Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob875/51 7Ob532/57 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040801

Geschäftszahl

1Ob875/51; 7Ob532/57; 5Ob136/64; 6Ob295/67; 1Ob128/71; 3Ob108/71; 3Ob135/73; 1Ob168/73; 3Ob218/73; 3Ob238/74; 3Ob6/77; 1Ob730/77; 4Ob503/84; 3Ob1021/84; 8Ob512/95; 1Ob606/95; 9Ob19/03i; 2Ob138/10y; 3Ob7/16z

Entscheidungsdatum

19.12.1951

Norm

ZPO §396 B

Rechtssatz

Ein Versäumungsurteil ist, wenngleich in abweisendem Sinn, auch dann zu fällen, wenn die Klage nicht schlüssig ist. Eine Erstreckung der Tagsatzung aus diesem Grunde oder eine Ergänzung der Klagsangaben oder Verbesserung des Klagebegehrens ist nicht zulässig.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 875/51
    Entscheidungstext OGH 19.12.1951 1 Ob 875/51
    Veröff: EvBl 1952/326 S 494
  • 7 Ob 532/57
    Entscheidungstext OGH 04.12.1957 7 Ob 532/57
  • 5 Ob 136/64
    Entscheidungstext OGH 27.05.1964 5 Ob 136/64
  • 6 Ob 295/67
    Entscheidungstext OGH 22.11.1967 6 Ob 295/67
    nur: Ein Versäumungsurteil ist, wenngleich in abweisendem Sinn, auch dann zu fällen, wenn die Klage nicht schlüssig ist. (T1)
  • 1 Ob 128/71
    Entscheidungstext OGH 01.07.1971 1 Ob 128/71
    nur T1
  • 3 Ob 108/71
    Entscheidungstext OGH 06.10.1971 3 Ob 108/71
    Vgl aber; Beisatz: Verbesserung des unschlüssigen Klagebegehrens in der ersten Tagsatzung. (T2)
    Veröff: SZ 44/155 = EvBl 1972/27 S 48
  • 3 Ob 135/73
    Entscheidungstext OGH 28.08.1973 3 Ob 135/73
    nur T1
  • 1 Ob 168/73
    Entscheidungstext OGH 14.11.1973 1 Ob 168/73
    nur T1; Beisatz: Hier: Unterlassung des Tatsachenvorbringens bei einer Klage nach § 110 Abs 1 KO. Hinweis auf die im Konkursverfahren vorgenommene Forderungsanmeldung kann das erforderliche Tatsachenvorbringen nicht ersetzen. (T3)
  • 3 Ob 218/73
    Entscheidungstext OGH 20.12.1973 3 Ob 218/73
  • 3 Ob 238/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1975 3 Ob 238/74
    nur T1
  • 3 Ob 6/77
    Entscheidungstext OGH 01.02.1977 3 Ob 6/77
    nur T1
  • 1 Ob 730/77
    Entscheidungstext OGH 30.11.1977 1 Ob 730/77
    Vgl; Beis wie T2
  • 4 Ob 503/84
    Entscheidungstext OGH 03.04.1984 4 Ob 503/84
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: § 13 KSchG (T4)
    Beisatz: Das Fehlen einer ausdrücklichen Behauptung schadet (nur) dann nicht, wenn sich die betreffende Tatsache schlüssig aus dem übrigen Tatsachenvorbringen des Klägers ergibt. (T5)
    Veröff: SZ 57/69 = RdW 1984,308
  • 3 Ob 1021/84
    Entscheidungstext OGH 12.12.1984 3 Ob 1021/84
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Daraus folgt aber nicht, dass der Richter in der ersten Tagsatzung zur Verbesserung einer unschlüssigen Klage anzuleiten hat. (T6)
  • 8 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 Ob 512/95
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch; nur T1
  • 9 Ob 19/03i
    Entscheidungstext OGH 09.07.2003 9 Ob 19/03i
    nur T1
  • 2 Ob 138/10y
    Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 138/10y
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T7); Veröff: SZ 2016/48

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1951:RS0040801

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19511219_OGH0002_0010OB00875_5100000_001

Rechtssatz für 3Ob108/71 6Ob752/77 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040965

Geschäftszahl

3Ob108/71; 6Ob752/77; 1Ob606/95; 2Ob138/10y

Entscheidungsdatum

06.10.1971

Norm

ZPO §396 B

Rechtssatz

Im Fall der Säumnis des Beklagten ist der Kläger nicht auf sein Vorbringen in der Klage beschränkt, sondern darf auch noch in der ersten Tagsatzung weitere Tatsachen vortragen, die bisher vorgebrachten Behauptungen ergänzen und richtigstellen. Er darf nur den Gegenstand des Rechtsstreites nicht ändern und sein Klagebegehren nicht erweitern. Klageverbesserungen im Sinne des § 235 Abs 4 ZPO sind dagegen zulässig. Urteilsgrundlage ist nicht nur die Klageschrift, sondern auch das mündliche Vorbringen des Klägers in tatsächlicher Beziehung, mag es auch über die Klageschrift hinausgehen (Fasching III S 619, Sperl S 491, Neumann II S 1132, Petschek - Stagel S 344, Wolff S 192).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 108/71
    Entscheidungstext OGH 06.10.1971 3 Ob 108/71
    Veröff: SZ 44/155 = EvBl 1972/27 S 48
  • 6 Ob 752/77
    Entscheidungstext OGH 10.11.1977 6 Ob 752/77
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch
  • 2 Ob 138/10y
    Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 138/10y
    Auch; Beisatz: Hier: Den beklagten Parteien war der Schriftsatz mit ergänzenden Vorbringen der Klägerin bereits vor der betreffenden Tagsatzung übermittelt worden. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0040965

