Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob170/75 1Ob778/78 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032931

Geschäftszahl

5Ob170/75; 1Ob778/78; 3Ob604/80; 1Ob768/83; 1Ob536/86; 1Ob659/89; 8Ob572/93; 7Ob185/98a; 7Ob335/99m; 7Ob188/99v; 2Ob196/03t; 2Ob107/08m; 9Ob3/08v; 7Ob57/11z; 7Ob28/15s; 9Ob9/17i

Entscheidungsdatum

23.09.1975

Norm

ABGB §1400 C

Rechtssatz

Der Girovertrag ist eine Vereinbarung zwischen einer Bank und einem Kontoinhaber, durch die sich die Bank verpflichtet, ihr aufgetragene Leistungen, die dem bargeldlosen Zahlungsverkehr dienen, also die Gutschrift eingehender Beträge, die Besorgung von Überweisungen, die Entgegennahme von Einzahlungen auf das Konto und die Leistung von Zahlungen zu Lasten des Kontos durch buchmäßige Umschreibungen zu bewirken (SZ 38/169); das Kreditinstitut ist nur nicht verpflichtet, einer Disposition, durch die das Konto ins Debet kommt, zuzustimmen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 170/75
    Entscheidungstext OGH 23.09.1975 5 Ob 170/75
    Veröff: EvBl 1976/79 S 153 = QuHGZ 1976 H1-2/139
  • 1 Ob 778/78
    Entscheidungstext OGH 10.01.1979 1 Ob 778/78
    nur: Der Girovertrag ist eine Vereinbarung zwischen einer Bank und einem Kontoinhaber, durch die sich die Bank verpflichtet, ihr aufgetragene Leistungen, die dem bargeldlosen Zahlungsverkehr dienen, also die Gutschrift eingehender Beträge, die Besorgung von Überweisungen, die Entgegennahme von Einzahlungen auf das Konto und die Leistung von Zahlungen zu Lasten des Kontos durch buchmäßige Umschreibungen zu bewirken. (T1)
    Beisatz: Kontokorrentkreditvertrag: Zulassung von Kontodispositionen und Zurverfügungstellung von Bargeld oder Giralgeld. (T2)
  • 3 Ob 604/80
    Entscheidungstext OGH 26.08.1981 3 Ob 604/80
    nur: Das Kreditinstitut ist nur nicht verpflichtet, einer Disposition, durch die das Konto ins Debet kommt, zuzustimmen. (T3)
  • 1 Ob 768/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 1 Ob 768/83
    nur T1; Veröff: SZ 56/186 = RdW 1984,276
  • 1 Ob 536/86
    Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 536/86
    Veröff: SZ 59/51 (zustimmend Koziol) = ÖBA 1986 H7,301 = RdW 1986,207 = JBl 1986,381
  • 1 Ob 659/89
    Entscheidungstext OGH 20.09.1989 1 Ob 659/89
    nur T1; Veröff: SZ 62/153 = ÖBA 1990,136 = JBl 1990,173
  • 8 Ob 572/93
    Entscheidungstext OGH 24.02.1994 8 Ob 572/93
    Auch; Veröff: ÖBA 1994,650
  • 7 Ob 185/98a
    Entscheidungstext OGH 30.03.1999 7 Ob 185/98a
    nur T3; Beisatz: Die rechtliche Natur des Girovertrages ist umstritten. (T4)
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl auch
  • 7 Ob 188/99v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 188/99v
  • 2 Ob 196/03t
    Entscheidungstext OGH 12.09.2003 2 Ob 196/03t
    Beisatz: Das Girogeschäft ist die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und des Abbuchungsverkehrs in laufender Rechnung. (T5)
  • 2 Ob 107/08m
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 2 Ob 107/08m
    Auch; nur T1; Beisatz: Durch den Überweisungsauftrag des Kunden, wird die im Girovertrag vereinbarte grundsätzliche Verpflichtung der Bank, den bargeldlosen Zahlungsverkehr abzuwickeln, konkretisiert. (T6)
    Veröff: SZ 2009/18
  • 9 Ob 3/08v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 9 Ob 3/08v
    Auch; nur T1; Beis wie T6
  • 7 Ob 57/11z
    Entscheidungstext OGH 31.08.2011 7 Ob 57/11z
    Auch; Beis wie T6
  • 7 Ob 28/15s
    Entscheidungstext OGH 12.03.2015 7 Ob 28/15s
    Auch; nur T3; Beis wie T6
  • 9 Ob 9/17i
    Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 Ob 9/17i
    Auch; nur T1; Beisatz: Es geht sohin um die Verrechnung gegenseitiger Forderungen und Leistungen in eine buchhalterisch zusammengefasste Form, bei der der sich ergebende Saldo eine Forderung des einen Partners gegen den anderen darstellt. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0032931

