Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob503/84 2Ob609/88 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037860

Geschäftszahl

4Ob503/84; 2Ob609/88; 2Ob531/91; 1Ob606/95; 2Ob524/95; 2Ob2390/96a; 1Ob266/97t; 8Ob205/99a; 4Ob181/00x; 6Ob182/00h; 7Ob3/02w; 1Ob73/03x; 3Ob58/12v; 2Ob154/12d; 1Ob204/17g

Entscheidungsdatum

03.04.1984

Norm

KSchG §13
ZPO §84 Abs3 I
ZPO §226 IIIA
ZPO §226 Abs1 IIIC
ZPO §396 B

Rechtssatz

Die rechtserzeugenden Tatsachen des § 13 KSchG hat der Unternehmer gemäß § 226 Abs 1 ZPO schon in der Klage anzuführen. Fehlt es an entsprechenden Behauptungen, dann kann der Klageanspruch aus den vorgebrachten Tatsachen nicht abgeleitet werden; das Klagebegehren ist in diesem Fall gemäß § 396 ZPO mangels Schlüssigkeit mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 503/84
    Entscheidungstext OGH 03.04.1984 4 Ob 503/84
    Veröff: SZ 57/69 = RdW 1984,308
  • 2 Ob 609/88
    Entscheidungstext OGH 06.12.1988 2 Ob 609/88
  • 2 Ob 531/91
    Entscheidungstext OGH 09.11.1991 2 Ob 531/91
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch; Beisatz: Hier: Fehlende Behauptung, dem Beklagten eine qualifizierte Mahnung zugesandt zu haben. Beim Vorbringen der klagenden Partei, die Voraussetzungen nach § 13 KSchG lägen vor, handelt es sich nicht um eine tatsächliche Behauptung, sondern nur um eine Rechtsausführung. (T1)
  • 2 Ob 524/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1996 2 Ob 524/95
    Auch; Beis wie T1 nur: Hier: Fehlende Behauptung, dem Beklagten eine qualifizierte Mahnung zugesandt zu haben. (T2)
    Beisatz: Unvollständiges und somit unschlüssiges Vorbringen ist dann nicht verbesserungsfähig, falls eine sachliche Erledigung - wenn auch nicht im stattgebenden Sinn - nicht ausgeschlossen ist. (T3)
  • 2 Ob 2390/96a
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2390/96a
    Auch; nur: Fehlt es an entsprechenden Behauptungen, dann kann der Klageanspruch aus den vorgebrachten Tatsachen nicht abgeleitet werden; das Klagebegehren ist in diesem Fall gemäß § 396 ZPO mangels Schlüssigkeit mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen. (T4)
  • 1 Ob 266/97t
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 266/97t
    Auch; nur: Die rechtserzeugenden Tatsachen des § 13 KSchG hat der Unternehmer gemäß § 226 Abs 1 ZPO schon in der Klage anzuführen. (T5)
    Beisatz: Die vom Unternehmer zur Geltendmachung des Terminsverlusts eingebrachte Klage ist daher nur dann schlüssig, wenn sie entsprechende Behauptungen über den Eintritt jener tatsächlichen Voraussetzungen enthält, von denen § 13 KSchG die Ausübung des Rechts abhängig macht. (T6)
  • 8 Ob 205/99a
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 8 Ob 205/99a
  • 4 Ob 181/00x
    Entscheidungstext OGH 18.07.2000 4 Ob 181/00x
    Auch
  • 6 Ob 182/00h
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 182/00h
    Vgl auch; Beisatz: Im vorliegenden Fall mangelte es bereits an der hinreichenden Bestimmtheit des geltend gemachten Rechtsgrundes. Es bleibt nach dem Klagevorbringen unklar, ob das Begehren auf den Rückzahlungsanspruch aus einem gewährten Darlehen bzw Kredit gestützt wird oder die Beklagte auf Grund ihrer Haftung als Bürgin in Anspruch genommen werden soll oder ob der eine Klagegrund primär und der andere hilfsweise geltend gemacht wird. Insbesondere wurde zur Fälligkeit des eingeklagten Anspruches in der Klage überhaupt kein Vorbringen erstattet. (T7)
    Beis ähnlich wie T6; Beisatz: In der Klage wird die Beklagte als "Pensionistin" bezeichnet, weshalb die Eigenschaft der Beklagten als Verbraucherin im Sinn des § 1 Abs 1 Z 2 KSchG zu vermuten ist. (T8); Beis wie T3
  • 7 Ob 3/02w
    Entscheidungstext OGH 30.01.2002 7 Ob 3/02w
    nur T5
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Vgl aber; Beisatz: Unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben, doch hat der Verhandlungsrichter gemäß § 182 Abs 1 ZPO darauf hinzuwirken, dass die für die Entscheidung erheblichen tatsächlichen Angaben gemacht oder ungenügende Angaben über die zur Begründung des Anspruchs geltend gemachten Umstände vervollständigt bzw klargestellt werden. (T9)
  • 3 Ob 58/12v
    Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 58/12v
    Vgl; Beis wie T3
  • 2 Ob 154/12d
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 154/12d
    Auch; nur T5
  • 1 Ob 204/17g
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 204/17g
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0037860

