Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob123/65 1Ob285/58 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0000300

Geschäftszahl

3Ob123/65; 1Ob285/58; 3Ob164/65; 7Ob359/65; 6Ob64/66; 1Ob121/68; 5Ob143/68; 1Ob137/69; 5Ob269/69; 5Ob85/70 (5Ob86/70); 8Ob205/71; 7Ob99/72; 5Ob166/72; 3Ob112/73; 4Ob574/74; 7Ob188/74; 5Ob48/75; 4Ob520/75; 1Ob314/75; 7Ob10/76 (7Ob11/76); 7Ob565/76; 5Ob242/75; 1Ob516/76; 5Ob611/76; 7Ob833/76; 7Ob73/76; 4Ob404/76; 2Ob153/77; 6Ob516/79; 3Ob53/79; 1Ob632/79; 3Ob125/79; 4Ob542/79; 3Ob154/79; 3Ob30/80; 3Ob172/79; 1Ob40/80; 3Ob31/83; 3Ob92/84; 7Ob626/85; 3Ob1032/85; 4Ob385/87; 2Ob25/89 (2Ob26/89); 4Ob137/91; 3Ob46/92; 1Ob7/93; 3Ob95/94 (3Ob96/94); 3Ob88/94; 4Ob71/95; 1Ob2123/96d; 1Ob200/97m; 7Ob344/97g; 4Ob7/98b; 3Ob339/97t; 5Ob20/98x; 1Ob256/98y; 9ObA205/98g; 2Ob358/97d; 7Ob41/99a; 1Ob256/97x; 3Ob182/99g; 3Ob150/98z; 8Ob82/00t; 3Ob25/99v; 9Ob99/00z; 3Ob280/00y; 6Ob87/01i; 3Ob18/02x; 6Ob133/02f; 4Ob131/02x; 1Ob35/02g; 9Ob59/03x; 8Ob85/03p; 6Ob1/04x; 3Ob61/04y; 4Ob163/05g; 3Ob131/05v; 3Ob159/06p; 3Ob274/06z; 4Ob120/08p; 17Ob28/09f; 4Ob19/10p; 7Ob67/10v; 5Ob264/09y; 3Ob138/10f; 3Ob149/10y; 7Ob254/10v; 4Ob76/11x; 3Ob220/11s; 4Ob22/12g; 2Ob215/10x; 4Ob216/11k; 3Ob65/12y; 4Ob20/13i; 2Ob180/12b; 3Ob156/13g; 3Ob53/14m; 4Ob127/14a; 3Ob156/14h; 1Ob16/15g; 1Ob68/16f; 4Ob97/16t; 3Ob3/17p; 3Ob118/17z; 3Ob119/17x; 3Ob117/17b; 9ObA53/17k; 4Ob180/17z; 3Ob202/17b; 3Ob193/18f; 18OCg4/19s

Entscheidungsdatum

02.09.1965

Norm

ABGB §6
EO §7 Abs1 Aa
ZPO §411 Ca

Rechtssatz

Die Entscheidungsgründe sind für die Auslegung der Tragweite des Spruches heranzuziehen (SZ 25/121, 6 Ob 122/62).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 123/65
    Entscheidungstext OGH 02.09.1965 3 Ob 123/65
    Veröff: SZ 38/128
  • 1 Ob 285/58
    Entscheidungstext OGH 02.07.1958 1 Ob 285/58
    Veröff: EvBl 1958/323 S 549
  • 3 Ob 164/65
    Entscheidungstext OGH 01.12.1965 3 Ob 164/65
    Beisatz: In den Entscheidungsgründen wurde die Identität des Beklagten bzw Verpflichteten (Jobschreibieser = Jobstreibitzer) festgestellt. Spruch und Gründe bilden eine Einheit! (T1)
  • 7 Ob 359/65
    Entscheidungstext OGH 15.12.1965 7 Ob 359/65
  • 6 Ob 64/66
    Entscheidungstext OGH 25.05.1966 6 Ob 64/66
  • 1 Ob 121/68
    Entscheidungstext OGH 16.05.1968 1 Ob 121/68
    Beisatz: § 382 Z 8 EO Bewilligung des abgesonderten Wohnortes. (T2)
  • 5 Ob 143/68
    Entscheidungstext OGH 04.09.1968 5 Ob 143/68
    Beisatz: Es bedarf aber keiner Auslegung des Spruches, wenn daraus der Inhalt der Entscheidung eindeutig hervorgeht. (T3) Veröff: SZ 41/103
  • 1 Ob 137/69
    Entscheidungstext OGH 02.10.1969 1 Ob 137/69
  • 5 Ob 269/69
    Entscheidungstext OGH 29.10.1969 5 Ob 269/69
  • 5 Ob 85/70
    Entscheidungstext OGH 15.04.1970 5 Ob 85/70
  • 8 Ob 205/71
    Entscheidungstext OGH 14.07.1971 8 Ob 205/71
  • 7 Ob 99/72
    Entscheidungstext OGH 19.04.1972 7 Ob 99/72
    Beisatz: Ein mehrgliedriger Spruch ist in seiner Gesamtheit zu betrachten (hier Haftung für die Kosten im Umfang des § 10 Abs 4 AKB). (T4) Veröff: VersR 1973,141
  • 5 Ob 166/72
    Entscheidungstext OGH 03.10.1972 5 Ob 166/72
  • 3 Ob 112/73
    Entscheidungstext OGH 19.06.1973 3 Ob 112/73
  • 4 Ob 574/74
    Entscheidungstext OGH 01.10.1974 4 Ob 574/74
  • 7 Ob 188/74
    Entscheidungstext OGH 10.10.1974 7 Ob 188/74
    Vgl; Beisatz: Soll der vom Gericht gewollte, im Spruch aber nicht klar und eindeutig formulierte Inhalt der Sachentscheidung erkannt werden, sind auch die Entscheidungsgründe heranzuziehen. (T5)
  • 5 Ob 48/75
    Entscheidungstext OGH 08.04.1975 5 Ob 48/75
    Veröff: SZ 48/41
  • 4 Ob 520/75
    Entscheidungstext OGH 29.04.1975 4 Ob 520/75
  • 1 Ob 314/75
    Entscheidungstext OGH 28.01.1976 1 Ob 314/75
  • 7 Ob 10/76
    Entscheidungstext OGH 04.03.1976 7 Ob 10/76
  • 7 Ob 565/76
    Entscheidungstext OGH 08.04.1976 7 Ob 565/76
    SZ 49/54
  • 5 Ob 242/75
    Entscheidungstext OGH 08.04.1976 5 Ob 242/75
    Beis wie T3
  • 1 Ob 516/76
    Entscheidungstext OGH 12.05.1976 1 Ob 516/76
    Beisatz: Nur bei Zweifel über die Tragweite des Spruches. (T6)
  • 5 Ob 611/76
    Entscheidungstext OGH 15.06.1976 5 Ob 611/76
    Veröff: SZ 49/81
  • 7 Ob 833/76
    Entscheidungstext OGH 20.01.1977 7 Ob 833/76
  • 7 Ob 73/76
    Entscheidungstext OGH 13.01.1977 7 Ob 73/76
    Veröff: VersR 1978,655
  • 4 Ob 404/76
    Entscheidungstext OGH 08.02.1977 4 Ob 404/76
  • 2 Ob 153/77
    Entscheidungstext OGH 08.09.1977 2 Ob 153/77
  • 6 Ob 516/79
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 6 Ob 516/79
    Beis wie T3
  • 3 Ob 53/79
    Entscheidungstext OGH 30.05.1979 3 Ob 53/79
    Veröff: EFSlg 34549
  • 1 Ob 632/79
    Entscheidungstext OGH 13.06.1979 1 Ob 632/79
    Beis wie T3; Veröff: RZ 1980/31 S 138
  • 3 Ob 125/79
    Entscheidungstext OGH 19.09.1979 3 Ob 125/79
    Beisatz: Oppositionsklage (T7); Veröff: EFSlg 34565
  • 4 Ob 542/79
    Entscheidungstext OGH 16.10.1979 4 Ob 542/79
  • 3 Ob 154/79
    Entscheidungstext OGH 23.01.1980 3 Ob 154/79
    Beisatz: Patent - Impugnationsklage (T8)
  • 3 Ob 30/80
    Entscheidungstext OGH 14.05.1980 3 Ob 30/80
  • 3 Ob 172/79
    Entscheidungstext OGH 30.07.1980 3 Ob 172/79
    Veröff: ÖBl 1980,164
  • 1 Ob 40/80
    Entscheidungstext OGH 18.03.1981 1 Ob 40/80
    Beis wie T3
  • 3 Ob 31/83
    Entscheidungstext OGH 23.03.1983 3 Ob 31/83
    Beis wie T3
  • 3 Ob 92/84
    Entscheidungstext OGH 03.10.1984 3 Ob 92/84
    Vgl; Beis wie T5; Beis wie T6; Veröff: ÖBl 1985,49
  • 7 Ob 626/85
    Entscheidungstext OGH 12.09.1985 7 Ob 626/85
  • 3 Ob 1032/85
    Entscheidungstext OGH 18.12.1985 3 Ob 1032/85
    Vgl auch
  • 4 Ob 385/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 385/87
    Veröff: WBl 1988,55
  • 2 Ob 25/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 2 Ob 25/89
    Beisatz: Dies gilt insbesondere dann, wenn die Rechtskraftwirkung eines abweisenden Urteils festgestellt werden soll. (T9)
  • 4 Ob 137/91
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 4 Ob 137/91
    Veröff: SZ 64/177 = WBl 1992,168
  • 3 Ob 46/92
    Entscheidungstext OGH 27.05.1992 3 Ob 46/92
    Auch
  • 1 Ob 7/93
    Entscheidungstext OGH 22.03.1993 1 Ob 7/93
    Vgl auch
  • 3 Ob 95/94
    Entscheidungstext OGH 28.06.1994 3 Ob 95/94
  • 3 Ob 88/94
    Entscheidungstext OGH 30.11.1994 3 Ob 88/94
    Auch
  • 4 Ob 71/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 71/95
    Beisatz: Hat die Beklagte den Unterlassungsanspruch (letztlich) anerkannt, dann ist die Begründung des Anspruches durch die Klägerin maßgebend. (T10)
  • 1 Ob 2123/96d
    Entscheidungstext OGH 08.04.1997 1 Ob 2123/96d
    Verstärkter Senat; Vgl; Veröff: SZ 70/60
  • 1 Ob 200/97m
    Entscheidungstext OGH 27.08.1997 1 Ob 200/97m
    Auch; Beis wie T9
  • 7 Ob 344/97g
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 7 Ob 344/97g
    Auch; Beis wie T9
  • 4 Ob 7/98b
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 7/98b
    Ähnlich
  • 3 Ob 339/97t
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 3 Ob 339/97t
  • 5 Ob 20/98x
    Entscheidungstext OGH 10.02.1998 5 Ob 20/98x
    Vgl auch; Veröff: SZ 71/19
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Auch; Veröff: SZ 71/197
  • 9 ObA 205/98g
    Entscheidungstext OGH 11.11.1998 9 ObA 205/98g
    Beis wie T10 nur: Hat die Beklagte den Anspruch anerkannt, dann ist die Begründung des Anspruches durch die Klägerin maßgebend. (T11)
  • 2 Ob 358/97d
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 2 Ob 358/97d
    Auch; Beis wie T9
  • 7 Ob 41/99a
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 7 Ob 41/99a
    Auch; Veröff: SZ 72/35
  • 1 Ob 256/97x
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 256/97x
    Beisatz: Für die Auslegung des rechtsgestaltenden Aufteilungsbeschlusses im Verfahren nach den §§ 229 ff AußStrG sind die Grundsätze des Aufteilungsverfahrens anzuwenden. (T12)
  • 3 Ob 182/99g
    Entscheidungstext OGH 28.06.1999 3 Ob 182/99g
  • 3 Ob 150/98z
    Entscheidungstext OGH 24.11.1999 3 Ob 150/98z
    Beis wie T9; Beisatz: Die Gründe der Entscheidung bleiben von der Bindungswirkung gewöhnlich ausgegrenzt. Das gilt gerade auch für jene Tatsachenfeststellungen, die sich auf den geltend gemachten rechtserzeugenden Sachverhalt (den Klagegrund) beziehen. Den Klagegrund definieren jedoch häufig auch Tatsachenbehauptungen zu Vorfragen, ohne deren Lösung eine Entscheidung über das Klagebegehren nicht möglich wäre. (T13)
    Beisatz: Die objektiven Grenzen der Rechtskraft, die Auskunft über die Entscheidungwirkungen in sachlicher Hinsicht geben, werden somit gemäß § 411 ZPO auf den durch Klage oder Widerklage geltend gemachten "Anspruch" bezogen. (T14)
  • 8 Ob 82/00t
    Entscheidungstext OGH 09.03.2000 8 Ob 82/00t
  • 3 Ob 25/99v
    Entscheidungstext OGH 22.03.2000 3 Ob 25/99v
    Auch
  • 9 Ob 99/00z
    Entscheidungstext OGH 20.09.2000 9 Ob 99/00z
    Beisatz: Ist der Wortlaut des Spruches völlig klar, können Widersprüche in der Urteilsbegründung nicht zu einer von seinem eindeutigen Wortsinn abweichenden Auslegung des Urteilsspruchs führen. (T15)
  • 3 Ob 280/00y
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 3 Ob 280/00y
    Auch; Beisatz: Bei der Prüfung, ob ein Verstoß gegen das im Titel ausgesprochene Unterlassungsgebot vorliegt, ist nach ständiger Rechtsprechung zunächst streng vom Wortlaut des Exekutionstitels auszugehen. Ist allerdings der Wortsinn des zu vollziehenden Spruches nicht völlig eindeutig, so sind auch die Entscheidungsgründe zur Auslegung heranzuziehen. (T16)
  • 6 Ob 87/01i
    Entscheidungstext OGH 31.01.2002 6 Ob 87/01i
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 18/02x
    Entscheidungstext OGH 24.05.2002 3 Ob 18/02x
    Vgl auch; Beisatz: Besteht der Exekutionstitel in einer nach Spruch und Gründen getrennten Entscheidung, so ist bei der Erledigung des Exekutionsantrags für die Auslegung des Exekutionstitels allein der Spruch maßgebend. (T17)
  • 6 Ob 133/02f
    Entscheidungstext OGH 20.06.2002 6 Ob 133/02f
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 131/02x
    Entscheidungstext OGH 18.06.2002 4 Ob 131/02x
    Vgl auch
  • 1 Ob 35/02g
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 35/02g
    Beis wie T13; Beis wie T14
  • 9 Ob 59/03x
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 9 Ob 59/03x
    Beisatz: Dies kann jedoch nie dazu führen, dass dadurch die Entscheidung einen Inhalt bekommt, der mit der Formulierung des Spruchs geradezu im Widerspruch steht. (T18); Beisatz: Hier: Zuweisung von Schulden im ehelichen Aufteilungsverfahren. (T19)
  • 8 Ob 85/03p
    Entscheidungstext OGH 16.10.2003 8 Ob 85/03p
    Auch; Beis wie T9
  • 6 Ob 1/04x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2004 6 Ob 1/04x
  • 3 Ob 61/04y
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 3 Ob 61/04y
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 4 Ob 163/05g
    Entscheidungstext OGH 15.09.2005 4 Ob 163/05g
    Beis wie T5; Beis wie T10; Veröff: SZ 2005/131
  • 3 Ob 131/05v
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 3 Ob 131/05v
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 3 Ob 159/06p
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 159/06p
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 3 Ob 274/06z
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 3 Ob 274/06z
    Auch; Beis ähnlich wie T16
  • 4 Ob 120/08p
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 120/08p
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T18
  • 17 Ob 28/09f
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 17 Ob 28/09f
    Vgl
  • 4 Ob 19/10p
    Entscheidungstext OGH 11.03.2010 4 Ob 19/10p
    Vgl
  • 7 Ob 67/10v
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 7 Ob 67/10v
  • 5 Ob 264/09y
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 264/09y
  • 3 Ob 138/10f
    Entscheidungstext OGH 13.10.2010 3 Ob 138/10f
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T6; Beis wie T17
  • 3 Ob 149/10y
    Entscheidungstext OGH 13.10.2010 3 Ob 149/10y
  • 7 Ob 254/10v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2011 7 Ob 254/10v
  • 4 Ob 76/11x
    Entscheidungstext OGH 05.07.2011 4 Ob 76/11x
  • 3 Ob 220/11s
    Entscheidungstext OGH 18.01.2012 3 Ob 220/11s
    Beis wie T6
  • 4 Ob 22/12g
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 22/12g
    Auch
  • 2 Ob 215/10x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 2 Ob 215/10x
    Auch; Vgl Beis wie T5; Vgl Beis wie T16; Beisatz: Führt bei einem Exekutionstitel die Auslegung des Spruchs nach dem gewöhnlichen Wortsinn zu keinem Ergebnis, ist auch die der Entscheidung beigegebene Begründung heranzuziehen. (T20)
    Beisatz: Hier: Im Zusammenhang mit der Frage des Rechtsschutzbedürfnisses in einem Verbandsprozess. (T21)
    Veröff: SZ 2012/20
  • 4 Ob 216/11k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 216/11k
    Auch
  • 3 Ob 65/12y
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 3 Ob 65/12y
    Beis ähnlich wie T3
  • 4 Ob 20/13i
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 20/13i
    Auch
  • 2 Ob 180/12b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 180/12b
  • 3 Ob 156/13g
    Entscheidungstext OGH 19.02.2014 3 Ob 156/13g
    Auch
  • 3 Ob 53/14m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 53/14m
  • 4 Ob 127/14a
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 127/14a
    Beisatz: Hier: Unter „Mitarbeitern“ der Klägerin sind ‑ was nach dem Wortsinn gerade noch möglich ist ‑ auch Personen zu verstehen, die ohne Eingliederung in den Betrieb mit bestimmten Dienstleistungen beauftragt wurden. (T22)
  • 3 Ob 156/14h
    Entscheidungstext OGH 19.11.2014 3 Ob 156/14h
    Auch; Beis wie T16
  • 1 Ob 16/15g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2015 1 Ob 16/15g
    Vgl
  • 1 Ob 68/16f
    Entscheidungstext OGH 28.04.2016 1 Ob 68/16f
    Vgl
  • 4 Ob 97/16t
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 4 Ob 97/16t
    Beisatz: Hier: Auslegung des im Verbot genannten Begriffs „Dritte“. (T23)
  • 3 Ob 3/17p
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 3/17p
    Beis wie T6
  • 3 Ob 118/17z
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 118/17z
    Beis wie T6
  • 3 Ob 119/17x
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 119/17x
    Beis wie T6
  • 3 Ob 117/17b
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 117/17b
    Beis wie T6
  • 9 ObA 53/17k
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 53/17k
  • 4 Ob 180/17z
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 180/17z
    Auch; Beisatz: Zur Frage des Umfangs einer gemäß § 132 Abs 1 AußStrG vorweg erteilten pflegschaftsgerichtlichen Genehmigung. (T24)
  • 3 Ob 202/17b
    Entscheidungstext OGH 24.01.2018 3 Ob 202/17b
    Beisatz: Auslegungsbedürftigkeit zweier Titel iZm dem Exekutionsantrags‑Vorbringen. (T25)
  • 3 Ob 193/18f
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 3 Ob 193/18f
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T16; Beis wie T20
  • 18 OCg 4/19s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 18 OCg 4/19s
    Beisatz: Gilt auch für Schiedssprüche. (T26)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0000300

