Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob147/66 5Ob3/70 1Ob19...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021031

Geschäftszahl

8Ob147/66; 5Ob3/70; 1Ob19/71; 6Ob211/71; 1Ob587/89; 3Ob551/90; 1Ob550/95; 4Ob2135/96s; 1Ob2315/96i; 1Ob280/98b; 10Ob270/99z; 7Ob321/99b; 7Ob174/08a; 3Ob20/09a; 6Ob35/11g; 2Ob164/11y; 1Ob39/12k; 7Ob228/12y; 2Ob23/13s; 3Ob5/17g; 7Ob99/17k; 8Ob123/17x; 7Ob198/17v; 7Ob53/18x; 4Ob107/19t; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

21.06.1966

Norm

ABGB §1118 C
MG §19 Abs2 Z4 Aa
MRG §30 Abs2 Z3 B

Rechtssatz

Es genügt zur Auflösung des Bestandvertrages, wenn feststeht, dass der "erheblich nachteilige Gebrauch" wichtige wirtschaftliche Interessen des Vermieters verletzt. Es ist aber keine notwendige Voraussetzung, dass ein Schaden bereits eingetreten ist (1 Ob 56/58 = MietSlg 6316, 7 Ob 442/57 = MietSlg 5612). Hat ein Mieter vertraglich eine Instandsetzungspflicht (zB Instandsetzung der Zentralheizung) übernommen, so kann der Vermieter vom Auflösungsrecht des § 1118 ABGB dann Gebrauch machen, wenn der Mieter dieser Verpflichtung in einem erheblichen Maße nicht nachgekommen ist (3 Ob 290/60 = MietSlg 7930; vgl auch MietSlg Nr 16323).

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 147/66
    Entscheidungstext OGH 21.06.1966 8 Ob 147/66
    Veröff: MietSlg 18209
  • 5 Ob 3/70
    Entscheidungstext OGH 04.02.1970 5 Ob 3/70
    nur: Hat ein Mieter vertraglich eine Instandsetzungspflicht (zum Beispiel Instandsetzung der Zentralheizung) übernommen, so kann der Vermieter vom Auflösungsrecht des § 1118 ABGB dann Gebrauch machen, wenn der Mieter dieser Verpflichtung in einem erheblichen Maße nicht nachgekommen ist (3 Ob 290/60 = MietSlg 7930; vgl auch MietSlg Nr 16323). (T1)
    Veröff: SZ 43/28 = MietSlg 22170 = MietSlg 22436
  • 1 Ob 19/71
    Entscheidungstext OGH 28.01.1971 1 Ob 19/71
    Veröff: MietSlg 23183
  • 6 Ob 211/71
    Entscheidungstext OGH 13.10.1971 6 Ob 211/71
    Auch; Veröff: MietSlg 23343
  • 1 Ob 587/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 587/89
  • 3 Ob 551/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 3 Ob 551/90
    Auch; nur: Es genügt zur Auflösung des Bestandvertrages, wenn feststeht, dass der "erheblich nachteilige Gebrauch" wichtige wirtschaftliche Interessen des Vermieters verletzt. (T2)
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; nur T2; nur: Es ist aber keine notwendige Voraussetzung, dass ein Schaden bereits eingetreten ist. (T3)
  • 4 Ob 2135/96s
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2135/96s
    Auch; nur T2; nur T3; Beisatz: Es genügt die drohende Gefahr. (T4)
    Veröff: SZ 69/177
  • 1 Ob 2315/96i
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2315/96i
    Auch; nur T2; Beisatz: Erheblich nachteiliger Gebrauch folgt aus jeder schwerwiegenden Verletzung wichtiger ideeller oder wirtschaftlicher Interessen des Bestandgebers. (T5)
  • 1 Ob 280/98b
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 280/98b
    Auch; nur T2; nur T3; Beis wie T4
  • 10 Ob 270/99z
    Entscheidungstext OGH 16.11.1999 10 Ob 270/99z
    Auch; nur T2; nur T3; Beis wie T4
  • 7 Ob 321/99b
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 321/99b
    Auch; nur T2; nur T3; Veröff: SZ 73/29
  • 7 Ob 174/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 174/08a
    nur T2
  • 3 Ob 20/09a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 20/09a
    Auch; Beisatz: Die Instandhaltungsverpflichtung muss wirksam vereinbart worden sein. (T6)
    Veröff: SZ 2009/70
  • 6 Ob 35/11g
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 6 Ob 35/11g
    nur: Hat ein Mieter vertraglich eine Instandsetzungspflicht übernommen, so kann der Vermieter vom Auflösungsrecht des § 1118 ABGB dann Gebrauch machen, wenn der Mieter dieser Verpflichtung in einem erheblichen Maße nicht nachgekommen ist. (T7)
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
    Auch; nur T2
  • 1 Ob 39/12k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 39/12k
    nur T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 228/12y
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 228/12y
    Auch
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 5/17g
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 3 Ob 5/17g
    nur T7
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Vgl auch
  • 8 Ob 123/17x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 123/17x
    Beis wie T5
  • 7 Ob 198/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 198/17v
    Auch
  • 7 Ob 53/18x
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 53/18x
    Vgl
  • 4 Ob 107/19t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 107/19t
    Beis wie T5
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0021031

