1/17, 12.) Renate R*****, 1/18, 13.) Helmut und Ilse Z*****, 1/19, 14.) Franz P*****, 1/20, 15.) Rudolf und Susanne H*****, 1/23, 16.) Herta S*****, 1/24, 17.) Tomas P*****, 1/25, 18.) Johann und Maria P*****, 1/26, 19.) Herbert und Ingrid S*****, 1/27, 20.) Werner und Herta F*****, 1/29, 21.) Horst M*****, 1/30, 22.) Elisabeth S*****, 1/33, 23.) Brigitta K*****, 1/35, 24.) Regina K*****, 1/36, 25.) Christa L*****, 1/37, 26.) Rosa K*****, 1/39, 27.) Karl B*****, 1/41, 28.) Friedrich B*****, 1/43, 29.) Ing. Eva D*****, 1/44, 30.) Heribert S*****, 1/45, 31.) Hiltraud R*****, 1/46, 32.) Gerlinde G*****, 1/47, 33.) Mag. Johann und Helmtraud K*****, 1/51, 34.) Dietrich und Renate S*****, 1/53, 35.) Roman W*****, 1/54, 36.) Karl und Christine M*****, 1/56, 37.) Gudrun V*****, 1/59, 38.) Mag. Helmut P*****, 1/60, 39.) Peter D*****, 1/61, 40.) Ingrid N*****, 1/62, 41.) Peter R*****, 1/63, 42.) Peter S*****, 1/68, 43.) Peter und Gay J*****, 1/69, 44.) Leopold S*****, 1/70, 45.) Ewald und Maria S*****, 1/71, 46.) Christine V*****, 1/72, 47.) Eduard und Maria D*****, 2/1, 48.) Franziska H*****, 2/2, 49.) Maria B*****, 2/4, 50.) Dr. Monika S*****, 2/5, 51.) Margarete K*****, 2/6, 52.) Anastasia S*****, 2/8, 53.) Robert P*****, 2/9, 54.) Paul P*****, 2/10, 55.) Gerhard K*****, 2/11, 56.) Erich S*****, 2/12, 57.) Friedrich und Anna S*****, 2/13, 58.) Franz K*****, 2/14, 59.) Gertraud S*****, 2/15, 60.) Hildegard M*****, 2/18, 61.) Maria S*****, 2/20, 62.) Emma W*****, 2/21, 63.) Heinz und Elfriede T*****, 2/22, 64.) Elfriede P*****, 2/23, 65.) Anita V*****, 2/24, 66.) Rudolf und Anna W*****, 2/26, 67.) Friedrich und Regina S*****, 2/29, 68.) Regina K*****, 2/30, 69.) Ernst C*****, 2/32, 70.) Wolfgang M*****, 2/33, 71.) Dr. Hermine R*****, 2/34, 72.) Ernestine K*****, 2/35, 73.) Anneliese G*****, 2/36, 74.) Johann und Leonore V*****, 2/40, 75.) Dagmar B*****, 2/43, 76.) Manfred K*****, 2/44, 77.) Wilhelm und Maria D*****, 2/46, 78.) Franz S*****, 2/47, 79.) Alfred und Herta T*****, 2/48, 80.) Edith K*****, 2/49, 81.) Karl und Monika W*****, 2/50, 82.) Elisabeth W*****, 2/51, 83.) Alfred und Liliane B*****, 2/53, 84.) Monika M*****, 2/54, 85.) Ingrid M*****, 2/55, 86.) Maria G*****, 2/56, 87.) Gerhard und Elfriede V*****, 2/57, 88.) Margareta B*****, 2/58, 89.) Ing. Robert S*****, 2/61, 90.) Ing. Josef und Friederike D*****, 2/62, 91.) Dietberga K*****, 2/63, 92.) Richard und Klara K*****, 2/64, 93.) Elisabeth G*****, 2/69, 94.) Johann und Margarete C*****, 2/71, 95.) Dr. Wilhelm P*****, 2/72, 96.) Adolfine S*****, 2/73, 97.) Mag. Brigitte W*****, 2/74, 98.) Peter P*****, 2/76, 99.) Silvia F*****, 2/77, 100.) Elisabeth B*****, 2/79, 101.) Christine K*****, 2/81, 102.) Friedrich S*****, 2/82, 103.) Maria B*****, 2/83, 104.) Wolfgang E*****, 2/84, 105.) Ing. Maximilian M*****, 2/85, 106.) Susanne S*****, 2/87, 107.) Ilse M*****, 2/88, 108.) Josefine F*****, 2/89, 109.) Erich J*****, 2/90, 110.) Emma N*****, 2/91, 111.) Barbara J*****, 2/92, 112.) Brigitte N*****, 2/94, 113.) Margit G*****, 2/95, 114.) Karl S*****, 2/96, 115.) Dr. Wolfgang H*****, 3/1, 116.) Elisabeth M*****, 3/4, 117.) Franz und Theresia K*****, 3/6, 118.) Angelika L*****, 3/8 119.) Günter und Monika H*****, 3/10, 120.) Eva R*****, 3/11, 121.) Günter F*****, 3/12 122.) Kurt<bo> und Dietlinde B*****, 3/13, 123.) Johann und Gerlinde G*****, 3/14, 124.) Johann und Edith W*****, 3/15, 125.) Herbert und Waltraud W*****, 3/17, 126.) Karl S*****, 2/18, 127.) Johanna W*****, 3/19, 128.) Norbert und Susanne K*****, 2/21, 129.) Otto und Maria S*****, 3/22, 130.) Herbert und Theresia S*****, 3/23, 131.) Raimund und Renate B*****, 3/24, 132.) Karl und Herta P*****, 3/25, 133.) Rainer V*****, 3/27, 134.) Ing. Gerhard und Margarete B*****, 3/28, 135.) Johann und Renate R*****, 3/20, 136.) Karl und Gabriele Z*****, 3/21, 137.) Kurt und Christine S*****, 3/32, 138.) Heinrich K*****, 3/34, 139.) Robert H*****, 3/38, 140.) Herbert und Elfriede W*****, 3/41, 141.) Dr. Renate M*****, 3/42, 142.) Wilhelm K*****, 3/43, 143.) Gerhard und Gerlinde H*****, 3/45, 144.) Ernst E*****, 3/47, 145.) Wilhelm S*****, 3/49,<bo> 146.) Rudolf und Michaela S*****, 3/51, 147.) Robert und Margit S*****, 3/55, 148.) Ulrike K*****, 3/57, 149.) Gerhard und Kunigunde P*****, 3/58, 150.) Gerhard K***** 3/59, 151.) Peter und Helene M***** 3/62, 152.) Alfred C*****, 3/63, 153.) Ing. Walter P*****, 3/64, 154.) Heinz und Silvia D*****, 3/65, 155.) Eduard und Helene F*****, 3/67, 156.) Franz P*****, 3/68, 157.) Walter und Christine P*****, 3/69, 158.) Leo und Hilde H*****, 3/70, alle *****, 1.)-72.), 74.)-108.), 110.)-151.) sowie 153.)-158.) klagende Parteien vertreten durch Rechtsanwälte Kadlec & Weimann Partnerschaft (OEG) in Wien, wider die beklagte Partei W***** reg.Gen.mbH, *****, vertreten durch Dr. Rudolf Fuchs, Rechtsanwalt in Wien, und die Nebenintervenientin M***** AG, *****, vertreten durch Dr. Axel Nepraunik, Rechtsanwalt in Wien, wegen Mängelbehebung, infolge Revision der beklagten Partei und der Nebenintervenientin gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 26. September 2001, GZ 13 R 101/00v-214, womit infolge Berufung der beklagten Partei und der Nebenintervenientin das mit Beschluss vom 10. Mai 2000, GZ 4 Cg 26/94m-199, berichtigte Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 24. Februar 2000, GZ 4 Cg 26/94m-195, teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die beklagte Partei ist schuldig, den 1.)-72.), 74.)-108.), 110.)-151.) und 153.)-158.) klagenden Parteien die mit 2.779,35 EUR (darin enthalten 463,22 EUR USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu zahlen.