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.05.2017

Dokumentnummer

JJR_19750923_OGH0002_0050OB00170_7500000_002

Rechtssatz für 5Ob692/79 4Ob504/80 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019400

Geschäftszahl

5Ob692/79; 4Ob504/80; 5Ob550/80; 1Ob809/81; 3Ob532/86; 6Ob690/89; 12Os67/90; 7Ob335/99m; 8Ob58/02s; 4Ob115/17s

Entscheidungsdatum

16.10.1979

Norm

ABGB §983

Rechtssatz

Ein Darlehensvertrag kommt als Realkontrakt erst mit der Übergabe der Darlehensvaluta in der Weise, daß der Darlehensnehmer darüber willkürlich verfügen kann, zustande.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 692/79
    Entscheidungstext OGH 16.10.1979 5 Ob 692/79
    Veröff: JBl 1980,595 = SZ 52/147
  • 4 Ob 504/80
    Entscheidungstext OGH 17.06.1980 4 Ob 504/80
  • 5 Ob 550/80
    Entscheidungstext OGH 08.07.1980 5 Ob 550/80
  • 1 Ob 809/81
    Entscheidungstext OGH 27.01.1982 1 Ob 809/81
  • 3 Ob 532/86
    Entscheidungstext OGH 05.03.1986 3 Ob 532/86
    Auch
  • 6 Ob 690/89
    Entscheidungstext OGH 30.10.1989 6 Ob 690/89
  • 12 Os 67/90
    Entscheidungstext OGH 30.08.1990 12 Os 67/90
    Vgl auch
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl; Beisatz: Die Zuzählung eines in einem Geldkreditvertrag zugesagten Betrags erfolgt nicht schon durch die Gutschrift des kreditierten Betrages auf einem Konto des Kreditnehmers bei der Bank, da im zweipersonalen Verhältnis zwischen Bank und Kreditnehmer dadurch nur die Forderung aus dem Kreditvertrag deklaratorisch anerkannt wird, wohl aber dann, wenn die Gutschrift auf ein anderes Konto des Kunden, das sich im Soll befindet, übertragen wurde und die Bank dann vereinbarungsgemäß durch Aufrechnung damit leistet. (T1)
  • 8 Ob 58/02s
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 8 Ob 58/02s
    Vgl; Beis wie T1 nur: Die Zuzählung eines in einem Geldkreditvertrag zugesagten Betrags erfolgt nicht schon durch die Gutschrift des kreditierten Betrages auf einem Konto des Kreditnehmers bei der Bank. (T2); Beisatz: War Kreditzuzählung durch Barzahlung vereinbart, wurde aber eine Barzahlung an den Kreditnehmer nicht nachgewiesen (hier: Auszahlung erfolgte an einen Dritten), so entsteht keine Rückzahlungsverpflichtung des Kreditnehmers. (T3)
  • 4 Ob 115/17s
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 115/17s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0019400

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.09.2017

Dokumentnummer

JJR_19791016_OGH0002_0050OB00692_7900000_002

Rechtssatz für 1Ob649/81 1Ob837/82 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019475

Geschäftszahl

1Ob649/81; 1Ob837/82; 7Ob625/85; 6Ob516/87; 9ObA125/91; 7Ob335/99m

Entscheidungsdatum

06.11.1981

Norm

ABGB §863 J
ABGB §983
ABGB §914 IIIh
ABGB §1438 D
AGBKr Pkt7
AGBKr Pkt8 Abs1
HGB §346 F

