Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob313/71 4Ob349/78 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0083608

Geschäftszahl

4Ob313/71; 4Ob349/78; 4Ob59/90; 4Ob16/91; 4Ob6/92; 4Ob117/00k

Entscheidungsdatum

30.03.1971

Norm

ZugG §3 Abs1 litb

Rechtssatz

Reklamegegenstände sind Gebrauchsgegenstände, die dadurch der Reklame dienen, daß sie nicht verwendet werden können, ohne daß die Aufmerksamkeit des Benützers auf die auffallende Bezeichnung der reklametreibenden Firma hingelenkt wird. Wenn auch die Kennzeichnung so deutlich sein muß, daß ein Zweifel daran, es handle sich bei der Zugabe lediglich um einen Reklamegegenstand, nicht entstehen kann, dürfen doch die Anforderungen hinsichtlich der Deutlichkeit dieser Kennzeichnung nicht überspannt werden. Es ist bei der Beurteilung, ob diesem Erfordernis Rechnung getragen wurde, auch auf die technische Beschaffenheit des Gegenstandes Bedacht zu nehmen (hier: Zugabe eines Zuckerstreuers zu einem Glas Jacobs-Löskaffee).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 313/71
    Entscheidungstext OGH 30.03.1971 4 Ob 313/71
    Veröff: ÖBl 1971,82
  • 4 Ob 349/78
    Entscheidungstext OGH 04.07.1978 4 Ob 349/78
    nur: Reklamegegenstände sind Gebrauchsgegenstände, die dadurch der Reklame dienen, daß sie nicht verwendet werden können, ohne daß die Aufmerksamkeit des Benützers auf die auffallende Bezeichnung der reklametreibenden Firma hingelenkt wird. (T1) Beisatz: Stiefelkönig-Reisetasche (T2)
  • 4 Ob 59/90
    Entscheidungstext OGH 24.04.1990 4 Ob 59/90
    nur T1; Beisatz: Die Reklamebezeichnung muß so deutlich angebracht sein, daß sie auch bei flüchtigem Hinsehen auf den ersten Blick ins Auge fällt. Eine solche Kennzeichnung macht den Gegenstand zum Werbegegenstand und vermindert damit seinen Verkehrswert. (T3) Veröff: ecolex 1990,493
  • 4 Ob 16/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 4 Ob 16/91
    nur T1; Beis wie T3; Veröff: ÖBl 1991,108
  • 4 Ob 6/92
    Entscheidungstext OGH 28.01.1992 4 Ob 6/92
    Beis wie T3; Beisatz: Die Reklamebezeichnung nacht den Gegenstand zum Werbegegenstand und vermindert damit seinen Verkehrswert. (T4) Veröff: ÖBl 1992,54 = MR 1992,169 (Korn)
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    Auch; nur T1; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0083608

Dokumentnummer

JJR_19710330_OGH0002_0040OB00313_7100000_001

Rechtssatz für 5Ob41/75 5Ob103/75 (5Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0004877

Geschäftszahl

5Ob41/75; 5Ob103/75 (5Ob104/75); 1Ob212/75; 1Ob258/71 (1Ob259/71); 4Ob367/82; 4Ob366/86; 4Ob125/98f; 4Ob199/98p; 4Ob117/00k; 4Ob123/03x; 7Ob150/15g; 6Ob194/18z; 6Ob228/18z

Entscheidungsdatum

15.04.1975

Norm

EO §378 A
EO §381 A
EO §389 I
EO §389 VI
EO §389 VII
EO §391 IIA
ZPO §406 Aa

Rechtssatz

Auch bei einstweiligen Verfügungen kommt es in Ansehung der Sachverhaltsvoraussetzungen auf den Zeitpunkt der Erlassung der einstweiligen Verfügung an.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 41/75
    Entscheidungstext OGH 15.04.1975 5 Ob 41/75
    Veröff: SZ 48/45
  • 5 Ob 103/75
    Entscheidungstext OGH 08.07.1975 5 Ob 103/75
    Beisatz: Der zu sichernde Anspruch muß zu diesem Zeitpunkt noch bestehen. (T1)
  • 1 Ob 212/75
    Entscheidungstext OGH 08.10.1975 1 Ob 212/75
    Veröff: EvBl 1976/114 S 214
  • 1 Ob 258/71
    Entscheidungstext OGH 02.02.1972 1 Ob 258/71
    Veröff: Rsp 1934/368
  • 4 Ob 367/82
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 4 Ob 367/82
  • 4 Ob 366/86
    Entscheidungstext OGH 29.09.1986 4 Ob 366/86
    Vgl auch; Beisatz: Dann, wenn die mit einer Klage verbundene einstweilige Verfügung durch das Urteil im Hauptprozeß nicht mehr gerechtfertigt werden kann, kann mangels eines bestehenden Anspruches auch die einstweilige Verfügung nicht mehr erlassen werden; dies muß auch im Rahmen eines Revisionsrekurses berücksichtigt werden (so schon 4 Ob 319/81). (T2)
  • 4 Ob 125/98f
    Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 125/98f
  • 4 Ob 199/98p
    Entscheidungstext OGH 12.08.1998 4 Ob 199/98p
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    Auch
  • 4 Ob 123/03x
    Entscheidungstext OGH 19.08.2003 4 Ob 123/03x
    Auch; Beisatz: Auch bei einstweiligen Verfügungen kommt es auf den Zeitpunkt der Entscheidung erster Instanz an, in rechtlicher Hinsicht auf die zur Zeit der jeweiligen Entscheidung (Rechtsmittelentscheidung) maßgebliche Rechtslage. (T3)
  • 7 Ob 150/15g
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 150/15g
  • 6 Ob 194/18z
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 6 Ob 194/18z
  • 6 Ob 228/18z
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 6 Ob 228/18z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0004877

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19750415_OGH0002_0050OB00041_7500000_001

Rechtssatz für 4Ob414/77 4Ob345/79 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084061

Geschäftszahl

4Ob414/77; 4Ob345/79; 4Ob398/79; 4Ob373/82; 4Ob40/90; 4Ob93/91; 4Ob86/95 (4Ob87/95); 4Ob329/99g; 4Ob36/00y; 4Ob138/00y; 4Ob117/00k; 3Ob60/01x

