Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob55/69 1Ob203/75 7Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040112

Geschäftszahl

5Ob55/69; 1Ob203/75; 7Ob236/75; 7Ob503/76; 2Ob144/78; 7Ob720/78; 3Ob641/80; 5Ob683/82; 5Ob631/89; 1Ob587/93; 10ObS252/97z; 3Ob30/02m; 7Ob72/03v; 5Ob120/09x; 17Ob1/11p; 17Ob19/11k; 2Ob89/11v; 10ObS116/14b

Entscheidungsdatum

30.04.1969

Norm

ZPO §266 DIII
ZPO §395

Rechtssatz

Zugestandene Tatsachen sind dem Urteil ungeprüft zugrunde zu legen. Gegenteilige Feststellungen verstoßen gegen das Gesetz und kann dieser Verstoß mit Berufung geltend gemacht werden, soferne das Tatsachengeständnis Gegenstände betraf, hinsichtlich welcher ein Geständnis abgelegt werden kann. Tatsachen, von denen das Gegenteil allgemein bekannt ist, oder von denen das Gegenteil dem Gericht im Zuge seiner amtlichen Tätigkeit bekannt wird, sowie solche, die von Amts wegen zu prüfen und zu erheben sind, können nicht Gegenstand eines Geständnisses sein.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 55/69
    Entscheidungstext OGH 30.04.1969 5 Ob 55/69
  • 1 Ob 203/75
    Entscheidungstext OGH 08.10.1975 1 Ob 203/75
  • 7 Ob 236/75
    Entscheidungstext OGH 13.11.1975 7 Ob 236/75
    nur: Zugestandene Tatsachen sind dem Urteil ungeprüft zugrunde zulegen. (T1)
  • 7 Ob 503/76
    Entscheidungstext OGH 30.01.1976 7 Ob 503/76
    nur: Gegenteilige Feststellungen verstoßen gegen das Gesetz und kann dieser Verstoß mit Berufung geltend gemacht werden, soferne das Tatsachengeständnis Gegenstände betraf, hinsichtlich welcher ein Geständnis abgelegt werden kann. (T2); nur T1
  • 2 Ob 144/78
    Entscheidungstext OGH 12.10.1978 2 Ob 144/78
  • 7 Ob 720/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 7 Ob 720/78
    nur T1; Veröff: RZ 1979/85 S 276
  • 3 Ob 641/80
    Entscheidungstext OGH 03.12.1980 3 Ob 641/80
    nur T1
  • 5 Ob 683/82
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 5 Ob 683/82
    Auch; nur T1; nur T2
  • 5 Ob 631/89
    Entscheidungstext OGH 21.11.1989 5 Ob 631/89
    Veröff: JBl 1990,590
  • 1 Ob 587/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 587/93
    Auch
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    nur T1
  • 3 Ob 30/02m
    Entscheidungstext OGH 27.02.2002 3 Ob 30/02m
    nur T1; Beisatz: Das gilt auch für Entscheidungen der Rechtsmittelinstanzen. (T3); Veröff: SZ 2002/31
  • 7 Ob 72/03v
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 7 Ob 72/03v
    nur T1; Beis wie T3
  • 5 Ob 120/09x
    Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 120/09x
    Auch
  • 17 Ob 1/11p
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 17 Ob 1/11p
    Vgl
  • 17 Ob 19/11k
    Entscheidungstext OGH 19.09.2011 17 Ob 19/11k
    Vgl; Beisatz: Wendet das Gericht zweiter Instanz § 267 ZPO nicht an und stellt es das Gegenteil eines angeblichen Geständnisses fest, liegt darin kein Verfahrensmangel, und die Feststellung ist der rechtlichen Beurteilung zugrunde zu legen. Bei einer bloßen Negativfeststellung hätte hingegen ein Geständnis aufgrund der Dispositionsmaxime Vorrang und die Negativfeststellung wäre unbeachtlich. (T4)
  • 2 Ob 89/11v
    Entscheidungstext OGH 16.09.2011 2 Ob 89/11v
    nur T1; nur T2
  • 10 ObS 116/14b
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 10 ObS 116/14b
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0040112

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.01.2016

Dokumentnummer

JJR_19690430_OGH0002_0050OB00055_6900000_002

Rechtssatz für 10ObS122/88 10ObS25/90...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0085813

Geschäftszahl

10ObS122/88; 10ObS25/90; 10ObS320/89; 10ObS46/90; 9ObA161/90; 9ObA174/90; 10ObS403/90; 9ObA45/91; 10ObS89/91; 9ObA155/91; 10ObS6/92; 10ObS41/92; 10ObS100/92; 10ObS92/92; 9ObA185/92; 9ObA184/92; 9ObA236/92; 9ObA322/92; 10ObS233/92; 10ObS60/92; 10ObS247/93; 9ObS25/93; 9ObA52/94; 10ObS136/94; 8ObA310/94; 9ObA137/94; 10ObS252/94; 9ObA90/95 (9ObA91/95, 9ObA92/95); 10ObS2397/96i; 9ObA2291/96v; 10ObS165/97f; 10ObS252/97z; 9ObA367/97d; 10ObS407/97v; 10ObS304/97x; 10ObS21/01p; 10ObS340/01z; 10ObS207/02t; 10ObS47/03i; 10ObS117/03h; 10ObS138/08d

