Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob106/72 3Ob78/74 (3Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019850

Geschäftszahl

5Ob106/72; 3Ob78/74 (3Ob79/74); 3Ob226/74; 7Ob580/77; 3Ob575/78; 1Ob754/78; 7Ob585/79; 1Ob578/80; 4Ob525/81; 7Ob574/81; 4Ob406/81; 3Ob71/86; 1Ob516/92; 2Ob218/97s; 3Ob54/98g; 9ObA43/01s; 4Ob114/02x; 1Ob39/03x; 2Ob95/06v; 5Ob168/08d; 2Ob248/08x; 1Ob191/10k; 8Ob74/13k; 3Ob109/16z; 4Ob70/18z; 7Ob48/18m; 2Ob102/18s; 6Ob52/19v; 5Ob214/19k; 7Ob117/20m; 7Ob174/20v

Entscheidungsdatum

28.06.1972

Norm

ABGB §1041 C1

Rechtssatz

Der Benützer hat gemäß § 1041 ABGB ein dem verschafften Nutzen angemessenes Entgelt zu entrichten, wobei es in erster Linie nicht etwa auf die Nachteile des Anspruchsberechtigten, sondern auf den Nutzen des Benützers, insbesondere auf die von ihm durch die Benützung der fremden Sache ersparten Auslagen ankommt (so auch schon RZ 1971,194).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 106/72
    Entscheidungstext OGH 28.06.1972 5 Ob 106/72
    Veröff: MietSlg 24106 = JBl 1973,257
  • 3 Ob 78/74
    Entscheidungstext OGH 14.05.1974 3 Ob 78/74
    Veröff: ImmZ 1975,43
  • 3 Ob 226/74
    Entscheidungstext OGH 29.04.1975 3 Ob 226/74
    Beisatz: Immaterieller Schaden hat unberücksichtigt zu bleiben. (T1)
  • 7 Ob 580/77
    Entscheidungstext OGH 02.06.1977 7 Ob 580/77
  • 3 Ob 575/78
    Entscheidungstext OGH 23.05.1978 3 Ob 575/78
  • 1 Ob 754/78
    Entscheidungstext OGH 06.12.1978 1 Ob 754/78
  • 7 Ob 585/79
    Entscheidungstext OGH 04.10.1979 7 Ob 585/79
    nur: Der Benützer hat gemäß § 1041 ABGB ein dem verschafften Nutzen angemessenes Entgelt zu entrichten. (T2)
  • 1 Ob 578/80
    Entscheidungstext OGH 16.04.1980 1 Ob 578/80
    nur T2
  • 4 Ob 525/81
    Entscheidungstext OGH 19.05.1981 4 Ob 525/81
    Veröff: MietSlg 33129
  • 7 Ob 574/81
    Entscheidungstext OGH 11.06.1981 7 Ob 574/81
    Auch; Beisatz: Bei rückwirkender Beseitigung eines Benützungstitels gebührt aber demjenigen, dessen Sache benützt worden ist, ein angemessenes Benützungsentgelt. (T3)
    Veröff: MietSlg 33128
  • 4 Ob 406/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 4 Ob 406/81
    nur T2; nur: Insbesondere auf die von ihm durch die Benützung der fremden Sache ersparten Auslagen ankommt. (T4)
    Beisatz: Bild eines Fußballers zu Werbezwecken. (T5)
    Veröff: SZ 55/12 = EvBl 1983/66 S 242 = ÖBl 1983,118 = GRURInt 1984,367 (siehe auch Nowakowski in ÖBl 1983,97)
  • 3 Ob 71/86
    Entscheidungstext OGH 19.11.1986 3 Ob 71/86
    Auch; nur T2; Veröff: JBl 1987,445
  • 1 Ob 516/92
    Entscheidungstext OGH 15.01.1992 1 Ob 516/92
    Auch; nur T2; Veröff: JBl 1992,456
  • 2 Ob 218/97s
    Entscheidungstext OGH 25.09.1997 2 Ob 218/97s
    Auch
  • 3 Ob 54/98g
    Entscheidungstext OGH 25.08.1999 3 Ob 54/98g
    Vgl auch; Beisatz: Der Verwendungsschuldner muss selbst bei Unredlichkeit nicht alle Vorteile herausgeben, die er ohne die Verwendung nicht erzielt hätte. (T6)
    Veröff: SZ 72/125
  • 9 ObA 43/01s
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 ObA 43/01s