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19660621_OGH0002_0080OB00147_6600000_001

Rechtssatz für 8Ob168/66 5Ob275/67 (5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0020981

Geschäftszahl

8Ob168/66; 5Ob275/67 (5Ob276/67); 7Ob113/68; 1Ob19/71; 4Ob594/71; 7Ob198/72; 7Ob808/79; 2Ob573/80; 1Ob737/81; 1Ob590/82; 1Ob675/87; 8Ob580/87; 1Ob550/88; 5Ob599/88; 1Ob587/89; 1Ob628/90; 6Ob589/91; 1Ob550/95; 10Ob2073/96t; 1Ob1504/96; 1Ob2315/96i; 3Ob367/97k; 3Ob33/97t; 7Ob51/99x; 3Ob65/99a; 10Ob17/00y; 7Ob321/99b; 1Ob254/00k; 7Ob225/00i; 3Ob151/02f; 7Ob17/03f; 3Ob164/02t; 3Ob268/02m; 9Ob51/06z; 5Ob235/07f; 8Ob86/08t; 7Ob174/08a; 3Ob108/09t; 3Ob20/09a; 6Ob269/09s; 3Ob4/10z; 2Ob165/11w; 2Ob164/11y; 7Ob199/11g; 1Ob39/12k; 7Ob228/12y; 2Ob23/13s; 10Ob26/15v; 4Ob225/15i; 3Ob5/17g; 7Ob99/17k; 8Ob123/17x; 7Ob198/17v; 7Ob53/18x; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

21.06.1966

Norm

ABGB §1118 C
MG §19 Abs2 Z4 Aa
MRG §30 Abs2 Z3 B
MRG §30 Abs2 Z3 E

Rechtssatz

1./ Zur Herstellung des Auflösungsgrundes nach § 1118 ABGB ist in subjektiver Hinsicht kein Verschulden des Vertragspartners notwendig; es genügt vielmehr, dass sich der Mieter der Nachteiligkeit seines Gebrauches bewusst war (1 Ob 45/62 = MietSlg 9624).

2./ Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen, wobei es darauf ankommt, ob wichtige Interessen des Vermieters verkürzt werden oder ob eine erhebliche Verletzung des Bestandgegenstands vorgekommen ist oder auch nur droht (6 Ob 64/64 = MietSlg 16323; vgl auch MietSlg 15285). Eine physische Schädigung des Bestandgegenstands oder eines Teiles davon ist also nicht erforderlich.

