Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob135/61 5Ob169/63 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0014205

Geschäftszahl

5Ob135/61; 5Ob169/63; 5Ob15/64; 6Ob117/64; 7Ob281/64; 6Ob239/65; 5Ob88/66; 8Ob186/66; 8Ob255/66; 1Ob60/67; 8Ob208/67; 1Ob232/67; 4Ob307/68; 5Ob339/68; 4Ob342/69; 2Ob267/69; 1Ob92/70; 6Ob127/70; 5Ob138/70; 7Ob121/70; 8Ob241/70; 6Ob140/71; 4Ob82/71; 5Ob215/71; 7Ob23/72; 7Ob235/72 (7Ob236/72); 4Ob511/73; 7Ob134/73; 7Ob222/73; 2Ob28/74; 1Ob55/74; 4Ob562/74; 7Ob256/74; 7Ob24/75; 7Ob28/75; 7Ob59/75; 7Ob67/75; 5Ob20/75; 1Ob51/75; 4Ob503/76; 7Ob519/76; 7Ob577/76; 4Ob543/76; 7Ob620/76 (7Ob621/76-7Ob630/76); 5Ob616/76; 5Ob696/76; 6Ob620/77; 7Ob627/77 (7Ob628/77); 7Ob741/77; 5Ob526/78; 6Ob789/77 (6Ob790/77-6Ob798/77); 1Ob692/78; 7Ob704/78 (7Ob705/78); 7Ob769/78; 6Ob603/79; 7Ob657/79; 7Ob33/79; 7Ob677/79; 3Ob538/78 (3Ob539/78); 4Ob76/80; 7Ob623/80; 3Ob588/80; 1Ob25/80; 7Ob67/80; 7Ob718/80; 3Ob678/80; 20b48/81; 6Ob526/81; 7Ob703/81; 8Ob518/81; 4Ob568/81; 1Ob771/81; 5Ob790/81 (5Ob791/81); 8Ob236/81; 7Ob610/82; 7Ob547/83; 4Ob76/83; 7Ob765/83; 8Ob522/83; 2Ob553/84; 7Ob583/84; 8Ob565/83; 2Ob662/84; 8Ob615/84; 4Ob2/85; 8Ob637/84; 8Ob50/85; 5Ob44/85; 2Ob530/87; 7Ob726/87; 2Ob586/87; 2Ob672/87; 6Ob526/88; 3Ob23/89; 4Ob530/89; 7Ob540/89 (7Ob541/89); 3Ob540/89; 2Ob45/89 (2Ob46/89); 3Ob143/89; 8Ob513/89; 9ObA268/90; 8Ob559/92; 7Ob6/95; 3Ob543/95; 5Ob511/96 (5Ob512/96); 1Ob2046/96f; 7Ob2044/96f; 2Ob2133/96g; 7Ob81/97f; 1Ob2409/96p; 8Ob2345/96b; 9ObA39/98w; 1Ob121/98w; 4Ob318/98p; 6Ob104/99h; 6Ob69/99m; 4Ob124/00i; 7Ob110/99y; 7Ob11/01w; 9ObA7/01x; 7Ob171/02a; 9Ob51/03w; 6Ob179/03x; 8ObA112/03h; 3Ob120/04z; 7Ob113/05a; 9ObA28/05s; 3Ob99/05p; 8ObA105/06h; 7Ob223/07f; 4Ob98/08b; 1Ob158/10g; 7Ob14/11a; 4Ob93/11x; 3Ob59/14v; 4Ob17/14z; 7Ob7/15b; 9ObA51/15p; 9Ob23/15w; 9ObA43/17i; 4Ob236/17k; 8Ob28/18b; 9ObA51/19v; 5Ob30/19a; 8ObA57/19v