    Vgl auch; Beisatz: Bei bloßem Gebrauch einer fremden Sache ist der dem Verwender entstandene Nutzen regelmäßig mit jenem Betrag zu bemessen, den er sich durch diese Verwendung erspart hat, sodass der Eigentümer in einem solchen Fall die Zahlung eines entsprechenden Benützungsentgelts verlangen kann. (T7)
  • 4 Ob 114/02x
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 114/02x
    Vgl auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 2002/75
  • 1 Ob 39/03x
    Entscheidungstext OGH 28.02.2003 1 Ob 39/03x
    Beisatz: Es kommt dabei nicht auf die Nachteile des Eigentümers an. (T8)
    Beisatz: Hier hat der Kläger dadurch, dass er noch einzelne Gegenstände in der Wohnung beließ, weder die Verwertungsmöglichkeit durch die beklagte Partei beschränkt, noch sich einen über die Ersparung mit einer anderweitigen Einlagerung verbundener Aufwendungen hinausgehenden Vermögensvorteil verschafft. (T9)
  • 2 Ob 95/06v
    Entscheidungstext OGH 04.07.2007 2 Ob 95/06v
    nur T2; Veröff: SZ 2007/109
  • 5 Ob 168/08d
    Entscheidungstext OGH 09.12.2008 5 Ob 168/08d
  • 2 Ob 248/08x
    Entscheidungstext OGH 25.06.2009 2 Ob 248/08x
    Vgl; Beisatz: Hier: Verwendungsanspruch gemäß § 1041 ABGB des Eigentümers eines Bestandobjekts gegen den titellosen Benützer. (T10)
    Veröff: SZ 2009/86
  • 1 Ob 191/10k
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 1 Ob 191/10k
    nur T2; Beisatz: Hier: Fruchtgenuss. (T11)
  • 8 Ob 74/13k
    Entscheidungstext OGH 27.02.2014 8 Ob 74/13k
  • 3 Ob 109/16z
    Entscheidungstext OGH 24.08.2016 3 Ob 109/16z
    Auch
  • 4 Ob 70/18z
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 4 Ob 70/18z
    Auch; Beisatz: Das Begehren auf angemessenes Benützungsentgelt bei bereicherungsrechtlicher Rückabwicklung ist grundsätzlich als Gegenforderung geltend zu machen. Zieht es der Kläger aber schon von sich aus vom geltend gemachten Zahlungsanspruch ab, so rechnet er mit einem Teil seiner Kapitalforderung gegen eine (von ihm erwartete und akzeptierte) Gegenforderung des Beklagten auf. (T12)
  • 7 Ob 48/18m
    Entscheidungstext OGH 20.06.2018 7 Ob 48/18m
    Auch
  • 2 Ob 102/18s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 102/18s
    Auch
  • 6 Ob 52/19v
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 6 Ob 52/19v
  • 5 Ob 214/19k
    Entscheidungstext OGH 20.02.2020 5 Ob 214/19k
  • 7 Ob 117/20m
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 7 Ob 117/20m
    Vgl; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Risikoprämie nach (Spät-)Rücktritt vom Lebensversicherungsvertrag nach § 165a VersVG. (T13)
  • 7 Ob 174/20v
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 7 Ob 174/20v
    Auch; Beis wie T13

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0019850

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2021

Dokumentnummer

JJR_19720628_OGH0002_0050OB00106_7200000_002

Rechtssatz für 4Ob406/81 4Ob369/83 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0020150

Geschäftszahl

4Ob406/81; 4Ob369/83; 7Ob710/87; 1Ob511/92; 1Ob607/95; 2Ob218/97s; 6Ob280/98i; 3Ob54/98g; 3Ob323/98s; 4Ob114/02x; 1Ob39/03x; 3Ob190/04v; 4Ob286/04v; 7Ob265/05d; 2Ob95/06v; 5Ob168/08d; 2Ob248/08x; 2Ob199/09t; 5Ob212/10b; 2Ob169/10g; 4Ob119/15a; 5Ob98/16x; 7Ob48/18m; 2Ob102/18s; 6Ob52/19v; 5Ob214/19k