3./ Bei der Beurteilung der Interessengefährdung bei einer Auflösungsklage nach § 1118 ABGB ist kein strengerer Maßstab anzulegen als bei einer Kündigung nach § 19 Abs 2 Z 4 MG.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 168/66
    Entscheidungstext OGH 21.06.1966 8 Ob 168/66
    Veröff: MietSlg 18210
  • 5 Ob 275/67
    Entscheidungstext OGH 10.01.1968 5 Ob 275/67
    nur: Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen, wobei es darauf ankommt, ob wichtige Interessen des Vermieters verkürzt werden oder ob eine erhebliche Verletzung des Bestandgegenstands vorgekommen ist oder auch nur droht (6 Ob 64/64 = MietSlg 16323; vgl auch MietSlg 15285). Eine physische Schädigung des Bestandgegenstands oder eines Teiles davon ist also nicht erforderlich. (T1)
    Veröff: MietSlg 20183
  • 7 Ob 113/68
    Entscheidungstext OGH 22.05.1968 7 Ob 113/68
    nur: Zur Herstellung des Auflösungsgrundes nach § 1118 ABGB ist in subjektiver Hinsicht kein Verschulden des Vertragspartners notwendig; es genügt vielmehr, dass sich der Mieter der Nachteiligkeit seines Gebrauches bewusst war (1 Ob 45/62 = MietSlg 9624). Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen. (T2)
    Beisatz: Abreißen (= einmaliges Entfernen) eines schadhaften, wenngleich wertvollen Barockofens genügt nicht. (T3)
    Veröff: MietSlg 20382
  • 1 Ob 19/71
    Entscheidungstext OGH 28.01.1971 1 Ob 19/71
    Veröff: MietSlg 23183
  • 4 Ob 594/71
    Entscheidungstext OGH 12.10.1971 4 Ob 594/71
    nur T2; nur T1; Veröff: MietSlg 23184
  • 7 Ob 198/72
    Entscheidungstext OGH 13.09.1972 7 Ob 198/72
    nur T1; Beisatz: Hier: § 19 (2) Z 12 MG. (T4)
    Veröff: MietSlg 24342
  • 7 Ob 808/79
    Entscheidungstext OGH 10.04.1980 7 Ob 808/79
    nur T1; Beisatz: Oder die Schädigung des Rufes des Bestandgebers oder - bei Unternehmensverpachtung - seines Unternehmens droht. (T5)
  • 2 Ob 573/80
    Entscheidungstext OGH 17.02.1981 2 Ob 573/80
    nur T1; Beisatz: Die Form der Gestaltung des Betriebes ist zwar dem Pächter anheimgestellt, doch muss in völliger Unterlassung des Betriebes eines Schiliftes durch einen langen Zeitraum ein erheblich nachteiliger Gebrauch und damit eine gröbliche Verletzung der im Vertrag vereinbarten Betriebspflicht erblickt werden. (T6)
    Veröff: MietSlg 33202
  • 1 Ob 737/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 1 Ob 737/81
    Auch; nur: Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen, wobei es darauf ankommt, ob wichtige Interessen des Vermieters verkürzt werden oder ob eine erhebliche Verletzung des Bestandgegenstands vorgekommen ist oder auch nur droht. (T7)
    Veröff: MietSlg 33197
  • 1 Ob 590/82
    Entscheidungstext OGH 07.07.1982 1 Ob 590/82
    nur T1
  • 1 Ob 675/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 1 Ob 675/87
    nur: Zur Herstellung des Auflösungsgrundes nach § 1118 ABGB ist in subjektiver Hinsicht kein Verschulden des Vertragspartners notwendig; es genügt vielmehr, dass sich der Mieter der Nachteiligkeit seines Gebrauches bewusst war (1 Ob 45/62 = MietSlg 9624). Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen, wobei es darauf ankommt, ob wichtige Interessen des Vermieters verkürzt werden oder ob eine erhebliche Verletzung des Bestandgegenstands vorgekommen ist oder auch nur droht (6 Ob 64/64 = MietSlg 16323; vgl auch MietSlg 15285). Eine physische Schädigung des Bestandgegenstands oder eines Teiles davon ist also nicht erforderlich. (T8)
  • 8 Ob 580/87
    Entscheidungstext OGH 11.02.1988 8 Ob 580/87
    nur T2; Beisatz: Oder durch Unterlassung notwendiger Vorkehrungen wichtige Interessen des Bestandgebers verletzt werden oder wenn eine erhebliche Verletzung der Substanz des Bestandgegenstands erfolgt ist oder zumindest droht. (T9)
  • 1 Ob 550/88
    Entscheidungstext OGH 18.05.1988 1 Ob 550/88
    nur T8; Beis wie T9
  • 5 Ob 599/88
    Entscheidungstext OGH 23.05.1989 5 Ob 599/88
    nur T1; Beisatz: Dabei kommt es auf die Umstände des Einzelfalles an, die in ihrer Gesamtheit zu betrachten sind. (T10)
  • 1 Ob 587/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 587/89