Entscheidungsdatum

26.04.1961

Norm

ABGB §863 CI
ABGB §869
ABGB §914 I
ABGB §915
ABGB §1444 B

Rechtssatz

Die aus einer Erklärung abzuleitenden Rechtsfolgen sind nicht danach zu beurteilen, was der Erklärende sagen wollte oder was der Erklärungsempfänger darunter verstanden hat, sondern danach, wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage zu verstehen war. Ein unentgeltlicher Verzicht auf Rechtsausübung ist nur anzunehmen, wenn sich der Verzicht aus der Erklärung unzweifelhaft ergibt.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 135/61
    Entscheidungstext OGH 26.04.1961 5 Ob 135/61
  • 5 Ob 169/63
    Entscheidungstext OGH 07.06.1963 5 Ob 169/63
  • 5 Ob 15/64
    Entscheidungstext OGH 30.01.1964 5 Ob 15/64
    nur: Ein unentgeltlicher Verzicht auf Rechtsausübung ist nur anzunehmen, wenn sich der Verzicht aus der Erklärung unzweifelhaft ergibt. (T1)
  • 6 Ob 117/64
    Entscheidungstext OGH 22.04.1964 6 Ob 117/64
    nur T1; Veröff: MietSlg 16064
  • 7 Ob 281/64
    Entscheidungstext OGH 28.10.1964 7 Ob 281/64
    Auch; nur: Die aus einer Erklärung abzuleitenden Rechtsfolgen sind nicht danach zu beurteilen, was der Erklärende sagen wollte oder was der Erklärungsempfänger darunter verstanden hat, sondern danach, wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage zu verstehen war. (T2)
  • 6 Ob 239/65
    Entscheidungstext OGH 13.10.1965 6 Ob 239/65
    nur T2; Veröff: RZ 1966,148
  • 5 Ob 88/66
    Entscheidungstext OGH 26.05.1966 5 Ob 88/66
    Teilweise gegenteilig; nur T2; Beisatz: Insbesondere ist bei Meinungsverschiedenheiten über die Bedeutung eines Ausdruckes dieser so zu verstehen, wie ihn der Empfänger der Erklärung verstehen musste. (Vertrauenstheorie, siehe Gschnitzer in Klang Kommentar 2.Auflage IV S 404). (T3)
    Veröff: MietSlg 18116
  • 8 Ob 186/66
    Entscheidungstext OGH 05.07.1966 8 Ob 186/66
    nur T1
  • 8 Ob 255/66
    Entscheidungstext OGH 04.10.1966 8 Ob 255/66
    nur T2; Beisatz: Auf die Worte kommt es nicht an. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Verträge, sondern auch für empfangsbedürftige Willenserklärungen (zum Beispiel Aufkündigung). § 915 2. Halbsatz ABGB kommt nur zur Anwendung, wenn die Interpretation nach § 914 ABGB keine Klarheit bringt. (T4)
  • 1 Ob 60/67
    Entscheidungstext OGH 13.04.1967 1 Ob 60/67
    nur T1
  • 8 Ob 208/67
    Entscheidungstext OGH 17.10.1967 8 Ob 208/67
    nur T2
  • 1 Ob 232/67
    Entscheidungstext OGH 07.12.1967 1 Ob 232/67
    Ähnlich; nur T2; Beisatz: Die Erklärung ist für den Empfänger so verbindlich, wie er sie mit Überlegung aller Umstände und vernünftigerweise verstehen musste. (T5)
  • 4 Ob 307/68
    Entscheidungstext OGH 26.03.1968 4 Ob 307/68
    nur T2; Veröff: ÖBl 1968,80
  • 5 Ob 339/68
    Entscheidungstext OGH 12.02.1969 5 Ob 339/68
    nur T2; nur T1
  • 4 Ob 342/69
    Entscheidungstext OGH 25.11.1969 4 Ob 342/69
    nur T2
  • 2 Ob 267/69
    Entscheidungstext OGH 17.10.1969 2 Ob 267/69
    nur T1
  • 1 Ob 92/70
    Entscheidungstext OGH 14.05.1970 1 Ob 92/70
    Beisatz: "Strich machen" unter gegenseitige Forderungen in einer Lebensgemeinschaft. (T6)
  • 6 Ob 127/70
    Entscheidungstext OGH 20.05.1970 6 Ob 127/70
    nur T2; Veröff: MietSlg 22160
  • 5 Ob 138/70
    Entscheidungstext OGH 10.06.1970 5 Ob 138/70
    nur T2; Veröff: MietSlg 22469
  • 7 Ob 121/70
    Entscheidungstext OGH 08.07.1970 7 Ob 121/70
    nur T2
  • 8 Ob 241/70
    Entscheidungstext OGH 11.11.1970 8 Ob 241/70
    nur T2
  • 6 Ob 140/71
    Entscheidungstext OGH 07.07.1971 6 Ob 140/71
    nur T2
  • 4 Ob 82/71
    Entscheidungstext OGH 28.09.1971 4 Ob 82/71
    nur T2; Beisatz: Gilt auch bei einseitigen Rechtsgeschäften (Kündigung). (T7)
    Veröff: SozM IA/d,963 = Arb 8904
  • 5 Ob 215/71
    Entscheidungstext OGH 27.10.1971 5 Ob 215/71
    nur T2; Veröff: MietSlg 23080
  • 7 Ob 23/72
    Entscheidungstext OGH 09.02.1972 7 Ob 23/72
    nur T2; Beisatz: Erklärung, einen Betrag "vorzustrecken" - Darlehen (T8)
  • 7 Ob 235/72
    Entscheidungstext OGH 13.12.1972 7 Ob 235/72
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Nach der Bestimmung des § 914 ABGB kommt es nämlich nicht darauf an, wie der Erklärende seine Erklärung auffasst, maßgebend ist vielmehr, wie sein Partner diese Erklärung nach Treu und Glauben auffassen durfte. (T9)
  • 4 Ob 511/73
    Entscheidungstext OGH 06.03.1973 4 Ob 511/73
    nur T2; Veröff: JBl 1974,146
  • 7 Ob 134/73
    Entscheidungstext OGH 22.08.1973 7 Ob 134/73
    nur T2; nur T1; Beis wie T9
    Veröff: RdSch 1974 5,167 (Anmerkung von Frotz) = VersR 1974,609
  • 7 Ob 222/73
    Entscheidungstext OGH 21.11.1973 7 Ob 222/73
    nur T2; Beis wie T3; Beis wie T9
  • 2 Ob 28/74
    Entscheidungstext OGH 21.02.1974 2 Ob 28/74
    nur T2; Veröff: VersR 1975,195
  • 1 Ob 55/74
    Entscheidungstext OGH 24.04.1974 1 Ob 55/74
    nur T2
  • 4 Ob 562/74
    Entscheidungstext OGH 10.09.1974 4 Ob 562/74
    Veröff: ImmZ 1975,138 = MietSlg 26085
  • 7 Ob 256/74
    Entscheidungstext OGH 19.12.1974 7 Ob 256/74
    nur T2
  • 7 Ob 24/75
    Entscheidungstext OGH 05.02.1975 7 Ob 24/75
    nur T2
  • 7 Ob 28/75
    Entscheidungstext OGH 13.03.1975 7 Ob 28/75
    nur T2; Beis wie T9
    Veröff: JBl 1975,602
  • 7 Ob 59/75
    Entscheidungstext OGH 03.04.1975 7 Ob 59/75
    nur T2; Beis wie T9
  • 7 Ob 67/75
    Entscheidungstext OGH 10.04.1975 7 Ob 67/75
    nur T2; Beis wie T9
  • 5 Ob 20/75
    Entscheidungstext OGH 15.04.1975 5 Ob 20/75
    nur T2
  • 1 Ob 51/75
    Entscheidungstext OGH 16.04.1975 1 Ob 51/75
    Auch; Veröff: MietSlg 27116
  • 4 Ob 503/76
    Entscheidungstext OGH 02.03.1976 4 Ob 503/76
  • 7 Ob 519/76
    Entscheidungstext OGH 01.04.1976 7 Ob 519/76
    nur T1; Veröff: SZ 49/49 = JBl 1976,588
  • 7 Ob 577/76
    Entscheidungstext OGH 13.05.1976 7 Ob 577/76
    nur T2
  • 4 Ob 543/76
    Entscheidungstext OGH 25.05.1976 4 Ob 543/76
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 620/76
    Entscheidungstext OGH 01.07.1976 7 Ob 620/76
    Ähnlich
  • 5 Ob 616/76
    Entscheidungstext OGH 13.07.1976 5 Ob 616/76
    nur T2
  • 5 Ob 696/76
    Entscheidungstext OGH 29.11.1976 5 Ob 696/76
    nur T1
  • 6 Ob 620/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 6 Ob 620/77
    nur T2; Beis wie T3; Veröff: HS X/XI/9
  • 7 Ob 627/77
    Entscheidungstext OGH 03.11.1977 7 Ob 627/77
    nur T2
  • 7 Ob 741/77
    Entscheidungstext OGH 16.02.1978 7 Ob 741/77
    nur T2
  • 5 Ob 526/78
    Entscheidungstext OGH 17.03.1978 5 Ob 526/78
    nur T2
  • 6 Ob 789/77
    Entscheidungstext OGH 20.04.1978 6 Ob 789/77
    nur T2
  • 1 Ob 692/78
    Entscheidungstext OGH 30.08.1978 1 Ob 692/78
    Vgl auch; nur T2
  • 7 Ob 704/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 7 Ob 704/78
    nur T2
  • 7 Ob 769/78
    Entscheidungstext OGH 11.01.1979 7 Ob 769/78
    nur T2
  • 6 Ob 603/79
    Entscheidungstext OGH 30.05.1979 6 Ob 603/79
    Beisatz: Ablösung eines Wiederkaufsrechtes. (T10)
  • 7 Ob 657/79
    Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 657/79
    nur T2
  • 7 Ob 33/79
    Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 33/79
    Beisatz: Unter Bedachtnahme auf die im redlichen Verkehr gebundenen Gewohnheiten und Gebräuche. (T11)
  • 7 Ob 677/79
    Entscheidungstext OGH 05.07.1979 7 Ob 677/79
    nur T2
  • 3 Ob 538/78
    Entscheidungstext OGH 04.07.1979 3 Ob 538/78
    nur T2
  • 4 Ob 76/80
    Entscheidungstext OGH 01.07.1980 4 Ob 76/80
    nur T1; Beis wie T7
  • 7 Ob 623/80
    Entscheidungstext OGH 28.08.1980 7 Ob 623/80
    nur T2
  • 3 Ob 588/80
    Entscheidungstext OGH 17.09.1980 3 Ob 588/80
    nur T2
  • 1 Ob 25/80
    Entscheidungstext OGH 31.10.1980 1 Ob 25/80
    Auch; Beisatz: Gilt auch für Aufforderungsschreiben nach § 8 AHG. (T12)
  • 7 Ob 67/80
    Entscheidungstext OGH 15.01.1981 7 Ob 67/80
    nur T1; Veröff: SZ 54/7 = ZVR 1981/255 S 344
  • 7 Ob 718/80
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 7 Ob 718/80
    nur T2; Beis wie T3; Beis wie T9
  • 3 Ob 678/80
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 3 Ob 678/80
    nur T2
  • 20 B 48/81
    Entscheidungstext OGH 28.04.1981 20 B 48/81
    nur T1
  • 6 Ob 526/81
    Entscheidungstext OGH 27.08.1981 6 Ob 526/81
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Entscheidend ist also, dass die sich äußerlich deckenden Erklärungen objektiv in einem einander entsprechenden Sinn zu verstehen sind (hier: Abgrenzung Dissens-Irrtum). (T13)
  • 7 Ob 703/81
    Entscheidungstext OGH 24.09.1981 7 Ob 703/81
    nur T2
  • 8 Ob 518/81
    Entscheidungstext OGH 15.10.1981 8 Ob 518/81
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 568/81
    Entscheidungstext OGH 03.11.1981 4 Ob 568/81
    nur T2
  • 1 Ob 771/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 1 Ob 771/81
    nur T2; Veröff: EvBl 1982/177 S 574 = GesRZ 1982,198
  • 5 Ob 790/81
    Entscheidungstext OGH 04.05.1982 5 Ob 790/81
    nur T2
  • 8 Ob 236/81
    Entscheidungstext OGH 29.04.1982 8 Ob 236/81
    Veröff: SZ 55/62
  • 7 Ob 610/82
    Entscheidungstext OGH 27.05.1982 7 Ob 610/82
    nur T2
  • 7 Ob 547/83
    Entscheidungstext OGH 16.06.1983 7 Ob 547/83
    nur T2
  • 4 Ob 76/83
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 4 Ob 76/83
    nur T2
  • 7 Ob 765/83
    Entscheidungstext OGH 12.01.1984 7 Ob 765/83
    nur T2
  • 8 Ob 522/83
    Entscheidungstext OGH 12.04.1984 8 Ob 522/83
    Auch; nur T2