Entscheidungsdatum

02.03.1982

Norm

ABGB §1041 A4

Rechtssatz

Die Höhe des zu leistenden Ersatzes hängt von der Redlichkeit oder Unredlichkeit des Bereicherten ab. Der redliche Benützer hat den Vorteil zu vergüten, der ihm nach seinen subjektiven Verhältnissen entstanden ist. Dieser Vorteil orientiert sich in der Regel am gewöhnlichen Benützungsentgelt, das aber zugleich die Obergrenze des Ersatzes bildet.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 406/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 4 Ob 406/81
    Veröff: SZ 55/12 = ÖBl 1983,118 = GRURInt 1984,367, hiezu siehe auch Nowakowski in ÖBl 1983,97
  • 4 Ob 369/83
    Entscheidungstext OGH 06.09.1983 4 Ob 369/83
    Zweiter Rechtsgang zu 4 Ob 406/81; Veröff: ÖBl 1984,141 (Schönherr)
  • 7 Ob 710/87
    Entscheidungstext OGH 12.11.1987 7 Ob 710/87
    nur: Der redliche Benützer hat den Vorteil zu vergüten, der ihm nach seinen subjektiven Verhältnissen entstanden ist. Dieser Vorteil orientiert sich in der Regel am gewöhnlichen Benützungsentgelt. (T1)
  • 1 Ob 511/92
    Entscheidungstext OGH 15.01.1992 1 Ob 511/92
    Vgl auch; nur: Die Höhe des zu leistenden Ersatzes hängt von der Redlichkeit oder Unredlichkeit des Bereicherten ab. (T2)
    Beisatz: Der Wertersatz gemäß § 1041 richtet sich grundsätzlich nach § 1437 ABGB, der zwischen redlichem und unredlichem Bereicherten unterscheidet. (T3)
    Veröff: SZ 65/5 = EvBl 1992/99 S 444 = RdW 1992,305 = JBl 1992,388
  • 1 Ob 607/95
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 1 Ob 607/95
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T3; Veröff: SZ 69/19
  • 2 Ob 218/97s
    Entscheidungstext OGH 25.09.1997 2 Ob 218/97s
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 280/98i
    Entscheidungstext OGH 28.01.1999 6 Ob 280/98i
    nur T1; Beisatz: Bei wissentlicher Inanspruchnahme fremden Gutes ist ohne konkreten Nutzen des (im Gebrauch liegenden) Vorteils des Bereicherten ein angemessenes Entgelt zu zahlen. (T4)
    Veröff: SZ 72/14
  • 3 Ob 54/98g
    Entscheidungstext OGH 25.08.1999 3 Ob 54/98g
    Vgl auch; Veröff: SZ 72/125
  • 3 Ob 323/98s
    Entscheidungstext OGH 24.05.2000 3 Ob 323/98s
    Auch
  • 4 Ob 114/02x
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 114/02x
    Auch; Veröff: SZ 2002/75
  • 1 Ob 39/03x
    Entscheidungstext OGH 28.02.2003 1 Ob 39/03x
    nur: Der redliche Benützer hat den Vorteil zu vergüten, der ihm nach seinen subjektiven Verhältnissen entstanden ist. (T5)
  • 3 Ob 190/04v
    Entscheidungstext OGH 22.12.2004 3 Ob 190/04v
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Entsprechend § 417 ABGB schuldet der Unredliche - und zwar ohne dass es auf die in § 417 ABGB nicht erwähnte Wissentlichkeit ankäme - das höchste erzielbare Benützungsentgelt. (T6)
  • 4 Ob 286/04v
    Entscheidungstext OGH 26.04.2005 4 Ob 286/04v
    nur T1; Beisatz: Benützungsentgelt ist daher nur für jenen Zeitraum zuzusprechen, in dem der Kläger die Anlage und die Kleingeräte tatsächlich genutzt hat. (T7)
  • 7 Ob 265/05d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 265/05d
    Beis wie T4
  • 2 Ob 95/06v
    Entscheidungstext OGH 04.07.2007 2 Ob 95/06v
    nur T1; Veröff: SZ 2007/109
  • 5 Ob 168/08d
    Entscheidungstext OGH 09.12.2008 5 Ob 168/08d
  • 2 Ob 248/08x
    Entscheidungstext OGH 25.06.2009 2 Ob 248/08x
    Veröff: SZ 2009/86
  • 2 Ob 199/09t
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 2 Ob 199/09t
    Beisatz: Neuerliche Bejahung bereicherungsrechtlicher Ansprüche gegen titellose, wenngleich redliche Benützer eines (ehemaligen) Bestandobjekts. (T8)
  • 5 Ob 212/10b
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 5 Ob 212/10b
    Auch; Beis wie T6; Beis ähnlich wie T8
  • 2 Ob 169/10g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2011 2 Ob 169/10g
    Auch Beis wie T6
  • 4 Ob 119/15a
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 4 Ob 119/15a
    Auch; Beisatz: Instandhaltung eines öffentlichen Güterwegs; Anspruch verneint. (T9)
    Veröff: SZ 2016/6
  • 5 Ob 98/16x
    Entscheidungstext OGH 01.03.2017 5 Ob 98/16x
  • 7 Ob 48/18m
    Entscheidungstext OGH 20.06.2018 7 Ob 48/18m
    Auch
  • 2 Ob 102/18s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 102/18s
  • 6 Ob 52/19v
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 6 Ob 52/19v
    Beis wie T6; Beisatz: Beim redlichen Bereicherten bildet der objektive Wert die Grenze für die Herausgabe des Erlöses, den der Bereicherte aus der Sache durch ihre Veräußerung gezogen hat. (T10)
  • 5 Ob 214/19k
    Entscheidungstext OGH 20.02.2020 5 Ob 214/19k
    nur T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0020150

