Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob20/55 3Ob427/57 4Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078248

Geschäftszahl

3Ob20/55; 3Ob427/57; 4Ob362/74 (4Ob363/74); 4Ob383/76; 4Ob112/93; 4Ob11/19; 4Ob37/95; 4Ob34/95; 4Ob73/95; 4Ob111/10t; 4Ob201/13g; 4Ob250/16t

Entscheidungsdatum

09.02.1955

Norm

UWG §2 C2b

Rechtssatz

Eine zulässige marktschreierische Reklame kann nur dann angenommen werden, wenn das Publikum sofort erkennt, dass sie nicht ernst gemeint ist. Das kann aber dann nicht gesagt werden, wenn sich ein Unternehmen durch die Art seiner Ankündigung deutlich als einziges seiner Art am Platz bezeichnet.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 20/55
    Entscheidungstext OGH 09.02.1955 3 Ob 20/55
    Veröff: ÖBl 1955,53
  • 3 Ob 427/57
    Entscheidungstext OGH 09.10.1957 3 Ob 427/57
    Ähnlich; Veröff: ÖBl 1958,12
  • 4 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 14.01.1975 4 Ob 362/74
    Beisatz: Wir sind besser als die anderen. (T1) Veröff: ÖBl 1975,146
  • 4 Ob 383/76
    Entscheidungstext OGH 15.11.1976 4 Ob 383/76
    nur: Eine zulässige marktschreierische Reklame kann nur dann angenommen werden, wenn das Publikum sofort erkennt, dass sie nicht ernst gemeint ist. (T2) Beisatz: Fotobestpreisgarantie und Filmbestpreisgarantie "In Österreich konkurrenzlos" (T3)
  • 4 Ob 112/93
    Entscheidungstext OGH 02.11.1993 4 Ob 112/93
  • 4 Ob 11/19
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 11/19
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Die Aussage, das Waschmittel habe "wesentlich mehr Waschkraft" als herkömmliche Pulver, wird aber zumindest von einem nicht unerheblichen Teil angesprochen Verkehrskreise ernst genommen. (T4)
  • 4 Ob 37/95
    Entscheidungstext OGH 09.05.1995 4 Ob 37/95
    Auch; Beisatz: Bei Verbindung der Aussage, die eigene Zeitung sei "besser" als alle anderen, mit einer Preisgegenüberstellung kann nicht mehr von einer bloß marktschreierischen, von niemandem ernstgemeinten Äußerung gesprochen werden. (T5) Veröff: SZ 68/89
  • 4 Ob 34/95
    Entscheidungstext OGH 23.05.1995 4 Ob 34/95
    Auch; nur T2; Beis wie T5
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 111/10t
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 111/10t
    Vgl; nur T2
  • 4 Ob 201/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 201/13g
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 250/16t
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 250/16t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1955:RS0078248

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2017

Dokumentnummer

JJR_19550209_OGH0002_0030OB00020_5500000_001

Rechtssatz für 4Ob359/60 4Ob335/60 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077642

Geschäftszahl

4Ob359/60; 4Ob335/60; 4Ob336/60; 4Ob323/64; 4Ob333/66; 4Ob307/72; 4Ob360/74; 4Ob351/75; 4Ob303/77; 4Ob405/76; 4Ob333/77; 4Ob398/77; 4Ob331/82; 4Ob353/83 (4Ob354/83); 4Ob382/84; 4Ob305/86; 4Ob396/86; 4Ob116/88; 4Ob71/89; 4Ob118/91; 4Ob5/93; 4Ob73/95; 4Ob56/97g; 4Ob128/01d; 4Ob143/02m

Entscheidungsdatum

29.11.1960

Norm

UWG §1 C2

Rechtssatz

Maßstab für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit einer Wettbewerbshandlung sind vor allem die anständigen Gebräuche auf dem Gebiet des Handels und Gewerbes, die auf dem sittlichen Anstandsgefühl der durchschnittlichen Mitbewerber beruhen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 359/60
    Entscheidungstext OGH 29.11.1960 4 Ob 359/60
    Veröff: SZ 33/133 = ÖBl 1961,68
  • 4 Ob 335/60
    Entscheidungstext OGH 10.01.1961 4 Ob 335/60
    Veröff: ÖBl 1961,46
  • 4 Ob 336/60
    Entscheidungstext OGH 10.01.1961 4 Ob 336/60
  • 4 Ob 323/64
    Entscheidungstext OGH 28.07.1964 4 Ob 323/64
    Veröff: ÖBl 1965,34
  • 4 Ob 333/66
    Entscheidungstext OGH 04.10.1966 4 Ob 333/66
    Veröff: ÖBl 1967,10
  • 4 Ob 307/72
    Entscheidungstext OGH 22.02.1972 4 Ob 307/72
    Veröff: MietSlg 24086 = ÖBl 1972,93
  • 4 Ob 360/74
    Entscheidungstext OGH 17.12.1974 4 Ob 360/74
    Beisatz: Bewußt auf Verwechslung abzielende Unternehmensbezeichnung. (T1)
  • 4 Ob 351/75
    Entscheidungstext OGH 16.12.1975 4 Ob 351/75
    Beisatz: Maßgebend ist der Gesamtcharakter, wie er sich aus Inhalt, Zweck und Beweggrund ergibt. (T2) Beisatz: Berater in Versicherungsangelegenheiten (T3) Veröff: ÖBl 1976,67 = VersR 1977,557
  • 4 Ob 303/77
    Entscheidungstext OGH 08.02.1977 4 Ob 303/77
    Vgl auch; Beisatz: Anfangen von Kunden eines bestimmten Mitbewerbers durch Ansprechen, Verteilen von Werbezetteln, Aufstellen von Verkaufswagen oder dergleichen. (T4) Veröff: ÖBl 1977,96
  • 4 Ob 405/76
    Entscheidungstext OGH 08.03.1977 4 Ob 405/76
    Ähnlich
  • 4 Ob 333/77
    Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 333/77
    Auch; Beisatz: Abfangen potentieller Kunden in der unmittelbaren Nähe des "Geschäftes" der Kläger. (T5) Veröff: ÖBl 1977,154
  • 4 Ob 398/77
    Entscheidungstext OGH 22.11.1977 4 Ob 398/77
    Beisatz: Erschleichen eines Markenrechtes. (T6) Veröff: ÖBl 1978,67
  • 4 Ob 331/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 331/82
    Beisatz: Metro-Post (T7) Veröff: SZ 56/2 = EvBl 1983/49 S 184 = ÖBl 1983,40
  • 4 Ob 353/83
    Entscheidungstext OGH 14.06.1983 4 Ob 353/83
    Veröff: RdW 1983,106 = ÖBl 1984,14
  • 4 Ob 382/84
    Entscheidungstext OGH 13.11.1984 4 Ob 382/84
  • 4 Ob 305/86
    Entscheidungstext OGH 18.02.1986 4 Ob 305/86
    Beisatz: Heilmasseur (T8) Veröff: SZ 59/33
  • 4 Ob 396/86
    Entscheidungstext OGH 24.03.1987 4 Ob 396/86
    Vgl
  • 4 Ob 116/88
    Entscheidungstext OGH 18.04.1989 4 Ob 116/88
    Vgl auch
  • 4 Ob 71/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 71/89
    Vgl aber; Veröff: SZ 62/147 = WBl 1990,25 = ÖBl 1990,7
  • 4 Ob 118/91
    Entscheidungstext OGH 03.12.1991 4 Ob 118/91
    Vgl auch; Beisatz: Voraussetzung dafür ist aber, daß das beanstandete Verhalten einer Standesauffassung widerspricht, die innerhalb des Berufsstandes einheitlich befolgt wird und gefestigt ist. Aus einem Schreiben der Innung ist aber nicht die Ansicht der Standesgenossen zu entnehmen. (T9) Veröff: WBl 1992,167
  • 4 Ob 5/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 5/93
    Auch; Beisatz: Standeswidriges Verhalten ist in der Regel einem Gesetzesverstoß gleichzuhalten. (T10)
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Vgl auch; Beisatz: Verbindlich sind die Standesregeln auch dann, wenn die Standesauffassung nicht in allen Punkten völlig einheitlich ist. (T11)
  • 4 Ob 56/97g
    Entscheidungstext OGH 08.04.1997 4 Ob 56/97g
    Auch
  • 4 Ob 128/01d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 4 Ob 128/01d
    Vgl auch; Beis ähnlich T1
  • 4 Ob 143/02m
    Entscheidungstext OGH 20.08.2002 4 Ob 143/02m
    Beisatz: Das Sittenwidrigkeitsurteil im Sinn des § 1 UWG orientiert sich daher nunmehr entscheidend an den Funktionsbedingungen des Leistungswettbewerbes, die Unternehmerinteressen, Verbraucherinteressen sowie auch Allgemeininteressen zu berücksichtigen haben. (T12) Beisatz: Aus dem Leitbild des Leistungswettbewerbs lässt sich die Forderung ableiten, dass der einzelne Wettbewerber die freie Entschließung des Kunden nicht in einer Weise beeinträchtigen darf, die einen sachgerechten Vergleich der auf einem bestimmten Markt angebotenen Leistungen ausschließt. Solche Praktiken, durch die die freie Entschließung der Marktpartner in grob unsachlicher Weise beeinträchtigt wird, sind zum Beispiel Nötigung, Bedrohung, Überrumpelung, psychologischer Kaufzwang und ähnliches. (T13)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1960:RS0077642

Dokumentnummer

JJR_19601129_OGH0002_0040OB00359_6000000_001

Rechtssatz für 4Ob339/61 4Ob302/63 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078301

Geschäftszahl

4Ob339/61; 4Ob302/63; 4Ob342/65; 4Ob347/65; 4Ob307/66; 4Ob342/66; 4Ob316/69; 4Ob356/69; 4Ob314/72; 4Ob309/73; 4Ob337/73; 4Ob362/74 (4Ob363/74); 4Ob306/76; 4Ob383/76; 4Ob323/77; 4Ob364/77; 4Ob408/77; 4Ob385/78; 4Ob382/79; 4Ob405/79; 4Ob407/83; 4Ob312/84; 4Ob308/86; 4Ob354/87; 4Ob365/87; 4Ob361/87; 4Ob387/87; 4Ob390/87; 4Ob13/88; 4Ob410/87; 4Ob6/89; 4Ob78/89; 4Ob55/90; 4Ob137/90; 4Ob126/90; 4Ob13/93; 4Ob64/93; 4Ob113/93; 4Ob112/93; 4Ob84/94; 4Ob11/95; 4Ob37/95; 4Ob34/95; 4Ob73/95; 4Ob2228/96t; 4Ob173/97p; 4Ob157/98m; 4Ob70/99v; 4Ob93/00f; 4Ob164/00x; 4Ob4/01v; 4Ob275/01x; 4Ob99/02s; 4Ob262/03p; 4Ob243/03v; 4Ob38/04y; 4Ob127/07s; 4Ob111/10t; 4Ob68/13y; 4Ob201/13g; 4Ob175/15m; 4Ob250/16t