  • 2 Ob 553/84
    Entscheidungstext OGH 08.05.1984 2 Ob 553/84
    nur T1
  • 7 Ob 583/84
    Entscheidungstext OGH 20.06.1984 7 Ob 583/84
    nur T2
  • 8 Ob 565/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 565/83
    Auch
  • 2 Ob 662/84
    Entscheidungstext OGH 27.11.1984 2 Ob 662/84
    Auch
  • 8 Ob 615/84
    Entscheidungstext OGH 25.01.1985 8 Ob 615/84
    nur T1
  • 4 Ob 2/85
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 4 Ob 2/85
    nur T2
  • 8 Ob 637/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 637/84
    Auch; nur T2; Veröff: JBl 1986,46
  • 8 Ob 50/85
    Entscheidungstext OGH 10.10.1985 8 Ob 50/85
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 44/85
    Entscheidungstext OGH 25.02.1986 5 Ob 44/85
  • 2 Ob 530/87
    Entscheidungstext OGH 01.09.1987 2 Ob 530/87
    Vgl auch; nur T2
  • 7 Ob 726/87
    Entscheidungstext OGH 21.01.1988 7 Ob 726/87
    nur T2
  • 2 Ob 586/87
    Entscheidungstext OGH 26.01.1988 2 Ob 586/87
    nur T2; Veröff: ÖBA 1988,623 = JBl 1989,37 = NZ 1989,39 = RdW 1988,161
  • 2 Ob 672/87
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 672/87
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 526/88
    Entscheidungstext OGH 05.05.1988 6 Ob 526/88
    Auch; Beisatz: Ein widerspruchsvolles Verhalten kann daher mit der Zielsetzung einer konkludenten Verzichtsannahme nicht im Sinne des § 915 ABGB ausgelegt werden. (T14)
  • 3 Ob 23/89
    Entscheidungstext OGH 15.03.1989 3 Ob 23/89
    nur T1
  • 4 Ob 530/89
    Entscheidungstext OGH 09.05.1989 4 Ob 530/89
    nur T2
  • 7 Ob 540/89
    Entscheidungstext OGH 06.04.1989 7 Ob 540/89
    Auch; Beisatz: Hier: Zu berücksichtigen sind nicht nur der bloße Wortlaut der Verzichtserklärung, sondern auch jene Umstände unter denen die Verzichtserklärung abgegeben worden ist. (T15)
  • 3 Ob 540/89
    Entscheidungstext OGH 26.04.1989 3 Ob 540/89
    Auch; Veröff: JBl 1989,724
  • 2 Ob 45/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 2 Ob 45/89
    nur T2; Veröff: ZVR 1990/81 S 229
  • 3 Ob 143/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1990 3 Ob 143/89
    Auch; nur T2
  • 8 Ob 513/89
    Entscheidungstext OGH 29.03.1990 8 Ob 513/89
    nur T2
  • 9 ObA 268/90
    Entscheidungstext OGH 07.11.1990 9 ObA 268/90
    Vgl auch; Beisatz: § 48 ASGG (T16)
    Beisatz: Verzicht auf Rückforderung überhöhter Akontozahlungen. (T17)
  • 8 Ob 559/92
    Entscheidungstext OGH 21.05.1992 8 Ob 559/92
    nur T2
  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95
    Auch; Beisatz: Es kommt vielmehr auf das Verständnis an, da ein redlicher Erklärungsempfänger von dieser Erklärung gewinnen durfte. (T18)
  • 3 Ob 543/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 3 Ob 543/95
    Auch; nur T2
  • 5 Ob 511/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 5 Ob 511/96
    Vgl auch; Beis wie T13; Beisatz: Es liegt also ein allenfalls zur Anfechtung des Vertrages berechtigender Irrtum und nicht Dissens (der gemäß § 869 ABGB einen Vertrag erst gar nicht entstehen ließe) vor, wenn bei nur einer der Parteien das Gewollte mit dem Erklärten übereinstimmt. Deckt sich das subjektive Verständnis auch nur einer der Vertragsparteien mit dem objektiven Vertragssinn, dann kommt der Vertrag nach Maßgabe dieser objektiven Vertragsinterpretation zustande. (T19)
  • 1 Ob 2046/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2046/96f
    nur T2
  • 7 Ob 2044/96f
    Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2044/96f
    nur T2
  • 2 Ob 2133/96g
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2133/96g
    nur T2
  • 7 Ob 81/97f
    Entscheidungstext OGH 21.05.1997 7 Ob 81/97f
    Vgl; Beis wie T18
  • 1 Ob 2409/96p
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 2409/96p
    Auch; Beisatz: Es kommt darauf an wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage durch einen redlichen, verständigen Menschen zu verstehen war. (T20)
    Veröff: SZ 70/198
  • 8 Ob 2345/96b
    Entscheidungstext OGH 16.10.1997 8 Ob 2345/96b
    Vgl aber; Beis wie T3
  • 9 ObA 39/98w
    Entscheidungstext OGH 08.07.1998 9 ObA 39/98w
    nur T1
  • 1 Ob 121/98w
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 121/98w
    nur T2; Beisatz: Bei Unklarheiten kommt vor allem dem Geschäftszweck und der Interessenlage Bedeutung zu. (T21)
    Beisatz: Hier: Einlösungszusage nach dem Scheckeinlösungs-Abkommen. (T22)
    Veröff: SZ 71/193
  • 4 Ob 318/98p
    Entscheidungstext OGH 26.01.1999 4 Ob 318/98p
    Auch; nur T2; Beis wie T20; Beis wie T21
  • 6 Ob 104/99h
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 6 Ob 104/99h
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T20; Beis wie T21; Beisatz: Hier: Auslegung einer Konkurrenzklausel und einer vertraglichen Vorabzustimmung des Vermieters für bauliche Veränderungen am Mietobjekt. (T23)
  • 6 Ob 69/99m
    Entscheidungstext OGH 20.01.2000 6 Ob 69/99m
    Auch; Beisatz: Bei der Auslegung von Ausschreibungsbedingungen, kommt es darauf an, wie diese bei objektiver Beurteilung der Sache vom Bieter zu verstehen waren, wobei bei Unklarheiten vor allem dem Geschäftszweck, der redlicherweise der Erklärung zu unterstellen ist, und der Interessenlage Bedeutung zukommt. (T24)
  • 4 Ob 124/00i
    Entscheidungstext OGH 23.05.2000 4 Ob 124/00i
    nur T2; Beis wie T20
  • 7 Ob 110/99y
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 7 Ob 110/99y
    nur T2; Beisatz: Der Vertrauenstheorie entspricht es, dass eine Willenserklärung grundsätzlich und im Zweifel als im eigenen Namen abgegeben gilt, so dass, wer in fremdem Namen handeln will, dies eindeutig zum Ausdruck bringen muss. (T25)
    Beisatz: Es kommt auf die objektive Erklärungsbedeutung nicht an, wenn der Empfänger den Willen des Erklärenden erkennt oder erkennen muss. (T26)
  • 7 Ob 11/01w
    Entscheidungstext OGH 14.02.2001 7 Ob 11/01w
    nur T2; Beis wie T21
  • 9 ObA 7/01x
    Entscheidungstext OGH 27.06.2001 9 ObA 7/01x
    nur T2
  • 7 Ob 171/02a
    Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 171/02a
    Auch; Anmerkung: Der ursprüngliche Teilsatz T27 wurde mangels inhaltlichen Bezugs zum Rechtssatz gelöscht. - Juni 2019 (T27)
    Beis wie T20
  • 9 Ob 51/03w
    Entscheidungstext OGH 04.06.2003 9 Ob 51/03w
    Auch; nur T2; Beisatz: Es kommt darauf an, welche Schlüsse der Adressat als redlicher Erklärungsempfänger (nach Treu und Glauben) unter Berücksichtigung aller Umstände abzuleiten berechtigt war. (T28)
    Beisatz: Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt ist jener des Empfangs der Willenserklärung. (T29)
  • 6 Ob 179/03x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2003 6 Ob 179/03x
  • 8 ObA 112/03h
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 8 ObA 112/03h
    nur T2
  • 3 Ob 120/04z
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 3 Ob 120/04z
    Auch; nur T2; Beis wie T20; Beis wie T21
  • 7 Ob 113/05a
    Entscheidungstext OGH 09.11.2005 7 Ob 113/05a
    Auch
  • 9 ObA 28/05s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 9 ObA 28/05s
    nur T2
  • 3 Ob 99/05p
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 3 Ob 99/05p
    Auch; nur T2; Beis wie T28
  • 8 ObA 105/06h
    Entscheidungstext OGH 27.06.2007 8 ObA 105/06h
    Auch; Beisatz: Weder ist die subjektive Absicht des Erklärungsempfängers noch jene des Erklärenden allein entscheidend; bei Uneinigkeit ist die Erklärung vielmehr so zu verstehen, wie ein redlicher Erklärungsempfänger die Erklärung verstehen konnte. (T30)
  • 7 Ob 223/07f
    Entscheidungstext OGH 17.10.2007 7 Ob 223/07f
    nur T1
  • 4 Ob 98/08b
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 98/08b
    Auch; Beis wie T24
  • 1 Ob 158/10g
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 1 Ob 158/10g
    nur T2; Beis wie T11
  • 7 Ob 14/11a
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 7 Ob 14/11a
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 93/11x
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 93/11x
    Vgl auch; nur T2; Beis ähnlich wie T11; Beis ähnlich wie T18; Beis ähnlich wie T30; Beisatz: Für die Auslegung sind auch die von einer Partei in Werbeunterlagen getätigten Äußerungen heranzuziehen. (T31)
    Beisatz: Hier: Vertragsauslegung zur Beurteilung, ob ein aliud geliefert wurde (MEL‑Zertifikat [ADC] statt Aktie). (T32)
  • 3 Ob 59/14v
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 3 Ob 59/14v
    Auch; Beis wie T20
  • 4 Ob 17/14z
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 4 Ob 17/14z
    nur T1
  • 7 Ob 7/15b
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 7 Ob 7/15b
  • 9 ObA 51/15p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 ObA 51/15p
    Auch; Beis wie T21
  • 9 Ob 23/15w
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 23/15w
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 43/17i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 ObA 43/17i
    Auch
  • 4 Ob 236/17k
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 4 Ob 236/17k
    Auch
  • 8 Ob 28/18b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 8 Ob 28/18b
    Beis wie T28
  • 9 ObA 51/19v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 51/19v
    Auch; Beis wie T30
  • 5 Ob 30/19a
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 5 Ob 30/19a
    nur T2
  • 8 ObA 57/19v
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 8 ObA 57/19v
    Beis wie T30