Rechtssatz

Sinn und Zweck eines Kredites ist es in aller Regel, dem Kreditnehmer Bargeld oder ein entsprechendes Surrogat zu verschaffen, nicht dagegen, ein bei der kreditgewährenden Bank bereits bestehendes Debet abzudecken. Ein Aufrechnungsrecht der Bank besteht daher nur, wenn es ausdrücklich vereinbart wurde. Grundsätzlich muß hingegen der Darlehensgegenstand dem Vermögen des Darlehensnehmers in der vereinbarten Form zugefügt werden; dies kann auch durch Erteilung einer Gutschrift auf dem laufenden Konto des Kreditnehmers geschehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 649/81
    Entscheidungstext OGH 06.11.1981 1 Ob 649/81
    Veröff: EvBl 1982/69 S 236 = SZ 54/161
  • 1 Ob 837/82
    Entscheidungstext OGH 23.02.1983 1 Ob 837/82
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 649/81
  • 7 Ob 625/85
    Entscheidungstext OGH 07.11.1985 7 Ob 625/85
    nur: Sinn und Zweck eines Kredites ist es in aller Regel, dem Kreditnehmer Bargeld oder ein entsprechendes Surrogat zu verschaffen, nicht dagegen, ein bei der kreditgewährenden Bank bereits bestehendes Debet abzudecken. (T1)
  • 6 Ob 516/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 6 Ob 516/87
    Auch; Veröff: RdW 1987,194 = ÖBA 1987,655 (Apathy)
  • 9 ObA 125/91
    Entscheidungstext OGH 28.08.1991 9 ObA 125/91
    Vgl; Beisatz: § 48 ASGG (T2)
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0019475

Dokumentnummer

JJR_19811106_OGH0002_0010OB00649_8100000_002

Rechtssatz für 1Ob649/81 1Ob837/82 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019491

Geschäftszahl

1Ob649/81; 1Ob837/82; 7Ob825/82; 6Ob512/87; 8Ob44/88; 8Ob24/88; 1Ob659/89; 1Ob536/93 (1Ob537/93); 4Ob507/95; 8Ob388/97k; 7Ob335/99m; 8Ob253/99k; 3Ob77/03z