Entscheidungsdatum

06.09.1988

Norm

ASGG §46
ASGG §47

Rechtssatz

Entscheidungen des Gerichtes zweiter Instanz über den Kostenpunkt können auch in Sozialrechtssachen nicht angefochten werden.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 122/88
    Entscheidungstext OGH 06.09.1988 10 ObS 122/88
    Veröff: SSV-NF 2/82
  • 10 ObS 320/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 10 ObS 320/89
    Beisatz: Und zwar weder im Rahmen der Revision noch mit Rekurs. (T1) Veröff: SSV-NF 3/146
  • 10 ObS 25/90
    Entscheidungstext OGH 23.01.1990 10 ObS 25/90
  • 10 ObS 46/90
    Entscheidungstext OGH 27.03.1990 10 ObS 46/90
  • 9 ObA 161/90
    Entscheidungstext OGH 27.06.1990 9 ObA 161/90
  • 9 ObA 174/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 9 ObA 174/90
    Beisatz: Hier: Arbeitsrecht (T2)
  • 10 ObS 403/90
    Entscheidungstext OGH 18.12.1990 10 ObS 403/90
  • 10 ObS 89/91
    Entscheidungstext OGH 26.03.1991 10 ObS 89/91
    Veröff: SSV-NF 5/37
  • 9 ObA 45/91
    Entscheidungstext OGH 24.04.1991 9 ObA 45/91
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 9 ObA 155/91
    Entscheidungstext OGH 11.09.1991 9 ObA 155/91
    Auch; Veröff: RZ 1992/96 S 290
  • 10 ObS 6/92
    Entscheidungstext OGH 11.02.1992 10 ObS 6/92
  • 10 ObS 41/92
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 10 ObS 41/92
  • 10 ObS 100/92
    Entscheidungstext OGH 12.05.1992 10 ObS 100/92
  • 10 ObS 92/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 10 ObS 92/92
  • 9 ObA 184/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 9 ObA 184/92
    Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: DRdA 1993,310 (Trost)
  • 9 ObA 185/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 9 ObA 185/92
  • 9 ObA 236/92
    Entscheidungstext OGH 11.11.1992 9 ObA 236/92
    Beis wie T2
  • 9 ObA 322/92
    Entscheidungstext OGH 10.02.1993 9 ObA 322/92
    Beis wie T2
  • 10 ObS 60/92
    Entscheidungstext OGH 04.03.1993 10 ObS 60/92
  • 10 ObS 233/92
    Entscheidungstext OGH 30.03.1993 10 ObS 233/92
    Veröff: SZ 66/45
  • 9 ObS 25/93
    Entscheidungstext OGH 29.10.1993 9 ObS 25/93
    Auch
  • 10 ObS 247/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 10 ObS 247/93
  • 9 ObA 52/94
    Entscheidungstext OGH 06.04.1994 9 ObA 52/94
    Auch; Beis wie T2
  • 10 ObS 136/94
    Entscheidungstext OGH 14.06.1994 10 ObS 136/94
  • 9 ObA 137/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 ObA 137/94
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: _ 48 ASGG (T3)
  • 8 ObA 310/94
    Entscheidungstext OGH 27.10.1994 8 ObA 310/94
    Beis wie T2
  • 10 ObS 252/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 10 ObS 252/94
    Veröff: SZ 67/215
  • 9 ObA 90/95
    Entscheidungstext OGH 13.09.1995 9 ObA 90/95
    Beis wie T2
  • 10 ObS 2397/96i
    Entscheidungstext OGH 05.11.1996 10 ObS 2397/96i
  • 9 ObA 2291/96v
    Entscheidungstext OGH 09.04.1997 9 ObA 2291/96v
    Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 70/62
  • 10 ObS 165/97f
    Entscheidungstext OGH 10.06.1997 10 ObS 165/97f
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 9 ObA 367/97d
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 9 ObA 367/97d
    Beis wie T2; Beisatz: Weder mit ordentlichem noch außerordentlichem Rekurs noch mit Kostenrüge. (T4)
  • 10 ObS 304/97x
    Entscheidungstext OGH 13.01.1998 10 ObS 304/97x
  • 10 ObS 407/97v
    Entscheidungstext OGH 09.02.1998 10 ObS 407/97v
    Beis wie T1; Veröff: SZ 71/15
  • 10 ObS 21/01p
    Entscheidungstext OGH 20.02.2001 10 ObS 21/01p
    Beis wie T1
  • 10 ObS 340/01z
    Entscheidungstext OGH 30.10.2001 10 ObS 340/01z
    Beis wie T1
  • 10 ObS 207/02t
    Entscheidungstext OGH 18.06.2002 10 ObS 207/02t
    Beisatz: Der unzulässig erhobene Kostenrekurs ist zurückzuweisen. (T5)
  • 10 ObS 47/03i
    Entscheidungstext OGH 18.03.2003 10 ObS 47/03i
  • 10 ObS 117/03h
    Entscheidungstext OGH 08.04.2003 10 ObS 117/03h
  • 10 ObS 138/08d
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 10 ObS 138/08d

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0085813

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2009

Dokumentnummer

JJR_19880906_OGH0002_010OBS00122_8800000_005

Rechtssatz für 10ObS211/89 10ObS312/92...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0083817

Geschäftszahl

10ObS211/89; 10ObS312/92; 10ObS200/93; 10ObS252/97z; 10ObS315/00x; 10ObS10/01w; 10ObS20/12g; 10ObS111/13s; 10ObS135/14x

Entscheidungsdatum

19.12.1989

Norm

ASVG §133 Abs2
B-KUVG §62 Abs2

Rechtssatz

Zwischen Patient, Arzt und Versicherungsträger besteht hinsichtlich Art und Umfang der Krankenbehandlung ein Interessenskonflikt. Dem Wunsch des Patienten nach bestmöglicher ärztlicher Betreuung und weitestgehender versicherungsmäßiger Deckung der entstandenen Kosten, sowie der Forderung des Arztes nach möglicher freier Berufsausübung und angemessener Honorierung seiner Leistung steht das Interesse des Versicherungsträgers an möglichst ökonomischen Verhalten des Arztes gegenüber. Aus diesem Grund wird in § 133 Abs 2 ASVG als Maßstab festgelegt, dass die Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein muss, jedoch das Maß des Notwendigen nicht überschreiten darf.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 211/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 10 ObS 211/89
    Veröff: SZ 62/210 = SSV-NF 3/154
  • 10 ObS 312/92
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 10 ObS 312/92
    Auch; Beisatz: Die Anbringung eines Zahnersatzes ist nur dann zweckmäßig, wenn sie entweder erfolgreich oder zumindest erfolgversprechend war (hier: § 95 Abs 3 BSVG). (T1)
    Veröff: SSV-NF 7/22 = DRdA 1993,475 (Mazal) = ZAS 1994/6 S 64
  • 10 ObS 200/93
    Entscheidungstext OGH 08.02.1994 10 ObS 200/93
    nur: Aus diesem Grund wird in § 133 Abs 2 ASVG als Maßstab festgelegt, dass die Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein muss, jedoch das Maß des Notwendigen nicht überschreiten darf. (T2)
    Beis wie T1
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Zahnbehandlung und Zahnersatz. (T3)
  • 10 ObS 315/00x
    Entscheidungstext OGH 22.05.2001 10 ObS 315/00x
    Beisatz: § 133 Abs 2 ASVG legt den Umfang des Krankenbehandlungsanspruches fest, den der Versicherte in concreto bei Vorliegen eines behandlungsbedürftigen Leidens gegen die Krankenversicherung geltend machen kann. Die Beschränkung des Leistungsumfanges auf das Maß des Notwendigen beinhaltet auch das Gebot der Wirtschaftlichkeit der Krankenbehandlung. (T4) Beisatz: Eine "wirtschaftliche Behandlungsweise" hat auch zwischen stationärer und ambulanter Therapie und zwischen Anstaltspflege und medizinischer Hauskrankenpflege abzuwägen. (T5)
  • 10 ObS 10/01w
    Entscheidungstext OGH 30.04.2002 10 ObS 10/01w
    Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Das Gebot der Wirtschaftlichkeit der Krankenbehandlung wird vor allem in den Richtlinien des Hauptverbandes sowie durch die Judikatur näher konkretisiert. (T6)
  • 10 ObS 20/12g
    Entscheidungstext OGH 13.03.2012 10 ObS 20/12g
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T6
  • 10 ObS 111/13s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2013 10 ObS 111/13s
    nur: Zwischen Patient, Arzt und Versicherungsträger besteht hinsichtlich Art und Umfang der Krankenbehandlung ein Interessenskonflikt. Dem Wunsch des Patienten nach bestmöglicher ärztlicher Betreuung und weitestgehender versicherungsmäßiger Deckung der entstandenen Kosten, sowie der Forderung des Arztes nach möglicher freier Berufsausübung und angemessener Honorierung seiner Leistung steht das Interesse des Versicherungsträgers an möglichst ökonomischen Verhalten des Arztes gegenüber. (T7)
    Beisatz: Aus diesem Grund wird in § 62 Abs 2 Satz 1 B‑KUVG als Maßstab festgelegt, dass die Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein muss, jedoch das Maß des Notwendigen nicht überschreiten darf. (T8)
  • 10 ObS 135/14x
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 135/14x
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0083817

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.01.2015

Dokumentnummer

JJR_19891219_OGH0002_010OBS00211_8900000_004

Rechtssatz für 10ObS194/90 10ObS63/91...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0084059