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0014205

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2019

Dokumentnummer

JJR_19610426_OGH0002_0050OB00135_6100000_001

Rechtssatz für 1Ob567/87 7Ob649/88 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0014646

Geschäftszahl

1Ob567/87; 7Ob649/88 (7Ob650/88); 1Ob558/89; 7Ob12/90; 1Ob520/91; 8Ob14/91; 8Ob591/90; 8Ob649/90; 1Ob566/93; 1Ob604/94; 1Ob638/94; 7Ob6/95; 7Ob1532/96; 1Ob277/98m; 1Ob145/99a; 7Ob18/00y; 6Ob55/02k; 7Ob267/02v; 1Ob161/03p; 8Ob31/05z; 7Ob216/05y; 9Ob15/05d; 7Ob93/06m; 3Ob72/07w; 7Ob250/07a; 4Ob5/08a; 6Ob261/07m; 8Ob93/08x; 6Ob241/07w; 7Ob288/08s; 9Ob66/08h; 3Ob12/09z; 6Ob57/08p; 4Ob212/10w; 7Ob173/10g; 10Ob50/11t; 3Ob96/11f; 7Ob154/11i; 2Ob198/10x; 7Ob216/11g; 7Ob194/11x; 7Ob196/12t; 1Ob244/11f; 7Ob169/12x; 1Ob48/12h; 7Ob84/12x; 4Ob174/12k; 7Ob201/12b; 4Ob164/12i; 7Ob44/13s; 2Ob234/13w; 10Ob54/13h; 7Ob190/14p; 7Ob62/15s; 7Ob86/15w; 7Ob33/15a; 7Ob132/15k; 9Ob26/15m; 1Ob146/15z; 7Ob206/15t; 5Ob87/15b; 7Ob84/16b; 6Ob17/16t; 3Ob237/16y; 7Ob86/17y; 7Ob131/17s; 3Ob148/17m; 9Ob73/17a; 7Ob242/18s

Entscheidungsdatum

25.03.1987

Norm

ABGB §864a

Rechtssatz

Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte; der Klausel muss also ein Überrumpelungseffekt oder Übertölpelungseffekt innewohnen. Insbesondere dann, wenn nur ein beschränkter Adressatenkreis angesprochen wird, kommt es auf die Branchenüblichkeit und den Erwartungshorizont der angesprochenen Kreise an.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 567/87
    Entscheidungstext OGH 25.03.1987 1 Ob 567/87
    Veröff: SZ 60/52 = WBl 1987,241 = RdW 1987,406
  • 7 Ob 649/88
    Entscheidungstext OGH 22.09.1988 7 Ob 649/88
    nur: Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte; der Klausel muss also ein Überrumpelungseffekt oder Übertölpelungseffekt innewohnen. (T1)
  • 1 Ob 558/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 558/89
    nur T1; Veröff: SZ 62/99 = EvBl 1989/149 S 597 = ÖBA 1990,217 = RdW 1989,302
  • 7 Ob 12/90
    Entscheidungstext OGH 07.06.1990 7 Ob 12/90
    nur: Objektiv ungewöhnlich ist nur eine Klausel, die von den Erwartungen des Vertragspartners deutlich abweicht, mit der er also nach den Umständen vernünftigerweise nicht zu rechnen brauchte. (T2)
    Veröff: RdW 1992,15 = VersRdSch 1991,77 = VersR 1992,83
  • 1 Ob 520/91
    Entscheidungstext OGH 20.03.1991 1 Ob 520/91
    nur T1; Veröff: SZ 64/31 = RdW 1991,289 = ÖBA 1991,757
  • 8 Ob 14/91
    Entscheidungstext OGH 27.06.1991 8 Ob 14/91
    nur T1; Veröff: ÖBA 1992,281 = ecolex 1991,768
  • 8 Ob 591/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1991 8 Ob 591/90
    nur T1; Veröff: EvBl 1992/109 S 503
  • 8 Ob 649/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1991 8 Ob 649/90
    nur T1
  • 1 Ob 566/93
    Entscheidungstext OGH 22.06.1993 1 Ob 566/93
    nur T1; Veröff: ÖBA 1994,239
  • 1 Ob 604/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 604/94
    nur T1
  • 1 Ob 638/94
    Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 638/94
    nur T1; Beisatz: Hier: Klausel über automatische Vertragsverlängerung mangels Kündigung. (T3)
  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 1532/96
    Entscheidungstext OGH 28.02.1996 7 Ob 1532/96
    nur T1
  • 1 Ob 277/98m
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 277/98m
    Auch; nur T1; Beisatz: Dabei kommt es nicht auf den Inhalt, sondern auf die Einordnung der Klausel in das Gesamtgefüge des Textes an. (T4)
  • 1 Ob 145/99a
    Entscheidungstext OGH 22.10.1999 1 Ob 145/99a
    nur T1; Beisatz: Eine Mängelrügeverpflichtung als Gewährleistungsvoraussetzung ist kein "ungewöhnlicher Inhalt" im Sinne des § 864a ABGB. (T5)
  • 7 Ob 18/00y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2000 7 Ob 18/00y
    Vgl auch; Beisatz: Die Haftungsbeschränkung für frei herumliegende Wertgegenstände nach Art 2.3.3 ABH 1989 ist keine ungewöhnliche Bestimmung im Sinne des § 864a ABGB. (T6)
  • 6 Ob 55/02k
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 6 Ob 55/02k
    nur T1
  • 7 Ob 267/02v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 267/02v
    nur T1; Beisatz: Die Qualifikation einer Klausel als überraschend und ungewöhnlich hängt jeweils von den konkreten Umständen ab. (T7)
  • 1 Ob 161/03p
    Entscheidungstext OGH 18.03.2004 1 Ob 161/03p
  • 8 Ob 31/05z
    Entscheidungstext OGH 04.05.2005 8 Ob 31/05z
    Auch; nur T1; Beisatz: Ganz allgemein ist eine Vertragsbestimmung im Bürgschaftsvertrag, wonach der Bürge auch für Kreditprolongationen haftet, im Geschäftsverkehr üblich und nicht als im Sinne des § 864a ABGB ungewöhnlich zu qualifizieren. (T8) Veröff: SZ 2005/66
  • 7 Ob 216/05y
    Entscheidungstext OGH 19.10.2005 7 Ob 216/05y
    nur T1
  • 9 Ob 15/05d
    Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 Ob 15/05d
    nur T1
  • 7 Ob 93/06m
    Entscheidungstext OGH 10.05.2006 7 Ob 93/06m
    nur T1; Beisatz: Hier Pkt 6.3 der auf Grund § 4 KMU-FörderungsG erlassenen Richtlinien für die Übernahme von Garantien für Tourismus- und Freizeitbetriebe 2001 bis 2006 wohnt keine Überrumpelung inne. (T9)
  • 3 Ob 72/07w
    Entscheidungstext OGH 16.08.2007 3 Ob 72/07w
    Auch; Beisatz: Der bloße Umstand, dass eine Klausel in einer Branche weit verbreitet ist, ist noch nicht geeignet, sie aus der Sicht des Vertragspartners als im redlichen Verkehr üblich anzusehen (so schon 2 Ob 50/02w). (T10)
    Beisatz: Hier: Klausel in Allgemeinen Leasingbedingungen einer AG. (T11)
  • 7 Ob 250/07a
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 7 Ob 250/07a
    nur T1; Beisatz: Hier: Die Risikoausschlussklausel des Art 19 3.1.3 ARB 97 ist weder ungewöhnlich noch überraschend. (T12)
  • 4 Ob 5/08a
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 5/08a
    nur T1
  • 6 Ob 261/07m
    Entscheidungstext OGH 21.02.2008 6 Ob 261/07m
    Auch; nur T2; Beisatz: Entscheidend ist auch das äußere Erscheinungsbild der Urkunde (4 Ob 179/02f). (T13)
    Beisatz: Die Klausel muss einen Überraschungseffekt haben, was etwa dann der Fall ist, wenn sie sich nicht dort befindet, wo ein durchschnittlich sorgfältiger Leser nach den Umständen mit ihr rechnen muss und er sie nicht dort findet, wo er sie vermuten könnte (4 Ob 56/03v). (T14)
    Veröff: SZ 2008/27
  • 8 Ob 93/08x
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 8 Ob 93/08x
    Beisatz: Allein der Umstand, dass eine Klausel in einer Branche weit verbreitet ist, ist aber noch nicht geeignet, sie aus der Sicht eines Vertragspartners als im redlichen Verkehr üblich anzusehen. (T15)
  • 6 Ob 241/07w
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 241/07w
    nur T1; Beisatz: Ins Gewicht fällt hierbei die Üblichkeit der Klausel bei einem Geschäftstyp, doch kommt es auf redliche Verkehrsgepflogenheiten an, sodass selbst eine weite Verbreitung der Klausel in einer bestimmten Branche die Anwendung des § 864a ABGB nicht hindert. (T16)
    Beisatz: Neben ihrem Inhalt ist auch die Stellung der Klausel im Gesamtgefüge des Vertragstexts maßgebend. (T17)
  • 7 Ob 288/08s
    Entscheidungstext OGH 18.03.2009 7 Ob 288/08s
    Auch; Beisatz: Art 13.1 AUVB 1994 - B ist weder ungewöhnlich noch überraschend. (T18)
  • 9 Ob 66/08h
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 66/08h
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 12/09z
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 12/09z
    Beisatz: Hier: Eine Klausel im Finanzierungsleasingvertrag, wonach es bei einer Mehrheit von Leasingnehmern nur dem im Vertrag Erstgenannten zukommt Rechte und Ansprüche aus dem Vertrag geltend zu machen. (T19)
  • 6 Ob 57/08p
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 57/08p
    Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T13; Beis wie T15; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Die im Anlassfall maßgebliche Klausel läuft darauf hinaus, dass die für Zwischenhändler (Großabnehmer) üblichen Marktpreise insbesondere im Fall des Zahlungsverzugs vervielfacht werden; sie ist nach Auffassung des Obersten Gerichtshofs unter Anwendung der vorstehenden Grundsätze als ungewöhnlich und überraschend im Sinn des § 864a ABGB zu beurteilen. (T20)
  • 4 Ob 212/10w
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 212/10w
    Auch; nur T2; Beisatz: Entscheidend ist, ob die Klausel beim entsprechenden Geschäftstyp üblich ist und ob sie den redlichen Verkehrsgewohnheiten entspricht. (T21)
  • 7 Ob 173/10g
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 173/10g
    Auch; nur T1
  • 10 Ob 50/11t
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 10 Ob 50/11t
    Auch; Beis wie T7
  • 3 Ob 96/11f
    Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 96/11f
    Vgl auch
  • 7 Ob 154/11i
    Entscheidungstext OGH 30.11.2011 7 Ob 154/11i
    Beisatz: Hier: Verkürzung der Nachhaftungsfrist auf ein Jahr (vgl § 138 GewO 1994). (T22)
  • 2 Ob 198/10x
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 198/10x
    Auch; nur T1; Beis wie T4 nur: Es kommt auf die Einordnung der Klausel in das Gesamtgefüge des Textes an. (T23)
    Auch Beis wie T10; Auch Beis wie T15; Auch Beis wie T16; Beis wie T17; Vgl Beis wie T21
  • 7 Ob 216/11g
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 7 Ob 216/11g
    Auch; Beisatz: Hier: Bloßer Verweis auf § 6 Abs 3 VersVG. (T24)
  • 7 Ob 194/11x
    Entscheidungstext OGH 26.09.2012 7 Ob 194/11x
    nur T1; Beisatz: Hier: Art 1.2. EB Agrar Universal hält der Geltungskontrolle des § 864a ABGB stand. (T25)
  • 7 Ob 196/12t
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 7 Ob 196/12t
    Vgl auch; Beis wie T25
  • 1 Ob 244/11f
    Entscheidungstext OGH 01.08.2012 1 Ob 244/11f
    nur T1
  • 7 Ob 169/12x
    Entscheidungstext OGH 14.11.2012 7 Ob 169/12x
    Vgl auch; Auch Beis wie T25
  • 1 Ob 48/12h
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 48/12h
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2012/136
  • 7 Ob 84/12x
    Entscheidungstext OGH 14.11.2012 7 Ob 84/12x
    nur T1; Veröff: SZ 2012/115
  • 4 Ob 174/12k
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 174/12k
    nur T1
  • 7 Ob 201/12b
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 201/12b
    nur T1; Beisatz: Hier: Allgemeine Versicherungsbedingungen ARB 2010. (T26)
    Veröff: SZ 2013/5
  • 4 Ob 164/12i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 4 Ob 164/12i
    nur T1; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 7 Ob 44/13s
    Entscheidungstext OGH 18.09.2013 7 Ob 44/13s
    nur T1; Veröff: SZ 2013/85
  • 2 Ob 234/13w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 2 Ob 234/13w
    Beis wie T4; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Klausel über Haftungsausschluss in „Entgeltordnung“ als Bestandteil von Zivilflugplatz-Benützungsbedingungen ungewöhnlich. (T27)
  • 10 Ob 54/13h
    Entscheidungstext OGH 17.06.2014 10 Ob 54/13h
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 190/14p
    Entscheidungstext OGH 26.11.2014 7 Ob 190/14p
    Auch; Beisatz: Hier: Art 9.6.6. ARB 2010. (T28)
  • 7 Ob 62/15s
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 62/15s
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 86/15w
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 7 Ob 86/15w
    Auch
  • 7 Ob 33/15a
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 33/15a
    nur T1
  • 7 Ob 132/15k
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 132/15k
  • 9 Ob 26/15m
    Entscheidungstext OGH 24.09.2015 9 Ob 26/15m
    Auch; nur T1; Beis wie T21
  • 1 Ob 146/15z
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 146/15z
  • 7 Ob 206/15t
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 206/15t
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 87/15b
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 87/15b
    Auch
  • 7 Ob 84/16b
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 84/16b
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Art 13.1 MKRB 2010 bewirkt keinen Überrumpelungseffekt bei paritätischem Kündigungsrecht im Schadensfall. (T29)
  • 6 Ob 17/16t
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 17/16t
    Auch; Beis ähnlich wie T16
  • 3 Ob 237/16y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 237/16y
    nur T1; Veröff: SZ 2017/7
  • 7 Ob 86/17y
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 86/17y
    Beisatz: Art C.2.5 UVB 2009 ist nicht überraschend (Bandscheibenvorfälle). (T30)
  • 7 Ob 131/17s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 7 Ob 131/17s
    Beisatz: Hier: ABUB 2007: Rehabilitationsmaßnahmen/Heilbehandlung. (T31)
  • 3 Ob 148/17m
    Entscheidungstext OGH 21.02.2018 3 Ob 148/17m
    Auch
  • 9 Ob 73/17a
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 73/17a
  • 7 Ob 242/18s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 7 Ob 242/18s
    Auch; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0014646