Entscheidungsdatum

06.11.1981

Norm

ABGB §861
ABGB §914 IIIh
ABGB §983
ABGB §1295 IIf7b
AGBKr allg
HGB §346 F

Rechtssatz

Im Regelfall haben vor Abschluß eines Kreditvertrages persönliche Kontakte mit dem Kreditnehmer hergestellt zu werden. Grundlage des Kreditvertrages ist nämlich das gegenseitige persönliche Vertrauen zwischen Bank und Kunden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 649/81
    Entscheidungstext OGH 06.11.1981 1 Ob 649/81
    Veröff: EvBl 1982/69 S 236 = SZ 54/161
  • 1 Ob 837/82
    Entscheidungstext OGH 23.02.1983 1 Ob 837/82
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 649/81
  • 7 Ob 825/82
    Entscheidungstext OGH 07.07.1983 7 Ob 825/82
    nur: Grundlage des Kreditvertrages ist das gegenseitige persönliche Vertrauen zwischen Bank und Kunden. (T1) Veröff: SZ 56/120
  • 6 Ob 512/87
    Entscheidungstext OGH 12.02.1987 6 Ob 512/87
    Auch; nur T1; Veröff: WBl 1987,156 = ÖBA 1987,509 (Iro)
  • 8 Ob 44/88
    Entscheidungstext OGH 19.04.1989 8 Ob 44/88
    nur T1; Beisatz: Dies kann aber nicht so weit führen, daß die einen Kredit gewährende Bank aufgrund einer von Kreditnehmerseite zum Ausdruck gebrachten Verwendungsabsicht ("Kreditwidmung") die Auszahlung des Kredits von der Sicherstellung der widmungsgemäßen Verwendung abhängig machen müßte, um damit ihr gegenüber nicht zum Ausdruck gebrachte Interessen eines Kreditbürgen zu wahren. (T2) Veröff: RdW 1990,378
  • 8 Ob 24/88
    Entscheidungstext OGH 13.07.1989 8 Ob 24/88
    nur T1
  • 1 Ob 659/89
    Entscheidungstext OGH 20.09.1989 1 Ob 659/89
    nur: Im Regelfall haben vor Abschluß eines Kreditvertrages persönliche Kontakte mit dem Kreditnehmer hergestellt zu werden. (T3) Veröff: SZ 62/153 = JBl 1990,173 = ÖBA 1990,136 = RdW 1990,45
  • 1 Ob 536/93
    Entscheidungstext OGH 02.07.1993 1 Ob 536/93
    Vgl auch; nur T1; Veröff: SZ 66/81
  • 4 Ob 507/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 507/95
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Als Konsensualvertrag ist der Kreditvertrag mit der Willenseinigung zustandegekommen. (T4)
  • 8 Ob 388/97k
    Entscheidungstext OGH 07.10.1999 8 Ob 388/97k
    Vgl; Beisatz: Hier: Vollmacht zur Kreditaufnahme. (T5)
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl auch; Beisatz: Zum Abschluß eines Kreditvertrages für den Kontoinhaber ist der Zeichnungsberechtigte grundsätzlich, dh ohne spezielle Vollmacht, nicht berechtigt. (T6)
  • 8 Ob 253/99k
    Entscheidungstext OGH 11.05.2000 8 Ob 253/99k
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 73/79
  • 3 Ob 77/03z
    Entscheidungstext OGH 17.01.2003 3 Ob 77/03z
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0019491

Dokumentnummer

JJR_19811106_OGH0002_0010OB00649_8100000_003

Rechtssatz für 1Ob659/89 5Ob568/90 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019649

Geschäftszahl

1Ob659/89; 5Ob568/90; 7Ob335/99m

Entscheidungsdatum

20.09.1989

Norm

ABGB §1029 B4
ABGB §1400 C
AGBKr Pkt4

Rechtssatz

Ein von einer Bank auf Grund bloßer Verfügung des Zeichnungsberechtigten über ein Girokonto gewährter und auf dem Konto gutgeschriebener Kredit (Überziehung) ist für den Kontoinhaber, wenn er die Vorgangsweise des Zeichnungsberechtigten nicht genehmigt, nicht wirksam, es sei denn, es handelt sich um eine geringfügige und kurzfristige Überziehung. Im Schweigen des Kunden auf die Anzeige oder Abrechnung durch die Bank kann nicht die Genehmigung der darin bezogenen Geschäftsfälle, die auf keinem gültigen Auftrag des Kunden beruhen, erblickt werden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 659/89
    Entscheidungstext OGH 20.09.1989 1 Ob 659/89
    Veröff: ÖBA 1990,136 = RdW 1990,45 = SZ 62/153 = ecolex 1990,18
  • 5 Ob 568/90
    Entscheidungstext OGH 29.05.1990 5 Ob 568/90
    nur: Im Schweigen des Kunden auf die Anzeige oder Abrechnung durch die Bank kann nicht die Genehmigung der darin bezogenen Geschäftsfälle, die auf keinem gültigen Auftrag des Kunden beruhen, erblickt werden. (T1) Veröff: ÖBA 1990,939 = RdW 1990,441
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    nur: Ein von einer Bank auf Grund bloßer Verfügung des Zeichnungsberechtigten über ein Girokonto gewährter und auf dem Konto gutgeschriebener Kredit (Überziehung) ist für den Kontoinhaber, wenn er die Vorgangsweise des Zeichnungsberechtigten nicht genehmigt, nicht wirksam, es sei denn, es handelt sich um eine geringfügige und kurzfristige Überziehung. (T2) Beisatz: Zum Abschluß eines Kreditvertrages für den Kontoinhaber ist der Zeichnungsberechtigte grundsätzlich, dh ohne spezielle Vollmacht, nicht berechtigt. (T3) Beisatz: Ein Bereicherungsanspruch gegen den Kontoinhaber könnte nur bestehen, wenn und soweit dieser aus den Verfügungen des Zeichnungsberechtigten konkret einen Nutzen erlangt hat. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0019649

