Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob23/59 5Ob370/60 1Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043086

Geschäftszahl

6Ob23/59; 5Ob370/60; 1Ob220/71; 1Ob160/72; 4Ob311/73; 3Ob224/74; 1Ob636/78; 1Ob613/78; 3Ob586/79; 1Ob42/79; 2Ob30/82; 2Ob533/82; 7Ob541/83; 7Ob551/83; 1Ob538/86; 6Ob683/87; 7Ob513/88; 7Ob544/88; 8Ob531/88; 8Ob508/90 (8Ob509/90); 9ObA27/93 (9ObA28/93); 6Ob1543/94; 1Ob8/95; 5Ob83/98m; 4Ob238/98y; 10ObS350/00v; 10ObS6/01g; 10ObS66/02g; 10ObS420/01i; 1Ob263/01k; 10ObS310/02i; 8ObA192/02x; 10ObS228/02f; 7Ob305/02g; 7Ob223/03z; 8Ob117/03v; 7Ob281/02g; 7Ob256/03b; 7Ob186/04k; 4Ob175/04w; 3Ob314/04d; 6Ob200/05p; 9ObA191/05m; 6Ob27/06y; 7Ob229/05k; 8Ob161/06v; 2Ob170/06y; 4Ob126/08w; 1Ob69/08s; 5Ob171/08w; 1Ob170/08v; 3Ob185/08i; 8Ob159/08b; 6Ob264/09f; 3Ob80/10a; 3Ob85/10m; 10ObS130/10f; 1Ob51/11y; 17Ob24/11w; 5Ob109/11g; 1Ob221/11y; 4Ob196/11v; 1Ob21/12p; 1Ob207/11i; 1Ob66/12f; 1Ob29/12i; 9ObA152/12m; 10ObS180/12m; 10ObS59/13v; 4Ob107/14k; 2Ob13/14x; 7Ob184/14f; 9ObA150/14w; 9Ob76/14p; 1Ob53/15y; 1Ob37/16x; 6Ob196/16s; 9ObA32/17x; 1Ob69/17d; 1Ob10/17b; 7Ob138/17w; 4Ob152/17g; 2Ob181/18h