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19840403_OGH0002_0040OB00503_8400000_001

Rechtssatz für 4Ob521/85 4Ob111/85 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0036173

Geschäftszahl

4Ob521/85; 4Ob111/85; 1Ob545/86; 7Ob510/87; 7Ob729/87; 2Ob13/88; 7Ob1513/88; 8Ob16/88; 4Ob1009/88; 10ObS213/88; 3Ob53/90; 3Ob48/90; 3Ob103/90; 1Ob7/91; 6Ob527/92 (6Ob528/92); 1Ob595/94; 5Ob549/95; 1Ob2049/96x; 8ObA2308/96m; 2Ob2390/96a; 8Ob216/97s; 9ObA214/97d; 8Ob205/99a; 6Ob321/00z; 1Ob73/03x; 1Ob99/03w; 3Ob61/06a; 10ObS146/06b; 6Ob224/07w; 10ObS150/09w; 6Ob10/10d; 16Ok1/11; 2Ob174/12w; 10ObS55/16k; 1Ob26/18g; 18OCg1/18y; 4Ob190/18x

Entscheidungsdatum

10.09.1985

Norm

ZPO §84 I
ZPO §474 Abs2
ZPO §495
ZPO §536

Rechtssatz

Wohl lassen die §§ 84, 474 Abs 2 und 495 ZPO idF der ZVN 1983 auch eine Verbesserung einer Berufungsschrift zu, in der vorgeschriebenes Vorbringen fehlt. Inhaltliche Mängel eines Schriftsatzes im Sinne sachlich unrichtiger oder unschlüssiger Ausführungen sind jedoch auch nach dem neuen Recht nicht verbesserungsfähig. Der weitergehenden Ansicht von Konecny (Zur Erweiterung der Verbesserungsvorschriften, JBl 1984,13), der auch Unschlüssigkeiten für verbesserbar hält, kann nicht gefolgt werden.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 521/85
    Entscheidungstext OGH 10.09.1985 4 Ob 521/85
    Veröff: EvBl 1985/153 S 695
  • 4 Ob 111/85
    Entscheidungstext OGH 01.10.1985 4 Ob 111/85
    Beisatz: Hier: Revision (T1)
  • 1 Ob 545/86
    Entscheidungstext OGH 03.09.1986 1 Ob 545/86
    Beis wie T1; Veröff: RdW 1987,54
  • 7 Ob 510/87
    Entscheidungstext OGH 26.03.1987 7 Ob 510/87
  • 7 Ob 729/87
    Entscheidungstext OGH 21.01.1988 7 Ob 729/87
  • 2 Ob 13/88
    Entscheidungstext OGH 23.03.1988 2 Ob 13/88
    nur: Wohl lassen die §§ 84, 474 Abs 2 und 495 ZPO idF der ZVN 1983 auch eine Verbesserung einer Berufungsschrift zu, in der vorgeschriebenes Vorbringen fehlt. Inhaltliche Mängel eines Schriftsatzes im Sinne sachlich unrichtiger oder unschlüssiger Ausführungen sind jedoch auch nach dem neuen Recht nicht verbesserungsfähig. (T2)
  • 7 Ob 1513/88
    Entscheidungstext OGH 28.04.1988 7 Ob 1513/88
    nur T2; Beisatz: Dies gilt insbesondere für nicht dem Gesetz gemäß ausgeführte (von einem feststellungsfremden Sachverhalt ausgehende) Rechtsmittel. (T3)
  • 8 Ob 16/88
    Entscheidungstext OGH 19.05.1988 8 Ob 16/88
    nur T2
  • 4 Ob 1009/88
    Entscheidungstext OGH 12.07.1988 4 Ob 1009/88
    Auch; Beisatz: Hier: Klage (T4)
  • 10 ObS 213/88
    Entscheidungstext OGH 06.09.1988 10 ObS 213/88
    nur: Inhaltliche Mängel eines Schriftsatzes im Sinne sachlich unrichtiger oder unschlüssiger Ausführungen sind jedoch auch nach dem neuen Recht nicht verbesserungsfähig. (T5); Beis wie T3; Beisatz: Gilt auch für Rechtsmittel, in denen unter dem unrichtig bezeichneten Berufungsgrund der unrichtigen rechtlichen Beurteilung inhaltlich nur die Berufungsgründe der unrichtigen Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung sowie der Mangelhaftigkeit des Verfahrens ausgeführt wurden. (T6)
  • 3 Ob 53/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 3 Ob 53/90
    nur T5; Beisatz: Dies gilt bei Anträgen, die nur wegen eines Rechtsirrtums unschlüssig sind, nur dann, wenn sich der Antragsteller ausdrücklich auf die Vollständigkeit und Richtigkeit des Antrages beruft. (T7)
  • 3 Ob 48/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 3 Ob 48/90
    nur T5; Beis wie T7; Veröff: SZ 63/99
  • 3 Ob 103/90
    Entscheidungstext OGH 28.11.1990 3 Ob 103/90
    nur T5; Beis wie T7
  • 1 Ob 7/91
    Entscheidungstext OGH 24.04.1991 1 Ob 7/91
    nur T5; Veröff: SZ 64/45 = EvBl 1991/144 S 603 = RdW 1992,306
  • 6 Ob 527/92
    Entscheidungstext OGH 24.09.1992 6 Ob 527/92
    nur T5
  • 1 Ob 595/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1994 1 Ob 595/94
