Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob316/78 4Ob403/80 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079738

Geschäftszahl

4Ob316/78; 4Ob403/80; 4Ob324/86; 4Ob99/88; 4Ob2/89; 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob78/90; 4Ob94/91; 4Ob10/92; 4Ob133/93; 4Ob116/93; 4Ob1022/95; 4Ob2/96 (4Ob3/96); 4Ob2105/96d; 4Ob2246/96i; 4Ob2139/96d; 4Ob2364/96t; 4Ob45/97i; 4Ob125/98f; 4Ob79/01y; 4Ob15/02p; 4Ob301/02x; 4Ob250/03y; 6Ob246/04a; 8ObA134/04w; 4Ob116/06x; 4Ob105/06d; 4Ob184/06x; 4Ob249/06f; 4Ob177/09x; 17Ob23/09w; 4Ob56/12g; 4Ob181/12i; 4Ob43/18d

Entscheidungsdatum

04.04.1978

Norm

UWG §7 E2
UWG §24

Rechtssatz

Zur Frage der Beweislastverteilung (Bescheinigungslastverteilung) im Provisorialverfahren zur Sicherung eines auf diese Bestimmungen gestützten Anspruches.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 316/78
    Entscheidungstext OGH 04.04.1978 4 Ob 316/78
    Veröff: SZ 51/39 = ÖBl 1978,92
  • 4 Ob 403/80
    Entscheidungstext OGH 13.01.1981 4 Ob 403/80
    Beisatz: Jedenfalls dann, wenn es der antragstellenden Partei zugemutet werden kann, die Unwahrheit der Behauptung ihres Gegners glaubhaft zu machen, darf somit ohne eine solche Bescheinigung eine auf § 7 UWG gestützte einstweilige Verfügung nicht erlassen werden (so schon 4 Ob 316/78 = ÖBl 1978,92). (T1)
  • 4 Ob 324/86
    Entscheidungstext OGH 22.04.1986 4 Ob 324/86
    Beisatz: Die Entscheidung ÖBl 1957,5 ist damit ebenso überholt wie die übrige vorangegangene, zum Teil uneinheitliche Vorjudikatur. (T2) Veröff: ÖBl 1987,21
  • 4 Ob 99/88
    Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 99/88
    Beisatz: Nach § 7 UWG trägt aber der Beklagte die Beweislast für die Wahrheit seiner Mitteilung. (T3)
  • 4 Ob 2/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1989 4 Ob 2/89
    Beisatz: Der Beklagte trägt die Beweislast für die Wahrheit seiner Mitteilung; entsprechendes gilt für die Verteilung der Bescheinigungslast im Provisorialverfahren. (T4)
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Beisatz: Der Wahrheitsbeweis ist schon dann vom Beklagten als erbracht anzusehen, wenn er den Inhalt der Mitteilung im wesentlichen bestätigt. (T5) Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
    Beis wie T5
  • 4 Ob 78/90
    Entscheidungstext OGH 24.04.1990 4 Ob 78/90
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 4 Ob 94/91
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 4 Ob 94/91
    Beis wie T3; Beisatz: Webpelze (T6)
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    Beis wie T5; Beisatz: Identisches, aber in zahlreichen Einzelfällen angewandtes Verhalten hat für diesen Wahrheitsbeweis das gleiche Gewicht wie eine Mehrzahl zwar unterschiedlicher, aber zur gleichen Beurteilung führender Verhaltensweisen. (T7)
    Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 116/93
    Entscheidungstext OGH 16.11.1993 4 Ob 116/93
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 1022/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1995 4 Ob 1022/95
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 2/96
    Entscheidungstext OGH 16.01.1996 4 Ob 2/96
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Der Beklagte ist zur Unterlassung verpflichtet, soweit die Tatsachen nicht erweislich wahr sind. (T8)
  • 4 Ob 2105/96d
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 4 Ob 2105/96d
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 2246/96i
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2246/96i
    Auch; Beisatz: Ob eine Mitteilung vertraulich war, ist nur für die Beweislast von Bedeutung. Während der Beklagte grundsätzlich beweisen muss, dass herabsetzende Behauptungen wahr sind (§ 7 Abs 1 UWG), trifft die Beweislast für die Unrichtigkeit vertraulicher Mitteilungen, an denen der Mitteilende oder der Empfänger ein berechtigtes Interesse hat, den Kläger (§ 7 Abs 2 UWG). Wer eine Tatsache beweisen muss, ist nur solange von Bedeutung, als diese Tatsache nicht bewiesen ist; steht die zu beweisende Tatsache fest, so spielt es keine Rolle mehr, wen die Beweislast trifft. (T9)
  • 4 Ob 2139/96d
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2139/96d
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 4 Ob 45/97i
    Entscheidungstext OGH 22.04.1997 4 Ob 45/97i
    Beis wie T3
  • 4 Ob 125/98f
    Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 125/98f
    Vgl auch
  • 4 Ob 79/01y
    Entscheidungstext OGH 14.05.2001 4 Ob 79/01y
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 15/02p
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 4 Ob 15/02p
    Beisatz: Die Bescheinigungslast für die Wahrheit einer Tatsachenbehauptung trifft auch im Provisorialverfahren den Mitteilenden. (T10)
  • 4 Ob 301/02x
    Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 301/02x
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 250/03y
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 4 Ob 250/03y
    Beis wie T10; Beisatz: Wird in einem auf § 7 UWG gestützten Sicherungsverfahren die Wahrheit der beanstandeten Behauptung bescheinigt, besteht kein Unterlassungsanspruch. (T11)
    Beisatz: Auch auf § 1330 ABGB gestützte Sicherungsanträge können schon durch die Bescheinigung der Wahrheit der verbreiteten Äußerung abgewehrt werden. (T12)
  • 6 Ob 246/04a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 246/04a
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T10
  • 8 ObA 134/04w
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 8 ObA 134/04w
    Beisatz: Der Gegner der gefährdeten Partei trägt die Bescheinigungslast zumindest hinsichtlich des wesentlichen Inhaltes seiner Mitteilung. (T13)
  • 4 Ob 116/06x
    Entscheidungstext OGH 09.08.2006 4 Ob 116/06x
    Auch; Beis wie T5
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Beis wie T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 2006/170
  • 4 Ob 249/06f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 249/06f
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 177/09x
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 4 Ob 177/09x
    Beis wie T3
  • 17 Ob 23/09w
    Entscheidungstext OGH 09.02.2010 17 Ob 23/09w
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 56/12g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 56/12g
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 181/12i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 181/12i
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 43/18d
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 43/18d
    Auch; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0079738

