Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob71/69 1Ob108/72 1Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041347

Geschäftszahl

6Ob71/69; 1Ob108/72; 1Ob205/72; 2Ob273/76; 8Ob39/80; 3Ob673/80; 2Ob223/82; 3Ob349/97p; 3Ob370/97a; 8Ob247/98a; 6Ob51/05a; 1Ob62/06h; 8ObA111/06s; 3Ob254/09p; 10ObS76/16y; 7Ob246/18d; 2Ob81/19d (2Ob82/19a)

Entscheidungsdatum

02.04.1969

Norm

ZPO §411 E
ZPO §462 Abs1
ZPO §477 B2a

Rechtssatz

Der Grundsatz zur Wahrung der Teilrechtskraft kommt nur dann nicht zur Geltung, wenn der unangefochten gebliebene Teil höchstens scheinbar formell, inhaltlich aber gar nicht selbständig in Rechtskraft erwachsen konnte, sondern in einem untrennbaren Sachzusammenhang mit der noch überprüfbaren Entscheidung steht. Davon kann aber nicht gesprochen werden, wenn wenigsten eine quantitative Scheidung des unangefochten gebliebenen und des angefochtenen Entscheidungsteiles möglich ist. (aus Fasching 4,31 und 4,45)

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 71/69
    Entscheidungstext OGH 02.04.1969 6 Ob 71/69
    Veröff: NZ 1970,41
  • 1 Ob 108/72
    Entscheidungstext OGH 24.05.1972 1 Ob 108/72
  • 1 Ob 205/72
    Entscheidungstext OGH 25.10.1972 1 Ob 205/72
  • 2 Ob 273/76
    Entscheidungstext OGH 02.06.1977 2 Ob 273/76
    Veröff: ZVR 1978/245 S 282
  • 8 Ob 39/80
    Entscheidungstext OGH 24.04.1980 8 Ob 39/80
    Vgl auch; nur: Der Grundsatz zur Wahrung der Teilrechtskraft kommt nur dann nicht zur Geltung, wenn der unangefochten gebliebene Teil höchstens scheinbar formell, inhaltlich aber gar nicht selbständig in Rechtskraft, erwachsen konnte, sondern in einem untrennbaren Sachzusammenhang mit der noch überprüfbaren Entscheidung steht. (T1)
    Veröff: SZ 53/66
  • 3 Ob 673/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1981 3 Ob 673/80
    nur T1
  • 2 Ob 223/82
    Entscheidungstext OGH 30.11.1982 2 Ob 223/82
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 349/97p
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 349/97p
  • 3 Ob 370/97a
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 370/97a
    nur T1
  • 8 Ob 247/98a
    Entscheidungstext OGH 15.04.1999 8 Ob 247/98a
    nur T1
  • 6 Ob 51/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 51/05a
    Vgl auch; Beisatz: In einem dreigliedrigen Urteil, das aufgrund der Einwendung einer Gegenforderung ergeht, ist weder die Entscheidung über die Klageforderung noch jene über die Gegenforderung für sich allein der Rechtskraft fähig. Dessen ungeachtet kann der Kläger eine Überschreitung des Berufungsantrags zu seinem Nachteil infolge des Verschlechterungsverbots geltend machen. Es besteht daher ein rechtliches Interesse des Klägers daran, dass nicht (allein) aufgrund seiner Berufung durch Verringerung der festzustellenden Klageforderung ein niedrigerer Teil der Gegenforderung zur Tilgung der Klageforderung herangezogen wird und er in Ansehung des zur Tilgung der Klageforderung herangezogenen Teils der Gegenforderung in Hinkunft noch belangt werden könnte. (T2)
  • 1 Ob 62/06h
    Entscheidungstext OGH 11.07.2006 1 Ob 62/06h
  • 8 ObA 111/06s
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 8 ObA 111/06s
  • 3 Ob 254/09p
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 3 Ob 254/09p
    Auch
  • 10 ObS 76/16y
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 10 ObS 76/16y
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Teilrechtskraft eines ausdrücklich unangefochtenen Zuspruchs von Wochengeld dem Grunde nach. (T3)
  • 7 Ob 246/18d
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 7 Ob 246/18d
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 81/19d
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 2 Ob 81/19d
    Auch; nur T1; Beisatz: Umbestellung eines Verlassenschaftskurators. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0041347

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.08.2019

Dokumentnummer

JJR_19690402_OGH0002_0060OB00071_6900000_001

Rechtssatz für 5Ob205/72 5Ob78/74 3Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0007465

