Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob532/90 1Ob1576/90 (1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047416

Geschäftszahl

4Ob532/90; 1Ob1576/90 (1Ob659/90); 7Ob652/90; 3Ob523/91; 3Ob1570/91; 3Ob573/91; 1Ob539/92; 8Ob605/93; 1Ob512/94; 5Ob526/94; 2Ob548/94; 2Ob576/94; 2Ob512/95; 7Ob503/95; 6Ob501/96; 6Ob591/95; 1Ob2233/96f; 3Ob2163/96a; 4Ob2327/96a; 2Ob567/95; 4Ob2285/96z; 4Ob237/97z; 7Ob172/99s

Entscheidungsdatum

03.04.1990

Norm

ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Der Zuspruch bloß des Regelbedarfes ohne Berücksichtigung der Lebensverhältnisse der Eltern widerspricht dem Gesetz.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 532/90
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 532/90
    Veröff: JBl 1991,40 = ÖA 1991,78
  • 1 Ob 1576/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 1576/90
    Veröff: RZ 1991/50 S 146
  • 7 Ob 652/90
    Entscheidungstext OGH 06.12.1990 7 Ob 652/90
    Veröff: RZ 1991/26 S 99
  • 3 Ob 523/91
    Entscheidungstext OGH 08.05.1991 3 Ob 523/91
  • 3 Ob 573/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 573/91
  • 3 Ob 1570/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 1570/91
  • 1 Ob 539/92
    Entscheidungstext OGH 24.06.1992 1 Ob 539/92
  • 8 Ob 605/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 8 Ob 605/93
    Auch
  • 1 Ob 512/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 512/94
  • 5 Ob 526/94
    Entscheidungstext OGH 12.04.1994 5 Ob 526/94
  • 2 Ob 548/94
    Entscheidungstext OGH 25.08.1994 2 Ob 548/94
  • 2 Ob 576/94
    Entscheidungstext OGH 10.11.1994 2 Ob 576/94
    Auch
  • 7 Ob 503/95
    Entscheidungstext OGH 08.02.1995 7 Ob 503/95
  • 2 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 2 Ob 512/95
  • 6 Ob 501/96
    Entscheidungstext OGH 14.03.1996 6 Ob 501/96
  • 6 Ob 591/95
    Entscheidungstext OGH 08.05.1996 6 Ob 591/95
  • 3 Ob 2163/96a
    Entscheidungstext OGH 10.07.1996 3 Ob 2163/96a
  • 1 Ob 2233/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2233/96f
  • 4 Ob 2285/96z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1996 4 Ob 2285/96z
  • 4 Ob 2327/96a
    Entscheidungstext OGH 12.11.1996 4 Ob 2327/96a
  • 2 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 567/95
  • 4 Ob 237/97z
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 4 Ob 237/97z
    Auch
  • 7 Ob 172/99s
    Entscheidungstext OGH 14.07.1999 7 Ob 172/99s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0047416

Dokumentnummer

JJR_19900403_OGH0002_0040OB00532_9000000_004

Rechtssatz für 6Ob639/90 7Ob628/90 10O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047487

Geschäftszahl

6Ob639/90; 7Ob628/90; 10Ob523/95; 3Ob2163/96a; 7Ob192/97d; 7Ob78/00x; 6Ob258/02p; 2Ob200/04g; 7Ob121/07f; 1Ob240/09i; 1Ob75/12d