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.04.2019

Dokumentnummer

JJR_19870325_OGH0002_0010OB00567_8700000_002

Rechtssatz für 7Ob6/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043230

Geschäftszahl

7Ob6/95

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Norm

ABGB §863 K
VersVG §6 E

Rechtssatz

Das Einlassen des Versicherers in das Sachverständigenverfahren stellt grundsätzlich noch keinen Verzicht auf die Geltendmachung eines Risikoausschlusses dar, dient doch dieses Verfahren neben der Ermittlung der Höhe des Schadens auch der Feststellung der einzelnen Anspruchsvoraussetzungen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0043230

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_001

Rechtssatz für 7Ob6/95 7Ob88/08d 7Ob11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043234

Geschäftszahl

7Ob6/95; 7Ob88/08d; 7Ob117/18h

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Norm

ABGB §863 K
VersVG §6 E
VersVG §12 Abs3

Rechtssatz

In einer bestimmten Begründung einer Ablehnung liegt noch kein Verzicht auf andere als die genannten Einwendungen gegenüber dem Anspruch des Versicherungsnehmers und zwar auch dann nicht, wenn ihre Voraussetzungen dem Versicherer bekannt waren.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95
  • 7 Ob 88/08d
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 7 Ob 88/08d
  • 7 Ob 117/18h
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 7 Ob 117/18h

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0043234

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.10.2018

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_002

Rechtssatz für 7Ob6/95 7Ob137/14v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043239

Geschäftszahl

7Ob6/95; 7Ob137/14v

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Norm

ABGB §879 Abs3 BIIp
Ergänzende VB für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger PktII

Rechtssatz

Jedem Unternehmer, der sich gegen eine in seiner Person liegende Betriebsunterbrechung versichern will, muß das Wissen zugemutet werden, daß gewisse Begrenzungsnormen einem derartigen Versicherungsvertrag immanent zugrundeliegen. Daß der totale Ausfall der Arbeitskraft des Unternehmers der Ausnahmefall für eine Betriebsunterbrechung ist und daher eine derartige Versicherung dem Versicherungsnehmer nicht den erwarteten Versicherungsschutz böte, kann aber nach der Lebenserfahrung keineswegs gesagt werden, sodaß keine Benachteiligung im Sinne des § 879 Abs 3 ABGB vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95
  • 7 Ob 137/14v
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 137/14v
    Vgl auch; Beisatz: Dem Versicherungsnehmer (oder Versicherten) muss das Wissen zugemutet werden, dass gewisse Begrenzungsnormen einer Betriebsunterbrechungsversicherung zu Grunde liegen. (T1)

Schlagworte

Versicherungsbedingungen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0043239

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_003

Rechtssatz für 7Ob6/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0080059

Geschäftszahl

7Ob6/95

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Norm

Ergänzende VB für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger PktII
VersVG §6 E