    nur T8; Beis wie T9
  • 1 Ob 628/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 628/90
    nur T8; Veröff: WoBl 1991,136 f = MietSlg XLII/7
  • 6 Ob 589/91
    Entscheidungstext OGH 23.01.1992 6 Ob 589/91
    nur T1; Beisatz: Gegen andere Eigenmächtigkeiten des Mieters ist der Vermieter nicht schutzlos; er kann die Unterlassung beziehungsweise Wiederherstellung des vorigen Zustandes begehren. (T11)
    Veröff: WoBl 1992,143
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    nur: Zur Herstellung des Auflösungsgrundes nach § 1118 ABGB ist in subjektiver Hinsicht kein Verschulden des Vertragspartners notwendig; es genügt vielmehr, dass sich der Mieter der Nachteiligkeit seines Gebrauches bewusst war (1 Ob 45/62 = MietSlg 9624). (T12)
  • 10 Ob 2073/96t
    Entscheidungstext OGH 09.04.1996 10 Ob 2073/96t
    nur T12; nur T7; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Radikaler Schnitt von zwei Bäumen durch den Mieter in dem von ihm mit einer Wohnung mitgemieteten Gartenteil, den der Mieter zu pflegen hatte - kein "erheblich nachteiliger Gebrauch". (T13)
  • 1 Ob 1504/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 1504/96
    nur T12
  • 1 Ob 2315/96i
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2315/96i
    nur T2, Beis wie T10
  • 3 Ob 367/97k
    Entscheidungstext OGH 15.04.1998 3 Ob 367/97k
    nur T7
  • 3 Ob 33/97t
    Entscheidungstext OGH 16.09.1998 3 Ob 33/97t
    Beis wie T8
  • 7 Ob 51/99x
    Entscheidungstext OGH 09.03.1999 7 Ob 51/99x
    nur T12; Beisatz: Die ratio des § 1118 erster Fall ABGB stellt neben einem objektiven Nachweis der Substanzgefährdung des Hauses auf den Verlust der Vertrauenswürdigkeit des Bestandnehmers ab. (T14)
  • 3 Ob 65/99a
    Entscheidungstext OGH 28.10.1999 3 Ob 65/99a
    Vgl; Beis wie T10; Beisatz: Die nicht einmal bewusst fahrlässige Verursachung eines Wasserschadens und die eigenmächtige - wenn auch nicht mutwillige - Anbringung eines Stützbalkens zusammen, können nicht als lang dauernde beziehungsweise wiederholte vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes qualifiziert werden, selbst wenn man außer Acht lässt, dass nach den Feststellungen der Voreigentümer das Haus bereits vor diesen Vorfällen als Abbruchhaus angesehen hatte, was ebenfalls geeignet wäre, die Schwere der Vorfälle weiter zu relativieren. (T15)
  • 10 Ob 17/00y
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 10 Ob 17/00y
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 7 Ob 321/99b
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 321/99b
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 73/29
  • 1 Ob 254/00k
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 254/00k
    Auch; Beis wie T14
  • 7 Ob 225/00i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2000 7 Ob 225/00i
    Auch; nur T12
  • 3 Ob 151/02f
    Entscheidungstext OGH 23.10.2002 3 Ob 151/02f
    Auch; nur T12; Beisatz: Die Aufhebung des Vertrages setzt nur die nach gewöhnlichen Fähigkeiten zu bestimmende Erkennbarkeit der Nachteiligkeit des Verhaltens für Bestandgeberinteressen und Bestandobjekt voraus. (T16)
    Beisatz: Die wichtigen Gründe in der Person des Bestandnehmers müssen die Interessen des Bestandgebers soweit nachteilig berühren, dass sie bei objektiver Betrachtungsweise einen verständigen Bestandgeber zur Vertragsauflösung veranlassen würden und diese als gerechte, dem Sachverhalt adäquate Maßnahme erscheinen lassen. (T17)
  • 7 Ob 17/03f
    Entscheidungstext OGH 12.02.2003 7 Ob 17/03f
    Auch; nur T2; Beis wie T9; Beis wie T14
  • 3 Ob 164/02t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2003 3 Ob 164/02t
    Auch; nur T2; Beis wie T9; Beisatz: Die Schädlichkeit seines Verhaltens muss dem Mieter nicht subjektiv erkennbar sein, vielmehr wird nur die nach einem generellen Maßstab von einem durchschnittlichen Mieter zu erwartende Erkennbarkeit der Schädlichkeit eines bestimmten Verhaltens gefordert. (T18)
  • 3 Ob 268/02m
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 3 Ob 268/02m