Entscheidungsdatum

17.01.1978

Norm

ZugG §1
ZugG §2 Abs1 litd

Rechtssatz

Bei der Beurteilung, ob eine "Zugabe" zu einer Zeitung vorliegt, ist nicht starr an den in Vergangenheit oder Gegenwart üblichen Strukturen und Inhalten solcher Druckerzeugnisse festzuhalten, sondern ist vielmehr auf die sich wandelnde Verkehrsauffassung Bedacht zu nehmen (hier: Rezeptsammelkarten der Kronenzeitung).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 414/77
    Entscheidungstext OGH 17.01.1978 4 Ob 414/77
    Veröff: ÖBl 1978,46
  • 4 Ob 398/79
    Entscheidungstext OGH 11.12.1979 4 Ob 398/79
    Veröff: ÖBl 1980,106
  • 4 Ob 345/79
    Entscheidungstext OGH 29.01.1980 4 Ob 345/79
    Vgl auch; Beisatz: Kurier - Wanderkarten (T1) Veröff: ÖBl 1980,106
  • 4 Ob 373/82
    Entscheidungstext OGH 21.09.1982 4 Ob 373/82
    Beisatz: Kurier - Fußballweltmeisterschaftsspielkarten (T2) Veröff: ÖBl 1983,89
  • 4 Ob 40/90
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 40/90
    Vgl auch; Beisatz: Die Ausgabe von Aufklebern zur Unterstützung der von einer Zeitung zu einem bestimmten Problem vertretenen Linie ist nicht gebräuchlich, ein solcher Aufkleber wird daher nicht als üblicher Zeitungsbestandteil, sondern als eine - nur ausnahmsweise erbrachte - zusätzliche, unentgeltliche Leistung angesehen. - "Hundertwasser-Pickerl". (T3) Veröff: WBl 1990,244 = ÖBl 1990,261
  • 4 Ob 93/91
    Entscheidungstext OGH 08.10.1991 4 Ob 93/91
    Vgl auch
  • 4 Ob 86/95
    Entscheidungstext OGH 21.11.1995 4 Ob 86/95
    Vgl auch; Beisatz: Es ist im Zeitungswesen nicht üblich, anstelle des Abdruckens von Kleinanzeigen im Blattinneren Gutscheine für den verbilligten Erwerb eines anderen Mediums, nämlich einer Kleinanzeigen-Zeitschrift anzukündigen. Daß solche Preisvorteile angekündigt werden, erwartet das Publikum von Tageszeitungen nicht. - Bazar-Alles-Gutschein II (T4)
  • 4 Ob 329/99g
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 4 Ob 329/99g
    Auch; nur: Bei der Beurteilung, ob eine "Zugabe" zu einer Zeitung vorliegt, ist nicht starr an den in Vergangenheit oder Gegenwart üblichen Strukturen und Inhalten solcher Druckerzeugnisse festzuhalten, sondern ist vielmehr auf die sich wandelnde Verkehrsauffassung Bedacht zu nehmen. (T5) Beisatz: Hier: Bei Klassik-CD verneint. (T6)
  • 4 Ob 36/00y
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 36/00y
    Auch; nur T5; Beisatz: Hier: Bei CD, die unter anderem einen befristeten Gratis-Zugang ins Internet ermöglicht, verneint. (T7)
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    Auch
  • 4 Ob 138/00y
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 138/00y
    Auch; nur T5; Beisatz: Hier: Bei Sonnenfinsternis-Schutzbrille verneint. (T8); Veröff: SZ 73/98
  • 3 Ob 60/01x
    Entscheidungstext OGH 29.08.2001 3 Ob 60/01x
    nur T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0084061

Dokumentnummer

JJR_19780117_OGH0002_0040OB00414_7700000_001

Rechtssatz für 4Ob402/85 4Ob402/87 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079356

Geschäftszahl

4Ob402/85; 4Ob402/87; 4Ob128/89; 4Ob127/89; 4Ob160/89; 4Ob5/90; 4Ob129/90; 4Ob163/90; 3Ob46/91 (3Ob47/91 -3Ob66/91, 3Ob1053/91); 4Ob56/93; 4Ob160/93; 4Ob163/93; 4Ob69/95; 4Ob2145/96m; 4Ob7/98b; 4Ob201/98g; 4Ob169/99b; 4Ob149/00s; 4Ob117/00k; 4Ob241/06d; 4Ob42/07s; 4Ob171/08p; 4Ob131/10h; 4Ob165/10h; 6Ob200/13z; 4Ob102/18f; 4Ob179/18d

