Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob1/63 2Ob319/62 (2Ob32...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021827

Geschäftszahl

2Ob1/63; 2Ob319/62 (2Ob320/62); 2Ob70/63; 2Ob221/63; 8Ob18/66; 2Ob58/67; 8Ob307/68; 2Ob184/69; 8Ob286/71 (8Ob287/71, 8Ob288/71); 2Ob222/71 (2Ob223/71); 5Ob269/71 (5Ob270/71 -5Ob274/71); 8Ob171/72; 8Ob224/72; 8Ob28/73 (8Ob29/73); 1Ob43/73 (1Ob44/73); 2Ob119/73 (2Ob120/73); 8Ob262/75; 8Ob8/76 (8Ob9/76, 8Ob10/76); 8Ob198/76 (8Ob199/76, 8Ob200/76); 8Ob19/77; 8Ob69/77 (8Ob70/77, 8Ob71/77); 8Ob543/78; 2Ob204/78; 1Ob522/79; 8Ob92/80; 2Ob215/80; 3Ob531/84; 2Ob60/86; 1Ob680/89; 9ObA117/90; 1Ob664/90; 6Ob30/01g; 10Ob38/00m; 4Ob139/07f; 2Ob262/07d; 2Ob162/08z; 3Ob88/09a; 3Ob267/09z; 3Ob158/12z; 2Ob240/12a; 2Ob36/14d; 2Ob24/15s; 2Ob129/15g; 1Ob174/16v; 2Ob209/17z

Entscheidungsdatum

28.02.1963

Norm

ABGB §1169
ABGB §1313a IIIf
ASVG §333 Abs4

Rechtssatz

Bei Werkverträgen ist im Verhältnis zwischen dem Besteller und den Arbeitern des Unternehmers eine Eingliederung dieser Arbeiter in den Betrieb des Bestellers nach Art eines Leiharbeitsverhältnisses grundsätzlich nicht anzunehmen; die Fürsorgepflicht des Bestellers besteht als Nebenverpflichtung aus dem Werkvertrag nicht nur gegenüber dem Unternehmer, sofern dieser selbst an der Arbeit mitwirkt, sondern auch zugunsten aller Personen, welche die Arbeit ausführen (ebenso: zum Beispiel 2 Ob 37/61; 2 Ob 209/62) (Anstreicherarbeiten in einem Elektrizitätswerk).