Entscheidungsdatum

06.09.1990

Norm

ABGB §140 Bc

Rechtssatz

Wäre der Unterhaltspflichtige bei nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten erzielbarem Einkommen zu Unterhaltsleistungen imstande, die über die Deckung des Regelbedarfes des unterhaltsberechtigten Kindes hinausgehen, so ist seine Leistungskraft auch über den Regelbedarf hinaus anzuspannen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 639/90
    Entscheidungstext OGH 06.09.1990 6 Ob 639/90
  • 7 Ob 628/90
    Entscheidungstext OGH 15.11.1990 7 Ob 628/90
    Veröff: RZ 1991/25 S 98
  • 10 Ob 523/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 10 Ob 523/95
    Auch
  • 3 Ob 2163/96a
    Entscheidungstext OGH 10.07.1996 3 Ob 2163/96a
    Auch
  • 7 Ob 192/97d
    Entscheidungstext OGH 25.06.1997 7 Ob 192/97d
    Auch
  • 7 Ob 78/00x
    Entscheidungstext OGH 26.04.2000 7 Ob 78/00x
  • 6 Ob 258/02p
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 6 Ob 258/02p
    Vgl aber; Beisatz: Die Arbeitstätigkeit des Unterhaltspflichtigen ist mit derjenigen eines Teilzeitbeschäftigten vergleichbar (drei Monate im Jahr Urlaub). (T1); Beisatz: Hier: Es wird das 1,9-fache des Regelbedarfes an Unterhalt bezahlt. (T2); Beisatz: Eine Anspannungsobliegenheit des Unterhaltspflichtigen ist zu verneinen. (T3)
  • 2 Ob 200/04g
    Entscheidungstext OGH 20.02.2006 2 Ob 200/04g
    Auch
  • 7 Ob 121/07f
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 7 Ob 121/07f
    Beisatz: Hier: Zur Frage der Zumutbarkeit eines Spitalsarztes Nacht- und Journaldienste zu leisten. (T4); Beisatz: Die entscheidenden Kriterien für eine Anspannung auf ein Einkommen, das eine Alimentierung über den Regelbedarf des unterhaltsberechtigten Kindes hinaus ermöglicht, stellen überdurchschnittliche individuelle Kenntnisse und Fähigkeiten des Unterhaltspflichtigen, die Zumutbarkeit der betreffenden Beschäftigung, der Umfang der Sorgepflichten sowie der Grund einer Arbeitseinschränkung durch den Unterhaltspflichtigen dar. (T5)
  • 1 Ob 240/09i
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 1 Ob 240/09i
    Auch
  • 1 Ob 75/12d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 1 Ob 75/12d
    Beis wie T5; Beisatz: Sofern ihm die betreffende Beschäftigung zumutbar ist. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0047487

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.09.2012

Dokumentnummer

JJR_19900906_OGH0002_0060OB00639_9000000_001

Rechtssatz für 6Ob573/92 2Ob574/93 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0076391

Geschäftszahl

6Ob573/92; 2Ob574/93; 1Ob607/93; 8Ob532/94; 1Ob633/94; 1Ob516/95; 6Ob542/95 (6Ob543/95); 3Ob2163/96a; 2Ob2370/96k; 8Ob31/98m; 7Ob48/98d; 7Ob16/00d; 1Ob191/01x; 1Ob38/02y; 9Ob157/02g; 1Ob242/02y; 8Ob103/02h; 1Ob78/03g; 3Ob1/05a; 3Ob128/05b; 3Ob257/05y; 7Ob289/05h; 7Ob298/05g; 6Ob209/06p; 4Ob45/07g; 10Ob1/08g; 10Ob91/08t; 10Ob40/09v; 10Ob60/09k; 10Ob46/09a; 10Ob49/09t; 10Ob59/09p; 10Ob3/10d; 10Ob5/10y; 1Ob160/09z; 10Ob36/10g; 10Ob32/10v; 10Ob51/10p; 10Ob67/10s; 10Ob13/12b; 10Ob43/13s (10Ob44/13p); 10Ob107/15f; 10Ob7/16a; 10Ob37/16p; 10Ob24/17b; 10Ob33/17a; 10Ob71/17i; 10Ob105/18s; 10Ob30/19p; 10Ob23/19h