Entscheidungsdatum

04.02.1986

Norm

UWG §14 A1
UWG §14 B1
UWG §14 B2
§226 IV ZPO

Rechtssatz

Der nach § 14 UWG Klageberechtigte braucht regelmäßig nicht abzuwarten, ob ein anderer Berechtigter mit einer auf Grund desselben Sachverhaltes erhobenen Unterlassungsklage zum Ziel kommt; sein Rechtsschutzbedürfnis fällt auch nicht allein dadurch weg, dass andere Mitbewerber oder Verbände bereits einen Exekutionstitel auf Unterlassung der in Rede stehenden Wettbewerbshandlung erwirkt haben. Dieses Interesse könnte vielmehr nur dann verneint werden, wenn im Einzelfall zwischen verschiedenen Klageberechtigten solche tatsächliche oder rechtliche Bindungen bestehen, dass nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das schutzwürdige Interessen eines Klageberechtigten werde durch eine andere, natürliche oder juristische Person, die schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfügt oder gerade dabei ist, sich einen solchen zu verschaffen, vollwertig gewahrt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 402/85
    Entscheidungstext OGH 04.02.1986 4 Ob 402/85
    Veröff: SZ 59/25 = ÖBl 1986,102
  • 4 Ob 402/87
    Entscheidungstext OGH 23.02.1988 4 Ob 402/87
    Veröff: SZ 61/41 = ÖBl 1989,14
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Beisatz: Sind mehrere Unternehmen von einer herabsetzenden Tatsachenmitteilung im Sinne § 7 UWG betroffen, dann kann es ihnen nicht verwehrt werden, ihre Ansprüche gesondert geltend zu machen. (T1) Veröff: ÖBl 1990,18 = MR 1989,219 (Korn)
  • 4 Ob 127/89
    Entscheidungstext OGH 07.11.1989 4 Ob 127/89
    Veröff: ÖBl 1990,151
  • 4 Ob 160/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 160/89
    nur: Sein Rechtsschutzbedürfnis fällt auch nicht allein dadurch weg, dass andere Mitbewerber oder Verbände bereits einen Exekutionstitel auf Unterlassung der in Rede stehenden Wettbewerbshandlung bewirkt haben. Dieses Interesse könnte vielmehr nur dann verneint werden, wenn im Einzelfall zwischen verschiedenen Klageberechtigten solche tatsächliche oder rechtliche Bindungen bestehen, dass nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das schutzwürdige Interessen eines Klageberechtigten werde durch eine andere, natürliche oder juristische Person, die schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfügt oder gerade dabei ist, sich einen solchen zu verschaffen, vollwertig gewahrt. (T2)
  • 4 Ob 5/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 4 Ob 5/90
    Beisatz: Nach abermaliger Prüfung kann jedoch die Auffassung, wonach der Fall, dass eine in dem näher beschriebenen Naheverhältnis zum Kläger stehende Person schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfügt, jenem gleichzustellen sei, in dem sie "erst dabei ist, sich einen Titel zu verschaffen", nicht aufrechterhalten werden. (T3) Veröff: SZ 63/21 = MR 1990,103 = ÖBl 1990,119 = WBl 1990,243
  • 4 Ob 129/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 4 Ob 129/90
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Das Interesse der Klägerin, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um ein ihrer Meinung nach wettbewerbswidriges Verhalten eines Mitbewerbers zu unterbinden, und sich nicht damit zu begnügen, den Prozesserfolg einer anderen, wenngleich mit ihr in einem Naheverhältnis stehenden Partei abzuwarten, kann nicht als das Interesse der Beklagten, sich Prozesskosten zu ersparen; allein darin liegt aber der Nachteil der Beklagten, wenn sie wegen desselben Verstoßes von mehreren Parteien in Anspruch genommen wird. (T4)
  • 4 Ob 163/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 163/90
    Beisatz: Ob zwischen den jeweils Klageberechtigten solche tatsächlichen und/oder rechtlichen Bindungen bestehen, entscheiden immer die Umstände des Einzelfalls. Schon die Verflechtung mehrere Unternehmen in einem Konzern und die Tatsache, dass solche Unternehmen schon bisher gemeinsam vorgegangen sind, kann nach der Lebenserfahrung den Schluss zulassen, dass die eine Gesellschaft tatsächlich auch das Interesse der anderen vollwertig wahren werden. (T5) Veröff: ecolex 1991,262
  • 3 Ob 46/91
    Entscheidungstext OGH 16.10.1991 3 Ob 46/91
    Auch
  • 4 Ob 56/93
    Entscheidungstext OGH 08.06.1993 4 Ob 56/93
    Beis wie T3; Beisatz: Wird im zweiten Verfahren ein Sachverhalt behauptet, der über den im ersten Verfahren geltend gemachten Sachverhalt hinausgeht und der, für sich allein genommen, das Sicherungsbegehren zu begründen vermag, dann ist der Rechtsschutz des zweiten Klägers durch die einstweilige Verfügung nicht vollständig gewahrt. (T6)
  • 4 Ob 160/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 160/93
  • 4 Ob 163/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 163/93
    Beis wie T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 66/163
  • 4 Ob 69/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 69/95
    nur: Sein Rechtsschutzbedürfnis fällt auch nicht allein dadurch weg, dass andere Mitbewerber oder Verbände bereits einen Exekutionstitel auf Unterlassung der in Rede stehenden Wettbewerbshandlung bewirkt haben. Dieses Interesse könnte vielmehr nur dann verneint werden, wenn im Einzelfall zwischen verschiedenen Klageberechtigten solche tatsächliche oder rechtliche Bindungen bestehen, dass nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das schutzwürdige Interessen eines Klageberechtigten werde durch eine andere, natürliche oder juristische Person, vollwertig gewahrt. (T7)
  • 4 Ob 2145/96m
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 4 Ob 2145/96m
    nur T7
  • 4 Ob 7/98b
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 7/98b
    Ähnlich; nur: Dieses Interesse könnte vielmehr nur dann verneint werden, wenn im Einzelfall zwischen verschiedenen Klageberechtigten solche tatsächliche oder rechtliche Bindungen bestehen, dass nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das schutzwürdige Interessen eines Klageberechtigten werde durch eine andere, natürliche oder juristische Person, die schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfügt oder gerade dabei ist, sich einen solchen zu verschaffen, vollwertig gewahrt. (T8); Beis wie T5 nur: Ob zwischen den jeweils Klageberechtigten solche tatsächlichen und/oder rechtlichen Bindungen bestehen, entscheiden immer die Umstände des Einzelfalls. (T9)
  • 4 Ob 201/98g
    Entscheidungstext OGH 28.09.1998 4 Ob 201/98g
    nur T8
  • 4 Ob 169/99b
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 169/99b
    Vgl auch; nur T8
  • 4 Ob 149/00s
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 149/00s
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    Vgl auch; nur: Dieses Interesse könnte vielmehr nur dann verneint werden, wenn im Einzelfall zwischen verschiedenen Klageberechtigten solche tatsächliche oder rechtliche Bindungen bestehen, dass nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das schutzwürdige Interessen eines Klageberechtigten werde durch eine andere, natürliche oder juristische Person, die schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfügt oder gerade dabei ist, sich einen solchen zu verschaffen, vollwertig gewahrt. (T10)
  • 4 Ob 241/06d
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 241/06d
    Beis wie T3; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Rechtsschutzbedürfnis eines Anwalts verneint, weil die Vorarlberger Rechtsanwaltskammer bereits einen im Wesentlichen gleichlautenden Unterlassungstitel erwirkt hat, auf dessen Grundlage sie auch Exekution führt. (T11)
  • 4 Ob 42/07s
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 42/07s
    Auch; nur T8; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Rechtsschutzinteresse verneint, weil der Kanzleikollege des Klägers bereits über einen rechtskräftigen Titel verfügt. (T12)
  • 4 Ob 171/08p
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 171/08p
    Auch; nur T8; Beisatz: Dabei lässt nur das Vorliegen eines Titels, nicht schon ein anhängiges Verfahren das Rechtsschutzinteresse entfallen. (T13)
  • 4 Ob 131/10h
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 131/10h
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Die Konzernmutter der Klägerin verfügt über einen im Kern gleichlautenden Exekutionstitel. (T14)
  • 4 Ob 165/10h
    Entscheidungstext OGH 05.10.2010 4 Ob 165/10h
    Vgl; Beis wie T9; Beisatz: Maßgebend ist, ob sich der zugunsten einer anderen Person bestehende Titel zur Abstellung des gesamten im späteren Verfahren behaupteten Verfahrens eignet. (T15)
  • 6 Ob 200/13z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2014 6 Ob 200/13z
    Vgl; Beisatz: Auch für einen Unterlassungsanspruch nach ABGB ist daran festzuhalten, dass das Vorgehen gegen einen von mehreren Unterlassungsschuldnern nicht das Rechtsschutzbedürfnis für eine Klage gegen einen anderen mittelbaren Störer oder den unmittelbaren Störer beseitigt. (T16)
  • 4 Ob 102/18f
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 102/18f
    Vgl
  • 4 Ob 179/18d
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 179/18d
    Vgl auch; Beisatz: Das Vorliegen eines Unterlassungstitels aus einem anderen Verbandsverfahren nach §§ 28, 29 KSchG beseitigt die Wiederholungsgefahr nicht. (T17)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0079356

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19860204_OGH0002_0040OB00402_8500000_002

Rechtssatz für 4Ob5/90 4Ob89/90 4Ob16/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079417

Geschäftszahl

4Ob5/90; 4Ob89/90; 4Ob16/91; 3Ob46/91 (3Ob47/91 -3Ob66/91, 3Ob1053/91); 4Ob56/93; 4Ob69/95; 4Ob117/00k; 4Ob165/01w; 4Ob273/01b; 4Ob36/03b; 4Ob113/03a; 4Ob221/05m; 4Ob42/07s; 4Ob179/10t; 4Ob215/10m; 2Ob215/10x; 10Ob28/14m