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19780404_OGH0002_0040OB00316_7800000_004

Rechtssatz für 4Ob21/88 4Ob67/88 4Ob99...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079727

Geschäftszahl

4Ob21/88; 4Ob67/88; 4Ob99/88; 4Ob18/93; 4Ob116/93; 4Ob71/95; 4Ob2105/96d; 4Ob58/97a; 4Ob45/97i; 4Ob47/97h; 4Ob250/03y; 4Ob70/06g

Entscheidungsdatum

14.06.1988

Norm

UWG §7 E2

Rechtssatz

Bei einer herabsetzenden vergleichenden Werbung hat der Werbende die Wahrheit seiner Behauptungen zu beweisen (zu bescheinigen), was bei geschäftsschädigenden Äußerungen über Mitbewerber schon aus § 7 Abs 1 UWG folgt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 21/88
    Entscheidungstext OGH 14.06.1988 4 Ob 21/88
  • 4 Ob 67/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 67/88
    nur: Bei einer herabsetzenden vergleichenden Werbung hat der Werbende die Wahrheit seiner Behauptungen zu beweisen (zu bescheinigen). (T1)
  • 4 Ob 99/88
    Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 99/88
    Auch
  • 4 Ob 18/93
    Entscheidungstext OGH 23.03.1993 4 Ob 18/93
    Veröff: WBl 1993,300
  • 4 Ob 116/93
    Entscheidungstext OGH 16.11.1993 4 Ob 116/93
    Auch
  • 4 Ob 71/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 71/95
    Auch
  • 4 Ob 2105/96d
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 4 Ob 2105/96d
    Auch
  • 4 Ob 58/97a
    Entscheidungstext OGH 11.03.1997 4 Ob 58/97a
    Auch
  • 4 Ob 47/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 4 Ob 47/97h
    Auch
  • 4 Ob 45/97i
    Entscheidungstext OGH 22.04.1997 4 Ob 45/97i
    Auch
  • 4 Ob 250/03y
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 4 Ob 250/03y
    nur T1
  • 4 Ob 70/06g
    Entscheidungstext OGH 23.05.2006 4 Ob 70/06g
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0079727