Dokumentnummer

JJR_19890920_OGH0002_0010OB00659_8900000_001

Rechtssatz für 1Ob659/89 7Ob335/99m 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0052368

Geschäftszahl

1Ob659/89; 7Ob335/99m; 9Ob10/05v

Entscheidungsdatum

20.09.1989

Norm

AGBKr Pkt4

Rechtssatz

Ein mit Zustimmung des Kontoinhabers und der Bank bestellter Zeichnungsberechtigter kann - unabhängig davon, ob er nun im eigenen oder fremden Namen handelt - über die Forderungen des Kontoinhabers gegen die Bank, nicht aber über dessen Vertragsposition verfügen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 659/89
    Entscheidungstext OGH 20.09.1989 1 Ob 659/89
    Veröff: SZ 62/153 = JBl 1990,173 = ecolex 1990,18 = ÖBA 1990,136 = RdW 1990,45
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl; Beisatz: Ohne Erteilung einer besonderen Befugnis durch den Kontoinhaber kann ein Zeichnungsberechtigter keine Verfügungen über das Konto vornehmen, wenn dieses debitorisch ist oder dadurch debitorisch würde, weil damit keine Verfügung über eine Forderung des Kontoinhabers aus dem Girovertrag vorläge. (T1) Beisatz: Zum Abschluß eines Kreditvertrages für den Kontoinhaber ist der Zeichnungsberechtigte grundsätzlich, dh ohne spezielle Vollmacht, nicht berechtigt. (T2)
  • 9 Ob 10/05v
    Entscheidungstext OGH 04.02.2005 9 Ob 10/05v
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0052368

Dokumentnummer

JJR_19890920_OGH0002_0010OB00659_8900000_002

Rechtssatz für 3Ob610/90 1Ob543/95 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017339