Entscheidungsdatum

20.02.1990

Norm

KSchG §28
UWG §14 A1
UWG §14 B1
UWG §14 B2
ZPO §226 IV

Rechtssatz

Das Rechtsschutzbedürfnis des Klägers kann nur dann verneint werden, wenn bereits ein Exekutionstitel vorhanden ist; vor diesem Zeitpunkt kann einem Klageberechtigten keinesfalls zugemutet werden zuzuwarten, ob und wann ein anderer, mit dem er in dem bestimmten Naheverhältnis steht, mit seiner Klage Erfolg haben wird. Das muss insbesondere dann gelten, wenn die verschiedenen, miteinander wirtschaftlich oder rechtlich verbundenen Personen von verschiedenen Rechtsanwälten vertreten werden, die ihre Ansprüche zumindest teilweise unterschiedlich formulieren und begründen, so dass durchaus nicht mit Sicherheit der gleiche Ausgang aller Verfahren zu erwarten ist.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 5/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 4 Ob 5/90
    Veröff: SZ 63/21 = MR 1990,103 = ÖBl 1990,119
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
    Vgl auch; Beisatz: Waren aber die Exekutionsschritte der Medieninhaberin rechtlich verfehlt, dann kann der Verlegerin nicht das Recht abgesprochen werden, ihrerseits den - richtigen - Weg der Klageführung zu beschreiten. (T1)
  • 4 Ob 16/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 4 Ob 16/91
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Frage der Passivlegitimation. (T2)
  • 3 Ob 46/91
    Entscheidungstext OGH 16.10.1991 3 Ob 46/91
    Vgl auch
  • 4 Ob 56/93
    Entscheidungstext OGH 08.06.1993 4 Ob 56/93
    Auch; Beisatz: Wird im zweiten Verfahren ein Sachverhalt behauptet, der über den im ersten Verfahren geltend gemachten Sachverhalt hinausgeht und der, für sich allein genommen, das Sicherungsbegehren zu begründen vermag, dann ist der Rechtsschutz des zweiten Klägers durch die einstweilige Verfügung nicht vollständig gewahrt. (T3)
  • 4 Ob 69/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 69/95
    Auch; nur: Das Rechtsschutzbedürfnis des Klägers kann nur dann verneint werden, wenn bereits ein Exekutionstitel vorhanden ist. (T4)
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 165/01w
    Entscheidungstext OGH 12.09.2001 4 Ob 165/01w
    nur T4
  • 4 Ob 273/01b
    Entscheidungstext OGH 27.11.2001 4 Ob 273/01b
    Auch; nur T4; Beisatz: Zu fragen ist immer, ob das im ersten Verfahren bereits erwirkte Gebot einen tauglichen Exekutionstitel zur Abstellung auch des gesamten im zweiten Verfahren behaupteten Verhaltens bildet. (T5)
  • 4 Ob 36/03b
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 4 Ob 36/03b
    Vgl auch; Beisatz: Bildet das im ersten Verfahren bereits erwirkte Gebot einen tauglichen Exekutionstitel zur Abstellung auch des gesamten im zweiten Verfahren behaupteten Verhaltens, fehlt der Klägerin insoweit das Rechtsschutzbedürfnis. (T6)
  • 4 Ob 113/03a
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 4 Ob 113/03a
    Auch; nur T4; Beis wie T3
  • 4 Ob 221/05m
    Entscheidungstext OGH 24.01.2006 4 Ob 221/05m
    Auch; nur T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beisatz: Das gilt auch dann, wenn ein Exekutionsantrag in erster Instanz zu Unrecht abgewiesen wurde. Die Klägerin muss im Exekutionsverfahren Abhilfe suchen, wenn die von ihr beantragte Exekution nicht bewilligt wird, obwohl der ihr bereits zur Verfügung stehende rechtskräftige Titel das neue Verhalten der Beklagten erfasst. (T7)
  • 4 Ob 42/07s
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 42/07s
    Beisatz: Hier: Rechtsschutzinteresse verneint, weil der Kanzleikollege des Klägers bereits über einen rechtskräftigen Titel verfügt. (T8)
  • 4 Ob 179/10t
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 179/10t
    Vgl; Beis wie T6
  • 4 Ob 215/10m
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 215/10m
    Vgl auch; nur T4; Beis wie T6
    Veröff: SZ 2012/20
  • 2 Ob 215/10x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 2 Ob 215/10x
    Auch; nur T4; Auch Beis wie T5; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Unterlassungsgebot aus einem vorangegangenen Verbandsverfahren nach § 28 KSchG betreffend die Verwendung sinngleicher Klauseln. (T9)
  • 10 Ob 28/14m
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 Ob 28/14m
    Vgl; Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0079417

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.09.2014

Dokumentnummer

JJR_19900220_OGH0002_0040OB00005_9000000_001

Rechtssatz für 4Ob103/93 4Ob1113/94 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079366

Geschäftszahl

4Ob103/93; 4Ob1113/94; 4Ob47/95; 3Ob78/95 (3Ob79/95); 4Ob108/00m; 4Ob45/00x; 4Ob46/00v; 4Ob36/00y; 4Ob117/00k; 3Ob52/06b

Entscheidungsdatum

21.09.1993

Norm

UWG §9a Abs1 Z1
UWG §9a Abs2 Z3

Rechtssatz

Ein Gegenstand, der einen nicht unerheblichen (Gebrauchswert) Wert hat und in diesem Wert durch den Reklameaufdruck, wenn überhaupt, nur unwesentlich gemindert ist, ist kein Reklamegegenstand im Sinne des Gesetzes. - Mediaprint-Radiowecker.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 103/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 4 Ob 103/93
  • 4 Ob 1113/94
    Entscheidungstext OGH 18.10.1994 4 Ob 1113/94
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Schirmkappe (T1)
  • 4 Ob 47/95
    Entscheidungstext OGH 23.05.1995 4 Ob 47/95
    Auch; Beisatz: Bei der Beurteilung des Wertes einer Zugabe mit einer Reklameaufschrift im Sinn des § 9 a Abs 2 Z 3 UWG ist, ausgehend vom Verkehrswert einer vergleichbaren Ware ohne Werbeaufschrift ein Abzug für die Wertminderung zu machen, die sich durch den Werbeaufdruck ergibt. Dieser Abzug fällt umso größer aus, je größer die Werbefunktion ist und je mehr die Gebrauchsfunktion in den Hintergrund tritt. Hier: "Presse"-Schirm-Zugabe im Sinne des § 9 a Abs 1 UWG. (T2) Veröff: SZ 68/99
  • 3 Ob 78/95
    Entscheidungstext OGH 12.07.1995 3 Ob 78/95
    Auch; Beisatz: Hier: Medizinischer Teststreifen. (T3)
  • 4 Ob 36/00y
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 36/00y
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 45/00x
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 45/00x
    nur: Ein Gegenstand, der einen nicht unerheblichen (Gebrauchswert) Wert hat und in diesem Wert durch den Reklameaufdruck, wenn überhaupt, nur unwesentlich gemindert ist, ist kein Reklamegegenstand im Sinne des Gesetzes. (T5)
  • 4 Ob 46/00v
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 46/00v
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 108/00m
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 108/00m
    nur: Ein Gegenstand, der einen nicht unerheblichen (Gebrauchswert) Wert hat und in diesem Wert durch den Reklameaufdruck, wenn überhaupt, nur unwesentlich gemindert ist, ist kein Reklamegegenstand im Sinne des Gesetzes. (T4)
  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k
    nur T4
  • 3 Ob 52/06b
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 3 Ob 52/06b
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Straßenkarte Österreichs, in der „alle Radarfallen & Baustellen" eingezeichnet sind. (T6); Beisatz: Maßgeblich ist der Verbrauchs-(Gebrauchs-)oder Verkehrswert. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0079366

Dokumentnummer

JJR_19930921_OGH0002_0040OB00103_9300000_001

Rechtssatz für 4Ob117/00k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113886

Geschäftszahl

4Ob117/00k

Entscheidungsdatum

15.06.2000

Norm

UWG §9a Abs2 Z3

Rechtssatz

Bei (Wahrsage-) Karten, die ihrem Charakter nach vorwiegend im Rahmen der Familie und des Freundeskreises Verwendung finden, tritt - anders als bei ihrer Bestimmung nach vorwiegend im öffentlichen Raum benutzten Gegenständen - die Reklamefunktion derart in den Hintergrund, dass sie den (mit rund 50 S nicht unerheblichen) Verkehrswert der Karten nicht spürbar mindert.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 117/00k
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 117/00k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113886

Dokumentnummer

JJR_20000615_OGH0002_0040OB00117_00K0000_001

Entscheidungstext 4Ob117/00k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob117/00k

Entscheidungsdatum

15.06.2000

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Kodek als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr. Graf, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofes Dr. Griß und Dr. Schenk sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr. Vogel als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. V***** KG, 2. V*****Gesellschaft mbH, *****, beide vertreten durch Dr. Gerald Ganzger, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei V*****Zeitungsverlags GmbH, *****, vertreten durch Schönherr Barfuß Torggler & Partner, Rechtsanwälte in Wien, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Streitwert im Provisorialverfahren 450.000 S), über den außerordentlichen Revisionsrekurs der klagenden Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichtes Wien als Rekursgericht vom 28. Februar 2000, GZ 5 R 62/99w-9, womit der Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom 25. Jänner 1999, GZ 39 Cg 96/98f-5, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird teilweise Folge gegeben.