Entscheidungsdatum

27.08.1992

Norm

FamLAG §12a
UVG §7 Abs1 Z1

Rechtssatz

Der Versagungsgrund nach § 7 Abs 1 Z 1 UVG hat nicht eine erwiesene oder doch bescheinigte materielle Unrichtigkeit der titelmäßigen Unterhaltsansprüche, auf die die Vorschüsse gewährt werden sollen, zur Voraussetzung, sondern knüpft die Rechtsfolge der Versagung (Herabsetzung oder Einstellung) an das Bestehen begründeter Bedenken gegen den aufrechten materiellen Bestand des zu bevorschussenden gesetzlichen Unterhaltsanspruches im titelmäßigen Ausmaß. Bloß objektiv gerechtfertigte Zweifel reichen zur Versagung nicht hin, vielmehr müsste schon eine zur Zeit der Schaffung des Exekutionstitels bestandene oder durch Änderung der Unterhaltsbemessungsgrundlagen inzwischen eingetretene Unangemessenheit der titelmäßigen Unterhaltsfestsetzung nach den bei der Entscheidung über einen Vorschussantrag zu berücksichtigenden Tatumstände mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen sein.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 573/92
    Entscheidungstext OGH 27.08.1992 6 Ob 573/92
    Veröff: EvBl 1993/34 S 168 = ÖA 1993,29
  • 2 Ob 574/93
    Entscheidungstext OGH 16.09.1993 2 Ob 574/93
    Veröff: EvBl 1994/43 S 198
  • 1 Ob 607/93
    Entscheidungstext OGH 19.10.1993 1 Ob 607/93
    Auch
  • 8 Ob 532/94
    Entscheidungstext OGH 31.08.1994 8 Ob 532/94
  • 1 Ob 633/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 633/94
    Auch
  • 1 Ob 516/95
    Entscheidungstext OGH 27.03.1995 1 Ob 516/95
    Auch
  • 6 Ob 542/95
    Entscheidungstext OGH 20.04.1995 6 Ob 542/95
  • 3 Ob 2163/96a
    Entscheidungstext OGH 10.07.1996 3 Ob 2163/96a
  • 2 Ob 2370/96k
    Entscheidungstext OGH 14.11.1996 2 Ob 2370/96k
  • 8 Ob 31/98m
    Entscheidungstext OGH 12.02.1998 8 Ob 31/98m
    Auch
  • 7 Ob 48/98d
    Entscheidungstext OGH 24.02.1998 7 Ob 48/98d
  • 7 Ob 16/00d
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 7 Ob 16/00d
    Vgl auch
  • 1 Ob 191/01x
    Entscheidungstext OGH 17.08.2001 1 Ob 191/01x
    Vgl; Beisatz: Begründete Bedenken gegen das Weiterbestehen einer bereits titulierten Unterhaltsschuld nach materiellrechtlichen Kriterien sind nach Eröffnung des Konkurses über das Vermögen des Unterhaltsschuldners in geradezu typischer Weise dann gerechtfertigt, wenn sich der Unterhaltstitel auf monatliche Leistungen bezieht, die das zur Finanzierung einer bescheidenen Lebensführung erforderliche Maß übersteigen. (T1); Veröff: SZ 74/138
  • 1 Ob 38/02y
    Entscheidungstext OGH 11.06.2002 1 Ob 38/02y
    Auch; Beisatz: "Begründete Bedenken" nach § 7 Abs 1 Z 1 UVG dahin, dass die titulierte Unterhaltsschuld von der gesetzlichen Unterhaltspflicht zufolge einer wesentlichen Änderung der Umstände abweicht, können nach der Aktenlage auch ohne die Ergebnisse eines Ermittlungsverfahrens bestehen, weil derartige Bedenken schon allein durch die Tatsache der Konkurseröffnung über das Vermögen des Unterhaltsschuldners erweckt werden könnten. Umgekehrt ist aber auch nach Konkurseröffnung eine nach typischen - also für den Regelfall geltenden - Voraussetzungen beurteilbare Sachlage denkbar, bei der "begründete Bedenken" gegen das gänzliche beziehungsweise teilweise Weiterbestehen der titulierten Unterhaltsschuld nach materiellrechtlichen Kriterien im Allgemeinen (noch) nicht aufgeworfen werden. (T2)
  • 9 Ob 157/02g
    Entscheidungstext OGH 04.09.2002 9 Ob 157/02g
  • 1 Ob 242/02y
    Entscheidungstext OGH 28.10.2002 1 Ob 242/02y
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 103/02h
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 8 Ob 103/02h
    Vgl auch; Beisatz: Übersteigt der dem geldunterhaltspflichtigen Elternteil zukommende Unterhaltsabsetzbetrag jenen Betrag, um den eine steuerliche Entlastung im Sinne der vom Obersten Gerichtshof aufgrund des Erkenntnisses des VfGH vom 19. Juni 2002, G 7/02, erschlossenen Grundsätze (1 Ob 97/02z) vorzunehmen ist, liegt kein Versagungsgrund gemäß § 7 Abs 1 Z 1 UVG vor. (T3)