Geschäftszahl

5Ob205/72; 5Ob78/74; 3Ob154/74; 6Ob258/74; 3Ob148/76; 6Nd515/77; 1Ob676/78; 1Ob625/79; 8Ob537/80; 6Ob631/81; 8Ob552/82; 3Ob134/83; 6Ob629/84; 3Ob11/86; 3Ob349/97p; 8Ob292/99w; 3Ob105/02s; 5Ob215/03h; 2Ob181/05i; 5Ob281/05t; 3Ob254/06h; 5Ob208/09p; 6Ob31/12w; 5Ob108/17v; 5Ob186/17i; 6Ob142/18b

Entscheidungsdatum

17.10.1972

Norm

ZPO §477 Abs1 Z2 D2c
AußStrG §16 BII2i1
AußStrG 2005 §58 Abs3
AußStrG 2005 §58 Abs4 Z2
AußStrG 2005 §66 Abs1 Z1 AIA11a
RpflG §16
RpflG §17

Rechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. Die Nichtigkeit ist, auch wenn sie im Rechtsmittel nicht geltend gemacht wurde, bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens wahrzunehmen. Entscheidungen des Rechtspfleger sind aber auch dann, wenn sie wegen Überschreitung der Entscheidungsbefugnis des Rechtspflegers nichtig sind, keineswegs wie "Nichturteile" ("Nichtbeschlüsse") rechtsunwirksam. Auch ein vom Rechtspfleger in Überschreitung seiner Kompetenz erlassener Beschluss ist daher der formellen Rechtskraft fähig und erwächst, wenn er nicht oder bloß mit einem unzulässigen Rechtsmittel angefochten wird, in Rechtskraft. In einem solchen Fall liegt nach Ablauf seiner Anfechtungsfrist ein rechtskräftiger Beschluss des Gerichtes vor, als dessen Organ der Rechtspfleger tätig geworden war. Wenn mit dieser Beschlussfassung das Verfahren abgeschlossen ist, ist auch die amtswegige Wahrnehmung der dem Beschluss anhaftenden Nichtigkeit - abgesehen vom Fall des § 42 Abs 2 JN - ausgeschlossen. Es kann sich daher auch von diesen Zeitpunkt an niemand auf die Nichtigkeit dieses Beschlusses berufen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 205/72
    Entscheidungstext OGH 17.10.1972 5 Ob 205/72
    Veröff: EvBl 1973/219 S 464
  • 5 Ob 78/74
    Entscheidungstext OGH 27.03.1974 5 Ob 78/74
    nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. (T1); Veröff: SZ 47/37
  • 3 Ob 154/74
    Entscheidungstext OGH 17.09.1974 3 Ob 154/74
    nur T1; Veröff: EvBl 1975/54 S 104
  • 6 Ob 258/74
    Entscheidungstext OGH 06.02.1975 6 Ob 258/74
    Veröff: EvBl 1976/12 S 20
  • 3 Ob 148/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 3 Ob 148/76
    nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. Die Nichtigkeit ist, auch wenn sie im Rechtsmittel nicht geltend gemacht wurde, bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens wahrzunehmen. (T2)
  • 6 Nd 515/77
    Entscheidungstext OGH 14.04.1977 6 Nd 515/77
    Auch
  • 1 Ob 676/78
    Entscheidungstext OGH 20.07.1978 1 Ob 676/78
  • 1 Ob 625/79
    Entscheidungstext OGH 14.06.1979 1 Ob 625/79
    nur T2; Beisatz: Nichtigkeit auch dann, wenn sich der Pflegschaftsrichter im Vorlagebericht nach § 12 RpflG der Entscheidung des Rechtspflegers anschließt. (T3) Veröff: EFSlg 34813
  • 8 Ob 537/80
    Entscheidungstext OGH 20.11.1980 8 Ob 537/80
    nur T1
  • 6 Ob 631/81
    Entscheidungstext OGH 03.06.1981 6 Ob 631/81
    Vgl auch; Beisatz: Handelt es sich um eine Entscheidung, mit der der Unterhalt für einen Minderjährigen festgesetzt wurde, somit um eine solche die in den Wirkungsbereich des Rechtspflegers fällt, können Behauptungen, die erstmals im Rechtsmittelverfahren aufgestellt werden, selbst dann, wenn nach diesen nicht nur Fragen der Unterhaltsfestsetzung zu entscheiden wären, nicht dazu führen, dass eine zutreffend vom Rechtspfleger gefällte Entscheidung rückwirkend nichtig wird. (T4)
  • 8 Ob 552/82
    Entscheidungstext OGH 17.02.1986 8 Ob 552/82
    nur T1; Beisatz: Hier: § 16 Abs 2 Z 5 RpflG; Unterhaltsleistung für ausländisches Kind. (T5) Veröff: ÖA 1984,73
  • 3 Ob 134/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 3 Ob 134/83
    nur T1; Veröff: SZ 56/189
  • 6 Ob 629/84
    Entscheidungstext OGH 04.10.1984 6 Ob 629/84
    nur T1
  • 3 Ob 11/86
    Entscheidungstext OGH 05.03.1986 3 Ob 11/86
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Exekution zur Sicherstellung nach § 371 a EO. (T6)
  • 3 Ob 349/97p
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 349/97p
  • 8 Ob 292/99w
    Entscheidungstext OGH 09.03.2000 8 Ob 292/99w
    nur T2
  • 3 Ob 105/02s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2002 3 Ob 105/02s
    nur: Auch ein vom Rechtspfleger in Überschreitung seiner Kompetenz erlassener Beschluss ist der formellen Rechtskraft fähig und erwächst, wenn er nicht oder bloß mit einem unzulässigen Rechtsmittel angefochten wird, in Rechtskraft. (T7)
  • 5 Ob 215/03h
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 5 Ob 215/03h
    Auch; nur: Nach ständiger Rechtsprechung des OGH leidet ein vom Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassener Beschluss und das ihm vorangegangene Verfahren, soweit es vom Rechtspfleger durchgeführt wurde, an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO. Ein solcher Beschluss ist daher im Falle seiner Anfechtung aufzuheben. (T8)
  • 2 Ob 181/05i
    Entscheidungstext OGH 01.09.2005 2 Ob 181/05i
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 281/05t
    Entscheidungstext OGH 07.02.2006 5 Ob 281/05t
    nur T2
  • 3 Ob 254/06h
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 254/06h
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Rechtspfleger hat über Aufschiebungsantrag aus dem Grund des § 42 Abs 1 Z 1 EO entschieden, wozu er zufolge § 17 Abs 2 Z 4 RpflG nicht zuständig war. (T9)
  • 5 Ob 208/09p
    Entscheidungstext OGH 25.03.2010 5 Ob 208/09p
    nur T2; Beisatz: Diese Konsequenz folgt nunmehr (auch) aus § 58 Abs 4 Z 2 iVm § 58 Abs 3 AußStrG nF. (T10)
  • 6 Ob 31/12w
    Entscheidungstext OGH 15.03.2012 6 Ob 31/12w
    Vgl
  • 5 Ob 108/17v
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 5 Ob 108/17v
    Auch; Beis wie T10
  • 5 Ob 186/17i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 5 Ob 186/17i
    Auch; nur T2; Beis wie T10
  • 6 Ob 142/18b
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 6 Ob 142/18b
    Auch; nur T2; nur T7; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0007465