    Vgl auch; Beisatz: Der erhebliche Nachteil kann in jeder erheblichen Verletzung ideeller oder wirtschaftlicher Interessen des Vermieters liegen. Es genügt unter anderem bereits die drohende Schädigung der Substanz des Mietgegenstands. (T19)
  • 9 Ob 51/06z
    Entscheidungstext OGH 07.06.2006 9 Ob 51/06z
    nur T7
  • 5 Ob 235/07f
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 235/07f
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T17; Beis wie T18; Beisatz: Die in ihrer Gesamtheit zu betrachtenden Umstände sind nicht in Einzelfakten zu zerlegen. (T20)
    Beisatz: Wenn der Bestandnehmer einem Familienangehörigen des Bestandgebers im Rahmen einer Besichtigung des Bestandobjekts einen Schlag ins Gesicht versetzt (5 mm lange Rissquetschwunde, geringfügige Zahnverletzung), dann stellt dies auch dann eine inakzeptable Belastung des Verhältnisses der Vertragspartner dar, wenn es sich beim Angehörigen um keinen „Mitbewohner" handelt. (T21)
  • 8 Ob 86/08t
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 8 Ob 86/08t
    Auch; nur T12; Beis wie T9; Beisatz: Ein Verschulden des Mieters ist nicht erforderlich. (T22)
  • 7 Ob 174/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 174/08a
    Auch; nur: Unter dem erheblichen nachteiligen Gebrauch ist eine länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjekts zu verstehen. (T23)
  • 3 Ob 108/09t
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 3 Ob 108/09t
    nur T12; Beis wie T18
  • 3 Ob 20/09a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 20/09a
    Auch; nur T1; nur T12; Beisatz: Hier: Sorgloser Umgang mit Wasser, wenn dadurch Wasserschäden drohen, stellt nachteiligen Gebrauch dar. (T24)
    Veröff: SZ 2009/70
  • 6 Ob 269/09s
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 269/09s
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T16; Beis wie T22
  • 3 Ob 4/10z
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 3 Ob 4/10z
    Auch; nur T8; nur T12; Beis wie T16
  • 2 Ob 165/11w
    Entscheidungstext OGH 10.11.2011 2 Ob 165/11w
    Auch; Auch Beis wie T9
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
    Auch; nur T7; nur T12
  • 7 Ob 199/11g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 199/11g
    Auch; nur ähnlich T1; Beisatz: Hier: Besonders rücksichtslose Durchsetzung von Sanierungsplänen unter Missachtung einer einstweiligen Vorkehrung und Begehung von Besitzstörungen. (T25)
  • 1 Ob 39/12k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 39/12k
    nur: Zur Herstellung des Auflösungsgrundes nach § 1118 ABGB ist in subjektiver Hinsicht kein Verschulden des Vertragspartners notwendig; es genügt vielmehr, dass sich der Mieter der Nachteiligkeit seines Gebrauches bewusst war. Unter "erheblich nachteiligem Gebrauch" ist auch nur eine wiederholte länger anhaltende vertragswidrige Benützung des Bestandobjektes zu verstehen, wobei es darauf ankommt, ob wichtige Interessen des Vermieters verkürzt werden oder ob eine erhebliche Verletzung des Bestandgegenstands vorgekommen ist oder auch nur droht. (T26)
    Beis wie T9; Beis wie T17; Beis wie T19 nur: Der erhebliche Nachteil kann in jeder erheblichen Verletzung ideeller oder wirtschaftlicher Interessen des Vermieters liegen. (T27)
    Beis wie T20; Beis wie T22
  • 7 Ob 228/12y
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 228/12y
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
    Auch; nur T7; Vgl Beis wie T24
  • 10 Ob 26/15v
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 10 Ob 26/15v
    Auch; Beis wie T17
  • 4 Ob 225/15i
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 4 Ob 225/15i
    Auch; Beis wie T10
  • 3 Ob 5/17g
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 3 Ob 5/17g
    Vgl auch; Beis wie T24
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Vgl auch
  • 8 Ob 123/17x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 123/17x
  • 7 Ob 198/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 198/17v
    Auch
  • 7 Ob 53/18x
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 53/18x
    Auch
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0020981