  • 1 Ob 78/03g
    Entscheidungstext OGH 14.10.2003 1 Ob 78/03g
    Beisatz: Sind die Voraussetzungen für eine Anspannung des Unterhaltsschuldners gegeben, so liegen keine begründeten Bedenken im Sinn des § 7 Abs 1 Z 1 UVG vor. (T4); Veröff: SZ 2003/118
  • 3 Ob 1/05a
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 1/05a
    Auch
  • 3 Ob 128/05b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2005 3 Ob 128/05b
    Vgl auch; Beisatz: Es ist eine Frage des jeweiligen Einzelfalls, ob begründete Bedenken gegen das Bestehen (oder die Höhe) der festgesetzten Unterhaltspflicht iSd § 7 Abs 1 Z 1 UVG bestehen, was idR schon gegen das Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage spricht. (T5)
  • 3 Ob 257/05y
    Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 257/05y
    Auch; nur: Der Versagungsgrund nach § 7 Abs 1 Z 1 UVG knüpft die Rechtsfolge der Versagung (Herabsetzung oder Einstellung) an das Bestehen begründeter Bedenken gegen den aufrechten materiellen Bestand des zu bevorschussenden gesetzlichen Unterhaltsanspruches im titelmäßigen Ausmaß. Bloß objektiv gerechtfertigte Zweifel reichen zur Versagung nicht hin. (T6); Beisatz: Es muss vielmehr nach der Sachlage bei der Entscheidung über den Vorschussantrag mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen sein, dass die im Exekutionstitel festgesetzte Unterhaltspflicht nicht (mehr) besteht oder, der gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht entsprechend, zu hoch festgesetzt ist. (T7); Beisatz: § 7 Abs 1 UVG soll vor allem einer missbräuchlichen Inanspruchnahme von Unterhaltsvorschüssen vorbeugen und es dem Gericht im Falle einer wesentlichen Änderung der Verhältnisse ermöglichen, die Vorschüsse in der der gesetzlichen Unterhaltspflicht entsprechenden Höhe zu bemessen. (T8)
  • 7 Ob 289/05h
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 7 Ob 289/05h
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 7 Ob 298/05g
    Entscheidungstext OGH 08.03.2006 7 Ob 298/05g
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 6 Ob 209/06p
    Entscheidungstext OGH 09.11.2006 6 Ob 209/06p
    Beis wie T4
  • 4 Ob 45/07g
    Entscheidungstext OGH 22.05.2007 4 Ob 45/07g
    Auch; Beisatz: Hier: Voraussichtlich länger dauernde Haft und schon davor sehr schlechte finanzielle des Situation des Geldunterhaltsschuldners bei sehr hohen Unterhaltsbeiträgen. (T9)
  • 10 Ob 1/08g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 10 Ob 1/08g
    Auch; Beisatz: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung bestehen bei Einleitung eines Konkursverfahrens über das Vermögen des Unterhaltspflichtigen regelmäßig begründete Bedenken im Sinn des § 7 Abs 1 Z 1 UVG, wobei die Eröffnung eines Schuldenregulierungsverfahrens der Konkurseröffnung gleichzuhalten ist. (T10)
  • 10 Ob 91/08t
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 91/08t
    Auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2009/49
  • 10 Ob 40/09v
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 10 Ob 40/09v
  • 10 Ob 60/09k
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 60/09k
    Auch; Beisatz: Der Abschluss eines Zahlungsplans ist für sich allein nicht geeignet, Bedenken am Bestehen der Unterhaltspflicht im Sinn des § 7 Abs 1 UVG hervorzurufen. (T11)
  • 10 Ob 46/09a
    Entscheidungstext OGH 20.10.2009 10 Ob 46/09a
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T11
  • 10 Ob 49/09t
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 49/09t
    Vgl auch
  • 10 Ob 59/09p
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 59/09p
    Vgl auch
  • 10 Ob 3/10d
    Entscheidungstext OGH 09.02.2010 10 Ob 3/10d
    Auch; Beis wie T8; Beisatz: Allein aufgrund des Umstands, dass über das Vermögen des Unterhaltsschuldners ein Schuldenregulierungsverfahren eröffnet worden ist und dieses mit einem Abschöpfungsverfahren geendet hat, bestehen keine begründeten Bedenken iSd § 7 Abs 1 Z 1 UVG. (T12)
  • 10 Ob 5/10y