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19650902_OGH0002_0030OB00123_6500000_001

Rechtssatz für 7Ob139/75 1Ob256/98y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0001309

Geschäftszahl

7Ob139/75; 1Ob256/98y

Entscheidungsdatum

16.10.1975

Norm

EO §37 P

Rechtssatz

Ziel der Exszindierungsklage ist grundsätzlich die Unzulässigerklärung einer hinsichtlich bestimmter Vermögensstücke des Klägers geführten Exekution.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 139/75
    Entscheidungstext OGH 16.10.1975 7 Ob 139/75
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Auch; Beisatz: Über den dafür jeweils maßgeblichen Rechtsgrund und bloß als Vorfrage abgesprochen. (T1) Veröff: SZ 71/197

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0001309

Dokumentnummer

JJR_19751016_OGH0002_0070OB00139_7500000_001

Rechtssatz für 5Ob599/76 8Ob71/79 (8Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041175

Geschäftszahl

5Ob599/76; 8Ob71/79 (8Ob72/79); 8Ob18/84; 10Ob511/87; 10ObS297/89; 1Ob541/93; 1Ob545/95; 1Ob612/95; 5Ob2267/96k; 1Ob256/98y; 2Ob248/97b; 9Ob57/07h; 2Ob213/08z; 2Ob6/10m; 3Ob73/10x; 1Ob28/15x; 9Ob62/16g

Entscheidungsdatum

22.06.1976

Norm

ZPO §411 Ab
ZPO §411 Bf

Rechtssatz

Die Bindungswirkung der rechtskräftigen Vorentscheidung derart, dass die sachliche Verhandlung und Prüfung über das neue Klagebegehren ausgeschlossen wäre, beschränkt sich als Folge der Rechtskraft grundsätzlich auf die Parteien und den "Geltend gemachten Anspruch", über den im Urteil entschieden wurde.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 599/76
    Entscheidungstext OGH 22.06.1976 5 Ob 599/76
    Veröff: SZ 49/82
  • 8 Ob 71/79
    Entscheidungstext OGH 25.05.1979 8 Ob 71/79
    Vgl auch
  • 8 Ob 18/84
    Entscheidungstext OGH 07.06.1984 8 Ob 18/84
    Auch; Veröff: ZVR 1985/42 S 82
  • 10 Ob 511/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 10 Ob 511/87
  • 10 ObS 297/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 10 ObS 297/89
    Auch; Veröff: SSV - NF 3/145
  • 1 Ob 541/93
    Entscheidungstext OGH 20.04.1993 1 Ob 541/93
    Auch; Beisatz: Von der Rechtskraft nicht berührte Personen können in einem Folgeprozess Behauptungen, die mit dem Urteil des Vorprozesses in (selbst unlösbarem) Widerspruch stehen, nicht verwehrt sein. Diese subjektive - parteibezogenen - Grenzen der Rechtskraft müssen trotz der dadurch möglichen unterschiedlichsten Verfahrensergebnisse beachtet werden, um dem höher zu bewertenden, durch Art 6 Abs 1 MRK im Verfassungsrang anerkannten Grundrecht des rechtlichen Gehörs in gebotener Weise Rechnung zu tragen. (T1)
  • 1 Ob 545/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 545/95
    Auch
  • 1 Ob 612/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 612/95
    Vgl; verstärkter Senat; Beis wie T1; Veröff: SZ 68/195
  • 5 Ob 2267/96k
    Entscheidungstext OGH 08.10.1996 5 Ob 2267/96k
    Vgl auch
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Vgl auch; Beisatz: Die Wirkungen der subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft erfassen die Prozessparteien, deren Rechtsnachfolger und bestimmte andere Personen, auf die ein Gesetz die Entscheidungswirkungen erstreckt. Personen, die von der materiellen Rechtskraft einer Entscheidung nicht erfasst werden, sind schon aus rein prozessualen Gründen nicht daran gehindert, in einem Folgeprozess Behauptungen aufzustellen, die mit der Entscheidung des Vorverfahrens in (selbst unlösbarem) Widerspruch stehen. Die Wirkungen der materiellen Rechtskraft erstrecken sich somit - abgesehen von der besonderen Interventionswirkung und von spezifischen gesetzlichen Anordnungen - nur auf jene Personen, denen im Verfahren in der Rolle von Prozessparteien rechtliches Gehör gewährt wurde. (T2) Veröff: SZ 71/197
  • 2 Ob 248/97b
    Entscheidungstext OGH 02.09.1999 2 Ob 248/97b
    Vgl auch; Beis wie T2 nur: Die Wirkungen der subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft erfassen die Prozessparteien, deren Rechtsnachfolger und bestimmte andere Personen, auf die ein Gesetz die Entscheidungswirkungen erstreckt. (T3)
  • 9 Ob 57/07h
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 9 Ob 57/07h
    Vgl; Beisatz: Eine Bindungswirkung kann - unter Einbindung allfälliger Rechtsnachfolger - nur zwischen Personen entstehen, die an einem Verfahren beteiligt waren. (T4)
  • 2 Ob 213/08z
    Entscheidungstext OGH 20.05.2009 2 Ob 213/08z
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 6/10m
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 2 Ob 6/10m
    Vgl
  • 3 Ob 73/10x
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 73/10x
    Vgl auch
  • 1 Ob 28/15x
    Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 28/15x
  • 9 Ob 62/16g
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 Ob 62/16g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0041175

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19760622_OGH0002_0050OB00599_7600000_001

Rechtssatz für 1Ob632/79 3Ob31/83 3Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041357

Geschäftszahl

1Ob632/79; 3Ob31/83; 3Ob122/87; 3Ob90/89; 5Ob1085/92; 3Ob88/94; 3Ob90/95 (3Ob91/95); 3Ob519/94; 1Ob2123/96d; 1Ob200/97m; 3Ob339/97t; 2Ob141/98v; 1Ob256/98y; 3Ob182/99g; 4Ob288/99b; 3Ob150/98z; 4Ob154/00a; 10ObS11/01t; 4Ob72/01v; 6Ob87/01i; 6Ob133/02f; 10ObS176/02h; 1Ob35/02g; 9ObA1/03t; 8Ob85/03p; 4Ob252/03t; 6Ob157/04p; 11Bkd3/05; 4Ob151/07w; 7Ob159/07v; 2Ob71/07s; 1Ob219/07y; 7Ob140/09b; 17Ob28/09f; 4Ob19/10p; 7Ob254/10v; 2Ob167/10p; 7Ob214/10m; 2Ob180/12b; 3Ob167/13z; 9ObA171/13g; 8Ob40/14m; 6Ob205/14m; 7Ob112/15v; 1Ob28/15x; 7Ob102/15y; 10Ob33/16z; 1Ob47/17v; 8Ob26/17g; 3Ob138/17s; 7Ob86/18z; 6Ob165/18k