    nur T5; Beisatz: Zu den inhaltlichen Mängeln zählt auch ein unbestimmter Rechtsmittelantrag. (T8)
  • 5 Ob 549/95
    Entscheidungstext OGH 28.11.1995 5 Ob 549/95
    Vgl auch; nur T5; Beisatz: Hier: Keine Verbesserung, wenn in der Aufkündigung lediglich vorgebracht wird, die Beklagte sei Mieterin eines KFZ-Abstellplatzes in der der klagenden Partei gehörigen "Großgarage". (T9)
  • 1 Ob 2049/96x
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2049/96x
    Auch
  • 8 ObA 2308/96m
    Entscheidungstext OGH 14.11.1996 8 ObA 2308/96m
    Vgl aber; nur T5; Beisatz: Durch die ZVN 1983 wurde die Möglichkeit der Verbesserung von fristgebundenen Schriftsätzen auch für Inhaltsmängel erheblich erweitert, soferne die Formvorschriften nicht absichtlich und missbräuchlich verletzt wurden. (T10) Veröff: SZ 69/256
  • 2 Ob 2390/96a
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2390/96a
    Auch
  • 8 Ob 216/97s
    Entscheidungstext OGH 28.08.1997 8 Ob 216/97s
    nur T2; Beis wie T3
  • 9 ObA 214/97d
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 9 ObA 214/97d
    Beis wie T1
  • 8 Ob 205/99a
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 8 Ob 205/99a
    nur T5
  • 6 Ob 321/00z
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 321/00z
    Vgl auch; nur T5; Beis wie T1
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Gegenteilig; Beisatz: Vor der Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens ist stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen. (T11)
  • 1 Ob 99/03w
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 99/03w
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Rechtsmittel, welches deshalb nicht gesetzmäßig ausgeführt ist, weil es nicht ausführt, weshalb die rechtliche Beurteilung der angefochtenen Entscheidung unrichtig erscheint. (T12)
  • 3 Ob 61/06a
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 61/06a
    Vgl auch; Beisatz: Dass ein Rechtsmittel nicht in allen von der Anfechtung betroffenen Punkten gesetzmäßig ausgeführt ist, gibt keinen Anlass für eine Verbesserung. (T13)
  • 10 ObS 146/06b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2006 10 ObS 146/06b
    Vgl auch; Beisatz: Auch in Bezug auf die Verbesserung einer Rechtsmittelklage sind dieselben Regeln anzuwenden wie bei Rechtsmitteln. (T14)
  • 6 Ob 224/07w
    Entscheidungstext OGH 07.11.2007 6 Ob 224/07w
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unzulässiger Verweisung im Revisionsrekurs auf Inhalt und Anträge in der Rekursschrift. (T15); Veröff: SZ 2007/174
  • 10 ObS 150/09w
    Entscheidungstext OGH 20.10.2009 10 ObS 150/09w
    Vgl auch
  • 6 Ob 10/10d
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 6 Ob 10/10d
    Vgl auch; Beis wie T15
  • 16 Ok 1/11
    Entscheidungstext OGH 22.03.2011 16 Ok 1/11
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T15
  • 2 Ob 174/12w
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 2 Ob 174/12w
    Vgl; nur T2; Beisatz: Die nicht gesetzmäßige Ausführung eines Rechtsmittels bzw von Rechtsmittelgründen kann nicht zur Einleitung eines (weiteren) Verbesserungsverfahrens führen. (T16)
  • 10 ObS 55/16k
    Entscheidungstext OGH 07.06.2016 10 ObS 55/16k
    Vgl auch; Beis wie T16
  • 1 Ob 26/18g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 1 Ob 26/18g
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Eine Berufung, die nur unzulässige Inhalte aufweist ist wie eine nur aus unzulässigen Rechtsmittelgründen erhobene einer gesetzlich unzulässigen Berufung gleichzustellen und daher zurückzuweisen. (T17)
  • 18 OCg 1/18y
    Entscheidungstext OGH 21.08.2018 18 OCg 1/18y
    Beisatz: Hier: Aufhebungsklage gegen einen Schiedsspruch. (T18)
  • 4 Ob 190/18x
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 190/18x
    Auch

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0036173

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19850910_OGH0002_0040OB00521_8500000_001