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19660621_OGH0002_0080OB00168_6600000_001

Rechtssatz für 1Ob182/72 3Ob212/73 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021018

Geschäftszahl

1Ob182/72; 3Ob212/73; 3Ob668/80; 8Ob567/90; 1Ob550/95; 3Ob33/97t; 8Ob58/99h; 7Ob321/99b; 10Ob230/00x; 9Ob37/00g; 1Ob41/02i; 3Ob235/03k; 5Ob145/04s; 10Ob62/04x; 6Ob301/05s; 8Ob44/07i; 5Ob291/07s; 5Ob235/07f; 6Ob288/07g; 8Ob36/09s; 9Ob88/08v; 6Ob269/09s; 3Ob4/10z; 8Ob137/10w; 7Ob242/10d; 8Ob47/10k; 8Ob140/10m; 5Ob142/11k; 5Ob128/12b; 2Ob23/13s; 9Ob71/13a; 1Ob58/15h; 5Ob45/15a; 4Ob225/15i; 7Ob99/17k; 8Ob119/17h; 8Ob123/17x; 7Ob198/17v; 1Ob82/18t; 1Ob100/18i; 6Ob170/18w; 4Ob107/19t; 5Ob84/19t; 1Ob39/19w

Entscheidungsdatum

04.10.1972

Norm

ABGB §1118 C
MRG §30 Abs2 Z3 B

Rechtssatz

Ob ein erheblich nachteiliger Gebrauch vorliegt, ist nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen (so schon MietSlg 18209, 18379 ua).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 182/72
    Entscheidungstext OGH 04.10.1972 1 Ob 182/72
    Veröff: MietSlg 24167
  • 3 Ob 212/73
    Entscheidungstext OGH 11.12.1973 3 Ob 212/73
  • 3 Ob 668/80
    Entscheidungstext OGH 11.11.1981 3 Ob 668/80
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob der Klagegrund des § 1118 Fall 1 ABGB vorliegt, muss jedoch von den festgestellten Tatsachen in ihrer Gesamtheit ausgegangen werden. Hier: Bordellähnliche Zustände. (T1) Veröff: RZ 1982/19 S 60
  • 8 Ob 567/90
    Entscheidungstext OGH 29.03.1990 8 Ob 567/90
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; Beis wie T1 nur: Bei der Beurteilung, ob der Klagegrund des § 1118 Fall 1 ABGB vorliegt, muss jedoch von den festgestellten Tatsachen in ihrer Gesamtheit ausgegangen werden. (T2)
  • 3 Ob 33/97t
    Entscheidungstext OGH 16.09.1998 3 Ob 33/97t
    Beisatz: Insbesondere sind das Ausmaß des eingetretenen oder drohenden Schadens sowie die Dauer des beeinträchtigenden Verhaltens zu berücksichtigen. (T3)
  • 8 Ob 58/99h
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 Ob 58/99h
  • 7 Ob 321/99b
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 321/99b
    Veröff: SZ 73/29
  • 10 Ob 230/00x
    Entscheidungstext OGH 05.09.2000 10 Ob 230/00x
    Auch; Beis wie T2
  • 9 Ob 37/00g
    Entscheidungstext OGH 04.10.2000 9 Ob 37/00g
  • 1 Ob 41/02i
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 41/02i
    Beis wie T2
  • 3 Ob 235/03k
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 235/03k
    Auch
  • 5 Ob 145/04s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 5 Ob 145/04s
    Beis wie T2
  • 10 Ob 62/04x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 10 Ob 62/04x
  • 6 Ob 301/05s
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 301/05s
    Beisatz: Hier: Nachteiliger Gebrauch verneint: Dem Bestandnehmer war es gestattet, das im Bestandobjekt befindliche Inventar zu entfernen und durch eigenes zu ersetzen. Die übrigen Schäden entstanden bei ordnungsgemäßer Benutzung des Bestandobjekts. (T4)
  • 8 Ob 44/07i
    Entscheidungstext OGH 21.05.2007 8 Ob 44/07i