Entscheidungsdatum

11.02.1959

Norm

ZPO §180 Abs2
ZPO §503 Z2 C1b
AußStrG 2005 §66 Abs2 Z2 AIIB

Rechtssatz

Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht infolge einer unrichtigen Anwendung verfahrensrechtlicher Vorschriften eine Erledigung der Mängelrüge unterlassen hat; hier liegt bereits ein Mangel des Berufungsverfahrens selbst vor, der gemäß § 503 Z 2 ZPO bekämpfbar ist.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 23/59
    Entscheidungstext OGH 11.02.1959 6 Ob 23/59
  • 5 Ob 370/60
    Entscheidungstext OGH 03.11.1960 5 Ob 370/60
  • 1 Ob 220/71
    Entscheidungstext OGH 23.09.1971 1 Ob 220/71
  • 1 Ob 160/72
    Entscheidungstext OGH 20.12.1972 1 Ob 160/72
  • 4 Ob 311/73
    Entscheidungstext OGH 10.04.1973 4 Ob 311/73
  • 3 Ob 224/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1974 3 Ob 224/74
    nur: Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht eine Erledigung der Mängelrüge unterlassen hat. (T1)
  • 1 Ob 636/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 1 Ob 636/78
  • 1 Ob 613/78
    Entscheidungstext OGH 14.06.1978 1 Ob 613/78
  • 3 Ob 586/79
    Entscheidungstext OGH 07.11.1979 3 Ob 586/79
    Auch
  • 1 Ob 42/79
    Entscheidungstext OGH 30.01.1980 1 Ob 42/79
    Beisatz: Nichts anderes gilt für den Fall, dass das Berufungsgericht allein aus verfahrensrechtlichen Gründen die Mängelrüge erledigte und diese Art der Erledigung gerügt wird (hier: § 362 Abs 2 ZPO). (T2)
    Veröff: SZ 52/12 = JBl 1981,268
  • 2 Ob 30/82
    Entscheidungstext OGH 09.02.1982 2 Ob 30/82
    nur T1
  • 2 Ob 533/82
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 2 Ob 533/82
  • 7 Ob 541/83
    Entscheidungstext OGH 24.03.1983 7 Ob 541/83
  • 7 Ob 551/83
    Entscheidungstext OGH 01.09.1983 7 Ob 551/83
  • 1 Ob 538/86
    Entscheidungstext OGH 05.03.1986 1 Ob 538/86
  • 6 Ob 683/87
    Entscheidungstext OGH 12.11.1987 6 Ob 683/87
    nur: Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können. (T3)
  • 7 Ob 513/88
    Entscheidungstext OGH 04.02.1988 7 Ob 513/88
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 544/88
    Entscheidungstext OGH 24.03.1988 7 Ob 544/88
    nur T3
  • 8 Ob 531/88
    Entscheidungstext OGH 21.04.1988 8 Ob 531/88
    nur T3
  • 8 Ob 508/90
    Entscheidungstext OGH 22.03.1990 8 Ob 508/90
    nur T3
  • 9 ObA 27/93
    Entscheidungstext OGH 24.02.1993 9 ObA 27/93
    Auch; nur: Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht infolge einer unrichtigen Anwendung verfahrensrechtlicher Vorschriften Mängel des Verfahrens erster Instanz mit einer durch die Aktenlage nicht gedeckten Begründung verneinte. (T4) bzw. (T5); Bem: Zusammenführung der ursprünglich getrennten T-Nummern T4 und T5 im Juni 2009 (T5a)
  • 6 Ob 1543/94
    Entscheidungstext OGH 14.04.1994 6 Ob 1543/94
    Auch; Beis wie T5
  • 1 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 8/95
    nur T1; Beis wie T5; Veröff: SZ 68/191
  • 5 Ob 83/98m
    Entscheidungstext OGH 07.07.1998 5 Ob 83/98m
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 4 Ob 238/98y
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 4 Ob 238/98y
    Vgl; nur T3; Beis wie T5
  • 10 ObS 350/00v
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 10 ObS 350/00v
    Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Dann liegt ein Mangel des Berufungsverfahrens selbst vor, der als Feststellungsmangel in der Revision (mittels Rechtsrüge) geltend zu machen ist. (T6)
  • 10 ObS 6/01g
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 10 ObS 6/01g
    Auch; Beis wie T5
  • 10 ObS 66/02g
    Entscheidungstext OGH 19.03.2002 10 ObS 66/02g
    Auch; nur T1; Beisatz: Oder die Mängelrüge mit einer durch die Aktenlage nicht gedeckten Begründung verworfen hat. (T7)
  • 10 ObS 420/01i
    Entscheidungstext OGH 16.04.2002 10 ObS 420/01i
    nurT1
  • 1 Ob 263/01k
    Entscheidungstext OGH 13.08.2002 1 Ob 263/01k
    nur T1
  • 10 ObS 310/02i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2002 10 ObS 310/02i
    Auch; Beis wie T7
  • 8 ObA 192/02x
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 8 ObA 192/02x
    Auch
  • 10 ObS 228/02f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2002 10 ObS 228/02f
    Auch; nur: Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht infolge einer unrichtigen Anwendung verfahrensrechtlicher Vorschriften eine Erledigung der Mängelrüge unterlassen hat. (T8)
    Beis wie T7
  • 7 Ob 305/02g
    Entscheidungstext OGH 02.04.2003 7 Ob 305/02g
    Auch; nur T8; Beis wie T7
  • 7 Ob 223/03z
    Entscheidungstext OGH 15.10.2003 7 Ob 223/03z
    Auch; Beis wie T7
  • 8 Ob 117/03v
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 8 Ob 117/03v
    nur T1
  • 7 Ob 281/02g
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 7 Ob 281/02g
    Auch; nur T8; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 7 Ob 256/03b
    Entscheidungstext OGH 03.12.2003 7 Ob 256/03b
    Vgl; nur T1; nur T8; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 7 Ob 186/04k