Rechtssatz

Die in Pkt II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger normierte Erklärung, nicht jede Beeinträchtigung der Arbeitskraft des Versicherungsnehmers durch Krankheit, sondern nur den totalen Ausfall der Arbeitskraft des Unternehmers versichern zu wollen, stellt eine zulässige Einschränkung des Versicherungsrisikos dar.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0080059

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2010

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_004

Rechtssatz für 7Ob6/95 7Ob239/09m 7Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0080068

Geschäftszahl

7Ob6/95; 7Ob239/09m; 7Ob226/09z; 7Ob75/10w; 7Ob100/11y; 7Ob227/12a; 7Ob43/13v; 7Ob3/14p; 7Ob184/14f; 7Ob168/14b; 7Ob5/15h; 7Ob204/15y; 7Ob158/16k; 7Ob145/17z; 7Ob190/17t; 7Ob131/17s; 7Ob30/18i; 7Ob66/18h; 7Ob75/18g; 7Ob61/18y; 7Ob157/18s; 7Ob171/18z; 7Ob139/18v; 7Ob227/18k; 7Ob254/18f; 7Ob207/18v

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Norm

ARB 2008 Art7.1.6
VersVG §6 E

Rechtssatz

Mit einem Risikoausschluss begrenzt der Versicherer von vornherein den Versicherungsschutz. Diese Umstände kann der Versicherungsnehmer nicht durch sein späteres Verhalten beeinflussen oder kontrollieren. Demgegenüber stellt die von der Einhaltung einer Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer abhängig gemachte Deckungspflicht des Versicherers dem Versicherungsnehmer gegenüber auf das Gebot gewissen Handlungen bzw Unterlassungen ab, an deren Einhaltung der Versicherer ein legitimes Interesse hat.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 6/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 6/95
  • 7 Ob 239/09m
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 239/09m
    Auch
  • 7 Ob 226/09z
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 226/09z
    Auch; nur: Mit einem Risikoausschluss begrenzt der Versicherer von vornherein den Versicherungsschutz. (T1)
  • 7 Ob 75/10w
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 75/10w
  • 7 Ob 100/11y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 100/11y
    Beisatz: Hier: Risikoausschluss: „Voraussetzung für die Gewährung der Deckung ist die Aufbewahrung der Schlüssel im versperrten Schlüsseltresor." (T2)
  • 7 Ob 227/12a
    Entscheidungstext OGH 18.02.2013 7 Ob 227/12a
    Beisatz: Hier: Art 24 ABH 2004: weder Obliegenheit, noch Risikoausschluss, sondern Fall der Unterversicherung. (T3)
  • 7 Ob 43/13v
    Entscheidungstext OGH 23.05.2013 7 Ob 43/13v
    nur T1
  • 7 Ob 3/14p
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 7 Ob 3/14p
  • 7 Ob 184/14f
    Entscheidungstext OGH 26.11.2014 7 Ob 184/14f
    Vgl; nur T1
  • 7 Ob 168/14b
    Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 168/14b
    Vgl
  • 7 Ob 5/15h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 7 Ob 5/15h
    Auch
  • 7 Ob 204/15y
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 204/15y
    Auch; Veröff: SZ 2015/141
  • 7 Ob 158/16k
    Entscheidungstext OGH 28.09.2016 7 Ob 158/16k
    Auch
  • 7 Ob 145/17z
    Entscheidungstext OGH 18.10.2017 7 Ob 145/17z
    Auch
  • 7 Ob 190/17t
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 190/17t
    Auch; Beisatz: Hier: Art 23.4 ABEP, Art 20.3 ABHP 2011 ‑ Ausschlüsse bei Umbauten im Zusammenhang mit Sturmversicherung und Katastrophenschutz. (T4)
  • 7 Ob 131/17s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 7 Ob 131/17s
    Auch
  • 7 Ob 30/18i
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 30/18i
    Auch
  • 7 Ob 66/18h
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 66/18h
    Auch
  • 7 Ob 75/18g
    Entscheidungstext OGH 20.06.2018 7 Ob 75/18g
    Auch
  • 7 Ob 61/18y
    Entscheidungstext OGH 04.07.2018 7 Ob 61/18y
    Vgl
  • 7 Ob 157/18s
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 157/18s
    Auch
  • 7 Ob 171/18z
    Entscheidungstext OGH 31.10.2018 7 Ob 171/18z
    Auch
  • 7 Ob 139/18v
    Entscheidungstext OGH 31.10.2018 7 Ob 139/18v
    Auch
  • 7 Ob 227/18k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 7 Ob 227/18k
    Auch; Beisatz: Hier: Art 7.1.6 ARB 2008 ‑ kein Ausschluss für fondsgebundene Lebensversicherungen. (T5)
  • 7 Ob 254/18f
    Entscheidungstext OGH 30.01.2019 7 Ob 254/18f
    Vgl; Beis wie T5
  • 7 Ob 207/18v
    Entscheidungstext OGH 29.05.2019 7 Ob 207/18v
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Art 7.1.1.14 ARB 2011. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0080068

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_005

Entscheidungstext 7Ob6/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

VersRdSch 1996 H 1 S 16 = ecolex 1996,239 = VersR 1996,654 = Zak 2012/373 S 186 (Kolmasch, Judikaturübersicht) - Zak 2012,186 (Kolmasch, Judikaturübersicht)

Geschäftszahl

7Ob6/95

Entscheidungsdatum

26.04.1995

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Warta als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Niederreiter, Dr.Schalich, Dr.Tittel und Dr.I.Huber als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Albert Sch*****, vertreten durch Dr.Hans-Jörg Vogl, Rechtsanwalt in Feldkirch, wider die beklagte Partei G***** Versicherungs Aktiengesellschaft, ***** vertreten durch Dr.Julius Brändle und Dr.Karl Schelling, Rechtsanwälte in Dornbirn, wegen S 77.000 sA, in eventu Feststellung, infolge Revisionen beider Parteien gegen das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch als Berufungsgericht vom 2.November 1994, GZ 2 R 280/94-13, womit das Urteil des Bezirksgerichtes Feldkirch vom 16.Juni 1994, GZ 10 C 73/94g-10, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision des Klägers wird nicht Folge gegeben.

Der Revision der beklagten Partei wird Folge gegeben und das angefochtene Berufungsurteil dahin abgeändert, dass die Entscheidung des Erstgerichtes wiederhergestellt wird.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit S 18.392,40 (darin S 1.965,40 Umsatzsteuer und S 6.600 Barauslagen) bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger betreibt allein, d.h. ohne Zuhilfenahme von Mitarbeitern das Gewerbe eines Frächters sowie einen Handel mit Waren aller Art. Sein über das Versicherungsbüro Peter K***** gestellter Antrag vom 18.7.1987 auf Abschluss einer Betriebsunterbrechnungsversicherung für freiberuflich Tätige wurde von der beklagten Versicherung unter Zugrundelegung der Allgemeinen und der Besonderen Bedingungen für die Betriebsunterbrechnungsversicherung Freiberuflicher sowie der vereinbarten Klauseln laut Beiblatt D 9 angenommen.

Art I, II und IV der mit der Polizze übersendeten Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechnungsversicherung freiberuflich Tätiger lauten:

"Als Schadensereignis im Sinne des Art 1 der Allgemeinen Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger gilt auch die gänzliche oder teilweise Unterbrechung des versicherten Betriebes infolge Krankheit der den Betrieb verantwortlich leitenden Person.

Als Krankheit iS des Vertrages gilt ein nach medizinischen Begriffen anormaler körperlicher oder geistiger Zustand, auch wenn er als Folge eines Unfalles eintritt, sofern daraus eine völlige (100 %ige) Arbeitsunfähigkeit entsteht, sodass die den Betrieb verantwortlich leitende Person ihre berufliche Tätigkeit nach objektivem, ärztlichem Urteil in keiner Weise ausüben kann und auch nicht ausübt, also weder mitarbeitet, noch aufsichtsführend oder leitend in ihrem Beruf tätig ist und sein kann. .......

Für Unterbrechung des versicherten Betriebes gilt ein Selbstbehalt von 14 Tagen als vereinbart. ........"