    Beisatz: Hier zu § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall MRG. (T5)
  • 5 Ob 291/07s
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 5 Ob 291/07s
    Auch; Beis wie T5
  • 5 Ob 235/07f
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 235/07f
    Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Die in ihrer Gesamtheit zu betrachtenden Umstände sind nicht in Einzelfakten zu zerlegen. (T6)
  • 6 Ob 288/07g
    Entscheidungstext OGH 21.02.2008 6 Ob 288/07g
    Beis wie T5
  • 8 Ob 36/09s
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 8 Ob 36/09s
    Auch; Beisatz: Hier: Trotz grundsätzlicher Einzelfallbezogenheit ausnahmsweise korrigierendes Eingreifen des Obersten Gerichtshofs wegen Fehlens entscheidungswesentlicher Feststellungen erforderlich. (T7)
  • 9 Ob 88/08v
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 Ob 88/08v
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 269/09s
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 269/09s
  • 3 Ob 4/10z
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 3 Ob 4/10z
    Beis wie T2
  • 8 Ob 137/10w
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 Ob 137/10w
    Beis wie T5
  • 7 Ob 242/10d
    Entscheidungstext OGH 19.01.2011 7 Ob 242/10d
  • 8 Ob 47/10k
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 Ob 47/10k
  • 8 Ob 140/10m
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 Ob 140/10m
  • 5 Ob 142/11k
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 5 Ob 142/11k
    Auch
  • 5 Ob 128/12b
    Entscheidungstext OGH 26.07.2012 5 Ob 128/12b
    Auch
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
  • 9 Ob 71/13a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 9 Ob 71/13a
  • 1 Ob 58/15h
    Entscheidungstext OGH 23.04.2015 1 Ob 58/15h
    Auch
  • 5 Ob 45/15a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2015 5 Ob 45/15a
  • 4 Ob 225/15i
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 4 Ob 225/15i
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
  • 8 Ob 119/17h
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 119/17h
    Auch
  • 8 Ob 123/17x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 123/17x
  • 7 Ob 198/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 198/17v
  • 1 Ob 82/18t
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 82/18t
  • 1 Ob 100/18i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 100/18i
  • 6 Ob 170/18w
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 170/18w
    Beis wie T2
  • 4 Ob 107/19t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 107/19t
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
  • 1 Ob 39/19w
    Entscheidungstext OGH 03.04.2019 1 Ob 39/19w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0021018

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19721004_OGH0002_0010OB00182_7200000_002

Rechtssatz für 3Ob85/83 3Ob125/84 3Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011243

Geschäftszahl

3Ob85/83; 3Ob125/84; 3Ob38/90; 5Ob98/90; 1Ob550/95; 5Ob36/00f; 3Ob24/04g; 5Ob28/04k; 1Ob213/09v