    Entscheidungstext OGH 08.09.2004 7 Ob 186/04k
    Auch; nur T8; Beis wie T7
  • 4 Ob 175/04w
    Entscheidungstext OGH 28.09.2004 4 Ob 175/04w
    Vgl auch; Beisatz: Präklusion von Prozessvorbringen gemäß § 180 Abs 2 ZPO - eigener Verfahrensfehler des Berufungsgerichtes - liegt nicht vor. (T9)
  • 3 Ob 314/04d
    Entscheidungstext OGH 30.06.2005 3 Ob 314/04d
    Auch; nur T8
  • 6 Ob 200/05p
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 200/05p
  • 9 ObA 191/05m
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 9 ObA 191/05m
  • 6 Ob 27/06y
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 27/06y
  • 7 Ob 229/05k
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 7 Ob 229/05k
    Auch; nur T8; Beis wie T7
  • 8 Ob 161/06v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2006 8 Ob 161/06v
    Auch
  • 2 Ob 170/06y
    Entscheidungstext OGH 23.03.2007 2 Ob 170/06y
    Beis wie T6; Beis wie T7
  • 4 Ob 126/08w
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 126/08w
    Auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2008/115
  • 1 Ob 69/08s
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 69/08s
    Beisatz: Hier: Das Berufungsgericht hat infolge unrichtiger Annahme der Verfristung der Geltendmachung des behaupteten Verfahrensmangels die Mängelrüge inhaltlich nicht erledigt. (T10)
  • 5 Ob 171/08w
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 171/08w
  • 1 Ob 170/08v
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 170/08v
    Auch; Beis wie T7
  • 3 Ob 185/08i
    Entscheidungstext OGH 19.11.2008 3 Ob 185/08i
    Auch; Veröff: SZ 2008/170
  • 8 Ob 159/08b
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 8 Ob 159/08b
    Vgl auch
  • 6 Ob 264/09f
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 264/09f
    nur T8
  • 3 Ob 80/10a
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 3 Ob 80/10a
  • 3 Ob 85/10m
    Entscheidungstext OGH 04.08.2010 3 Ob 85/10m
  • 10 ObS 130/10f
    Entscheidungstext OGH 14.09.2010 10 ObS 130/10f
    Auch
  • 1 Ob 51/11y
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 1 Ob 51/11y
    nur T1
  • 17 Ob 24/11w
    Entscheidungstext OGH 19.09.2011 17 Ob 24/11w
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 109/11g
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 5 Ob 109/11g
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 221/11y
    Entscheidungstext OGH 24.11.2011 1 Ob 221/11y
    nur T3
  • 4 Ob 196/11v
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 196/11v
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 21/12p
    Entscheidungstext OGH 01.03.2012 1 Ob 21/12p
    nur: Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht eine Erledigung der Mängelrüge unterlassen hat; hier liegt bereits ein Mangel des Berufungsverfahrens selbst vor. (T11)
  • 1 Ob 207/11i
    Entscheidungstext OGH 01.03.2012 1 Ob 207/11i
  • 1 Ob 66/12f
    Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 66/12f
    nur T1; Beis wie T7
  • 1 Ob 29/12i
    Entscheidungstext OGH 01.03.2012 1 Ob 29/12i
    nur T3
  • 9 ObA 152/12m
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 152/12m
    Auch; Beis wie T7
  • 10 ObS 180/12m
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 10 ObS 180/12m
    Vgl auch
  • 10 ObS 59/13v
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 10 ObS 59/13v
    Vgl auch
  • 4 Ob 107/14k
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 107/14k
    Auch
  • 2 Ob 13/14x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2014 2 Ob 13/14x
  • 7 Ob 184/14f
    Entscheidungstext OGH 26.11.2014 7 Ob 184/14f
    Auch
  • 9 ObA 150/14w
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 ObA 150/14w
  • 9 Ob 76/14p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 Ob 76/14p
  • 1 Ob 53/15y
    Entscheidungstext OGH 23.04.2015 1 Ob 53/15y
    Auch
  • 1 Ob 37/16x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2016 1 Ob 37/16x
    Auch; Beisatz: Dies gilt auch im Außerstreitverfahren (§ 66 Abs 2 Z 2 AußStrG). (T12)
    Beisatz: Hier: Ein Mangel des Rekursverfahrens liegt vor, weil sich das Rekursgericht mit den Rekursausführungen zur Verfahrens‑ und Beweisrüge nur unvollständig auseinandergesetzt und sich mit gewichtigen Argumenten gar nicht befasst hat. (T13)
  • 6 Ob 196/16s
    Entscheidungstext OGH 24.10.2016 6 Ob 196/16s
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 9 ObA 32/17x
    Entscheidungstext OGH 24.03.2017 9 ObA 32/17x
    Auch
  • 1 Ob 69/17d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 1 Ob 69/17d
    nur T3
  • 1 Ob 10/17b
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 10/17b
    Auch
  • 7 Ob 138/17w
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 7 Ob 138/17w
  • 4 Ob 152/17g
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 152/17g
  • 2 Ob 181/18h
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 2 Ob 181/18h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0043086