Entscheidungsdatum

10.10.1961

Norm

UWG §2 C2b

Rechtssatz

Für die marktschreierische Anpreisung ist wesentlich, dass sie sofort von niemandem wörtlich ernst genommen wird. Es muss sich um eine nicht wörtlich zu nehmende, bloß reklamehafte Übertreibung handeln, die jedermann den sogleich erkennbaren Eindruck vermittelt, es handle sich hier nur um eine ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit und Gültigkeit auftretende Anpreisung; im Zweifel, ob eine marktschreierische Anpreisung oder eine ernst gemeinte Behauptung vorliegt, ist immer das letztere anzunehmen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 339/61
    Entscheidungstext OGH 10.10.1961 4 Ob 339/61
    Veröff: JBl 1962,331 = ÖBl 1962,49
  • 4 Ob 302/63
    Entscheidungstext OGH 12.02.1963 4 Ob 302/63
    Beisatz: Gelee royale. (T1)
    Veröff: JBl 1964,91 = ÖBl 1963,110
  • 4 Ob 342/65
    Entscheidungstext OGH 28.07.1965 4 Ob 342/65
    Veröff: ÖBl 1966,7 = GRURAusl 1966,334
  • 4 Ob 347/65
    Entscheidungstext OGH 05.10.1965 4 Ob 347/65
    Veröff: GRURInt 1967,220
  • 4 Ob 307/66
    Entscheidungstext OGH 22.02.1966 4 Ob 307/66
    Veröff: ÖBl 1966,65
  • 4 Ob 342/66
    Entscheidungstext OGH 20.12.1966 4 Ob 342/66
    Veröff: ÖBl 1967,38
  • 4 Ob 316/69
    Entscheidungstext OGH 22.04.1969 4 Ob 316/69
    Veröff: EvBl 1969/428 S 665 = ÖBl 1969,82
  • 4 Ob 356/69
    Entscheidungstext OGH 25.11.1969 4 Ob 356/69
    Veröff: ÖBl 1970,52
  • 4 Ob 314/72
    Entscheidungstext OGH 25.04.1972 4 Ob 314/72
    Veröff: ÖBl 1973,55
  • 4 Ob 309/73
    Entscheidungstext OGH 27.03.1973 4 Ob 309/73
    nur: Für die marktschreierische Anpreisung ist wesentlich, daß sie sofort von niemandem wörtlich ernst genommen wird. (T2)
    Veröff: ÖBl 1973,131
  • 4 Ob 337/73
    Entscheidungstext OGH 11.12.1973 4 Ob 337/73
  • 4 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 14.01.1975 4 Ob 362/74
    nur T2; Beisatz: Wir sind besser als die anderen. (T3)
    Veröff: ÖBl 1975,146
  • 4 Ob 306/76
    Entscheidungstext OGH 02.03.1976 4 Ob 306/76
    Beisatz: Erfolgreichster Rennski. (T4)
  • 4 Ob 383/76
    Entscheidungstext OGH 15.11.1976 4 Ob 383/76
    Beisatz: Fotobestpreisgarantie und Filmbestpreisgarantie "In Österreich konkurrenzlos". (T5); nur T2
  • 4 Ob 323/77
    Entscheidungstext OGH 22.03.1977 4 Ob 323/77
    Veröff: ÖBl 1977,68
  • 4 Ob 364/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 4 Ob 364/77
    Beisatz: Fliesen aus aller Welt: Billiger als in aller Welt. (T6)
    Veröff: ÖBl 1978,31
  • 4 Ob 408/77
    Entscheidungstext OGH 21.02.1978 4 Ob 408/77
    Auch; Beisatz: Jolly muß her, denn Jolly kann mehr! (T7)
    Veröff: ÖBl 1978,64
  • 4 Ob 385/78
    Entscheidungstext OGH 17.10.1978 4 Ob 385/78
    Beisatz: Auch hier gilt, dass der Beurteilung einer Werbeaussage nicht deren einzelne Teile zugrunde gelegt werden dürfen, sondern dass immer von dem beanstandeten Text in seiner Gesamtheit auszugehen und auf den Gesamteindruck der Ankündigung abzustellen ist. Hier: "Der Größte bei Schuhen - Der Kleinste bei Preisen" = keine bloß marktschreierische Reklame. (T8)
  • 4 Ob 382/79
    Entscheidungstext OGH 16.10.1979 4 Ob 382/79
    nur: Im Zweifel, ob eine marktschreierische Anpreisung oder eine ernst gemeinte Behauptung vorliegt, ist immer das letztere anzunehmen. (T9)
    Beis wie T8; Beisatz: Hier: Das kann nur der Hartlauer. (T10)
    Veröff: ÖBl 1980,44
  • 4 Ob 405/79
    Entscheidungstext OGH 18.12.1979 4 Ob 405/79
    Veröff: ÖBl 1980,73
  • 4 Ob 407/83
    Entscheidungstext OGH 10.01.1984 4 Ob 407/83
    nur T2; nur T9; Beisatz: Die sogenannte "marktschreierische Anpreisung" wird sogleich als Übertreibung aufgefasst und damit von jedermann unschwer auf ihren tatsächlichen Gehalt zurückgeführt, welcher deutlich erkennbar nicht in einer ernstzunehmenden Tatsachenbehauptung, sondern in einer ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit auftretenden reklamehaften Anpreisung liegt. - "hält Beine geruchlos". (T11)
    Veröff: ÖBl 1984,73
  • 4 Ob 312/84
    Entscheidungstext OGH 21.02.1984 4 Ob 312/84
    nur: Für die marktschreierische Anpreisung ist wesentlich, dass sie sofort von niemandem wörtlich ernst genommen wird. Es muss sich um eine nicht wörtlich zu nehmende, bloß reklamehafte Übertreibung handeln, die jedermann den sogleich erkennbaren Eindruck vermittelt, es handle sich hier nur um eine ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit und Gültigkeit auftretende Anpreisung (T12)
    Beisatz: Wir sind immer billiger. (T13)
  • 4 Ob 308/86
    Entscheidungstext OGH 25.03.1986 4 Ob 308/86
    nur T12; Veröff: ÖBl 1987,49
  • 4 Ob 354/87
    Entscheidungstext OGH 19.05.1987 4 Ob 354/87
    Auch; Beisatz: Hier: Behauptung, die "BEZIRKSJOURNALE" würden "Seite für Seite, Artikel für Artikel, Anzeige für Anzeige" gelesen. - " Das BEZIRKSJOURNAL - die Lieblingszeitung der Wiener". (T14)
    Veröff: MR 1987 H4,144 (Korn)
  • 4 Ob 365/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 365/87
    nur T2; Beis wie T11; Beisatz: Ob im einzelnen Fall eine solche Übertreibung oder eine ernst zu nehmende Tatsachenbehauptung vorliegt, hängt ua von der Person des Werbenden und dem Schauplatz der Werbeankündigung, aber auch von der Form der Werbung ab. Werbeankündigungen bedeutender Unternehmen werden im allgemeinen eher ernst genommen als jene kleiner Kaufleute. - "Neue Vorarlberger Tageszeitung, schneller, aktueller". (T15)
    Veröff: SZ 60/211 = WBl 1988,53
  • 4 Ob 361/87
    Entscheidungstext OGH 15.09.1987 4 Ob 361/87
    nur T2, Beisatz: Kaufen Sie jetzt keine Möbel. (T16)
    Veröff: ÖBl 1988,46 = WBl 1988,21
  • 4 Ob 387/87
    Entscheidungstext OGH 15.12.1987 4 Ob 387/87
    nur T12; Veröff: ÖBl 1989,50
  • 4 Ob 390/87
    Entscheidungstext OGH 15.12.1987 4 Ob 390/87
    Auch; nur T12; Beisatz: Sieben von zehn Vorarlbergern lesen VN. (T17)
    Veröff: ÖBl 1989,42 = WBl 1988,157 = MR 1988,100
  • 4 Ob 13/88
    Entscheidungstext OGH 12.04.1988 4 Ob 13/88
    Auch; Veröff: WBl 1988,336
  • 4 Ob 410/87
    Entscheidungstext OGH 12.04.1988 4 Ob 410/87
    nur T9; Beisatz: Im Zweifel ist vom Vorliegen eines Tatsachenkerns auszugehen. (T18)
    Veröff: MR 1988,166 = ÖBl 1989,45
  • 4 Ob 6/89
    Entscheidungstext OGH 13.06.1989 4 Ob 6/89
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: "Preisboxer DOGRO" und "DOGRO - Preise alle absolut sensationell in Österreich" werden vom angesprochenen Publikum auch nicht wörtlich verstanden, sondern nur als Übertreibung angesehen, weil niemand annehmen wird, ein Lebensmittel - Supermarkt habe immer und zu jeder Zeit bei jeden einzelnen von zahlreichen angebotenen Waren die niedrigsten Preise. (T19)
  • 4 Ob 78/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 78/89
    Veröff: ÖBl 1990,113 = MR 1990,31
  • 4 Ob 55/90
    Entscheidungstext OGH 24.04.1990 4 Ob 55/90
    Auch
  • 4 Ob 137/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 137/90
    Auch; nur T12; Veröff: ÖBl 1991,81
  • 4 Ob 126/90
    Entscheidungstext OGH 25.09.1990 4 Ob 126/90
    Beisatz: Daueraktionspreise. (T20)
    Veröff: ÖBl 1991,157
  • 4 Ob 13/93
    Entscheidungstext OGH 26.01.1993 4 Ob 13/93
    nur T9; Veröff: WBl 1993,231
  • 4 Ob 64/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 64/93
    Beisatz: Wir machen das einhundertfache aus Ihren Banknoten. (T21)
  • 4 Ob 113/93
    Entscheidungstext OGH 12.10.1993 4 Ob 113/93
    Beisatz: Hier: "News" - eintausend Schilling - Gewinnjeton. (T22)
  • 4 Ob 112/93
    Entscheidungstext OGH 02.11.1993 4 Ob 112/93
  • 4 Ob 84/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 84/94
    Beisatz: Führerschein auf Anhieb. (T23)
  • 4 Ob 11/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 11/95
    nur T12; Beisatz: Hier: Die Aussage, das Waschmittel habe "wesentlich mehr Waschkraft" als herkömmliche Pulver, wird aber zumindest von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Verkehrskreise ernst genommen. (T24)
  • 4 Ob 37/95
    Entscheidungstext OGH 09.05.1995 4 Ob 37/95
    Auch; nur T2; nur T9; Beisatz: Bei Verbindung der Aussage, die eigene Zeitung sei "besser" als alle anderen, mit einer Preisgegenüberstellung kann nicht mehr von einer bloß marktschreierischen, von niemandem ernstgemeinten Äußerung gesprochen werden. (T25) Veröff: SZ 68/89
  • 4 Ob 34/95
    Entscheidungstext OGH 23.05.1995 4 Ob 34/95
    Auch; nur T2; nur T9; Beis wie T25
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    nur T12; Beis wie T11
  • 4 Ob 2228/96t
    Entscheidungstext OGH 01.10.1996 4 Ob 2228/96t
    nur T12, Beis wie T11
  • 4 Ob 173/97p
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 4 Ob 173/97p
    Vgl auch; Beis wie T11 nur: Die sogenannte "marktschreierische Anpreisung" wird sogleich als Übertreibung aufgefaßt und damit von jedermann unschwer auf ihren tatsächlichen Gehalt zurückgeführt, welcher deutlich erkennbar nicht in einer ernstzunehmenden Tatsachenbehauptung, sondern in einer ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit auftretenden reklamehaften Anpreisung liegt. (T26)
  • 4 Ob 157/98m
    Entscheidungstext OGH 12.08.1998 4 Ob 157/98m
    Auch; nur T2; Beis wie T26
  • 4 Ob 70/99v
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 4 Ob 70/99v
    Auch; Beisatz: Hier: "Bester Optiker Europas". (T27)
  • 4 Ob 93/00f
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 93/00f
    Auch; Beis wie T11 nur: Die sogenannte "marktschreierische Anpreisung" wird sogleich als Übertreibung aufgefaßt und damit von jedermann unschwer auf ihren tatsächlichen Gehalt zurückgeführt, welcher deutlich erkennbar nicht in einer ernstzunehmenden Tatsachenbehauptung, sondern in einer ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit auftretenden reklamehaften Anpreisung liegt. (T28)
  • 4 Ob 164/00x
    Entscheidungstext OGH 15.06.2000 4 Ob 164/00x
    Vgl auch; Beis wie T28
  • 4 Ob 4/01v
    Entscheidungstext OGH 16.01.1901 4 Ob 4/01v
    Auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 275/01x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 275/01x
    Vgl auch; Beisatz: Hat die beanstandete Aussage einen eindeutigen (unrichtigen) Inhalt, braucht die Unklarheitenregel gar nicht herangezogen zu werden. (T29)
  • 4 Ob 99/02s
    Entscheidungstext OGH 02.07.2002 4 Ob 99/02s
    Auch
  • 4 Ob 262/03p
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 262/03p
    Vgl auch; Beis wie T26; Beisatz: "Bestpreis". (T30)
  • 4 Ob 243/03v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 243/03v
    Auch; nur T12; Beisatz: Bei der marktschreierischen Anpreisung genügt es, dass der sachlich nachprüfbare Tatsachenkern der Wahrheit entspricht. (T31)
    Die Aussage, das neue Geschirrspülmittel der Beklagten steigere den Glanz der damit gespülten Gläser "um 100%", wird keineswegs von jedermann sogleich als nicht ernst gemeinte reklamehafte Übertreibung aufgefasst. (T32)
  • 4 Ob 38/04y
    Entscheidungstext OGH 04.05.2004 4 Ob 38/04y
    Auch; Beisatz: Im Zweifel ist stets eine ernst gemeinte Tatsachenbehauptung anzunehmen. (T33); Beisatz: Hier: Werbeeinschaltung einer Gratiswochenzeitung: "Maximale Reichweite, maximaler Erfolg". (T34)
  • 4 Ob 127/07s
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 127/07s
    Auch
  • 4 Ob 111/10t
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 111/10t
  • 4 Ob 68/13y
    Entscheidungstext OGH 09.07.2013 4 Ob 68/13y
    Vgl auch
  • 4 Ob 201/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 201/13g
    Beisatz: Auch marktschreierische Anpreisungen lassen sich zumeist auf einen sachlich nachprüfbaren Tatsachenkern zurückführen, der von Werbeadressaten ernst genommen wird und daher bei Unrichtigkeit zur Irreführung geeignet ist. (T35)
  • 4 Ob 175/15m
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 4 Ob 175/15m
    Ähnlich; Beis wie T8 nur: Auch hier gilt, dass der Beurteilung einer Werbeaussage nicht deren einzelne Teile zugrunde gelegt werden dürfen, sondern dass immer von dem beanstandeten Text in seiner Gesamtheit auszugehen und auf den Gesamteindruck der Ankündigung abzustellen ist. (T36)
  • 4 Ob 250/16t
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 250/16t
    Auch; nur T9; Beis wie T33

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0078301

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2017

Dokumentnummer

JJR_19611010_OGH0002_0040OB00339_6100000_001

Rechtssatz für 4Ob362/74 (4Ob363/74) 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078206

Geschäftszahl

4Ob362/74 (4Ob363/74); 4Ob399/76; 4Ob341/77; 4Ob364/77; 4Ob413/77; 4Ob348/79; 4Ob365/81; 4Ob407/83; 4Ob312/84; 4Ob308/86; 4Ob354/87; 4Ob395/85; 4Ob365/87; 4Ob361/87; 4Ob410/87; 4Ob41/88; 4Ob57/88; 4Ob14/89; 4Ob6/89; 4Ob137/90; 4Ob83/90 (4Ob84/90); 4Ob140/90; 4Ob1040/92; 4Ob64/93; 4Ob84/94; 4Ob73/95; 4Ob45/02z; 4Ob244/02i; 4Ob262/03p

Entscheidungsdatum

14.01.1975

Norm

UWG §2 C2b
UWG §2 C2c

Rechtssatz

Die Behauptung eines Gewerbetreibenden er sei "(in allem) besser als die anderen", enthält trotz ihrer allgemeinen Fassung sehr wohl einen "Tatsachenkern" im Sinne einer objektiven überprüfbaren Aussage über das Unternehmen des Werbenden und dessen Leistungen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 14.01.1975 4 Ob 362/74
    Veröff: ÖBl 1975,146
  • 4 Ob 399/76
    Entscheidungstext OGH 11.01.1977 4 Ob 399/76
    Auch; Veröff: ÖBl 1977,100
  • 4 Ob 341/77
    Entscheidungstext OGH 03.05.1977 4 Ob 341/77
    Auch; Beisatz: "Jacobs - Monarch". (T1)
  • 4 Ob 364/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 4 Ob 364/77
    Auch; Beisatz: Fliesen aus aller Welt: Billiger als in aller Welt. (T2) Veröff: ÖBl 1978,31
  • 4 Ob 413/77
    Entscheidungstext OGH 17.01.1978 4 Ob 413/77
    nur: "Tatsachenkern" im Sinne einer objektiven überprüfbaren Aussage. (T3) Beisatz: Kneissl, der erfolgreichste Ski der Olympischen Winterspiele 1976. (T4)
  • 4 Ob 348/79
    Entscheidungstext OGH 12.06.1979 4 Ob 348/79
    Auch; Veröff: SZ 52/94 = ÖBl 1980,7
  • 4 Ob 365/81
    Entscheidungstext OGH 02.06.1981 4 Ob 365/81
    Vgl aber; Beisatz: Gösser - Österreichs bestes Bier. (T5) Veröff: ÖBl 1981,119
  • 4 Ob 407/83
    Entscheidungstext OGH 10.01.1984 4 Ob 407/83
    Auch; nur T3; Beisatz: "Hält Beine geruchlos." (T6) Veröff: ÖBl 1984,73
  • 4 Ob 312/84
    Entscheidungstext OGH 21.02.1984 4 Ob 312/84
    Auch; Beisatz: Der Anpreisung "Wir sind immer billiger" läßt sich die konkrete Behauptung einer besonders preisgünstigen Einkaufsgelegenheit entnehmen. - "Wir sind immer billiger." (T7) Veröff: ÖBl 1984,97
  • 4 Ob 308/86
    Entscheidungstext OGH 25.03.1986 4 Ob 308/86
    Auch; nur T3; Veröff: ÖBl 1987,49
  • 4 Ob 354/87
    Entscheidungstext OGH 19.05.1987 4 Ob 354/87
    Auch; nur T3; Beisatz: Das BEZIRKSJOURNAL - die Lieblingszeitung der Wiener. (T8) Veröff: MR 1987,144 (Korn) = ÖBl 1988,19
  • 4 Ob 361/87
    Entscheidungstext OGH 15.09.1987 4 Ob 361/87
    nur T3; Beisatz: Kaufen Sie jetzt keine Möbel. (T11) Veröff: WBl 1988,21 = ÖBl 1988,46
  • 4 Ob 395/85
    Entscheidungstext OGH 15.09.1987 4 Ob 395/85
    Vgl auch; Beisatz: In Vorarlberg sind wir einfach d' Zitig. (T9) Veröff: MR 1987,180
  • 4 Ob 365/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 365/87
    Auch; nur T3; Beisatz: Neue Vorarlberger Tageszeitung, schneller, aktueller. (T10) Veröff: SZ 60/211 = WBl 1988,53
  • 4 Ob 410/87
    Entscheidungstext OGH 12.04.1988 4 Ob 410/87
    nur T3; Beis wie T7; Veröff: ÖBl 1989,45 = MR 1988,166
  • 4 Ob 41/88
    Entscheidungstext OGH 31.05.1988 4 Ob 41/88
    Auch; Beisatz: Fritierfett der Spitzenklasse - einfach besser. (T12)
  • 4 Ob 57/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 57/88
    Auch; Beisatz: Der beste Suppenwürfel. (T13) Veröff: ern 1989,105
  • 4 Ob 14/89
    Entscheidungstext OGH 09.05.1989 4 Ob 14/89
    nur T3; Beisatz: "Österreichs reinstes Bier", enthält zumindest im Kern eine konkrete und nachprüfbare Tatsachenbehauptung. (T14) Veröff: ÖBl 1989,141 = WBl 1989,278 = MR 1989,141
  • 4 Ob 6/89
    Entscheidungstext OGH 13.06.1989 4 Ob 6/89
    nur T3; Beisatz: "Preisboxer DOGRO" und "DOGRO - Preise alle absolut sensationell in Österreich" werden vom angesprochenen Publikum auch nicht wörtlich verstanden, sondern nur als Übertreibung angesehen, weil niemand annehmen wird, ein Lebensmittelsupermarkt habe immer und zu jeder Zeit bei jeden einzelnen von zahlreichen angebotenen Waren die niedrigsten Preise. (T15) Veröff: ÖBl 1990,158
  • 4 Ob 137/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 137/90
    Auch; nur T3; Veröff: ÖBl 1991,80
  • 4 Ob 83/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 83/90
    nur T3
  • 4 Ob 140/90
    Entscheidungstext OGH 20.11.1990 4 Ob 140/90
    nur T3; Beisatz: Das beste Wasser. (T16) Veröff: ÖBl 1991,74 = MR 1991,118 = ern 1991,105
  • 4 Ob 1040/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 1040/92
    Vgl auch; nur T3
  • 4 Ob 64/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 64/93
    Beisatz: Wir machen das einhundertfache aus Ihren Banknoten. (T17)
  • 4 Ob 84/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 84/94
    Beisatz: Führerschein auf Anhieb. (T18)
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Vgl; Beisatz: Marktschreierische Reklame im Wettbewerb zwischen Wirtschaftstreibenden ist nur dann wettbewerbswidrig, wenn ihr nachprüfbarer Tatsachenkern zur Irreführung geeignet ist. (T19)
  • 4 Ob 45/02z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 4 Ob 45/02z
    Vgl auch
  • 4 Ob 244/02i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2002 4 Ob 244/02i
    Vgl auch
  • 4 Ob 262/03p
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 262/03p
    Vgl; Beisatz: Bei Bewerbung eines konkreten, umfangreichen Produktsortiments mit einer Fülle von Einzelpreisen mit der Behauptung einer besonders preisgünstigen Einkaufsgelegenheit in Verbindung mit zusätzlich gekennzeichneten "Bestpreis-Angeboten", wobei bescheinigt ist, dass die Preise des Werbenden nur bei einigen wenigen Produkten des Katalogsortiments gleich hoch oder höher als bei Konkurrenzunternehmen sind, ist eine Irreführung also nicht zu befürchten, da niemand annehmen wird, ein Kaufmann habe immer und zu jeder Zeit bei jedem einzelnen von zahlreichen angebotenen Artikeln die niedrigsten Preise. (T20)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0078206