    Entscheidungstext OGH 09.02.2010 10 Ob 5/10y
    Beis wie T8
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Vgl auch; Beis gegenteilig wie T10; Beis wie T11; Beis wie T12; Veröff: SZ 2010/48
  • 10 Ob 36/10g
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 10 Ob 36/10g
    Vgl auch; Beisatz: Begründete Bedenken im Sinn des § 16 Abs 2 UVG idF FamRÄG 2009, BGBl I 2009/75 liegen - der bisherigen Rechtsprechung zu § 7 Abs 1 Z 1 UVG entsprechend - insbesondere dann nicht vor, wenn die Voraussetzungen für die Anspannung des Unterhaltsschuldners auf einen Unterhalt in Titelhöhe gegeben sind. (T13); Bem: Siehe RS0126041. (T14)
  • 10 Ob 32/10v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2010 10 Ob 32/10v
    Auch; Beis wie T4
  • 10 Ob 51/10p
    Entscheidungstext OGH 14.09.2010 10 Ob 51/10p
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 10 Ob 67/10s
    Entscheidungstext OGH 05.10.2010 10 Ob 67/10s
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T13; Bem wie T14; Veröff: SZ 2010/122
  • 10 Ob 13/12b
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 10 Ob 13/12b
    Auch
  • 10 Ob 43/13s
    Entscheidungstext OGH 12.09.2013 10 Ob 43/13s
    Auch; Beisatz: Der aufgrund eines Exekutionstitels gewährte Vorschuss soll der jeweiligen materiellen Unterhaltspflicht entsprechen und zwar unabhängig davon, ob eine Unrichtigkeit schon zum Zeitpunkt der Schaffung des Titels bestand oder sich aus einer zwischenzeitigen Änderung der Verhältnisse ergibt. (T15)
  • 10 Ob 107/15f
    Entscheidungstext OGH 19.01.2016 10 Ob 107/15f
    Auch
  • 10 Ob 7/16a
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 10 Ob 7/16a
    Auch; Beis wie T15
  • 10 Ob 37/16p
    Entscheidungstext OGH 19.07.2016 10 Ob 37/16p
    Vgl aber; Beisatz: Seit dem FamRÄG 2009 besteht die Möglichkeit der Versagung der Vorschüsse nicht mehr auf der Grundlage von „begründeten Bedenken“ (§ 7 Abs 1 Z 1 UVG alt). Vielmehr ordnet § 7 Abs 1 Z 1 UVG idF des FamRÄG 2009 an, dass sich die materielle Unrichtigkeit des bestehenden Unterhaltstitels ohne weitere klärende Erhebungen aus der Aktenlage ergeben muss. (T16)
    Beisatz: Damit soll verdeutlicht werden, dass im Rahmen der Prüfung nach § 7 Abs 1 Z 1 UVG neu kein hypothetisches Unterhaltsfestsetzungsverfahren durchzuführen ist. (T17)
  • 10 Ob 24/17b
    Entscheidungstext OGH 18.07.2017 10 Ob 24/17b
    Auch; Beis ähnlich wie T15; Beis ähnlich wie T16; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Berücksichtigung des aktenkundig infolge Verlust des Arbeitsplatzes und Notstandshilfebezug verringerten Einkommens des Unterhaltsschuldners. (T18)
  • 10 Ob 33/17a
    Entscheidungstext OGH 13.09.2017 10 Ob 33/17a
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T16; Beis wie T17; Beisatz: Jedenfalls setzt die Anwendung des Anspannungsgrundsatzes aber voraus, dass ausreichende, beweismäßig erfassbare Fakten für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners vorhanden sind. Sind aktenmäßige Anhaltspunkte für die materielle Unrichtigkeit des bestehenden Unterhaltstitels im Sinn des § 7 Abs 1 Z 1 UVG gegeben, können diese nicht mit Hilfe einer unbegründeten Anwendung des Anspannungsgrundsatzes beseitigt werden. (T19)
  • 10 Ob 71/17i
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 10 Ob 71/17i
    Auch; Beis ähnlich wie T16; Beisatz. Hier: Nicht als gesetzliche Unterhaltsansprüche zu qualifizierende Kosten des Besuchs einer Privatschule. (T20)
  • 10 Ob 105/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 105/18s
    Vgl auch; Beisatz: Hier. Materieller Wegfall der Unterhaltspflicht durch Wegfall der Voraussetzungen für eine Anspannung des Unterhaltsschuldners auf ein fiktives Erwerbseinkommen. (T21)
  • 10 Ob 30/19p
    Entscheidungstext OGH 07.05.2019 10 Ob 30/19p
    Vgl; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 10 Ob 23/19h
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 10 Ob 23/19h
    Vgl aber; Beis wie T16; Beis wie T17