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19590211_OGH0002_0060OB00023_5900000_002

Rechtssatz für 10ObS209/90 10ObS393/90...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084428

Geschäftszahl

10ObS209/90; 10ObS393/90; 10ObS25/92; 10ObS75/92; 10ObS44/93; 10ObS41/94; 10ObS204/94; 10ObS270/94; 10ObS217/99f; 10ObS130/99m; 10ObS256/99s; 10ObS177/00b; 10ObS80/02s; 10ObS420/01i; 10ObS254/02d; 10ObS245/02f; 10Obs159/02h; 10ObS267/02s; 10ObS282/03y; 10ObS76/06h; 10ObS134/06p; 10ObS16/09i; 10ObS53/11h; 10ObS37/12g; 10ObS73/13b; 10ObS137/13i; 10ObS92/17b

Entscheidungsdatum

29.05.1990

Norm

ASGG §87 Abs1
ASVG §255 B
ASVG §255 Da

Rechtssatz

Die Frage, ob ein Versicherter Berufsschutz genießt, ist in allen Fällen, in denen bei Bestehen eines solchen die Verweisbarkeit fraglich wäre, von Amts wegen zu prüfen, insbesondere dann, wenn nach dem Inhalt des Prozessvorbringens hierüber keine Klarheit besteht (vergleiche SSV-NF 3/136).