Geschäftszahl

10ObS194/90; 10ObS63/91; 10ObS226/92; 10ObS252/97z; 10ObS73/98b; 10ObS78/99i; 10ObS112/00v; 10ObS64/01m; 10ObS167/02k; 10ObS236/03h; 10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

18.12.1990

Norm

ASVG §153 Abs1
ASVG §153 Abs2

Rechtssatz

§ 153 Abs2 ASVG ist dahingehend auszulegen, dass es sich beim unentbehrlichen Zahnersatz um eine Pflichtleistung, also um eine Leistung handelt, auf die ein Rechtsanspruch besteht.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 194/90
    Entscheidungstext OGH 18.12.1990 10 ObS 194/90
    Veröff: SZ 63/222 = ZAS 1992,97 (Binder) = SSV-NF 4/163
  • 10 ObS 63/91
    Entscheidungstext OGH 30.04.1991 10 ObS 63/91
    Beisatz: Diese Leistung kann allerdings unter Kostenbeteiligung des Versicherten gewährt werden. (T1)
  • 10 ObS 226/92
    Entscheidungstext OGH 13.10.1992 10 ObS 226/92
    Beis wie T1; Veröff: JBl 1993,467 = DRdA 1993,294 (Binder) = SSV-NF 6/114
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Beisatz: Ebenso Zahnbehandlung. (T2)
  • 10 ObS 73/98b
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 10 ObS 73/98b
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: § 153 Abs 1 ASVG. (T3)
  • 10 ObS 78/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 78/99i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: B-KUVG. (T4)
  • 10 ObS 112/00v
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 10 ObS 112/00v
    Ähnlich; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 64/01m
    Entscheidungstext OGH 14.01.2003 10 ObS 64/01m
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Auch eine als untrennbarer Bestandteil einer umfassenden Therapie zur Wiederherstellung der Gesundheit eines Versicherten erbrachte Zahnbehandlung ist eine Zahnbehandlung, die nach Maßgabe der diesbezüglichen Bestimmungen der Satzung zu gewähren ist. (T5)
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; Beisatz: Deren konkrete Ausgestaltung den Sozialversicherugnsträgenr überlassen ist, die sie in ihren Satzungen festzulegen haben. (T6)
  • 10 ObS 236/03h
    Entscheidungstext OGH 21.06.2004 10 ObS 236/03h
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Es besteht kein Anspruch auf vollen Kostenersatz bei einer Pflichtleistung nach § 153 ASVG. (T7)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0084059

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19901218_OGH0002_010OBS00194_9000000_001

Rechtssatz für 10ObS312/92 10ObS174/93...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0085831

Geschäftszahl

10ObS312/92; 10ObS174/93; 10ObS200/93; 10ObS252/97z; 10ObS96/19v

Entscheidungsdatum

23.02.1993

Norm

BSVG §95 Abs3

Rechtssatz

Die Anbringung eines Zahnersatzes ist nur dann zweckmäßig, wenn sie entweder erfolgreich oder zumindest erfolgversprechend war. Erfolgreich und damit zweckmäßig war die Anbringung eines Zahnersatzes, wenn dadurch die Kaufähigkeit für eine ausreichend lange Zeit wiederhergestellt wurde. Die Anbringung eines Zahnersatzes mit einer vierjährigen, bei Metallgerüstprothesen sechsjährigen Haltbarkeitsdauer kann nicht als unwirtschaftlich in Sinn des Sozialversicherungsrechts angesehen werden.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 312/92
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 10 ObS 312/92
    Veröff: SSV-NF 7/22 = DRdA 1993,475 (Mazal) = ZAS 1994/6 S 64
  • 10 ObS 174/93
    Entscheidungstext OGH 09.11.1993 10 ObS 174/93
    Beisatz: Hier: § 133 Abs 2 und § 153 Abs 1 ASVG. (T1) Veröff: EvBl 1994/102 S 509
  • 10 ObS 200/93
    Entscheidungstext OGH 08.02.1994 10 ObS 200/93
    Beisatz: Wenn dadurch die Kauffähigkeit jedenfalls für fünf Jahre wiederhergestellt wird. (T2)
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Ähnlich; Beis wie T1
  • 10 ObS 96/19v
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 10 ObS 96/19v
    Beisatz: Hier: Zweckmäßigkeit eines abnehmbaren Zahnersatzes; kein Kostenersatz für festsitzenden Zahnersatz. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0085831

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19930223_OGH0002_010OBS00312_9200000_002

Rechtssatz für 10ObS174/93 10ObS200/93...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0083804

Geschäftszahl

10ObS174/93; 10ObS200/93; 10ObS252/97z; 1Ob91/99k; 10ObS78/99i; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS112/12m; 10ObS135/14x; 10ObS96/19v

Entscheidungsdatum

09.11.1993

Norm

ASVG §133 Abs2
ASVG §153 Abs1

Rechtssatz

Zweckmäßig ist der Zahnersatz, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. Der Erfolg muss dabei auf eine bestimmte Zeit gewährleistet sein, die den Bestimmungen der Satzung über die neuerliche Übernahme der Kosten entspricht. Der ortsübliche medizinisch-technische Standard eines bestimmten Landes und dessen Anforderungen an die Haltbarkeit von Zahnersatzstücken ist nicht entscheidend.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 174/93
    Entscheidungstext OGH 09.11.1993 10 ObS 174/93
    Veröff: EvBl 1994/102 S 509
  • 10 ObS 200/93
    Entscheidungstext OGH 08.02.1994 10 ObS 200/93
    Beisatz: Die Ersatzpflicht des Versicherungsträgers ist nicht auf österreichische Leistungen nach österreichischem Standard eingeschränkt. (T1)
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    nur: Zweckmäßig ist der Zahnersatz, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. (T2)
  • 1 Ob 91/99k
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 91/99k
    Auch; nur: Zweckmäßig, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die beeinträchtigten Funktionen wiederherzustellen. (T3); Beisatz: Der technisch-medizinische ortsübliche Standard eines bestimmten Landes ist nicht entscheidend. (T4); Beisatz: Gerade Ärzte einer Universitätsklinik, der aufgrund der Verbindung von Lehre und Forschung einerseits und der dort geleisteten Betreuungstätigkeit Patienten gegenüber andererseits eine Sonderstellung zukommt, können sich nicht mit Erfolg darauf berufen, der medizinische Standard eines Nachbarlandes sei ihnen unbekannt und dürfe auch unbeachtet bleiben. (T5); Veröff: SZ 72/91
  • 10 ObS 78/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 78/99i
    Auch; nur T2; Beisatz: Dem entspricht eine Haltbarkeit von fünf Jahren. (T6)
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch
  • 10 ObS 135/14x
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 135/14x
    Auch; nur T3
  • 10 ObS 96/19v
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 10 ObS 96/19v
    Beisatz: Hier: Zweckmäßigkeit eines abnehmbaren Zahnersatzes; kein Kostenersatz für festsitzenden Zahnersatz. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0083804

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19931109_OGH0002_010OBS00174_9300000_001

Rechtssatz für 10ObS174/93 10ObS52/96...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0083823

Geschäftszahl

10ObS174/93; 10ObS52/96; 10ObS252/97z; 10ObS73/98b; 10ObS250/98g; 10ObS78/99i; 10ObS167/02k; 10ObS86/09h; 9Ob32/12i; 10ObS111/13s