Text

Begründung:

Die beklagte Partei, ein gemeinnütziges Wohnbauunternehmen, errichtete als Wohnungseigentumsorganisator durch die Nebenintervenientin als Generalunternehmerin ein 16-stöckiges Wohnhaus in Wien 22. Die Wohnungen wurden den Klägern bzw deren Rechtsvorgängern als Wohnungseigentümer am 6. Dezember 1976 übergeben. Das Wohnhaus wurde mit vorgefertigten Platten in Elementbauweise errichtet und an der Fassade eine 3 cm dicke Telwolleschicht angebracht, die aus etwa 120 x 100 cm bzw 60 x 100 cm großen Platten besteht. Diese Glaswolleplatten wurden entgegen der Verordnung des Magistrats der Stadt Wien vom 23. Oktober 1974 über die bis zum 31. Dezember 1976 befristete Zulassung der Dryvit-Beschichtung nur punktweise mit der Außenmauer verklebt, anstatt - wie vorgeschrieben und nach bautechnischen Gesichtspunkten erforderlich - am Plattenrand vollflächig und im Übrigen noch punktweise verklebt zu werden. Dadurch verblieb zwischen Putz und Platten ein - stellenweise bis zu 1,5 cm breiter - Hohlraum. Die nachträgliche Herstellung einer vollflächigen Verklebung entlang der Dämmplattenräume ist nicht mehr möglich. Die Platten wurden an den Stoßstellen noch in vier Punkten mit Blechklammern an der Fassade befestigt. Diese Klammern entsprachen nicht dem damaligen Stand der Technik; sie reichten nur in die Lecaschicht und fanden dort nicht den nötigen Halt. Nach den Verlegevorschriften des Herstellers waren Kunststoffnägel mit einem Kopfdurchmesser von mindestens 50 mm zu verwenden. Auf die Oberfläche der Telwolleschicht wurde eine Glasgewebeschicht geklebt, auf der ein Kunststoffverputz aufgebracht wurde. Glasgewebe und Kunststoffverputz sind etwa 3 mm stark. Dieser Fassadenaufbau dient als Wärme- und Feuchtigkeitsdichtung. Die über 16 Geschosse reichende Putzfassade von 12.686,62 m2 wurde entgegen der Anweisung des Herstellers der Dämmplatten auf eine Höhe von 46 m ohne die vorgeschriebenen wasserdichten horizontalen und vertikalen Fugen bei mindestens jedem dritten Geschoß aufgebracht. Dies trug letztlich zur Rissbildung bei. Im Zeitpunkt der Errichtung hatte man noch keine Erfahrungen mit derartigen Außenwanddämmsystemen für Hochhäuser. Es gab auch keine (technische) Richtlinie für die Verarbeitung von Telwolleplatten.