Am 23.2.1993 erlitt der Kläger einen "Hexenschuss". In weiterer Folge verspürte er bei einem Klaviertransport plötzlich starke Schmerzen im Rücken und konnte sich zunächst nicht mehr bewegen. Die Rückschmerzen haben durch das weitere schwere Tragen ständig zugenommen, sodass der Kläger nur mehr krumm gehen konnte und am 2.3.1993 die praktische Ärztin Dr.Jutta G***** aufsuchte. Diese diagnostizierte einen "Lumbago". Am gleichen Tag rief der Kläger den beim Versicherungsbüro K***** beschäftigten Günther Sch***** an und teilte ihm mit, dass er einen Betriebsunterbrechungsschaden hatte. Sch***** erwiderte, dass derzeit nichts zu tun sei, der Kläger solle sich wieder melden, wenn er den Schlussbericht des Arztes habe. Damit meinte Sch***** das Ende des Krankenstandes. Der Kläger beauftragte Sch***** mit der Erstattung der Versicherungsmeldung an die beklagte Partei. Sch***** nahm diesen Auftrag an und erwiderte, dass es ausreichend sei, wenn die Schadensmeldung nach Beendigung des Schadensfalls vom Kläger unterschrieben werde. Dr.G***** bestätigte dem Kläger in der Folge, dass er vom 2.3. bis 30.4.1993 gänzlich arbeitsunfähig war. Die vom Sch***** verfasste Schadensmeldung vom 7.6.1993 langte am 9.6.1993 bei der beklagten Partei ein. Während der Dauer des Krankenstandes konnte der Kläger keine Fahrdienste durchführen. Für die Besorgung der Transporte (Beladen, Fahrten, Entladen) stellte er einen Leiharbeiter der Leasingfirma "Der M*****" ein. Während der ersten Woche ab dem 23.2.1993 konnte der Kläger lediglich Telefondienste durchführen, da er sich praktisch nicht mehr rühren konnte. In weiterer Folge war es ihm möglich, die Büroarbeiten selbst zu erledigen. Während der Dauer des Krankenstandes hat er den Telefonverkehr entweder in seinem Büro oder zu Hause abgewickelt. Er hat diesbezüglich täglich zwischen drei und fünf Stunden aufgewendet.

Mit Schreiben vom 29.6.1993 teilte die Beklagte dem Kläger mit, dass sie eine Deckung ablehne, weil seine Schadensmeldung weitaus verspätet erfolgt sei. Auf ein Schreiben des in der Folge zugezogenen Klagevertreters vom 12.7.1993 teilte die beklagte Versicherung diesem mit, dass sie die Verzögerung, die durch das genannte Maklerbüro zustande gekommen sei, schwer beurteilen könne, und wörtlich: "...... jedenfalls möchten wir aufgrund Ihrer Information die Angelegenheit nicht auf dem Rücken unseres Kunden austragen, da - wie wir annehmen - die verspätete Meldung nicht vorsätzlich erfolgte. Vor einer endgültigen Stellungnahme über unsere allfällige Entschädigungsleistung ersuchen wir jedoch um Vorlage folgender Unterlagen:

1. Bezughabende Anamnese vom behandelnden Arzt

2. Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung vom Steuerberater des Versicherungsnehmers, gefertigt für die Jahre 1991 und 1992."

Die im folgenden telefonisch dem Kläger gestellte Frage S*****s, eines Angestellten der beklagten Versicherung, welche Tätigkeiten er während der Dauer des Krankenstandes vornehmen konnte und welche nicht, beantwortete dieser dahin, dass er lediglich Büroarbeiten verrichten, jedoch keine Transporte durchführen konnte. Daraufhin hat der Klagevertreter mit Schreiben vom 12.8.1993 der beklagten Partei untersagt, mit seinem Mandanten direkt in Verbindung zu treten. Falls diese Informationen und Aufklärungen wünsche, würden diese vom Klagevertreter erteilt. Im Folgeschreiben vom 11.8.1993 berief sich die beklagte Partei nach wie vor auf die verspätete Schadensmeldung des Klägers, urgierte jedoch die schon früher angeforderten entsprechenden Unterlagen und kündigte nach deren Übersendung eine endgültige Beurteilung an. Auf die in der Folge vom Klagevertreter übersandte Erfolgsübersicht des klägerischen Betriebes samt Geltendmachung einer Entschädigungsforderung von S 77.000 samt Zinsen und Kosten antwortete die beklagte Partei, dass ihr für die endgültige Entscheidung immer noch die angeforderte Anamnese nicht zur Verfügung stehe. Daraufhin stellte der Klagevertreter im Schreiben vom 3.11.1993 ua bei der beklagten Partei den Antrag zur Einleitung des Sachverständigenverfahrens nach Art 12 der AFBUB und machte Mag.Kurt G***** als Sachverständigen namhaft. Mit Schreiben vom 16.11.1993 machte sohin die beklagte Partei gegenüber dem Klagevertreter Mag.Alexander K***** als Buchsachverständigen namhaft und wies darauf hin, dass sie zur Feststellung der Ausfallsursache noch einen medizinischen Sachverständigen fordere. Auf das folgende Ersuchen Mag.K*****s, er möge sich mit dem zum Sachverständigen bestellten Orthopäden Dr.H***** vom Landeskrankenhaus Feldkirch wegen eines Untersuchungstermines in Verbindung setzen, erklärte der Kläger, dass er dies nicht verstehe, da er derzeit gesund sei und die Krankheitsberichte ohnedies vorgelegt worden seien. Er erklärte, sollte eine Untersuchung wirklich erforderlich sein, so werde ihm dies von seinem Vertreter mitgeteilt werden. Mag.K***** möge sich mit diesem in Verbindung setzen. Der Kläger sehe nicht ein, derzeit zum Arzt gehen zu müssen. Daraufhin legte K***** ohne weitere Kontaktaufnahme mit dem Klagevertreter unter Hinweis darauf seinen Gutachterauftrag gegenüber der beklagten Partei zurück.

Mit Schreiben vom 22.12.1993 hat die beklagte Versicherung unter Hinweis auf die als Obliegenheitsverletzung zu wertende Weigerung des Klägers, sich zwecks Ursachenfeststellung einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, sämtliche Ersatzansprüche abgelehnt und eine § 12 Abs 3 VersVG entsprechende Erklärung ausgesprochen.

Der Kläger war während des erstinstanzlichen Verfahrens zu einer medizinischen Sachverständigenuntersuchung bereit. Wäre er während des Vorverfahrens darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Weigerung, sich untersuchen zu lassen, eine Obliegenheitsverletzung darstelle, so hätte er sich auch damals zu einer solchen Untersuchung bereit erklärt.

Der Kläger begehrt von der Beklagten die Bezahlung von S 77.000 sA als der ihm aus der gegenständlichen Krankheit entstandenen Betriebsunterbrechung zustehenden Entschädigung. In eventu begehrt er die Feststellung, dass die beklagte Versicherung aus dem vorliegenden Schadensfall deckungspflichtig ist.

Die beklagte Partei beantragte die Klagsabweisung und wendete zunächst Leistungsfreiheit wegen verspäteter Schadensmeldung und wegen der Weigerung des Klägers, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, ein. Erst in der letzten mündlichen Streitverhandlung stützte sie ihre Einwendung auch auf die Behauptung, dass der Kläger während seines Krankenstandes nicht zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, sondern während des fraglichen Zeitraumes Büroarbeiten verrichtete, und dass nach Punkt II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger allein aus diesem Grunde keine Ersatzpflicht bestehe.

Der Kläger replizierte darauf, dass die Beklagte auf den Einwand der verspäteten Schadensmeldung verzichtet habe, dass die Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger nicht zum Vertragsgegenstand geworden seien sowie dass die Einrede der Leistungsfreiheit bei nicht 100 %iger Arbeitsunfähigkeit des Versicherungsnehmers sittenwidrig sei. Der Kläger habe den Verlust seiner Arbeitskraft als freiberuflicher LKW-Fahrer versichert und sei in dieser Eigenschaft zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.

Das Erstgericht wies das Haupt- und das Eventualbegehren ab. Es folgerte rechtlich, dass dem vom Kläger geltend gemachten Krankheitsfall keine wie im Art II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger geforderte völlige, d.h. 100 %ige Arbeitsunfähigkeit, bei der der Versicherte seine berufliche Tätigkeit nach objektivem, ärztlichem Urteil in keiner Weise ausüben könne und auch nicht ausgeübt habe, also weder mitarbeitend noch aufsichtsführend oder leitend in seinem Betrieb tätig gewesen sei, zugrundelag. Die zitierte Versicherungsbedingung sei nicht sittenwidrig.

Das Berufungsgericht gab mit der angefochtenen Entscheidung dem Eventualbegehren statt; das Leistungsbegehren wies es ab. Es erklärte die Revision für zulässig. Es folgerte rechtlich, dass Art II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger sowohl einer Geltungs- als auch Inhaltskontrolle nach den § 864 a und § 879 Abs 3 ABGB standhalte. Auch die vom Kläger während seines Krankenstandes erbrachten, mit einem Frächterbetrieb notwendigerweise zusammenhängenden Büroarbeiten gehörten zum Gewerbebetrieb des Klägers. Der von der zitierten Versicherungsbedingung normierte Totalausfall der Arbeitskraft des Betriebsinhabers sei keineswegs der von einem Versicherungsnehmer bei Abschluss nicht bedachte seltene Ausnahmsfall. Zufolge des das Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer beherrschenden Prinzips von Treu und Glauben sei es aber dem Versicherer untersagt, einen ursprünglich in keiner Weise herangezogenen Ablehnungsgrund unmittelbar vor Schluss der mündlichen Verhandlung in erster Instanz noch geltend zu machen. Das bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte Verschweigen eines bekannten Ablehnungsgrundes bis zur Klagseinbringung sei als Verzicht darauf zu werten. Auf die Geltendmachung der Folgen einer Obliegenheitsverletzung durch verspätete Schadensmeldung habe der beklagte Versicherer ohnedies verzichtet. Die Weigerung des Klägers, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, könne ihm nicht als Obliegenheitsverletzung angelastet werden, weil er zufolge mangelnder Aufklärung sich nicht über die Folgen seiner Äußerung bewusst gewesen sei. Die Beklagte sei daher gegenüber dem Kläger deckungspflichtig. Zufolge der Einleitung des Sachverständigenverfahrens durch den Kläger erweise sich im gegenwärtigen Zeitpunkt sein Leistungsbegehren aber als noch nicht fällig, weshalb nur dem eventualiter erhobenen Feststellungsbegehren Folge zu geben gewesen sei.