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.05.2020

Dokumentnummer

JJR_19820302_OGH0002_0040OB00406_8100000_003

Rechtssatz für 4Ob114/02x 7Ob265/05d 4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0116468

Geschäftszahl

4Ob114/02x; 7Ob265/05d; 4Ob163/09p; 4Ob126/10y; 4Ob133/13g; 5Ob216/13w; 4Ob119/15a; 2Ob3/19h

Entscheidungsdatum

28.05.2002

Norm

ABGB §1041 A1
ABGB §1041 A4

Rechtssatz

Als Bereicherungsanspruch steht der Verwendungsanspruch nur zu, wenn und soweit ein Nichtberechtigter Vorteile aus der Sache gezogen hat. War die Verwendung der Sache für den davon Betroffenen auch bei objektiver Betrachtung nicht von Nutzen, so steht dem Eigentümer der Sache unabhängig davon kein Verwendungsanspruch zu, ob die Sache redlich oder unredlich verwendet wurde.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 114/02x
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 114/02x
    Veröff: SZ 2002/75
  • 7 Ob 265/05d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 265/05d
    Vgl; Beisatz: Ist der Nichtberechtigte jedoch objektiv bereichert, kann er sich als unredlicher Besitzer nach hM nicht darauf berufen, tatsächlich keinen Nutzen gehabt zu haben. (T1)
  • 4 Ob 163/09p
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 4 Ob 163/09p
    Vgl auch; nur: Als Bereicherungsanspruch steht der Verwendungsanspruch nur zu, wenn und soweit ein Nichtberechtigter Vorteile aus der Sache gezogen hat. (T2)
  • 4 Ob 126/10y
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 126/10y
    Auch; nur: War die Verwendung der Sache für den davon Betroffenen auch bei objektiver Betrachtung nicht von Nutzen, so steht dem Eigentümer der Sache unabhängig davon kein Verwendungsanspruch zu, ob die Sache redlich oder unredlich verwendet wurde. (T3)
  • 4 Ob 133/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 133/13g
    nur T2
  • 5 Ob 216/13w
    Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 216/13w
    nur T2
  • 4 Ob 119/15a
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 4 Ob 119/15a
    Auch; Veröff: SZ 2016/6
  • 2 Ob 3/19h
    Entscheidungstext OGH 28.11.2019 2 Ob 3/19h
    Vgl; Beisatz: § 1041 ABGB setzt - da sonst keine zuweisungswidrige Vermögensverschiebung vorliegt - einen zumindest objektiv vorhandenen Nutzen des Schuldners voraus. (T4)
    Beisatz: Hier: Ein unter einer fremden Liegenschaft bloß vorhandener Stollen, der von seinem Eigentümer nicht mehr für eigene Zwecke betrieben wird, sodass er daraus keinen wie immer gearteten Vorteil zieht. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116468