Rechtssatz für 1Ob49/87 4Ob141/93 1Ob4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0034695

Geschäftszahl

1Ob49/87; 4Ob141/93; 1Ob4/94; 1Ob561/95; 2Ob2390/96a; 9Ob143/99s; 9Ob260/00a; 8Ob12/01z; 7Ob325/01x; 8ObA117/02t; 5Ob212/04v; 1Ob45/05g; 1Ob245/05v; 7Ob274/05b; 6Ob279/08k; 1Ob60/13z; 1Ob65/14m; 1Ob211/14g

Entscheidungsdatum

21.12.1987

Norm

ABGB §1497 III
B - VG Art7
MRK Art6 Abs1 II4
ZPO §74 IIa
ZPO §84 I

Rechtssatz

Um dem Kläger gleichwertigen Rechtsschutz wie dem Beklagten zu gewähren, sind Eingaben, mit welchen zwar nur die Bewilligung der Verfahrenshilfe einschließlich der Beigebung eines Rechtsanwaltes begehrt wird, deren Inhalt aber den Sachverhalt und das Begehren der beabsichtigten Klage deutlich erkennen lässt, so dass sie nach Verbesserung auch als Klageschrift in Behandlung gezogen werden können, bereits als Klagen zu beurteilen, so dass die erforderlichen Verbesserungsaufträge zu erteilen sind. Die (fristgerecht) wiedereingebrachte Klage unterbricht die Verjährung unter den weiteren Voraussetzungen des § 1497 ABGB.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 49/87
    Entscheidungstext OGH 21.12.1987 1 Ob 49/87
    Veröff: SZ 60/286 = RZ 1988/26 S 114 = JBl 1988,527
  • 4 Ob 141/93
    Entscheidungstext OGH 19.10.1993 4 Ob 141/93
    Auch
  • 1 Ob 4/94
    Entscheidungstext OGH 22.06.1994 1 Ob 4/94
  • 1 Ob 561/95
    Entscheidungstext OGH 23.06.1995 1 Ob 561/95
  • 2 Ob 2390/96a
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2390/96a
    Auch
  • 9 Ob 143/99s
    Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 Ob 143/99s
    Auch
  • 9 Ob 260/00a
    Entscheidungstext OGH 06.12.2000 9 Ob 260/00a
  • 8 Ob 12/01z
    Entscheidungstext OGH 15.02.2001 8 Ob 12/01z
    Beisatz: Dies gilt auch im Bereich des § 95 EheG, wenn bereits im Verfahrenshilfeantrag der Aufteilungsanspruch ausreichend deutlich dargestellt wird. (T1)
  • 7 Ob 325/01x
    Entscheidungstext OGH 17.04.2002 7 Ob 325/01x
    Auch; Beis wie T1
  • 8 ObA 117/02t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 8 ObA 117/02t
    Auch; Veröff: SZ 2002/180
  • 5 Ob 212/04v
    Entscheidungstext OGH 29.10.2004 5 Ob 212/04v
    Beisatz: Ein Antrag auf abhandlungsgerichtliche Genehmigung einer (angeschlossenen) Klage unterbricht die Verjährung. (T2); Veröff: SZ 2004/154
  • 1 Ob 45/05g
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 1 Ob 45/05g
    Auch; Beisatz: Lediglich dann, wenn der Antrag auf Bewilligung der Verfahrenshilfe bereits als verfahrenseinleitender Schriftsatz zu beurteilen ist, wenn er also den Sachverhalt und das Begehren individualisiert und deutlich erkennen lässt, wird dadurch bereits der Lauf der Frist unterbrochen. (T3)
  • 1 Ob 245/05v
    Entscheidungstext OGH 31.01.2006 1 Ob 245/05v
    Vgl aber; Beisatz: Nach Gewährung von Verfahrenshilfe und Beigebung eines Rechtsanwalts ist es Sache der Partei bzw deren Rechtsvertreters, zu entscheiden, ob eine Klage (wieder) eingebracht wird. Es bedarf keines „Verbesserungsauftrags" des Gerichts, die Zurückstellung der Eingabe ist - entgegen der in SZ 60/286 vertretenen und vereinzelt gebliebenen Ansicht - ausreichend. (T4)
  • 7 Ob 274/05b
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 7 Ob 274/05b
    Beis wie T3; Beisatz: Eine die Frist des § 12 Abs 3 VersVG wahrende (Unterbrechungs-)Wirkung kann einem Verfahrenshilfeantrag jedenfalls nur im Fall seiner (fristgemäß verbesserten) Wiedereinbringung zukommen; nämlich dann, wenn dieser Antrag später bewilligt wird, und schließlich ein aufgrund dieser (fristwahrenden) Antragstellung bestellter Verfahrenshelfer die formgerechte Deckungsklage erhebt. (T5)
  • 6 Ob 279/08k
    Entscheidungstext OGH 15.01.2009 6 Ob 279/08k
    Vgl; Beisatz: Hier: Ausdrücklich als „Klage und Antrag" bezeichneter als Telefax eingebrachter Schriftsatz. (T6); Beisatz: Der Kläger beantragte nicht nur die Verfahrenshilfe als solche, sondern er führte aus, er beantrage die Beigebung eines Verfahrenshelfers, um seine „Klage" (womit er sich offenbar auf die genannte Eingabe bezog) unterfertigen zu lassen. Aus dem Gesamtzusammenhang seines Vorbringens war zu erkennen, dass der Kläger damit nicht bloß einen die spätere Inanspruchnahme des Beklagten vorbereitenden Schritt setzen, sondern den Beklagten bereits unmittelbar in Anspruch nehmen wollte. (T7)
  • 1 Ob 60/13z
    Entscheidungstext OGH 21.05.2013 1 Ob 60/13z
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 65/14m
    Entscheidungstext OGH 24.04.2014 1 Ob 65/14m
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 211/14g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 211/14g
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0034695