Dokumentnummer

JJR_19880614_OGH0002_0040OB00021_8800000_003

Rechtssatz für 4Ob2105/96d 4Ob137/09i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0102851

Geschäftszahl

4Ob2105/96d; 4Ob137/09i

Entscheidungsdatum

29.05.1996

Norm

UWG §2 A4

Rechtssatz

§ 2 UWG regelt irreführende Angaben über die eigenen geschäftlichen Verhältnisse des Werbenden (Koppensteiner, Wettbewerbsrecht2 II 39).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 2105/96d
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 4 Ob 2105/96d
  • 4 Ob 137/09i
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 4 Ob 137/09i
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0102851

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.06.2010

Dokumentnummer

JJR_19960529_OGH0002_0040OB02105_96D0000_001

Rechtssatz für 4Ob2105/96d 4Ob58/97a 4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0102852

Geschäftszahl

4Ob2105/96d; 4Ob58/97a; 4Ob45/97i; 4Ob318/97m; 4Ob358/97v; 4Ob264/99y; 4Ob212/01g; 4Ob211/02m; 4Ob91/03s; 4Ob179/06m

Entscheidungsdatum

29.05.1996

Norm

UWG §2 C2c
UWG §7

Rechtssatz

Unrichtige herabsetzende Angaben über das Unternehmen eines anderen fallen unter § 7 UWG. In den Fällen unzutreffender vergleichender Werbung ist eine Konkurrenz der Tatbestände nach § 2 und § 7 UWG möglich, kann doch hier sowohl eine Irreführung über eigene als auch über fremde geschäftliche Verhältnisse vorliegen (Koppensteiner aaO; Schuhmacher in WBl 1988, 159, zur Entscheidung WBl 1988, 157 = ÖBl 1989, 42 - 7 von 10 Vorarlbergern). Hier: Keine Alleinstellungswerbung.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 2105/96d
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 4 Ob 2105/96d
  • 4 Ob 58/97a
    Entscheidungstext OGH 11.03.1997 4 Ob 58/97a
    nur: Eine Konkurrenz der Tatbestände nach § 2 und § 7 UWG ist möglich. (T1)
  • 4 Ob 45/97i
    Entscheidungstext OGH 22.04.1997 4 Ob 45/97i
    Auch
  • 4 Ob 318/97m
    Entscheidungstext OGH 28.10.1997 4 Ob 318/97m
    Auch; nur: Unrichtige herabsetzende Angaben über das Unternehmen eines anderen fallen unter § 7 UWG. (T2)
  • 4 Ob 358/97v
    Entscheidungstext OGH 09.12.1997 4 Ob 358/97v
    Vgl auch; Beisatz: Unrichtige Angaben über einen zu hohen Preis des Mitbewerbers sind eine kreditschädigende herabsetzende Äußerung im Sinne des § 7 UWG. Wird hingegen der eigene Preis zu niedrig angegeben, so liegt ein Verstoß gegen § 2 UWG vor; das gleiche muß gelten, soweit der eigene Preis durch die Gegenüberstellung günstiger erscheint als er ist. (T3)
  • 4 Ob 264/99y
    Entscheidungstext OGH 09.11.1999 4 Ob 264/99y
    nur: Unrichtige herabsetzende Angaben über das Unternehmen eines anderen fallen unter § 7 UWG. In den Fällen unzutreffender vergleichender Werbung ist eine Konkurrenz der Tatbestände nach § 2 und § 7 UWG möglich, kann doch hier sowohl eine Irreführung über eigene als auch über fremde geschäftliche Verhältnisse vorliegen. (T4)
  • 4 Ob 212/01g
    Entscheidungstext OGH 13.11.2001 4 Ob 212/01g
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 211/02m
    Entscheidungstext OGH 05.11.2002 4 Ob 211/02m
    Auch; Beisatz: Hier: Wörtliche und bildliche Darstellung des Niederganges des Konkurrenten im Text des "Eigenwerbeartikels". (T5)
  • 4 Ob 91/03s
    Entscheidungstext OGH 20.05.2003 4 Ob 91/03s
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 179/06m
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 179/06m
    Beisatz: Hier: Balkendiagramm zur Zustellquote der Beklagten und der beiden (namentlich nicht genannten) konkurrierenden Werbemittelverteiler. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0102852