Dokumentnummer

JJR_19750114_OGH0002_0040OB00362_7400000_001

Rechtssatz für 4Ob359/75 4Ob394/76 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079628

Geschäftszahl

4Ob359/75; 4Ob394/76; 4Ob333/77; 4Ob313/78; 4Ob321/78; 4Ob409/82; 4Ob394/83; 4Ob306/85; 3Ob4/85; 4Ob398/86; 4Ob306/87; 3Ob117/87 (3Ob118/87); 4Ob339/86; 4Ob30/88; 4Ob40/88; 4Ob103/88; 4Ob50/89 (4Ob51/89); 4Ob89/90; 4Ob16/91; 4Ob90/91; 4Ob1026/92; 4Ob111/92; 4Ob83/93; 4Ob1018/94; 4Ob64/94; 4Ob1081/94; 4Ob24/95; 4Ob53/95; 4Ob73/95; 4Ob2007/96t; 4Ob2264/96m; 4Ob2/97s; 4Ob338/97b; 3Ob2392/96b; 4Ob71/99s; 4Ob168/99f; 4Ob244/99g; 4Ob38/01v; 4Ob279/01k; 4Ob110/02h; 4Ob192/03v; 4Ob126/06t; 4Ob107/08a; 4Ob187/08s; 4Ob153/08s; 17Ob22/11a; 4Ob38/15i; 4Ob85/15a

Entscheidungsdatum

16.12.1975

Norm

UWG §18

Rechtssatz

Die Haftung nach § 18 UWG setzt grundsätzlich voraus, dass der als Haftender in Betracht Kommende die Möglichkeit hat, sich von der Haftung zu befreien, indem er kraft seiner Beziehung zum Dritten für die Abstellung der Wettbewerbsverstöße dieses Dritten sorgt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 359/75
    Entscheidungstext OGH 16.12.1975 4 Ob 359/75
    Beisatz: Liquidationsausgleich (T1)
    Veröff: SZ 48/137 = ÖBl 1976,36
  • 4 Ob 394/76
    Entscheidungstext OGH 30.11.1976 4 Ob 394/76
    Auch; Veröff: SZ 49/147 = ÖBl 1977,109
  • 4 Ob 333/77
    Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 333/77
    Auch; Veröff: ÖBl 1977,154
  • 4 Ob 313/78
    Entscheidungstext OGH 04.04.1978 4 Ob 313/78
    Auch; Veröff: ÖBl 1979,23
  • 4 Ob 321/78
    Entscheidungstext OGH 04.04.1978 4 Ob 321/78
  • 4 Ob 409/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 409/82
    Beisatz: Entscheidend ist die rechtliche Beziehung (hier: Unternehmensgruppe). (T2)
    Veröff: ÖBl 1983,86
  • 4 Ob 394/83
    Entscheidungstext OGH 27.11.1984 4 Ob 394/83
    Ähnlich; Beisatz: Fallvariante zu 4 Ob 409/82. (T3)
  • 4 Ob 306/85
    Entscheidungstext OGH 27.01.1985 4 Ob 306/85
    Beis wie T3
  • 3 Ob 4/85
    Entscheidungstext OGH 08.05.1985 3 Ob 4/85
    Veröff: ÖBl 1985,136 = MR 1985 H5, Archiv 15
  • 4 Ob 398/86
    Entscheidungstext OGH 27.01.1987 4 Ob 398/86
    Auch; Beisatz: Hier: Pächter (T4)
  • 4 Ob 306/87
    Entscheidungstext OGH 05.05.1987 4 Ob 306/87
    Auch; Beisatz: Naturbräu-Lied (T5)
    Veröff: ÖBl 1988,26
  • 3 Ob 117/87
    Entscheidungstext OGH 16.12.1987 3 Ob 117/87
    Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1988,128 = WBl 1988,197 = MR 1988,99
  • 4 Ob 339/86
    Entscheidungstext OGH 10.05.1988 4 Ob 339/86
    Ähnlich; Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1988,154
  • 4 Ob 30/88
    Entscheidungstext OGH 28.06.1988 4 Ob 30/88
    Beis wie T2
  • 4 Ob 40/88
    Entscheidungstext OGH 12.07.1988 4 Ob 40/88
    Beisatz: Egger-Bier (T6)
    Veröff: SZ 61/168
  • 4 Ob 103/88
    Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 103/88
    Beisatz: Hier: Haftung für "redaktionellen Artikel". (T7)
    Veröff: RdW 1989,192
  • 4 Ob 50/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 50/89
    Veröff: ÖBl 1990,55 = WBl 1990,113 (Koppensteiner, 104)
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
    Beisatz: Hier: Bejaht bei einem von einem Zeitungsunternehmer angestellten Journalisten. (T8)
  • 4 Ob 16/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 4 Ob 16/91
  • 4 Ob 90/91
    Entscheidungstext OGH 10.09.1991 4 Ob 90/91
    Beis wie T2; Beisatz: Lotto-Systemplan (T9)
    Veröff: MR 1991,247 = WBl 1992,65
  • 4 Ob 1026/92
    Entscheidungstext OGH 28.04.1992 4 Ob 1026/92
    Auch; Beis wie T2
  • 4 Ob 111/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 4 Ob 111/92
    Beisatz: Wie weit Möglichkeit, wettbewerbswidrigen Handlungen Dritter abzustellen zwischen miteinander verflochtenen Gesellschaften besteht, hängt von den Beteiligungsverhältnissen ab. (T10)
    Veröff: MR 1993,28
  • 4 Ob 83/93
    Entscheidungstext OGH 08.06.1993 4 Ob 83/93
    Beis wie T2
  • 4 Ob 1018/94
    Entscheidungstext OGH 08.03.1994 4 Ob 1018/94
    Auch
  • 4 Ob 64/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 64/94
    Auch; Veröff: SZ 67/102
  • 4 Ob 1081/94
    Entscheidungstext OGH 20.09.1994 4 Ob 1081/94
    Beis wie T2
  • 4 Ob 24/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 4 Ob 24/95
    Auch; Beisatz: Dabei kommt es nur auf die rechtliche Möglichkeit an, für die Abstellung des Wettbewerbsverstoßes zu sorgen. (T11) Veröff: SZ 68/78
  • 4 Ob 53/95
    Entscheidungstext OGH 27.06.1995 4 Ob 53/95
    Auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Auch; Beis wie T11; Beisatz: Dass der Dritte im Interesse des Unternehmensinhabers tätig wird und dass die Tätigkeit ihm zugute kommt, reicht nicht aus. (T12)
  • 4 Ob 2007/96t
    Entscheidungstext OGH 16.04.1996 4 Ob 2007/96t
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Cliniclowns. (T13)
  • 4 Ob 2264/96m
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2264/96m
    Auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 2/97s
    Entscheidungstext OGH 25.02.1997 4 Ob 2/97s
    Auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 338/97b
    Entscheidungstext OGH 12.11.1997 4 Ob 338/97b
    Auch
  • 3 Ob 2392/96b
    Entscheidungstext OGH 11.03.1998 3 Ob 2392/96b
  • 4 Ob 71/99s
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 4 Ob 71/99s
    Auch; Veröff: SZ 72/77
  • 4 Ob 168/99f
    Entscheidungstext OGH 28.09.1999 4 Ob 168/99f
    Auch
  • 4 Ob 244/99g
    Entscheidungstext OGH 19.10.1999 4 Ob 244/99g
    Auch
  • 4 Ob 38/01v
    Entscheidungstext OGH 22.03.2001 4 Ob 38/01v
    Auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 279/01k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 279/01k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: § 88 Abs 1 UrhG. (T14)
  • 4 Ob 110/02h
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 110/02h
    Veröff: SZ 2002/73
  • 4 Ob 192/03v
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 4 Ob 192/03v
    Ähnlich; Beisatz: Grundsätzliche Pflicht der Unternehmensverantwortlichen bei einem Bericht über ein Unternehmen den redaktionellen Artikel vor Drucklegung im Hinblick auf zurechenbare Wettbewerbsverstöße zu kontrollieren. (T15)
    Beisatz: Hier: Keine Kontrollpflicht und keine Haftung, da sich die auf derselben Seite wie die Inserate abgedruckten redaktionellen Artikel nicht mit dem Unternehmen befassen. (T16)
  • 4 Ob 126/06t
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 126/06t
    Auch; Beisatz: Als Verpächter haftet der Erstbeklagte nicht für Wettbewerbsverstöße des zweitbeklagten Pächters seines Unternehmens. (T17)
  • 4 Ob 107/08a
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 107/08a
    Beis wie T11
  • 4 Ob 187/08s
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 187/08s
    Vgl
  • 4 Ob 153/08s
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 153/08s
    Auch; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T11
  • 17 Ob 22/11a
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 17 Ob 22/11a
    Auch; Beisatz: Wird eine Werbeagentur aufgrund eines Auftrags tätig, wird eine Haftung des beauftragenden Unternehmers regelmäßig auch dann zu bejahen sein, wenn dieser keinen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Werbung hatte, weil er jedenfalls die Möglichkeit hat, unzulässige Handlungen durch die Auftragsentziehung abzustellen. (T18)
  • 4 Ob 38/15i
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 38/15i
    Auch; Beis wie T15
  • 4 Ob 85/15a
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 85/15a
    Beis wie T11; Beisatz: Hier: Von einem Dritten betriebene Website. (T19); Veröff: SZ 2015/99

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0079628

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19751216_OGH0002_0040OB00359_7500000_005

Rechtssatz für 4Ob71/89 4Ob117/90 4Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078089

Geschäftszahl

4Ob71/89; 4Ob117/90; 4Ob158/90; 4Ob69/91; 4Ob81/91; 4Ob82/91; 4Ob109/91; 4Ob114/91; 4Ob23/92; 4Ob40/92; 4Ob69/92 (4Ob70/92); 4Ob74/92; 4Ob2/93; 4Ob5/93; 4Ob16/93; 4Ob44/95; 4Ob74/95; 4Ob73/95; 4Ob20/97p; 4Ob316/97t; 4Ob362/97g; 4Ob54/98i; 4Ob98/98k; 4Ob135/98a; 4Ob20/99s; 4Ob9/99y; 4Ob25/99a; 4Ob101/99b; 4Ob16/99b; 4Ob147/99t; 4Ob144/99a; 4Ob143/99d; 4Ob172/99v; 4Ob170/99z; 4Ob13/00s; 4Ob35/00a; 4Ob230/00b; 4Ob260/00i; 4Ob43/01d; 4Ob5/03v; 4Ob99/03t; 4Ob107/03v; 4Ob154/03f; 4Ob209/03v; 4Ob35/04g; 4Ob261/05v; 4Ob170/06p; 4Ob173/06d; 4Ob242/06a; 4Ob38/07b; 4Ob225/07b; 16Ok2/11