Im RIS seit

27.06.2002

Zuletzt aktualisiert am

02.06.2020

Dokumentnummer

JJR_20020528_OGH0002_0040OB00114_02X0000_001

Entscheidungstext 4Ob114/02x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ecolex 2002,745 = ÖJZ-LSK 2002/187 = EvBl 2002/180 S 683 - EvBl 2002,683 = Jus-Extra OGH-Z 3445 = SZ 2002/75

Geschäftszahl

4Ob114/02x

Entscheidungsdatum

28.05.2002

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Kodek als Vorsitzenden und durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Graf, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Griß und Dr. Schenk sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Vogel als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Werner F*****, vertreten durch Mag. Heinz Koller, Rechtsanwalt in Bregenz, als Verfahrenshelfer, gegen die beklagten Parteien 1. Franz M*****, 2. Sigrid M*****, beide vertreten durch Dr. Rainer Kinz, Rechtsanwalt in Bregenz, wegen 5.180,12 EUR sA, infolge Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesgerichts Feldkirch als Berufungsgericht vom 24. Oktober 2001, GZ 2 R 283/01k-46, mit dem infolge Berufung beider Parteien das Urteil des Bezirksgerichts Bregenz vom 25. Mai 2001, GZ 5 C 135/00w-21, teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Der Kläger hat die Kosten seines Rechtsmittels selbst zu tragen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger war Eigentümer der Liegenschaft H*****. Auf der Liegenschaft befanden sich ein Wohnhaus und ein Stadel. Der Kläger plante, die Gebäude auszubauen und Wohnungen zu errichten. Nach der Entfernung tragender Teile stützte er die Decke des oberen Stockwerks mit einem Gerüst ab, um ihren Einsturz zu verhindern. Die im Innern der Gebäude verwendeten etwa 300 m² Gerüst hatten einen Verkehrswert von rund 35.000 S; darüber hinaus waren die Gebäude auch außen eingerüstet.

Die Beklagten haben die Liegenschaft am 8. 4. 1997 in dem gegen den Kläger zu 8 E 2173/96 des Bezirksgerichts Bregenz eingeleiteten Zwangsversteigerungsverfahren ersteigert. Das - vom Kläger auf der Liegenschaft belassene - Gerüst war weder in den Versteigerungsbedingungen noch im Versteigerungsedikt noch im Schätzungsgutachten als Zubehör erwähnt; es ist jedoch auf den dem Gutachten angeschlossenen Fotos zu sehen.

Zu einem nicht feststellbaren Zeitpunkt nach der Versteigerung holte der Kläger das an der Außenseite der Gebäude angebrachte Gerüst ab. Das im Gebäudeinnern aufgestellte Gerüst hätte nur entfernt werden können, wenn es durch Lasttürme ersetzt worden wäre. Andernfalls wäre das Dach eingestürzt. Für den Einbau von Lasttürmen wären 35.000 S aufzuwenden gewesen. Für ein Gerüst werden 1 S bis 2 S je Quadratmeter und Woche verrechnet. Ob der Kläger auf ein Benützungsentgelt verzichtet hat, konnte nicht festgestellt werden.

Am 29. 4. 1999 brachte der Kläger gegen die Beklagten zu 5 C 991/99y des Bezirksgerichts Bregenz eine Klage ein, mit der er die Herausgabe des Gerüsts begehrte. Das Verfahren endete am 22. 10. 1999 mit einem Vergleich, in dem die Beklagten das Alleineigentum des Klägers am Gerüst anerkannten und sich verpflichteten, das Gerüst herauszugeben und einen Prozesskostenbeitrag zu leisten. Zu diesem Zeitpunkt war das Haus bereits abgebrochen und das Gerüst auf dem Grundstück gelagert. Durch das Gerüst hatten sich beim Abbruch Mehrkosten ergeben, weil die Arbeiter Beschädigungen des Gerüsts vermeiden mussten und den Bauschutt nicht unsortiert abführen konnten.

Der Kläger begehrt 71.280 S sA. Die Beklagten hätten das Gerüst im Zeitraum 8. 4. 1997 bis 22. 10. 1999 zu ihrem Vorteil verwendet, ohne dazu berechtigt zu sein. Seine Forderung errechne sich wie folgt: 360 m² Baugerüst x 1,25 S x 132 Wochen zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Die Beklagten hätten den Nutzen, den sie aus der Verwendung des Gerüsts gezogen hätten, selbst beschrieben. Ihr Vertreter habe darauf hingewiesen, dass das Haus ohne das Gerüst zusammengebrochen wäre, was sich auf das zu erzielende Meistbot sehr negativ ausgewirkt hätte.