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0076391

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.08.2019

Dokumentnummer

JJR_19920827_OGH0002_0060OB00573_9200000_001

Rechtssatz für 3Ob2163/96a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0105474

Geschäftszahl

3Ob2163/96a

Entscheidungsdatum

10.07.1996

Norm

UVG §7 Abs1 Z1

Rechtssatz

Allein die Tatsachen, daß die in einem vollstreckbaren Vergleich festgesetzte Unterhaltspflicht den monatlichen Regelbedarf eines Minderjährigen übersteigt (hier: Regelbedarf eintausendneunhundert Schilling, verglichener Betrag zweitausendzweihundert Schilling), kein Drittschuldner im Inland, aber auch kein Vermögen des Unterhaltsschuldners bekannt ist, dessen Verwertung einen die laufenden Unterhaltsbeiträge deckenden Ertrag erwarten läßt, erlauben noch keine Schußfolgerung mit hoher Wahrscheinlichkeit, daß die im Exekutionstitel bestimmte Unterhaltspflicht dem gesetzlichen Unterhaltsanspruch damals nicht entsprach oder derzeit nicht mehr entspricht.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0105474

Dokumentnummer

JJR_19960710_OGH0002_0030OB02163_96A0000_001

Entscheidungstext 3Ob2163/96a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

3Ob2163/96a

Entscheidungsdatum

10.07.1996

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Hofmann als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Angst, Dr.Graf, Dr.Pimmer und Dr.Zechner als weitere Richter in der Pflegschaftssache der mj.Jessica W*****, vertreten durch die Bezirkshauptmannschaft Zell am See, infolge Revisionsrekurses der Minderjährigen gegen den Beschluß des Landesgerichtes Salzburg als Rekursgerichtes vom 24.April 1996, GZ 21 R 151/96v-5, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Taxenbach vom 29. Februar 1996, GZ 1 P 10/96z-2, abgeändert wurde, folgenden

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

 

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben und die Entscheidung des Erstgerichtes wiederhergestellt.

Text

 

Begründung:

 

Die am 18.November 1994 geborene und in der Obsorge ihrer unehelichen Mutter befindliche Minderjährige hat gegen ihren Vater aufgrund eines am 17.Februar 1995 abgeschlossenen Unterhaltsvergleichs Anspruch auf Bezahlung eines Unterhaltsbeitrags von 2.200 S monatlich ab 18. November 1994. Der Vater ist von Beruf Spengler und Glaserer.