Entscheidungsdatum

12.09.1989

Norm

UWG §1 C2
UWG §1 Abs1 Z1 D5a
UWG §1 Abs1 Z1 D5a

Rechtssatz

Ein zu Wettbewerbszwecken begangener Rechtsbruch verstößt deshalb gegen § 1 UWG, weil er dem Verletzer einen ungerechtfertigten Vorsprung vor den gesetzestreuen Mitbewerbern verschafft und so die wettbewerbliche Ausgangslage zugunsten des Verletzers in unlauterer Weise verändert; das den Sittenwidrigkeitsvorwurf begründende Unlauterkeitskriterium liegt also im Erlangen eines ungerechtfertigten Vorsprunges durch Rechtsbruch.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 71/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 71/89
    Veröff: WBl 1990,25 = MR 1990,29 = ÖBl 1990,7
  • 4 Ob 117/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 117/90
    Auch; Beisatz: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung (RdW 1988,42; RdW 1989,254 und 272; WBl 1989,155; ÖBl 1989,167) begründet jeder dem Beklagten subjektiv vorwerfbare Gesetzesverstoß auch einen Verstoß gegen § 1 UWG, wenn er in der Absicht begangen wurde, im Wettbewerb einen Vorsprung vor gesetzestreuen Mitbewerbern zu erlangen. Feststellungen darüber, ob sich der Beklagte dauernd und planmäßig über gewerberechtliche Vorschriften hinweggesetzt hat, sind daher nicht erforderlich. (T1)
    Veröff: MR 1990,236 = MR 1992,70 (Walter)
  • 4 Ob 158/90
    Entscheidungstext OGH 18.12.1990 4 Ob 158/90
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Tir CampingplatzG (T2) Veröff: MR 1991,120
  • 4 Ob 69/91
    Entscheidungstext OGH 09.07.1991 4 Ob 69/91
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Bei einer solchen unlauteren Veränderung der wettbewerblichen Ausgangslage zugunsten des Verletzers kommt es nicht darauf an, ob die übertretene Norm an sich wettbewerbsregelnden Charakter hat; entscheidend ist vielmehr die objektive Eignung des konkreten Verstoßes zur Beeinträchtigung des freien Leistungswettbewerbs. (T3)
  • 4 Ob 81/91
    Entscheidungstext OGH 10.09.1991 4 Ob 81/91
    Auch; Veröff: WBl 1992,29
  • 4 Ob 82/91
    Entscheidungstext OGH 24.09.1991 4 Ob 82/91
    Auch; Beis wie T1 nur: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung (RdW 1988,42; RdW 1989,254 und 272; WBl 1989,155; ÖBl 1989,167) begründet jeder dem Beklagten subjektiv vorwerfbare Gesetzesverstoß auch einen Verstoß gegen § 1 UWG, wenn er in der Absicht begangen wurde, im Wettbewerb einen Vorsprung vor gesetzestreuen Mitbewerbern zu erlangen. (T4)
    Veröff: EvBl 1992/18 S 60 = JBl 1992,397
  • 4 Ob 109/91
    Entscheidungstext OGH 19.11.1991 4 Ob 109/91
    Auch
  • 4 Ob 114/91
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 4 Ob 114/91
    Auch; Beisatz: Verletzung des Bankgeheimnisses und der Bestimmungen über den Datenschutz bei der Ermittlung potentieller Kunden. (T5) Veröff: SZ 65/23 = JBl 1992,599 = ÖBl 1992,21 = ÖBA 1992,829 (Jabornegg)
  • 4 Ob 23/92
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 4 Ob 23/92
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Entscheidung ist die objektive Eignung des konkreten Verstoßes zur Beeinträchtigung des freien Leistungswettbewerbs. (T6) Veröff: ÖBl 1992,122
  • 4 Ob 40/92
    Entscheidungstext OGH 12.05.1992 4 Ob 40/92
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verstoß gegen LMG. (T7) Veröff: ÖBl 1992,114
  • 4 Ob 69/92
    Entscheidungstext OGH 29.09.1992 4 Ob 69/92
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T3; Beis wie T6
  • 4 Ob 74/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 74/92
    Auch; Beisatz: Entscheidend ist die objektive Eignung des konkreten Verstoßes zur Beeinträchtigung des freien Leistungswettbewerbs. (T8) Veröff: ÖBl 1993,68
  • 4 Ob 2/93
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 4 Ob 2/93
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 5/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 5/93
    Beisatz: Standeswidriges Verhalten ist in der Regel einem Gesetzesverstoß gleichzuhalten. (T9)
  • 4 Ob 16/93
    Entscheidungstext OGH 18.05.1993 4 Ob 16/93
    Auch; Beisatz: Österzola (T10) Veröff: SZ 66/64 = WBl 1993,335 = ÖBl 1993,78 = ecolex 1993,758 = GRURInt 1994,438
  • 4 Ob 44/95
    Entscheidungstext OGH 13.06.1995 4 Ob 44/95
    Vgl auch; Beisatz: Über ein Gesetz setzt sich auch hinweg, wer zwar nicht "dem Buchstaben des Gesetzes nach" gegen ein Verbot verstößt, aber ein Verhalten setzt, welches im Ergebnis den Zweck des Gesetzesverbotes vereitelt. Hier: § 153 Abs 3 ASVG. (T11)
  • 4 Ob 74/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 74/95
    Vgl auch; Beis wie T4 nur; Beisatz: Nicht subjektiv vorwerfbar ist (zB) eine Gesetzesverletzung, die auf einem Versehen beruht und der kein Organisationsmangel zugrundeliegt. (T12)
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Vgl auch; Beisatz: Ist das dem Beklagten vorwerfbare standeswidrige Verhalten geeignet, dem Beklagten einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung vor seinen Mitbewerbern zu verschaffen, so begründet es einen Verstoß gegen § 1 UWG (hier: Verstoß gegen die Richtlinien "Arzt und Öffentlichkeit"). (T13)
  • 4 Ob 20/97p
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 4 Ob 20/97p
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Ein solches Handeln setzt nicht voraus, dass sich der Verletzer der Rechtswidrigkeit seines Tuns bewusst ist; für einen bewussten (vorsätzlichen) Verstoß genügt es, dass er alle Tatumstände kennt, die den Gesetzesverstoß ergeben. (T14)
  • 4 Ob 316/97t
    Entscheidungstext OGH 28.10.1997 4 Ob 316/97t
    Auch
  • 4 Ob 362/97g
    Entscheidungstext OGH 09.12.1997 4 Ob 362/97g
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 54/98i
    Entscheidungstext OGH 24.02.1998 4 Ob 54/98i
    Auch; Beisatz: Nur eine subjektiv vorwerfbare Missachtung der Vorschriften der Gewerbeordnung würde es aber rechtfertigen, über die bloße Verantwortlichkeit nach der übertretenen Verwaltungsvorschrift hinaus auch eine unlautere, gegen die guten Sitten verstoßende Wettbewerbshandlung im Sinne des § 1 UWG anzunehmen. (T15)
  • 4 Ob 98/98k
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 98/98k
    Beis wie T8; Beis wie T14 nur: Für einen bewussten (vorsätzlichen) Verstoß genügt es, dass er alle Tatumstände kennt, die den Gesetzesverstoß ergeben. (T16)
  • 4 Ob 135/98a
    Entscheidungstext OGH 26.05.1998 4 Ob 135/98a
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 20/99s
    Entscheidungstext OGH 04.02.1999 4 Ob 20/99s
    Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Einen nach § 1 UWG verpönten sittenwidrigen Wettbewerbsvorsprung können nur solche Rechtsbrüche bewirken, die den Kaufentschluss der angesprochenen Verkehrskreisen zu beeinflussen geeignet sind. Eine solche Eignung fehlt bei einem Verstoß gegen Vorschriften über die Gestaltung von Gebrauchsinformationen regelmäßig, wenn diese Beilagen dem Arzneimittel beigepackt und damit für den Erwerber erst nach Abschluss des Kaufes zugänglich sind. (T17)
  • 4 Ob 9/99y
    Entscheidungstext OGH 26.01.1999 4 Ob 9/99y
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 25/99a
    Entscheidungstext OGH 09.03.1999 4 Ob 25/99a
    Auch; nur: Ein zu Wettbewerbszwecken begangener Rechtsbruch verstößt deshalb gegen § 1 UWG, weil er dem Verletzer einen ungerechtfertigten Vorsprung vor den gesetzestreuen Mitbewerbern verschafft. (T18); Beis wie T17
  • 4 Ob 101/99b
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 4 Ob 101/99b
    Beis wie T8
  • 4 Ob 16/99b
    Entscheidungstext OGH 09.03.1999 4 Ob 16/99b
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 147/99t
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 147/99t
    Vgl; Beis wie T17
  • 4 Ob 144/99a
    Entscheidungstext OGH 18.05.1999 4 Ob 144/99a
    Vgl; Beis wie T17
  • 4 Ob 143/99d
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 143/99d
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 4 Ob 172/99v
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 172/99v
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 4 Ob 170/99z
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 170/99z
    Vgl; Beis wie T3 nur: Bei einer solchen unlauteren Veränderung der wettbewerblichen Ausgangslage zugunsten des Verletzers kommt es nicht darauf an, ob die übertretene Norm an sich wettbewerbsregelnden Charakter hat. (T19)
  • 4 Ob 13/00s
    Entscheidungstext OGH 01.02.2000 4 Ob 13/00s
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 35/00a
    Entscheidungstext OGH 21.03.2000 4 Ob 35/00a
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 230/00b
    Entscheidungstext OGH 03.10.2000 4 Ob 230/00b
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 260/00i
    Entscheidungstext OGH 14.11.2000 4 Ob 260/00i
    Auch; nur T18; Beis wie T4
  • 4 Ob 43/01d
    Entscheidungstext OGH 22.03.2001 4 Ob 43/01d
    Auch; Beis wie T1 nur: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung (RdW 1988,42; RdW 1989,254 und 272; WBl 1989,155; ÖBl 1989,167) begründet jeder dem Beklagten subjektiv vorwerfbare Gesetzesverstoß auch einen Verstoß gegen § 1 UWG. (T20)
  • 4 Ob 5/03v
    Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 5/03v
    Auch; Beisatz: Entscheidend ist, ob die Rechtsauffassung des Beklagten im Gegensatz zu einem klaren Gesetzeswortlaut, zur offenkundigen Absicht des Gesetzgebers oder allenfalls zu einer höchstgerichtlichen Rechtsprechung steht. (T21); Veröff: SZ 2003/13
  • 4 Ob 99/03t
    Entscheidungstext OGH 20.05.2003 4 Ob 99/03t
    Auch; Beisatz: Von einem sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung durch eine Gesetzesverletzung kann nur gesprochen werden, wenn das gesetzwidrige Handeln geeignet ist, eine nicht unerhebliche Nachfrageverlagerung zu bewirken. (T22); Veröff: SZ 2003/56
  • 4 Ob 107/03v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2003 4 Ob 107/03v
    Auch; Beisatz: Ist bei unterschiedlicher Auslegung der - nach der Behauptung des Klägers - verletzten Vorschrift die Auffassung des Beklagten über ihre Bedeutung durch das Gesetz so weit gedeckt, dass sie mit gutem Grund vertreten werden kann, dann liegt keine sittenwidrige Wettbewerbshandlung vor. (T23)
    Beisatz: Hier: Vertragsgestaltung - § 10 Abs 1 und Abs 2 BTVG. (T24)
  • 4 Ob 154/03f
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 4 Ob 154/03f
    Auch; Beis wie T21, Beis wie T23
  • 4 Ob 209/03v
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 4 Ob 209/03v
    Auch; Beis wie T23; Beisatz: Zu berücksichtigen ist auch, dass Großunternehmen in der Lage sind, sich mit Hilfe von Fachleuten selbst über schwierige Rechtsmaterien umfassende Kenntnisse zu verschaffen und daher bei ihnen strengere Anforderungen an die Vertretbarkeit einer Gesetzesauslegung zu legen sind. (T25)
  • 4 Ob 35/04g
    Entscheidungstext OGH 16.03.2004 4 Ob 35/04g
    Vgl auch; Beis wie T15; Beis ähnlich wie T21; Beis wie T23
  • 4 Ob 261/05v
    Entscheidungstext OGH 20.04.2006 4 Ob 261/05v
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 170/06p
    Entscheidungstext OGH 17.10.2006 4 Ob 170/06p
    Beisatz: Hier: Unterlassungsklage wegen Verletzung der Sonntagsruhebestimmung im Bäckereiarbeiter/innengesetz - „Backwarenauslieferung I". (T26)
  • 4 Ob 173/06d
    Entscheidungstext OGH 17.10.2006 4 Ob 173/06d
    Beisatz: Hier: Unterlassungsklage wegen Verletzung der Wochenend- und Feiertagsruhebestimmungen im Bäckereiarbeiter/innengesetz - „Backwarenauslieferung II". (T27)
  • 4 Ob 242/06a
    Entscheidungstext OGH 13.02.2007 4 Ob 242/06a
  • 4 Ob 38/07b
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 38/07b
    Beisatz: Ein Gesetzesverstoß begründet nur dann sittenwidriges Handeln im Sinne des § 1 UWG, wenn er subjektiv vorwerfbar und geeignet ist, dem Verletzer einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung vor gesetzestreuen Mitbewerbern zu verschaffen. (T28)
  • 4 Ob 225/07b
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 225/07b
    Beis wie T21; Beis wie T22; Beisatz: Das Erfordernis der Spürbarkeit löste zuletzt das nicht mehr ausdrücklich genannte Kriterium der „Absicht", sich einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen, ab. Darin lag aber in der Sache keine Änderung der Rechtsprechung. Denn die Absicht des belangten Mitbewerbers wurde in aller Regel ohnehin nur aus objektiven Umständen erschlossen, und zwar insbesondere aus der diesbezüglichen Eignung seines Verhaltens. (T29)
    Beisatz: Mit der UWG-Novelle 2007 wurde die Spürbarkeit als ein bisher für den Rechtsbruchtatbestand konstitutives Element verallgemeinert. Eine auf das Erlangen eines Wettbewerbsvorsprungs gerichtete Absicht ist demgegenüber nicht (mehr) zu verlangen. (T30)
    Veröff: SZ 2008/32
  • 16 Ok 2/11
    Entscheidungstext OGH 05.12.2011 16 Ok 2/11
    Vgl; Beis ähnlich wie T25; Beisatz: Hier: § 29 Z 1 lit a iVm § 17 Abs 1 KartG 2005. (T31)
    Veröff: SZ 2011/142

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0078089

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.07.2013

Dokumentnummer

JJR_19890912_OGH0002_0040OB00071_8900000_008

Rechtssatz für 4Ob109/89 4Ob118/91 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078057

Geschäftszahl

4Ob109/89; 4Ob118/91; 4Ob45/93; 4Ob136/94; 4Ob73/95; 4Ob2276/96a; 4Ob174/07b; 4Ob34/14z; 4Ob66/17k

Entscheidungsdatum

21.11.1989

Norm

UWG §1 C2

Rechtssatz

Die Missachtung einer einheitlich gefestigten Standesauffassung, die auf der allgemeinen Überzeugung der Standesgenossen des jeweiligen Gewerbezweiges oder freien Berufes beruht, ist wie eine Gesetzesverletzung zu werten. (Hier: Verstoß gegen Punkt C1 der von der Bundesinnung der Immobilientreuhänder und Vermögenstreuhänder herausgegebenen "Richtlinien für die Immobilienverwaltung".