Im Winter 1977/78 und verstärkt im Winter des nächsten Jahres bildeten sich an der Südsüdwest- und an der Westnordwest-Fassade - dort insbesondere im Bereich der Stiegen 1 und 2 - Risse im Dünnputz. Sie ermöglichten das Eindringen von Regenwasser und als Folge dessen die Durchnässung der Wärmedämmplatten; diese wölbten sich deshalb auf, was wiederum die Rissbildung verstärkte. Wegen der Durchnässung verloren die Platten ihre Wärmedämmwirkung. Ihr Gewicht erhöhte sich auf das 2,4-fache. Das führte zur Überforderung der Verankerung durch die Blechklammern und zum Absturz einzelner Platten. Das von den Platten nicht aufgenommene Regenwasser floss - erleichert durch die vorhandenen Hohlräume - hinter der Fassade ab und trat an deren unterem Ende aus. Diese Schäden betrafen vor allem die Westfassade.

Die beklagte Partei hatte die Nebenintervenientin als Generalunternehmerin zur Sanierung der Fassade aufgefordert. Daraufhin wurden 1980 und 1981 einzelne losgelöste Glaswolleplatten ersetzt bzw durchnässte Platten ausgetauscht. An der Süd- und Westfassade wurden die Platten mit 13,5 cm langen Kunststoffdübeln, die einen Kopfdurchmesser von 3,5 cm hatten, befestigt. Sie wurden vollflächig verspachtelt, mit Glasseidengewebe überzogen und mit einem weiteren Dünnputz als Endbeschichtung versehen. Ob die in den technischen Verarbeitungsrichtlinien der Systemanbieter ausgewiesene Zahl von 6 Dübeln je m2 Fassadenfläche erreicht wurde, ist nicht feststellbar. An den durch Windsog beeinflussten Gebäudekanten ist sogar eine höhere Dübelzahl je m² erforderlich. Bei zwei "relativ kleinen Probestelle" wurden keine Dübel vorgefunden. Die Dübel müssen - bei ordnungsgemäßer Verarbeitung - mindestens 3 cm in den festen Untergrund (= Betonkern) eindringen. Das war im Bereich Loggiawände und -parapete nicht der Fall. Bei einer Befundaufnahme am 27. Oktober 1994 über den Zustand des Außenwandaufbaus an der nicht sanierten Fassadenfläche wurde bei keiner Prüfstelle eine Verankerungstiefe von 3 cm im Kernbeton vorgefunden.

Anlässlich einer Besprechung am 26. September 1980 erklärten Vertreter der beklagten Partei den Klägern, die wegen der Neuartigkeit des Fassadenaufbaus gewährte 5-jährige Garantiezeit werde mit 1981 auslaufen. Die beklagte Partei erkläre sich ferner bereit, die gesamte Fassade in der Art der begonnenen Verbesserung kostenlos zu "renovieren". Mit Bescheid der MA 37/22 vom 30. Dezember 1982 wurde der beklagten Partei aufgetragen, den gesamten Fassadenaufbau (Wärmeschutzfassade) konsensgemäß instandzusetzen. Dabei wurde - nach dem damaligen Kenntnisstand - "der rapide Abfall der Festigkeit der verwendeten Mineralwolldämmplatten quer zur Plattenebene bei Durchfeuchtungen nicht berücksichtigt", weil "man davon ausgegangen war, dass eine Durchfeuchtung nicht in Betracht gezogen werden müsse". Die restliche Westfassade von 4.951,73 m2 wurde in den Jahren 1983 und 1984 nach dem Auftreten von Schäden saniert. Dort gab es keine weiteren Sanierungsmaßnahmen mehr. Entgegen dem Auftrag der MA 37 wurden bei der Sanierung (zu kurze) Dübel mit 13 und 13,5 cm Länge verwendet. Es war ferner die Eindringtiefe im Kernbeton zu gering. An der schmalen, nach Süden weisenden Straßenfassade fielen Anfang Jänner 1986 zwischen dem 13. und 14. Stockwerk mehrere Glaswolleplatten in einer Fläche von etwa 4,5 m2 ab. Am 1. Mai 1989 lösten sich bei starkem Wind an der bis dahin nicht sanierten Nordfassade an der westlichen Kante 11 bis 12 Stück Glaswolleplatten. Diese Platten wurden erneuert und mit Putz überzogen. Die Nordfassade wurde jedoch nicht zur Gänze erneuert. Die Ursache weiterer Feuchtigkeitsschäden im Bereich der Fensterbretter und der nachträglich mit Fenstern verschlossenen Loggien ist ungeklärt. Im Bereich der Ostfassade bestanden am 10. Mai 1983 im Bereich der Stiegen 1 und 2 mehrfache Risse und Nässeflecken. Die Ecken der schräg vorspringenden Erker wiesen Putzzerstörungen auf.