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 1/63
    Entscheidungstext OGH 28.02.1963 2 Ob 1/63
    Veröff: EvBl 1963/250 S 353
  • 2 Ob 319/62
    Entscheidungstext OGH 14.03.1963 2 Ob 319/62
    Beisatz: Explosion in Hirtenberger Patronenfabrik (T1)
  • 2 Ob 70/63
    Entscheidungstext OGH 02.05.1963 2 Ob 70/63
  • 2 Ob 221/63
    Entscheidungstext OGH 28.11.1963 2 Ob 221/63
    Beisatz: Baumeister entlehnt Magirusleiter samt Bedienungsmann. (T2) Veröff: EvBl 1964/148 S 212
  • 8 Ob 18/66
    Entscheidungstext OGH 08.02.1966 8 Ob 18/66
    Veröff: MietSlg 18239
  • 2 Ob 58/67
    Entscheidungstext OGH 09.03.1967 2 Ob 58/67
    Beisatz: Sicherungsmaßnahmen zwecks Verhütung eines Brandes als Vertragsnebenpflichten. (T3) Veröff: JBl 1968,88
  • 8 Ob 307/68
    Entscheidungstext OGH 17.12.1968 8 Ob 307/68
  • 2 Ob 184/69
    Entscheidungstext OGH 02.10.1969 2 Ob 184/69
    Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 58/67
  • 8 Ob 286/71
    Entscheidungstext OGH 09.11.1971 8 Ob 286/71
    Vgl; Beisatz: Haftung des Unternehmers gemäß § 1313a ABGB nicht nur gegenüber dem Besteller selbst, sondern auf Grund vertraglicher Nebenpflicht (Fürsorgepflicht §§ 1157, 1169 ABGB) auch gegenüber den Dienstnehmern des Bestellers und jenen Personen, denen dieser zur Fürsorge verpflichtet ist. (T4)
  • 2 Ob 222/71
    Entscheidungstext OGH 13.01.1972 2 Ob 222/71
    Veröff: Arb 8972
  • 5 Ob 269/71
    Entscheidungstext OGH 01.02.1972 5 Ob 269/71
    Ähnlich; Beisatz: Kühlhaus - Brand in Wien (T5) Veröff: Arb 8954 = DRdA 1972,246 (kritisch Fenyves und Holzer)
  • 8 Ob 171/72
    Entscheidungstext OGH 12.09.1972 8 Ob 171/72
    nur: Die Fürsorgepflicht des Bestellers besteht als Nebenverpflichtung aus dem Werkvertrag nicht nur gegenüber dem Unternehmer, sofern dieser selbst an der Arbeit mitwirkt, sondern auch zugunsten aller Personen, welche die Arbeit ausführen. (T6); Beisatz: Überlassung eines Baugerüstes mit unsachgemäß befestigter Brustwehr. (T7)
  • 8 Ob 224/72
    Entscheidungstext OGH 05.12.1972 8 Ob 224/72
    Vgl auch; nur T6; Beis wie T4
  • 8 Ob 28/73
    Entscheidungstext OGH 27.02.1973 8 Ob 28/73
    nur: Bei Werkverträgen ist im Verhältnis zwischen dem Besteller und den Arbeitern des Unternehmers eine Eingliederung dieser Arbeiter in den Betrieb des Bestellers nach Art eines Leiharbeitsverhältnisses grundsätzlich nicht anzunehmen. (T8) Veröff: SZ 46/26 = Arb 9131
  • 1 Ob 43/73
    Entscheidungstext OGH 18.04.1973 1 Ob 43/73
    nur T6
  • 2 Ob 119/73
    Entscheidungstext OGH 25.10.1973 2 Ob 119/73
    Vgl auch; nur T8; Beisatz: Aufstellen eines Gerüstes auf einer Baustelle. (T9)
  • 8 Ob 262/75
    Entscheidungstext OGH 14.01.1976 8 Ob 262/75
    nur T6
  • 8 Ob 8/76
    Entscheidungstext OGH 18.02.1976 8 Ob 8/76
    nur T8
  • 8 Ob 198/76
    Entscheidungstext OGH 19.01.1977 8 Ob 198/76
    nur T6; Beisatz: Diese Fürsorgepflicht bezieht sich vor allem auf die Sicherung der Arbeitsstätte, wozu auch die Absicherung des Fahrwegs für Lastenbeförderungen auf einer Baustelle gehört. (T10) Veröff: EvBl 1977/205 S 459 = JBl 1978,479