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2015

Dokumentnummer

JJR_19871221_OGH0002_0010OB00049_8700000_001

Rechtssatz für 2Ob2390/96a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0106637

Geschäftszahl

2Ob2390/96a

Entscheidungsdatum

23.01.1997

Norm

ABGB §151 Abs1
ABGB §865

Rechtssatz

Ergibt sich bereits aus der Klage die fehlende Geschäftsfähigkeit des Beklagten zum Zeitpunkte der Darlehensgewährung wegen Minderjährigkeit, dann hat der Kläger das Vorliegen einer Ausnahme hievon zu behaupten und zu beweisen.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0106637

Dokumentnummer

JJR_19970123_OGH0002_0020OB02390_96A0000_001

Rechtssatz für 2Ob2390/96a 1Ob2297/96t...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0106638

Geschäftszahl

2Ob2390/96a; 1Ob2297/96t; 9Ob423/97i; 6Ob106/98a; 2Ob206/97a; 8Ob225/98s; 8ObA147/01b; 6Ob150/01d; 3Ob37/04v; 7Ob311/04t; 7Ob26/05g; 2Ob129/05t; 1Ob81/07d; 9ObA27/07x; 2Ob21/07p; 1Ob239/07i; 9ObA127/08d; 5Ob168/08d; 7Ob67/09t; 7Ob232/09g; 2Ob34/11f; 3Ob126/13w; 3Ob125/13y; 2Ob88/13z; 16Ok13/13; 4Ob200/14m; 2Ob191/14y; 4Ob231/14w; 4Ob230/14y; 4Ob33/15d; 4Ob6/15h; 3Ob256/16t; 1Ob6/17i; 4Ob115/17s; 6Ob164/16k; 7Ob186/17d; 1Ob1/19g