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19721017_OGH0002_0050OB00205_7200000_001

Rechtssatz für 7Ob625/77 5Ob639/77 (5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0007108

Geschäftszahl

7Ob625/77; 5Ob639/77 (5Ob640/77); 5Ob4/78; 4Ob161/80; 5Ob34/82; 2Ob534/83; 10ObS74/87; 8Ob634/88; 3Ob1008/91; 3Ob349/97p

Entscheidungsdatum

04.08.1977

Norm

AußStrG §9 A2f
AußStrG §16 BII1c
WEG §26 Abs2 Z3
ZPO §477 C
ZPO §503 B1
ZPO §520 A
ZPO §520 C

Rechtssatz

Durch den Eintritt der formellen Rechtskraft wird die Wahrnehmbarkeit einer allfälligen Nichtigkeit des Verfahrens erster Instanz durch das Rekursgericht ausgeschlossen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 625/77
    Entscheidungstext OGH 04.08.1977 7 Ob 625/77
    JBl 1978,604
  • 5 Ob 639/77
    Entscheidungstext OGH 06.09.1977 5 Ob 639/77
  • 5 Ob 4/78
    Entscheidungstext OGH 17.03.1978 5 Ob 4/78
    Vgl; Beisatz hier: Verfahren nach § 26 Abs 2 Z 3 WEG. (T1)
  • 4 Ob 161/80
    Entscheidungstext OGH 13.01.1981 4 Ob 161/80
    EvBl 1981/61 S 208
  • 5 Ob 34/82
    Entscheidungstext OGH 13.07.1982 5 Ob 34/82
    NZ 1983,157
  • 2 Ob 534/83
    Entscheidungstext OGH 17.05.1983 2 Ob 534/83
    Auch
  • 10 ObS 74/87
    Entscheidungstext OGH 06.10.1987 10 ObS 74/87
    Auch; SSV-NF 1/36
  • 8 Ob 634/88
    Entscheidungstext OGH 22.09.1988 8 Ob 634/88
    Auch
  • 3 Ob 1008/91
    Entscheidungstext OGH 23.01.1991 3 Ob 1008/91
  • 3 Ob 349/97p
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 349/97p