Entscheidungsdatum

09.11.1993

Norm

ASVG §133 Abs2

Rechtssatz

Bei mehreren gleichermaßen zweckmäßigen Behandlungsmethoden ist jeweils diejenige zu wählen, die die geringsten Kosten verursacht, bzw bei der die Relation der Kosten zum Nutzen (Heilerfolg) am günstigsten ist.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 174/93
    Entscheidungstext OGH 09.11.1993 10 ObS 174/93
    Veröff: EvBl 1994/102 S 509
  • 10 ObS 52/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 10 ObS 52/96
    Auch; Beisatz: Die Zweckmäßigkeit einer Krankenbehandlung ist auch im Bereich der sozialen Krankenversicherung nicht allein nach ökonomischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Vielmehr tritt die Höhe der Kosten als Argument umso mehr in den Hintergrund, je höher das tangierte Gut zu bewerten ist. Lediglich bei im wesentlichen wirkungsgleichen diagnostischen oder therapeutischen Verfahren wäre das billigste zu wählen. (T1)
    Veröff: SZ 69/80
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 73/98b
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 10 ObS 73/98b
    Vgl auch
  • 10 ObS 250/98g
    Entscheidungstext OGH 18.08.1998 10 ObS 250/98g
    Vgl auch; Veröff: SZ 71/132
  • 10 ObS 78/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 10 ObS 78/99i
    Vgl auch
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
  • 10 ObS 86/09h
    Entscheidungstext OGH 10.11.2009 10 ObS 86/09h
    Beis ähnlich wie T1
  • 9 Ob 32/12i
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 32/12i
    Vgl; Beis wie T1
  • 10 ObS 111/13s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2013 10 ObS 111/13s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0083823

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.01.2014

Dokumentnummer

JJR_19931109_OGH0002_010OBS00174_9300000_003

Rechtssatz für 10ObS4/93 10ObS252/97z...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0053701

Geschäftszahl

10ObS4/93; 10ObS252/97z; 10ObS164/97h; 10ObS320/97z; 10ObS100/98y; 10ObS84/98w; 10ObS51/99v; 10ObS141/02m; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS50/11t; 10ObS112/12m; 10ObS25/17z; 10ObS103/19y; 10ObS84/21g

Entscheidungsdatum

25.10.1994

Norm

ASVG §453
ASVG §455
B-VG Art18
B-VG Art89
GSVG §227

Rechtssatz

Die Satzungen der Träger der Sozialversicherung sind generelle Akte der Selbstverwaltung, die verfassungsrechtlich als Verordnung zu qualifizieren sind. Als Rechtsverordnungen sind sie "gehörig kundzumachen", wobei die Veröffentlichung in der (nach § 31 Abs 3 Z 7 ASVG vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger herauszugebenden) Fachzeitschrift "Soziale Sicherheit" als "gehörige Kundmachung" dieser Rechtsvorschriften gilt.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 4/93
    Entscheidungstext OGH 25.10.1994 10 ObS 4/93
  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
    Auch
  • 10 ObS 164/97h
    Entscheidungstext OGH 04.11.1997 10 ObS 164/97h
    Auch
  • 10 ObS 320/97z
    Entscheidungstext OGH 09.02.1998 10 ObS 320/97z
    Auch; Beisatz: Die Satzung der Tiroler Gebietskrankenkasse 1995 ist gehörig kundgemacht. (T1)
  • 10 ObS 100/98y
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 100/98y
    nur: Die Satzungen der Träger der Sozialversicherung sind als Verordnung zu qualifizieren. (T2)
    Beisatz: Satzung der Sozialversicherungsträger unterliegen dem Legalitätsprinzip. (T3)
  • 10 ObS 84/98w
    Entscheidungstext OGH 01.09.1998 10 ObS 84/98w
    nur T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 51/99v
    Entscheidungstext OGH 16.03.1999 10 ObS 51/99v
    Auch; nur T2; Beis wie T3
  • 10 ObS 141/02m
    Entscheidungstext OGH 27.05.2003 10 ObS 141/02m
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Vgl auch; Beisatz: Die Satzungen der Krankenversicherungsträger sind Rechtsverordnungen. (T4)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch
  • 10 ObS 50/11t
    Entscheidungstext OGH 21.07.2011 10 ObS 50/11t
    Auch; Veröff: SZ 2011/97
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch
  • 10 ObS 25/17z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 ObS 25/17z
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 103/19y
    Entscheidungstext OGH 18.02.2020 10 ObS 103/19y
  • 10 ObS 84/21g
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 10 ObS 84/21g
    Beisatz: Hier: Satzung der Österreichischen Gesundheitskasse. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0053701

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.09.2021

Dokumentnummer

JJR_19941025_OGH0002_010OBS00004_9300000_001

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS64/01m...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108528

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS64/01m; 10ObS194/06m; 10ObS147/17s

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §120 Abs1 Z1
ASVG §153

Rechtssatz

Bei einer Zahnbehandlung - wie bei jeder anderen Krankenbehandlung - ist der Versicherungsfall mit dem Zeitpunkt der Notwendigkeit der Krankenbehandlung anzunehmen, das heißt mit dem faktischen Beginn der Behandlung.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 64/01m
    Entscheidungstext OGH 14.01.2003 10 ObS 64/01m
  • 10 ObS 194/06m
    Entscheidungstext OGH 17.04.2007 10 ObS 194/06m
    Vgl aber; Beisatz: Den Eintritt des Versicherungsfalls der Krankheit nimmt der Gesetzgeber mit dem Beginn der Krankheit (§ 120 Abs 1 Z 1 ASVG) an. Aufgrund des besonders gelagerten Sachverhalts lässt sich aus der Entscheidung 10 ObS 252/97z nicht ableiten, dass für sämtliche Krankheiten der Eintritt des Versicherungsfalls mit dem faktischen Beginn der Behandlung anzunehmen ist. Im Unterschied zum Fall des Zahnersatzes (§ 153 ASVG), in dem die Feststellung des konkreten Zeitpunkts, ab dem Behandlungsbedürftigkeit gegeben ist, problematisch und überaus schwierig ist, und der Ähnlichkeiten zum Fall des Gebrechens (§ 154 ASVG) hat, bildete die bipolare Störung (ein regelwidriger Geisteszustand) des Klägers aufgrund ihrer festgestellten Behandlungsbedürftigkeit und Behandlungsfähigkeit einen eindeutigen Fall einer Krankheit im Sinn des § 120 Abs 1 Z 1 ASVG. (T1); Veröff: SZ 2007/56
  • 10 ObS 147/17s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 10 ObS 147/17s
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108528

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_001

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS147/17...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108529

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS147/17s

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §153 Abs1

Rechtssatz

Gegen § 153 Abs 1 ASVG hegt der Verfassungsgerichtshof keine Bedenken der Verfassungswidrigkeit (VfSlg 13.133 = SozSi 1992, 572).