Entscheidungsdatum

23.01.1997

Norm

ZPO §226 I
ZPO §226 IIA
ZPO §226 IIIA
ZPO §266 B

Rechtssatz

Die für die Anwendung einer bestimmten Rechtsnorm erforderlichen Tatsachen müssen in einem Verfahren, in dem kein Untersuchungsgrundsatz gilt, durch Parteienbehauptungen in den Prozess eingeführt werden. Dabei trifft jede Partei die Behauptungslast und Beweislast für die Tatsachen, die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnorm sind. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 2390/96a
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2390/96a
  • 1 Ob 2297/96t
    Entscheidungstext OGH 28.10.1997 1 Ob 2297/96t
    Auch; nur: Es ist Sache der Parteien, die für sie günstigen Tatsachen zu behaupten. (T1)
  • 9 Ob 423/97i
    Entscheidungstext OGH 28.01.1998 9 Ob 423/97i
    nur: Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T2)
  • 6 Ob 106/98a
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 6 Ob 106/98a
  • 2 Ob 206/97a
    Entscheidungstext OGH 12.11.1998 2 Ob 206/97a
    Auch; nur: Dabei trifft jede Partei die Behauptungslast und Beweislast für die Tatsachen, die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnorm sind. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T3)
  • 8 Ob 225/98s
    Entscheidungstext OGH 18.03.1999 8 Ob 225/98s
  • 8 ObA 147/01b
    Entscheidungstext OGH 15.11.2001 8 ObA 147/01b
  • 6 Ob 150/01d
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 6 Ob 150/01d
    nur T3
  • 3 Ob 37/04v
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 3 Ob 37/04v
    Vgl auch; nur T1
  • 7 Ob 311/04t
    Entscheidungstext OGH 16.03.2005 7 Ob 311/04t
    Auch
  • 7 Ob 26/05g
    Entscheidungstext OGH 02.03.2005 7 Ob 26/05g
    Auch
  • 2 Ob 129/05t
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 2 Ob 129/05t
    Auch
  • 1 Ob 81/07d
    Entscheidungstext OGH 14.08.2007 1 Ob 81/07d
    Auch
  • 9 ObA 27/07x
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 9 ObA 27/07x
    Auch; nur T2; Beisatz: Es ist nicht Sache der klagenden Partei, ohne diesbezüglichen Einwand der beklagten Partei vorweg das Fehlen anspruchshindernder Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T4)
  • 2 Ob 21/07p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 21/07p
    Auch; nur: Es trifft jede Partei die Behauptungslast und Beweislast für die Tatsachen, die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnorm sind. (T5)
    Beisatz: Diese allgemeine Beweisregel gelangt auch bei Schutznormverletzungen zur Anwendung. (T6)
    Veröff: SZ 2007/199
  • 1 Ob 239/07i
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 1 Ob 239/07i
    nur: Die für die Anwendung einer bestimmten Rechtsnorm erforderlichen Tatsachen müssen in einem Verfahren, in dem kein Untersuchungsgrundsatz gilt, durch Parteienbehauptungen in den Prozess eingeführt werden. Dabei trifft jede Partei die Behauptungslast und Beweislast für die Tatsachen, die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnorm sind. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. (T7)
  • 9 ObA 127/08d
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 ObA 127/08d
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 168/08d
    Entscheidungstext OGH 09.12.2008 5 Ob 168/08d
  • 7 Ob 67/09t
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 7 Ob 67/09t
    Auch
  • 7 Ob 232/09g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 232/09g
    Auch; Beisatz: Hier: Nachweis eines aus einer Bankgarantie Begünstigten, dass die Nichterfüllung der Garantiebedingung nicht seiner Sphäre zuzurechnen ist. (T8)
  • 2 Ob 34/11f
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 2 Ob 34/11f
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 126/13w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 126/13w
    Auch; nur T5; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. (T9)
  • 3 Ob 125/13y
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 125/13y
    Auch; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. Im gegenständlichen Oppositionsstreit traf die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass dem englischen Insolvenzverfahren eine die Anerkennung hindernde Gehörverletzung anhaftete, die beklagte Partei. Diesen Nachweis hat die beklagte Partei hier auf Tatsachenebene nicht erbracht. Es steht gerade nicht fest, dass ihr die Verständigung nach Art 40 EuInsVO nicht zugegangen ist. (T10)
  • 2 Ob 88/13z
    Entscheidungstext OGH 19.09.2013 2 Ob 88/13z
    nur: Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T11)
    nur T1
  • 16 Ok 13/13
    Entscheidungstext OGH 16.09.2014 16 Ok 13/13
    Auch; Beisatz: Hier: Kartellverfahren. (T12)
    Bem: Siehe auch RS0129671. (T13)
  • 4 Ob 200/14m
    Entscheidungstext OGH 20.01.2015 4 Ob 200/14m
    Auch; Beisatz: Hier: GSpG. (T14)
  • 2 Ob 191/14y
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 2 Ob 191/14y
    Vgl auch
  • 4 Ob 231/14w
    Entscheidungstext OGH 20.01.2015 4 Ob 231/14w
    Auch; Beis wie T14
  • 4 Ob 230/14y
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 230/14y
    Auch; Beis wie T14
  • 4 Ob 33/15d
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 33/15d
    Auch; Beis wie T14
  • 4 Ob 6/15h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 6/15h
    Auch; Beis wie T14
  • 3 Ob 256/16t
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 256/16t
    nur T3
  • 1 Ob 6/17i
    Entscheidungstext OGH 31.01.2017 1 Ob 6/17i
    Auch; Beisatz: Derjenige, der sich im Prozess auf die Unwirksamkeit eines Geschäfts wegen kollusiven Verhalten stützt, trägt diesbezüglich die Beweislast. (T15)
  • 4 Ob 115/17s
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 115/17s
    Auch
  • 6 Ob 164/16k
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 6 Ob 164/16k
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 186/17d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 186/17d
    Auch; Beisatz: Eine typische formelhafte Verknüpfung (Anscheinsbeweis) dahin, dass dem Versicherer ein Gutachten, das in einem von einem anderen Versicherer beauftragten Gutachten erwähnt wird, dauerhaft zur Verfügung steht, besteht nicht. Die Möglichkeit, dass sich der Versicherer ein solches Gutachten allenfalls beschaffen könnte, reicht für die Verpflichtung zur Einsichtsgewährung nicht aus. Der klagende Versicherungsnehmer ist grundsätzlich dafür beweispflichtig, dass der Versicherer über ein solches Gutachten verfügt, das eingesehen werden soll. (T16)
    Veröff: SZ 2018/45
  • 1 Ob 1/19g
    Entscheidungstext OGH 23.01.2019 1 Ob 1/19g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0106638

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.02.2020

Dokumentnummer

JJR_19970123_OGH0002_0020OB02390_96A0000_002

Entscheidungstext 2Ob2390/96a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2Ob2390/96a