  • 8 Ob 19/77
    Entscheidungstext OGH 09.03.1977 8 Ob 19/77
    nur T8
  • 8 Ob 69/77
    Entscheidungstext OGH 25.05.1977 8 Ob 69/77
    nur T6; Beis wie T10 nur: Diese Fürsorgepflicht bezieht sich vor allem auf die Sicherung der Arbeitsstätte. (T11)
  • 8 Ob 543/78
    Entscheidungstext OGH 27.09.1978 8 Ob 543/78
    nur T6
  • 2 Ob 204/78
    Entscheidungstext OGH 07.12.1978 2 Ob 204/78
    Beis wie T10
  • 1 Ob 522/79
    Entscheidungstext OGH 31.01.1979 1 Ob 522/79
    nur T6
  • 8 Ob 92/80
    Entscheidungstext OGH 02.10.1980 8 Ob 92/80
    nur T6; Beisatz: Subunternehmer (T12)
  • 2 Ob 215/80
    Entscheidungstext OGH 10.02.1981 2 Ob 215/80
    Vgl auch; Beisatz: Unfall bei Hausschlachtung (T13) Veröff: Arb 9935
  • 3 Ob 531/84
    Entscheidungstext OGH 27.06.1984 3 Ob 531/84
    nur T6
  • 2 Ob 60/86
    Entscheidungstext OGH 26.05.1987 2 Ob 60/86
    Beisatz: Eine Stellung des Bestellers als Aufseher im Betrieb und damit ein Haftungsausschluss nach § 333 Abs 4 ASVG kommt nicht in Frage. (T14) Beis wie T7
  • 1 Ob 680/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1989 1 Ob 680/89
    nur T6
  • 9 ObA 117/90
    Entscheidungstext OGH 23.05.1990 9 ObA 117/90
    Vgl auch; Beisatz: § 48 ASGG (T15)
  • 1 Ob 664/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 1 Ob 664/90
    nur T6; Veröff: JBl 1991,453
  • 6 Ob 30/01g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 30/01g
    Vgl auch; nur T6; Beis ähnlich wie T11; Beisatz: Die Fürsorgepflicht betrifft primär den Schutz des Lebens und die Gesundheit des Unternehmers und auch seiner Dienstnehmer, deren er sich bei der Werkherstellung bedient. (T16)
  • 10 Ob 38/00m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 10 Ob 38/00m
    Auch; nur T6; Beis wie T16
  • 4 Ob 139/07f
    Entscheidungstext OGH 04.09.2007 4 Ob 139/07f
    Auch; Beis wie T16
  • 2 Ob 262/07d
    Entscheidungstext OGH 24.01.2008 2 Ob 262/07d
    Auch
  • 2 Ob 162/08z
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 162/08z
    nur T6
  • 3 Ob 88/09a
    Entscheidungstext OGH 22.07.2009 3 Ob 88/09a
    Auch; Beis wie T16; Beisatz: Sie umfasst aber auch Sachschäden. (T17)
  • 3 Ob 267/09z
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 3 Ob 267/09z
    Auch
  • 3 Ob 158/12z
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 3 Ob 158/12z
    Auch; Beis wie T16
  • 2 Ob 240/12a
    Entscheidungstext OGH 17.06.2013 2 Ob 240/12a
    Auch; nur T6; Beis wie T11; Beis wie T16
  • 2 Ob 36/14d
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 2 Ob 36/14d
    Auch; Beis wie T16
  • 2 Ob 24/15s
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 2 Ob 24/15s
    Auch; nur T8
  • 2 Ob 129/15g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 2 Ob 129/15g
    Auch; nur T6; Beis wie T12
  • 1 Ob 174/16v
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 174/16v
    Auch; Beis wie T11
  • 2 Ob 209/17z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 209/17z
    Vgl auch; Veröff: SZ 2018/102