Entscheidungsdatum

13.06.1979

Norm

ZPO §411 Ca

Rechtssatz

Die Rechtskraftwirkung eines Urteils erstreckt sich grundsätzlich nur auf den Spruch. Nur soweit es für die Individualisierung des Anspruches und dessen Tragweite erforderlich ist, sind auch die Entscheidungsgründe heranzuziehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 632/79
    Entscheidungstext OGH 13.06.1979 1 Ob 632/79
    Veröff: RZ 1980/31 S 138
  • 3 Ob 31/83
    Entscheidungstext OGH 23.03.1983 3 Ob 31/83
  • 3 Ob 122/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 122/87
    nur: Die Rechtskraftwirkung eines Urteils erstreckt sich grundsätzlich nur auf den Spruch. (T1)
  • 3 Ob 90/89
    Entscheidungstext OGH 18.10.1989 3 Ob 90/89
    nur T1
  • 5 Ob 1085/92
    Entscheidungstext OGH 10.11.1992 5 Ob 1085/92
    Vgl auch; nur T1
  • 3 Ob 88/94
    Entscheidungstext OGH 30.11.1994 3 Ob 88/94
    Auch
  • 3 Ob 90/95
    Entscheidungstext OGH 31.08.1995 3 Ob 90/95
  • 3 Ob 519/94
    Entscheidungstext OGH 19.06.1996 3 Ob 519/94
  • 1 Ob 2123/96d
    Entscheidungstext OGH 08.04.1997 1 Ob 2123/96d
    Verstärkter Senat; Vgl; Veröff: SZ 70/60
  • 1 Ob 200/97m
    Entscheidungstext OGH 27.08.1997 1 Ob 200/97m
    Auch; Beisatz: Die materielle Rechtskraft muss sich innerhalb ihrer objektiven Grenzen jedenfalls soweit auf die Entscheidungsgründe erstrecken, als diese der Individualisierung des Urteilsspruchs dienen, weil sich nur dann der Umfang der Rechtskraft überhaupt erst bestimmen lässt. (T2)
  • 3 Ob 339/97t
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 3 Ob 339/97t
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 141/98v
    Entscheidungstext OGH 02.07.1998 2 Ob 141/98v
    Auch; Beisatz: Auf die Entscheidungsgründe und damit die Tatsachenfeststellungen erstreckt sich die materielle Rechtskraft (jedenfalls) so weit, als diese zur Individualisierung des Spruches der Entscheidung notwendig sind. (T3)
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 71/197
  • 3 Ob 182/99g
    Entscheidungstext OGH 28.06.1999 3 Ob 182/99g
    Auch; Beis wie T2
  • 4 Ob 288/99b
    Entscheidungstext OGH 23.11.1999 4 Ob 288/99b
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 72/186
  • 3 Ob 150/98z
    Entscheidungstext OGH 24.11.1999 3 Ob 150/98z
    Beis wie T2; Beisatz: Die Gründe der Entscheidung bleiben von der Bindungswirkung gewöhnlich ausgegrenzt. Das gilt gerade auch für jene Tatsachenfeststellungen, die sich auf den geltend gemachten rechtserzeugenden Sachverhalt (den Klagegrund) beziehen. Den Klagegrund definieren jedoch häufig auch Tatsachenbehauptungen zu Vorfragen, ohne deren Lösung eine Entscheidung über das Klagebegehren nicht möglich wäre. (T4)
  • 4 Ob 154/00a
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 4 Ob 154/00a
    Auch
  • 10 ObS 11/01t
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 10 ObS 11/01t
    Beis wie T4 nur: Die Gründe der Entscheidung bleiben von der Bindungswirkung gewöhnlich ausgegrenzt. Das gilt gerade auch für jene Tatsachenfeststellungen, die sich auf den geltend gemachten rechtserzeugenden Sachverhalt beziehen. (T5)
  • 4 Ob 72/01v
    Entscheidungstext OGH 03.04.2001 4 Ob 72/01v
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 87/01i
    Entscheidungstext OGH 31.01.2002 6 Ob 87/01i
  • 6 Ob 133/02f
    Entscheidungstext OGH 20.06.2002 6 Ob 133/02f
  • 10 ObS 176/02h
    Entscheidungstext OGH 18.06.2002 10 ObS 176/02h
    Vgl; nur T1; Beisatz: Eine Bindung bloß an die Entscheidungsgründe der Vorentscheidung, womit die Vorfrage der Erfüllung der Wartezeit behandelt wurde, besteht jedenfalls nicht. (T6)
  • 1 Ob 35/02g
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 35/02g
    Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 9 ObA 1/03t
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 9 ObA 1/03t
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Entscheidungselemente, wie die Tatsachenfeststellungen, sind für sich allein (isoliert) nicht rechtskraftfähig. (T7)
    Beisatz: Da Gegenstand des Vorprozesses die Frage war, ob die Kündigungen aus einem verpönten Motiv erfolgten, kommt daher den Tatsachenfeststellungen über die der Kündigung zugrunde liegenden Beweggründe der Beklagten bindende Wirkung zu, wobei sich diese Bindung wegen des untrennbaren Zusammenhangs nicht nur auf die Feststellungen über das Bestehen eines verpönten Motivs sondern auch auf jene über das Nichtbestehen des von der Beklagten behaupteten Motivs beziehen muss. (T8)
  • 8 Ob 85/03p
    Entscheidungstext OGH 16.10.2003 8 Ob 85/03p
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Insbesondere wenn der Umfang der Rechtskraftwirkung (Bindungswirkung) eines abweisenden Urteils festgestellt werden soll, sind die Entscheidungsgründe zur Auslegung und Individualisierung der rechtskräftigen Entscheidung heranzuziehen. (T9)
  • 4 Ob 252/03t
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 252/03t
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Maßgebend ist daher, ob die im Vorprozess getroffenen Feststellungen für das Ergebnis der dort gefällten Entscheidung notwendig waren oder ob auch bei Wegfall dieser Tatsachenannahmen das gleiche Prozessergebnis erzielt worden wäre. (T10)
  • 6 Ob 157/04p
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 157/04p
    Auch; Beis wie T9
  • 11 Bkd 3/05
    Entscheidungstext OGH 12.10.2005 11 Bkd 3/05
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 151/07w
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
    Beis wie T10
  • 7 Ob 159/07v
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 7 Ob 159/07v
    Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Da ein Rückgriffsanspruch einer Partei gegen den Nebenintervenienten nur in Frage kommt, wenn die Partei im Vorprozess verliert, ist die Bindungswirkung nur in diesem Fall relevant und auf die Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses beschränkt, die die Rechtsposition des Nebenintervenienten belasten. (T11)
    Veröff: SZ 2007/187
  • 2 Ob 71/07s
    Entscheidungstext OGH 27.03.2008 2 Ob 71/07s
    Auch; Beis wie T9
  • 1 Ob 219/07y
    Entscheidungstext OGH 06.05.2008 1 Ob 219/07y
    Auch
  • 7 Ob 140/09b
    Entscheidungstext OGH 02.09.2009 7 Ob 140/09b
  • 17 Ob 28/09f
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 17 Ob 28/09f
    Auch
  • 4 Ob 19/10p
    Entscheidungstext OGH 11.03.2010 4 Ob 19/10p
    Auch
  • 7 Ob 254/10v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2011 7 Ob 254/10v
    Auch
  • 2 Ob 167/10p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 167/10p
    Beis wie T3; Auch Beis wie T10; Beisatz: Nicht präjudizielle Feststellungen können keine Bindungswirkung entfalten. (T12)
  • 7 Ob 214/10m
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 214/10m
  • 2 Ob 180/12b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 180/12b
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 167/13z
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 3 Ob 167/13z
  • 9 ObA 171/13g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 9 ObA 171/13g
    Beis wie T6
  • 8 Ob 40/14m
    Entscheidungstext OGH 30.10.2014 8 Ob 40/14m
    Beis wie T3
  • 6 Ob 205/14m
    Entscheidungstext OGH 15.12.2014 6 Ob 205/14m
  • 7 Ob 112/15v
    Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 112/15v
  • 1 Ob 28/15x
    Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 28/15x
  • 7 Ob 102/15y
    Entscheidungstext OGH 16.03.2016 7 Ob 102/15y
    Auch; Veröff: SZ 2016/33
  • 10 Ob 33/16z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 10 Ob 33/16z
  • 1 Ob 47/17v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 47/17v
    Auch; Beisatz: Hier war das Bestehen einer konkludent zustande gekommenen Dienstbarkeitsvereinbarung zwischen den Parteien für den Vorprozess nur Vorfrage. Die Rechtskraft des Urteils im Vorprozess umfasste nicht die Feststellung, dass die von den dortigen Beklagten und nunmehrigen Klägern behauptete Servitut tatsächlich bestehe und muss daher diese Frage im nunmehr zu beurteilenden Rechtsstreit über die Einverleibung der behaupteten Grunddienstbarkeit (Rechtsgrund, Art und Umfang des Rechts) neu geprüft werden. (T13)
  • 8 Ob 26/17g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 8 Ob 26/17g
    Auch
  • 3 Ob 138/17s
    Entscheidungstext OGH 20.09.2017 3 Ob 138/17s
    Auch
  • 7 Ob 86/18z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 86/18z
    Auch; Beis wie T9
  • 6 Ob 165/18k
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 165/18k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0041357

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19790613_OGH0002_0010OB00632_7900000_002

Rechtssatz für 1Ob2123/96d 1Ob242/97p...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107338

Geschäftszahl

1Ob2123/96d; 1Ob242/97p; 6Ob324/97h; 1Ob380/97g; 6Ob336/97y; 1Ob256/98y; 2Ob209/98v; 1Ob257/98w; 4Ob83/99f; 4Ob47/99m; 7Ob277/98f; 7Ob203/98y; 2Ob332/99h; 9Ob76/00t; 2Ob108/00x; 8Ob2/00b; 4Ob313/00h; 4Ob72/01v; 1Ob292/00y; 6Ob195/01x; 5Ob214/01h; 7Ob30/02s; 7Ob43/02b; 1Ob145/02h; 7Ob251/02s; 3Ob313/01b; 2Ob188/03s; 4Ob252/03t; 1Ob298/03k; 8Ob58/04v; 10Ob144/05g; 7Ob148/06z; 10Ob79/05y; 7Ob109/07s; 4Ob111/07p; 4Ob211/07v; 7Ob159/07v; 1Ob50/08x; 6Ob170/08f; 8Ob92/08z; 4Ob192/08a; 9Ob25/08d (9Ob26/08a); 4Ob193/09z; 1Ob115/10h; 7Ob191/10d; 7Ob156/11h; 2Ob75/11k; 4Ob137/11t; 2Ob215/11y; 9ObA19/12b; 6Ob140/12z; 5Ob68/11b; 2Ob255/12g; 6Ob62/13f; 3Ob120/14i; 3Ob234/14d; 5Ob31/15t; 10Ob34/15w; 9Ob12/15b; 7Ob72/15m; 2Ob71/15b; 9ObA8/15i; 7Ob61/16w; 7Ob114/15p; 6Ob50/16w; 2Ob152/16s; 2Ob90/17z; 10Ob4/18p; 8Ob150/18v