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 109/89
    Entscheidungstext OGH 21.11.1989 4 Ob 109/89
    Veröff: ImmZ 1990,271
  • 4 Ob 118/91
    Entscheidungstext OGH 03.12.1991 4 Ob 118/91
    Beisatz: Voraussetzung dafür ist aber, dass das beanstandete Verhalten einer Standesauffassung widerspricht, die innerhalb des Berufsstandes einheitlich befolgt wird und gefestigt ist. (T1)
    Veröff: WBl 1992,167
  • 4 Ob 45/93
    Entscheidungstext OGH 20.04.1993 4 Ob 45/93
  • 4 Ob 136/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 136/94
    Auch; nur: Die Missachtung einer einheitlich gefestigten Standesauffassung, die auf der allgemeinen Überzeugung der Standesgenossen des jeweiligen Gewerbezweiges oder freien Berufes beruht, ist wie eine Gesetzesverletzung zu werten. (T2) Beisatz: Hier: "Richtlinien und Honorarsätze für Inkassoinstitute 1993". Im gegenständlichen Fall verneint. (T3)
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    Vgl; Beisatz: Ärzte haben ihr Standesrecht zu kennen. Verbindlich sind die Standesregeln auch dann, wenn die Standesauffassung nicht in allen Punkten völlig einheitlich ist. Maßgebend ist die Auffassung eines mit anerkannten Werten verbundenen Arztes, wie sie in der Richtlinie zum Ausdruck kommt. (Hier: Verstoß gegen die Richtlinien "Arzt und Öffentlichkeit"). (T4)
  • 4 Ob 2276/96a
    Entscheidungstext OGH 29.10.1996 4 Ob 2276/96a
    nur T2; Beisatz: Hier: Verstoß gegen § 9 Abs 3 RL-BA 1977 und die einheitliche Standesauffassung durch die Verwendung einer originellen einprägsamen Bezeichnung für eine Rechtsanwaltskanzlei. (T5)
  • 4 Ob 174/07b
    Entscheidungstext OGH 13.11.2007 4 Ob 174/07b
    Vgl; Bem: Die wettbewerbsrechtliche Bedeutung eines Verstoßes gegen den Verhaltenskodex der PHARMIG wird hier ausdrücklich offen gelassen. (T6)
  • 4 Ob 34/14z
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 34/14z
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 66/17k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 66/17k
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0078057

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.10.2017

Dokumentnummer

JJR_19891121_OGH0002_0040OB00109_8900000_002

Rechtssatz für 4Ob17/91 4Ob16/91 4Ob90...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037478

Geschäftszahl

4Ob17/91; 4Ob16/91; 4Ob90/93; 4Ob164/93; 4Ob47/94; 4Ob74/94; 6Ob1002/95; 4Ob87/94; 4Ob106/94; 4Ob56/95; 4Ob60/95; 4Ob73/95; 4Ob90/95; 4Ob1011/96; 4Ob2115/96z; 4Ob2077/96m; 4Ob2369/96b; 4Ob7/97a; 4Ob314/97y; 4Ob95/98v; 4Ob174/98m; 5Ob33/99k; 4Ob172/00y; 4Ob244/01p; 4Ob131/02x; 4Ob75/03p; 4Ob111/03g; 4Ob38/04y; 4Ob54/05b; 6Ob273/05y; 9ObA104/07w; 17Ob40/08v; 4Ob177/09x; 4Ob93/10w; 4Ob88/10k; 4Ob7/11z; 17Ob16/11v; 4Ob42/12y; 17Ob27/11m; 4Ob79/12i; 4Ob79/13s; 6Ob134/16y; 1Ob100/17p; 4Ob190/17w

Entscheidungsdatum

12.03.1991

Norm

ABGB §1330 BI
ZPO §226 IIB12
UWG §1 A
UWG §7 A
UWG §14 A1

Rechtssatz

Dem Klageberechtigten steht ein Anspruch auf Unterlassung solcher Verletzungshandlungen zu, die vom Beklagten oder einem Dritten in einer dem Beklagten zurechenbaren Weise begangen worden sind oder - wenngleich das nur in neueren Gesetzen ausdrücklich gesagt wird (§ 81 Abs 1 UrhG; § 147 Abs 1 PatG idF Nov 1977) - drohend bevorstehen. Gegenstand des Urteilsantrages und Urteilsspruches ist demnach immer nur die konkrete Verletzungshandlung. Entscheidend ist dabei aber die Frage, auf welcher Stufe der Verallgemeinerung die konkrete Verletzungshandlung zu umschreiben ist. Bei der Erörterung der möglichen Fassung von Exekutionstiteln steht demnach die "Handlungsbeschreibung" im Mittelpunkt des Interesses.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 17/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 4 Ob 17/91
    Veröff: ÖBl 1991,105 = WBl 1991,265
  • 4 Ob 16/91
    Entscheidungstext OGH 12.03.1991 4 Ob 16/91
    nur: Dem Klageberechtigten steht ein Anspruch auf Unterlassung solcher Verletzungshandlungen zu, die vom Beklagten oder einem Dritten in einer dem Beklagten zurechenbaren Weise begangen worden sind oder - wenngleich das nur in neueren Gesetzen ausdrücklich gesagt wird (§ 81 Abs 1 UrhG; § 147 Abs 1 PatG idF Nov 1977) - drohend bevorstehen. Gegenstand des Urteilsantrages und Urteilsspruches ist demnach immer nur die konkrete Verletzungshandlung. (T1)
    Veröff: ÖBl 1991,108
  • 4 Ob 90/93
    Entscheidungstext OGH 08.06.1993 4 Ob 90/93
    nur: Gegenstand des Urteilsantrages und Urteilsspruches ist demnach immer nur die konkrete Verletzungshandlung. (T2)
  • 4 Ob 164/93
    Entscheidungstext OGH 11.01.1994 4 Ob 164/93
    Auch
  • 4 Ob 47/94
    Entscheidungstext OGH 10.05.1994 4 Ob 47/94
    nur T1
  • 4 Ob 74/94
    Entscheidungstext OGH 28.06.1994 4 Ob 74/94
    nur: Dem Klageberechtigten steht ein Anspruch auf Unterlassung solcher Verletzungshandlungen zu, die vom Beklagten oder einem Dritten in einer dem Beklagten zurechenbaren Weise begangen worden sind oder - wenngleich das nur in neueren Gesetzen ausdrücklich gesagt wird (§ 81 Abs 1 UrhG; § 147 Abs 1 PatG idF Nov 1977) - drohend bevorstehen. (T3)
  • 6 Ob 1002/95
    Entscheidungstext OGH 26.01.1995 6 Ob 1002/95
    nur T3
  • 4 Ob 87/94
    Entscheidungstext OGH 12.07.1994 4 Ob 87/94
    Auch
  • 4 Ob 106/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 106/94
    Auch; Veröff: SZ 67/161
  • 4 Ob 56/95
    Entscheidungstext OGH 11.07.1995 4 Ob 56/95
    nur T1
  • 4 Ob 60/95
    Entscheidungstext OGH 11.07.1995 4 Ob 60/95
    nur T1
  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
    nur T1
  • 4 Ob 90/95
    Entscheidungstext OGH 21.11.1995 4 Ob 90/95
    nur T2
  • 4 Ob 1011/96
    Entscheidungstext OGH 27.02.1996 4 Ob 1011/96
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    nur T1
  • 4 Ob 2077/96m
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2077/96m
    nur T1
  • 4 Ob 2369/96b
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 4 Ob 2369/96b
    nur: Dem Klageberechtigten steht ein Anspruch auf Unterlassung solcher Verletzungshandlungen zu, die vom Beklagten oder einem Dritten in einer dem Beklagten zurechenbaren Weise begangen worden sind oder drohend bevorstehen. (T4)
    Beisatz: Gegenstand des Urteilsantrages und des Urteilsspruches ist daher immer nur die konkrete Verletzungshandlung. (T5)
  • 4 Ob 7/97a
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 4 Ob 7/97a
    Auch; nur T2; Beisatz: Werden in einem Urteilsspruch Beispielsfälle unter "insbesondere" angeführt, so wird das Unterlassungsgebot dadurch nur verdeutlicht, nicht aber eingeschränkt. (T6)
  • 4 Ob 314/97y
    Entscheidungstext OGH 19.12.1997 4 Ob 314/97y
    Auch; nur T2; Beisatz: Der durch herabsetzende Äußerungen Betroffene hat nur Anspruch auf Unterlassung der konkreten Äußerung und ähnlicher Äußerungen. (T7)
  • 4 Ob 95/98v
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 95/98v
    Auch; nur T4; Beis wie T5
  • 4 Ob 174/98m
    Entscheidungstext OGH 12.08.1998 4 Ob 174/98m
    Auch; nur T2; nur T4; Beis wie T6
  • 5 Ob 33/99k
    Entscheidungstext OGH 07.12.1999 5 Ob 33/99k
    nur T3; Beisatz: Das Klagebegehren muss die Unterlassungspflicht so deutlich kennzeichnen, dass ihre Verletzung gemäß § 355 EO exekutiv verfolgt werden kann. (T8)
  • 4 Ob 172/00y
    Entscheidungstext OGH 18.07.2000 4 Ob 172/00y
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 244/01p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2001 4 Ob 244/01p
    nur T2
  • 4 Ob 131/02x
    Entscheidungstext OGH 18.06.2002 4 Ob 131/02x
    nur T2
  • 4 Ob 75/03p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 4 Ob 75/03p
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 4 Ob 111/03g
    Entscheidungstext OGH 20.05.2003 4 Ob 111/03g
    nur T2
  • 4 Ob 38/04y
    Entscheidungstext OGH 04.05.2004 4 Ob 38/04y
    Auch; nur T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis ähnlich wie T8
  • 4 Ob 54/05b
    Entscheidungstext OGH 14.06.2005 4 Ob 54/05b
    Auch; Beis wie T7
  • 6 Ob 273/05y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 273/05y
    Beisatz: Der durch eine herabsetzende Äußerung Betroffene hat nur Anspruch auf Untersagung der konkreten Äußerung und ähnlicher Äußerungen. Gegenstand des Urteilsantrags (Sicherungsantrags) ist demnach nur die konkrete Verletzungshandlung. (T9)
  • 9 ObA 104/07w
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 104/07w
    Vgl auch; nur T4
  • 17 Ob 40/08v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 40/08v
    Auch; nur T4
  • 4 Ob 177/09x
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 4 Ob 177/09x
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 93/10w
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 93/10w
    Vgl auch; nur: Gegenstand des Urteilsantrages und Urteilsspruches ist demnach immer nur die konkrete Verletzungshandlung. (T10)
  • 4 Ob 88/10k
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 88/10k
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 7/11z
    Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 7/11z
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 17 Ob 16/11v
    Entscheidungstext OGH 19.09.2011 17 Ob 16/11v
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: Eingriff in das Namensrecht. (T11)
  • 4 Ob 42/12y
    Entscheidungstext OGH 17.04.2012 4 Ob 42/12y
    Vgl auch; Beisatz: Bei Urheberrechtsverletzungen ist in erster Linie auf jenes Verwertungsrecht abzustellen, das durch die konkrete Verletzungshandlung berührt wird. (T12)
    Beisatz: Hier: Amtswegige Neuformulierung des Spruchs. (T13)
  • 17 Ob 27/11m
    Entscheidungstext OGH 12.06.2012 17 Ob 27/11m
    Vgl auch; nur T2
  • 4 Ob 79/12i
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 79/12i
    Vgl auch
  • 4 Ob 79/13s
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 79/13s
    Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 6 Ob 134/16y
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 134/16y
    Vgl; Beisatz: Im Kreditschädigungsrecht nach § 1330 ABGB sind der von einer Äußerung erzeugte Eindruck und der Kontext, in dem die Äußerung getätigt wurde, bereits bei der Auslegung der Äußerung zu berücksichtigen, nicht aber selbst zum Gegenstand des Klagebegehrens zu machen. Eines auf einen bestimmten unrichtigen Eindruck bezugnehmenden (einschränkenden) Zusatzes im Klagebegehren bedarf es daher nicht. (T14)
  • 1 Ob 100/17p
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 100/17p
    Auch; Beis wie T6
  • 4 Ob 190/17w
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 4 Ob 190/17w
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0037478

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19910312_OGH0002_0040OB00017_9100000_001

Rechtssatz für 4Ob73/95 4Ob79/12i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089503

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob79/12i

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3 litd

Rechtssatz

Die Werbung mit Honorarsätzen beeinträchtigt das Standesansehen, weil der Arzt mit der Behandlung eines Kranken eine auf die Bedürfnisse dieses Menschen abgestimmte Leistung erbringen soll, deren Umfang und Intensität nicht von vornherein feststeht. Bietet ein Arzt seine Leistungen zu festen Sätzen an, so kann er naturgemäß den im einzelnen Fall erforderlichen Aufwand nicht berücksichtigen. Eine solche Werbung rückt seine Leistung in die Nähe einer austauschbaren Massenleistung, die sie nach dem allgemeinen Verständnis nicht sein soll, und ist standeswidrig.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
  • 4 Ob 79/12i
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 79/12i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089503

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.09.2012

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_001

Rechtssatz für 4Ob73/95 4Ob2228/96t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089504

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob2228/96t

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3 lith

Rechtssatz

Von einem Arzt wird erwartet, daß er durch seine Qualifikation und seine ärztliche Leistung auf sich aufmerksam macht und es nicht notwendig hat, Flugblätter und ähnliche Werbemittel einzusetzen. Das Verteilen von Flugblättern und Postwurfsendungen an die Bevölkerung und andere Formen der Telekommunikation sind standeswidrig.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
  • 4 Ob 2228/96t
    Entscheidungstext OGH 01.10.1996 4 Ob 2228/96t
    nur: Das Verteilen von Flugblättern und Postwurfsendungen an die Bevölkerung sind standeswidrig. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089504

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_002

Rechtssatz für 4Ob73/95 4Ob54/00w 4Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089505

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob54/00w; 4Ob201/00p

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3 lite

Rechtssatz

Die Selbstanpreisung der eigenen Person oder Darstellung der eigenen ärztlichen Tätigkeit durch reklamehaftes Herausstellen in aufdringlicher, marktschreierischer Weise ist mit der Vorstellung unvereinbar, die sich mit dem Bild des Arztes in der Öffentlichkeit verbindet und daher standeswidrig.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
  • 4 Ob 54/00w
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 54/00w
    Auch
  • 4 Ob 201/00p
    Entscheidungstext OGH 17.08.2000 4 Ob 201/00p
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089505

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_003

Rechtssatz für 4Ob73/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089506

Geschäftszahl

4Ob73/95

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art4 lita

Rechtssatz

Das Standesansehen wird beeinträchtigt, wenn Ärzte mit Qualifikationen werben, deren Seriosität nicht von vornherein feststeht. Es ist daher berechtigt, daß die Ärztekammer den Hinweis auf besondere Spezialisierungen udgl. von ihrer vorherigen Zustimmung abhängig macht, soweit diese Qualifikation nicht durch ein Diplom oder Zertifikat der Österreichischen Ärztekammer oder einer Landesärztekammer verbrieft ist.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089506

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_004

Rechtssatz für 4Ob73/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089507

Geschäftszahl

4Ob73/95

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art6
UWG §18

Rechtssatz

Die dem Arzt in Art 6 der Richtlinie auferlegte Verpflichtung, in zumutbarer Weise dafür zu sorgen, daß standeswidrige Werbung für ihn durch Dritte, insbesondere durch Medien, unterbleibt, ist in gesetzeskonformer Weise dahin auszulegen, daß der Arzt für eine standeswidrige Werbung durch Dritte einzustehen hat, wenn er eine - zumutbare - rechtliche Möglichkeit, die Werbung zu verhindern, nicht genützt hat. Art 6 der Richtlinie legt daher nichts anderes fest, als nach § 18 UWG ohnedies gilt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089507

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_005

Rechtssatz für 4Ob73/95 4Ob233/03y 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089508

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob233/03y; 4Ob79/12i; 4Ob130/12i; 4Ob34/14z; 4Ob66/17k

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3
UWG §1 C2

Rechtssatz

Ärzte haben ihr Standesrecht zu kennen. Verbindlich sind die Standesregeln auch dann, wenn die Standesauffassung nicht in allen Punkten völlig einheitlich ist. Maßgebend ist die Auffassung eines mit anerkannten Werten verbundenen Arztes, wie sie in der Richtlinie zum Ausdruck kommt. Ist das dem Beklagten vorwerfbare standeswidrige Verhalten geeignet, dem Beklagten einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung vor seinen Mitbewerbern zu verschaffen, so begründet es einen Verstoß gegen § 1 UWG.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
  • 4 Ob 233/03y
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 4 Ob 233/03y
    Vgl; nur: Ist das dem Beklagten vorwerfbare standeswidrige Verhalten geeignet, dem Beklagten einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung vor seinen Mitbewerbern zu verschaffen, so begründet es einen Verstoß gegen § 1 UWG. (T1)
    Beisatz: Hier: Standeswidriges Verhalten eines europäischen Rechtsanwalts. (T2)
  • 4 Ob 79/12i
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 79/12i
    Beisatz: Ein Verstoß gegen § 35 Zahnärztegesetz und die diese Bestimmung konkretisierende Werberichtlinie kann zu einem Vorsprung im Wettbewerb führen und fällt (zumindest) dann unter § 1 Abs 1 Z 1 UWG, wenn er nicht mit guten Gründen vertreten werden kann. (T3)
  • 4 Ob 130/12i
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 130/12i
    Vgl; Beisatz: Einem im Inland werbenden ausländischen Zahnarzt ist es zumutbar, sich aus Anlass der Werbemaßnahmen mit den für Zahnärzte geltenden inländischen Standesregeln vertraut zu machen. (T4)
  • 4 Ob 34/14z
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 34/14z
  • 4 Ob 66/17k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 66/17k
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089508