Der angefochtene Beschluss wird dahin abgeändert, dass die Entscheidung unter Einschluss des bestätigten Teils wie folgt zu lauten hat:

"Einstweilige Verfügung

Zur Sicherung des Anspruchs der Klägerinnen gegen die Beklagte auf Unterlassung wettbewerbswidriger Handlungen wird den Klägerinnen bis zur Rechtskraft des über die Unterlassungsklage ergehenden Urteils aufgetragen, es ab sofort zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs Käufern der periodischen Zeitschrift "D*****" unentgeltliche Zugaben zu gewähren, insbesondere wenn es sich bei den unentgeltlichen Zugaben um Zigeunerkarten handelt.

Das Mehrbegehren, den Klägerinnen bis zur Rechtskraft des über die Unterlassungsklage ergehenden Urteils aufzutragen, es ab sofort zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs in öffentlichen Bekanntmachungen und/oder anderen Mitteilungen, insbesondere in Zeitungen und/oder Zeitschriften und/oder in Postwurfsendungen, anzukündigen, dass sie Käufern der periodischen Zeitschrift "D*****" unentgeltliche Zugaben, insbesondere Zigeunerkarten, gewähre, wird abgewiesen.

Die Klägerinnen haben die Hälfte ihrer Kosten vorläufig selbst zu tragen; die halben Kosten haben sie endgültig selbst zu tragen.

Die Klägerinnen sind zur ungeteilten Hand schuldig, der Beklagten die mit 7.272,54 S (darin 1.212,09 S USt) bestimmten anteiligen Äußerungskosten binnen 14 Tagen zu ersetzen."

Die Klägerinnen haben die Hälfte ihrer Kosten des Rechtsmittelverfahrens vorläufig selbst zu tragen; die halben Kosten haben sie endgültig selbst zu tragen.

Die Klägerinnen sind zur ungeteilten Hand schuldig, der Beklagten die mit 20.007,90 S (darin 3.334,15 S USt) bestimmten anteiligen Kosten des Rechtsmittelverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Begründung:

Die Erstklägerin, deren persönlich haftende Gesellschafterin die Zweitklägerin ist, ist Eigentümerin und Verlegerin der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift N*****. Die Beklagte ist Medieninhaberin der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift "D*****". Die Streitteile stehen mit ihren Medienprodukten im Wettbewerb um Leser und Inseratenkunden. Vor dem 30. 9. 1998 ließ die Beklagte eine Postwurfsendung verteilen, die unter anderem vier Wahrsagekarten (Zigeunerkarten) enthielt. In dieser Postwurfsendung kündigte die Beklagte auch an, vom 30. 9. 1998 bis 25. 11. 1998 in jeder Ausgabe ihrer Zeitschrift jeweils vier weitere von insgesamt 36 Zigeunerkarten samt einer Anleitung über die Bedeutung jeder Karte und deren Handhabung gratis mitzuliefern. Auf der Titelseite der Zeitschrift der Beklagten Nr 40 vom 30. 9. 1998 wurde für das Sammeln der 36 Zigeunerkarten geworben und angekündigt, dass die ersten vier Karten dieser Ausgabe beigelegt seien. Die Zigeunerkarten weisen auf ihrer Vorderseite jeweils ein Bild auf, dessen Bedeutung schlagwortartig (zB "eine Reise" oder "viel Geld gewinnen") beschrieben wird; auf der Kartenrückseite befindet sich die schematische Darstellung eines geöffneten Auges, sowie darüber und darunter jeweils der Name der Zeitschrift der Beklagten. Im Handel sind Zigeuner-Wahrsagekarten ab 49 S erhältlich.

Mit Beschluss vom 28. 9. 1998 zu 4 Ob 221/98y hat der erkennende Senat in einem von der Erstklägerin geführten Verfahren der Beklagten mittels einstweiliger Verfügung verboten, Zugaben zur Zeitschrift "D*****", insbesondere ein "persönliches Horoskop gratis" mit dem Hinweis auf eine der Zeitschrift beiliegende Bestellkarte, anzukündigen, wenn der Erwerb der Zeitschrift "D*****" nach dem Inhalt der Ankündigung Voraussetzung für die Erlangung der Zugabe ist oder wenn durch den Inhalt der Ankündigung der Eindruck erweckt wird, dass die Erlangung der Zugabe durch den Kauf der Zeitschrift "D*****" ermöglicht oder erleichtert wird. Dieser Beschluss wurde der Erstklägerin - nach ihrer Behauptung in der Rekursbeantwortung - am 3. 11. 1998 zugestellt.

Zur Sicherung eines inhaltsgleichen Unterlassungsanspruchs beantragen die Kläger, der Beklagten mit einstweiliger Verfügung aufzutragen, es bis zwei Wochen nach Rechtskraft des über die Klage ergehenden Urteils im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs zu unterlassen,

a) in öffentlichen Bekanntmachungen und/oder anderen Mitteilungen, insbesondere in Zeitungen und/oder Zeitschriften und/oder in Postwurfsendungen, anzukündigen, dass sie Käufern der periodischen Zeitschrift "D*****" unentgeltliche Zugaben gewähre, und

b) Käufern der periodischen Zeitschrift "D*****" unentgeltliche Zugaben zu gewähren,

insbesondere wenn es sich bei den unentgeltlichen Zugaben um Zigeunerkarten handle.

Spielkarten seien kein üblicher Zeitungsbestandteil und - mangels Geringwertigkeit - auch kein Reklamegegenstand. Die Gebrauchsfähigkeit der Zigeunerkarten werde durch den Aufdruck des Zeitschriftennamens auf der Rückseite in keiner Weise beeinträchtigt. Die Beklagte übe einen sittenwidrigen Kaufzwang aus und verstoße gegen §§ 9a, 1 UWG.