Entscheidungsdatum

08.04.1997

Norm

ABGB §931
ZPO §20 I
ZPO §21
ZPO §411 Bb
DHG §3
DHG §4

Rechtssatz

Die Wirkungen eines materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteils erstrecken sich soweit auf den einfachen Nebenintervenienten und denjenigen, der sich am Verfahren trotz Streitverkündung nicht beteiligte, als diese Personen als Parteien eines als Regressprozess geführten Folgeprozesses keine rechtsvernichtenden oder rechtshemmenden Einreden erheben dürfen, die mit den notwendigen Elementen der Entscheidung des Vorprozesses in Widerspruch stehen. In diesem Rahmen sind sie daher an die ihre Rechtsposition belastenden Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses gebunden, sofern ihnen in jenem Verfahren soweit unbeschränktes rechtliches Gehör zustand. Das gilt jedoch nicht auch für denjenigen, der sich am Vorprozess nicht beteiligte, dem aber auch gar nicht der Streit verkündet worden war.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 2123/96d
    Entscheidungstext OGH 08.04.1997 1 Ob 2123/96d
    Verstärkter Senat; Veröff: SZ 70/60
  • 1 Ob 242/97p
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 242/97p
    Auch; Beisatz: Diese Interventionswirkung setzt keine Identität der Rechtsgründe, die einer Klagestattgebung im Vorprozess und im Regressprozess als Grundlage dienen können, voraus. Schadenersatz aufgrund einer rechtlichen - hier vertraglichen - Sonderbeziehung zwischen den Streitteilen scheidet als Rechtsgrund des Klageanspruchs im Regressprozess also nicht etwa deshalb aus, weil die Haftung der im Vorprozess beklagten und im Regressprozess klagenden Partei für das Klagebegehren jenes Verfahrens infolge eines verschuldensunabhängigen nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruchs bejaht wurde. (T1) Veröff: SZ 70/200
  • 6 Ob 324/97h
    Entscheidungstext OGH 24.11.1997 6 Ob 324/97h
    Veröff: SZ 70/241
  • 1 Ob 380/97g
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 1 Ob 380/97g
    Vgl auch
  • 6 Ob 336/97y
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 6 Ob 336/97y
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Beisatz: Die bloß faktische Kenntnis vom Gegenstand und Fortgang des Vorprozesses ändert daran nichts. (T2) Veröff: SZ 71/197
  • 2 Ob 209/98v
    Entscheidungstext OGH 03.12.1998 2 Ob 209/98v
    nur: Die Wirkungen eines materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteils erstrecken sich soweit auf den einfachen Nebenintervenienten und denjenigen, der sich am Verfahren trotz Streitverkündung nicht beteiligte, als diese Personen als Parteien eines als Regressprozess geführten Folgeprozesses keine rechtsvernichtenden oder rechtshemmenden Einreden erheben dürfen, die mit den notwendigen Elementen der Entscheidung des Vorprozesses in Widerspruch stehen. (T3)
  • 1 Ob 257/98w
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 257/98w
  • 4 Ob 83/99f
    Entscheidungstext OGH 13.04.1999 4 Ob 83/99f
    nur T3
  • 4 Ob 47/99m
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 4 Ob 47/99m
    Auch; nur T3; Veröff: SZ 72/52
  • 7 Ob 277/98f
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 7 Ob 277/98f
  • 7 Ob 203/98y
    Entscheidungstext OGH 14.07.1999 7 Ob 203/98y
    nur: Die Wirkungen eines materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteils erstrecken sich soweit auf den einfachen Nebenintervenienten und denjenigen, der sich am Verfahren trotz Streitverkündung nicht beteiligte, als diese Personen als Parteien eines als Regressprozess geführten Folgeprozesses keine rechtsvernichtenden oder rechtshemmenden Einreden erheben dürfen, die mit den notwendigen Elementen der Entscheidung des Vorprozesses in Widerspruch stehen. In diesem Rahmen sind sie daher an die ihre Rechtsposition belastenden Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses gebunden. (T4)
  • 2 Ob 332/99h
    Entscheidungstext OGH 23.12.1999 2 Ob 332/99h
    Vgl auch; nur T4
  • 9 Ob 76/00t
    Entscheidungstext OGH 26.04.2000 9 Ob 76/00t
    Vgl auch; Beisatz: Die Bindungswirkung des Urteils des Vorprozesses und die Bindung an belastende Tatsachenfeststellungen besteht hinsichtlich von Einwendungen, die schon im Vorprozess hätten erhoben werden können und die dort für die Entscheidung wesentlich gewesen wären. Dies gilt dann, wenn das Klagebegehren im Folgeprozess auf demselben Anspruch beruht. (T5)
  • 2 Ob 108/00x
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 2 Ob 108/00x
    Vgl auch
  • 8 Ob 2/00b
    Entscheidungstext OGH 07.09.2000 8 Ob 2/00b
    nur T3
  • 4 Ob 313/00h
    Entscheidungstext OGH 16.01.2001 4 Ob 313/00h
    Auch; Veröff: SZ 74/6
  • 4 Ob 72/01v
    Entscheidungstext OGH 03.04.2001 4 Ob 72/01v
    nur: Die Wirkungen eines materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteils erstrecken sich soweit auf den einfachen Nebenintervenienten und denjenigen, der sich am Verfahren trotz Streitverkündung nicht beteiligte, als diese Personen als Parteien eines als Regressprozess geführten Folgeprozesses keine rechtsvernichtenden oder rechtshemmenden Einreden erheben dürfen, die mit den notwendigen Elementen der Entscheidung des Vorprozesses in Widerspruch stehen. In diesem Rahmen sind sie daher an die ihre Rechtsposition belastenden Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses gebunden, sofern ihnen in jenem Verfahren soweit unbeschränktes rechtliches Gehör zustand. (T6)
  • 1 Ob 292/00y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 292/00y
    Auch; Beisatz: Die beigetretene Nebenintervenientin muss sich die Wirkungen des materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteile des Vorverfahrens einschließlich der diesen zugrunde liegenden Tatsachenfeststellungen gegen sich gelten lassen. (T7)
  • 6 Ob 195/01x
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 195/01x
    nur T6; Beisatz: Ein Zwischenstreit, ob die Streitverkündigung begründet oder aus einem anderen Grund nicht statthaft ist, findet nicht statt. Ob der, dem der Streit verkündet wurde, ein rechtliches Interesse für einen Beitritt als Nebenintervenient hat, ist erst nach erfolgtem Beitritt auf Grund eines Zurückweisungsantrages einer Prozesspartei zu beurteilen, nach der Entscheidung 1 Ob 66/99h unter Ablehnung von Vorjudikatur (SZ 45/141) allerdings auch von Amts wegen. Der von einem Prozess verständigte, aber noch nicht (unbedingt) beigetretene Dritte hat auf eine solche Vorprüfung keinen Rechtsanspruch. (T8)
  • 5 Ob 214/01h
    Entscheidungstext OGH 11.12.2001 5 Ob 214/01h
    Vgl auch; Beisatz: Ein Vergleich entfaltet insoweit keine Bindungswirkung für den Folgeprozess. (T9)
  • 7 Ob 30/02s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2002 7 Ob 30/02s
    nur T4
  • 7 Ob 43/02b
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 7 Ob 43/02b
    nur T4; Beisatz: Die Interventionswirkung erfasst nicht bloß Regressverhältnisse (im engeren Sinne) zwischen Solidarschuldnern, sondern auch sonstige materiellrechtliche Rechtsverhältnisse und Sonderrechtsbeziehungen. (T10)
  • 1 Ob 145/02h
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 145/02h
    Verstärkter Senat; Beisatz: Die Rechtsposition des Nebenintervenienten wird dadurch jener des streitgenössischen Nebenintervenienten - dem allerdings die verfahrensrechtliche Stellung einer Partei und damit ein eigenständiges Rechtsmittelrecht zukommt - ganz erheblich angenähert. (T11); Veröff: SZ 2002/168
  • 7 Ob 251/02s
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 7 Ob 251/02s
    Auch; Beis wie T7
  • 3 Ob 313/01b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 313/01b
    nur T6; Beis wie T1 nur: Diese Interventionswirkung setzt keine Identität der Rechtsgründe, die einer Klagestattgebung im Vorprozess und im Regressprozess als Grundlage dienen können, voraus. (T12)
  • 2 Ob 188/03s
    Entscheidungstext OGH 16.10.2003 2 Ob 188/03s
    Beisatz: Die Streitverkündung an den Vertreter reicht für eine Bindung des Vertretenen im Folgeprozess nicht aus. (T13)
  • 4 Ob 252/03t
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 252/03t
  • 1 Ob 298/03k
    Entscheidungstext OGH 23.11.2004 1 Ob 298/03k
    Beis wie T12; Beisatz: Es ist nur von Bedeutung, dass die als Klagegrund wesentlichen Tatsachen des Regressprozesses bereits notwendige Elemente des Urteils des Vorprozesses waren. (T14); Veröff: SZ 2004/163
  • 8 Ob 58/04v
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 8 Ob 58/04v
  • 10 Ob 144/05g
    Entscheidungstext OGH 25.04.2006 10 Ob 144/05g
    Beisatz: Diese Bindungswirkung besteht nur gegenüber demjenigen, der im Hauptprozess den Streit verkündet hat, nicht aber auch gegenüber dem am Hauptprozess beteiligten Prozessgegner. (T15)
  • 7 Ob 148/06z
    Entscheidungstext OGH 05.07.2006 7 Ob 148/06z
    Veröff: SZ 2006/100
  • 10 Ob 79/05y
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 10 Ob 79/05y
    Beisatz: Im Fall ihres Obsiegens steht einer Partei (und ihrem Nebenintervenienten) nämlich - von hier nicht in Betracht kommenden Ausnahmen abgesehen - mangels Beschwer kein Rechtsmittelrecht zu. Ein Rückgriffsanspruch einer Partei gegen den Nebenintervenienten kommt nur in Frage, wenn die Partei im Vorprozess verliert. Demgemäß ist die Bindungswirkung nur in diesem Fall relevant und auf die Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses beschränkt, die die Rechtsposition des Nebenintervenienten belasten. Eine Bindung an Tatsachenfeststellungen, die die Rechtsposition der Partei begünstigen und eine Klageabweisung tragen, besteht daher nicht. (T16)
  • 7 Ob 109/07s
    Entscheidungstext OGH 30.05.2007 7 Ob 109/07s
    Vgl; Beisatz: Hier: Bindung im Deckungsprozess an das im Haftpflichtprozess ergangene Urteil. (T17)
  • 4 Ob 111/07p
    Entscheidungstext OGH 07.08.2007 4 Ob 111/07p
    Vgl aber; nur T6; Beisatz: Es besteht jedoch keine Bindung an Feststellungen, die der Nebenintervenient wegen entsprechenden Vorbringens „seiner" Hauptpartei nicht bekämpfen konnte (vgl RS0122420). (T18)
  • 4 Ob 211/07v
    Entscheidungstext OGH 11.12.2007 4 Ob 211/07v
    Beisatz: Eine im Vorprozess ohne Notwendigkeit geäußerte Rechtsmeinung kann nach der dargestellten Rechtsprechung keinesfalls Bindungswirkung entfalten. (T19)
  • 7 Ob 159/07v
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 7 Ob 159/07v
    nur T6; Beis wie T10; Beis wie T16 nur: Ein Rückgriffsanspruch einer Partei gegen den Nebenintervenienten kommt nur in Frage, wenn die Partei im Vorprozess verliert. Demgemäß ist die Bindungswirkung nur in diesem Fall relevant und auf die Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses beschränkt, die die Rechtsposition des Nebenintervenienten belasten. (T20) Beisatz: Die Bindungswirkung eines Urteils erstreckt sich auch auf den Nebenintervenienten, der im Vorprozess auf Seiten der Partei beitrat, die ihm nicht den Streit verkündet hatte, wenn ihn diese Hauptpartei nun in Anspruch nimmt. (siehe RS0122987). (T21)
    Veröff: SZ 2007/187
  • 1 Ob 50/08x
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 50/08x
    nur T6
  • 6 Ob 170/08f
    Entscheidungstext OGH 01.10.2008 6 Ob 170/08f
    Vgl; Beisatz: Hier: Schiedsverfahren und Nebenintervention. Die §§ 577 ff ZPO enthalten keine Regelungen über die Nebenintervention. Die Streitverkündung im Schiedsverfahren ist grundsätzlich zulässig, eine Bindungswirkung ist zumindest jedoch dann abzulehnen, wenn der Streitverkündungsempfänger nicht auch Partei der Schiedsvereinbarung war. (T22)
    Beisatz: Ein Schiedsspruch kann ebenso wie ein gerichtliches Urteil als Tatsache Bestandteil eines eigenen materiellrechtlichen Tatbestands werden. Insofern äußert er ebenso wie das Urteil Tatbestands- beziehungsweise Reflexwirkung. (T23)
    Beisatz: Für die Tatbestandswirkung ist charakteristisch, dass es sich dabei um eine Wirkung des Urteils handelt, die eintritt, ohne vom Urteil intendiert, also angestrebt zu sein. Das Urteil hat eine rein materielle Wirkung in dem Sinne, dass die Existenz des Urteils eine Tatsache wie jede andere ist und daher zur Voraussetzung eines Tatbestands gemacht werden kann, bei dessen Verwirklichung bestimmte Rechtsfolgen eintreten. (T24)
  • 8 Ob 92/08z
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 8 Ob 92/08z
  • 4 Ob 192/08a
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 4 Ob 192/08a
    Auch; nur T6; Beis wie T5; Beisatz: Eine solche Bindungswirkung besteht grundsätzlich auch in Ansehung deutscher Urteile für inländische Folgeprozesse und ist in ihrer Reichweite nach deutschem Recht zu beurteilen. (T25)
  • 9 Ob 25/08d
    Entscheidungstext OGH 05.08.2009 9 Ob 25/08d
    nur T3; Beisatz: Die aus der materiellen Rechtskraft abgeleitete Bindungswirkung hat ihren Geltungsgrund letztlich darin, dass Verfahrensbeteiligte vor der Entscheidung als Prozesspartei rechtliches Gehör fanden und dadurch an der Stoffsammlung und Entscheidungsfindung mitwirkten oder durch die Streitverkündung rechtliches Gehör zumindest finden konnten. (T26)
    Beisatz: Hier: Streitverkündung erst im zweiten Rechtsgang. (T27)
  • 4 Ob 193/09z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 4 Ob 193/09z
    Vgl auch; Veröff: SZ 2009/167
  • 1 Ob 115/10h
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 115/10h
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 191/10d
    Entscheidungstext OGH 24.11.2010 7 Ob 191/10d
    Auch
  • 7 Ob 156/11h
    Entscheidungstext OGH 28.09.2011 7 Ob 156/11h
    Auch
  • 2 Ob 75/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 2 Ob 75/11k
    nur T4
  • 4 Ob 137/11t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 137/11t
    Vgl auch; Beis wie T18
  • 2 Ob 215/11y
    Entscheidungstext OGH 13.06.2012 2 Ob 215/11y
    Auch; nur T3
  • 9 ObA 19/12b
    Entscheidungstext OGH 20.06.2012 9 ObA 19/12b
    Auch; nur T3
  • 6 Ob 140/12z
    Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 140/12z
    Beisatz: Der Auffassung, dass eine Streitverkündung auch dann Bindungswirkung entfaltet, wenn der Beitritt des Nebenintervenienten zu Unrecht zurückgewiesen wird, ist der Vorzug zu geben. Diesen trifft daher die Obliegenheit, eine zu Unrecht erfolgte Zurückweisung seines Beitritts mit den zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln zu bekämpfen. Erst die rechtskräftige Zurückweisung der Nebenintervention nach ordnungsgemäßer Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ließe die Bindungswirkung entfallen. (T28)
  • 5 Ob 68/11b
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 68/11b
    Auch; teilweise abweichend Beis wie T1;
    teilweise abweichend Beis wie T12;
    Beisatz: Die Interventionswirkung der Streitverkündung erfasst nicht nur Regressansprüche, also solche, die durch das Rechtsverhältnis, das den Gegenstand des Vorprozesses bildete, bedingt sind, sondern auch materiell‑rechtliche Alternativverhältnisse, die einander gegenseitig ausschließend bedingen. Das ist dann der Fall, wenn die Feststellung eines Rechtsverhältnisses die eines anderen gleichwertigen Rechtsverhältnisses ausschließt, also im materiell‑rechtlichen Überschneidungsbereich solcher Rechtsverhältnisse die positiven Voraussetzungen des einen Rechtsverhältnisses gleichzeitig die negativen Voraussetzungen des anderen sind. (T29)
    Bem: Abweichend zu T1 und T12 nur hinsichtlich der Formulierung im RS, nicht jedoch hinsichtlich der Entscheidungen. (T30)
  • 2 Ob 255/12g
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 255/12g
  • 6 Ob 62/13f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 62/13f
    Beis wie T15; Beis wie T18; Beisatz: Wurde einer Partei des nunmehrigen Verfahrens im Vorverfahren von der damals beklagten Partei der Streit verkündet, trat sie jedoch auf Seiten der damaligen Klägerin bei, so besteht für eine Bindung dieser Partei an das Ergebnis des Vorverfahrens dann kein Raum, wenn sie zurecht auf Seiten der damaligen Klägerin als Nebenintervenient beitrat und deshalb im Vorverfahren weder eine Veranlassung noch eine Möglichkeit hatte, die Höhe der von ihrer Hauptpartei begehrten Schadenersatzforderung zu bestreiten (siehe RS0129019). (T31)
    Veröff: SZ 2013/88
  • 3 Ob 120/14i
    Entscheidungstext OGH 19.11.2014 3 Ob 120/14i
    Auch; Veröff: SZ 2014/107
  • 3 Ob 234/14d
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 234/14d
    Auch; nur T6
  • 5 Ob 31/15t
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 5 Ob 31/15t
    Vgl auch
  • 10 Ob 34/15w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2015 10 Ob 34/15w
    Vgl auch; Beis ähnlich T14
  • 9 Ob 12/15b
    Entscheidungstext OGH 28.05.2015 9 Ob 12/15b
    Auch; nur T6; Beis wie T10; Beis wie T15
  • 7 Ob 72/15m
    Entscheidungstext OGH 20.05.2015 7 Ob 72/15m
  • 2 Ob 71/15b
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 2 Ob 71/15b
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/55
  • 9 ObA 8/15i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 8/15i
    Beisatz: Dies gilt auch im Fall des Rückersatzes nach § 3 AHG. Hat sich das Organ im Amtshaftungsverfahren dem Rechtsträger als Nebenintervenient angeschlossen, ist es daher im Regressprozess (trotz § 5 AHG) an die den Amtshaftungsanspruch betreffenden Einwendungen gebunden, die es entweder bereits erfolglos oder gar nicht erhoben hat. (T32); Veröff: SZ 2016/25
  • 7 Ob 61/16w
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 61/16w
    Auch
  • 7 Ob 114/15p
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 7 Ob 114/15p
    Auch; nur T6; Beis wie T18
  • 6 Ob 50/16w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2016 6 Ob 50/16w
    Auch
  • 2 Ob 152/16s
    Entscheidungstext OGH 27.10.2016 2 Ob 152/16s
    Vgl; Veröff: SZ 2016/112
  • 2 Ob 90/17z
    Entscheidungstext OGH 16.05.2017 2 Ob 90/17z
    nur T6; Beis wie T18
  • 10 Ob 4/18p
    Entscheidungstext OGH 23.05.2018 10 Ob 4/18p
    Bemerkung: Zu den Inhaltsvoraussetzungen einer wirksamen Streitverkündigung siehe RS0132091. (T33); Veröff: SZ 2018/41
  • 8 Ob 150/18v
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 8 Ob 150/18v
    Beis wie T24; Beisatz: Urteile entfalten unter Umständen Tatbestandswirkung. Die Tatbestandwirkung eines Urteils - oder eines anderen der Rechtskraft und Vollstreckbarkeit teilhaften individuellen staatlichen Hoheitsakts - ist anzunehmen, wenn dieser Willensakt rechtliche Voraussetzung für andere privatrechtliche Ansprüche zwischen denselben oder anderen Parteien ist. (T34); Beisatz: Hier: Tatbestandswirkung des Urteils im Vorprozess, welches eine im Wohnungseintumsvertrag enthaltene Kostentragungsregel zugunsten des Vertragserrichters enthält. (T35)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107338