Die Beklagten beantragen, das Klagebegehren abzuweisen. Sie hätten dem Kläger bereits 1998 mitgeteilt, dass sie nicht bereit seien, für das Gerüst eine Entschädigung zu leisten. Die Gerüstteile seien wertlos. Das Gerüst habe ihnen keinen Vorteil, sondern einen Nachteil gebracht, weil es die Abbruchsarbeiten erschwert und die Abbruchskosten erhöht habe.

Das Erstgericht sprach dem Kläger 44.250 S sA zu und wies das Mehrbegehren ab. Die Beklagten hätten annehmen dürfen, dass das Gerüst zum Haus gehörte, nachdem es mit dem Gebäude untrennbar verbunden war und zu einem höheren Meistbot geführt hatte. Die Beklagten seien daher redliche Benützer im Sinn des § 1041 ABGB. Sie hätten das Gerüst insgesamt 125 Wochen genützt. Von dem sich daraus ergebenden Entgelt von 46.875 S sei ein gemäß § 273 ZPO festzusetzender Betrag von 10.000 S für die Mehrkosten beim Abbruch abzuziehen. Das ergebe einen Betrag von 36.875 S; zuzüglich 20 % Umsatzsteuer errechne sich die Forderung des Klägers somit mit insgesamt 44. 250 S.

Das Berufungsgericht wies das Klagebegehren zur Gänze ab und sprach - aufgrund eines Antrags nach § 508 ZPO - aus, dass die ordentliche Revision zulässig sei. Die Beklagten hätten davon ausgehen können, mit dem Zuschlag auch Eigentümer des Gerüsts geworden zu sein, weil das Gerüst auf den Fotos im Schätzungsgutachten zu sehen gewesen sei und das Gebäude ohne das Gerüst eingestürzt wäre. Als Eigentümer des Gerüsts hätten die Beklagten kein Benützungsentgelt zu zahlen. Daran ändere auch ihr Anerkenntnis im Verfahren 5 C 991/99y des Bezirksgerichts Bregenz nichts, weil damit eine neue selbstständige Verpflichtung geschaffen worden sei.

Rechtliche Beurteilung

Die gegen diese Entscheidung gerichtete Revision ist zulässig; sie ist aber nicht berechtigt.

Der Kläger bekämpft die Auffassung des Berufungsgerichts, die Kläger seien mit dem Zuschlag auch Eigentümer des Gerüsts geworden. Er verweist darauf, dass ein Gerüst auch dann als selbstständige Sache gewertet werde, wenn es mit einem Gebäude fest verbunden sei. Es teile daher sachenrechtlich nicht das Schicksal des Gebäudes. Ein Gerüst sei auch kein Zubehör, weil es dem Gebäude nicht auf Dauer gewidmet sei. Durch den Zuschlag habe das Eigentum am Gerüst nicht auf die Beklagten übergehen können, weil das Gerüst weder in den Versteigerungsbedingungen noch im Edikt noch im Schätzungsprotokoll angeführt gewesen sei. Dass es auf den dem Schätzungsgutachten angeschlossenen Fotos sichtbar gewesen sei, reiche nicht aus. Die Beklagten seien demnach nicht Eigentümer des Gerüsts geworden; sie hätten das Gerüst auch nicht redlich benützt. Dass sie beim Abbruch des Hauses dafür Sorge getragen haben, das Gerüst nicht zu beschädigen, zeige, dass ihnen bewusst gewesen sei, nicht Eigentümer des Gerüsts zu sein. Als unredliche Benützer schuldeten die Beklagten das höchst erzielbare Entgelt.

