Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 12Os138/90 15Os69/91 11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0086221

Geschäftszahl

12Os138/90; 15Os69/91; 11Os33/92; 15Os121/94; 11Os10/95; 11Os95/95; 12Os129/95; 12Os64/97; 11Os130/98; 14Os37/01; 15Os150/07h; 13Os12/10d; 13Os88/17s (13Os89/17p, 13Os90, 17k, 13Os91/17g, 13Os92/17d, 13Os93/17a); 13Os29/18s

Entscheidungsdatum

04.07.1991

Norm

FinStrG §22 Abs1
StPO §281 Abs1 Z11 Fall2
StPO §345 Abs1 Z13 Fall2

Rechtssatz

Das Zusammentreffen eines Suchtgiftverbrechens mit einem Finanzdelikt darf bei der Strafbemessung nicht als erschwerend gewertet werden (§ 22 Abs 1 FinStrG). Ein Verstoß gegen dieses Verbot bewirkt Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 (beziehungsweise § 345 Abs 1 Z 13) zweiter Anwendungsfall StPO.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 138/90
    Entscheidungstext OGH 04.07.1991 12 Os 138/90
  • 15 Os 69/91
    Entscheidungstext OGH 26.09.1991 15 Os 69/91
    Vgl; Beisatz: Dieser Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot kann zwar Nichtigkeit in der Bedeutung des § 281 Abs 1 Z 11 StPO begründen, muss sich aber nicht in jedem Fall zum Nachteil (im Sinne des § 290 Abs 1 StPO) des Angeklagten auswirken (etwa, wenn ein gleichgewichtiger Erschwerungsgrund übersehen wurde). (T1)
  • 11 Os 33/92
    Entscheidungstext OGH 23.06.1992 11 Os 33/92
    Vgl auch; Beisatz: Amtswegige Wahrnehmung (§ 290 Abs 1 StPO) dieser Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 StPO. (T2)
  • 15 Os 121/94
    Entscheidungstext OGH 13.10.1994 15 Os 121/94
    Vgl auch
  • 11 Os 10/95
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 11 Os 10/95
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 95/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 11 Os 95/95
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 12 Os 129/95
    Entscheidungstext OGH 28.09.1995 12 Os 129/95
    Vgl; Beis wie T1
  • 12 Os 64/97
    Entscheidungstext OGH 22.05.1997 12 Os 64/97
  • 11 Os 130/98
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 11 Os 130/98
    Auch; Beisatz: Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot, wenn ungeachtet der gesonderten Sanktion für Finanzvergehen "das Zusammentreffen mehrerer Vergehen verschiedener Art" als erschwerend gewertet, folglich die Finanzvergehen unzulässigerweise in den Erschwerungsgrund des § 33 Z 1 StGB einbezogen werden. (T3); Beis wie T2
  • 14 Os 37/01
    Entscheidungstext OGH 06.11.2001 14 Os 37/01
    Auch; Beis wie T3
  • 15 Os 150/07h
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 15 Os 150/07h
    Vgl; Beisatz: Das gilt auch beim Zusammentreffen des Verbrechens der betrügerischen Krida mit Vergehen nach dem FinStrG. (T4)
  • 13 Os 12/10d
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 12/10d
    Auch
  • 13 Os 88/17s
    Entscheidungstext OGH 11.10.2017 13 Os 88/17s
    Auch
  • 13 Os 29/18s
    Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 29/18s
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0086221

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19910704_OGH0002_0120OS00138_9000000_002

Rechtssatz für 13Os81/93 12Os175/96 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0096383

Geschäftszahl

13Os81/93; 12Os175/96; 14Os140/99; 14Os37/01; 15Os129/04; 15Os127/10f; 14Os71/14v; 15Os41/15s (15Os42/15p); 15Os15/19y; 15Os45/19k

Entscheidungsdatum

05.10.1994

Norm

StGB §293

Rechtssatz

Der vom Strafgesetzgeber in § 293 StGB verwendete Begriff "Beweismittel" ist, für sich gesehen, im weitesten Sinn zu verstehen: er umfasst alles, was dazu dienen kann, ein Gericht oder eine Behörde von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Behauptung zu überzeugen (EBRV 1971,444; Dokumentation, S 231). Dessen ungeachtet schränkt § 293 StGB die als Tatobjekt in Frage kommenden Beweismittel auf Sachbeweise ein, da nur diese "hergestellt" oder "verfälscht" werden können. Demgemäß sind - als (wichtige) Sachbeweise - Urkunden (im weiter gefassten prozessualen und damit auch Urkunden im (engeren) strafrechtlichen Sinn des § 74 Z 7 StGB) vom Beweismittelbegriff des § 293 StGB erfasst.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 81/93
    Entscheidungstext OGH 05.10.1994 13 Os 81/93
    Verstärkter Senat; Veröff: RZ 1995/11 S 41
  • 12 Os 175/96
    Entscheidungstext OGH 13.02.1997 12 Os 175/96
    Vgl auch
  • 14 Os 140/99
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 14 Os 140/99
    Auch; Beisatz: Nach dem Wortsinn kann unter falschem Beweismittel sowohl ein inhaltlich als auch ein formell unrichtiges Beweismittel verstanden werden. Mangels eines zwar für den Urkundenbegriff des § 223 StGB, nicht aber auch für Beweismittel im weiteren Sinn in der Person eines "Ausstellers" geforderten personellen Garantieelementes ist der Bedeutungsinhalt des Begriffes "falsch" in Verbindung mit "Beweismitteln", bei denen ein solches Bezugsobjekt fehlt, ein weiterer. Er bleibt damit insoweit nicht auf die Identität des "Ausstellers" beschränkt. (T1)
  • 14 Os 37/01
    Entscheidungstext OGH 06.11.2001 14 Os 37/01
  • 15 Os 129/04
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 15 Os 129/04
    nur: Der vom Strafgesetzgeber in § 293 StGB verwendete Begriff "Beweismittel" ist, für sich gesehen, im weitesten Sinn zu verstehen: er umfaßt alles, was dazu dienen kann, ein Gericht oder eine Behörde von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Behauptung zu überzeugen. (T2)
  • 15 Os 127/10f
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 127/10f
    Vgl; Bem: Zu § 147 Abs 1 Z 1 StGB siehe RS0126400. (T3)
  • 14 Os 71/14v
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 71/14v
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Eine „Erklärung an Eides statt“ in einem Formular zu Tatsachen, deren Vorliegen einer Eintragung in das Gewerberegister entgegenstehen kann, ist (gleich einer mündlichen Lüge) bloß die (unrichtige) Behauptung der Gewerbeanmelderin, dass die ‑ von der Behörde zu prüfenden (§ 340 Abs 1 GewO) ‑ gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausübung des Gewerbes vorliegen, ohne dass ihr ein darüber hinausgehender Beweiswert zukommt oder diesem „schriftlichen Eidessurrogat“ rechtliche Bedeutung beizumessen ist. (T4)
  • 15 Os 41/15s
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 15 Os 41/15s
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 15/19y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 15 Os 15/19y
    Beis wie T4; nur: Der in § 293 StGB verwendete – auf Sachbeweise einzuschränkende – Begriff „Beweismittel“ umfasst alles, was dazu dienen kann, ein Gericht oder eine Behörde von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Behauptung zu überzeugen. (T5)
  • 15 Os 45/19k
    Entscheidungstext OGH 29.05.2019 15 Os 45/19k
    nur T5; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0096383

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19941005_OGH0002_0130OS00081_9300000_003