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.10.2017

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_006

Rechtssatz für 4Ob73/95 4Ob2228/96t 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089509

Geschäftszahl

4Ob73/95; 4Ob2228/96t; 4Ob153/97x; 4Ob258/04a; 4Ob88/06d; 4Ob199/08f; 10Bkd8/09; 4Ob176/11b; 4Ob122/12p; 4Ob90/12g; 4Ob79/12i; 4Ob130/12i; 4Ob142/12d; 4Ob153/12x; 4Ob171/13w

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Norm

ÄrzteG §25 Abs1
ÄrzteG §53 Abs1
RL "Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer Art3 lite
UWG §1 C2
UWG §2 C2b
RL „Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer (am 12.12. 2003 beschlossen, nach Veröffentlichung in der Österreichischen Ärztezeitung Nr. 5/2004 mit 10. 3. 2004 in Kraft getreten) Art1
RL „Arzt und Öffentlichkeit" der Österreichischen Ärztekammer (am 12.12. 2003 beschlossen, nach Veröffentlichung in der Österreichischen Ärztezeitung Nr. 5/2004 mit 10. 3. 2004 in Kraft getreten) Art2
RL Arzt und Öffentlichkeit idF WerbeRL Art3
RL Arzt und Öffentlichkeit idF WerbeRL Art5
RL-BA 1975 §45

Rechtssatz

Während marktschreierische Reklame im Wettbewerb zwischen Wirtschaftstreibenden nur dann wettbewerbswidrig ist, wenn ihr nachprüfbarer Tatsachenkern zur Irreführung geeignet ist, ist sie (zum Beispiel) Ärzten allein schon deshalb untersagt, weil diese Art der Werbung mit dem Standesansehen eines Arztes unvereinbar ist. Es kommt daher nicht darauf an, welchen Tatsachenkern Patienten der Werbebehauptung entnehmen, sondern es ist entscheidend, dass die Beklagten durch Übertreibungen (hier: modernste physikalische Apparate, größtmögliche Flexibilität) die Aufmerksamkeit auf ihre Ordination lenken wollen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 73/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 73/95
  • 4 Ob 2228/96t
    Entscheidungstext OGH 01.10.1996 4 Ob 2228/96t
    nur: Während marktschreierische Reklame im Wettbewerb zwischen Wirtschaftstreibenden nur dann wettbewerbswidrig ist, wenn ihr nachprüfbarer Tatsachenkern zur Irreführung geeignet ist, ist sie (zum Beispiel) Ärzten allein schon deshalb untersagt, weil diese Art der Werbung mit dem Standesansehen eines Arztes unvereinbar ist. (T1); Beisatz: Dies kann aber nicht bedeuten, dass einem Arzt jegliche Werbung mit ins Auge fallenden Slogans als "marktschreierisch" verboten werden müsste. (T2)
  • 4 Ob 153/97x
    Entscheidungstext OGH 26.06.1997 4 Ob 153/97x
    Vgl auch; Beisatz: Die Präambel der Richtlinie der Österreichischen Ärztekammer führt aus, die Änderung des § 25 ÄrzteG bringe eine Neuregelung, um dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung und der Ärzte Rechnung zu tragen. Es gelte aber weiterhin der Grundsatz, dass durch Informationen bei medizinisch ungebildeten Personen keine ungerechtfertigten Erwartungen erweckt werden dürfen. (T3); Beisatz: Hier: Bericht im amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde ist keine Postwurfsendung im Sinne der Richtlinie. Ein Bericht im Kabel-TV einer Gemeinde verstößt gegen Art 3 lit h der Richtlinie, weil diese Bestimmung Werbung durch Tele-Kommunikationsmittel gänzlich ausschließt. (T4)
  • 4 Ob 258/04a
    Entscheidungstext OGH 08.02.2005 4 Ob 258/04a
    Auch; Beis wie T3 nur: Es gelte aber weiterhin der Grundsatz, dass durch Informationen bei medizinisch ungebildeten Personen keine ungerechtfertigten Erwartungen erweckt werden dürfen. (T5); Beisatz: Hier: Zahntaxi. (T6)
  • 4 Ob 88/06d
    Entscheidungstext OGH 20.06.2006 4 Ob 88/06d
    nur T1
  • 4 Ob 199/08f
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 199/08f
    Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Angebot zahnärztlicher Leistungen in einer Online-Auktion. (T7); Beisatz: Aus standesrechtlicher Sicht ist eine Werbung insbesondere dann marktschreierisch, wenn durch sie ein unsachlicher Druck zur raschen Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen ausgeübt wird. (T8); Beisatz: Das in Art 3 WerbeRL konkretisierte Verbot von Informationen, die das Ansehen der Ärzteschaft beeinträchtigen, dient in erster Linie dem Schutz von Mitbewerbern. Gleiches gilt für die weiteren standesrechtlichen Regelungen in Art 5 lit b - d WerbeRL. (T9)
  • 10 Bkd 8/09
    Entscheidungstext OGH 08.03.2010 10 Bkd 8/09
    Vgl; Beisatz: Diese Erwägungen sind auch auf das Anbieten anwaltlicher Leistungen übertragbar. Das Ansehen der Rechtsanwaltschaft wird nämlich nicht zuletzt auch dadurch beschädigt, dass der glücksspielartige Vertrieb der Leistung den Eindruck entstehen lässt, es komme auf die individuelle Betreuung des betreffenden Klienten nicht (mehr) an. (T10); Beisatz: Hier: Anpreisen von unentgeltlichen anwaltlichen Leistungen für die ersten drei Anrufer in der Kanzlei des Disziplinarbeschuldigten in einer Werbeaussendung ist disziplinarrechtlich unzulässige marktschreierische Werbung (Beeinträchtigung von Ehre und Ansehen des Standes). (T11)
  • 4 Ob 176/11b
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 176/11b
    Vgl; Beis ähnlich wie T9; Beisatz: Ob eine „Werbung“ im Sinne der WerbeRL vorliegt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. (T12); Beisatz: Hier: Werberichtlinien der Österreichischen Zahnärztekammer nach § 35 Abs 1 ZahnärzteG. (T13)
  • 4 Ob 122/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 122/12p
    Vgl auch
  • 4 Ob 90/12g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 90/12g
    Auch; Beis wie T12; Beisatz: Aufdringliche, marktschreierische Anpreisung der eigenen Person oder Leistungen ist mit dem Standesansehen eines Arztes unvereinbar. (T14)
  • 4 Ob 79/12i
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 79/12i
    Vgl auch; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Zeitlich befristete „Frühjahrsaktion“ mit „Statt“-Preisen. (T15)
  • 4 Ob 130/12i
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 130/12i
    Vgl; Beis wie T13
  • 4 Ob 142/12d
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 142/12d
    Vgl; Beis wie T13
  • 4 Ob 153/12x
    Entscheidungstext OGH 18.10.2012 4 Ob 153/12x
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Zur reklamehaften Nennung eines Namens iSd Art 5b WRL‑ÖZÄK. (T16)
  • 4 Ob 171/13w
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 171/13w
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T16

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0089509

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.01.2014

Dokumentnummer

JJR_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_007

Entscheidungstext 4Ob73/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob73/95

Entscheidungsdatum

19.09.1995

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof. Dr.Gamerith als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Kodek, Dr.Niederreiter, Dr.Graf und Dr.Griß als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Medizinalrat Dr.Valentin Rana Z*****, vertreten durch Dr.Wolfgang R.Gassner, Rechtsanwalt in Salzburg, gegen die beklagten Parteien 1. Dr.Friedrich Z*****, 2. Dr.Michaela Z*****, beide vertreten durch Dr.Friedrich Gehmacher und Dr.Helmut Hüttinger, Rechtsanwälte in Salzburg, wegen Unterlassung (Streitwert S 900.000), infolge Kostenrekurses des Klägers und außerordentlichen Revisionsrekurses aller Parteien gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Linz als Rekursgericht vom 29.Mai 1995, GZ 3 R 114/95-10, mit der die Entscheidung des Landesgerichtes Wels vom 10. April 1995, GZ 2 Cg 73/95-2, teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

 

I. Der Kostenrekurs des Klägers wird zurückgewiesen.

 

II. Beiden Revisionsrekursen wird teilweise Folge gegeben.

 

Die Entscheidungen der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, daß sie insgesamt, einschließlich des bestätigten Teiles, wie folgt zu lauten haben:

 

"Einstweilige Verfügung

 

1) Zur Sicherung des Anspruches des Klägers gegen die Beklagten auf Unterlassung von Wettbewerbsverstößen wird den Beklagten aufgetragen, es im geschäftlichen Verkehr bis zur Rechtskraft des im gegenständlichen Rechtsstreites ergehenden Urteiles zu unterlassen,

 

a) öffentlich, vor allem in Prospekten und Werbeschriften Spezialbehandlungen wie Hochfrequenztherapie, Nadel- und Laserakupunktur, Impulsdiathermie, Reizstrom-, Ultraschall- und Magnetfeldtherapie, Eigenblutbehandlung, Fußreflexzonenbestrahlung, Laser-Flächenbehandlung, EKG, chemische Laborleistungen und Regulationsthermographie anzubieten;

 

b) in der Öffentlichkeit Therapiekosten zu nennen oder Preisnachlässe anzubieten;

 

c) Prospekte und Werbeschriften außerhalb ihrer Ordination in Gastronomiebetrieben und auf der Straße vor dem Ordinationseingang aufzulegen und zu verteilen;

 

d) in Werbeschriften und Prospekten selbstanpreisend zu behaupten, daß in ihrer Ordination modernste physikalische Apparate bei der Behandlung eingesetzt würden und der kleine Rahmen einer Privatordination größtmögliche Flexibilität bedeute.

 

2) Das Mehrbegehren, den Beklagten zu untersagen,

 

a) in Werbeschriften und Prospekten unentgeltliche Behandlungen anzubieten;

 

b) in Werbeschriften und Prospekten zu behaupten, daß in ihrer Ordination Akupunktur und Chirotherapie bei der Behandlung eingesetzt würden und der kleine Rahmen einer Privatordination individuelle Patientenbetreuung bedeute;

 

c) für Mitglieder des 'G***** Vereins zur Förderung von Vorsorge-, Komplementär- und Sportmedizin' Rabatte anzubieten;

 

d) standeswidrige Werbemaßnahmen zu den Punkten 1 b bis e und 2 a und c durch Dritte, insbesondere durch Familienmitglieder, zu veranlassen oder zuzulassen;

 

e) öffentlich, vor allem durch eine Werbetafel vor dem Eingang ihrer Ordination darauf hinzuweisen, daß sie die 'Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung' durchführen würden;

 

f) sich des 'G***** Vereins zur Förderung von Vorsorge-, Komplementär- und Sportmedizin' zu bedienen, um in Schreiben, auf Messen und öffentlichen Veranstaltungen sowie durch Verteilen, Versenden und Auflegen von Werbeschriften über diesen Verein Werbung für sich durch Ankündigen von Preisnachlässen für Vereinsmitglieder betreiben zu lassen;

 

g) auf Werbeständen des Vereins bei der Vorführung von Computerstandbildern ein Bild des dem Kläger gehörigen Instituts Z***** zu zeigen;

 

abgewiesen."

 

Der Käger hat ein Zehntel der Kosten seines Rekurses und seines Revisionsrekurses vorläufig selbst zu tragen; neun Zehntel hat er endgültig selbst zu tragen. Der Kläger hat weiters drei Fünftel der Kosten seiner Rekursbeantwortung und seiner Revisionsrekursbeantwortung vorläufig selbst zu tragen; zwei Fünftel hat er endgültig selbst zu tragen.

 

Der Kläger ist schuldig, den Beklagten die mit S 47.852,05 bestimmten anteiligen Kosten des Rechtsmittelverfahrens (darin S 7.975,34 Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

 

Begründung:

 

Der Kläger und der Erstbeklagte sind Brüder. Ihr Großvater, Valentin Z*****, entwickelte zu Beginn dieses Jahrhunderts die Hochfrequenztherapie. 1929 gründete Valentin Z***** gemeinsam mit seinem Sohn, Dr.Fritz Z*****, das Institut Z***** in G*****, in dem vor allem die Z*****-Hochfrequenztherapie angeboten wird. Der Kläger und der Erstbeklagte arbeiteten seit den sechziger Jahren im Institut mit. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1978 leiteten sie bis 1990 das Institut gemeinsam. Seit 1990 betreibt der Kläger das Institut Z***** allein; der Erstbeklagte führt, seit 1992 gemeinsam mit seiner Tochter, der Zweitbeklagten, in G***** eine Privatordination. Auch in dieser Ordination wird die Z*****-Hochfrequenztherapie angewandt.

 

Die Beklagten bieten in Prospekten und Werbeschriften, in denen auch die Kosten für einzelne Therapien und Behandlungen genannt werden, Spezialbehandlungen an, ohne für diese Information über ihre medizinischen Tätigkeitsgebiete die Zustimmung der zuständigen (Landes-)Ärztekammer für Oberösterreich eingeholt zu haben. In einem Prospekt wird die Ordination der Beklagten wie folgt beschrieben:

 

"Neben der traditionellen 'Z*****-Therapie' werden modernste physikalische Apparate, Akupunktur und Chirotherapie bei der Behandlung eingesetzt. Der kleine Rahmen einer Privatordination ermöglicht eine individuelle Patientenbetreuung und somit größtmögliche Flexibilität."

 

Die Prospekte und Werbeschriften liegen in G***** Gastronomiebetrieben auf und können auch aus einem Behälter am Gartenzaun vor der Ordination frei entnommen werden. Am Eingang zur Ordination findet sich eine Tafel mit folgender Aufschrift:

 

"Richtigstellung! Entgegen anderslautenden Behauptungen wird auch in dieser Ordination die Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung durchgeführt, und zwar ausschließlich von Dr.Fritz und Dr.Michaela Z*****."

 

Mit Rundschreiben vom 14.12.1994 informierten die Beklagten ihre Patienten von der Gründung des "G***** Vereins zur Förderung von Vorsorge-, Komplementär- und Sportmedizin" (kurz: Verein). Die Patienten wurden eingeladen, dem Verein beizutreten; Vereinsmitgliedern wurde ein Nachlaß von 10 % auf sämtliche diagnostischen Untersuchungen in Aussicht gestellt. Zugleich wiesen die Beklagten darauf hin, daß sich die Geschäftsstelle des Vereines aus organisatorischen und finanziellen Gründen bis auf weiteres am Anmeldungsschalter in ihrer Ordination befinden werde. Kassiererin des Vereins ist die Ehegattin des Erstbeklagten; auch der Sohn des Erstbeklagten arbeitet im Verein mit. Der Verein weist in einem Informationsblatt auf den Nachlaß von 10 % für diagnostische Untersuchungen der Beklagten hin.