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108529

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_002

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS167/02...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108530

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS167/02k; 10ObS157/09z; 10ObS38/11b; 10ObS112/12m

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §133 Abs2
ASVG §153
Mustersatzung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger §32 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32 Abs3
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §35
Satzung der Wr Gebietskrankenkasse §32 Abs3
Satzung 2007 der Wr Gebietskrankenkasse §30

Rechtssatz

Es ist verfassungsrechtlich unbedenklich, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbarem und festsitzendem zu differenzieren und letzteren unter bestimmten Gesichtspunkten nur subsidiär für den Fall, dass ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, zu gewähren.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 167/02k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 ObS 167/02k
    Auch; Beisatz: Hier: Zur gleichlautenden Regelung im § 32 der Satzung 1999 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T1)
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Beisatz: Hier: § 30 der Satzung 2007 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T2)
  • 10 ObS 38/11b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 ObS 38/11b
    Auch; Veröff: SZ 2011/59
  • 10 ObS 112/12m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 10 ObS 112/12m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108530

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2013

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_003

Rechtssatz für 10ObS252/97z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108531

Geschäftszahl

10ObS252/97z

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §35
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse Anh1

Rechtssatz

Weder gegen die §§ 32 und 35 noch gegen den Anhang 1 der Satzung der Salzburger Gebietskrankenkasse bestehen Gesetzwidrigkeitsbedenken.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108531

Zuletzt aktualisiert am

07.08.2008

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_004

Rechtssatz für 10ObS252/97z 10ObS157/09...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108532

Geschäftszahl

10ObS252/97z; 10ObS157/09z

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Norm

ASVG §133
ASVG §153 Abs2
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §32
Satzung der sbg Gebietskrankenkasse §35
Satzung 2007 der Wr Gebietskrankenkasse §30

Rechtssatz

Anders als Zahnbehandlung muß Zahnersatz nach § 153 Abs 2 ASVG nicht als Sachleistung erbracht werden; die Satzung kann vielmehr auch anstelle der Sachleistung (bloße) Zuschüsse zu den Kosten des Zahnersatzes vorsehen. Die Satzung wird nicht gehindert, unter dem Gesichtspunkt des Kostenargumentes derartige Ersatzleistungen auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken, sodass der Versicherungsträger die Beschränkung auf - außer bei medizinischer Notwendigkeit - abnehmbaren Zahnersatz durchaus zulässigerweise vornehmen darf.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 252/97z
    Entscheidungstext OGH 19.08.1997 10 ObS 252/97z
  • 10 ObS 157/09z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 ObS 157/09z
    Auch; Beisatz: Hier: § 30 der Satzung 2007 der Wiener Gebietskrankenkasse. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108532

Im RIS seit

18.09.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_005

Entscheidungstext 10ObS252/97z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

10ObS252/97z

Entscheidungsdatum

19.08.1997

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr.Bauer als Vorsitzenden, die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Ehmayr und Dr.Danzl als weitere Richter sowie durch die fachkundigen Laienrichter Divr.Mag.Dr.Gerhard Fuchs (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Mag.Ernst Löwe (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) in der Sozialrechtssache der klagenden Partei Dr.Herbert P*****, vertreten durch Dr.Stefan Hornung, Rechtsanwalt in Salzburg, gegen die beklagte Partei Salzburger Gebietskrankenkasse, 5020 Salzburg, Faberstraße 19-23, vertreten durch Dr.Robert Galler, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen Kostenersatz (S 54.558,--), infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Linz als Berufungsgerichtes in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 22.April 1997, GZ 11 Rs 8/97v-14, womit das Urteil des Landesgerichtes Salzburg als Arbeits- und Sozialgerichtes vom 8.Oktober 1996, GZ 18 Cgs 135/96b-8, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen und zu Recht erkannt:

Spruch

Der Kostenrekurs wird zurückgewiesen.

Im übrigen wird der Revision des Klägers keine Folge gegeben. Der Kläger hat die Kosten seines Rechtsmittels selbst zu tragen.

Text

Entscheidungsgründe:

Bei der beim Kläger mitversicherten Gattin wurden in der Zeit vom 16.3.1995 bis 11.5.1995 Zahnersatzarbeiten im Oberkiefer und in der Zeit vom 15.9.1995 bis 3.1.1996 weitere Behandlungen im Unterkiefer durchgeführt, und zwar wurde im Unterkiefer ein festsitzender, aus 12 Elementen bestehender Zahnersatz eingesetzt. Zu der für die Zahnersatzarbeiten im Oberkiefer auf S 94.988,40 lautenden Rechnung leistete die beklagte Partei einen Zuschuß von S 16.759,20; für die Leistungen im Unterkiefer gewährte die beklagte Partei keinen Kostenersatz. Nach ihrer Satzung 1982 hätte sie hiezu einen Kostenzuschuß von S 12.000,-- zuzüglich 20 % USt zu leisten gehabt. Die Maßnahmen für den Zahnersatz bei der Gattin des Klägers waren grundsätzlich notwendig, jedoch nicht in Form eines festsitzenden Zahnersatzes; vielmehr wäre eine Sanierung auch durch abnehmbaren Zahnersatz möglich gewesen, die Sanierung durch festsitzenden Zahnersatz war jedoch zweckmäßiger.

Mit dem bekämpften Bescheid vom 3.5.1996 wies die beklagte Partei den Antrag des Klägers auf Teilkostenersatz für den festsitzenden Zahnersatz (Zahnkronen) für seine mitversicherte Angehörige ab. In der Begründung des Bescheides wird ausdrücklich darauf Bezug genommen, daß hiebei über das "Teilkostenersatzbegehren" des Versicherten im Zusammenhang mit der Anfertigung eines festsitzenden Zahnersatzes im Unterkiefer der mitversicherten Gattin im Zeitraum 15.9.1995 bis 3.1.1996 laut Privathonorar des Zahnarztes Dr.V***** in Höhe von S 109.116,-- entschieden worden sei.

Mit seiner Klage stellte der Kläger das Begehren, ihm Zuschüsse zu den Kosten des Zahnarztes im gesetzlichen Ausmaß zu bezahlen.

Das Erstgericht wies das (von Amts wegen modifizierte) Klagebegehren des Inhalts, die beklagte Partei sei schuldig, dem Kläger einen Teilkostenersatz für festsitzenden Zahnersatz (Zahnkronen) für seine mitversicherte Angehörige aufgrund der Zahnersatzarbeiten des Facharztes für Zahnheilkunde Dr.V***** im Zeitraum 15.9.1995 bis 3.1.1996 im gesetzlichen Ausmaß zu gewähren, ab. Es beurteilte den eingangs wiedergegebenen Sachverhalt rechtlich - zusammengefaßt - dahin, daß Zahnbehandlung und unentbehrlicher Zahnersatz gemäß § 153 iVm § 121 ASVG als Pflichtleistung unter Kostenbeteiligung des Versicherten zu gewähren seien; die konkrete Ausgestaltung dieser Leistungen sei den Sozialversicherungsträgern überlassen und in deren Satzungen festzulegen. Im gegenständlichen Fall sei für die Oberkieferbehandlungen die Satzung der beklagten Partei aus dem Jahre 1982 idF des Jahres 1993 maßgeblich, für die Sanierungskosten im Unterkiefer hingegen jene aus dem Jahre 1995. Für einen festsitzenden Zahnersatz ohne (wie hier) medizinische Notwendigkeit bestehe keine Kostenübernahmepflicht.