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.05.2011

Dokumentnummer

JJR_19711006_OGH0002_0030OB00108_7100000_001

Rechtssatz für 5Ob217/72 2Ob564/79 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037161

Geschäftszahl

5Ob217/72; 2Ob564/79; 7Ob7/82; 8Ob22/93; 1Ob606/95; 2Ob222/01p; 1Ob15/02s; 7Ob179/02b; 1Ob73/03x; 7Ob149/03t; 8Ob163/06p; 9Ob4/09t; 4Ob245/12a; 4Ob197/15x; 3Ob7/16z

Entscheidungsdatum

07.11.1972

Norm

ZPO §182

Rechtssatz

Der Richter darf eine Klage wegen ungenügender Substantiierung des Anspruches erst abweisen, wenn er auf die Vervollständigung des tatsächlichen Vorbringens hingewirkt hat. Dies gilt auch im Anwaltsprozess.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 217/72
    Entscheidungstext OGH 07.11.1972 5 Ob 217/72
  • 2 Ob 564/79
    Entscheidungstext OGH 18.09.1979 2 Ob 564/79
  • 7 Ob 7/82
    Entscheidungstext OGH 11.02.1982 7 Ob 7/82
    Auch; Beisatz: Die Unbestimmtheit und Undeutlichkeit des Begehrens rechtfertigt nicht die sofortige Klagsabweisung. (T1)
  • 8 Ob 22/93
    Entscheidungstext OGH 14.07.1994 8 Ob 22/93
    Auch
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 222/01p
    Entscheidungstext OGH 20.09.2001 2 Ob 222/01p
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 15/02s
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 15/02s
    Beis wie T1
  • 7 Ob 179/02b
    Entscheidungstext OGH 07.08.2002 7 Ob 179/02b
    Veröff: SZ 2002/100
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Auch; Beisatz: Vor der Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens ist stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen. (T2)
  • 7 Ob 149/03t
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 149/03t
    Auch; Beisatz: Der Verbesserungsauftrag ist von Amts wegen zu erteilen, selbst wenn die Partei durch einen Rechtsanwalt vertreten ist. (T3)
  • 8 Ob 163/06p
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 Ob 163/06p
    Auch; Beisatz: Ein unbestimmtes Begehren kann nicht zu einer Abweisung führen; vielmehr hat das Gericht im Rahmen seiner Prozessleistungspflicht vorweg eine Präzisierung zu ermöglichen (stRsp). (T4)
  • 9 Ob 4/09t
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 Ob 4/09t
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 245/12a
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 245/12a
    Auch
  • 4 Ob 197/15x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 197/15x
    Auch
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T5); Veröff: SZ 2016/48

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0037161

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19721107_OGH0002_0050OB00217_7200000_002

Rechtssatz für 3Ob238/74 6Ob567/77 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040892

Geschäftszahl

3Ob238/74; 6Ob567/77; 1Ob730/77; 1Ob606/95

Entscheidungsdatum

21.01.1975

Norm

ZPO §396 B
ZPO §396 D

Rechtssatz

Rechtliche Schlußfolgerungen aus dem übrigen Klagsvorbringen werden von der Wahrheitsfiktion des § 396 ZPO nicht erfaßt und unterliegen daher der richterlichen Prüfung (Fasching III, 621, SZ 7/331, 12/3, ZBl 1930/363).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 238/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1975 3 Ob 238/74
  • 6 Ob 567/77
    Entscheidungstext OGH 23.05.1977 6 Ob 567/77
  • 1 Ob 730/77
    Entscheidungstext OGH 30.11.1977 1 Ob 730/77
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0040892

Dokumentnummer

JJR_19750121_OGH0002_0030OB00238_7400000_003

Rechtssatz für 1Ob514/78 7Ob704/78 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037112

Geschäftszahl

1Ob514/78; 7Ob704/78 (7Ob705/78); 1Ob681/79; 7Ob602/79; 4Ob113/81; 4Ob45/82; 1Ob519/83; 9Ob1590/94; 1Ob585/94; 1Ob606/95; 1Ob144/97a; 1Ob126/98f; 1Ob163/98x; 6Ob244/98w; 6Ob104/99h; 3Ob217/99d; 1Ob21/02y; 1Ob56/05z; 16Ok8/08; 3Ob16/11s; 4Ob36/13t; 8ObA66/14k; 9ObA22/18b