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.02.2020

Dokumentnummer

JJR_19970408_OGH0002_0010OB02123_96D0000_001

Rechtssatz für 1Ob2123/96d 1Ob256/98y...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107340

Geschäftszahl

1Ob2123/96d; 1Ob256/98y; 1Ob330/98f; 8ObA87/99y; 3Ob150/98z; 1Ob322/99f; 3Ob313/01b; 3Ob220/02b; 1Ob89/06d; 6Ob170/08f; 9Ob25/08d (9Ob26/08a); 1Ob235/16i; 3Ob7/19d

Entscheidungsdatum

08.04.1997

Norm

ZPO §411 Ba

Rechtssatz

Die subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft bestimmen den Personenkreis, auf den sich ihre Bindungswirkung und Einmaligkeitswirkung erstreckt, dagegen geben die objektiven Grenzen Auskunft über die Entscheidungswirkungen in sachlicher Hinsicht.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 2123/96d
    Entscheidungstext OGH 08.04.1997 1 Ob 2123/96d
    Verstärkter Senat; Veröff: SZ 70/60
  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Veröff: SZ 71/197
  • 1 Ob 330/98f
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 330/98f
    Auch; nur: Die subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft bestimmen den Personenkreis, auf den sich ihre Bindungswirkung und Einmaligkeitswirkung erstreckt. (T1); Beisatz: Personen, die von der materiellen Rechtskraft einer Entscheidung nicht erfasst werden, sind aus rein prozessualen Gründen nicht daran gehindert, in einem Folgeprozess Behauptungen aufzustellen, die mit der Entscheidung des Vorverfahrens in (selbst unlösbarem) Widerspruch stehen. Die aus der materiellen Rechtskraft abgeleitete Bindungswirkung hat ihren Geltungsgrund letztlich darin, dass Verfahrensbeteiligte vor der Entscheidung als Prozesspartei rechtliches Gehör fanden und dadurch an der Stoffsammlung und Entscheidungsfindung mitwirkten. (T2); Veröff: SZ 72/89
  • 8 ObA 87/99y
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 ObA 87/99y
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 3 Ob 150/98z
    Entscheidungstext OGH 24.11.1999 3 Ob 150/98z
    Ähnlich; Beisatz: Die objektiven Grenzen der Rechtskraft, die Auskunft über die Entscheidungswirkungen in sachlicher Hinsicht geben, werden somit gemäß § 411 ZPO auf den durch Klage oder Widerklage geltend gemachten "Anspruch" bezogen. (T3)
  • 1 Ob 322/99f
    Entscheidungstext OGH 28.03.2000 1 Ob 322/99f
    Auch; Beis wie T2 nur: Die aus der materiellen Rechtskraft abgeleitete Bindungswirkung hat ihren Geltungsgrund letztlich darin, dass Verfahrensbeteiligte vor der Entscheidung als Prozesspartei rechtliches Gehör fanden und dadurch an der Stoffsammlung und Entscheidungsfindung mitwirkten. (T4)
  • 3 Ob 313/01b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 3 Ob 313/01b
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 3 Ob 220/02b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 220/02b
    Vgl auch; Beisatz: Nach ihren subjektiven Grenzen erfassen die Wirkungen der materiellen Rechtskraft die Prozessparteien, deren Rechtsnachfolger und bestimmte andere Personen, auf die ein Gesetz die Entscheidungswirkungen erstreckt. (T5)
  • 1 Ob 89/06d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2006 1 Ob 89/06d
    Auch
  • 6 Ob 170/08f
    Entscheidungstext OGH 01.10.2008 6 Ob 170/08f
    Vgl; Beisatz: Hier: Schiedsverfahren und Nebenintervention. § 607 ZPO ordnet ebenso wie seine Vorgängerbestimmung § 594 Abs 1 ZPO idF vor dem SchiedsRÄG 2006 (BGBl I 7/2006) die Gleichstellung eines in der Sache abschließenden Schiedsspruchs mit einem gerichtlichen Urteil an. (T6); Beisatz: Die Streitverkündung im Schiedsverfahren ist grundsätzlich zulässig, eine Bindungswirkung ist zumindest jedoch dann abzulehnen, wenn der Streitverkündungsempfänger nicht auch Partei der Schiedsvereinbarung war. (T7); Beisatz: Ein Schiedsspruch kann ebenso wie ein gerichtliches Urteil als Tatsache Bestandteil eines eigenen materiellrechtlichen Tatbestands werden. Insofern äußert er ebenso wie das Urteil Tatbestands- beziehungsweise Reflexwirkung. (T8); Beisatz: Für die Tatbestandswirkung ist charakteristisch, dass es sich dabei um eine Wirkung des Urteils handelt, die eintritt, ohne vom Urteil intendiert, also angestrebt zu sein. Das Urteil hat eine rein materielle Wirkung in dem Sinne, dass die Existenz des Urteils eine Tatsache wie jede andere ist und daher zur Voraussetzung eines Tatbestands gemacht werden kann, bei dessen Verwirklichung bestimmte Rechtsfolgen eintreten. (T9)
  • 9 Ob 25/08d
    Entscheidungstext OGH 05.08.2009 9 Ob 25/08d
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 235/16i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 1 Ob 235/16i
    Vgl auch
  • 3 Ob 7/19d
    Entscheidungstext OGH 20.03.2019 3 Ob 7/19d
    Vgl; Beis wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107340

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19970408_OGH0002_0010OB02123_96D0000_003

Rechtssatz für 1Ob256/98y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111149

Geschäftszahl

1Ob256/98y

Entscheidungsdatum

24.11.1998

Norm

EO §37 Aa
ZPO §411 Aa

Rechtssatz

Die Bindungswirkung eines vom Sacheigentümer erwirkten materiell rechtskräftigen Herausgabeurteils erstreckt sich auf denjenigen, der in einer Exszindierungsklage gegen den Herausgabegläubiger behauptet, gerade die von jenem Urteil betroffenen Sachen als Einzelrechtsnachfolger des Herausgabeschuldners und (vermeintlichen) Voreigentümers erworben zu haben.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Veröff: SZ 71/197

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111149

Dokumentnummer

JJR_19981124_OGH0002_0010OB00256_98Y0000_001

Rechtssatz für 1Ob256/98y 1Ob109/00m 7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111150

Geschäftszahl

1Ob256/98y; 1Ob109/00m; 7Ob44/02z; 9ObA112/04t; 3Ob129/05z; 4Ob42/18g; 1Ob37/18z

Entscheidungsdatum

24.11.1998

Norm

ZPO §234
ZPO §411 Bc

Rechtssatz

Die Erstreckung der Wirkungen der materiellen Rechtskraft auf Einzelrechtsnachfolger ist eine Funktion des Rechtsübergangs an sich. Sie bedarf keines weiteren konstitutiven Akts. Soweit die Rechtskraft eines Urteils unmittelbar für und gegen die Rechtsnachfolger der Prozessparteien wirkt, ist damit auch die mangelnde Identität zwischen den Parteien und ihren Sukzessoren aufgehoben. Eine neue Klage des Rechtsnachfolgers beziehungsweise gegen diesen löst daher im Verhältnis zur anderen Partei des Vorprozesses auch die Bindungswirkung der materiellen Rechtskraft aus, soweit der Klagegrund beziehungsweise Einwendungsgrund innerhalb der objektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft liegt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Veröff: SZ 71/197
  • 1 Ob 109/00m
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 109/00m
    Auch; Beisatz: Hier: Erbe muss die Wirkungen der Rechtskraft der gegen die Verlassenschaft ergangenen Entscheidung sowie die sonstigen prozessualen Bindungen gegen sich gelten lassen. (T1)
  • 7 Ob 44/02z
    Entscheidungstext OGH 26.06.2002 7 Ob 44/02z
    Auch; nur: Die Erstreckung der Wirkungen der materiellen Rechtskraft auf Einzelrechtsnachfolger ist eine Funktion des Rechtsübergangs an sich. (T2)
  • 9 ObA 112/04t
    Entscheidungstext OGH 01.12.2004 9 ObA 112/04t
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 129/05z
    Entscheidungstext OGH 24.08.2005 3 Ob 129/05z
  • 4 Ob 42/18g
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 42/18g
    Vgl
  • 1 Ob 37/18z
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 37/18z
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111150

Im RIS seit

24.12.1998

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19981124_OGH0002_0010OB00256_98Y0000_002

Rechtssatz für 1Ob256/98y 3Ob129/05z 4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111151

Geschäftszahl

1Ob256/98y; 3Ob129/05z; 4Ob212/12y; 5Ob161/16m; 3Ob238/18y

Entscheidungsdatum

24.11.1998

Norm

ZPO §234
ZPO §411 Bc

Rechtssatz

Voraussetzung der Erstreckung der Rechtskraftwirkungen auf Einzelrechtsnachfolger ist, dass die Rechtsnachfolge nicht zugleich eine Anspruchsänderung bewirkte, also der Anspruch des Rechtsnachfolgers beziehungsweise gegen diesen mit jenem des beziehungsweise gegen diesen identisch blieb.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 256/98y
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 256/98y
    Veröff: SZ 71/197
  • 3 Ob 129/05z
    Entscheidungstext OGH 24.08.2005 3 Ob 129/05z
    Auch; Beisatz: Die „Sache" muss nach materiellem Recht die Eignung haben, auf den Erwerber überzugehen, es muss ihn also eine identische Verpflichtung wie den Veräußerer treffen oder ihm ein identischer Anspruch zustehen können, weil eine Rechtsnachfolge nur dann in Betracht kommt. (T1)
  • 4 Ob 212/12y
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 212/12y
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: In welcher Form ein Schadenersatzanspruch geltend zu machen ist, ob das Begehren auf Naturalrestitution, Feststellung der Haftung oder Wertersatz im Sinn des Differenzschadens erhoben wird, ist in diesem Zusammenhang ohne Belang. (T2)
  • 5 Ob 161/16m
    Entscheidungstext OGH 23.01.2017 5 Ob 161/16m
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 238/18y
    Entscheidungstext OGH 26.04.2019 3 Ob 238/18y
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111151

Im RIS seit

24.12.1998

Zuletzt aktualisiert am

26.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19981124_OGH0002_0010OB00256_98Y0000_003

Entscheidungstext 1Ob256/98y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ÖJZ-LSK 1999/73 = ÖJZ-LSK 1999/74 = SZ 71/197

Geschäftszahl

1Ob256/98y

Entscheidungsdatum

24.11.1998

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Schlosser als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schiemer, Dr. Gerstenecker, Dr. Rohrer und Dr. Zechner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Peter B*****, vertreten durch Mag. Dr. Markus Ch. Weinl, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei Republik Österreich, vertreten durch die Finanzprokuratur in Wien 1., Singerstraße 17-19, wegen 62.200,48 S infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgerichts vom 25. Mai 1998, GZ 14 R 17/98t-13, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichts St. Pölten vom 17. November 1997, GZ 1 Cg 89/97k-7, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 4.059,20 S bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu bezahlen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Eltern und Rechtsvorgänger des Klägers waren Miteigentümer einer Liegenschaft mit einem Haus in Bürs, in dem ein gastgewerblicher Betrieb geführt wird, der vom 1. März 1989 bis 28. Februar 1994 an eine Gesellschaft m.b.H. (GmbH) verpachtet war. Nach Beendigung dieses Bestandverhältnisses brachte die GmbH am 29. April 1994 gegen die Rechtsvorgänger des Klägers als (seinerzeitige) Verpächter eine Klage mit dem Begehren unter anderem auf Herausgabe folgender Gegenstände ein:

1 Theke U-förmig mit Abhänger und Flaschenregal samt Tischen und Bänken, 10 Barhocker, insgesamt 3 Gefrierschränke, 2 elektrische Luftreiniger, Hängelampen und 2 Straßenlampen im Lokal, 1 elektrischer Handtrockner, 1 Blausiegelautomat, 1 Seifenspender, 1 Nirosta-Tisch 2 m, 1 Nirosta-Schrank, 1 Einbauküche, diverse Gläser und Geschirr, Müllkübel und diverses Zubehör.

Die GmbH begründete ihr auf den Titel des Eigentums gestütztes Herausgabebegehren im einzelnen damit, sie dürfe die eingebrachten, ohne Schädigung der Substanz entfernbaren, teils vom Vorpächter, teils im Handel käuflich erworbenen und übergebenen Fahrnisse (laut Klagebegehren) wegnehmen. Die Verpächter, die deren Herausgabe verweigerten, hätten das Bestandobjekt „durch Austausch der Schlösser rechtswidrig versperrt“ und damit die „Räumung“ verhindert.