In der mündlichen Berufungsverhandlung modifizierte der Kläger nach Erörterung sein Leistungsbegehren dahingehend, daß dieses betraglich auf die Hälfte der bezahlten Honorarnote des genannten Zahnarztes in Höhe von S 109.116,-- auf restlich S 54.558,-- eingeschränkt wurde. Das Berufungsgericht gab der Berufung des Klägers hierauf keine Folge und bestätigte das Urteil des Erstgerichtes mit der Maßgabe, daß es das Klagebegehren des Inhalts, die beklagte Partei sei schuldig, dem Kläger einen Teilkostenersatz von S 54.558,-- für festsitzenden Zahnersatz (Zahnkronen) für seine mitversicherte Ehefrau aufgrund der Zahnersatzarbeiten des Facharztes für Zahnheilkunde Dr.V***** im Zeitraum vom 15.9.1995 bis 3.1.1996 zu gewähren, abwies. Es sprach weiters aus, daß der Kläger die Kosten des Verfahrens zu tragen habe und die ordentliche Revision zur (erheblichen) Rechtsfrage, welche Satzung der beklagten Partei anzuwenden sei, zulässig sei. Das Berufungsgericht übernahm die rechtliche Beurteilung des Erstgerichtes. Mangels medizinischer Notwendigkeit für einen festsitzenden Zahnersatz im Unterkiefer hätte Anspruch nur auf Sachleistung eines abnehmbaren Zahnersatzes mit Zuzahlung bestanden, wobei auch die Anwendung der Satzung 1995 zu Recht erfolgt sei; gegen diese bestünden auch keine Bedenken hinsichtlich ihrer Gesetzmäßigkeit. Auch die Versicherungsleistung des Zahnersatzes sei am Kriterium, daß das Maß des Notwendigen nicht überschritten werden dürfe, zu messen.

Gegen dieses Urteil richtet sich die auf die Revisionsgründe der Mangelhaftigkeit des Verfahrens, der Aktenwidrigkeit und der unrichtigen rechtlichen Beurteilung gestützte Revision des Klägers mit dem primären Antrag, dieses im Sinne einer gänzlichen Klagsstattgebung abzuändern; hilfsweise wird auch ein Aufhebungsantrag gestellt. Des weiteren wird angeregt, der Oberste Gerichtshof möge beim Verfassungsgerichtshof die Prüfung der Gesetzmäßigkeit der präjudiziellen Bestimmung des § 39 sowie des Anhanges 1 der Satzung der beklagten Partei 1982 idF 1993 beantragen, für den Fall der Anwendung der Satzung 1995 jedoch deren präjudizieller Bestimmungen der §§ 32, 35 und ebenfalls Anhang 1. Schließlich wird auch die Kostenentscheidung des Berufungsgerichtes bekämpft und beantragt, in Stattgebung des "Kostenrekurses" die Verfahrenskosten aller Instanzen nach Billigkeit zu ersetzen.

Die beklagte Partei hat eine Revisionsbeantwortung erstattet.

Rechtliche Beurteilung

Das Rechtsmittel ist - mit Ausnahme des "Kostenrekurses", weil eine Anfechtung der Kostenentscheidung des Gerichtes zweiter Instanz auch in Sozialrechtssachen generell ausgeschlossen ist (SSV-NF 5/37, 8/115 = SZ 67/215, 10 ObS 2397/96i), weshalb dieser als unzulässig zurückgewiesen werden mußte - zulässig, jedoch nicht berechtigt.

Der Oberste Gerichtshof hat hiezu folgendes erwogen:

1.) Die Revisionsgründe der Mangelhaftigkeit und der Aktenwidrigkeit liegen nicht vor (§ 510 Abs 3 dritter Satz ZPO). Die klagende Partei hat selbst in der Streitverhandlung vom 8.10.1996 außer Streit gestellt, daß bei ihrer mitversicherten Gattin eine Sanierung durch abnehmbaren Zahnersatz möglich gewesen wäre, jene durch festsitzenden Zahnersatz jedoch zweckmäßiger war; der Inhalt dieser Außerstreitstellung wurde von der beklagten Partei ihrerseits außer Streit gestellt. Dieses (somit beiderseitige und ausdrückliche) Zugeständnis war daher bereits vom Erstgericht und ebenso auch vom Berufungsgericht ungeprüft zugrundezulegen (§ 266 ZPO), was gleichermaßen auch für den Obersten Gerichtshof zu gelten hat (JBl 1990, 590; 2 Ob 28/94), zumal der Kläger auch von Anfang an qualifiziert, nämlich durch einen Rechtsanwalt vertreten war (§ 87 Abs 3 ASGG).

2.) Nach den für den Obersten Gerichtshof ebenfalls maßgeblichen Feststellungen der Tatsacheninstanzen war allein bescheid- und damit auch allein verfahrensgegenständlich die kostenrechtliche Beurteilung der geltend gemachten Zahnersatzarbeiten im Unterkieferbereich der mitversicherten Angehörigen im Zeitraum vom 15.9.1995 bis 3.1.1996. Die zeitlich davorliegenden (und nicht geltend gemachten, daher auch nicht vom Bescheid der beklagten Partei erfaßten und demgemäß auch nicht von den Gerichten zu prüfenden) Zahnersatzarbeiten auch im Oberkiefer der Genannten waren nicht Gegenstand des bekämpften Bescheides und sind damit auch nicht Gegenstand des vorliegenden Sozialrechtsverfahrens (§ 71 Abs 1 ASGG). Ob es (bei Nichtbehandlung) in weiterer Folge zu einem Versicherungsfall der Krankheit infolge Erkrankung von Zähnen gekommen wäre, ist nicht Gegenstand der Prüfung. Feststellungsmängel liegen damit zu diesem Fragenkomplex nicht vor.

Die Höhe des offenen (und durch die Einschränkung samt Maßgabebestätigung des Berufungsgerichtes von diesem auch spruchmäßig präzise erfaßten) Klagebetrages bildet dabei im Revisionsverfahren keinen Streitpunkt und wird hiegegen auch von keiner der beiden Parteien etwas ins Treffen geführt.

3.) Satzungen eines Versicherungsträgers dienen nicht nur der Ausgestaltung der Innenorganisation, sondern setzen auch objektives Recht für die Versicherten, Beitragspflichtigen, Anspruchsberechtigten und Leistungsbezieher. Die Satzung ist nach herrschender Auffassung eine Rechtsverordnung (VfGH Slg 3709, 5422; SSV-NF 8/105, 10 ObS 2163/96b; jüngst auch Pfeiffer in Entscheidungsbesprechung ZAS 1997, 119), bei deren Erlassung der Versicherungsträger mehrfach gebunden ist: Selbstverständlich ist die Bindung an das Gesetz (Art 18 Abs 2 B-VG), darüber hinaus sind die verbindlichen Bestimmungen der Mustersatzung zu berücksichtigen (§ 455 Abs 2 ASVG; Tomandl in Tomandl, System 14 f; Pfeiffer aaO). Gemäß § 455 Abs 1 ASVG ist die Satzung (und jede ihrer Änderungen) nach Genehmigung durch den Bundesminister für Arbeit und Soziales in der Fachzeitschrift "Soziale Sicherheit" zu verlautbaren. Diese Verlautbarung erfolgte hinsichtlich der hier in Rede stehenden (neuen) Satzung der beklagten Partei vom 26.4.1995 als Amtliche Verlautbarung Nr 66/1995 in SozSi 6/1995, 512 ff. Zahnbehandlung und Zahnersatz werden dabei in den §§ 32 bis 35 samt Anhängen 1 bis 4 geregelt. Nach § 50 Abs 1 trat diese Satzung gemäß § 31 Abs 9 ASVG am nächstfolgenden Monatsersten, also am 1.7.1995, in Kraft. Gleichzeitig trat die bisherige Satzung vom 10.12.1982 (SozSi 1983, 205 [Amtliche Verlautbarung Nr 31/1983] idF SozSi 1994, 335) außer Kraft; nach § 50 Abs 2 ist die aufgehobene Satzung jedoch weiterhin "auf eingetretene Versicherungsfälle sowie bereits geltend gemachte Leistungsansprüche, die vor ihrer Aufhebung verwirklicht wurden, weiterhin anzuwenden".