Entscheidungsdatum

25.01.1978

Norm

ZPO §182
ZPO §235 A

Rechtssatz

Die Anleitungspflicht des Gerichts geht nicht so weit, ein rechtlich unzulässiges und daher abzuweisendes Klagebegehren durch eine Klagsänderung dahin abzuändern oder zu erweitern, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Stattgebung doch noch gegeben sein könnten.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 514/78
    Entscheidungstext OGH 25.01.1978 1 Ob 514/78
    Veröff: RZ 1978/110 S 220 = JBl 1978,545
  • 7 Ob 704/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 7 Ob 704/78
  • 1 Ob 681/79
    Entscheidungstext OGH 29.08.1979 1 Ob 681/79
    Veröff: SZ 52/122
  • 7 Ob 602/79
    Entscheidungstext OGH 13.09.1979 7 Ob 602/79
  • 4 Ob 113/81
    Entscheidungstext OGH 03.11.1981 4 Ob 113/81
    Ähnlich; Veröff: Arb 10061
  • 4 Ob 45/82
    Entscheidungstext OGH 18.05.1982 4 Ob 45/82
    Veröff: Arb 10111
  • 1 Ob 519/83
    Entscheidungstext OGH 09.03.1983 1 Ob 519/83
  • 9 Ob 1590/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 Ob 1590/94
    Auch
  • 1 Ob 585/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1994 1 Ob 585/94
    Ähnlich; Beisatz: Der Richter ist auch im Rahmen der materiellen Prozessleistungspflicht gemäß § 182 ZPO nicht berufen, zur Geltendmachung bisher nicht erhobener Ansprüche anzuleiten. (T1) Veröff: SZ 67/137
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
  • 1 Ob 144/97a
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 144/97a
    Auch; Veröff: SZ 70/199
  • 1 Ob 126/98f
    Entscheidungstext OGH 30.06.1998 1 Ob 126/98f
    Vgl auch
  • 1 Ob 163/98x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1998 1 Ob 163/98x
  • 6 Ob 244/98w
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 244/98w
  • 6 Ob 104/99h
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 6 Ob 104/99h
    Vgl auch
  • 3 Ob 217/99d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2000 3 Ob 217/99d
    Auch; Veröff: SZ 73/85
  • 1 Ob 21/02y
    Entscheidungstext OGH 30.04.2002 1 Ob 21/02y
    Beis wie T1
  • 1 Ob 56/05z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 56/05z
    Auch; Beisatz: Den Parteien ist zwar Gelegenheit zu geben, unschlüssiges, unbestimmtes oder widerspruchsvolles Begehren (jedoch ohne Änderung dessen Inhalts) zu verdeutlichen und zu präzisieren, doch kann daraus nicht die Verpflichtung des Gerichts zur Anregung einer Klageänderung abgeleitet werden. Nur innerhalb solcher Grenzen der Anleitungspflicht darf das Gericht die Parteien in seiner Entscheidung nicht mit einer Rechtsauffassung überraschen, die sie nicht beachtet haben und auf die sie das Gericht nicht aufmerksam gemacht hat. (T2); Veröff: SZ 2005/93
  • 16 Ok 8/08
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 16 Ok 8/08
    Vgl auch; Veröff: SZ 2008/144
  • 3 Ob 16/11s
    Entscheidungstext OGH 13.04.2011 3 Ob 16/11s
    Auch
  • 4 Ob 36/13t
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 36/13t
  • 8 ObA 66/14k
    Entscheidungstext OGH 29.10.2015 8 ObA 66/14k
  • 9 ObA 22/18b
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 ObA 22/18b
    Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0037112

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19780125_OGH0002_0010OB00514_7800000_002

Rechtssatz für 1Ob564/78 6Ob653/78 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040872

Geschäftszahl

1Ob564/78; 6Ob653/78; 1Ob573/80; 1Ob516/93; 1Ob16/93; 8Ob512/95; 1Ob606/95; 8Ob205/99a; 1Ob73/03x; 3Ob7/16z

Entscheidungsdatum

17.03.1978

Norm

ZPO §396 B

Rechtssatz

Undeutliches und unvollständiges Vorbringen in der Klage geht zu Lasten des Klägers und hat, wenn er die Fällung eines Versäumungsurteiles begehrt, zur Abweisung des Klagebegehrens zu führen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 564/78
    Entscheidungstext OGH 17.03.1978 1 Ob 564/78
    Veröff: EvBl 1978/181 S 577 = JBl 1979,492
  • 6 Ob 653/78
    Entscheidungstext OGH 01.09.1978 6 Ob 653/78
  • 1 Ob 573/80
    Entscheidungstext OGH 30.04.1980 1 Ob 573/80
  • 1 Ob 516/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 516/93
  • 1 Ob 16/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 16/93
    Auch
  • 8 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 Ob 512/95
    Auch
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
  • 8 Ob 205/99a
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 8 Ob 205/99a
    Beisatz: Die Behauptung, "die Geschäftsbeziehung" sei "fällig gestellt" worden, ist mangels jeden Vorbringens, von welchem (vereinbarten) Recht die klagende Partei auf welche Weise Gebrauch machte, selbst wenn sie gemäß § 396 ZPO für wahr gehalten wird, keine geeignete Tatsachengrundlage für die rechtliche Beurteilung, ob der eingeklagte Kreditbetrag fällig ist. (T1)
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Vgl aber; Beisatz: Unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben, doch hat der Verhandlungsrichter gemäß § 182 Abs 1 ZPO darauf hinzuwirken, dass die für die Entscheidung erheblichen tatsächlichen Angaben gemacht oder ungenügende Angaben über die zur Begründung des Anspruchs geltend gemachten Umstände vervollständigt bzw klargestellt werden. (T2)
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T3); Veröff: SZ 2016/48

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0040872

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19780317_OGH0002_0010OB00564_7800000_001

Rechtssatz für 6Ob653/78 1Ob573/80 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040862

Geschäftszahl

6Ob653/78; 1Ob573/80; 4Ob503/84; 4Ob98/89; 1Ob16/93; 8Ob512/95; 1Ob606/95; 1Ob99/99m; 8Ob205/99a; 8Ob17/12a; 4Ob207/11m; 8Ob5/15s; 3Ob7/16z