Der Kläger erhebt damit gewichtige Einwendungen gegen den vom Berufungsgericht angenommenen Eigentumserwerb der Beklagten am Gerüst; ob die Einwendungen zutreffen, kann aber offenbleiben. Der Anspruch des Klägers ist nämlich auch dann nicht berechtigt, wenn die Beklagten nicht Eigentümer des Gerüsts geworden sind:

Der Kläger stützt seinen Anspruch auf § 1041 ABGB. Danach kann der Eigentümer einer Sache, die ohne Geschäftsführung zum Nutzen eines anderen verwendet worden ist, die Sache in Natur, oder, wenn dies nicht mehr geschehen kann, den Wert verlangen, den sie zur Zeit der Verwendung gehabt hat, obgleich der Nutzen in der Folge vereitelt worden ist. Der Verwendungsanspruch setzt damit voraus, dass eine Sache entgegen ihrem Zuweisungsgehalt zum Nutzen eines anderen verwendet wurde (Rummel in Rummel, ABGB³ § 1041 Rz 3 mwN). Verwendet kann die Sache durch einen Eingriff des Bereicherten in die Rechtszuständigkeit des Verkürzten, durch eine Handlung des Verkürzten, die nicht in einer Leistung an den Bereicherten besteht, oder auch ohne Zutun des Verkürzten und des Bereicherten werden (Schwimann/Apathy, ABGB² § 1041 Rz 5 ff mwN).

Im vorliegenden Fall hat der Kläger selbst das Haus mit dem Gerüst abgestützt; allerdings zu einem Zeitpunkt, als er noch Eigentümer des Hauses war. Er hat daher mit der Bereitstellung des Gerüsts keine Leistung an die Beklagten erbracht, so dass deretwegen die Voraussetzungen für einen Verwendungsanspruch gegeben wären.

Als Bereicherungsanspruch kann der Verwendungsanspruch aber nur zustehen, wenn und soweit ein Nichtberechtigter Vorteile aus der Sache gezogen hat (Schwimann/Apathy aaO § 1041 Rz 4 mwN). Das gilt unabhängig davon, ob der Benützer redlich oder unredlich ist. Auch wer fremdes Gut wissentlich in Anspruch nimmt und damit unredlich nützt, muss, wenn auch ohne konkreten Nutzen, (nur) für einen im Gebrauch liegenden Vorteil ein (angemessenes) Entgelt zahlen (6 Ob 280/98i = JBl 1999, 458 mwN). Der Verwendungsanspruch gegenüber dem redlichen Benützer ist weiter eingeschränkt. Er hat nur den Vorteil zu vergüten, der ihm nach seinen subjektiven Verhältnissen entstanden ist (3 Ob 54/98g = wobl 2001/179).

Im vorliegenden Fall hat die Verwendung des Gerüsts den Beklagten selbst bei objektiver Betrachtung keinen Vorteil gebracht:

Der Kläger hat durch das Abstützen des Gebäudes mit dem Gerüst verhindert, dass das Gebäude in sich zusammenstürzte. Dadurch ergab sich ein höherer Schätzwert der Liegenschaft und damit - wie der Kläger selbst vorgebracht hat - ein höheres Meistbot. Entgegen seiner Behauptung ist daraus aber nicht den Beklagten ein Vorteil erwachsen, sondern ihm selbst. Der durch das höhere Meistbot bewirkte höhere Versteigerungserlös floss seinen Gläubigern zu und verminderte damit seine Verbindlichkeiten; für die Erwerber war dies naturgemäß ein Nachteil, weil sie es waren, die mehr für die Liegenschaft zahlen mussten als sie gezahlt hätten, wäre das Gebäude in sich zusammengestürzt gewesen.

Auch in der Folge hat das Gerüst den Beklagten keinen Vorteil gebracht. Das Gebäude wurde abgebrochen, weil eine Renovierung offenbar unwirtschaftlich gewesen wäre. Die Abbruchsarbeiten wurden durch das Gerüst erschwert und verteuert, so dass dieses auch bei objektiver Betrachtung in keinem Stadium - weder bei der Ersteigerung der Liegenschaft noch danach - für die Beklagten von Nutzen war.

Das schließt einen Verwendungsanspruch des Klägers unabhängig von den Eigentumsverhältnissen am Gerüst und selbst dann aus, wenn die Beklagten - wie er behauptet - unredliche Benützer des Gerüsts gewesen wären.

Die Revision musste erfolglos bleiben.

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 40, 50 ZPO. Die Beklagten haben keine Revisionsbeantwortung erstattet.

Textnummer

E65901

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:0040OB00114.02X.0528.000

Im RIS seit

27.06.2002

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2014

Dokumentnummer

JJT_20020528_OGH0002_0040OB00114_02X0000_000