Die Verpächter, denen die Klage am 9. Mai 1994 zugestellt worden war, gestanden zu, die GmbH sei aufgrund des Pachtvertrags berechtigt, die eingebrachten und ohne Substanzschädigung des Bestandobjekts wegnehmbaren Fahrnisse nach Beendigung des Pachtverhältnisses zu entfernen. Die der GmbH gehörenden Sachen seien allerdings „bei Beendigung des Pachtverhältnisses am 28. 2. 1994 nicht mitgenommen“ worden. Deren Auflistung im Klagebegehren sei unrichtig. „Insbesondere ... die Tische und Bänke“ seien Eigentum der Verpächter. Weil die GmbH mehrmaligen Räumungsaufforderungen nicht entsprochen habe, habe sie ihr allfälliges Eigentum an Einrichtungsgegenständen „aufgegeben“. In diesem Sinn habe sie folgende Sachen zurückgelassen:

„Theke U-förmig mit Abhänger, 10 Barhocker, Hängelampen und 2 Straßenlampen im Lokal, 1 elektrischen Handtrockner, 1 Seifenspender, 1 Nirosta-Tisch 2 m.“

Diese Einrichtungsgegenstände seien „nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand sowie dadurch bewirkter längerer Betriebsunterbrechung“ wegnehmbar. Das Herausgabegehren sei deshalb schikanös. Bestimmte andere Sachen könnten nach Terminvereinbarung abgeholt werden. Die restlichen Fahrnisse laut Klagebegehren seien nicht vorhanden. Die Verpächter seien ferner nicht mehr passiv legitimiert, weil sie die maßgebliche Liegenschaft inzwischen ihrem Sohn „verkauft“ hätten und dieser in den ehemaligen Bestandräumen nach Durchführung der erforderlichen Instandsetzungsarbeiten wieder eine Gastwirtschaft betreibe.

Das Erstgericht im Anlaßverfahren stellte fest:

Nicht feststellbar ist, ob die GmbH von den Verpächtern Inventargegenstände übernahm. Vor der GmbH als Pächterin bestand zehn Jahre ein Pachtverhältnis mit einem anderen Gastwirt. Dieser hatte unter anderem den Einbau einer U-förmigen Theke mit Abhänger und Flaschenregal finanziert, alle „elektrischen Geräte, Gefrierschränke, Lampen etc gekauft und im Lokal angebracht“. Weiters hatte er Tische und Bänke aufgestellt und mit dem Boden verschraubt. Möglich ist, daß dafür Einrichtungsgegenstände verwendet wurden, die sich schon vorher im Gastlokal befunden hatten. Die GmbH erwarb vom Vorpächter um 450.000 S inklusive Umsatzsteuer unter anderem folgende, im Bestandobjekt zurückgelassene Sachen:

1 Theke U-förmig mit Abhänger und Flaschenregal samt den verankerten Tischen und Bänken, 10 Barhocker, 3 Gefrierschränke, 1 elektrischen Luftreiniger, die Hängelampen und 2 Straßenleuchten, 1 elektrischen „Haartrockner“ (richtig wohl: Handtrockner), 1 Blausiegelautomat, 1 Seifenspender, 1 Nirosta-Tisch 2 m, 1 Nirosta-Schrank, die „vorhandenen Möbel der Einbauküche“, diverse Gläser und Geschirr, 1 Müllkübel mit Zubehör und weitere Elektrogeräte.

Im Handel kaufte die GmbH im Oktober 1992 15 Barhocker ohne Lehne um 9.000 S. Während des Pachtverhältnisses erwarb sie ferner einen weiteren elektrischen Luftreiniger.

Die GmbH entfernte aus den Bestandräumen am 7. und 8. März 1994 „insbesondere Flaschen, Gläser, Geschirr etc“. Daß ihr gehörende Gläser und Geschirr sowie ein Müllkübel samt Zubehör im Lokal zurückgelassen worden wären, ist nicht feststellbar. Weil ein präsumptiver Nachpächter, der mit dem Geschäftsführer der GmbH verhandelt hatte, aber von den Verpächtern später nicht als Vertragspartner akzeptiert wurde, bereit gewesen wäre, einen Teil des Inventars zu erwerben, wurden in den Bestandräumen folgende Sachen zurückgelassen:

1 Theke U-förmig mit Abhänger und Flaschenregal, die verankerten Tische und Bänke, 10 Barhocker, 3 Gefrierschränke, 2 elektrische Luftreiniger, die Hängelampen und 2 Straßenleuchten, 1 elektrischer Handtrockner, 1 Blausiegelautomat, 1 Seifenspender, 1 Nirosta-Tisch 2 m, 1 Nirosta-Schrank sowie die „Einbauküche“.

Die GmbH entsprach wiederholten Aufforderungen der Verpächter im März 1994 zur Räumung des Bestandobjekts innerhalb weniger Tage nicht. Als deren Geschäftsführer schließlich die Räumung der zuvor bezeichneten Gegenstände veranlassen wollte, konnte er das Lokal infolge seither ausgewechselter Schlösser nicht mehr betreten. Die Verpächter hatten „das Gebäude mit dem gegenständlichen Gastlokal“ im April 1994 ihrem Sohn übertragen. Der Übergabsvertrag war jedoch bei Schluß der mündlichen Verhandlung am 22. Juni 1994 noch nicht verbüchert. Der Sohn betreibt im ehemaligen Bestandobjekt wiederum eine Gastwirtschaft und stellte die 3 „Kühlschränke“, die 2 elektrischen Luftreiniger, den „Nirosta-Schrank“ sowie die „Einbauküche“ vor das Lokal zur Abholung durch Beauftragte der GmbH. Zum „Blausiegelautomat“ erklärten die Verpächter und deren Sohn ihre Herausgabebereitschaft nach Terminvereinbarung. Dagegen verwendet der Sohn die U-förmige Theke, die Barhocker, die Hängelampen und Straßenleuchten, den elektrischen Handtrockner, den Seifenspender, den Nirosta-Tisch 2 m und die verankerten Tische und Bänke in seinem Betrieb weiter. Für die Reinigung von Holzteilen bezahlte er 10.080 S.

Das Erstgericht wies das Herausgabebegehren ab. Es verneinte die Passivlegitimation der Verpächter, befänden sich doch die von der GmbH beanspruchten Sachen nach ihrer Übergabe an den Sohn der Verpächter nicht mehr in deren Gewahrsame. Die GmbH habe jedoch ihr Eigentumsrecht durch die „Nichtabholung der Gegenstände“ nicht aufgegeben. Obgleich die Verpächter bloß behauptet hätten, Eigentümer der streitverfangenen Sachen zu sein, sei darin die Geltendmachung des gesetzlichen Bestandgeberpfandrechts gemäß § 1101 ABGB als Minus enthalten, weil sie auch rechtserzeugende Tatsachen für ein solches Pfandrecht an eingebrachten Sachen der GmbH vorgebracht hätten. Demnach hätte dem Herausgabebegehren selbst dann kein Erfolg beschieden sein können, wenn es nicht schon aus dem einleitend dargestellten Grund abzuweisen gewesen wäre.

Mangels Anfechtung durch die GmbH erwuchs die Abweisung des Herausgabebegehrens in Ansehung einzelner der streitverfangenen Gegenstände in Rechtskraft. Das Berufungsgericht im Anlaßverfahren bestätigte zwar die Abweisung des Anspruchs auf „Herausgabe von Bänken (zur U-förmigen Theke gehörig)“, gab jedoch dem Herausgabebegehren im übrigen Umfang statt und verurteilte die Verpächter zur Herausgabe einer Theke U-förmig mit Abhänger und Flaschenregal samt Tischen, von 10 Barhockern, der Hängelampen, von 2 Straßenleuchten im Lokal, eines elektrischen Handtrockners, eines Seifenspenders und eines Nirosta-Tisches 2 m.

Nach Ansicht des Gerichts zweiter Instanz läßt ein kurzfristiger Verzug mit dem Abholen von eigenen Sachen noch nicht auf den Dereliktionswillen des Sacheigentümers schließen. Die Verpächter hätten sich durch die Übergabe des (ehemaligen) Pachtobjekts an ihren Sohn und wegen der „Preisgabe der Gewahrsame“ an den streitverfangenen Fahrnissen nicht ihrer vertraglichen Herausgabepflicht entledigen können. Daher stehe die nunmehrige Sachgewahrsame ihres Sohns einem Erfolg des Herausgabebegehrens nicht entgegen. Die allfällige Unmöglichkeit der Leistung deshalb, weil sie ihren Sohn nicht zur Sachherausgabe bewegen könnten, hätten die Verpächter nicht einmal behauptet. Sie hätten auch ein gesetzliches Pfandrecht an eingebrachten Sachen nicht geltend gemacht. Es sei „ein Unterschied, ob ein Herausgabeanspruch unter Berufung auf das Eigentum als das stärkste dingliche Recht an einer Sache oder unter Berufung auf ein dingliches Recht an fremder Sache abgewehrt“ werde. Da die Verpächter die Klageabweisung in diesem Punkt nur aus dem Rechtsgrund ihres Eigentums angestrebt hätten, habe das Herausgabebegehren nicht wegen eines allfälligen gesetzlichen Pfandrechts an eingebrachten Sachen des Bestandnehmers abgewiesen werden dürfen. Werde ein Herausgabebehren - wie hier - auf den Titel des Eigentums gestützt, sei darin auch keine schikanöse Rechtsausübung zu erblicken.

Aufgrund dieses Urteils bewilligte das Bezirksgericht Bludenz der GmbH als betreibender Partei am 17. März 1995 die Herausgabeexekution wider die Verpächter als Verpflichtete. Daraufhin brachte deren Sohn gegen die betreibende Partei am 5. Juli 1995 eine Exszindierungsklage ein, mit der er behauptete, die Verpflichteten seien nicht mehr Eigentümer „der betreffenden Gegenstände“, hätten sie ihm doch ihre Liegenschaft „mit Leibrentenvertrag vom 6. Mai 1994 mit sämtlichem rechtlichen und physischen Zubehör“ verkauft und übergeben. Die Exekution scheitere daher an seinem Eigentumsrecht und müsse deshalb „ins Leere gehen“. Bereits seine Eltern seien Sacheigentümer gewesen, „weil die betreffenden Gegenstände als unselbständige Bestandteile gemäß § 294 ABGB“ im Zeitpunkt ihrer „Verbindung“ in deren Eigentum übergegangen und in eine „Gesamtsache integriert“ seien. Sie seien jedenfalls „Zubehör des Gasthauses“. Deren „Absonderung“ sei deshalb „unwirtschaftlich, weil hiebei eine über den Wert der abgesonderten Bestandteile hinausgehende Entwertung der Hauptsache“ einträte. Die „Entfernungskosten“ beliefen sich auf 25 - 50 % des Werts der eingebauten Sachen. Die Rechte seiner Eltern „aus dem Bestandgeberpfandrecht gemäß § 1101 ABGB“ seien auf ihn „übergegangen“. Die Wegnahme der maßgeblichen Einrichtungsgegenstände hinterließe Bohrlöcher und bewirkte eine längere „Betriebsunterbrechung“. Deshalb sei die Herausgabeexekution auch schikanös. Die Ergebnisse des Titelprozesses seien für den Exszindierungsstreit nicht präjudiziell.

Die betreibende Partei wendete ein, der Exszindierungskläger könne nicht Sacheigentümer geworden sein, weil auch seine Rechtsvorgänger keine solche Rechtsposition innegehabt hätten. Daß diese nicht Eigentümer der streitverfangenen Sachen gewesen seien, stehe aufgrund der rechtskräftigen Entscheidung im Titelprozeß fest. Die Fahrnisse könnten „ohne Verletzung der Substanz der Hauptsache“ entfernt werden. Eine solche Wegnahme sei auch nicht unwirtschaftlich.

Das Erstgericht wies die Exszindierungsklage ab. Es stellte unter anderem fest:

Die Verpflichteten übergaben ihre Liegenschaft samt Gastlokal aufgrund eines Leibrentenvertrags am 6. Mai 1994 ihrem Sohn. Dieser Vertrag wurde am 25. Juli 1994 verbüchert. Der Exszindierungskläger wußte über den Titelprozeß aber schon vorher Bescheid. Ihm wurde jedoch nicht der Streit verkündet. Er trat jenem Verfahren nicht als Nebenintervenient bei. Eine „Trennung“ der im Gasthaus des Exszindierungsklägers weiterverwendeten Sachen der betreibenden Partei „ist nicht möglich“. Sie befanden sich bereits vor der Entscheidung im Titelprozeß in der Gewahrsame des Exszindierungsklägers.

Nach Ansicht des Erstgerichts sind die „Feststellungen und rechtlichen Beurteilungen“ im Titelprozeß für den Exszindierungsstreit „präjudiziell“, erstrecke sich doch die Rechtskraft eines Urteils auch „auf die Rechtsnachfolger“. Auf „das Eigentumsrecht und andere allfällige dingliche Rechte des Klägers an den streitgegenständlichen Sachen und ... eine daran anknüpfende Aussonderung dieser Sachen“ sei allein wegen dessen Sachgewahrsame nicht näher einzugehen. Die Exekution müsse ins Leere gehen, weil sie die betreibende Partei nicht gemäß § 9 EO gegen den Exszindierungskläger als Rechtsnachfolger der Verpächter beantragt habe und daher § 347 EO anzuwenden sei. Damit entbehre aber der Exszindierungskläger eines Rechtsschutzinteresses, weil er als Dritter im Exekutionsverfahren ohnehin nicht zur Sachherausgabe gezwungen werden könne.

Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung. Es sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstands 50.000 S nicht übersteige und die Revision jedenfalls unzulässig sei. Es erwog in rechtlicher Hinsicht, es liege „ein Sonderfall der Präjudizialität kraft Bindungswirkung“ vor, wenn ein „späteres Rechtsfolgebegehren mit einem früheren rechtskräftig entschiedenen deshalb unvereinbar“ sei, weil „durch die Vorentscheidung die anspruchsbegründenden Voraussetzungen für das neue Begehren verneint“ worden seien. Dafür müsse „ein im Gesetz begründeter Sachzusammenhang zwischen beiden Begehren“ bestehen, der „so eng“ sei, daß „die Gebote der Rechtssicherheit und der Entscheidungsharmonie eine widersprechende Beantwortung derselben, in beiden Fällen entscheidenden Rechtsfrage nicht“ gestatteten. Voraussetzung eines solchen Sonderfalls sei aber - unabhängig von der Verteilung der Parteirollen - die Parteienidentität in beiden Verfahren. Der Exszindierungskläger gehe selbst davon aus, in der „zu beurteilenden Rechtsbeziehung Rechtsnachfolger“ der Beklagten des Titelprozesses zu sein. Als solcher werde er aber von den Wirkungen der materiellen Rechtskraft des Urteils im Titelprozeß erfaßt. Damit sei das „Erfordernis der Parteienidentität“ erfüllt. Der zweigliedrige Streitgegenstandsbegriff werde „durch die Einbeziehung des sog. Lebenssachverhalts erweitert“. Sachverhaltsergänzende Tatsachen könnten am Klagegrund dann nichts ändern, wenn sie „nach der Verkehrsauffassung“ zu einem „einheitlichen Lebenssachverhalt“ gehörten. Die Parteien seien im Zivilprozeß verpflichtet, alle „rechtserheblichen Umstände wahrheitsgemäß, vollständig und bestimmt anzugeben“. Die Verpflichteten hätten ihr Eigentumsrecht an den im Titelprozeß streitverfangenen Sachen nur auf deren angebliche Dereliktion durch die betreibende Partei gestützt. Deren Herausgabeanspruch sei jedoch bejaht und damit das Eigentum der Verpflichteten daran zwingend verneint worden. Der Exszindierungskläger habe daher die Behauptung der Unzulässigkeit der Exekution insofern nicht mit Erfolg auf neue Tatsachen zur Eigentümerstellung seiner Rechtsvorgänger stützen können, weil er und seine Rechtsvorgänger im Exszindierungs- und im Titelprozeß aufgrund desselben Lebenssachverhalts dasselbe Rechtsschutzziel - die Abwehr eines Herausgabeanspruchs - verfolgt hätten. Demnach sei die Eigentumsfrage im Folgeprozeß nicht anders als im Vorprozeß zu beantworten. Der Exszindierungskläger habe auch nicht durch Verarbeitung Eigentum an den herauszugebenden Sachen erworben. Deren bloße Reinigung und Instandsetzung sei keine Verarbeitung. Schon deshalb habe das Erstgericht das Klagebegehren zutreffend abgewiesen, sodaß auf den im Ersturteil herangezogenen „Abweisungsgrund des mangelnden Rechtsschutzbedürfnisses“ nicht mehr einzugehen sei.

Der Amtshaftungskläger begehrte den Zuspruch von 62.200,48 S sA und brachte vor, seiner Exszindierungsklage wäre stattzugeben gewesen, weil er „sein Eigentumsrecht zusätzlich auf weitere Gründe gestützt“ habe, „insbesondere darauf, daß die betreffenden Sachen unselbständige Bestandteile des Gebäudes geworden“ seien. Die Meinung, die Ergebnisse des Titelprozesses seien im Exszindierungsprozeß bindend gewesen, beruhe auf einer unvertretbaren Rechtsansicht, weil es an der Parteienidentität gefehlt habe. Soweit sich das Berufungsgericht im Exszindierungsprozeß darauf gestützt habe, schon die Verpächter hätten im Titelprozeß ein vollständiges und wahrheitsgemäßes Prozeßvorbringen zu erstatten gehabt, habe es damit in ebenfalls unvertretbarer Weise eine im Verfahrensrecht nicht angeordnete Eventualmaxime konstruiert. Er habe dadurch einen Schaden in Höhe des Klageanspruchs erlitten. Der Wert der Gegenstände, auf die sich die Herausgabeexekution bezogen habe, betrage 20.000 S. Der beklagten Partei des Exszindierungsverfahrens seien 17.885,76 S an Prozeßkosten zuerkannt worden. An eigenen Vertretungskosten habe er 24.324,72 S bezahlt.

Die beklagte Partei wendete ein, die Wirkungen der materiellen Rechtskraft der Entscheidung im Titelprozeß erstreckten sich auf den Kläger als Käufer einer streitverfangenen Sache. Als solcher hätte er sich als streitgenössischer Nebenintervenient am Titelprozeß beteiligen können und damit rechtliches Gehör gefunden. Im Titelprozeß seien die Verpächter zur Sachherausgabe unter Verneinung deren Eigentumsrechts verurteilt worden. Daran seien die Gerichte im Exszindierungsprozeß gebunden gewesen. Das Berufungsgericht habe daher in jenem Verfahren „eine durchaus vertretbare und richtige Rechtsansicht“ vertreten.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab, weil der Entscheidung des Berufungsgericht im Exszindierungsprozeß keine unvertretbare Rechtsansicht zugrundeliege. Der Kläger habe dort selbst vorgebracht, als Rechtsnachfolger der Verpflichteten Eigentümer jener Sachen, auf die sich die Herausgabeexekution bezogen habe, geworden zu sein. Seien aber die Verpflichteten nicht Eigentümer gewesen, habe auch der Kläger nicht Eigentum als deren Rechtsnachfolger erwerben können. Die Rechtskraftwirkung der Entscheidung im Titelprozeß erstrecke sich auch auf Einzelrechtsnachfolger der Streitteile.

Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung und ließ die ordentliche Revision zu. Nach seiner Ansicht gehen „auf den Erwerber einer streitverfangenen Sache die in diesem Rechtsstreit festgestellten Verpflichtungen seines Rechtsvorgängers“ über. Das sei streitentscheidend. Dem stehe Art 6 EMRK nicht entgegen. Das Urteil in einem Vorprozeß sei in einem Folgeprozeß inhaltlich auch dann bindend, „wenn die Parteien und der rechtserzeugende Sachverhalt“ identisch seien. Diese Wirkungen erstreckten sich auch auf den einfachen Nebenintervenienten. Dem Amtshaftungskläger sei zwar im Titelprozeß nicht der Streit verkündet worden, die Verpächter hätten ihm jedoch die Verhandlungen mit der GmbH überlassen und er sei auch als Zeuge vernommen worden. Ihm sei daher „sowohl die Tatsache des Verfahrens als auch der dortige Prozeßgegenstand und Standpunkt der Parteien bekannt“ gewesen, weshalb „eine formelle Streitverkündung“ unberbleiben habe können. Demnach binde den Amtshaftungskläger die Entscheidung im Titelprozeß, weil er sich an diesem Verfahren als Nebenintervenient hätte beteiligen können. Jene weiteren Tatsachen, auf die er seine Exszindierungsklage gestützt habe, würden durch die „Präklusionswirkung“ der Entscheidung im Titelprozeß erfaßt, weil er nur einen von den Verpflichteten als Voreigentümer abgeleiteten Eigentumserwerb behauptet habe. Daraus folge aber „die Richtigkeit bzw jedenfalls die Vertretbarkeit“ der Rechtsansicht des Berufungsgerichts im Exszindierungsprozeß. Ob die Gerichte die Eigentumsfrage im Titelprozeß zureichend geprüft hätten, sei nicht von Belang, weil der Amtshaftungsanspruch nicht daraus, sondern aus dem Ergebnis des Exszindierungsverfahrens abgeleitet werde. Doch sei auch klar, daß bloß angeschraubte Sachen „ohne Substanzverlust losgeschraubt und abtransportiert werden“ könnten. Die Revision sei zulässig, weil es an einer Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs dazu fehle, „ob bei Prozeßkenntnis eine Rechtskraft- bzw Bindungswirkung einer Entscheidung auf den Einzelrechtsnachfolger auch dann“ eintrete, wenn ihm nicht der Streit verkündet worden sei.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig; sie ist jedoch nicht berechtigt.

Der Kläger macht zunächst geltend, das Berufungsverfahren sei mangelhaft geblieben. Die behaupteten Verfahrensmängel liegen nicht vor. Diese Beurteilung bedarf gemäß § 510 Abs 3 ZPO keiner weiteren Begründung.

Der erkennende Senat sprach als verstärkter Senat in der Entscheidung 1 Ob 2123/96d (= SZ 70/60) aus, daß sich die Wirkungen eines materiell rechtskräftigen zivilgerichtlichen Urteils sich soweit auf den einfachen Nebenintervenienten und denjenigen, der sich am Verfahren trotz Streitverkündung nicht beteiligte, erstrecken, als diese Personen als Parteien eines als Regreßprozeß geführten Folgeprozesses keine rechtsvernichtenden oder rechtshemmenden Einreden erheben dürfen, die mit den notwendigen Elementen der Entscheidung des Vorprozesses in Widerspruch stehen. In diesem Rahmen sind solche Personen daher an die ihre Rechtsposition belastenden Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses gebunden, sofern ihnen in diesem Verfahren soweit unbeschränktes rechtliches Gehör zustand. Das gilt jedoch nicht auch für denjenigen, der sich am Vorprozeß nicht beteiligte, dem aber auch gar nicht der Streit verkündet worden war.

Dem Amtshaftungskläger wurde im Herausgabeprozeß nicht der Streit verkündet. Er trat diesem Verfahren auch nicht aus eigenem Antrieb als Nebenintervenient bei. Schon daraus folgt, daß die das Ergebnis des Herausgabeprozesses tragenden Entscheidungselemente im Exszindierungsprozeß nicht die in der Entscheidung 1 Ob 2123/96d näher begründete Interventionswirkung entfalten konnten, woran die bloß faktische Kenntnis des Exszindierungsklägers vom Gegenstand und Fortgang des Herausgabeprozesses nichts ändert. Der Eintritt einer Interventionswirkung als Institut des Verfahrensrechts setzt demnach jedenfalls eine jener Prozeßhandlungen voraus, die den Erörterungen in der Entscheidung 1 Ob 2123/96d zugrundeliegen. Damit ist aber für den Kläger nichts gewonnen:

Nach Ansicht des Rechtsmittelwerbers hätte er im Exszindierungsprozeß obsiegen müssen, weil er als Rechtsnachfolger der Verpflichteten Eigentümer jener Sachen geworden sei, die von den Verpflichteten aufgrund der rechtskräftigen Entscheidung im Vorprozeß herauszugeben sind. Sein Eigentumsrecht beruhe darauf, daß diese Sachen entweder schon vor Begründung des Pachtverhältnisses den Verpächtern gehört hätten oder nach den Bestimmungen des Pachtvertrags im Zeitpunkt der Beendigung des Bestandverhältnisses auf sie als Eigentümer übergegangen - ein solches Vorbringen wurde im Eszindierungsprozeß nicht erstattet - oder zumindest „unselbständige Bestandteile des Gebäudes“ seien. Der Kläger will damit einen von den Verpächtern als Voreigentümer abgeleiteten Eigentumserwerb an Sachen darlegen, zu deren Herausgabe an den wahren Eigentümer die Verpächter rechtskräftig verurteilt wurden: dabei liegt den beiden ersteren Argumenten offenkundig die Qualifikation der exekutionsunterworfenen Gegenstände als bewegliche Sachen zugrunde.

Die Bindungsfrage behandeln Rechtsprechung und Schrifttum unter verschiedenen rechtlichen Gesichtspunkten. Im Vordergrund steht dabei die Erörterung der Rechtswirkungen einer zivilgerichtlichen Entscheidung aufgrund der subjektiven und objektiven Grenzen deren materiellen Rechtskraft. Dabei bestimmen die subjektiven Grenzen den Personenkreis, auf den sich die Einmaligkeits- und Bindungswirkung der materiellen Rechtskraft erstreckt, wogegen die objektiven Grenzen über die Entscheidungswirkungen in sachlicher Hinsicht Auskunft geben. Nach der bisher herrschenden Ansicht wird die Bindungswirkung, soweit sie sich als Funktion der objektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft darstellt, im Kern auf den Spruch der Entscheidung beschränkt. Deren Gründe bleiben von der Bindungswirkung gewöhnlich ausgegrenzt. Das gilt gerade auch für jene Tatsachenfeststellungen, die sich auf den geltend gemachten rechtserzeugenden Sachverhalt (den Klagegrund) beziehen. Die Verfahrenspraxis belegt jedoch gerade unter Beachtung der Theorie vom zweigliedrigen Streitgegenstand - dem Tatsachenvorbringen als dem rechtserzeugenden Sachverhalt (dem Klagegrund) in Verbindung mit dem daraus abgeleiteten Klagebegehren -, daß der Gegenstand einer Entscheidung durch deren Spruch allein nur selten individualisiert werden kann. Dessen Auslegung erfordert daher in vielen Fällen die Heranziehung der ihn tragenden Gründe. Innerhalb ihrer objektiven Grenzen muß sich somit die materielle Rechtskraft jedenfalls soweit auch auf die Entscheidungsgründe erstrecken, als diese zur Individualisierung des Urteilsspruchs notwendig sind, weil sich nur damit der Umfang der Rechtskraft überhaupt erst bestimmen läßt (SZ 70/60 mzwN).

Die subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft erfuhren durch die Zivilprozeßordnung keine allgemeine Regelung. Insofern erfassen deren Wirkungen nach herrschender Ansicht die Prozeßparteien, deren Rechtsnachfolger und bestimmte andere Personen, auf die ein Gesetz die Entscheidungswirkungen erstreckt. Dabei kann sich auf dem Boden der herrschenden prozessualen Rechtskrafttheorie gar nicht die Frage stellen, ob eine unrichtige Entscheidung die Rechtslage zu ändern vermag. Personen, die von der materiellen Rechtskraft einer Entscheidung nicht erfaßt werden, sind daher aus rein prozessualen Gründen nicht daran gehindert, in einem Folgeprozeß Behauptungen aufzustellen, die mit der Entscheidung des Vorverfahrens in (selbst unlösbarem) Widerspruch stehen. Auch die aus der materiellen Rechtskraft abgeleitete Bindungswirkung hat ihren Geltungsgrund letztlich darin, daß Verfahrensbeteiligte vor der Entscheidung als Prozeßparteien rechtliches Gehör fanden und dadurch an der Stoffsammlung und Entscheidungsfindung mitwirkten. Somit erstrecken sich die Wirkungen der materiellen Rechtskraft - abgesehen von der einleitend erörterten besonderen Interventionswirkung und von spezifischen gesetzlichen Anordnungen - nur auf jene Personen, denen im Verfahren in der Rolle von Prozeßparteien rechtliches Gehör gewährt wurde (SZ 70/60 mzwN).