Entscheidungsdatum

01.09.1978

Norm

ZPO §396 B

Rechtssatz

Ob alle für eine Stattgebung des Klagebegehrens erforderlichen rechtserzeugenden Tatsachen behauptet worden sind, hat das Gericht, wenn der Kläger die Fällung eines Versäumungsurteils beantragt, nach amtswegiger Prüfung der Rechtslage zu beurteilen und das Klagebegehren abzuweisen, wenn der vorgebrachte Sachverhalt den geltend gemachten Anspruch nicht erzeugt.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 653/78
    Entscheidungstext OGH 01.09.1978 6 Ob 653/78
  • 1 Ob 573/80
    Entscheidungstext OGH 30.04.1980 1 Ob 573/80
  • 4 Ob 503/84
    Entscheidungstext OGH 03.04.1984 4 Ob 503/84
    Auch; Veröff: SZ 57/69 = RdW 1984,308
  • 4 Ob 98/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 98/89
    Auch
  • 1 Ob 16/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 16/93
    Auch; Beisatz: Das Gericht muss bei der ihm nach § 396 ZPO obliegenden Schlüssigkeitsprüfung selbständig beurteilen, ob die nach der angeführten Gesetzesstelle für wahr zu haltenden Tatsachenbehauptungen des Klägers ausreichen, um das Klagebegehren als berechtigt zu erkennen. (T1)
  • 8 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 Ob 512/95
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
  • 1 Ob 99/99m
    Entscheidungstext OGH 05.08.1999 1 Ob 99/99m
    Auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 205/99a
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 8 Ob 205/99a
  • 8 Ob 17/12a
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 8 Ob 17/12a
    Auch
  • 4 Ob 207/11m
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 207/11m
    Auch; Beisatz: Ob die Voraussetzungen für die Erlassung eines Versäumungsurteils im Einzelfall vorliegen, begründet im Allgemeinen keine erhebliche Rechtsfrage. (T2)
  • 8 Ob 5/15s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 Ob 5/15s
    Auch
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T3); Veröff: SZ 2016/48

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0040862

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19780901_OGH0002_0060OB00653_7800000_002

Rechtssatz für 8Ob209/79 1Ob606/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040972

Geschäftszahl

8Ob209/79; 1Ob606/95

Entscheidungsdatum

14.09.1979

Norm

ZPO §396 B

Rechtssatz

Was das Gesetz "für wahr zu halten" nennt, hat immer nur den Sachverhalt zum Gegenstand, niemals rechtliche Behauptungen. Solche hat der Richter auch bei Fällung eines Versäumungsurteiles nachzuprüfen und das Klagebegehren abzuweisen, wenn der vorgebrachte Sachverhalt den begehrten Anspruch nicht erzeugt.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 209/79
    Entscheidungstext OGH 14.09.1979 8 Ob 209/79
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0040972

Dokumentnummer

JJR_19790914_OGH0002_0080OB00209_7900000_001

Rechtssatz für 1Ob561/80 (1Ob562/80, ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037166

Geschäftszahl

1Ob561/80 (1Ob562/80, 1Ob563/80); 7Ob683/88; 1Ob10/89; 8Ob672/89; 1Ob10/93; 1Ob606/95; 3Ob241/97f; 8Ob7/99h; 7Ob35/00y; 5Ob282/01h; 1Ob15/02s; 8Ob294/01w; 1Ob73/03x; 7Ob149/03t; 7Ob263/03g; 9Ob55/04k; 8Ob78/04k; 7Ob83/05i; 6Ob51/05a; 6Ob275/05t; 4Ob241/05b; 8ObS4/06f; 8Ob163/06p; 4Ob114/07d; 7Ob180/07g; 7Ob125/07v; 6Ob134/08m; 7Ob148/08b; 2Ob63/08s; 7Ob289/08p; 17Ob40/08v; 7Ob268/08z; 5Ob21/09p; 1Ob183/09g; 7Ob41/10w; 9ObA87/11a; 3Ob222/12m; 3Ob15/13x; 4Ob245/12a; 10Ob50/13w; 10Ob31/14b; 1Ob133/14m; 3Ob90/15d; 1Ob156/15w; 3Ob7/16z; 3Ob75/17a; 1Ob94/18g