Am 17. 8. 1998 waren im südwestlichen Fassadenbereich entlang der Stirnfläche der etwa 30 cm breiten Wandscheibe über die gesamte Gebäudehöhe unzählige waagrecht verlaufende durchgehende Risse mit Rissbreiten im Millimeterbereich in der Deckschichte des Wärmedämm-Verbundsystems vorhanden. Eine Vielzahl der Risse setzte sich bis etwa 70 cm weit in der anschließenden Westfassade fort. Im fünften Obergeschoss war der Dämmstoff teilweise abgelöst. Das gleiche Bild zeigte sich im Parapetbereich des achten Obergeschosses der Westfassade verbunden mit einer Wölbung nach außen. Auch im südöstlichen Fassadenbereich fanden sich mehrere Risse. Am 30. 9. 1998 bestanden Fassadenschäden entlang der südwestlichen Gebäudeecke. Diese horizontalen und vertikalen Risse waren bis zu 10 bis 20 mm breit und führten stellenweise zu Putzablösungen. Von der südwestlichen Kante gingen sowohl auf die Westfläche als auch auf die Südfläche Horizontalrisse mit Längen von jeweils etwa 30 cm bis 70 cm aus. Auf der Westfläche und unabhängig von der südwestlichen Kante zeigten sich einige Horizontalrisse, die sich der einspringenden Gebäudeecke näherten. Im 11. Stock war der faserverstärkte Dünnputz unmittelbar an der Kante und entlang der aufgetretenen Vertikal- und Horizontalrisse abgeplatzt, sodass die Wärmedämmung bloß lag. Die Risse sind durch Witterungseinflüsse deutlich schwarz verfärbt und bestehen zumindest seit Mai 1993. Eine nach bautechnischen Gesichtspunkten ordnungsgemäße Sanierung erfordert eine vollständige Erneuerung der Fassade. Dabei müssen die Wärmedämmplatten durch Steinwolleplatten ersetzt werden.

Die Klage wurde am 1. Dezember 1981 eingebracht. Auf Grundlage des noch nicht erledigten Eventualbegehrens soll die beklagte Partei schuldig erkannt werden, innerhalb einer vom Gericht gemäß Paragraph 409, Absatz 2, ZPO zu bestimmenden Frist die Mängel der gesamten Hausfassade zu beheben, und zwar durch Entfernen der vorhandenen ungeeigneten Isolierplatten samt Verputz und Befestigungsmittel, Aufbringen einer geeigneten Wärmedämmschicht, deren Dämmwert mindestens dem entspricht, der mit den vorhandenen Isolierplatten hätte erreicht werden sollen, so insbesondere durch das Aufkleben von geeigneten mineralisch gebundenen Holzwolleleichtbauplatten in der notwendigen Stärke oder von mindestens 3 cm dicken Rockwoolplatten; Anarbeiten aller Verblechungen, Aufbringen einer Putzarmierung, fachgerechte Befestigung der Wärmedämmung mit Nägeln, Dornen oder ähnlichem und Aufbringen eines bauphysikalisch geeigneten Verputzes.

Die Kläger brachten vor, die Eigentumswohnungen seien ihnen am 6. Dezember 1976 übergeben worden. An der Fassade des Gebäudes seien Mängel durch Aufwölbungen, Risse, Durchfeuchtungen und die Ablösung ganzer Platten aufgetreten. Zumindest dort fehle die vorgeschriebene Befestigung mit Nägeln und Kunststoffplatten. Das im Hochhausbau erstmals unerprobt und gegen die anerkannten Regeln der Technik verwendete Dämmmaterial sei für eine fachgerechte Fassadengestaltung ungeeignet. Die mangelhafte Fassade bewirke auch eine Durchfeuchtung der Innenräume. Die beklagte Partei, die über eine eigene Baufachabteilung verfüge, habe in gröblichster Verletzung ihrer vertraglichen und gesetzlichen Sorgfaltspflicht entgegen den anerkannten Regeln der Technik eine Fassade errichten lassen, die den gewöhnlichen Anforderungen an ein Bauwerk und dessen bedungenen Gebrauch als Wohnobjekt nicht entspreche. Das gelte insbesondere für das Außendämmmaterial. Die beklagte Partei habe mit der Generalunternehmerin - der Nebenintervenientien - eine fünfjährige Gewährleistungsfrist vereinbart, eine solche aber auch den Klägern gegenüber anerkannt. Deren Arbeiten 1980 und im Frühsommer 1981 hätten die Mängel nicht beseitigt. Die beklagte Partei habe im Verhältnis zur Nebenintervenientin mängelbedingt Rücklässe "in Millionenhöhe" zurückgehalten, aber von sich aus keine geeigneten Maßnahmen zur Mängelbehebung eingeleitet. Die Mangelhaftigkeit der Fassade folge schon daraus, dass der Auftrag der Baubehörde vom 14. November 1975, wasserabweisende Rockwoolplatten zu verwenden, nicht befolgt worden sei. Die beim untauglichen Behebungsversuch verwendeten Kunststoffnägel müssten mindestens 3 cm tief im tragenden Grund (Betonkern) sitzen. Auch diese Auflage der Baubehörde habe die beklagte Partei verletzt. Die nachträglich eingeschlagenen Kunststoffnägel säßen nur in der Lecaschicht. Die Frage nach der Mangelhaftigkeit der gesamten Fassade sei durch den rechtskräftigen Bescheid der MA 37/22 vom 30. Dezember 1982 rechtskräftig entschieden. Der beklagten Partei sei aufgetragen worden, den gesamten Fassadenaufbau (Wärmeschutzfassade) konsensgemäß instandzusetzen. Entgegen deren Ansicht betreffe dieser Auftrag die Behebung von Baugebrechen am gesamten Fassadenaufbau. In der Bescheidbegründung werde die Konsens- und Bauordnungswidrigkeit des bestehenden Zustands ausdrücklich festgehalten. Mängelbehebungsversuche der Nebenintervenientin seien untauglich und vorschriftswidrig gewesen. Diese Behebungsversuche seien jedoch als Anerkenntnis der Mängel und der Gewährleistungspflicht zu werten. Gegen die Erfüllung des Auftrags, den konsensgemäßen Zustand herzustellen, sei die Geltendmachung eines Abzugs "neu für alt" nicht zulässig. Die beklagte Partei werde auch bei einem Erfolg des Klagebegehrens keine Nachteile erleiden, habe sie sich doch doppelt abgesichert. Einerseits habe sie die Gesamtkosten der Dryvit-Fassade durch die Zurückbehaltung eines Haftrücklasses nicht gezahlt, andererseits habe sie die Nebenintervenientin geklagt. Die begehrte Mängelbehebung enthalte keine Verbesserung der Fassade, sondern nur die verspätete Erfüllung dessen, was vertragsgemäß sei. Maßgebend seien dabei ohnehin die ursprünglich gemäß Einzelzulassung verwendeten Materialien in der nach dem damaligen Stand der Technik und Zulassungsverordnung anzuwendenden Bauweise ohne eine qualitativ wesentlich höherwertige Beschaffenheit und ohne ein erheblich breiteres Funktionsspektrum. Ein Vorteilsausgleich müsse daher schon daran scheitern, dass die Kläger kein Plus, sondern verspätet nur die Vertragsleistung erhielten. Die Behauptung, die gesamte Fassade sei infolge der überlangen Prozessdauer sanierungsbedürftig, sei aktenwidrig, weil sich eine allfällige Alterung selbst nach Meinung des von der Gegenseite befassten Privatgutachters nur auf die äußere Dünnputzschicht beziehe, nicht aber auf die vertragsgemäße Fassadenkonstruktion. Die beklagte Partei könne die Kläger aber auch nicht für die von ihr grob schuldhaft verursachte Verfahrensverzögerung haftbar machen. Sie selbst erleide deshalb wegen der Veranlagung des für die gesamten Herstellungskosten der Dryvit-Fassade einbehaltenen Haftrücklasses keinen Nachteil. Die Kläger hätten dagegen wegen der durchfeuchteten Fassade, die der erforderlichen Wärmedämmfunktion nicht entsprochen habe, nicht nur den Mangel an Behaglichkeit, sondern auch höhere Heizkosten zu tragen, die 18,371.930,25 S bei weitem überstiegen und gegen die von der Beklagten behauptete Forderung aufrechnungsweise eingewendet werde.