Demnach ist im vorliegenden Fall zu prüfen, ob sich die Bindungswirkung des klagestattgebenden Urteils im Herausgabeprozeß auf den Exszindierungskläger erstreckt, der weder Partei dieses Verfahrens war, noch eine daraus abgeleitete Interventionswirkung gegen sich gelten lassen muß, jedoch - auch in seiner Beziehung zu den streitverfangenen Sachen - Rechtsnachfolger der dort belangten Verpächter ist. Dagegen ist die Einmaligkeitswirkung der materiellen Rechtskraft wegen Identität des Streitgegenstands, die einer weiteren Klage als absolutes Prozeßhindernis entgegenstünde, hier nicht von Belang, weil das Rechtsschutzziel der Exszindierungsklage mit jenem einer Herausgabeklage nicht identisch ist, wird doch damit der Ausspruch der Unzulässigkeit einer bestimmten Exekution angestrebt und über den dafür jeweils maßgeblichen Rechtsgrund bloß als Vorfrage abgesprochen (3 Ob 152/97t; 3 Ob 5/97z).

Die Erstreckung der Wirkungen der materiellen Rechtskraft auf Einzelrechtsnachfolger ist eine Funktion des Rechtsübergangs an sich. Sie bedarf keines weiteren konstitutiven Akts. Soweit die Rechtskraft eines Urteils unmittelbar für und gegen die Rechtsnachfolger der Prozeßparteien wirkt, ist damit auch die mangelnde Identität zwischen den Parteien und ihren Sukzessoren aufgehoben (Jud 63 neu = SZ 28/265). Eine neue Klage des Rechtsnachfolgers bzw gegen diesen löst daher im Verhältnis zur anderen Partei des Vorprozesses auch die Bindungswirkung der materiellen Rechtskraft aus, soweit der Klage- bzw Einwendungsgrund innerhalb der objektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft liegt. Deren Bedeutung beschränkt sich daher im Falle der Einzelrechtsnachfolge nicht auf die Einmaligkeitswirkung. Voraussetzung der Erstreckung der Rechtskraftwirkungen auf Einzelrechtsnachfolger ist jedoch, daß die Rechtsnachfolge nicht zugleich eine Anspruchsänderung bewirkte, also der Anspruch des Rechtsnachfolgers bzw gegen diesen mit jenem des bzw gegen diesen identisch blieb (Fasching, Kommentar III 729; ders, LB2 Rz 1526).

Die Herausgabeklägerin stützte ihren Anspruch erfolgreich auf den Titel des Eigentums. Damit wurde die Einwendung der Verpächter, selbst Eigentümer jener Sachen zu sein, deren Herausgabe begehrt worden war, widerlegt. Diese übergaben am 6. Mai 1994 ihre Liegenschaft samt dem Gastlokal und seinem hier bedeutsamen Inventar aufgrund eines Leibrentenvertrags dem späteren Exszindierungs- und Amtshaftungskläger, der damit die Gewahrsame an den schließlich mit einem vollstreckbaren Herausgabeanspruch eines Dritten belasteten Sachen erlangte. Die sachenrechtliche Verfügung durch Verbücherung geschah am 25. Juli 1994. Diese Rechtsnachfolge auf seiten der Verpächter bewirkte keine inhaltliche Veränderung des auf dem Titel des Eigentums beruhenden Herausgabeanspruchs. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, daß sich der Kläger weder im Exszindierungs- noch im Amtshaftungsprozeß jemals darauf berief, er habe an jenen Sachen, zu deren Herausgabe seine Rechtsvorgänger rechtskräftig verurteilt worden waren, gutgläubig Eigentum erworben. Eine solche Schlußfolgerung trügen auch die festgestellten Tatsachen nicht. Der vom Kläger im Exszindierungsprozeß geltend gemachte Anspruch war vielmehr auf das von den Verpächtern als Voreigentümer abgeleitete Eigentum gestützt. Daher bedarf auch die Kontroverse, ob ein vom Sacheigentümer erwirktes Herausgabeurteil auch gegen den Einzelrechtsnachfolger des Schuldners, der gutgläubig Eigentum erwarb, nach Erfüllung der Voraussetzungen gemäß § 9 bzw § 10 EO vollstreckbar wäre, keiner Stellungnahme (dafür Fasching, Kommentar III 730; vgl dens, LB2 Rz 1526; dagegen Heller/Berger/Stix, Kommentar 240 f). Es sei jedoch angemerkt, daß der vermeintliche Eigentumserwerb des Klägers aufgrund seines Prozeßstandpunkts, die kraft des rechtskräftigen Urteils im Vorprozeß herauszugebenden Sachen seien unselbständige Bestandteile der von ihm erworbenen Liegenschaft und daher gar nicht sonderrechtsfähig (siehe dazu JBl 1991, 376; ImmZ 1988, 74; SZ 61/171; SZ 60/66), jedenfalls nicht vor Verbücherung des Leibrentenvertrags - und damit erst nach Eintritt der Streitanhängigkeit im Herausgabeprozeß hätte eintreten können. Nach diesem Gesichtspunkt kann aber die Erstreckung dessen Rechtskraftwirkungen auf den Kläger als Einzelrechtsnachfolger gemäß § 234 ZPO gar nicht zweifelhaft sein (Rechberger in Rechberger, Kommentar zur ZPO Rz 3 zu § 234 mwN).

Die bisherigen Erörterungen zeitigen als Ergebnis, daß sich die Wirkungen der materiellen Rechtskraft des Herausgabeurteils, ohne daß dadurch deren subjektiven und objektiven Grenzen gesprengt würden, auf den Kläger als nunmehrigen Sachinhaber und Einzelrechtsnachfolger der Herausgabeschuldner erstrecken. Wer die Gewahrsame an den mit einem titulierten Herausgabeanspruch ihres Eigentümers belasteten Sachen als Einzelrechtsnachfolger des Herausgabeschuldners aufgrund eines bloß vermeintlichen Rechts übernimmt, hat den Herausgabeanspruch wegen der absoluten Wirkung des Eigentumsrechts zu erfüllen, wenn es ihm an einem tauglichen Eigentumserwerbstitel mangelt, der einen Rechtsverlust des Herausgabegläubigers herbeiführen konnte. Diese Rechtsfolge setzt - entgegen der Ansicht des Revisionswerbers - nicht voraus, daß der Einzelrechtsnachfolger des im Vorprozeß geklagten Herausgabeschuldners dort rechtliches Gehör fand. Sie ist vielmehr, wie bereits dargelegt, eine Funktion des Rechtsübergangs an sich und kollidiert deshalb auch nicht mit der prozessualen Rechtskrafttheorie. Danach können nur Personen, die von der Rechtskraftwirkung des in einem Vorprozeß erlassenen Urteils nicht als Gesamt- oder Einzelrechtsnachfolger einer seiner Parteien erfaßt werden, in einem Folgeprozeß Behauptungen aufstellen, die mit dem Urteil des Vorprozesses in (selbst unlösbarem) Widerspruch stehen (Näher dazu SZ 68/103 = JBl 1996, 463 [Deixler-Hübner]).

Zu erörtern ist aber auch die Frage des Umfangs der Bindungswirkung des Herausgabeurteils innerhalb der objektiven Grenzen seiner materiellen Rechtskraft im konkreten Exszindierungsprozeß des Einzelrechtsnachfolgers der Herausgabeschuldner gegen den Herausgabegläubiger. Dabei ergibt sich aus der bereits erörterten klassischen Rechtskraftwirkungstheorie, nach der sich die Bindung nicht nur auf den Spruch des Urteils des Vorprozesses, sondern zumindest auch auf jene Entscheidungsgründe erstreckt, die seiner Individualisierung dienen, daß der Herausgabeanspruch des betreibenden Gläubigers auf dem Titel des Eigentums beruht. Demnach war dem Urteil im Exszindierungsprozeß die schon im Vorprozeß geklärte Tatsache der Eigentümerstellung des Herausgabegläubigers als rechtskräftig entschiedene Vorfrage zugrundezulegen, sodaß durch ein neuerliches Beweisverfahren nur solche Behauptungen des Exszindierungsklägers zu prüfen gewesen wären, die im Falle ihres Zutreffens als taugliche Eigentumserwerbstitel einen Rechtsverlust des Herausgabegläubigers bewirken konnten. Diesen Anforderungen entsprach aber das Tatsachenvorbringen des Klägers im Exszindierungsprozeß nicht. Behauptungen des Inhalts, die herauszugebenden Sachen seien (als bewegliche Sachen) schon im Zeitpunkt des Abschlusses des Bestandvertrags Eigentum der Verpächter gewesen oder zumindest nach dessen Inhalt in ihr Eigentum übergegangen, wurden vom Kläger im Exszindierungsprozeß gar nicht aufgestellt. Ein solches Vorbringen wäre jedoch ohnedies in unlösbarem Widerspruch zum rechtkräftigen Urteil im Vorprozeß, das die Eigentümerstellung der GmbH als Grundlage ihres Herausgabeanspruchs gegen die Verpächter bejahte, gestanden. Einen solchen unlösbaren Widerspruch bewirkte aber auch die Behauptung, die herauszugebenden Sachen seien unselbständige Bestandteile des Bestandobjekts geworden. Demgemäß konnte der Widerspruch des Klägers gegen die Herausgabeexekution nicht erfolgreich sein, weil seine Eigentümerstellung infolge der Bindungswirkung des rechtskräftigen Herausgabeurteils weder durch die im Exszindierungsprozeß behaupteten, noch durch die erst im Amtshaftungsverfahren nachgeschobenen Tatsachen begründbar war. Nicht von Belang ist daher auch, was die Verpächter im Vorprozeß zur (allfälligen) Abwehr des eingeklagten Herausgabeanspruchs noch hätten einwenden können. Der Kläger kann somit in seiner hier maßgeblichen Stellung als Einzelrechtsnachfolger der Verpächter - entgegen seiner Ansicht - nicht einfach im Exszindierungsprozeß Einwendungen nachholen, die die Verpächter im Vorprozeß versäumt haben mögen. Das hat, anders als der Kläger meint, gar nichts mit der Frage zu tun, ob der Vorprozeß von der Eventualmaxime beherrscht war oder nicht. Ob den Verpächtern, wie in der Revision ausgeführt wird, die pfandweise Beschreibung eingebrachter Sachen der Pächterin bewilligt wurde, ist gleichfalls belanglos, weil sich ein solches gesetzliches Pfandrecht jedenfalls nicht auf Sachen beziehen kann, zu deren Herausgabe die Verpächter rechtskräftig verurteilt wurden. Als Stütze für dieses Ergebnis bedarf es also gar keiner Berufung darauf, daß der erkennende Senat als verstärkter Senat die bisher engen Grenzen der klassischen Rechtskraftwirkungstheorie in der Entscheidung 1 Ob 2123/96d allgemein in Frage stellte und diese schließlich um den dort behandelten Sonderfall der Interventionswirkung erweiterte.

Aus diesen Erwägungen folgt der Rechtssatz, daß sich die Bindungswirkung eines vom Sacheigentümer erwirkten materiell rechtskräftigen Herausgabeurteils auf denjenigen erstreckt, der in einer gegen den Herausgabegläubiger gerichteten Exszindierungsklage behauptet, er habe gerade die von jenem Urteil betroffenen Sachen als Einzelrechtsnachfolger des Herausgabeschuldners und (vermeintlichen) Voreigentümers erworben. Somit kann einer Exszindierungsklage gegen den Sacheigentümer als Gläubiger eines rechtskräftigen und vollstreckbaren Herausgabeanspruchs jedenfalls dann kein Erfolg beschieden sein, wenn der Kläger - entgegen dem rechtskräftigen Urteil im Vorprozeß - behauptet, der Verpflichtete als Herausgabeschuldner sei Eigentümer der vom Herausgabeanspruch betroffenen Sachen gewesen, und seine eigene Eigentümerposition aus der Einzelrechtsnachfolge nach dem Verpflichteten ableiten will. Daher wurde die hier maßgebliche Exszindierungsklage zutreffend abgewiesen, was im Kern auch richtig und nicht bloß in rechtlich vertretbarer Weise begründet wurde.

Soweit der Revisionswerber nunmehr auch darzulegen versucht, welche Fehler den Gerichten im Herausgabeprozeß anzulasten seien, ist ihm zu erwidern, daß er seinen Amtshaftungsanspruch nicht aus diesem Verfahren, sondern aus dem Exszindierungsprozeß ableitete. Dem Kläger wäre es überdies freigestanden, dem Herausgabeprozeß, von dessen Inhalt und Fortgang er - auch nach seinen Revisionsausführungen - Kenntnis hatte, auf seiten der Verpächter als Nebenintervenient beizutreten, um dadurch mit allen nicht schon von diesen ausgeführten Einwendungen rechtliches Gehör zu finden, die seiner Ansicht nach gleichfalls zur Abweisung des geltend gemachten Herausgabeanspruchs hätten führen müssen, um damit eine taugliche Grundlage für die Bejahung seines Eigentumsrechts als Einzelrechtsnachfolger zu schaffen. Es ist daher gerade angesichts des Standpunkts des Rechtsmittelwerbers, der Herausgabeprozeß sei unrichtig entschieden worden, unverständlich, weshalb er keinen Anlaß gehabt habe, „den Sachverhalt (dort) von sich aus zu verbreitern“.

Daraus folgt zusammenfassend, daß die Vorinstanzen das Amtshaftungsklagebegehren mangels Rechtswidrigkeit des dem Klageanspruch zugrundegelegten richterlichen Organverhaltens zutreffend abwiesen.

Die Kostenentscheidung stützt sich auf § 41 und § 50 Abs 1 ZPO.

Textnummer

E52201

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:0010OB00256.98Y.1124.000

Im RIS seit

24.12.1998

Zuletzt aktualisiert am

06.07.2012

Dokumentnummer

JJT_19981124_OGH0002_0010OB00256_98Y0000_000