Entscheidungsdatum

17.09.1980

Norm

ZPO §182
ZPO idF ZVN 2002 §182a
ZPO §226 IIIA
ZPO §226 IIIB

Rechtssatz

Verbleibende Zweifel an dem Inhalt der Klage dürfen nicht zu einer Abweisung des Klagebegehrens wegen Unschlüssigkeit führen, sondern müssten zum Anlass einer Anleitung zur Ergänzung der für die Entscheidung erheblichen tatsächlichen Angaben gemäß § 182 Abs 1 ZPO genommen werden (JBl 1970,623 ua).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 561/80
    Entscheidungstext OGH 17.09.1980 1 Ob 561/80
  • 7 Ob 683/88
    Entscheidungstext OGH 15.12.1988 7 Ob 683/88
  • 1 Ob 10/89
    Entscheidungstext OGH 05.07.1989 1 Ob 10/89
    Auch
  • 8 Ob 672/89
    Entscheidungstext OGH 26.02.1991 8 Ob 672/89
    Veröff: ÖBA 1991,671
  • 1 Ob 10/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 10/93
    Auch; Veröff: SZ 66/97
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch; Beisatz: Bevor ein Gericht ein unbestimmtes, unschlüssiges oder widerspruchsvolles Begehren abweist, hat es dessen Verbesserung anzuregen. (T1)
  • 3 Ob 241/97f
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 3 Ob 241/97f
    Beis wie T1; Veröff: SZ 70/136
  • 8 Ob 7/99h
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 8 Ob 7/99h
    Auch; Beis wie T1
  • 7 Ob 35/00y
    Entscheidungstext OGH 26.04.2000 7 Ob 35/00y
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 282/01h
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 5 Ob 282/01h
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 1 Ob 15/02s
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 15/02s
    Beis wie T1
  • 8 Ob 294/01w
    Entscheidungstext OGH 02.07.2002 8 Ob 294/01w
    Auch
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Beisatz: Vor der Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens ist stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen. (T2)
  • 7 Ob 149/03t
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 149/03t
    Auch
  • 7 Ob 263/03g
    Entscheidungstext OGH 31.03.2004 7 Ob 263/03g
  • 9 Ob 55/04k
    Entscheidungstext OGH 09.06.2004 9 Ob 55/04k
    Beisatz: Gemäß §§ 182 Abs 1, 182a ZPO. (T3)
  • 8 Ob 78/04k
    Entscheidungstext OGH 24.09.2004 8 Ob 78/04k
    Beis wie T3
  • 7 Ob 83/05i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 83/05i
    Auch; Beisatz: Die Anleitungspflicht ist durch § 182a ZPO idF ZVN 2002 aber insofern als erweitert anzusehen, dass nun auf ein verfehltes Klagebegehren, das nicht dem offenkundig verfolgten Rechtsschutzziel der Partei entspricht, aufmerksam zu machen und dem Kläger Gelegenheit zu geben ist, sein Klagebegehren auch dann zu ändern, wenn dies eine Klagsänderung darstellt. (T4)
  • 6 Ob 51/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 51/05a
    Beisatz: Die Gewährung eines Verbesserungsversuchs ist bei unschlüssigen Klagen grundsätzlich zwingend vorzunehmen. (T5) Beisatz: Der Kläger darf zwar nicht willkürlich während des Rechtsstreits innerhalb einer begehrten Globalsumme seinen Standpunkt wechseln. Er ist aber, wenn die Klage nicht entsprechend aufgeschlüsselt ist, gemäß § 182 ZPO zur Verbesserung anzuleiten. (T6)
  • 6 Ob 275/05t
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 275/05t
    Veröff: SZ 2005/181
  • 4 Ob 241/05b
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 241/05b
    Beis wie T6
  • 8 ObS 4/06f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2006 8 ObS 4/06f
    Auch; Beisatz: Hier: Klage nach § 65 Abs 1 Z 7 ASGG. (T7)
  • 8 Ob 163/06p
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 Ob 163/06p
    Auch; Beisatz: Ein unbestimmtes Begehren kann nicht zu einer Abweisung führen; vielmehr hat das Gericht im Rahmen seiner Prozessleistungspflicht vorweg eine Präzisierung zu ermöglichen (stRsp). (T8)
  • 4 Ob 114/07d
    Entscheidungstext OGH 04.09.2007 4 Ob 114/07d
  • 7 Ob 180/07g
    Entscheidungstext OGH 26.09.2007 7 Ob 180/07g
    Beisatz: Ein Klagebegehren darf wegen ungenügender Substantiierung des Anspruches erst abgewiesen werden, wenn das Gericht auf die Vervollständigung des Tatsachenvorbringens hingewirkt und dem Kläger verdeutlicht hat, welche Konsequenzen sich aus seiner Weigerung ergeben können. (T9)
  • 7 Ob 125/07v
    Entscheidungstext OGH 26.09.2007 7 Ob 125/07v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Beklagte hat eine Anspruchsgrundlage offensichtlich übersehen. Die Möglichkeit eines Zuspruches der Klagsforderung auf der Basis eines Aufwandersatzes wäre daher mit den Parteien zu erörtern gewesen, bevor das Gericht - aufgrund des Fehlens entsprechender Tatsachenbehauptungen der Beklagten - ihrem Prozessstandpunkt nicht Rechnung trägt. (T10)
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Der Kläger ist auf ein verfehltes Klagebegehren, das dem von ihm offenkundig verfolgten Rechtsschutzziel nicht entspricht, hinzuweisen und es ist ihm Gelegenheit zu einer Klagsänderung zu geben. Gleiches muss aber für das zur Stützung des Klagebegehrens erstattete Vorbringen gelten. (T11)
  • 7 Ob 148/08b
    Entscheidungstext OGH 24.09.2008 7 Ob 148/08b
    Auch
  • 2 Ob 63/08s
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 2 Ob 63/08s
  • 7 Ob 289/08p
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 289/08p
    Auch; Beisatz: Der Verbesserungsauftrag ist von Amts wegen zu erteilen, auch wenn die Partei durch einen Rechtsanwalt vertreten wird. (T12)
  • 17 Ob 40/08v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 40/08v
    Vgl auch
  • 7 Ob 268/08z
    Entscheidungstext OGH 01.07.2009 7 Ob 268/08z
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T9; Beis wie T12
  • 5 Ob 21/09p
    Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 21/09p
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T12
  • 1 Ob 183/09g
    Entscheidungstext OGH 17.11.2009 1 Ob 183/09g
    auch; Beisatz: Hier: Anleitungspflicht des Berufungsgerichts. (T13)
  • 7 Ob 41/10w
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 7 Ob 41/10w
  • 9 ObA 87/11a
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 87/11a
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 222/12m
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 3 Ob 222/12m
    Auch
  • 3 Ob 15/13x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 15/13x
    Auch; Beis wie T12
  • 4 Ob 245/12a
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 245/12a
    Vgl
  • 10 Ob 50/13w
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 10 Ob 50/13w
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T12; Veröff: SZ 2014/42
  • 10 Ob 31/14b
    Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 Ob 31/14b
    Auch; Beis wie T13
  • 1 Ob 133/14m
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 133/14m
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Präzisierung des Bestandobjekts bei einer Aufkündigung. (T14)
  • 3 Ob 90/15d
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 90/15d
    Auch; Beis wie T12
  • 1 Ob 156/15w
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 1 Ob 156/15w
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 7/16z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 3 Ob 7/16z
    Auch; Beisatz: Ein unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben. Es entspricht aber der völlig einhelligen Judikatur, dass vor Abweisung eines unschlüssigen Klagebegehrens stets ein Verbesserungsversuch vorzunehmen ist, was auch im Fall eines Antrags auf Fällung eines Versäumungsurteils wegen Versäumung der Frist zur Klagebeantwortung gilt. (T15); Veröff: SZ 2016/48
  • 3 Ob 75/17a
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 75/17a
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 94/18g
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 94/18g
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T13