Schlagworte

E - Werk

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0021827

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.06.2020

Dokumentnummer

JJR_19630228_OGH0002_0020OB00001_6300000_001

Rechtssatz für 2Ob191/70 2Ob101/72 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021602

Geschäftszahl

2Ob191/70; 2Ob101/72; 1Ob533/76; 1Ob730/76; 8Ob198/76 (8Ob199/76, 8Ob200/76); 8Ob69/77 (8Ob70/77, 8Ob71/77); 7Ob577/77; 2Ob228/81; 1Ob687/84; 8Ob30/85; 8Ob13/85 (8Ob14/85); 2Ob70/86; 2Ob60/86; 2Ob133/88; 3Ob68/98s; 6Ob30/01g; 10Ob38/00m; 6Ob242/03m; 8Ob144/06v; 4Ob139/07f; 2Ob79/08v; 3Ob88/09a; 3Ob267/09z; 8Ob40/10f; 2Ob240/12a; 2Ob240/12a; 2Ob129/15g; 1Ob174/16v; 7Ob207/17t; 1Ob157/20z

Entscheidungsdatum

03.09.1970

Norm

ABGB §1157
ABGB §1164 Abs1
ABGB §1169

Rechtssatz

Den Besteller eines Werkes trifft einen ähnliche Fürsorgepflicht wie den Dienstgeber, die ebenfalls unabdingbar ist und auch Sachschaden umfasst.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 191/70
    Entscheidungstext OGH 03.09.1970 2 Ob 191/70
    Veröff: EvBl 1971/118 S 209
    Vgl aber BGH vom 15.6.1971, VI ZR 262/69
    Beisatz: Soweit den Besteller im Rahmen eines Werkvertrages in entsprechender Anwendung des § 618 BGB eine Fürsorgepflicht trifft, kann diese abbedungen werden, wenn sie den Unternehmer oder dessen Subunternehmer schützen soll. (T1)
    Veröff: VersR 1971,910
  • 2 Ob 101/72
    Entscheidungstext OGH 15.06.1972 2 Ob 101/72
  • 1 Ob 533/76
    Entscheidungstext OGH 14.04.1976 1 Ob 533/76
    nur: Den Besteller eines Werkes trifft einen ähnliche Fürsorgepflicht wie den Dienstgeber. (T2)
    Beisatz: Bezieht sich auch auf Sicherheit der Arbeitsstätte. (T3)
  • 1 Ob 730/76
    Entscheidungstext OGH 27.10.1976 1 Ob 730/76
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 533/76
  • 8 Ob 198/76
    Entscheidungstext OGH 19.01.1977 8 Ob 198/76
    Veröff: EvBl 1977/205 S 459 = JBl 1978,479
  • 8 Ob 69/77
    Entscheidungstext OGH 25.05.1977 8 Ob 69/77
    nur T2; Beis wie T3
  • 7 Ob 577/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 7 Ob 577/77
    nur T2; Beisatz: Modellvertrag (T4)
    Veröff: JBl 1979,254
  • 2 Ob 228/81
    Entscheidungstext OGH 09.03.1982 2 Ob 228/81
    Auch; nur T2; Beisatz: Stromunfall beim Hausbau. (T5)
  • 1 Ob 687/84
    Entscheidungstext OGH 12.12.1984 1 Ob 687/84
    Beis wie T3
  • 8 Ob 30/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 30/85
    Auch; nur T2; Veröff: JBl 1986,113
  • 8 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 13/85
    nur T2; Beis wie T3
  • 2 Ob 70/86
    Entscheidungstext OGH 07.04.1987 2 Ob 70/86
    Beis wie T3
  • 2 Ob 60/86
    Entscheidungstext OGH 26.05.1987 2 Ob 60/86
    Auch; nur T2; Beisatz: Bezieht sich auch auf die Sicherheit beigestellter Gerätschaften, hier: Baugerüst. (T6)
  • 2 Ob 133/88
    Entscheidungstext OGH 25.04.1989 2 Ob 133/88
    nur T2; Veröff: SZ 62/70 = ZVR 1990/92 S 244
  • 3 Ob 68/98s
    Entscheidungstext OGH 16.09.1998 3 Ob 68/98s
  • 6 Ob 30/01g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 30/01g
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T3
  • 10 Ob 38/00m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 10 Ob 38/00m
    Vgl auch; nur T2; Beis ähnlich wie T3
  • 6 Ob 242/03m
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 242/03m
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die Schutz- und Sorgfaltspflichten umfassen auch die Warnpflicht und Informationspflicht des Bestellers über gefährliche Umstände. (T7)
  • 8 Ob 144/06v
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 8 Ob 144/06v
    Auch; Beisatz: Nach § 1169 iVm § 1157 ABGB ist der Besteller ua verpflichtet dafür zu sorgen, dass der Unternehmer und seine Leute nicht durch vom Besteller beigestellte Gerätschaften verletzt wird. (T8)
  • 4 Ob 139/07f
    Entscheidungstext OGH 04.09.2007 4 Ob 139/07f
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Leiter. (T9)
  • 2 Ob 79/08v
    Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 79/08v
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Soferne mögliche Gefahrenquellen nicht überhaupt beseitigt werden können. (T10)
  • 3 Ob 88/09a
    Entscheidungstext OGH 22.07.2009 3 Ob 88/09a
    Beis wie T3; Beisatz: Arbeitsstätte kann auch eine Baustelle sein. (T11)
    Beis wie T7; Beisatz: Der Umfang dieser nebenvertraglichen Warn- und Sicherungspflichten richtet sich danach, wie weit sich der Unternehmer in einen der Sphäre des Bestellers zuzuordnenden Bereich begibt, in dem er gefährdet ist. Eine Fürsorgepflicht des Bestellers fällt dann vollständig weg, wenn das Werk allein in der Sphäre des Unternehmers herzustellen ist und von Seiten des Bestellers keine Gefahr ausgeht. (T12)
  • 3 Ob 267/09z
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 3 Ob 267/09z
    Auch; Beis wie T7
  • 8 Ob 40/10f
    Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 40/10f
    Auch
  • 2 Ob 240/12a
    Entscheidungstext OGH 17.06.2013 2 Ob 240/12a
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T8; Beis wie T11
  • 2 Ob 129/15g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 2 Ob 129/15g
    Auch; Beis wie T12 nur: Der Umfang dieser nebenvertraglichen Warn- und Sicherungspflichten richtet sich danach, wie weit sich der Unternehmer in einen der Sphäre des Bestellers zuzuordnenden Bereich begibt, in dem er gefährdet ist. (T13)
  • 1 Ob 174/16v
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 174/16v
    Beis wie T11
  • 7 Ob 207/17t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2018 7 Ob 207/17t
  • 1 Ob 157/20z
    Entscheidungstext OGH 23.09.2020 1 Ob 157/20z
    Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0021602