Die Beklagte beantragt die Abweisung des Sicherungsantrags. Sie habe in ihrer Zeitschrift - beginnend mit der Ausgabe Nr 40 vom 30. 9. 1998 - eine Serie unter dem Titel "Das dritte Auge. Blick in die Zukunft" gebracht; die beanstandeten Zigeunerkarten seien für das Verständnis dieser Serie notwendig und damit (wie die Serie selbst) Bestandteil der Zeitung. Die Karten seien bloßes Hilfsmittel zum Auswerten der in der Artikelserie vermittelten Kenntnisse über Wahrsagerei und würden von den beteiligten Verkehrskreisen als Teil der Zeitschrift angesehen, der mit dem Kaufpreis für die Zeitschrift abgegolten sei. Im Übrigen fielen die Zigeunerkarten jedenfalls unter den Ausnahmetatbestand für geringwertige Kleinigkeiten und für Reklamegegenstände. Derartige Zigeunerkarten seien im Handel nicht erhältlich, weshalb es für sie keinen Verkehrswert gebe. Jedes den einzelnen Ausgaben der Zeitschrift beigelegte Blatt mit vier Karten aus einfachem Karton koste in der Herstellung 37 Groschen zuzüglich Umsatzsteuer; insgesamt gebe es 36 Karten, von welchen vier mit der ersten Postwurfsendung an jeden Haushalt kostenlos zugestellt worden seien. Die angebliche Zugabe zur Zeitschrift bestehe daher insgesamt aus sieben Blättern zu je vier Karten, die insgesamt 3,11 S kosteten, was jedenfalls unter der Geringfügigkeitsgrenze liege. Überdies sei jede Zigeunerkarte auf ihrer Rückseite mit zwei unübersehbaren Reklameaufschriften versehen, nämlich dem Namen der Zeitschrift der Beklagten. Man könne diese Karten nicht verwenden, ohne dass die Aufmerksamkeit des Benützers und seiner Partner auf die auffallende Bezeichnung des werbenden Unternehmens gelenkt werde. Es liege somit ein klassischer - überdies absolut geringfügiger - Reklamegegenstand vor. Auch fehle den Klägerinnen das Rechtsschutzbedürfnis, weil sie gegenüber der Beklagten bereits über einen Exekutionstitel verfügten, der ihr das Ankündigen jeglicher Zugabe untersage.

Das Erstgericht erließ die einstweilige Verfügung. Den Klägerinnen könne ein rechtliches Interesse selbst angesichts des Beschlusses des Obersten Gerichtshofs vom 28. 9. 1998, 4 Ob 221/98y, nicht abgesprochen werden, weil dieser Beschluss nur das Verbot der Ankündigung von Zugaben, nicht jedoch auch jenes des Gewährens umfasse; darüber hinaus sei das darin ausgesprochene Verbot - anders als im gegenständlichen Sicherungsantrag - davon abhängig gemacht worden, dass der Erwerb der Zeitschrift der Beklagten nach dem Inhalt der Ankündigung Voraussetzung für die Erlangung der Zugabe sei oder zumindest der Eindruck entstehe, dass die Erlangung der Zugabe durch den Kauf dieser Zeitschrift ermöglicht oder erleichtert werde. Dass es sich bei Zigeunerkarten, sobald sie einmal aus ihrer Perforation gelöst seien, um selbständige Gegenstände handle, stehe außer Zweifel. Auch komme ihnen als Wahrsagekarten bei der Erstellung einer Zukunftsprognose eine Funktion zu, die in keinem Zusammenhang mit der Zeitschrift stehe. Vor allem dann, wenn man einmal die Erläuterungen zur Verwendung der Karten und zu deren Deutung gelesen (und verstanden) habe, könne man sie völlig unabhängig von der Artikelserie gebrauchen, zumal sie aus den Heften gelöst werden könnten und robust ausgeführt seien. Die Möglichkeit, sich oder anderen mittels dieser Karten "die Zukunft vorauszusagen", sei als zusätzlicher Vorteil zu beurteilen, den die Beklagte unentgeltlich in der Absicht gewähre, den Absatz der Hauptware, nämlich ihrer Zeitschrift, zu fördern. Sie seien auch trotz der Gestaltung ihrer Rückseite nicht als Reklamegegenstände im Sinne des § 9a Abs 2 Z 3 UWG anzusehen. Die Karten seien zum Auflegen bestimmt, sodass die Rückseite beim Gebrauch meist abgedeckt sei; von einer auffallenden Sichtbarkeit des Werbeaufdrucks, der auch bei nur flüchtigem Hinsehen sofort ins Auge falle, könne sohin nicht gesprochen werden. Auch werde die Verwendungsfunktion der Karten durch die Werbeaufschrift nach der Verkehrsauffassung so gut wie nicht gemindert. Der Gebrauch von Karten mit einem Werbeaufdruck könnte allenfalls demjenigen peinlich sein, der die Karten "professionell" verwende, was aber mit Sicherheit nicht der Regelfall sei. Es könne auch keine Rede davon sein, dass die beanstandeten Karten für die Leser keinen besonderen Wert hätten. Auszugehen sei dabei nicht von den Gestehungskosten, sondern vom Gebrauchs- und Verkehrswert der Karten. Möge auch ihr Verkehrswert durch den Werbeaufdruck sowie deshalb herabgesetzt sein, weil sie im Vergleich zu marktgängigen Wahrsagekarten eine schlechtere Qualität aufwiesen, so treffe dies auf ihren Gebrauchswert in keiner Weise zu. Bei einer Verwendung zu Hause oder im Familienkreis könne der Werbeaufdruck nicht unangenehm sein. Bei der betragsmäßigen Wertbestimmung müsse von jenem Preis ausgegangen werden, den man auf dem Markt durchschnittlich zu zahlen hätte und den man sich folglich bei der Selbsterstellung einer Zukunftsprognose unter Zuhilfenahme der Zigeunerkarten der Beklagten erspare. Dieser Betrag liege deutlich über der (absoluten) Geringwertigkeitsgrenze, weshalb auch dieser Ausnahmetatbestand nicht verwirklicht sei.