§ 120 Abs 1 Z 1 ASVG bestimmt, daß der Versicherungsfall der Krankheit mit dem Beginn derselben, das ist des regelwidrigen Körper- oder Geisteszustandes, als eingetreten gilt, der die Krankenbehandlung notwendig macht. Diese Bestimmung findet sich im allgemeinen, mit "Gemeinsame Bestimmungen" übertitelten Abschnitt I des Zweiten Teiles des ASVG betreffend "Leistungen der Krankenversicherung", dessen 5. Unterabschnitt besondere Regelungen über "Zahnbehandlung und Zahnersatz" enthält. Die grundsätzlichen Regelungen für die Krankenbehandlung - speziell § 120 ASVG - sind daher auch auf den Zahnersatz im besonderen anwendbar. Im Lichte der Ausführungen im Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 25.6.1992, G 245/91 ua (Slg 13.133 = SozSi 1992, 573), einerseits sowie des dem Verfassungsgerichtshof folgenden Obersten Gerichtshofes in seiner Entscheidung 10 ObS 226/92 (SSV-NF 6/114 = JBl 1993, 467 = DRdA 1993, 294) andererseits ist damit davon auszugehen, daß bei einer Zahnbehanndlung - wie bei jeder anderen Krankenbehandlung - der Versicherungsfall mit dem Zeitpunkt der Notwendigkeit der Kranken(Zahn)behandlung anzunehmen ist. Der Senat erachtet es als sach- und normgerecht, in einem solchen Fall den Versicherungsfall - damit auch im Sinne der zitierten Übergangsbestimmung der Satzung der beklagten Partei - mit dem faktischen Beginn der Behandlung anzusetzen. Würde man hingegen den Versicherungsfall bereits etwa mit dem Beginn der Behandlungsbedürftigkeit ansetzen, obwohl zB ein Versicherter - aus welchen Gründen immer - den (notwendigen) Zahnarztbesuch immer wieder verschiebt, käme es nicht nur zu beträchtlichen Rückwirkungen alten Rechtes, sondern wäre dies auch gegebenenfalls beweismäßig problematisch und damit letztlich auch im Ergebnis nicht befriedigend (also sachgerecht). Den Eintritt des Versicherungsfalles hingegen mit dem Behandlungsbeginn gleichzusetzen, erspart diese Beweisschwierigkeiten, ermöglicht eine klare zeitliche Abgrenzung in der Rechtsanwendung und ermöglicht damit für den Versicherer, den betroffenen Versicherten und schließlich auch die Gerichte (im Rahmen ihrer sukzessiven Zuständigkeit) eine klare sachliche wie rechtliche Zuordnung. Insoweit folgt der Senat damit auch der in der Revisionsbeantwortung der beklagten Partei relevierten Qualifizierung der verfahrensgegenständlichen Zahnersatzarbeiten im Oberkieferbereich einerseits und zeitlich später im Unterkieferbereich andererseits als "teilbare" Leistungen ohne zwingende medizinische wie auch sozialversicherungsrechtliche "Verknüpfung".

Da bescheid- und damit auch gerichtsanhängig lediglich die geltend gemachten Zahnersatzarbeiten des Zahnarztes Dr.V***** im Unterkieferbereich der Gattin der Klägers aus einer zeitlichen Periode sind, die sowohl hinsichtlich ihres Beginnes als auch ihres Endes nach dem angegebenen Inkrafttretensdatums gelegen ist, folgt für den Obersten Gerichtshof somit unbedenklich, daß diese allein verfahrensgegenständlichen Leistungen ab dem 15.9.1995 auch ausschließlich nach dem Leistungskatalog der neuen Satzung zu beurteilen sind.

4.) Die Zahnbehandlung ist gemäß § 153 Abs 1 ASVG - gegen welche Bestimmung der Verfassungsgerichtshof keine Bedenken der Verfassungswidrigkeit hegte (Slg 13.133 = SozSi 1992, 572) - nach Maßgabe der Bestimmungen der Satzung als Sachleistung (RV 599 BlgNR 7. GP, 59 [zur Stammfassung]) zu gewähren. Zahnbehandlung sowie unentbehrlicher Zahnersatz sind als Pflichtleistung mit Rechtsanspruch gestaltet, wobei jene für letztere nur nach Maßgabe der Satzung zu leisten ist, die "das Nähere" bestimmt (§ 153 Abs 2 letzter Satz ASVG; ausführlich SSV-NF 4/163 = SZ 63/222 = ZAS 1992/12 [zust Binder; derselbe auch in ZAS 1993, 337 ff: Zahnbehandlung und Zahnersatz aus sozialrechtlicher Sicht]; SSV-NF 6/114 = JBl 1993, 467 = DRdA 1993, 294; SSV-NF 9/90). Zutreffend hat schon das Berufungsgericht darauf hingewiesen, daß Zahnbehandlung wie Zahnersatz - wie überhaupt jede Krankenbehandlung - ausreichend und zweckmäßig sein müssen, jedoch das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen (SSV-NF 6/114, 7/22, 7/112 - was im übrigen auch der Revisionswerber selbst als allgemeinen Grundsatz der Krankenbehandlung für diese Art der Sachleistung ausdrücklich als richtig zugesteht: S 8 des Rechtsmittels). Die verfahrensgegenständlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Anfertigung des Zahnersatzes der Gattin des Klägers waren medizinisch (auch seitens der beklagten Partei unbedenklich) an sich notwendig, hätten jedoch (so auch vom Kläger selbst ausdrücklich zugestanden und für den Obersten Gerichtshof bindend) auch mittels abnehmbaren Zahnersatzes (medizinisch erfolgreich und damit das Maß des Notwendigen nicht überschreitend) vorgenommen werden können. Nach § 32 Abs 3 zweiter Satz der maßgeblichen Satzung 1995 wird "festsitzender Zahnersatz nur dann erbracht, wenn ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen [um - siehe Abs 2 - "eine Gesundheitsstörung zu vermeiden oder zu beseitigen"; diese Umschreibung entspricht dabei § 32 Abs 2 der Mustersatzung des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger vom 19.12.1994, kundgemacht Amtliche Verlautbarung Nr 2/1995, SozSi 1995, 33 ff; vgl hiezu auch Kletter, Die Neuregelung von Zahnbehandlung und Zahnersatz in der Mustersatzung 1994, SozSi 1995, 239] nicht möglich ist", wobei im folgenden mehrere (hier allesamt nicht vorliegende und daher auch nicht weiter wiederzugebende) Fallgruppen im einzelnen aufgezählt werden. Der zu leistende Ersatzkatalog für unentbehrlichen Zahnersatz ist in § 35 der Satzung näher aufgeschlüsselt. Für festsitzenden Zahnersatz ohne diese medizinische Notwendigkeit übernimmt die Kasse (beklagte Partei) nach § 32 Abs 3 letzter Satz ihrer Satzung 1995 keine Kosten.