 

Auf der Paracelsus-Messe in Wels 1994 und auf der Paracelsus-Messe in Klagenfurt 1995 sowie ein einer "Gesundheitsstraße" im Uno-Schopping-Center in Pasching im März 1995 trat der Verein als Aussteller auf. Am Stand des Vereins lagen die Prospekte und Werbeschriften der Beklagten zur freien Entnahme auf. Auf der Paracelsus-Messe in Klagenfurt wurden auf Computer-Monitoren Standbilder gezeigt. Auf einem dieser Standbilder war das Institut des Klägers zu sehen.

 

In einer vom Kläger veranlaßten Verhandlung vor der Schiedskommission der Ärztekammer für Oberösterreich am 27.2.1995 erklärte der Erstbeklagte, zur Hochfrequenzbehandlung ein von einem Wiener Unternehmen geliefertes Gerät zu verwenden, bei dem er die Elektrode (Bürste) so verändert habe, daß sie den im Institut Z***** verwendeten Elektroden ähnle. In dieser Verhandlung erteilte die Ärztekammer für Oberösterreich einer Klage des Klägers gegen die Beklagten ihre Zustimmung.

 

Der Kläger begehrt zur Sicherung seines inhaltsgleichen Unterlassunganspruches, den Beklagten mit einstweiliger Verfügung im geschäftlichen Verkehr zu untersagen,

 

1. öffentlich, vor allem in Prospekten und Werbeschriften, Spezialbehandlungen, wie Hochfrequenztherapie, Nadel- und Laserakupunktur, Impulsdiathermie, Reizstrom-, Ultraschall- und Magnetfeldtherapie, Eigenblutbehandlung, Fußreflexzonenbestrahlung, Laser-Flächenbehandlung, EKG, chemische Laborleistungen und Regulationsthermographie anzubieten;

 

2. in Werbeschriften und Prospekten Therapiekosten zu nennen sowie unentgeltliche Behandlungen oder Preisnachlässe anzubieten;

 

3. in Werbeschriften und Prospekten selbstanpreisend zu behaupten, daß in der Ordination der Beklagten modernste physikalische Apparate, Akupunktur und Chirotherapie bei der Behandlung eingesetzt werden und der kleine Rahmen einer Privatordination eine individuelle Patientenbetreuung sowie größtmögliche Flexibilität bedeutet;

 

4. Prospekte und Werbeschriften außerhalb der Ordination der Beklagten in Gastronomiebetrieben, auf der Straße und vor dem Eingang zur Ordination der Beklagten aufzulegen oder zu verteilen;

 

5. sich des "G***** Vereines zur Förderung von Vorsorge-, Komplementär- und Sportmedizin" zu bedienen, um in Schreiben, auf Messen und öffentlichen Veranstaltungen und durch Verteilen, Versenden und Auflegen von Werbeschriften über diesen Verein für die Beklagten durch Ankündigen von Preisnachlässen Werbung treiben zu lassen;

 

6. für Vereinsmitglieder des zu 5. genannten Vereines Rabatte anzubieten;

 

7. an Werbeständen des zu 5. genannten Vereines bei der Vorführung von Computerstandbildern ein Standbild des dem Kläger gehörigen Instituts Z***** in G***** zu zeigen;

 

8. standeswidrige Werbemaßnahmen zu 2., 4., 5., 6. und 7. durch Dritte, insbesondere durch Familienmitglieder, zu veranlassen oder zuzulassen;

 

9. öffentlich, vor allem durch eine Werbetafel vor dem Eingang zur Ordination der Beklagten, darauf hinzuweisen, daß die Beklagten die "Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung" durchführen.

 

Die Werbemaßnahmen der Beklagten verstießen gegen die Richtlinie der Österreichischen Ärztekammer "Arzt und Öffentlichkeit" (im folgenden nur: Richtlinie); die Richtlinie sei aufgrund der in § 25 Abs 4 ÄrzteG enthaltenen Verordnungsermächtigung erlassen worden. Das standeswidrige Verhalten der Beklagten verstoße gegen § 1 UWG.

 

Das Erstgericht gab dem Sicherungsantrag teilweise statt, ohne die Beklagten gehört zu haben. Es verbot den Beklagten mit einstweiliger Verfügung,

 

a) öffentlich, vor allem in Prospekten und Werbeschriften, Spezialbehandlungen, wie Hochfrequenztherapie, Nadel- und Laserakupunktur, Impulsdiathermie, Reizstrom-, Ultraschall- und Magnetfeldtherapie, Eigenblutbehandlung, Fußreflexzonenbestrahlung, Laser-Flächenbehandlung, EKG, chemische Laborleistungen und Regulationsthermographie anzubieten;

 

b) in Werbeschriften und Prospekten Therapiekosten zu nennen oder Preisnachlässe anzubieten;

 

c) Prospekte und Werbeschriften außerhalb ihrer Ordination in Gastronomiebetrieben und auf der Straße vor dem Ordinationseingang aufzulegen und zu verteilen;

 

d) sich des "G***** Vereines zur Förderung von Vorsorge-, Komplementär- und Sportmedizin" zu bedienen, um in Schreiben, auf Messen und öffentlichen Veranstaltungen und durch Verteilen, Versenden und Auflegen von Werbeschriften über diesen Verein Werbung für sich durch Ankündigen von Preisnachlässen für Vereinsmitglieder betreiben zu lassen und

 

e) auf Werbeständen des erwähnten Vereins bei der Vorführung von Computerstandbildern ein Bild des dem Kläger gehörigen Instituts Z***** "zeigen zu lassen".

 

Das Mehrbegehren wies es ab.

 

Die Beklagten handelten in mehrfacher Weise standeswidrig und damit sittenwidrig iS des § 1 UWG. Sie mißachteten die von den Ärzten allgemein anerkannten und von der Ärztekammer ausdrücklich festgeschriebenen Standesregeln, um sich einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil vor anderen Ärzten, insbesondere dem Kläger, zu verschaffen. Sie wiesen auf Spezialisierungen in diagnostischen und/oder therapeutischen Methoden hin, ohne über die dazu erforderliche Zustimmung der Ärztekammer für Oberösterreich zu verfügen. In ihren Werbeschriften nannten sie den Preis für die angebotenen Leistungen und böten Preisnachlässe für Vereinsmitglieder an. Flugblätter und ähnliche Werbeschriften legten sie in Gastronomiebetrieben und vor ihrer Ordination zur allgemeinen und freien Entnahme auf. Sie bedienten sich des in einem offenkundigen Naheverhältnis zu ihnen stehenden Vereins, um in Aussendungen, durch Verteilen und Auflegen von Werbeschriften auf Gesundheitsmessen und -veranstaltungen sowie durch Ankündigen von Preisnachlässen für sich werben zu lassen. Darüber hinaus ließen sie es zu, daß der Verein auf Messen unter tätiger Mitwirkung ihrer engsten Angehörigen bei der Werbung für ihre Ordination ein Bild des Institutes Z***** verwende und damit in irreführender Weise einen Zusammenhang zwischen dem Institut und ihrer Ordination herstelle.

 

Nicht bescheinigt sei hingegen, daß die Beklagten jemals unentgeltliche Behandlungen angeboten hätten. Ihre Werbeankündigung, daß sie modernste physikalische Apparate einsetzten und daß der kleine Rahmen einer Privatordination eine individuelle Patientenbetreuung sowie größtmögliche Flexibilität bedeute, sei kein "reklamehaftes Herausstellen in aufdringlicher, marktschreierischer Weise" iS von Art 3 lit e der Richtlinie. Das Anbieten von Rabatten für Mitglieder sei bereits von Punkt d) des Spruches erfaßt. Das gleiche gelte für das Veranlassen bzw Zulassen von Werbemaßnahmen durch Dritte. Es sei nicht ersichtlich, daß eine "Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung" nur mit einem im Institut Z***** hergestellten Gerät durchgeführt werden könne. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Institut habe der Erstbeklagte zweifellos genaueste Kenntnisse über die Hochfrequenztherapie und die dafür notwendigen Geräte. Daß die Beklagten nicht befugt wären, die Therapie anzuwenden, weil dem Kläger daran ein Exklusivrecht zustehe, werde nicht behauptet.

 

Das Rekursgericht änderte die Entscheidung des Erstgerichtes im Punkt

b) dahin ab, daß es den Beklagten untersagte, in der Öffentlichkeit Therapiekosten zu nennen oder Preisnachlässe anzubieten. Im übrigen wurde die Entscheidung des Erstgerichtes bestätigt. Das Rekursgericht sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstandes bei jedem der einzelnen Punkte S 50.000 übersteige und der Revisionsrekurs nicht zulässig sei.

 

Der Kläger habe weder behauptet noch bescheinigt, daß die Beklagten unentgeltliche Behandlungen anböten. Ein Preisnachlaß von 10 % sei nicht so hoch, daß er auf das Anbieten unentgeltlicher Leistungen schließen ließe. Marktschreierische Superlativwerbung liege nicht vor, solange ihr Inhalt die Grenze der noch glaubhaften sachlichen Werbung nicht überschreite. Die Behauptung, modernste Apparate zu verwenden, lasse die Patienten (nur) glauben, daß die Ordinationsausstattung auf der Höhe der Zeit sei und veraltete Apparate in vernünftigen Zeiträumen durch neu entwickelte ersetzt würden. Daß eine kleine Privatordination in der Patientenbetreuung größtmögliche Flexibilität biete, sei nicht unrichtig. Es liege daher kein Verstoß gegen Art 3 lit e der Richtlinie vor. Das allgemeine Verbot, Preisnachlässe anzubieten, umfasse auch das Verbot, Mitglieder für einen Verein zu werben, wenn zugleich darauf hingewiesen wird, daß mit dem Beitritt Preisnachlässe für Behandlungen in der Ordination der Beklagten verbunden sind. Eines zusätzlichen Verbots, Vereinsmitgliedern Preisnachlässe anzubieten, bedürfe es nicht. Der Kläger habe nur bescheinigt, daß der Verein für die Leistungen der Beklagten werbe; für das beantragte Verbot, das Werben durch (andere) Dritte zu verbieten, fehle jede Grundlage. Der Kläger habe nicht behauptet, ein geschütztes Exklusivrecht an der "Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung" zu besitzen. Daß dafür die im Institut hergestellten Geräte unersetzlich seien, habe der Kläger weder behauptet noch bescheinigt.

 

Der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung stehe den Beklagten auch dann nicht zu, wenn der Kläger die gleichen Werbemaßnahmen setze wie die Beklagten. Der Kläger stütze seinen Anspruch nicht (nur) auf ein verletzes Individualrecht, sondern nehme auch öffentliche Interessen wahr. Den Beklagten seien allfällige Gesetzesverstöße vorwerfbar, weil sie ihr Standesrecht zu kennen hätten. Mit Art 3 der Richtlinie werde der unbestimmte Rechtsbegriff "das Standesansehen beeinträchtigende Information" iS des § 25 Abs 1 ÄrzteG konkretisiert. Art 3 lit d der Richtlinie nenne als Beispiel für eine derartige Information die Nennung des Preises für die eigenen privatärztlichen Leistungen in der Öffentlichkeit. Diese Bestimmung sei von der Verordnungsermächtigung gedeckt. Das Verbot sei jedoch auf die Nennung des Preises in der Öffentlichkeit zu beschränken.

 

Der öffentliche Hinweis auf Spezialbehandlungen verstoße gegen Art 4 lit a der Richtlinie iVm § 5 der Richtlinie. Es komme nicht darauf an, ob die Beklagten die angegebenen Qualifikationen tatsächlich erworben haben; allein entscheidend sei vielmehr, daß die Beklagten die Zustimmung der Oberösterreichischen Ärztekammer für derartige Informationen nicht eingeholt haben. Das Auflegen von Werbeschriften und Prospekten in Gastronomiebetrieben und auf der Straße verstoße gegen Art 3 lit h der Richtlinie. Für die Tätigkeit des Vereins hätten die Beklagten gemäß Art 6 der Richtlinie einzustehen. Diese Bestimmung verpflichte den Arzt dazu, in zumutbarer Weise dafür zu sorgen, daß standeswidrige Werbung für ihn durch Dritte unterbleibe. Dadurch, daß der Verein auf der Paracelsus-Messe in Klagenfurt ein Bild des Instituts Z***** gezeigt habe, habe er zumindest in Kauf genommen, daß zwischen dem Institut und der Ordination der Beklagten eine Verbindung hergestellt werde. Damit sei der gute Ruf des Instituts in sittenwidriger Weise für die Beklagten ausgenützt worden.

 

Das Mißachten einer einheitlich gefestigten Standesauffassung sei wie eine Gesetzesverletzung zu werten. Das gelte umsomehr für Standesregeln, die Inhalt einer Verordnung seien. Das standeswidrige Verhalten sei den Beklagten subjektiv vorwerfbar und damit wettbewerbswidrig iS des § 1 UWG.

Rechtliche Beurteilung

 

Die gegen diese Entscheidung gerichteten außerordentlichen Revisionsrekurse sind zulässig und teilweise berechtigt. Der Kostenrekurs des Klägers ist jedenfalls unzulässig.

 

1. Zum Kostenrekurs des Klägers

 

Gegen Entscheidungen der zweiten Instanz im Kostenpunkt ist der Revisionsrekurs jedenfalls unzulässig (§ 528 Abs 2 Z 3 ZPO). Der Kostenrekurs des Klägers war daher zurückzuweisen.

 

2. Zum Revisionsrekurs der Beklagten

 

Die Beklagten sind der Auffassung, daß die Richtlinie der Österreichischen Ärztekammer "Arzt und Öffentlichkeit" (kurz: Richtlinie) nicht durch die Verordnungsermächtigung des § 25 Abs 4 ÄrzteG gedeckt sei. Es sei nicht ersichtlich, warum das Nennen von Preisen in der Öffentlichkeit das Standesansehen beeinträchtigen solle. Das gleiche gelte für die Bekanntgabe von Spezialisierungen ohne vorhergehende Zustimmung der Ärztekammer. Die Auffassungen darüber, welche Informationen das Standesansehen beeinträchtigten, seien völlig unterschiedlich. Durch das Anbieten von Preisnachlässen an Vereinsmitglieder werde die Tätigkeit des Vereins, nicht aber die der Beklagten gefördert. Es liege daher gegenüber dem Kläger keine Wettbewerbshandlung vor. Hätte der Verein auf der Paracelsus-Messe in Klagenfurt kein Bild des Instituts gezeigt, so hätte man ihm vorwerfen können, nicht vollständig über den Kurort G***** informiert zu haben. Die Beklagten hätten im übrigen die Auswahl der Bilder nicht beeinflußt. Keiner der behaupteten Verstöße sei den Beklagten subjektiv vorwerfbar. Die Beklagten seien der Auffassung, daß ihr Verhalten durch § 25 Abs 1 ÄrzteG gedeckt sei. Auch der Kläger setze Werbemaßnahmen, die denen der Beklagten gleich seien. Dies zeige, daß die Standesauffassung nicht so gefestigt sein könne, wie das Rekursgericht annehme.

 

Gemäß § 25 Abs 1 ÄrzteG idF BGBl 1992/461 hat sich der Arzt jeder unsachlichen, unwahren oder das Standesansehen beeinträchtigenden Information im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufes zu enthalten. § 25 Abs 4 leg cit ermächtigt die Österreichische Ärztekammer, nähere Vorschriften über die Art und Form der im Abs 1 genannten Informationen zu erlassen.