Das Rekursgericht wies den Sicherungsantrag ab und sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 260.000 S übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei, weil es zu den hier entscheidenden Fragen ausreichend Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs gebe, von der das Rekursgericht nicht abgewichen sei. Die beanstandeten Zigeunerkarten seien zwar eine Zugabe iSd des § 9a UWG, sie seien aber als Reklamegegenstände iSd § 9a Abs 2 Z 3 UWG und auch als geringwertige Zuwendungen iSd § 9a Abs 2 Z 4 UWG zu beurteilen. Das zu ihrer Herstellung verwendete Papier habe keineswegs die Qualität der im Handel erhältlichen Wahrsagekarten; da die Karten aus einer Perforation zu lösen seien und somit keine glatten Kanten aufwiesen, handle es sich um geringwertige Kleinigkeiten. Die einzelnen Karten hätten keinen messbaren Eigenwert; ihr Gebrauchswert werde erst durch das Sammeln der einzelnen Karten vom Käufer selbst hergestellt und erschöpfe sich darin. Zusätzlich vermindert werde ihr Verkehrswert durch den Reklameaufdruck auf der Rückseite, der die Karten zu Reklamegegenständen mache. Sowohl der Verwender der Zigeunerkarten selbst, als auch derjenige, dem wahrgesagt werden solle, sei während des Wahrsagens laufend mit den Reklameaufschriften konfrontiert, weil das Kartenpaket zunächst verdeckt - also mit dem Rücken (der Reklameaufschrift) nach oben - auf dem Tisch liege. Auch während des Mischens der Karten seien die Reklameaufschriften stets sichtbar. Es sei nicht erforderlich, dass der Benutzer die Reklameaufschrift ununterbrochen sehe. Ob der Gebrauch der Karten mit Werbeaufdruck peinlich sein könnte, sei für deren Beurteilung als Reklamegegenstand ohne Bedeutung. Da zwischen den Klägerinnen solche tatsächlichen und rechtlichen Bindungen bestünden, die nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen ließen, das schutzwürdige Interesse der Zweitklägerin werde durch die Erstklägerin, die schon über einen entsprechenden Unterlassungstitel verfüge, vollwertig gewahrt, sei auch das Rechtschutzbedürfnis der Zweitklägerin zu verneinen. Der den Klägerinnen bereits zur Verfügung stehende Exekutionstitel sei nicht enger gefasst als die nunmehr beantragte einstweilige Verfügung. Eine Zugabe liege nur dann vor, wenn der Erwerb der Hauptware nach dem Inhalt der Ankündigung Voraussetzung für die Erlangung der Zugabe sei oder wenn durch den Inhalt der Ankündigung der Eindruck erweckt werde, die Erlangung der Zugabe werde durch den Kauf der Hauptware ermöglicht oder erleichtert. Im Spruch der vom Obersten Gerichtshof zu 4 Ob 221/98y erlassenen einstweiligen Verfügung werde diese Voraussetzung einer Zugabe ausdrücklich genannt. Betreffend das Ankündigen von Zugaben sei das damit erlassene Verbot mit dem vom Erstgericht erlassenen Verbot identisch. Der Spruch eines Unterlassungstitels sei nicht buchstäblich auszulegen, damit nicht geringe Abweichungen Gesetzesumgehungen ermöglichten. Das Verbot bestimmter Eingriffe umfasse auch ähnliche Handlungsweisen. Die einstweilige Verfügung des Obersten Gerichtshofs im vorangegangenen Verfahren sei den Klägerinnen noch vor Erlassung der nunmehr bekämpften einstweiligen Verfügung durch das Erstgericht zugestellt worden.

Entscheidungsgrundlage für das Erstgericht bei Erlassung einer einstweiligen Verfügung sei nicht die Sachlage im Zeitpunkt der Antragstellung, sondern jene im Zeitpunkt der Beschlussfassung.

Rechtliche Beurteilung

Der Revisionsrekurs der Klägerinnen ist zulässig, weil das Rekursgericht von höchstgerichtlicher Rechtsprechung abgewichen ist; das Rechtsmittel ist teilweise berechtigt.

Vorauszuschicken ist, dass die beanstandeten Spielkarten - entgegen der von der Beklagten auch noch in der Revisionsrekursbeantwortung vertretenen Meinung - nicht allein deshalb als Zeitungsbestandteil zu beurteilen sind, weil sie eine Artikelserie zum Thema "Blick in die Zukunft" ergänzen. Für die Beurteilung der Frage, ob ein üblicher Zeitungsbestandteil vorliegt, ist nach ständiger Rechtsprechung nicht starr an den in Vergangenheit oder Gegenwart üblichen Strukturen und Inhalten solcher Druckerzeugnisse festzuhalten, sondern auf die sich wandelnde Verkehrsauffassung Bedacht zu nehmen (ÖBl 1994, 168 = WBl 1994, 415 - Two-Days Superpass mwN; MR 2000, 110 - Klassik-CD). Im vorliegenden Fall ist daher maßgebend, ob nach der Verkehrsauffassung ein Kartenspiel üblicher Bestandteil einer Zeitschrift für Politik, Wirtschaft, Chronik, Unterhaltung und Sport ist. Diese Frage hat bereits das Erstgericht mit der zutreffenden Begründung verneint, den Spielkarten komme als Hilfe zur Erstellung einer Zukunftsprognose eine Funktion zu, die in keinem Zusammenhang mit der Zeitschrift stehe. Entscheidend ist demnach, dass der Zeitschriftenkäufer mit den Karten nicht eine Ergänzung der redaktionellen Berichterstattung, sondern in Aufmachung und Inhalt eine zusätzliche Leistung erhält (so schon 4 Ob 329/99g = MR 2000, 10 - Klassik-CD im Hinblick auf eine CD-ROM).

Die Klägerinnen bekämpfen die Rechtsansicht des Rekursgerichts, bei den Zigeunerkarten handle es sich um einen Reklamegegenstand sowie um eine geringwertige Kleinigkeit, mit dem Argument, bei der vorgesehenen Benutzung der Karten trete die Werbeaufschrift völlig in den Hintergrund; auch sei deren Gebrauchs- und Verkehrswert keineswegs gering. Dem ist zuzustimmen.

Reklamegegenstände iSd § 9a Abs 2 Z 3 UWG sind Gegenstände - in der Regel Gebrauchsgegenstände -, die dadurch der Werbung dienen, dass man sie nicht verwenden kann, ohne dass die Aufmerksamkeit auf die auffallende Bezeichnung des werbenden Unternehmens gelenkt wird (ÖBl 1991, 108 - Sport-Sonnenbrille mwN; ÖBl 1992, 56 - Super-T-Shirt). Die Reklamebezeichnung muss so deutlich angebracht sein, dass sie auch bei flüchtigem Hinsehen auf den ersten Blick ins Auge fällt (Hohenecker/Friedl, Wettbewerbsrecht 133; ÖBl 1992, 56 - Super-T-Shirt; SZ 68/99 = ÖBl 1995, 275 - Presse-Schirm je mwN); sie macht den Gegenstand zum Werbegegenstand und vermindert damit seinen Verkehrswert (Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht21, § 1 dZugV Rz 64; ÖBl 1991, 108 - Sport-Sonnenbrille; ÖBl 1992, 56 - Super-T-Shirt; MR 1993, 233 - Radiowecker). Ein Gegenstand, der einen nicht unerheblichen (Gebrauchs-)Wert hat und in diesem Wert durch den Reklameaufdruck, wenn überhaupt, nur unwesentlich gemindert ist, ist hingegen kein Reklamegegenstand im Sinne des Gesetzes (ÖBl 1994, 127 - Radiowecker; 4 Ob 1113/94 - Schirmkappe; 4 Ob 45/00x - Sonnenfinsternisbrille; 4 Ob 108/00m - Sportuhr).

Richtig ist nun zwar - wie die Beklagte in ihrer Revisionsrekursbeantwortung ausführt -, dass die Karten bei ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch vorerst verdeckt (also mit der Rückseite nach oben) auf dem Tisch liegen, womit die Reklameaufschrift (ebenso wie beim Mischen der Karten) sichtbar ist. Entscheidend ist aber, dass das Wahrsage-Kartenspiel seinem Charakter nach vorwiegend im Rahmen der Familie und des Freundeskreises Verwendung findet. Auf diese Weise tritt - anders als bei ihrer Bestimmung nach vorwiegend im öffentlichen Raum benutzten Gegenständen - die Reklamefunktion derart in den Hintergrund, dass sie den (mit rund 50 S nicht unerheblichen) Verkehrswert der Karten nicht spürbar mindert. Das Kartenspiel fällt deshalb nicht unter den Ausnahmetatbestand des § 9a Abs 2 Z 3 UWG.