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 209/90
    Entscheidungstext OGH 29.05.1990 10 ObS 209/90
  • 10 ObS 393/90
    Entscheidungstext OGH 18.12.1990 10 ObS 393/90
  • 10 ObS 25/92
    Entscheidungstext OGH 11.02.1992 10 ObS 25/92
    Auch
  • 10 ObS 75/92
    Entscheidungstext OGH 07.04.1992 10 ObS 75/92
  • 10 ObS 44/93
    Entscheidungstext OGH 18.03.1993 10 ObS 44/93
  • 10 ObS 41/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1994 10 ObS 41/94
  • 10 ObS 204/94
    Entscheidungstext OGH 20.09.1994 10 ObS 204/94
  • 10 ObS 270/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 10 ObS 270/94
  • 10 ObS 217/99f
    Entscheidungstext OGH 14.09.1999 10 ObS 217/99f
  • 10 ObS 130/99m
    Entscheidungstext OGH 30.11.1999 10 ObS 130/99m
  • 10 ObS 256/99s
    Entscheidungstext OGH 04.04.2000 10 ObS 256/99s
    Auch; Beisatz: Nur dann, wenn jeglicher Anhaltspunkt dafür fehlt, dass ein Versicherter eine angelernte Tätigkeit ausgeübt hat, bedarf es keiner weiteren Erhebungen und Feststellungen über die genaue Art der Tätigkeit. (T1)
  • 10 ObS 177/00b
    Entscheidungstext OGH 25.07.2000 10 ObS 177/00b
  • 10 ObS 80/02s
    Entscheidungstext OGH 26.03.2002 10 ObS 80/02s
    nur: Die Frage, ob ein Versicherter Berufsschutz genießt, ist in allen Fällen, in denen bei Bestehen eines solchen die Verweisbarkeit fraglich wäre, von Amts wegen zu prüfen. (T2)
  • 10 ObS 420/01i
    Entscheidungstext OGH 16.04.2002 10 ObS 420/01i
    nur T2; Beis wie T1
  • 10 ObS 254/02d
    Entscheidungstext OGH 18.07.2002 10 ObS 254/02d
    Beis wie T1
  • 10 ObS 245/02f
    Entscheidungstext OGH 23.07.2002 10 ObS 245/02f
  • 10 ObS 159/02h
    Entscheidungstext OGH 18.07.2002 10 ObS 159/02h
    Beis wie T1; Beisatz: Die Klärung dieser Frage ist eine unabdingbare Entscheidungsvoraussetzung. Wenn nach dem Inhalt des Prozessvorbringens hierüber keine ausreichende Klarheit besteht und nach der Aktenlage nicht ohne weiteres der Schluss gezogen werden kann, dass der Versicherte nur als einfacher Hilfsarbeiter tätig war, hat das Gericht aufgrund der Bestimmung des § 87 Abs 1 ASGG diese Frage von Amts wegen zu überprüfen und hierüber Feststellungen zu treffen. (T3)
  • 10 ObS 267/02s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2002 10 ObS 267/02s
    Auch; nur T2; Beis wie T3 nur: Die Klärung dieser Frage ist eine unabdingbare Entscheidungsvoraussetzung. Wenn hierüber keine ausreichende Klarheit besteht, hat das Gericht aufgrund der Bestimmung des § 87 Abs 1 ASGG diese Frage von Amts wegen zu überprüfen und hierüber Feststellungen zu treffen. (T4)
  • 10 ObS 282/03y
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 10 ObS 282/03y
    Auch; nur T2; Beis wie T1
  • 10 ObS 76/06h
    Entscheidungstext OGH 17.08.2006 10 ObS 76/06h
    nur T2
  • 10 ObS 134/06p
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 10 ObS 134/06p
    Beis wie T1
  • 10 ObS 16/09i
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 ObS 16/09i
    nur T2; Beis wie T4
  • 10 ObS 53/11h
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 ObS 53/11h
    Auch
  • 10 ObS 37/12g
    Entscheidungstext OGH 05.06.2012 10 ObS 37/12g
    Auch; Beis wie T3
  • 10 ObS 73/13b
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 10 ObS 73/13b
    nur T2; Beis wie T1
  • 10 ObS 137/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 10 ObS 137/13i
    Beis wie T3
  • 10 ObS 92/17b
    Entscheidungstext OGH 14.11.2017 10 ObS 92/17b
    Auch; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0084428

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19900529_OGH0002_010OBS00209_9000000_001

Entscheidungstext 10ObS420/01i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