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2020

Dokumentnummer

JJR_19700903_OGH0002_0020OB00191_7000000_001

Rechtssatz für 2Ob222/71 (2Ob223/71) 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021480

Geschäftszahl

2Ob222/71 (2Ob223/71); 2Ob101/72; 1Ob43/73 (1Ob44/73); 8Ob274/75; 1Ob533/76; 1Ob730/76; 8Ob69/77 (8Ob70/77, 8Ob71/77); 8Ob543/78; 1Ob687/84; 8Ob13/85 (8Ob14/85); 2Ob70/86; 6Ob699/88; 2Ob133/88; 6Ob30/01g; 10Ob38/00m; 3Ob44/07b; 8Ob144/06v; 3Ob88/09a; 2Ob240/12a; 2Ob129/15g; 1Ob174/16v

Entscheidungsdatum

13.01.1972

Norm

ABGB §1157
ABGB §1169

Rechtssatz

Die Fürsorgepflicht bezieht sich auch auf die Sicherheit der Arbeitsstätte (hier: Absicherung einer Straßenbaustelle gegenüber einer quer über die Straße laufenden Starkstromleitung).

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 222/71
    Entscheidungstext OGH 13.01.1972 2 Ob 222/71
    Veröff: Arb 8972
  • 2 Ob 101/72
    Entscheidungstext OGH 15.06.1972 2 Ob 101/72
    Beisatz: Abdeckung eines Entmistungskanals. (T1)
  • 1 Ob 43/73
    Entscheidungstext OGH 18.04.1973 1 Ob 43/73
  • 8 Ob 274/75
    Entscheidungstext OGH 04.02.1976 8 Ob 274/75
    nur: Die Fürsorgepflicht bezieht sich auch auf die Sicherheit der Arbeitsstätte. (T2)
    Veröff: SZ 49/15
  • 1 Ob 533/76
    Entscheidungstext OGH 14.04.1976 1 Ob 533/76
    nur T2
  • 1 Ob 730/76
    Entscheidungstext OGH 27.10.1976 1 Ob 730/76
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 533/76
  • 8 Ob 69/77
    Entscheidungstext OGH 25.05.1987 8 Ob 69/77
    nur T2
  • 8 Ob 543/78
    Entscheidungstext OGH 27.09.1978 8 Ob 543/78
    nur T2
  • 1 Ob 687/84
    Entscheidungstext OGH 12.12.1984 1 Ob 687/84
    nur T2
  • 8 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 13/85
    Auch; nur T2
  • 2 Ob 70/86
    Entscheidungstext OGH 07.04.1987 2 Ob 70/86
  • 6 Ob 699/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 6 Ob 699/88
    nur T2; Beisatz: Hier: Entlüftung des Motorraumes eines Segelbootes. (T3)
  • 2 Ob 133/88
    Entscheidungstext OGH 25.04.1989 2 Ob 133/88
    nur T2; Veröff: SZ 62/70 = ZVR 1990/92 S 244
  • 6 Ob 30/01g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 30/01g
    Auch; nur T2; Beisatz: Die Arbeitsstätte kann auch eine Baustelle sein. (T4)
  • 10 Ob 38/00m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 10 Ob 38/00m
    Auch; nur T2; Beis wie T4
  • 3 Ob 44/07b
    Entscheidungstext OGH 25.04.2007 3 Ob 44/07b
    Auch; nur T2; Beis wie T4
  • 8 Ob 144/06v
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 8 Ob 144/06v
    Vgl auch; Beisatz: Nach § 1169 iVm § 1157 ABGB ist der Besteller ua verpflichtet dafür zu sorgen, dass der Unternehmer und seine Leute nicht durch vom Besteller beigestellte Gerätschaften verletzt wird. (T5)
  • 3 Ob 88/09a
    Entscheidungstext OGH 22.07.2009 3 Ob 88/09a
    nur T2; Beis wie T4
  • 2 Ob 240/12a
    Entscheidungstext OGH 17.06.2013 2 Ob 240/12a
    Auch; nur: Die Fürsorgepflicht bezieht sich auch auf die Sicherheit der Arbeitsstätte. (T6)
    Beis wie T4; Beis wie T5
  • 2 Ob 129/15g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 2 Ob 129/15g
    Auch; nur T2; Beis wie T4
  • 1 Ob 174/16v
    Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 174/16v
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0021480

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19720113_OGH0002_0020OB00222_7100000_001

Rechtssatz für 8Ob274/75 2Ob137/78 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021812

Geschäftszahl

8Ob274/75; 2Ob137/78; 2Ob134/82; 8Ob13/85 (8Ob14/85); 2Ob70/86; 2Ob133/88; 6Ob30/01g; 6Ob242/03m; 4Ob139/07f; 8Ob40/10f; 8Ob26/13a; 9Ob54/14b

Entscheidungsdatum

04.02.1976

Norm

ABGB §1169

Rechtssatz

Beim Werkvertrag darf der Unternehmer, der auf Grund seiner Sachkenntnis wissen muss, dass seine Arbeitsstätte gefährlich ist, um deren Sicherheit nicht vollkommen sorglos sein. Auch er muss sich in einem solchen Falle vor Beginn der Arbeiten von den Sicherungsvorkehrungen überzeugen und nötigenfalls den Besteller zu den nötigen Maßnahmen veranlassen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 274/75
    Entscheidungstext OGH 04.02.1976 8 Ob 274/75
    Veröff: SZ 49/15
  • 2 Ob 137/78
    Entscheidungstext OGH 19.10.1978 2 Ob 137/78
  • 2 Ob 134/82
    Entscheidungstext OGH 21.09.1982 2 Ob 134/82
    Beisatz: Gefährliche Malerarbeiten in Fabrik (T1)
  • 8 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 13/85
  • 2 Ob 70/86
    Entscheidungstext OGH 07.04.1987 2 Ob 70/86
    Auch
  • 2 Ob 133/88
    Entscheidungstext OGH 25.04.1989 2 Ob 133/88
    Veröff: SZ 62/70 = ZVR 1990/92 S 244
  • 6 Ob 30/01g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 30/01g
    Auch
  • 6 Ob 242/03m
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 242/03m
  • 4 Ob 139/07f
    Entscheidungstext OGH 04.09.2007 4 Ob 139/07f
    Auch
  • 8 Ob 40/10f
    Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 40/10f
  • 8 Ob 26/13a
    Entscheidungstext OGH 29.11.2013 8 Ob 26/13a
  • 9 Ob 54/14b
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 9 Ob 54/14b
    Auch; nur: Der Werkunternehmer, der aufgrund seiner Sachkenntnis wissen muss, dass Arbeitsstätten gefährlich sind, muss sich vor Beginn der Arbeiten selbst von den Sicherheitsvorkehrungen überzeugen. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0021812

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2014

Dokumentnummer

JJR_19760204_OGH0002_0080OB00274_7500000_001

Rechtssatz für 1Ob39/89 6Ob30/01g 2Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021799