Rechtliche Beurteilung

Die gegen den stattgebenden Teil dieser Entscheidung von der Beklagten erhobene Revision ist berechtigt, jene des Klägers gegen die Abweisung seines Leistungsbegehrens jedoch nicht.

Mit einem Risikoausschluss begrenzt der Versicherer von vorneherein den Versicherungsschutz. Diese Umstände kann der Versicherungsnehmer nicht durch sein späteres Verhalten beeinflussen oder kontrollieren. Demgegenüber stellt die von der Einhaltung einer Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer abhängig gemachte Deckungspflicht des Versicherers dem Versicherungsnehmer gegenüber auf das Gebot zu gewissen Handlungen bzw Unterlassungen ab, an deren Einhaltung der Versicherer ein legitimes Interesse hat (vgl Schauer, Einführung in das österreichische Versicherungsvertragsrecht3, 263 f mwN). Die in Punkt II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger normierte Erklärung, nicht jede Beeinträchtigung der Arbeitskraft des Versicherungsnehmers durch Krankheit, sondern nur den totalen Ausfall der Arbeitskraft des Unternehmers versichern zu wollen, stellt daher eine, wie im folgenden ausgeführt wird, zulässige Einschränkung des Versicherungsrisikos dar. Grundsätzlich kann der Versicherer auch auf die Geltendmachung eines Risikoausschlusses ausdrücklich oder konkludent verzichten. Hievon zu unterscheiden ist der Erwerb eines Deckungsanspruches oder der Verlust der Einrede kraft objektiven Rechts aus Gründen des Vertrauensschutzes (venire contra factum proprium). Entgegen den Berufungsbehauptungen des Klägers stellt, sofern nicht besondere, im vorliegenden Fall nicht gegebene Umstände hinzutreten, das Einlassen des Versicherers in das Sachverständigenverfahren grundsätzlich noch keinen Verzicht auf die Geltendmachung eines Risikoausschlusses dar (vgl Prölss-Martin VVG25 § 6 Anm 15 = S 131 ff mwN), dient doch dieses Verfahren neben der Ermittlung der Höhe des Schadens auch der Feststellung der einzelnen Anspruchsvoraussetzungen (vgl Schauer aaO, 332 f). Ebenso liegt in einer bestimmten Begründung einer Ablehnung noch kein Verzicht auf andere als die genannten Einwendungen gegenüber dem Anspruch des Versicherungsnehmers und zwar auch dann nicht, wenn ihre Voraussetzungen dem Versicherer bekannt waren (vgl Prölss-Martin aaO, S 133 sowie VersR 1967, 762). Gerade die bei der Novellierung des § 12 Abs 2 und 3 VersVG durch die Versicherungsvertragsgesetznov. 1994 herangezogenen Erwägungen zeigen auf, dass der Versicherer bei einer Ablehnung keiner Eventualmaxime unterliegt (vgl JAB 1722 Blg. zu den stenographischen Protokollen des NR XVIII GP, 4).

§ 863 iVm §§ 870 ff und § 914 ABGB zeigt, dass es für das Vorliegen ebenso wie für die Bedeutung einer Erklärung nicht primär auf den Willen des Erklärenden, sondern vielmehr auf das Verständnis ankommt, das ein redlicher Erklärungsempfänger von dieser gewinnen durfte und gewonnen hat (vgl Rummel in Rummel ABGB2 § 863 Rz 8). Im vorliegenden Fall hat die beklagte Versicherung aber keinerlei Fakten gesetzt, aus denen auf einen Verzicht auf den gegenständlichen Risikoausschluss geschlossen werden könnte. Vielmehr bezog sich die gesamte Korrespondenz auf die Erfassung der Anspruchsvoraussetzungen, die dann zufolge der sich aus ihrer Sicht der Dinge ergebenden Informationen zu einer Ablehnung durch die beklagte Versicherung geführt hat. Die beklagte Versicherung hat lediglich durch ein mit dem Kläger zwischen dem 2. und 12.8.1993 geführtes Telefongespräch Kenntnis davon erhalten, dass dieser während seines Krankenstandes etliche seiner Büroarbeiten verrichten konnte und nicht zu 100 % arbeitsunfähig war. Auf diese Auskunft hin hat der Klagevertreter der Beklagten eine direkte Kontaktnahme mit seinem Mandanten untersagt. In der Folge wurde die dann allein vom Klagevertreter initiativ betriebene Korrespondenz über andere Punkte geführt, ohne dass der Risikoausschluss nach dem Punkt II der zitierten Bedingungen zur Sprache kam. Ein Verhalten, das vernünftigerweise nicht anders denn als Verzicht auf die diesbezügliche Einwendung aufgefasst werden konnte, hat die beklagte Partei daher nicht gesetzt (vgl VR 1974, 100). Die den Entscheidungen ZVR 1967/121 sowie SZ 48/87 zugrundeliegenden Sachverhalte waren ganz anderer Natur, dort hat der Versicherer in Kenntnis der Obliegenheitsverletzung vorbehaltslos Leistungen erbracht, die seiner Deckungspflicht entsprachen. Eine derartige Fallkonstellation liegt hier aber nicht vor. Die tatsächlich späte Geltendmachung des Risikoausschlusses konnte daher lediglich nicht beantragte Folgen nach § 48 ZPO nach sich ziehen.

Wie das Berufungsgericht zutreffend erkannt hat, hält der zitierte Risikoausschluss nach Punkt II der Ergänzenden Bedingungen für die Betriebsunterbrechungsversicherung freiberuflich Tätiger sowohl einer Geltungs- als auch einer Inhaltskontrolle nach den §§ 864 a und 879 Abs 3 ABGB stand. Gemäß § 864 a ABGB werden Bestimmungen ungewöhnlichen Inhalts ("überraschende Klauseln") in Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Vertragsformblättern, die ein Vertragsteil verwendet hat, nicht Vertragsbestandteil, wenn sie dem anderen Teil nachteilig sind oder er mit ihnen auch nach den Umständen, vor allem nach dem äußeren Erscheinungsbild der Urkunde, nicht zu rechnen brauchte - es sei denn, der eine Vertragsteil hat den anderen besonders darauf hingewiesen. Nach herrschender Ansicht ergibt sich aus dieser Regelung, dass ungewöhnliche Bestimmungen, mit denen man rechnen muss, Vertragsinhalt werden, sodass es in Wahrheit nicht auf ihre Gewöhnlichkeit, sondern nur darauf ankommt, ob man mit der Klausel rechnen musste. Der allgemeine Grundsatz, dass derjenige, der eine Urkunde unterfertigt, den durch seine Unterschrift gedeckten Text auch dann zum Inhalt seiner Erklärungen mache, wenn er den Text nicht gekannt habe, erfährt daher durch die genannte Bestimmung eine Einschränkung (vgl SZ 57/78 mwN). Es muss jedem Unternehmer, der sich gegen eine in seiner Person liegende Betriebsunterbrechung versichern will, das Wissen zugemutet werden, dass nicht jede Beeinträchtigung seiner Arbeitskraft Gegenstand des Versicherungsschutzes sein kann; daraus leitet sich ab, dass gewisse Begrenzungsnormen einem derartigen Versicherungsvertrag immanent zugrundeliegen. Dass der totale Ausfall der Arbeitskraft des Unternehmers der Ausnahmefall für eine Betriebsunterbrechung ist und daher eine derartige Versicherung dem Versicherungsnehmer nicht den erwarteten Versicherungsschutz böte (vgl Schauer aaO, 125 mwN sowie SZ 57/94 ua; RdW 1986, 271 ua), kann aber nach der Lebenserfahrung keineswegs gesagt werden. Dementsprechend kann auch nicht von einer gröblichen Benachteiligung im Sinne des § 879 Abs 3 ABGB gesprochen werden.

Da sohin der beklagten Versicherung der Nachweis eines Risikoausschlusses gelang, erübrigt es sich auf die in der Revision des Klägers aufgeworfene Frage einzugehen, ob ihm anstelle des Feststellungs- bereits ein Leistungsanspruch zusteht.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens gründet sich auf §§ 41 und 50 ZPO, für das Berufungsverfahren liefen der beklagten Versicherung keine Kosten auf.

Textnummer

E38764

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:0070OB00006.95.0426.000

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2012

Dokumentnummer

JJT_19950426_OGH0002_0070OB00006_9500000_000