10ObS420/01i

Entscheidungsdatum

16.04.2002

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Bauer als Vorsitzenden, die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Fellinger und Dr. Neumayr sowie die fachkundigen Laienrichter OLWR Dr. Peter Hübner (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Ernst Boran (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) als weitere Richter in der Sozialrechtssache der klagenden Partei Rudolf E*****, vertreten durch Mag. Rudolf Lind, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter, Roßauer Lände 3, 1092 Wien, vor dem Obersten Gerichtshof nicht vertreten, wegen Invaliditätspension, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 5. September 2001, GZ 8 Rs 246/01g-15, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichtes Korneuburg als Arbeits- und Sozialgericht vom 20. März 2001, GZ 7 Cgs 228/00h-10, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen werden aufgehoben. Die Sozialrechtssache wird zur Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Der am 24. 11. 1948 geborene Kläger hat keinen Beruf erlernt. Er hat eine Bäckerlehre abgebrochen und war dann als Schaustellergehilfe, Schweißer, Kellner und Schankgehilfe tätig. Die Schweißkenntnisse des Klägers stammen aus facheinschlägigen Kursen; er hat Zeugnisse für autogenes, elektrisches und Schutzgasschweißen.

Der Kläger ist nicht mehr in der Lage, als Schankgehilfe, Kellner oder Schweißer zu arbeiten, da in jedem dieser Berufe das ihm verbliebene Leistungskalkül überschritten würde. Er könnte aber verschiedene unqualifizierte Arbeiten verrichten, etwa die eines Kontrollors in der metallverarbeitenden Industrie.

Der Kläger stellte am 3. 1. 2000 bei der beklagten Partei den Antrag auf Gewährung der Invaliditätspension. Mit Bescheid vom 17. 6. 2000 hat die beklagte Partei den Antrag abgelehnt. Invalidität liege nicht vor, weil der Kläger in der Lage sei, eine auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bewertete Tätigkeit auszuüben.

Das Erstgericht wies das vom Kläger gegen diesen Bescheid erhobene, auf die Gewährung der beantragten Leistung ab dem Stichtag 1. 2. 2000 gerichtete Klagebegehren mit der Begründung ab, dass der Kläger weder einen Beruf erlernt habe noch in einem qualifizierten Beruf angelernt sei. Als unqualifizierter Arbeiter könne er auf den gesamten Arbeitsmarkt verwiesen werden, weshalb Invalidität nach § 255 Abs 3 ASVG nicht vorliege.

Das Berufungsgericht gab der Berufung des Klägers nicht Folge. Er habe weder in der Klage noch im erstinstanzlichen Verfahren jemals behauptet, Berufsschutz als Schweißer erworben zu haben; vielmehr sei zum beruflichen Werdegang überhaupt kein Vorbringen erstattet worden. Da die vom Kläger ausgeübten Tätigkeiten als unqualifiziert anzusehen seien, sei er auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verweisbar. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Klägers wegen Mangelhaftigkeit des Verfahrens, Aktenwidrigkeit und und unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit dem Antrag, die angefochtene Entscheidung im Sinne einer Klagestattgebung abzuändern. Hilfsweise wird ein Aufhebungs- und Zurückverweisungsantrag gestellt.

Die beklagte Partei hat sich am Revisionsverfahren nicht beteiligt.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist im Sinne ihres Eventualantrages berechtigt. Der Kläger macht in seinen Revisionsausführungen zusammengefasst geltend, er habe nach dem Akteninhalt in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag 1. 2. 2000 überwiegend gleichartig den Beruf des Schweißers ausgeübt. Darauf habe sich der Kläger im erstinstanzlichen Verfahren zwar nicht ausdrücklich berufen; die Frage des Berufsschutzes sei aber erörtert worden. Auf die entsprechende Rüge eines Verfahrensmangels sei das Berufungsgericht in Wahrheit nicht eingegangen. Überdies sei das Leistungskalkül des Klägers hinsichtlich Hebe- und Tragebelastungen nicht schlüssig dargestellt worden.