Die beklagte Partei wendete ein, weder ihre vertragliche und gesetzliche Sorgfaltspflicht noch die bei Errichtung der Fassade anerkannten Regeln der Technik verletzt zu haben. Im Sommer 1981 habe die Nebenintervenientin die Fassade dort, wo sich Teile abgelöst hätten, vollständig saniert. Im Herbst 1981 habe der Hausausschuss erklärt, es bleibe abzuwarten, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien. Innerhalb der mit Übergabe der Wohnungen im Dezember 1976 in Gang gesetzten Frist sei kein Gewährleistungsanspruch gerichtlich geltend gemacht worden. Die Fassade sei 1996 rund zwanzig Jahre für den ordentlichen Gebrauch der Wohnungen tauglich gewesen, somit für einen Zeitraum, der der vollen Lebensdauer einer völlig mängelfrei hergestellten Fassade entspreche. Die Fassade müsste jedenfalls in nächster Zeit erneuert oder generalsaniert werden. Eine Klagsstattgebung auf kostenlose Fassadenerneuerung wäre ein unangemessener Vorteil für die Kläger, der durch eine angemessene Zug-um-Zug-Zahlung auszugleichen sei. Diese müsse mindestens 75 % der Kosten der Erneuerung von 24,495.907 S, somit 18,371.930,25 S betragen. Dieser Vorteilsausgleich müsse auch nach den Vorschriften über die Gewährleistung erfolgen. Der Bescheid der MA 37/22 vom 30. Dezember 1982 sei ein "Baugebrechensbescheid", der auf die Instandsetzung der damals aufgetretenen Baugebrechen - punktuelle Ablösungen der Fassade an der besonders wind- und wetterausgesetzten Südwestecke des Hochhauskomplexes - abstelle. Diese Instandsetzung betreffe die Behebung der damals aufgetretenen Schäden, jedoch nicht die nun geforderte Neuherstellung der gesamten Fassade. Die "konsensmäßige" Instandsetzung sei die "baubewilligungs- bzw bauordnungsgemäße" Herstellung. Die Bau-, die Benützungsbewilligung, aber auch die damals geltende Bauordnung enthielten keine das Klagebegehren deckenden Auflagen oder Detailvorschriften. Der Brief der MA 37/22 vom 8. Oktober 1984 sei nur eine behördliche Meinungsäußerung ohne Rechtsverbindlichkeit. Die tatsächliche Schäden durch Ablösungen an der Fassade seien 1983/84 behoben worden. Für die unterbliebene Weiterführung der Sanierung an der schmalen Südfassade sei das Verlangen der Kläger verantwortlich, die vorhandenen Insolierplatten samt Verputz und Befestigungsmittel zu entfernen und eine komplett neue Fassade aufzubringen. Das habe weitere Sanierungsaufwendungen unmöglich oder zumindest unzumutbar gemacht. Auch die Baubehörde habe die Konsensmäßigkeit der Sanierungsarbeiten ganz offensichtlich anerkannt, sei doch die durchgeführte Instandsetzung nie beanstandet worden. Das Klagebegehren sei wegen Rechtsmissbrauchs sittenwidrig. Durch die begehrte Sanierung lukrierten die Kläger einen übermäßigen Vorteil auch dadurch, dass die Fassade wegen des Fortschritts der Technik und der nunmehr besseren Materialien höherwertig und länger haltbar wäre als es die ursprüngliche Fassade bei ordnungsgemäßer Errichtung gewesen wäre. Die Kläger wären deshalb ungerechtfertigt bereichert. Die ihnen durch die begehrte Fassadensanierung zufließenden außergewöhnlichen Vorteile seien eine inkongruente Verbesserung. Die Beurteilung des Klagebegehrens erfordere die Abwägung der bisherigen Gebrauchsnachteile der Kläger im Verhältnis zu dem durch die Verbesserung entstehenden Aufwand. Letzterer sei unverhältnismäßig und könne daher nach dem Gesetz nicht gefordert werden.