Geschäftszahl

1Ob39/89; 6Ob30/01g; 2Ob162/08z; 8Ob26/13a; 9Ob54/14b; 2Ob129/15g

Entscheidungsdatum

17.01.1990

Norm

ABGB §1169

Rechtssatz

Den Besteller trifft eine Informationspflicht, den Unternehmer auf Gefahrenmomente hinzuweisen, die für den Unternehmer nicht unschwer zu erkennen sind.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 39/89
    Entscheidungstext OGH 17.01.1990 1 Ob 39/89
  • 6 Ob 30/01g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 30/01g
    Auch; Beisatz: Die Schutz- und Sorgfaltspflichten umfassen auch die Warnpflicht und Informationspflicht des Bestellers über gefährliche Umstände. Für den Unternehmer unschwer erkennbare Gefahren bilden allerdings die Grenze der Fürsorgepflicht des Bestellers. (T1)
  • 2 Ob 162/08z
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 162/08z
    Vgl; Beis wie T1 nur: Für den Unternehmer unschwer erkennbare Gefahren bilden allerdings die Grenze der Fürsorgepflicht des Bestellers. (T2)
  • 8 Ob 26/13a
    Entscheidungstext OGH 29.11.2013 8 Ob 26/13a
    Beis ähnlich wie T1
  • 9 Ob 54/14b
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 9 Ob 54/14b
    Beisatz: Der Umfang der Fürsorgepflicht richtet sich danach, wie weit sich der Unternehmer in eine der Sphäre des Bestellers zugeordneten Bereich begibt, in dem er gefährdet ist. (T3)
    Beisatz: Der Auftraggeber muss Fachunternehmen nicht über die in ihren Tätigkeitsbereich typisch auftretenden Gefahren warnen. (T4)
  • 2 Ob 129/15g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 2 Ob 129/15g
    Vgl auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0021799

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.08.2016

Dokumentnummer

JJR_19900117_OGH0002_0010OB00039_8900000_001

Entscheidungstext 6Ob30/01g

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

6Ob30/01g

Entscheidungsdatum

15.03.2001

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Ehmayr als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schiemer, Dr. Huber, Dr. Prückner und Dr. Schenk als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Johann N*****, Kranführer, ***** vertreten durch Dr. Nikolaus Schirnhofer, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei M*****gesellschaft mbH, ***** vertreten durch Dr. Thomas Menschhorn, Rechtsanwalt in Wien, wegen 97.600 S und Feststellung, über die ordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgericht vom 29. Juni 2000, GZ 34 R 249/00w-27, womit über die Berufung der beklagten Partei das Zwischenurteil des Bezirksgerichtes Innere Stadt Wien vom 9. November 1999, GZ 32 C 1709/98g-23, abgeändert und das Klagebegehren abgewiesen wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die klagende Partei hat der beklagten Partei die mit 8.112 S (darin 1.352 S Umsatzsteuer) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Begründung:

Das beklagte Bauunternehmen hatte im Jahr 1996 für eine neue Straßentrassierung eine Brücke herzustellen. Die Baustelle befand sich abseits des öffentlichen Verkehrs und war über einen im öffentlichen Gut einer Gemeinde stehenden Feldweg zu erreichen, der von Mitarbeitern der Beklagten mit einer 10 bis 15 cm hohen Schotterschicht versehen worden war. Der Feldweg wurde als Zufahrt zur Baustelle benützt. Die Beklagte stand mit dem Unternehmen, bei dem der Kläger als Kranfahrer beschäftigt war, in regelmäßiger Geschäftsbeziehung und hatte schon mehrfach Kräne zur Durchführung von Bauarbeiten angefordert gehabt. Im September 1996 erteilte die Beklagte dem Unternehmen den Auftrag zur Bereitstellung eines Krans für den Brückenbau. Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Auftragnehmerin wäre die Auftraggeberin verpflichtet gewesen, für eine gute befahrbare Zufahrt zur Einsatzstelle zu sorgen. Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten hätten die Benützung sämtlicher Baustraßen sowie alle Transporte auf eigene Gefahr der Auftragnehmerin zu erfolgen gehabt. Bei dem beigestellten Kran handelt es sich um eine 12,86 m lange, 2,7 m breite und 4 m hohe Arbeitsmaschine mit einem Gesamtgewicht von 44 Tonnen. Ihre Einzelbereifung bewirkte einen hohen Flächendruck auf den Untergrund. Bevor der Kran zur Baustelle gefahren wurde, hatte ein technischer Angestellter der Auftragnehmerin den Schotterweg zur Baustelle abgefahren und besichtigt. Durch die bloße Besichtigung war allerdings die Festigkeit des Weges und die Art des Unterbaues nicht feststellbar. Nach der Besichtigung wurde dem Kläger der Auftrag erteilt, mit dem Kran zur Baustelle zu fahren. Die Hinfahrt am 12. 9. 1996 auf dem 3,5 m breiten Weg verlief ohne Zwischenfall. Der Kläger verrichtete die Bauarbeiten. Bei der Rückfahrt brach ein Teil des Schotterwegs weg, der Kran kippte und stürzte über eine Böschung. Der Kläger erlitt eine Verletzung an der Stirn. Bei der Ausheilung entstand eine Narbe.

Der Kläger begehrt Schmerzengeld, Verdienstentgang und die Kosten einer beabsichtigten kosmetischen Operation, zusammen 97.000 S sowie die Feststellung der Haftung der Beklagten für die Spätfolgen des Unfalls. Die Beklagte habe mit dem Dienstgeber des Klägers vereinbart, dass mit dem angeforderten Kran auf der Brückenbaustelle Arbeiten durchgeführt werden. Es sei vereinbart worden, dass die Beklagte für eine gefahrlose Zufahrt sorge. Die Böschung des unbefestigten, von der Beklagten errichteten Schotterwegs sei beim Befahren des Wegs mit dem Kran abgebrochen.