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0007108

Dokumentnummer

JJR_19770804_OGH0002_0070OB00625_7700000_001

Entscheidungstext 3Ob349/97p

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

3Ob349/97p

Entscheidungsdatum

17.12.1997

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Hofmann als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Graf, Dr.Pimmer, Dr.Zechner und Dr.Sailer als weitere Richter in der Rechtssache der betreibenden Partei Buchdruckerei ***** C*****, vertreten durch Dr.Christian Tschurtschenthaler, Rechtsanwalt in Klagenfurt, wider die verpflichtete Partei W***** GmbH, ***** wegen S 584.562,04 s.A. infolge außerordentlichen Revisionrekurses der betreibenden Partei gegen den Beschluß des Landesgerichtes Leoben als Rekursgerichtes vom 15. September 1997, GZ 2 R 374/97t-32, den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Der außerordentliche Revisionsrekurs der betreibenden Partei wird gemäß § 78 EO iVm § 526 Abs 2 Satz 1 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 528 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 528a iVm § 510 Abs 3 ZPO).

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Im Gegensatz zur Ansicht der Revisionsrekurswerberin hat das Rekursgericht zu Recht im Einklang mit der Rechtsprechung und der herrschenden Lehre (RIS-Justiz RS0041347; Kodek in Rechberger Rz 2 zu § 462 ZPO mwN; Fasching, Lehrbuch**2 Rz 1784) die Teilrechtskraft der seinerzeit nur zum Teil aufgehobenen Entscheidung des Rechtspflegers des ursprünglich zuständigen Erstgerichtes, was das Ausmaß der auferlegten Sicherheitsleistung angeht, berücksichigt.

Nach herrschender Meinung handelt sich bei von einem Rechtspfleger in Überschreitung der ihm vom Gesetz eingeräumten Entscheidungsgewalt erlassenen Beschlüssen nicht um "Nichturteile" (so aber zu Urteilen eines Rechtspflegers Ballon ZPR7 Rz 328) (bzw "Nichtbeschlüsse"), vielmehr leiden diese Entscheidungen an einer Nichtigkeit im Sinne des § 477 Abs 1 Z 2 ZPO (EvBl 1973/219; SZ 47/37; SZ 56/189; RIS-Justiz RS0007465; Fasching Lehrbuch**2 Rz 1578; Mayr in Rechberger ZPO Rz 3 zu § 5 JN). Nach Rechtskraft einer Entscheidung kann diese Nichtigkeit allerdings nicht mehr geltend gemacht werden (EvBl 1973/219; 3 Ob 26/78). Das Rekursgericht konnte demnach aufgrund des seinerzeit von der Exszindierungsklägerin nur gegen die Höhe der auferlegten Sicherheitsleistung insoweit, als diese mit S 75.100,-- statt mit S 25.000,-- festgesetzt wurde, erhobenen Rekurses die Nichtigkeit der Entscheidung des Rechtspflegers auch nur in diesem Umfang wahrnehmen. Mangels Anfechtung durch (insbesondere) die betreibende Partei wurde der Beschluß über die Festsetzung der Sicherheitsleistung im Hinblick auf einen höheren Betrag als S 75.100,-- teilweise rechtskräftig (JBl 1978, 604; EvBl 1981/61 und weitere E zu RIS-Justiz RS0007108).

Da auch im Rekursverfahren die Nichtigkeitsgründe der ZPO (auch wenn sie, wie die Verletzung der Rechtskraft, in § 477 ZPO nicht ausdrücklich erwähnt sind) gelten (§ 514 Abs 2 ZPO iVm § 78 EO), hat das Rekursgericht völlig zu Recht die der Sache nach vom Rekurs der Exszindierungsklägerin geltend gemachte Nichtigkeit berücksichtigt.

Einer jener Ausnahmefälle, in denen die Wahrung der Teilrechtskraft wegen eines untrennbaren Sachzusammenhangs der Entscheidungsteile nicht möglich wäre (NZ 1970, 41 ua E zu RIS-Justiz RS00041347), liegt hier nicht vor.

Anmerkung

E48543 03A03497

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:0030OB00349.97P.1217.000

Dokumentnummer

JJT_19971217_OGH0002_0030OB00349_97P0000_000