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0037166

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19800917_OGH0002_0010OB00561_8000000_001

Rechtssatz für 4Ob503/84 2Ob609/88 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037860

Geschäftszahl

4Ob503/84; 2Ob609/88; 2Ob531/91; 1Ob606/95; 2Ob524/95; 2Ob2390/96a; 1Ob266/97t; 8Ob205/99a; 4Ob181/00x; 6Ob182/00h; 7Ob3/02w; 1Ob73/03x; 3Ob58/12v; 2Ob154/12d; 1Ob204/17g

Entscheidungsdatum

03.04.1984

Norm

KSchG §13
ZPO §84 Abs3 I
ZPO §226 IIIA
ZPO §226 Abs1 IIIC
ZPO §396 B

Rechtssatz

Die rechtserzeugenden Tatsachen des § 13 KSchG hat der Unternehmer gemäß § 226 Abs 1 ZPO schon in der Klage anzuführen. Fehlt es an entsprechenden Behauptungen, dann kann der Klageanspruch aus den vorgebrachten Tatsachen nicht abgeleitet werden; das Klagebegehren ist in diesem Fall gemäß § 396 ZPO mangels Schlüssigkeit mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 503/84
    Entscheidungstext OGH 03.04.1984 4 Ob 503/84
    Veröff: SZ 57/69 = RdW 1984,308
  • 2 Ob 609/88
    Entscheidungstext OGH 06.12.1988 2 Ob 609/88
  • 2 Ob 531/91
    Entscheidungstext OGH 09.11.1991 2 Ob 531/91
  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95
    Auch; Beisatz: Hier: Fehlende Behauptung, dem Beklagten eine qualifizierte Mahnung zugesandt zu haben. Beim Vorbringen der klagenden Partei, die Voraussetzungen nach § 13 KSchG lägen vor, handelt es sich nicht um eine tatsächliche Behauptung, sondern nur um eine Rechtsausführung. (T1)
  • 2 Ob 524/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1996 2 Ob 524/95
    Auch; Beis wie T1 nur: Hier: Fehlende Behauptung, dem Beklagten eine qualifizierte Mahnung zugesandt zu haben. (T2)
    Beisatz: Unvollständiges und somit unschlüssiges Vorbringen ist dann nicht verbesserungsfähig, falls eine sachliche Erledigung - wenn auch nicht im stattgebenden Sinn - nicht ausgeschlossen ist. (T3)
  • 2 Ob 2390/96a
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2390/96a
    Auch; nur: Fehlt es an entsprechenden Behauptungen, dann kann der Klageanspruch aus den vorgebrachten Tatsachen nicht abgeleitet werden; das Klagebegehren ist in diesem Fall gemäß § 396 ZPO mangels Schlüssigkeit mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen. (T4)
  • 1 Ob 266/97t
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 266/97t
    Auch; nur: Die rechtserzeugenden Tatsachen des § 13 KSchG hat der Unternehmer gemäß § 226 Abs 1 ZPO schon in der Klage anzuführen. (T5)
    Beisatz: Die vom Unternehmer zur Geltendmachung des Terminsverlusts eingebrachte Klage ist daher nur dann schlüssig, wenn sie entsprechende Behauptungen über den Eintritt jener tatsächlichen Voraussetzungen enthält, von denen § 13 KSchG die Ausübung des Rechts abhängig macht. (T6)
  • 8 Ob 205/99a
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 8 Ob 205/99a
  • 4 Ob 181/00x
    Entscheidungstext OGH 18.07.2000 4 Ob 181/00x
    Auch
  • 6 Ob 182/00h
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 182/00h
    Vgl auch; Beisatz: Im vorliegenden Fall mangelte es bereits an der hinreichenden Bestimmtheit des geltend gemachten Rechtsgrundes. Es bleibt nach dem Klagevorbringen unklar, ob das Begehren auf den Rückzahlungsanspruch aus einem gewährten Darlehen bzw Kredit gestützt wird oder die Beklagte auf Grund ihrer Haftung als Bürgin in Anspruch genommen werden soll oder ob der eine Klagegrund primär und der andere hilfsweise geltend gemacht wird. Insbesondere wurde zur Fälligkeit des eingeklagten Anspruches in der Klage überhaupt kein Vorbringen erstattet. (T7)
    Beis ähnlich wie T6; Beisatz: In der Klage wird die Beklagte als "Pensionistin" bezeichnet, weshalb die Eigenschaft der Beklagten als Verbraucherin im Sinn des § 1 Abs 1 Z 2 KSchG zu vermuten ist. (T8); Beis wie T3
  • 7 Ob 3/02w
    Entscheidungstext OGH 30.01.2002 7 Ob 3/02w
    nur T5
  • 1 Ob 73/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 73/03x
    Vgl aber; Beisatz: Unschlüssiges Klagebegehren kann für sich kein stattgebendes Versäumungsurteil zur Folge haben, doch hat der Verhandlungsrichter gemäß § 182 Abs 1 ZPO darauf hinzuwirken, dass die für die Entscheidung erheblichen tatsächlichen Angaben gemacht oder ungenügende Angaben über die zur Begründung des Anspruchs geltend gemachten Umstände vervollständigt bzw klargestellt werden. (T9)
  • 3 Ob 58/12v
    Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 58/12v
    Vgl; Beis wie T3
  • 2 Ob 154/12d
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 154/12d
    Auch; nur T5
  • 1 Ob 204/17g
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 204/17g
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0037860