Geschäftszahl

3Ob610/90; 1Ob543/95; 9Ob26/98h; 7Ob335/99m; 3Ob49/02f; 3Ob37/14h

Entscheidungsdatum

19.12.1990

Norm

ABGB §892
AGBKr Pkt3 Abs2

Rechtssatz

Bei mehreren Kontoinhabern liegt nach Punkt 3 Abs 2 AGBKr ein Fall der vertraglich vereinbarten Gesamtgläubigerschaft vor: Jeder der mehreren Inhaber eines Gemeinschaftskonto ("Oder - Konto") muß so lange mit Verfügungen eines anderen Kontomitinhabers über das Guthaben rechnen, bis er der Befugnis zur Einzelverfügung widerspricht; danach können nur alle Kontoinhaber zusammen über das Konto verfügen ("Und - Konto"). Die Einzelverfügungsberechtigung erstreckt sich aber nur auf die jeweiligen Forderungen gegen die Bank und nicht auf das Kontovertragsverhältnis. Auch die Aufnahme oder Ausnutzung eines Kredites kann nicht ohne weiters durch einen Kontomitinhaber allein erfolgen. Die gewählte Gestaltung als Gesamtforderung darf nämlich nicht in unbilliger und gegen die guten Sitten verstoßender Weise dazu benützt werden, daß jeder Verfügungberechtigte zu Lasten des anderen auch eine in keiner jeder Weise betragsbeschränkte Belastung des anderen herbeizuführen berechtigt sei. Die Kontomitinhaber haften zwar kraft Vereinbarung für Verbindlichkeiten aus dem Konto als Solidarschuldner (Pkt 3 Abs 1 AGBKr anstelle von Art 8 Nr 1 EVHGB) und haben daher für die Forderungen der Bank aus dem Konto (zB Spesen, Zinsen, Kreditprovision) als Gesamtschuldner einzustehen, nicht aber für Schulden eines der übrigen Kontomitinhaber.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 610/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1990 3 Ob 610/90
    Veröff: ecolex 1991,152 = JBl 1991,314 = SZ 63/226 = EFSlg 27/3 = ÖBA 1991,458 (Iro)
  • 1 Ob 543/95
    Entscheidungstext OGH 27.03.1995 1 Ob 543/95
    Vgl; nur: Auch die Aufnahme oder Ausnutzung eines Kredites kann nicht ohne weiters durch einen Kontomitinhaber allein erfolgen. Die gewählte Gestaltung als Gesamtforderung darf nämlich nicht in unbilliger und gegen die guten Sitten verstoßender Weise dazu benützt werden, daß jeder Verfügungberechtigte zu Lasten des anderen auch eine in keiner jeder Weise betragsbeschränkte Belastung des anderen herbeizuführen berechtigt sei. Die Kontomitinhaber haften zwar kraft Vereinbarung für Verbindlichkeiten aus dem Konto als Solidarschuldner (Pkt 3 Abs 1 AGBKr anstelle von Art 8 Nr 1 EVHGB) und haben daher für die Forderungen der Bank aus dem Konto (zB Spesen, Zinsen, Kreditprovision) als Gesamtschuldner einzustehen, nicht aber für Schulden eines der übrigen Kontomitinhaber. (T1) Beisatz: Der einzelne Kontoinhaber kann nicht mit Wirksamkeit für die übrigen einen - auf dem Gemeinschaftskonto bereitzustellenden - Kredit mit der Bank vereinbaren. Für die Rückzahlung einer solchen Kreditsumme haftet nur der handelnde Kontoinhaber. Die Vertragserklärung der Kontomitinhaber ist darauf einzuschränken, daß sie einer Kontobelastung mit den gewöhnlich vorkommenden Verfügungen etwa auch im Rahmen einer auch mit ihnen vereinbarten oder verkehrsüblichen Kontoüberziehung oder eines für das Konto zur Verfügung gestellten Kreditrahmens zustimmen und für solche Verbindlichkeiten solidarisch haften. (T2)
  • 9 Ob 26/98h
    Entscheidungstext OGH 01.04.1998 9 Ob 26/98h
    Auch; nur: Bei mehreren Kontoinhabern liegt nach Punkt 3 Abs 2 AGBKr ein Fall der vertraglich vereinbarten Gesamtgläubigerschaft vor: Jeder der mehreren Inhaber eines Gemeinschaftskonto ("Oder - Konto") muß so lange mit Verfügungen eines anderen Kontomitinhabers über das Guthaben rechnen, bis er der Befugnis zur Einzelverfügung widerspricht. (T3); Beisatz: Jeder Kontoinhaber kann demnach im eigenen Namen über das gesamte Guthaben aus dem Konto verfügen, wobei das Zuvorkommen ("Angehen" im Sinne § 892 ABGB) entscheidet, wobei darunter jede (auch außergerichtliche) Art der Geltendmachung der Forderung zu verstehen ist. (T4) Veröff: SZ 71/62
  • 7 Ob 335/99m
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 335/99m
    Vgl auch; Beis wie T2 nur: Der einzelne Kontoinhaber kann nicht mit Wirksamkeit für die übrigen einen - auf dem Gemeinschaftskonto bereitzustellenden - Kredit mit der Bank vereinbaren. Für die Rückzahlung einer solchen Kreditsumme haftet nur der handelnde Kontoinhaber. (T5)
  • 3 Ob 49/02f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2003 3 Ob 49/02f
    nur: Bei mehreren Kontoinhabern liegt nach Punkt 3 Abs 2 AGBKr ein Fall der vertraglich vereinbarten Gesamtgläubigerschaft vor: Jeder der mehreren Inhaber eines Gemeinschaftskonto ("Oder - Konto") muß so lange mit Verfügungen eines anderen Kontomitinhabers über das Guthaben rechnen, bis er der Befugnis zur Einzelverfügung widerspricht; danach können nur alle Kontoinhaber zusammen über das Konto verfügen ("Und - Konto"). (T6)
  • 3 Ob 37/14h
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 37/14h
    Vgl; Veröff: SZ 2014/62

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0017339

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.03.2016

Dokumentnummer

JJR_19901219_OGH0002_0030OB00610_9000000_001