Das Erstgericht gab - nach der in Rechtskraft erwachsenen Abweisung des Hauptbegehrens und eines zweiten Eventualbegehrens - dem ersten Eventualbegehren statt, ohne jedoch eine Leistungsfrist zu setzen. Nach dessen Ansicht ist in den Verbesserungsversuchen ein Anerkenntnis des Mangels und der Gewährleistungspflicht zu erblicken. Mit einem baubehördlichen Bescheid sei die Behebung von Baugebrechen am gesamten Fassadenaufbau aufgetragen worden. Schon das erweise einen zivilrechtlich relevanten Sachmangel. Entspreche ein Bauwerk nicht den von der Baubehörde erteilten Auflagen, so entbehre es einer nach der Geschäftsnatur stillschweigend bedungenen Eigenschaft. Der Verbesserungsanspruch sei der Resterfüllungsanspruch nach der Leistungsannahme. Die Aufforderung zur Mängelbehebung weise auf die vertragswidrige und unvollständige Erfüllung des bestehenden Rechtsgeschäfts hin. Nach Paragraph 1167, ABGB - diese Norm sei auf den Verbesserungsanspruch nach Paragraph 932, ABGB analog anzuwenden - könne Verbesserung begehrt werden, soweit sie nicht einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordere. Unverhältnismäßig sei der Aufwand nur, wenn er in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem für den Besteller erzielbaren Vorteil gemessen an dem durch den Mangel verursachten Nachteil stehe. Die Behebungskosten allein seien - selbst wenn sie den Wert des Werks insgesamt überstiegen - nicht ausschlaggebend. Im Anlassfall sei der erforderliche Verbesserungsaufwand nicht unverhältnismäßig. Maßgebend sei die Wichigkeit der Mängelbehebung für den Besteller und das überwiegende Interesse der Wohnungseigentümer an einer ordnungsgemäßen Fassade. Der Vorteil, den die Mängelbehebung gewähre, sei eindeutig höher als die dafür aufzuwendenden Kosten. Die Verurteilung zu einer Zug-um-Zug-Leistung komme nicht in Betrach. Das Werk sei mangelhaft hergestellt worden. Die Verbesserung bewirke in erster Linie die erforderliche Resterfüllung. Die beklagte Partei habe daher vorerst die notwendige Sanierung durchzuführen, hätten doch die Kläger durch ihre Zahlungen schon die Gegenleistung für die ordnungsgemäße Herstellung der Fassade nach dem seinerzeitigen Stand der Technik erbracht.

Das Berufungsgericht übernahm die Feststellungen des Erstgerichts und änderte dessen Urteil durch die Ergänzung einer Leistungsfrist von 20 Monaten ab. Es sprach ferner aus, der Wert des Entscheidungsgegenstands übersteige 260.000 S und die ordentliche Revision sei zulässig, weil die Fragen nach der Unverhältnismäßigkeit bei der "Naturalrestitution" und dem Vorteilsausgleich im Gewährleistungsrecht erhebliche Rechtsfragen aufwürfen. Das Klagebegehren sei ausreichend bestimmt. Aus den für die Individualisierung des Spruchs maßgebenden Entscheidungsgründen ergebe sich in Verbindung "mit den anzuwendenden Rechts- und Verlegevorschriften sowie der ÖNORM und dem Bescheid der MA 37 vom 30. Dezember 1982 klar der Umfang der der beklagten Partei auferlegten Verpflichtung". Durch die Verbesserungsversuche seien das Bestehen von Mängeln und die Gewährleistungspflicht anerkannt worden. Die Ansicht des Erstgerichts zur Frage der Unverhältnismäßigkeit von Verbesserungskosten sei zu billigen. Ein unverhältnismäßiger Aufwand iSd Paragraph 1167, Absatz 2, ABGB läge nur vor, wenn sich die Mängelbehebung für den Besteller gar nicht lohne, weil ein geringer Vorteil aus der Beseitigung des Mangels in einem krassen Missverhältnis zu den dafür aufzuwendenden Kosten stünde. Die Richtschnur für diese Abwägung sei die Wichtigkeit der Mängelbehebung für den Besteller. Auch unverhältnismäßig hohe Behebungskosten seien kein zureichender Grund, die Verbesserung abzulehnen, wenn der Mangel den Gebrauch entscheidend beeinträchtige. Im Anlassfall hätten die Kläger eine mangelfreie Fassade schon 1976 erhalten sollen. Werde die Wichtigkeit der Behebung der Fassadenschäden für die Wohnungseigentümer in Betracht gezogen, so könne von einer Unverhältnismäßigkeit des durch die begehrte Sanierung entstehenden Verbesserungsaufwands nicht die Rede sein, "mögen sich auch aus der verspäteten Erfüllung des geschuldeten Anspruchs durch Verbesserung insofern Vorteile für die Kläger ergeben können, als mit der Verbesserung als Nebenwirkung auch Mängel beseitigt werden, die inzwischen an der Sache entstanden" und "mit der Verbesserung mitsaniert werden". Es müsse nicht beantwortet werden, ob eine Vergütung für einen durch die Verbesserung erlangten Vorteil zu leisten sei, weil der Verbesserungsanspruch als Naturalleistungsbegehren mangels Gleichartigkeit nicht mit der Forderung auf Abgeltung überschießender Vorteile kompensierbar sei.