Dokumentnummer

JJR_19960529_OGH0002_0040OB02105_96D0000_002

Entscheidungstext 4Ob2105/96d

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob2105/96d

Entscheidungsdatum

29.05.1996

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof. Dr. Gamerith als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Kodek, Dr. Niederreiter, Dr. Schalich und Dr. Griß als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Gisela A*****, *****" *****, vertreten durch Dr. Karl J.Grigkar, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei I***** Handels GesmbH, ***** vertreten durch Dr. Betram Grass und Mag. Christoph Dorner, Rechtsanwälte in Bregenz, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Streitwert im Provisorialverfahren S 500.000), infolge außerordentlichen Revisionsrekurses der klagenden Partei gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Rekursgericht vom 29. März 1996, GZ 2 R 82/96t-12, womit der Beschluß des Landesgerichtes Feldkirch vom 9. Februar 1996, GZ 9 Cg 10/96x-6, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Der angefochtene Beschluß wird dahin abgeändert, daß der Beschluß des Erstgerichtes wiederhergestellt wird.

Die klagende Partei hat die Kosten ihres Revisionsrekurses vorläufig selbst zu tragen; die beklagte Partei hat die Kosten ihrer Revisionrekursbeantwortung endgültig selbst zu tragen.

Text

Begründung:

Beide Parteien betreiben in Wien den Handel mit Parfümeriewaren und kosmetischen Artikeln. Im November 1995 versandte die Beklagte Werbeprospekte, in denen verschiedene kosmetische Produkte zu einem "Sparpreis" angeboten wurden. Dabei setzte sie jeweils Preise von Konkurrenzunternehmen daneben ("gesehen um"). In den dazu angebrachten Fußnoten wurden die Konkurrenzunternehmen bezeichnet, welche die angeführten höheren Vergleichspreise verlangen. Auf die Klägerin nahm die Beklagte bei folgenden Produkten Bezug:

Iceberg Homme Eau de Toilette Spray

Montana Homme Eau de Toilette Spray

Iceberg Twice Homme Eau de Toilette Spray

Ungaro Homme Eau de Toilette Spray.

Die Vergleichspreise soll die Klägerin laut Erklärung in den Fußnoten in der Zeit vom 9. bis 20. bzw 27. Oktober 1995 in Wien verlangt haben.

Mit der Behauptung, daß dieser Preisvergleich deshalb unrichtig sei, weil die Klägerin die angeführten Produkte in dem genannten Zeitraum überhaupt nicht geführt habe (und auch nicht führe), begehrt die Klägerin zur Sicherung eines inhaltsgleichen Unterlassungsanspruches, der Beklagten mit einstweiliger Verfügung zu untersagen, in von ihr verbreitetem Werbematerial zum Zweck der Hervorhebung einer angeblichen besonderen Preiswürdigkeit der eigenen Produkte unter ausdrücklicher Nennung des Unternehmens der Klägerin irreführende Preisvergleiche mit Produkten, die von dieser nicht geführt wurden oder werden, vorzunehmen.

Die Beklagte beantragt die Abweisung des Sicherungsbegehrens. Ihre Preisangaben seien wahr, weil die in der Klage angeführten Produkte am 12. Oktober 1995 im Geschäft der Klägerin in W***** zu den im Prospekt angeführten Preisen tatsächlich geführt worden seien.