 

Am 28.Februar 1996 beantragte die Minderjährige die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen nach den §§ 3 und 4 Z 1 UVG in der Höhe von 2.200 S monatlich für den Zeitraum vom 1.Februar 1996 bis 31.Jänner 1999 und brachte vor, daß die Führung einer Exekution aussichtslos erscheine, weil "im Inland ein Drittschuldner oder ein Vermögen, dessen Verwertung einen die laufenden Unterhaltsbeiträge deckenden Ertrag erwarten" ließe, "nicht bekannt" sei.

 

Das Erstgericht gab diesem Begehren statt.

 

Das Gericht zweiter Instanz änderte diese Entscheidung infolge Rekurses des Präsidenten des Oberlandesgerichtes dahin ab, daß lediglich Unterhaltsvorschüsse von 1.900 S monatlich für den Zeitraum vom 1.Februar 1996 bis 31.Jänner 1999 - jedoch jedenfalls begrenzt durch die "Höhe des jeweiligen Richtsatzes für pensionsberechtigte Halbwaisen" nach den §§ 293 Abs 1 lit c bb 1.Fall und 108 f ASVG - gewährt würden. Es sprach überdies aus, daß der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei und erwog rechtlich im wesentlichen, daß der Aktenlage nicht entnehmbar sei, weshalb ein Unterhaltstitel bestehe, der "immerhin rund 15 % über dem Durchschnittsbedarfssatz" von 1.900 S monatlich für Minderjährige der Altersgruppe, der auch die Antragstellerin angehöre, liege. Das begründe aber "Bedenken im Sinne des § 7 UVG", weise doch die Minderjährige im Gewährungsantrag selbst darauf hin, daß im Inland weder ein Drittschuldner noch Vermögen des unterhaltspflichtigen Vaters bekannt sei. Die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen habe sich somit auf den derzeit geltenden Durchschnittsbedarfssatz von 1.900 S monatlich zu beschränken. Dieses Verfahren "an Bedeutung übersteigende Rechtsfragen" seien nicht zu lösen gewesen.

Rechtliche Beurteilung

 

Der Revisionsrekurs der Minderjährigen ist zulässig und auch berechtigt.

 

Gemäß § 7 Abs 1 Z 1 UVG hat das Gericht Vorschüsse ganz oder teilweise zu versagen, soweit in den Fällen der §§ 3, 4 Z 1 und 4 UVG begründete Bedenken bestehen, daß die im Exekutionstitel festgesetzte Unterhaltspflicht (noch) besteht oder, der gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht entsprechend, zu hoch festgesetzt ist. Nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes setzt der Versagungsgrund nach § 7 Abs 1 Z 1 UVG nicht eine erwiesene oder bescheinigte materielle Unrichtigkeit der nach dem Exekutionstitel bestehenden Unterhaltsansprüche voraus, Vorschüsse sind vielmehr schon dann zu versagen, wenn begründete Bedenken im Sinne des Gesetzes bestehen. Bloß objektiv gerechtfertigte Zweifel vermögen dagegen einer Versagung nicht als ausreichende Grundlage zu dienen. Nur wenn die bei der Entscheidung über den Vorschußantrag zu berücksichtigenden Tatumstände mit hoher Wahrscheinlichkeit nahelegen, daß die im Exekutionstitel festgesetzte Unterhaltsleistung schon damals unangemessen war oder durch eine Änderung der Unterhaltsbemessungsgrundlage seither nicht mehr angemessen ist, kann das Gericht Vorschüsse ganz oder teilweise versagen (ÖA 1996, 29;

EvBl 1995/75; RZ 1995/9; ÖA 1995, 121; EvBl 1994/43; EvBl 1993/34;