Die Beklagte beantragte die Abweisung des Klagebegehrens und wendete ein, der Unfall sei auf einen Fahrfehler des Klägers zurückzuführen sei. Die Beklagte sei nicht Wegehalterin. Durch die Aufbringung von Schottermaterial sei keine zusätzliche Gefahr geschaffen worden. Eine Vereinbarung, dass die Beklagte für eine gefahrlose Zufahrt zu sorgen habe, sei nicht getroffen worden. Den Dienstgeber des Klägers treffe das alleinige Verschulden, weil er den Weg besichtigt und dann den Fahrauftrag erteilt habe.

Das Erstgericht stellte mit Zwischenurteil (richtig: Teil-Zwischenurteil) die Haftung der Beklagten für die aus dem Unfall vom 12. 9. 1996 dem Kläger entstandenen Schäden dem Grunde nach als zu Recht bestehend fest. Über den schon wiedergegebenen Sachverhalt hinaus stellte es im Wesentlichen noch fest, dass nicht festgestellt werden könne, dass bei der Auftragserteilung über die Geltung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen gesprochen worden sei. Dem Kläger sei schriftlich der Auftrag erteilt worden, über den Weg zur Baustelle zu fahren. Ein Fahrfehler des Klägers sei nicht die Ursache des Unfalls gewesen. Der Unfall wäre nur zu vermeiden gewesen, wenn der Kläger die Fahrbahn überhaupt nicht befahren hätte.

In rechtlicher Hinsicht führte das Erstgericht aus, dass sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten und ihrer Auftragnehmerin inhaltlich ausschlössen und nicht vereinbart gewesen seien. Die Beklagte hafte auf Grund ihrer Eigenschaft als Halterin des Weges. Wegehalter sei derjenige, dem die Verfügungsmacht über den Weg zustehe und der die Kosten für die Errichtung und Erhaltung des Weges trage. Die Mitarbeiter der Beklagten hätten den Weg als Zufahrt zur Baustelle verwendet und mit Schotter aufgeschüttet, um ihn zu befestigen. Die Beklagte habe dazu beigetragen, den Weg zu erhalten. Es treffe sie die Haftung gemäß § 1319a ABGB. Das Nichtkontrollieren des Weges hinsichtlich der Tauglichkeit des Befahrens mit einer 44 Tonnen schweren Arbeitsmaschine sei als grob fahrlässig zu beurteilen.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Beklagten Folge und wies das Klagebegehren insgesamt ab. Es beurteilte den festgestellten Sachverhalt im Wesentlichen dahin, dass sich der Kläger zumindest erkennbar auf die Wegehalterhaftung nach § 1319a ABGB zwar berufen habe, die Haltereigenschaft aber gar nicht geprüft werden müsse, weil er nicht behauptet habe, dass die Beklagte den Mangel des Weges vorsätzlich oder grob fahrlässig verschuldet hätte. Eine Haftung käme nur bei grober Fahrlässigkeit in Frage. Eine solche sei aber hier zu verneinen. Es komme auf die Zumutbarkeit der unterlassenen Maßnahme an. Dabei sei auch der erforderliche Kostenaufwand zu berücksichtigen. Der Eintritt des Schadens müsse für den Wegehalter erkennbar sein. Es müssten konkrete Anhaltspunkte vorgelegen sein, dass die Festigkeit der Weganlage für schwere LKWs nicht ausreiche. In diese Richtung habe der Kläger keine ausreichenden Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Anders als bei LKWs, Sattelzügen oder LKW-Zügen sei bei dem Kranfahrzeug wegen der Einzelbereifung ein besonders hoher Flächendruck ausgeübt worden.

Das Berufungsgericht sprach zunächst aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei. Es änderte diesen Ausspruch über Antrag der Beklagten ab und sprach aus, dass die ordentliche Revision doch zulässig sei.

Mit seiner Revision beantragt der Kläger die Abänderung dahin, dass das Zwischenurteil des Erstgerichtes wiederhergestellt werde.

Die Beklagte beantragt, die Revision als unzulässig zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist entgegen dem den Obersten Gerichtshof nicht bindenden Ausspruch des Berufungsgerichtes unzulässig.