Das Erstgericht gab dem Sicherungsantrag (mit einer sprachlichen Verdeutlichung: "... Preisvergleiche mit Produkten vorzunehmen, die von der gefährdeten Partei zu dem in der Werbung genannten Vergleichszeitpunkt nicht geführt werden.") statt. Ob die Klägerin die im Preisvergleich angeführten Produkte überhaupt geführt habe, habe sich im Provisorialverfahren nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit klären lassen. Die Beweislast für die Unrichtigkeit einer Werbeaussage treffe zwar grundsätzlich den Kläger. Im vorliegenden Fall trete aber eine Verschiebung der Beweislast ein, weil die Klägerin mangels genauer Kenntnis der Tatumstände ganz besondere, unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten habe, wogegen der Beklagten diese Kenntnisse zur Verfügung stünden und es ihr daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohne weiteres zumutbar sei, die erforderlichen Aufklärungen zu geben.

Das Rekursgericht wies den Sicherungsantrag ab und sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000 übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei. Ob die bekämpfte Negativfeststellung des Erstgerichtes unbedenklich sei, könne offenbleiben. Die von der Rechtsprechung zur Beweislast bei Alleinstellungswerbungen angestellten Erwägungen träfen auf die Fälle vergleichender Werbung in der Regel nicht zu. Welche Produkte in einem Geschäft nicht geführt werden, könne der Geschäftsinhaber ohne weiteres bescheinigen. Die von der Klägerin im Rekursverfahren nicht in Zweifel gezogene Negativfeststellung gehe daher zu ihren Lasten.

Rechtliche Beurteilung

Der gegen diesen Beschluß erhobene außerordentliche Revisionsrekurs der Klägerin ist zulässig, weil das Rekursgericht von der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes abgewichen ist; er ist auch berechtigt.

Die von den Vorinstanzen und den Parteien angestellten Überlegungen zur Beweislast in den Fällen des § 2 UWG bedürfen hier keiner Erörterung:

§ 2 UWG regelt irreführende Angaben über die eigenen geschäftlichen Verhältnisse des Werbenden (Koppensteiner, Wettbewerbsrecht2 II 39; ecolex 1993, 537-Gewinnummer). Unrichtige herabsetzende Angaben über das Unternehmen eines anderen fallen unter § 7 UWG. In den Fällen unzutreffender vergleichender Werbung ist eine Konkurrenz der Tatbestände nach § 2 und 7 UWG möglich, kann doch hier sowohl eine Irreführung über eigene als auch über fremde geschäftliche Verhältnisse vorliegen (Koppensteiner aaO; Schuhmacher in WBl 1987, 159, zur Entscheidung WBl 1987, 157 = ÖBl 1989, 42 - 7 von 10 Vorarlbergern). Wird etwa in einem Werbevergleich der eigene Preis zu niedrig angegeben, liegt ein Verstoß gegen § 2 UWG vor; werden aber unrichtige Angaben über einen zu hohen Preis des Mitbewerbers gemacht, dann liegt darin eine kreditschädigende herabsetzende Äußerung im Sinn des § 7 UWG.

Soweit die Beklagte im Werbeprospekt behauptet hat, die Klägerin vertreibe bestimmte Produkte teurer als sie selbst, hat sie damit eine Tatsache behauptet, die geeignet ist, den Betrieb des Unternehmens der Klägerin zu schädigen. Ihr ist eine solche Behauptung zu verbieten, sofern sie nicht erweislich wahr ist (§ 7 Abs 1 UWG). Den Wahrheitsbeweis hat in einem solchen Fall also immer der Beklagte zu erbringen (SZ 51/39 = ÖBl 1978, 92 - Emailschmuck; ÖBl 1987, 97 - Avanti (Federsel); ÖBl 1994, 25 - IMAS - Report uva). Das gilt auch bei einer herabsetzenden vergleichenden Werbung (MR 1989, 68 - Schadensberatung).

Aus diesen Erwägungen war in Stattgebung des Revisionsrekurses die einstweilige Verfügung des Erstgerichtes wiederherzustellen.

Der Ausspruch über die Kosten des Revisionsrekurses der Klägerin gründet sich auf § 393 Abs 1, jener über die Kosten der Beklagten auf §§ 78, 402 Abs 4 EO iVm §§ 40, 50 Abs 1, § 52 ZPO.

Anmerkung

E42159 04A21056

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:0040OB02105.96D.0529.000

Dokumentnummer

JJT_19960529_OGH0002_0040OB02105_96D0000_000