 

Aufgrund dieser Verordnungsermächtigung hat die Österreichische Ärztekammer die Richtlinie "Arzt und Öffentlichkeit" erlassen und in der "Österreichischen Ärztezeitung" vom 10.2.1993, 14-16 kundgemacht. In der Präambel wird darauf hingewiesen, daß dem Arzt bis zur Novelle 1992 grundsätzlich jede Art der Werbung verboten war. Die Änderung des § 25 ÄrzteG bringe eine Neuregelung, um dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung und der Ärzte Rechnung zu tragen. Es gelte aber weiterhin der Grundsatz, daß durch Informationen bei medizinisch ungebildeten Personen keine ungerechtfertigten Erwartungen erweckt werden dürfen.

 

Nach Art 3 der Richtlinie beeinträchtigt eine Information das Standesansehen, wenn sie Ehre und Ansehen der Ärzteschaft gegenüber der Gemeinschaft, den Patienten oder den Kollegen herabsetzt. Eine standeswidrige Information liegt (ua) insbesondere vor bei Nennung des Preises für die eigenen privatärztlichen Leistungen in der Öffentlichkeit sowie die Ankündigung unentgeltlicher Behandlungen, wenn es zum eigenen Vorteil des Arztes erfolgt (lit d), bei Selbstanpreisung der eigenen Person oder Darstellung der eigenen ärztlichen Tätigkeit durch reklamehaftes Herausstellen in aufdringlicher, marktschreierischer Weise (lit e); bei Verteilung von Flugblättern und Postwurfsendungen an die Bevölkerung und andere Formen der Telekommunikation (lit h). Art 4 lit a gestattet dem Arzt die Information über die eigenen medizinischen Tätigkeitsgebiete, die der Arzt aufgrund seiner Aus- und Fortbildung beherrscht, insbesondere auch den Hinweis auf die Spezialisierung in dignostischen und therapeutischen Methoden, erworben im Wege eines Diploms oder Zertifikats der Österreichischen Ärztekammer oder einer Landesärztekammer, und macht darüber hinausgehende Bezeichnungen von der vorherigen Zustimmung der zuständigen Landesärztekammer abhängig. Nach Art 6 der Richtlinie hat der Arzt in zumutbarer Weise dafür zu sorgen, daß standeswidrige Werbung für ihn durch Dritte, insbesondere durch Medien, unterbleibt.

 

Diese Bestimmungen sind insoweit durch die Verordnungsermächtigung gedeckt, als sie den allgemeinen - aber ausreichend konkretisierbaren (s zum vergleichbaren Tatbestand des § 1 Abs 1 DSt 1990 der Rechtsanwälte Schuppich/Thades, RAO5, 51f; VfGH 30.6.1988 B 1286/87; vgl auch Strigl, Verfassung und Disziplinarstatut, AnwBl 1988, 375 [381]) - Tatbestand des § 25 Abs 1 ÄrzteG näher definieren. Das ist für die im vorliegenden Fall anzuwendenden Bestimmungen zu bejahen:

 

Die Werbung mit Honorarsätzen beeinträchtigt das Standesansehen, weil der Arzt mit der Behandlung eines Kranken eine auf die Bedürfnisse dieses Menschen abgestimmte Leistung erbringen soll, deren Umfang und Intensität nicht von vornherein feststeht. Bietet ein Arzt seine Leistungen zu festen Sätzen an, so kann er naturgemäß den im einzelnen Fall erforderlichen Aufwand nicht berücksichtigen. Eine solche Werbung rückt seine Leistung in die Nähe einer austauschbaren Massenleistung, die sie nach dem allgemeinen Verständnis nicht sein soll. Von einem Arzt wird auch erwartet, daß er durch seine Qualifikation und seine ärztliche Leistung auf sich aufmerksam macht (vgl § 45 Abs 1 der Richtlinien für die Ausübung des Rechtsanwaltsberufes [RL-BA] in Schuppich/Tades aaO 195ff [207]) und es nicht notwendig hat, Flugblätter und ähnliche Werbemittel einzusetzen. Daß die Richtlinie die Nennung des Preises für die eigenen privatärztlichen Leistungen in der Öffentlichkeit sowie das Verteilen von Flugblättern und Postwurfsendungen an die Bevölkerung und andere Formen der Telekommunikation als standeswidrig einstuft und damit die das Standesansehen beeinträchtigende Information des § 25 Abs 1 ÄrzteG näher bestimmt, ist daher unbedenklich.

 

Das gleiche gilt für die Selbstanpreisung der eigenen Person oder Darstellung der eigenen ärztlichen Tätigkeit durch reklamehaftes Herausstellen in aufdringlicher, marktschreierischer Weise (vgl dazu § 45 Abs 3 lit a RL-BA). Auch diese Art der Werbung ist mit der Vorstellung unvereinbar, die sich mit dem Bild des Arztes in der Öffentlichkeit verbindet.

 

Das Standesansehen wird beeinträchtigt, wenn Ärzte mit Qualifikationen werben, deren Seriosität nicht von vornherein feststeht. Es ist daher berechtigt, daß die Ärztekammer den Hinweis auf besondere Spezialisierungen udgl. von ihrer vorherigen Zustimmung abhängig macht, soweit diese Qualifikation nicht durch ein Diplom oder Zertifikat der Österreichischen Ärztekammer oder einer Landesärztekammer verbrieft ist.

 

Die dem Arzt in Art 6 der Richtlinie auferlegte Verpflichtung, in zumutbarer Weise dafür zu sorgen, daß standeswidrige Werbung für ihn durch Dritte, insbesondere durch Medien, unterbleibt (vl § 47 RL-BA), ist in gesetzeskonformer Weise dahin auszulegen, daß der Arzt für eine standeswidrige Werbung durch Dritte einzustehen hat, wenn er eine - zumutbare - rechtliche Möglichkeit, die Werbung zu verhindern, nicht genützt hat.

 

Art 6 der Richtlinie legt daher nichts anderes fest, als nach § 18 UWG ohnedies gilt: Der Inhaber eines Unternehmens hat für das Verhalten eines Dritten einzustehen, wenn der Dritte im Betrieb seines Unternehmens handelt und er die rechtliche Möglichkeit hat, den Wettbewerbsverstoß abzustellen. Daß der Dritte im Interesse des Unternehmensinhabers tätig wird und daß die Tätigkeit ihm zugute kommt, reicht nicht aus (stRsp ÖBl 1993, 255 - Vorsicht bei Lockvogelangeboten uva).

 

Der Kläger hat zur rechtlichen Möglichkeit der Beklagten, die Tätigkeit des Vereins zu beeinflussen, nichts behauptet. Daß Angehörige der Beklagten für den Verein tätig sind, verschafft den Beklagten noch keine rechtliche Einflußmöglichkeit. Der Sicherungsantrag ist daher insoweit (Punkt 2 f und g des Spruches) nicht berechtigt. Die Entscheidungen der Vorinstanzen waren in diesem Punkt abzuändern und der Sicherungsantrag (auch) insoweit abzuweisen; im übrigen war der stattgebende Teil aber zu bestätigen.

 

Als Ärzte haben die Beklagten ihr Standesrecht zu kennen. Verbindlich sind die Standesregeln auch dann, wenn die Standesauffassung nicht in allen Punkten völlig einheitlich ist. Maßgebend ist die Auffassung eines mit anerkannten Werten verbundenen Arztes, wie sie in der Richtlinie zum Ausdruck kommt. Das den Beklagten vorwerfbare standeswidrige Verhalten ist geeignet, den Beklagten einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung vor ihren Mitbewerbern zu verschaffen; es begründet daher einen Verstoß gegen § 1 UWG (vgl WBl 1992, 167 - Grabsteinwerbung II).

 

3. Zum Revisionsrekurs des Klägers

 

Der Kläger hält an seiner Auffassung fest, daß das Anbieten von Preisnachlässen als Teilunentgeltlichkeit anusehen sei und die Gefahr einer generellen Unentgeltlichkeit indiziere. Die Behauptung, über "modernste Apparate" zu verfügen und "größtmögliche Flexibilität" zu bieten, sei marktschreierisch iS des UWG. Das Verbot, Preisnachlässe anzubieten, umfasse nicht auch das Verbot, Mitglieder für den Verein mit dem Hinweis darauf zu werben, daß mit dem Vereinsbeitritt Preisnachlässe verbunden sind. Für die Beklagten habe nicht nur der Verein geworben, sondern es hätten deren Familienmitglieder "unter dem Deckmantel des Vereins" Werbemaßnahmen gesetzt. Die "Original-Z*****-Hochfrequenzbestrahlung" könne nur mit einem im Institut hergestellten Gerät durchgeführt werden. Da die Beklagten über kein derartiges Gerät verfügten, sei ihre Werbeankündigung unrichtig.

 

Diese Ausführungen sind zum Teil berechtigt.

 

Marktschreierisch sind Ankündigungen, die von den angesprochenen Verkehrskreisen nicht wörtlich genommen, sondern sogleich als nicht ernstgemeinte Übertreibung aufgefaßt und damit von jedermann unschwer auf ihren tatsächliche Gehalt zurückgeführt werden, der deutlich erkennbar nicht in einer ernstzunehmenden Tatsachenbehauptung, sondern in einer ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit auftretenden reklamehaften Anpreisung liegt (stRsp ecolex 1993, 760 = ÖBl 1993, 161 = WBl 1994, 31 - Verhundertfachen Sie Ihr Geld uva). Die Beklagten behaupten, in ihrer Ordination "modernste" physikalische Apparate einzusetzen und "größtmögliche" Flexibilität zu bieten. Beide Behauptungen sind sofort als nicht ernst gemeinte Übertreibung erkennbar: Es ist ausgeschlossen, daß die Beklagten immer die "modernsten" physikalischen Apparate zur Verfügung haben; ebensowenig kann ihre Ordination die größte Flexibilität bieten, die überhaupt möglich ist. Daß beide Behauptungen einen sachlich nachprüfbaren Tatsachenkern haben, schließt ihre Beurteilung als marktschreierisch nicht aus. Im vorliegenden Fall geht es nicht darum, ob diese Werbebehauptung zur Irreführung geeignet ist, sondern um die Form, in der sie aufgestellt wurde. Während marktschreierische Reklame im Wettbewerb zwischen Wirtschaftstreibenden nur dann wettbewerbswidrig ist, wenn ihr nachprüfbarer Tatsachenkern zur Irreführung geeignet ist, ist sie (zB) Ärzten (zur marktschreierischen Werbung durch Zahnärzte s SZ 10/77 = JBl 1928, 394) allein schon deshalb untersagt, weil diese Art der Werbung mit dem Standesansehen eines Arztes unvereinbar ist. Entgegen der Auffassung des Rekursgerichtes kommt es daher nicht darauf an, welchen Tatsachenkern Patienten der Werbebehauptung entnehmen, sondern es ist entscheidend, daß die Beklagten durch Übertreibungen die Aufmerksamkeit auf ihre Ordination lenken wollen. Daß eine solche Werbung das Standesansehen der Ärzte beeinträchtigt, ist offenkundig.

 

Eine standeswidrige Übertreibung liegt in der Behauptung, daß in der Ordination der Beklagten modernste physikalische Apparate bei der Behandlung eingesetzt würden und der kleine Rahmen einer Privatordination größtmögliche Flexibilität bedeute. Unbedenklich ist es hingegen, wenn die Beklagten darauf hinweisen, daß in ihrer Ordination Akupunktur und Chiroteraphie bei der Behandlung eingesetzt und Patienten individuell betreut werden. Insoweit hat es daher bei der Abweisung zu bleiben.

 

Den übrigen Ausführungen des Klägers ist hingegen nicht zu folgen:

 

Aus dem Anbieten von Preisnachlässen kann nicht geschlossen werden, daß der Werbende seine Waren oder Leistungen in Zukunft verschenken werde. Im Geschäftsverkehr werden immer wieder auch wesentlich größere Preisnachlässe angeboten, ohne daß in der Folge Waren oder Leistungen verschenkt würden.

 

Den Beklagten wurde verboten, in der Öffentlichkeit Preisnachlässe anzubieten. Dieses Verbot erfaßt naturgemäß auch das Anbieten von Preisnachlässen an Mitglieder des Vereins, so daß das vom Kläger begehrte weitere Verbot überflüssig ist.

 

Der Klageberechtigte hat nach ständiger Rechtsprechung einen Anspruch auf Unterlassung solcher Verletzungshandlungen, die vom Beklagten oder einem Dritten in einer dem Beklagten zurechenbaren Weise begangen worden sind oder drohend bevorstehen. Gegenstand des Urteilsantrags und des Urteilsspruches ist daher immer nur die konkrete Verletzungshandlung (ÖBl 1991, 105 - Hundertwasser-Pickerln II; ÖBl 1991, 108 - Sport-Sonnenbrille ua). Nach den Feststellungen hat der Verein für die Beklagten auf standeswidrige Weise geworben. Die Beklagten haben aber - wie schon zum Revisionsrekurs der Beklagten ausgeführt - für das Verhalten des Vereins nicht einzustehen, weil nicht bescheinigt ist, daß ihnen eine rechtliche Einflußmöglichkeit auf den Verein zusteht. Das gilt auch für das Verhalten anderer Dritter, wobei insoweit nicht einmal bescheinigt ist, daß vom Verein unabhängige Dritte für die Beklagten in standeswidriger Weise geworben hätten.

 

Ob die "Original-Z*****- Hochfrequenzbestrahlung" auch von Dritten angeboten werden kann, ist nicht entscheidend. Nach den Feststellungen sind die Beklagten keine "Dritten" in dem Sinne, daß sie nicht in der Lage wären, jene Leistungen zu erbringen, die auch der Kläger anbietet. Der Kläger hat, wie schon die Vorinstanzen zutreffend ausgeführt haben, nicht bescheinigt, daß die "Original-Z*****- Hochfrequenzbestrahlung" nur mit einem Gerät durchgeführt werden kann, das im Institut hergestellt wurde. Was die Qualifikation zur Durchführung dieser Therapie betrifft, so sind zwischen dem Kläger und - jedenfalls - dem Erstbeklagten keinerlei Unterschied erkennbar.

 

Beiden Revisionsrekursen war teilweise Folge zu geben; der Kostenrekurs des Klägers war als unzulässig zurückzuweisen.

 

Die Entscheidung über die Kosten des Klägers beruht auf § 393 Abs 1 EO; jene über die Kosten der Beklagten auf §§ 78, 402 Abs 4 EO iVm §§ 40, 50, 52 Abs 1 ZPO. Das Erstgericht hat dem Sicherungsantrag etwa zur Hälfte stattgegeben; zur Hälfte hat es ihn abgewiesen; das Rekursgericht hat diese Entscheidung nur geringfügig abgeändert. Die Bemessungsgrundlage für jede der Rechtsmittelschriften beträgt daher S 450.000. Der Kläger ist im Rechtsmittelverfahren bei einem von fünf Punkten (nur) zum Teil erfolgreich gewesen, so daß er zu einem Zehntel obsiegt hat, zu neun Zehntel aber unterlegen ist. Die Beklagten sind bei zwei von fünf Punkten zur Gänze durchgedrungen; sie haben daher zu zwei Fünftel obsiegt, zu drei Fünftel sind sie unterlegen.

Anmerkung

E40444 04A00735

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:0040OB00073.95.0919.000

Dokumentnummer

JJT_19950919_OGH0002_0040OB00073_9500000_000