Der Kläger verfolgt im Revisionsverfahren die vom Berufungsgericht verneinte Haftung des Wegehalters nicht mehr weiter und stützt seine Ansprüche auch nicht auf die behauptete, von den Vorinstanzen aber verneinte Vereinbarung, wonach die Beklagte die gefahrlose Zufahrt zur Baustelle zu besorgen gehabt hätte. Der Revisionswerber releviert vielmehr erstmalig eine Haftung der Beklagten wegen der Verletzung einer werkvertraglichen Nebenverpflichtung, nämlich der Fürsorgepflicht des Bestellers. Eine Fürsorgeverletzung hätte - entsprechendes Parteivorbringen vorausgesetzt - unter Umständen eine taugliche Anspruchsgrundlage darstellen können:

Die Regelung des § 1157 ABGB über die Fürsorgepflicht des Dienstgebers gegenüber seinem Dienstnehmer ist gemäß § 1169 ABGB - mit hier nicht vorliegenden Ausnahmen - auf den Werkvertrag anzuwenden. Dem Dienstgeber entspricht beim Werkvertrag der Besteller (JBl 1978, 479; SZ 49/15; SZ 62/70; Rebhahn in Schwimann ABGB2 Rz 1 zu § 1169). Die Fürsorgepflicht betrifft primär den Schutz des Lebens und die Gesundheit des Unternehmers (2 Ob 2363/96f; Rebhahn aaO Rz 4; Krejci in Rummel ABGB3 Rz 6 zu § 1169) und auch seiner Dienstnehmer, deren er sich bei der Werkherstellung bedient (ArbSlg 8972; JBl 1991, 453; Rebhahn aaO). Die Fürsorgepflicht bezieht sich auf die Arbeitsstätte (§ 1157 ABGB: "Beigestellte Räume und Gerätschaften"), die auch eine Baustelle sein kann (ArbSlg 8972). Die Schutz- und Sorgfaltspflichten umfassen auch die Warnpflicht (Rebhahn aaO Rz 8) und Informationspflicht des Bestellers über gefährliche Umstände (1 Ob 39/89). Für den Unternehmer unschwer erkennbare Gefahren bilden allerdings die Grenze der Fürsorgepflicht des Bestellers. Der Unternehmer muss sich vor Beginn seiner Tätigkeit über die Sicherheitsvorkehrungen überzeugen und den Besteller zu Sicherungsmaßnahmen veranlassen (2 Ob 2363/96f mwN; SZ 49/15; JBl 1966, 206; Rebhahn aaO).

Nach diesen Grundsätzen wäre eine Haftung der Beklagten zwar allenfalls denkbar, der Kläger hat sich jedoch weder im Verfahren erster Instanz noch im Berufungsverfahren auf eine Verletzung der Fürsorgepflicht des Bestellers berufen, sondern ausschließlich die schon erwähnte Wegehalterhaftung und eine ausdrücklich oder durch Anerkennung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen herbeigeführte vertragliche Haftungsübernahme durch die Beklagte geltend gemacht. Beide Haftungsgrundlagen liegen im Revisionsverfahren unbekämpft nicht vor. Das Parteivorbringen des Klägers im Verfahren erster Instanz enthielt nicht einmal den notwendigen Inhalt, um die Anforderung des Krans mit einem Kranfahrer zweifelsfrei als Werkvertrag qualifizieren zu können. Genauso gut oder sogar wahrscheinlicher ist das Parteivorbringen in Richtung einer bloßen Gerätemiete verbunden mit einer Arbeitskräfteüberlassung zu deuten (vgl dazu Krejci in Rummel, ABGB3 Rz 96 zu § 1151, Rz 33 und 133 zu §§ 1165, 1166 mwN). Eine solche Deutung entspräche auch den Ergebnissen des Beweisverfahrens (etwa einer Zeugenaussage, wonach sich die Arbeitgeberin des Klägers mit dem "Verleih von Sonderfahrzeugen" befasst). Für das Erstgericht bestand keine Veranlassung, das Parteivorbringen des Klägers in Richtung eines nicht geltend gemachten Rechtsgrundes ergänzen zu lassen, hatte sich doch der Kläger nur auf Rechtsgründe gestützt, für die die Qualifikation des Auftrags zur "Bereitstellung eines Krans" ohne Bedeutung war. Wenn der Kläger erstmalig im Revisionsverfahren von einem Werkvertrag und einer Verletzung der Nebenverpflichtung des Bestellers ausgeht, verstößt dies gegen das Neuerungsverbot (§ 504 Abs 2 ZPO). Der Kläger hätte einen Sachverhalt über das Vorliegen eines Werkvertrages und die für eine Informationspflicht des Bestellers maßgeblichen Umstände vorzutragen und auch zu beweisen gehabt. Die Bejahung des Neuerungsverbotes ist keine für den Kläger überraschende Rechtsansicht, die zu einer Aufhebung der angefochtenen Entscheidung zur Verfahrensergänzung führen müsste, sondern die Folge des selbst als überraschend zu qualifizierenden neuen Revisionsvorbringens über eine bisher nicht geltend gemachte Haftungsgrundlage. Da die Entscheidung des Berufungsgerichtes wegen des Neuerungsverbotes in diesem Belang nicht weiter zu überprüfen ist, liegen keine erheblichen Rechtsfragen im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO vor.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41 und 50 ZPO.

Anmerkung

E61200 06A00301

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:0060OB00030.01G.0315.000

Dokumentnummer

JJT_20010315_OGH0002_0060OB00030_01G0000_000