Rechtliche Beurteilung

Die - in einem gemeinsamen Schriftsatz erstattete - Revision der beklagten Partei und der Nebenintervenientin ist unzulässig.

1. Bestimmtheit des Klagebegehrens

Die Revisionswerber halten das in den Vorinstanzen erfolgreiche Klagebegehren für unbestimmt. Sie mäkeln an Einzelheiten der Formulierung herum, übergehen dabei jedoch wesentliche Teile des Begehrens. Soweit nach ihrer Ansicht nicht erkennbar sein soll, welche "'vorhandenen ungeeigneten' Isolierplatten" zu entfernen seien, genügt ein Hinweis darauf, dass bei objektiver Beurteilung nur die an der Fassade angebrachten Glaswolleplatten gemeint sein können. Unzutreffend ist ferner, der Dämmwert der als Verbesserungsleistung aufzubringenden Wärmedämmschicht bleibe im Dunkeln, wird doch auf den Dämmwert der vorhandenen Isolierplatten Bezug genommen, ein Wert, der - nach gerichtlicher Erfahrung - meist schon der Produktbeschreibung zu entnehmen ist oder andernfalls unschwer ermittelt werden kann. Im Übrigen beziehen sich die Kläger beispielhaft auf ein ganz bestimmtes Produkt in einer bestimmten Stärke. Die "fachgerechte Befestigung der Wärmedämmung mit Nägeln, Dornen oder ähnlichem" ist gewöhnlich aus den Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers ableitbar oder sie ergibt sich aus allgemeinen bautechnischen Erwägungen. Dabei hängt die Exequierbarkeit eines solchen Titels nicht von der genauen Beschreibung der Nägel oder Dornen und einer Detailbeschreibung deren Verärbeitung ab. Im Kern Gleiches gilt auch für den "bauphysikalisch geeigneten Verputz". Ein Baufachmann kennt die Qualität eines derartigen Verputzes, ohne dass seine Materialbestandteile und deren Mischungsverhältnis beschrieben werden muss. Die Aufbringung eines solchen Verputzes ist daher auch erzwingbar, soll doch dem betreibenden Gläubiger die Exekution nicht durch einen überzogenen Formalismus unmöglich gemacht werden (Jakusch in Angst, EO Paragraph 7, Rz 56). Wird etwa der Beklagte zur Anbringung einer bestimmten Gebäudeisolierung verurteilt, so genügt zur Ermittlung der Details ein Rückgriff auf das die maßgebenden Tatsachen der Entscheidungsgründe tragende Sachverständigengutachten (Jakusch aaO Paragraph 7, Rz 57). Die Revisionswerber zeigen demnach mit der Behauptung, die der beklagten Partei auferlegte Leistungspflicht sei unbestimmt, keine erhebliche Rechtsfrage auf.

2. Umfang der Verbesserungspflicht

2.1. Die Revisionswerber wollen aus dem Bescheid der Baubehörde vom 30. 12. 1982 ableiten, dass der bescheidgemäß erforderliche Verbesserungsumfang hinter dem Klagebegehren zurückbleibe. Sie rügen insofern zahlreiche Feststellungsmängel, verkennen jedoch, dass der Auftrag der Baubehörde nur eine Verbesserungsfacette beleuchtet, eine nach bautechnischen Gesichtspunkten ordnungsgemäße Sanierung dagegen eine vollständige Erneuerung der Fassade erfordert, um den Klägern endlich jene Leistung zu verschaffen, die sie nach dem Vertrag zu fordern berechtigt sind.

2.2. Hier ist gemäß Art römisch IV GewRÄG BGBl römisch eins 2001/48 noch das Gewährleistungsrecht in der Fassung vor dem GewRÄG anzuwenden, weil der betreffende Vertrag nicht nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen wurde. Der Verbesserungsanspruch der Kläger nach Paragraph 932, ABGB alt setzt - im Einklang mit den Erwägungen der Vorinstanzen - voraus, dass die Sanierung keinen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert (Binder in Schwimann, ABGB² Paragraph 932, Rz 15; Reischauer in Rummel, ABGB² Paragraph 932, Rz 1). Unverhältnismäßigkeit liegt dann vor, wenn der dem Besteller aus der Beseitigung des Mangels erwachsende Vorteil im Vergleich zu dem dafür erforderlichen Aufwand so geringfügig ist, dass ein offensichtliches Missverhältnis besteht (RIS-Justiz RS0021717). Unbeachtlich ist, ob der Verbesserungsaufwand den Sachwert übersteigt (RIS-Justiz RS0022063). Auf der Seite des Erwerbers (Bestellers) kommt es vor allem darauf an, inwieweit der Mangel den Gebrauch beeinträchtigt (JBl 1990, 461). B. Jud (Vorteilsausgleich im Gewährleistungsrecht, JBl 2000, 2, 11) fasst die herrschende Ansicht (s etwa auch Rebhahn in Schwimann aaO Paragraph 1167, Rz 48) so zusammen: "Je höher der Vorteil für den Gewährleistungsgläubiger ist, desto eher ist der Verbesserungsaufwand verhältnismäßig". Stellt man in Anlehnung an Kurschel (Gewährleistung beim Werkvertrag 40; ihr folgend Binder aaO Paragraph 932, Rz 15) auf einen redlichen, vernünftigen Verkehrsteilnehmer ab, so gelangt man zum gleichen Ergebnis. Vor diesem Hintergrund ist nicht erkennbar, dass das Berufungsgericht die erläuterten Grundsätze hier angesichts der Verneinung des Vorliegens eines unverhältnismäßigen Verbesserungsaufwands in unvertretbarer Weise angewendet hätte. In der Revision werden auch keine neuen Gesichtspunkte aufgezeigt, die vom Obersten Gerichtshof als erhebliche Rechtsfrage zu erörtern wären.