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19840403_OGH0002_0040OB00503_8400000_001

Rechtssatz für 1Ob606/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0086678

Geschäftszahl

1Ob606/95

Entscheidungsdatum

17.10.1995

Norm

ZPO §182
ZPO §396 B
KSchG §13

Rechtssatz

Zumindest in den Fällen, in denen mit Ausnahme der qualifizierten Mahnung des Beklagten alle tatsächlichen Voraussetzungen für den Terminsverlust nach § 13 KSchG schon in der Klage behauptet wurden und unter Hinweis auf die einschlägige Gesetzesstelle ausgeführt wurden, es lägen damit alle Voraussetzungen dafür vor, hat das Gericht in Anwendung des § 182 ZPO die allein erschienene klagende Partei zur Erstattung entsprechenden, die Schlüssigkeit der Klage herbeiführenden Tatsachenvorbringens anzuleiten.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0086678

Dokumentnummer

JJR_19951017_OGH0002_0010OB00606_9500000_001

Rechtssatz für 1Ob606/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0086679

Geschäftszahl

1Ob606/95

Entscheidungsdatum

17.10.1995

Norm

ZPO §239
ZPO §396 B

Rechtssatz

Wird bei der ersten Tagsatzung über Anleitung durch das Gericht ergänzendes Tatsachenvorbringen erstattet, ist der nicht erschienenen beklagten Partei Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen, zu geben, sodaß sich die Erstreckung der Tagsatzung als unumgänglich erweist.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 606/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 606/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0086679

Dokumentnummer

JJR_19951017_OGH0002_0010OB00606_9500000_002

Entscheidungstext 1Ob606/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob606/95

Entscheidungsdatum

17.10.1995

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Schlosser als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Schiemer, Dr.Gerstenecker, Dr.Rohrer und Dr.Zechner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei R***** regGenmbH, ***** vertreten durch Dr.Karl Rümmele und Dr.Birgitt Breinbauer, Rechtsanwälte in Dornbirn, wider die beklagte Partei Wolfgang B*****, vertreten durch Dr.Julia Winkler, Rechtsanwalt in Bregenz, wegen S 431.051,88 sA, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch als Berufungsgerichtes vom 11.Juli 1995, GZ 3 R 197/95-12, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Versäumungsurteil des Bezirksgerichtes Bregenz vom 25.April 1995, GZ 5 C 241/95-8, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

 

Der Revision wird Folge gegeben.

 

Die Urteile der Vorinstanzen werden aufgehoben; die Rechtssache wird zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen.

 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

 

Begründung:

 

Die klagende Partei begehrte vom Beklagten die Rückzahlung eines Kredits von S 431.051,88 sA. Sie brachte vor, der Beklagte sei seinen Rückzahlungsverpflichtungen trotz Mahnung und Klagsandrohung über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen nicht nachgekommen, weshalb sie den Kredit fälliggestellt habe. Zahlung sei jedoch nicht erfolgt. Es lägen die Voraussetzungen nach § 13 KSchG vor.

 

Bei der am 24.2.1995 abgehaltenen ersten Tagsatzung erschien der Beklagte. Der darauf für den 25.4.1995 anberaumten Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung blieb er dagegen fern, weshalb die klagende Partei die Fällung eines Versäumungsurteils nach ihrem Antrag begehrte. Das Erstgericht erließ das Versäumungsurteil antragsgemäß.

 

Der Beklagte erhob dagegen Berufung, mit der er die Unschlüssigkeit der Klage geltend machte.

 

Das Berufungsgericht wies das Klagebegehren ab und sprach aus, daß die ordentliche Revision zulässig sei. Auf das Vertragsverhältnis seien die Bestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes anzuwenden. Gemäß § 13 KSchG dürfe ein Unternehmer das ihm vertraglich vorbehaltene Recht des Terminsverlustes nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen ausüben, insbesondere werde das Vorliegen einer qualifizierten Mahnung des Verbrauchers gefordert. Die klagende Partei habe lediglich behauptet, der Beklagte sei trotz Mahnung und Klagsandrohung über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen seinen Rückzahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen, weshalb die Klägerin den Kredit fälliggestellt habe; Zahlung sei nicht erfolgt. Die rechtserzeugende Tatsache einer qualifizierten Mahnung habe die klagende Partei nicht behauptet. Demnach sei das Klagebegehren gemäß § 396 ZPO mangels Schlüssigkeit mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen. Die bloße Behauptung, die Voraussetzungen des § 13 KSchG seien erfüllt, genüge den Anforderungen des § 226 Abs.1 ZPO nicht.