Erlaubt sind Zugaben, die als geringwertige Kleinigkeiten iSd § 9a Abs 2 Z 4 UWG zu beurteilen sind. Maßgebend ist dabei - wie das Erstgericht zutreffend erkannt hat - nicht der Herstellungs- oder Anschaffungswert für den Zugeber, sondern der Verbrauchs- oder Verkehrswert, den die Zugabe im allgemeinen für den Durchschnittskunden hat. Dies folgt schon aus dem Zweck des Zugabeverbots, das verhindern will, dass die Aufmerksamkeit des Kunden von der Hauptware fortgezogen und auf einen für den Kauf unwesentlichen Nebenartikel, die Zugabe gelenkt wird. Nur ein solcher Wert kann deshalb als gering angesehen werden, von dem kein beachtlicher wirtschaftlicher Anreiz (Beeinflussungseffekt) ausgeht (Baumbach/Hefermehl aaO Rz 69; vgl auch SZ 68/99 = ÖBl 1995, 275 - Presse-Schirm). Bei einer - wie beim hier zu beurteilenden Kartenspiel gegebenen - echten Sammelzugabe, bei der die Einzelstücke für sich allein nicht bestimmungsgemäß verwendbar sind, sondern erst das Sammelergebnis ein gegenüber den Einzelteilen neues werthaftes Gut ist (Baumbach/Hefermehl aaO Rz 25), kommt es auf den Wert der Sammlung (hier: des kompletten Kartenspiels) an (Baumbach/Hefermehl aaO Rz 71). Mag auch im Handel ein Kartenspiel mit völlig gleichartigen Abbildungen wie jene auf den von der Beklagten verteilten Karten nicht erhältlich sein, so besteht doch ein Markt für Wahrsagekarten, auf denen vergleichbare Produkte angeboten werden; an deren Preis hat sich daher zu orientieren, ob das Spiel der Beklagten als geringwertige Kleinigkeit zu beurteilen ist.

Die beanstandete Ankündigung ist geeignet, beim Leser die Erwartung zu wecken, er erhalte (zusätzlich zu den einzelnen Exemplaren der Zeitschrift) ein vollständiges Blatt Wahrsagekarten mit normalem Gebrauchswert. Dass der Preis der Zeitungen, die erworben werden müssen, um ein vollständiges Kartenspiel zu erhalten, höher ist als der mit rund 50 S festgestellte handelsübliche Preis eines solchen Spiels, ist bedeutungslos, weil der Käufer die Spielkarte als zusätzliche unentgeltliche Leistung zur Hauptware Zeitung ansieht (ÖBl 1983, 89 - "Kurier"-WM-Kartei). Die Ausführungsqualität des beanstandeten Spiels (zB nicht ganz glatter Kartenrand) ist auch nur geringfügig niedriger als bei vergleichbaren Handelsprodukten, weshalb die Zugabe auch unter diesem Aspekt nicht als geringwertige Kleinigkeit beurteilt werden kann.

Die Klägerinnen vertreten die Ansicht, das Rekursgericht habe zu Unrecht ihr Rechtsschutzbedürfnis verneint, weil es übersehe, dass der von ihnen erwirkte Unterlassungstitel nur die Ankündigung von Zugaben umfasse und nur eingeschränkt für solche Zugaben gelte, bei denen der Erwerb der Zeitung Voraussetzung für den Erwerb der Zugabe sei.

Wird in einem zweiten Provisorialverfahren zwischen denselben Parteien ein Sachverhalt behauptet, der über den im ersten Verfahren geltend gemachten Sachverhalt hinausgeht und der, für sich allein genommen, das Sicherungsbegehren zu begründen vermag, dann ist der Rechtsschutz des Klägers durch die erste einstweilige Verfügung nicht vollständig gewahrt. In einem solchen Fall ist das Rechtsschutzbedürfnis des Klägers durch die Erlassung der ersten einstweiligen Verfügung nicht weggefallen (4 Ob 56/93 = ecolex 1993, 35 = WBl 1994, 34 = RdW 1994, 49). Zu fragen ist in derartigen Fällen, ob das im ersten Verfahren bereits erwirkte Gebot einen tauglichen Exekutionstitel zur Abstellung auch des gesamten im zweiten Verfahren behaupteten Verhaltens bildet (4 Ob 7/98b).

Im gegenständlichen Fall besitzt die Erstklägerin aus dem Vorverfahren einen Unterlassungstitel, mit dem sie gegen die Ankündigung von Zugaben gegen die Beklagte vorgehen kann; insoweit ist ihr kein Rechtsschutzbedürfnis zuzuerkennen. Gleiches gilt auch für die am Vorverfahren nicht beteiligte Zweitklägerin als ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, deren schutzwürdige Interessen nach der Lebenserfahrung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf Grund ihrer gesellschaftsrechtlichen Verbindung zur Erstklägerin vollwertig gewahrt sind (stRsp ua SZ 59/25 = ÖBl 1986, 102 - Nr 1 im Fensterbau; SZ 61/41 = ÖBl 1989, 14 - C&C Markt; ÖBl 1990, 151 - Die ganze Woche-Sparbuch; WBl 1999, 42 - Toaster mwN).

Zutreffend zeigen die Rechtsmittelwerber aber auf, dass sie in ihrem zweiten Sicherungsantrag auch das Gewähren von Zugaben behauptet und bescheinigt haben, welches Verhalten gegen § 9a Abs 1 Z 1 letzter Fall UWG verstößt. In diesem Umfang sind sie - selbst bei extensiver Auslegung des Vortitels - nicht in der Lage, das wettbewerbswidrige Verhalten der Beklagten im Exekutionsweg abstellen zu lassen. Ihr Rechtsschutzbedürfnis, sich auch in diesem weitergehenden Umfang einen Exekutionstitel zu verschaffen ist deshalb - entgegen der Ansicht des Rekursgerichts - zu bejahen.

Auch bei einstweiligen Verfügungen kommt es in Ansehung der Sachverhaltsvoraussetzungen auf den Zeitpunkt der Entscheidung erster Instanz an (ÖBl 1958, 52; SZ 48/45; RdW 1987, 168; 4 Ob 125/98f ua). Auf die in der Revisionsrekursbeantwortung aufgeworfene Frage, inwieweit durch einen Herausgeberwechsel im Sommer 1999 das Wettbewerbsverhältnis weggefallen ist, kommt es damit nicht mehr an. Der von der Beklagten zitierten Entscheidung ÖBl 2000, 17 - Melatonin lag insoweit ein anderer Sachverhalt zugrunde, als dort der persönlich haftende Gesellschafter die Geschäftsführung der Personenhandelsgesellschaft in keiner Weise beeinflussen konnte; dass Vergleichbares hier auf die Zweitbeklagte zuträfe, wurde nicht behauptet.

Dem Revisionsrekurs war im aufgezeigten Umfang Folge zu geben.

Die Entscheidung über die Kosten der Klägerinnen beruht auf § 393 Abs 1 EO; jene über die Kosten der Beklagten auf §§ 78, 402 Abs 4 EO iVm §§ 41, 50 ZPO. Die Klägerinnen haben den Sicherungsantrag zu weit gefasst; mangels anderer Anhaltspunkte für die Bewertung sind Unterliegen und Obsiegen jeweils mit 50% zu bewerten (4 Ob 95/98v).

Anmerkung

E58502 04A01170

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:0040OB00117.00K.0615.000

Dokumentnummer

JJT_20000615_OGH0002_0040OB00117_00K0000_000