3. Vorteilsausgleich

3.1. Die beklagte Partei setzte dem geltend gemachten Verbesserungsanspruch auch den Einwand des Vorteilsausgleichs entgegen. Die Revisionswerber halten an ihrer Ansicht fest, die beklagte Partei dürfe zur Verbesserung nur Zug-um-Zug gegen Zahlung des von ihr bezifferten Betrags, womit der durch die Verbesserung bewirkte Vermögensvorteil der Kläger abgegolten werden solle, verurteilt werden.

3.2. Die Frage danach, ob überhaupt und - bejahendenfalls - in welchen Fällen im Gewährleistungsrecht der Vorteilsausgleich Platz greift, wird in der Lehre unterschiedlich beantwortet (Binder aaO Paragraph 932, Rz 43; B. Jud, JBl 2002, 2, 6 ff; Fenyves, Vorteilsausgleichung im Gewährleistungsrecht? JBl 1999, 2, 10 ff; Kurschel aaO 74 f; Reischauer in Rummel, ABGB³ Paragraph 932, Rz 20k; Welser in Koziol/Welser12 römisch II 73 f). Dagegen lehnte die Rechtsprechung die Möglichkeit eines Vorteilsausgleichs im Gewährleistungsrecht bisher ab (SZ 55/29; 7 Ob 586/82 = RIS-Justiz RS0018699). Das gleiche Ergebnis verficht auch die deutsche Rechtsprechung, jedenfalls soweit Vorteile ausschließlich auf einer Verzögerung der Mängelbeseitigung beruhen und sich der Auftraggeber jahrelang mit einem fehlerhaften Werk begnügen musste (siehe BGHZ 91, 206, 215 [Isolierputz]). Der Auftragnehmer dürfe - so der BGH - deshalb, weil der Vertragszweck nicht sogleich, sondern erst später im Rahmen der Gewährleistung erreicht werde, keine Besserstellung erfahren. Eine solche Besserstellung widerspräche dem Gesetzeszweck der Gewährleistung im Werkvertragsrecht. Der Grundsatz des mangelnden Vorteilsausgleichs im Gewährleistungsrecht gilt nach österreichischem Recht auch für den Kaufvertrag (7 Ob 586/82). Die beklagte Partei macht gerade solche Vorteile der Kläger geltend, die aus der von ihr zu vertretenden Verzögerung der Mängelbeseitigung entstanden sein sollen. Die Ansicht des Berufungsgerichts, in einem solchen Fall komme ein Vorteilsausgleich nicht in Betracht, entspricht der herrschenden Meinung. Ob insofern neue Antworten in Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung zu erwägen wären, muss nicht erörtert werden. Selbst wenn nämlich der beklagten Partei ein Anspruch auf Vorteilsausgleich zustünde, wäre die Verpflichtung zur Verbesserung als Resterfüllung nicht von einer Zug-um-Zug zu erbringenden Gegenleistung abhängig, kann doch die von der beklagten Partei - trotz Erbringung der Gegenleistung - jahrzehntelang verschleppte Resterfüllung nach allen bisherigen Erwägungen nicht im funktionellen Synallagma (siehe dazu im Grundsätzlichen Aicher in Rummel aaO Paragraph 1052, Rz 5; Rummel in Rummel aaO Paragraph 859, Rz 6; Welser aaO 4) mit dem nunmehr angestrebten Vorteilsausgleich stehen. Die beklagte Partei wäre also jedenfalls vorausleistungspflichtig.

4. Ergebnis

Die Entscheidung hängt nach den voranstehenden Ausführungen nicht von der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage iSd Paragraph 502, Absatz eins, ab. An den Ausspruch des Berufungsgerichts über die Zulässigkeit der Revision ist der Oberste Gerichtshof nach Paragraph 508 a, Absatz eins, ZPO nicht gebunden. Die Revision ist somit zurückzuweisen, wobei sich der Oberste Gerichtshof gemäß Paragraph 510, Absatz 3, ZPO auf die zuvor erläuterten Zurückweisungsgründe beschränken konnte.

5. Kosten

Die Kostenentscheidung gründet sich auf Paragraphen 41,, 50 Absatz eins, ZPO. Die Kläger wiesen in der Revisionsbeantwortung auf die Unzulässigkeit des Rechtsmittels der beklagten Partei und der Nebenintervenientin hin. Dieser Schriftsatz diente daher der zweckentsprechenden Rechtsverfolgung, sodass die beklagte Partei seine Kosten zu ersetzen hat.

Textnummer

E68425

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:0030OB00091.02G.0129.000

Im RIS seit

28.02.2003

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2013

Dokumentnummer

JJT_20030129_OGH0002_0030OB00091_02G0000_000