ähnlich: Knoll, Kommentar zum Unterhaltsvorschußgesetz Rz 9 zu § 7). Der Oberste Gerichtshof sprach aber auch schon wiederholt aus, daß den §§ 140 Abs 1 und 166 ABGB kein konkretes Modell für die Berechnung des angemessenen Kindesunterhalts zu entnehmen ist. Dessen Bestimmung erfolgt zwar häufig mit Hilfe standardisierter und auf die Unterhaltsbemessungsgrundlage bezogener Prozentsätze oder des an den Bedürfnissen des Unterhaltsberechtigten ausgerichteten Regelbedarfs. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Orientierungshilfen, die im Interesse der Gleichbehandlung vergleichbarer Fälle zu befriedigenden Ergebnissen führen sollen. Demnach widerspräche etwa eine Unterhaltsbemessung bloß in Höhe des Regelbedarfs ohne Berücksichtigung der Lebensverhältnisse der Eltern - hier insbesondere jener des zur Leistung von Geldunterhalt verpflichteten Vaters - dem Gesetz (ÖA 1992, 88; JBl 1991, 40; RZ 1991/50; SZ 63/88). Das bedeutet aber, daß die Überschreitung des hier maßgebenden Regelbedarfs von 1.900 S monatlich um 300 S im Exekutionstitel noch nicht die Annahme rechtfertigt, die in diesem bestimmte Unterhaltsleistung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit unangemessen, könnte doch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vaters bei Abschluß des Unterhaltsvergleichs am 17.Februar 1995 ohne weiteres eine Leistung von 2.200 S monatlich nach den gemäß § 166 ABGB in Verbindung mit § 140 Abs 1 ABGB zu beachtenden Kriterien gerechtfertigt haben, ohne daß sich seither eine wesentliche und den Vater entlastende Änderung ergeben hätte. Auch die Tatsachen, daß im Inland weder "ein Drittschuldner" noch "ein Vermögen, dessen Verwertung einen die laufenden Unterhaltsbeiträge deckenden Ertrag erwarten läßt, ..... bekannt ist", genügen nicht, um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schlußfolgerung zu stützen, die durch den Vater im Unterhaltsvergleich vom 17.Februar 1995 übernommene Leistung entspreche nicht jenem Betrag, den die Minderjährige nach dem Gesetz damals wie heute beanspruchen konnte und kann. Der Vater, der nach dem Akteninhalt Spengler und Glaser ist, könnte derzeit allenfalls einer Berufstätigkeit im Ausland nachgehen und dort genug verdienen, um einer gesetzlichen Unterhaltspflicht von 2.200 S monatlich entsprechen zu können. Sollte er aber keine geregelte Beschäftigung ausüben, wäre ebensowenig mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß er nicht auf ein erzielbares Einkommen angespannt werden könnte, das die Bestimmung einer gesetzlichen Unterhaltsleistung von 2.200 S monatlich erlaubte. Es entspricht nämlich der seit SZ 63/74 ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs, daß die Bemessung des Unterhalts nach der Anspannungstheorie nicht mit dem Durchschnittsbedarf begrenzt ist (vgl Purtscheller/Salzmann, Unterhaltsbemessung Rz 250 mwN aus der Rechtsprechung). Daß dem Akt keinerlei Anhaltspunkte dafür zu entnehmen sind, welches Einkommen der Vater am 17.Februar 1995 hatte und was er seither verdient oder verdienen könnte, erlaubt keine begründeten Bedenken im Sinne des § 7 Abs 1 Z 1 UVG, weil ein - wie hier - vollständig fehlendes Sachverhaltssubstrat solche nicht zu stützen vermögen.

 

Das Rekursgericht ließ die bereits durch eine ständige Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes geprägten, oben dargestellten Grundsätze unbeachtet. Da der Oberste Gerichtshof an den Ausspruch des Gerichtes zweiter Instanz über die Unzulässigkeit des ordentlichen Revisionsrekurses nicht gebunden ist und die Entscheidung von der Lösung einer zur Wahrung der Rechtssicherheit aufzugreifenden Rechtsfrage erheblicher Bedeutung im Sinne des § 14 Abs 1 AußStrG abhängt, ist in Stattgebung des Revisionsrekurses der vom Erstgericht gefaßte Beschluß wiederherzustellen.

Anmerkung

E42595 03A21636

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:0030OB02163.96A.0710.000

Dokumentnummer

JJT_19960710_OGH0002_0030OB02163_96A0000_000