Entscheidungsdatum

23.01.1997

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Angst als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Graf, Dr.Schinko, Dr.Tittel und Dr.Baumann als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M*****AG, ***** vertreten durch Dr.Hubert Tramposch, Rechtsanwalt in Innsbruck, wider die beklagten Parteien 1. Andreas G*****, geboren am 14.8.1975, ***** und 2. Daniela G*****, geboren am 23.5.1977, ***** vertreten durch Dr.Georg Maxwald und Dr.Georg Bauer, Rechtsanwälte in Linz, wegen S 130.668 sA, infolge Revision der Zweitbeklagten gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Linz als Berufungsgerichtes vom 26.September 1996, GZ 1 R 190/96h-9, womit infolge Berufung der zweitbeklagten Partei das Versäumungsurteil des Landesgerichtes Linz vom 11.Juli 1996, GZ 5 Cg 118/96i-3, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Entscheidungen der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, daß das Urteil des Erstgerichtes im Umfange der Entscheidung über das gegen die Zweitbeklagte gerichtete Klagebegehren wie folgt zu lauten hat:

"Das Klagebegehren des Inhalts, die Zweitbeklagte sei schuldig, der klagenden Partei den Betrag von S 130.668 samt 21 % Zinsen pa ab 15.5.1996 zu bezahlen, wird abgewiesen."

Die klagende Partei ist schuldig, der zweitbeklagten Partei die mit S 13.942,80 (darin enthalten Umsatzsteuer von S 2.323,80, keine Barauslagen) bestimmten Kosten der Rechtsmittelverfahren binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Mit der am 22.5.1996 zur Post gegebenen und am 24.5.1996 beim Erstgericht eingelangten Klage aus einem Kreditvertrag begehrt die klagende Partei von den Beklagten zur ungeteilten Hand die Bezahlung von S 130.668 samt Zinsen. Bei beiden Beklagten wird das Geburtsdatum angegeben, welches bei der Zweitbeklagten der 23.5.1977 ist. Die klagende Partei brachte in der Klage vor, den Beklagten einen Kredit gewährt und zugezählt zu haben. Die Beklagten hätten jedoch die vereinbarten Raten nicht eingehalten, sondern seien mit zumindest einer Rate seit mehr als sechs Wochen im Verzug, obwohl sie unter ausdrücklicher Androhung des Terminsverlustes und gleichzeitiger Setzung einer Nachfrist von zwei Wochen gemahnt worden seien; es sei daher vorzeitige Fälligkeit eingetreten und der Klagsbetrag hafte vertragsgemäß per 14.5.1996 unberichtigt aus.

Ohne Anberaumung einer ersten Tagsatzung trug das Erstgericht den Beklagten die Erstattung einer Klagebeantwortung binnen drei Wochen auf. Da innerhalb dieser Frist keine Klagebeantwortung erstattet wurde, erging über Antrag der klagenden Partei am 11.7.1996 ein klagsstattgebendes Versäumungsurteil.

Dagegen erhob die Zweitbeklagte Berufung und machte geltend, daß der Klage eindeutig zu entnehmen sei, daß der Kreditvertrag zu einem Zeitpunkt abgeschlossen worden sei, zu dem sie noch minderjährig war. Die Klage enthalte keine Ausführungen, warum dieser Vertrag trotz der Bestimmung des § 151 ABGB rechtswirksam zustande gekommen sein solle, weshalb sie unschlüssig sei.

Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung des Erstgerichtes und erklärte die ordentliche Revision für nicht zulässig.

Das Berufungsgericht vertrat die Ansicht, es sei zwar richtig, daß das dem Klagebegehren zugrunde liegende Rechtsgeschäft während der Minderjährigkeit der Zweitbeklagten abgeschlossen worden sein müsse. Dies bedeute aber nicht zwingend, daß hiebei die gesetzlichen Vorschriften der §§ 151 ff ABGB verletzt worden seien. Es sei jedenfalls denkbar, daß das Darlehen unter Beiziehung des gesetzlichen Vertreters aufgenommen wurde, es sei auch denkbar, daß die Voraussetzungen des § 151 Abs 2 ABGB gegeben seien. Der behauptete Mangel der Voraussetzungen für eine gültige Darlehensaufnahme während der Minderjährigkeit stelle eine anspruchsvernichtende Tatsache dar, welche die Zweitbeklagte in der Klagebeantwortung oder in einem Widerspruch hätte geltend machen müssen.

Dagegen richtet sich die außerordentliche Revision der Zweitbeklagten mit dem Antrag, die angefochtene Entscheidung dahingehend abzuändern, daß das Klagebegehren kostenpflichtig abgewiesen werde; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die klagende Partei hat in der ihr freigestellten Revisionsbeantwortung beantragt, dem Rechtsmittel der Zweitbeklagten keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision der Zweitbeklagten ist zulässig, weil das Berufungsgericht die Rechtslage in der wesentlichen Frage der Verteilung der Behauptungslast verkannt hat; sie ist auch berechtigt.