 

Die Revision der klagenden Partei ist berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

 

Gemäß § 226 Abs.1 ZPO hat die Klage die rechtserzeugenden Tatsachen im einzelnen kurz und vollständig anzugeben. Sie muß soviel an rechtserzeugenden Tatsachen enthalten, daß der geltend gemachte Anspruch aufgrund dieser Tatsachen hinreichend substantiiert erscheint. Das Klagevorbringen muß somit schlüssig sein. Ob alle für eine Stattgebung des Klagebegehrens erforderlichen rechtserzeugenden Tatsachen behauptet worden sind, hat das Gericht, wenn die klagende Partei die Fällung eines Versäumungsurteils beantragt, nach amtswegiger Prüfung der Rechtslage zu beurteilen und das Klagebegehren abzuweisen, wenn der vorgebrachte Sachverhalt den geltend gemachten Anspruch nicht rechtfertigt (ZVR 1986/9; SZ 57/69; JBl 1979, 492 uva; Rechberger in JBl 1974, 562). Undeutliches und unvollständiges Vorbringen in der Klage geht zu Lasten der klagenden Partei und wenn diese die Fällung eines Versäumungsurteils beantragt, zur Abweisung des Klagebegehrens (JBl 1979, 492 ua; zuletzt wieder 1 Ob 516/93).

 

Die von einem Unternehmer zur Geltendmachung des Terminsverlustes des Verbrauchers eingebrachte Klage ist nur dann schlüssig, wenn sie auch entsprechende Behauptungen über den Eintritt jener tatsächlichen Voraussetzungen enthält, von denen § 13 KSchG die Ausübung dieses Rechtes abhängig macht (Erbringung der eigenen Leistungen des Unternehmers, mindestens sechswöchiger Leistungsverzug des Verbrauchers, qualifizierte Mahnung). Die klagende Partei behauptet in der Klage nicht, dem Beklagten eine qualifizierte Mahnung zugesandt zu haben; es fehlt also an einer von der klagenden Partei bereits in der Klage anzuführenden rechtserzeugenden Tatsache (JBl 1992, 395; SZ 57/69 ua). Beim Vorbringen der klagenden Partei, die Voraussetzungen nach § 13 KSchG lägen vor, handelt es sich nicht um eine tatsächliche Behauptung, sondern um eine Rechtsausführung, für die die Wahrheitsfiktion des § 396 ZPO nicht gilt (4 Ob 98/89 ua).

 

Ein unschlüssiges Klagebegehren ist grundsätzlich mit (negativem) Versäumungsurteil abzuweisen (SZ 57/69 ua). Die klagende Partei rügt aber als in erster Instanz siegreich gebliebene Partei in ihrer Revision zulässigerweise als einen zu ihren Lasten vorgefallenen Verfahrensfehler (Kodek in Rechberger, Kommentar zur ZPO Rz 5 zu § 468 mwN) die Unterlassung eines Verbesserungsverfahrens. Gemäß § 182 Abs.1 ZPO hat der Verhandlungsrichter darauf hinzuwirken, daß die für die Entscheidung erheblichen tatsächlichen Angaben gemacht oder ungenügende Angaben über die zur Begründung des Anspruchs geltend gemachten Umstände vervollständigt werden. Damit soll die Möglichkeit eröffnet werden, entscheidungserhebliche Tatsachen, die von den Parteien erkennbar übersehen wurden, geltend zu machen und zu klären. Die Anleitungspflicht der Gerichte geht zwar nicht so weit, daß einer Partei die Möglichkeit zu eröffnen ist, ein nach den getroffenen Feststellungen abzuweisendes Klagebegehren durch Klagsänderung dahin zu ändern, daß die rechtlichen Voraussetzungen für eine Stattgebung gegeben sein könnten, doch muß das Gericht, bevor es ein unbestimmtes, unschlüssiges oder widerspruchsvolles Begehren abweist, dessen Verbesserung anregen (JBl 1988, 730; JBl 1978, 545; SZ 44/155, Rechberger in JBl 1974, 563, Fucik in Rechberger aaO Rz 1 zu § 182 mwN). Das Vortragen weiterer Tatsachen, wodurch die bisherigen Behauptungen der klagenden Partei ergänzt wurden, ist selbst bei der ersten Tagsatzung möglich (SZ 44/155 ua), und demgemäß umso eher noch bei der danach stattgefundenen Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung. Zumindest in Fällen wie dem vorliegenden, in dem mit Ausnahme der qualifizierten Mahnung des Beklagten alle tatsächlichen Voraussetzungen für den Terminsverlust nach § 13 KSchG schon in der Klage behauptet wurden und unter Hinweis auf die einschlägige Gesetzesstelle ausgeführt wurde, es lägen damit alle Voraussetzungen dafür vor, hat das Gericht in Anwendung des § 182 ZPO die allein erschienene klagende Partei zur Erstattung entsprechenden, die Schlüssigkeit der Klage herbeiführenden Tatsachenvorbringens anzuleiten. Zu beachten ist dabei aber, daß im Zuge des Verbesserungsverfahrens das rechtliche Gehör des Beklagten (vgl Art 6 EMRK) nicht verletzt werden darf. Wird über Anleitung durch das Gericht ergänzendes Tatsachenvorbringen erstattet, ist der nicht erschienenen beklagten Partei Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen, zu geben, sodaß sich die Erstreckung der Tagsatzung als unumgänglich erweist. Es könnte immerhin für den Säumigen Motiv seines Fernbleibens gewesen sein, daß er angesichts der Unschlüssigkeit des tatsächlichen Vorbringens die Fällung eines Versäumungsurteils nach dem Antrag des Klägers nicht befürchten mußte.

 

Der Kostenvorbehalt beruht auf § 52 Abs.1 ZPO.

Anmerkung

E40767 01A06065

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:0010OB00606.95.1017.000

Dokumentnummer

JJT_19951017_OGH0002_0010OB00606_9500000_000