In seiner Entscheidung 10 ObS 174/93, veröffentlicht in SSV-NF 7/112, hat der Oberste Gerichtshof ausgesprochen, daß auf den Zahnersatz bezogen Zweckmäßigkeit dann gegeben ist, wenn die gesetzten Maßnahmen nach dem anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Maßnahme objektiv geeignet waren, die durch das Fehlen von Zähnen oder Zahnstücken bzw durch schadhafte Zähne beeinträchtigten Funktionen des Kauens, Beißens oder Sprechens wiederherzustellen. Das Maß des Notwendigen (als grundsätzliches Ziel einer Krankenbehandlung) bestimmt sich zwar aus dem Zweck der Leistung; notwendig ist jedoch (nur) jene Maßnahme, die zur Erreichung des Zweckes unentbehrlich oder unvermeidbar ist. Es sollen mit dieser Einschränkung nicht unbedingt notwendige und kostenintensive Maßnahmen vermieden und damit die finanzielle Belastung in Grenzen gehalten und damit auch dem Gebot der Wirtschaftlichkeit der Krankenbehandlung zum Durchbruch verholfen werden. Bei mehreren gleichermaßen zweckmäßigen Behandlungsmethoden ist jeweils diejenige zu wählen, welche die geringsten Kosten verursacht, bzw bei der die Relation der Kosten zum Nutzen (Heilerfolg) am günstigsten ist. Dieses vom Obersten Gerichtshof auch in anderem Zusammenhang - nämlich bei der Beurteilung alternativ-medizinischer (Außenseiter-)Methoden- in den Vordergrund

gerückte Prinzip der Kostenbegrenzung (vgl etwa 10 ObS 52/96 = SSV-NF

10/30 = JBl 1997, 126) ist grundlegend in § 133 Abs 2 ASVG

(betreffend den Umfang einer Krankenbehandlung) verankert; der Senat erachtet es als jedenfalls (entgegen der Argumentation des Revisionswerbers) verfassungsrechtlich unbedenklich, bei einem auch als Pflichtleistung zu erbringenden Zahnersatz zwischen abnehmbaren und festsitzenden zu differenzieren und letzteren unter den gezeigten Gesichtspunkten nur subsidiär für den Fall, daß ein abnehmbarer Zahnersatz aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, zu gewähren. Jedenfalls fehlen für die vom Revisionswerber in diesem Zusammenhang sogar als "Willkür" und damit Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz qualifizierten Kriterien jegliche Anhaltspunkte. Darauf, daß - unter Zitierung von Printmedienberichten seines Bundeslandes - die gegenüber der früheren Satzungslage (1982) restriktivere Neuregelung seit 1995 "breiten Teilen der Bevölkerung unerklärlich" sei, kann es nicht ankommen. Der Senat hegt weder gegen die §§ 32 und 35 (deren Anfechtung der Kläger überdies nur generell und nicht, soweit für das gegenständliche Verfahren präjudiziell, punktuell anstrebt) noch gegen den Anhang 1 der Satzung (den der Kläger ebenfalls undifferenziert für gesetzwidrig erachtet) an den Verfassungsgerichtshof heranzutragende Gesetzwidrigkeitsbedenken. Hinsichtlich der (ebenfalls zur Anfechtung angeregten) Satzung 1982 fehlt es schon - mangels Anwendbarkeit - am Erfordernis der Präjudizialität.

5.) Wie der Oberste Gerichtshof in seiner mehrfach veröffentlichten Grundsatzentscheidung 10 ObS 194/90 (SSV-NF 4/163 = SZ 63/222) bereits mit ausführlicher Auseinandersetzung auch des gesamten einschlägigen Fachschrifttums ausgeführt hat, ist die Zahnbehandlung nach dem ASVG als Pflichtleistung gestaltet, wobei sich an Ergebnis und Begründungsargumentation auch durch die zeitlich späteren Veröffentlichungen von Kletter (Die höchstgerichtliche "Neuregelung" von Zahnbehandlung und Zahnersatz, in ZAS 1994, 43 ff) bzw Mosler (in Strasser, Arzt und gesetzliche Krankenversicherung, 56 ff) nichts geändert hat, was Zweifel an der Richtigkeit dieser Judikatur erwecken könnte. Während allerdings sonst die Satzung darauf beschränkt ist, in bestimmten Fällen Mehrleistungen gegenüber dem gesetzlichen Standard vorzusehen, wird bei der Zahnbehandlung die Eingrenzung und Konkretisierung des Leistungsanspruches selbst der Satzung übertragen. In der (hier maßgeblichen und bereits weiter oben unter Quellenangabe zitierten) Mustersatzung des Hauptverbandes wird der Leistungsumfang konkretisiert (§ 32) und die Zahnbehandlung im Umfang der Anhänge 1 bis 3 geleistet (§ 32 Abs 1); die Anhänge zählen die Leistungen, die als Sachleistungen erbracht werden oder für die ein Kostenzuschuß geleistet wird, einzeln auf. Unentbehrlicher Zahnersatz hingegen kann nach § 153 Abs 2 ASVG unter Kostenbeteiligung des Versicherten gewährt werden (so auch § 35 Abs 1 und 2 der Mustersatzung, soweit nicht ein anderweitiger Anspruch etwa aus gesetzlicher Unfallversicherung besteht, was hier nicht zutrifft). Anders als Zahnbehandlung muß Zahnersatz nach dem bereits mehrfach zitierten § 153 Abs 2 ASVG nicht als Sachleistung erbracht werden; die Satzung kann vielmehr auch anstelle der Sachleistung (bloße) Zuschüsse zu den Kosten des Zahnersatzes vorsehen. Nach Ansicht des Verfassungsgerichtshofes ist der Gestaltungsspielraum der Versicherungsträger hiebei zwar insofern eingeschränkt, als auch die Zuschußleistung noch den Begriff der Kostenbeteiligung entsprechen müsse (Slg 13.571, welche Entscheidung ebenfalls einen festsitzenden Zahnersatz betraf), allerdings wird die Satzung - wie bereits weiter oben ausgeführt - hiedurch nicht gehindert, unter dem Gesichtspunkt des Kostenargumentes derartige Ersatzleistungen auf den unbedingt notwendigen Zahnersatz zu beschränken, sodaß die beklagte Partei die Beschränkung auf - außer bei medizinischer Notwendigkeit - abnehmbaren Zahnersatz durchaus zulässigerweise (und ohne hiedurch verfassungsrechtliche Bedenken auszulösen) vornehmen durfte. Da im konkreten, zur Prüfung anstehenden Fall die Gattin des Klägers nur einen festsitzenden Zahnersatz ohne medizinische Notwendigkeit (im weiter oben definierten Sinne) beanspruchte und auch eingesetzt erhielt, mangelte es vorliegendenfalls somit tatsächlich an einer Anspruchsvoraussetzung nach § 133 ASVG iVm den bereits wiedergegebenen Paragraphen der maßgeblichen Muster - bzw Ausführungssatzung.

In der Abweisung des (modifizierten/eingeschränkten) Klagebegehrens durch das Berufungsgericht, dessen rechtliche Beurteilung der Oberste Gerichtshof billigt, ist eine rechtliche Fehlbeurteilung sohin nicht zu erblicken.

Der Revision des Klägers war daher ein Erfolg zu versagen.

Die Kostenentscheidung stützt sich auf § 77 Abs 1 Z 2 lit b ASGG.

Anmerkung

E47479 10C02527

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:010OBS00252.97Z.0819.000

Dokumentnummer

JJT_19970819_OGH0002_010OBS00252_97Z0000_000