Die Zweitbeklagte macht in ihrem Rechtsmittel geltend, daß das Vorliegen der Voraussetzungen des § 151 Abs 2 ABGB bei einer Kreditvaluta von über 100.000 S und vereinbarten Zinsen von 21 % p.a. von vornherein auszuschließen sei. Im übrigen sei das Vorliegen der Voraussetzungen des § 151 Abs 2 ABGB eine rechtserzeugende Tatsache, da § 151 Abs 1 ABGB grundsätzlich normiere, daß ein minderjähriges Kind ohne ausdrückliche oder stillschweigende Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters rechtsgeschäftlich weder verfügen noch sich verpflichten könne. Der gegenständliche Kreditvertrag sei daher gemäß § 865 ABGB schwebend unwirksam. Das Vorliegen der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters hätte die klagende Partei zu behaupten und zu beweisen gehabt. Zu bedenken sei auch, daß die den Minderjährigen eingeräumten Verpflichtungs- und Verfügungsbefugnisse im Interesse des Schutzes der Minderjährigen einschränkend auszulegen seien.

Diese Ausführungen sind grundsätzlich zutreffend:

Die für die Anwendung einer bestimmten Rechtsnorm erforderlichen Tatsachen müssen in einem Verfahren, in dem kein Untersuchungsgrundsatz gilt, durch Parteienbehauptungen in den Prozeß eingeführt werden. Dabei trifft jede Partei die Behauptungs- und Beweislast für die Tatsachen, die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnorm sind. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungs- und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen (Fasching, LB2 Rz 875, 882; Rechberger in Rechberger ZPO Rz 7,12 Vor § 266; Klicka, Grundfragen der Beweislastverteilung im Zivilprozeß, JAP 1991/92, 83 f). Nach herrschender Meinung obliegt daher im Falle der Geschäftsfähigkeit dem Anspruchsgegner grundsätzlich die Beweislast für die Geschäftsunfähigkeit (Rummel in Rummel2 Rz 15 zu § 865 mwN; Klicka, aaO 86). Im vorliegenden Fall ergibt sich aber bereits aus den Angaben in der Klage selbst zwingend, daß die Zweitbeklagte zum Zeitpunkte der Darlehensgewährung noch minderjährig war. Dies bewirkt aber gemäß § 151 Abs 1 ABGB grundsätzlich die Geschäftsunfähigkeit (Schlemmer in Schwimann, Rz 1 zu § 151). Das Vorliegen einer Ausnahme hievon (§§ 151 Abs 2 und 3, 152, 865 ABGB) hätte die klagende Partei zu behaupten gehabt, weil hievon die Gültigkeit des der Klage zugrunde liegenden Rechtsgeschäfts und somit ihr Anspruch abläuft und es sich deshalb um ihren Anspruch begründende Tatsachen handelt (vgl Klicka, aaO 86 FN 8; Rummel in Rummel, aaO Rz 15 zu § 865).

Das Fehlen derartiger Behauptungen führt zu einer Unschlüssigkeit der Klage im Sinne einer Unvollständigkeit des Vorbringens (vgl Rechberger, Das Unschlüssigkeitsurteil im Versäumnisfall, JBl 1974, 562 ff [563]).

Das Erstgericht hatte auch kein Verbesserungsverfahren im Sinne des § 84 Abs 3 ZPO durchzuführen. Nach überwiegender Lehre und einheitlicher Rechtsprechung ist diese Vorschrift, die die amtswegige Anordnung der Verbesserung vorsieht, wenn in einem Schriftsatz Erklärungen oder sonstiges Vorbringen fehlen, die für die mit dem Schriftsatz vorgenommenen Prozeßhandlungen vorgeschrieben sind, auch auf nicht fristgebundene Klagen anzuwenden (SZ 60/286 = AnwBl 1988, 637 = RZ 1988/26; JBl 1991, 195; Ballon, FS Fasching (1988) 65; Fasching, LB2 Rz 513; GM Rechberger/Simotta, ZPR4 Rz 523). Diese Vorschrift verpflichtet das Gericht zur Einleitung eines Verbesserungsverfahrens dann, wenn einem bestimmenden Schriftsatz gesetzlich vorgeschriebener Inhalt fehlt, so daß ein Antrag nicht sachlich erledigt werden kann; hingegen ist eine Verbesserung nicht möglich, wenn das Vorbringen zwar unvollständig und damit auch unschlüssig, eine sachliche Erledigung aber nicht ausgeschlossen ist (EvBl 1985/153; RdW 1987, 54; 4 Ob 1009/88; JBl 1991, 195; Gitschthaler in Rechberger, ZPO Rz 11 zu § 85).

Das Klagebegehren war daher mangels Schlüssigkeit abzuweisen, wobei

dies im Sinne der herrschenden Rechtsprechung (SZ 46/23 = RZ 1973/101

= JBl 1974, 581) und auch eines Teils der Lehre (Fasching, LB2, Rz 1398) mit "negativem" Versäumungsurteil zu erfolgen hatte.

Die Entscheidung über die Kosten gründet sich auf die §§ 41, 50 ZPO.

Anmerkung

E44921 02A23906

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:0020OB02390.96A.0123.000

Dokumentnummer

JJT_19970123_OGH0002_0020OB02390_96A0000_000