Die Feststellung oder Nichtfeststellung bestimmter Tatsachen aufgrund der aufgenommenen Beweise - etwa über das dem Kläger verbliebene Leistungskalkül - resultiert aus der freien Beweiswürdigung der Vorinstanzen, die vom Obersten Gerichtshof nicht überprüft werden kann (RIS-Justiz RS0043061 [T11]). Die in der Revision wiederholten Ausführungen zu den dem Kläger noch möglichen Hebe- und Tragebelastungen stellen daher den unzulässigen Versuch einer Bekämpfung der das Leistungskalkül betreffenden Beweiswürdigung der Tatsacheninstanzen dar (10 ObS 409/98i; 10 ObS 3/99k). Richtig ist, dass der Kläger bereits mit der Klage zum "Beweis für die Berufsausübung" eine Dienstgeberbestätigung der Firma B***** vom 3. 8. 2000 vorgelegt hat, wonach er von 13. 1. 1986 bis 23. 2. 1992 als Schweißer beschäftigt war. Auch nach dem Vorbringen der beklagten Partei in der Klagebeantwortung hat der Kläger angegeben, in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag als Schweißer tätig gewesen zu sein. Nach dem Inhalt des Anstaltsaktes (Blatt 37) liegen in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag (1. 2. 2000) 62 Versicherungsmonate als Schweißer. In der Streitverhandlung vom 28. 2. 2001 wurde der Inhalt des Vorakts 15 Cgs 13/92 des KG Korneuburg erörtert, insbesonders "der mangelnde Berufsschutz der dort selbst festgestellt wurde". In diesem Verfahren, das sich auf die Gewährung einer Invaliditätspension zum Stichtag 1. 7. 1991 bezog, war ein möglicher Berufsschutz als Kellner und als Schweißer abgelehnt worden. Tatsächlich war der Kläger nach der von ihm vorgelegten Dienstgeberbestätigung und dem aus dem Anstaltsakt ersichtlichen Versicherungsverlauf bis 23. 2. 1992 bei der Firma B***** als Schweißer beschäftigt gewesen, sodass nicht auszuschließen ist, dass er - bezogen auf den im nunmehrigen Verfahren maßgeblichen Stichtag 1. 2. 2000 - überwiegend als Schweißer beschäftigt war und entsprechenden Berufsschutz erworben hat.

Dies zu prüfen wurde von den Vorinstanzen unterlassen. Die entsprechende, in der Berufung enthaltene Mängelrüge wurde vom Berufungsgericht nicht behandelt. Der Grundsatz, dass Mängel des Verfahrens erster Instanz, die das Berufungsgericht nicht als gegeben erachtete, im Revisionsverfahren nicht neuerlich gerügt werden können, ist unanwendbar, wenn das Berufungsgericht eine Erledigung der Mängelrüge unterlassen hat (RIS-Justiz RS0043086 [T1]). Der dargestellte Mangel muss zur Aufhebung der Entscheidungen der Vorinstanzen führen, weil - wie aufgezeigt - nicht ausgeschlossen werden kann, dass dem Kläger Berufsschutz als Schweißer zukommt. Da es zur Behebung des Mangels einer Verhandlung in erster Instanz bedarf, um die Sache spruchreif zu machen, ist auch das Urteil der ersten Instanz aufzuheben und die Streitsache zur Ergänzung des Verfahrens und neuerlichen Entscheidung an diese zurückzuverweisen (§ 510 Abs 1 ZPO).

Die Ansicht des Berufungsgerichts, das Vorliegen eines Berufsschutzes müsse behauptet werden, widerspricht im Übrigen der ständigen Judikatur, wonach die Frage, ob ein Versicherter Berufsschutz genießt, in allen Fällen, in denen bei Bestehen eines solchen die Verweisbarkeit fraglich wäre, von Amts wegen zu prüfen ist (SSV-NF 3/136 uva). Nur dann, wenn jeglicher Anhaltspunkt dafür fehlt, dass ein Versicherter eine erlernte oder angelernte Tätigkeit ausgeübt hat, bedarf es keiner weiteren Erhebungen und Feststellungen zu dieser Frage (SSV-NF 14/36).

Der Kostenvorbehalt beruht auf § 52 Abs 1 ZPO.

Anmerkung

E65151 10ObS420.01i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:010OBS00420.01I.0416.000

Dokumentnummer

JJT_20020416_OGH0002_010OBS00420_01I0000_000