Entscheidungsdatum

14.09.1983

Norm

ABGB §435

Rechtssatz

Auch ein fest gemauertes und nicht ohne Zerstörung der Substanz wieder entfernbares Bauwerk kann ein Überbau sein. (so schon EvBl 1976/105).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 85/83
    Entscheidungstext OGH 14.09.1983 3 Ob 85/83
    Veröff: NZ 1984,222 = JBl 1985,288 = MietSlg 35043
  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    Veröff: EvBl 1986/10 S 45 = RdW 1985,368 = MietSlg 37026 = MietSlg 37030(12)
  • 3 Ob 38/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 3 Ob 38/90
    Veröff: RdW 1991,11 = JBl 1991,378
  • 5 Ob 98/90
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 5 Ob 98/90
    Veröff: NZ 1992,66 (Hofmeister)
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; Beisatz: Für die Qualifikation eines Bauwerkes als Superädifikat ist gerade nicht von Bedeutung, ob die Möglichkeit seiner Entfernung ohne Substanzverlust besteht. (T1)
  • 5 Ob 36/00f
    Entscheidungstext OGH 29.02.2000 5 Ob 36/00f
  • 3 Ob 24/04g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 24/04g
  • 5 Ob 28/04k
    Entscheidungstext OGH 03.08.2004 5 Ob 28/04k
  • 1 Ob 213/09v
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 1 Ob 213/09v

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0011243

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2010

Dokumentnummer

JJR_19830914_OGH0002_0030OB00085_8300000_008

Rechtssatz für 3Ob85/83 3Ob125/84 3Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011252

Geschäftszahl

3Ob85/83; 3Ob125/84; 3Ob617/85; 3Ob516/90 (5Ob517/90); 7Ob520/91; 5Ob98/90; 1Ob513/93; 3Ob158/93; 3Ob119/93; 1Ob550/95; 3Ob2277/96s; 5Ob36/00f; 3Ob284/99g; 9Ob112/03s; 3Ob24/04g; 2Ob242/05k; 5Ob144/08z; 3Ob25/09m; 1Ob213/09v; 7Ob99/11a; 6Ob108/12v; 7Ob27/13s; 7Ob90/13f; 2Ob164/12z; 1Ob213/13z; 3Ob19/14m

Entscheidungsdatum

14.09.1983

Norm

ABGB §435

Rechtssatz

Ein Überbau im Sinne des § 435 ABGB liegt vor, wenn auf fremden Grund ein Bauwerk in der Absicht aufgeführt wird, dass es nicht stets darauf bleiben soll. Das Fehlen der Belassungsabsicht muss äußerlich erkennbar sein. Die maßgebliche Absicht tritt im Allgemeinen durch das äußere Erscheinungsbild des Bauwerkes hervor. Die kann aber auch aus anderen Umständen erschlossen werden, zum Beispiel aus den Rechtsverhältnissen, die zwischen dem Grundeigentümer und dem Erbauer bestehen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 85/83
    Entscheidungstext OGH 14.09.1983 3 Ob 85/83
    Veröff: NZ 1984,222 = JBl 1985,288
  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    Beisatz: Für die Bauwerkseigenschaft genügt es, wenn der Erbauer das Gebäude - als sein Eigentum - nur für die Dauer seines Grundbenützungsverhältnisses auf dem fremden Grund stehend wissen will, während ihm sein späteres Schicksal gleichgültig ist. Selbst wenn von vorneherein vereinbart gewesen ist, dass das Gebäude nach Ablauf des Grundbenützungsverhältnisses dem Grundeigentümer zufallen sollte, liegt ein Überbau vor. (T1) Veröff: SZ 58/23 = RdW 1985,368 = MietSlg 27026 = MietSlg 27030(12)
  • 3 Ob 617/85
    Entscheidungstext OGH 09.07.1986 3 Ob 617/85
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Sollen die aufgerichteten Baulichkeiten als Überbauten auf dem fremden Grund nur für die Dauer des Grundbenützungsverhältnisses bestehen bleiben, bedarf es nicht der Feststellung, was nach dem Willen der Vertragsteile zu geschehen hat, wenn das Grundbenützungsverhältnis endet, ob sie etwa vom Erbauer abzutragen sind oder in das Eigentum des Grundeigentümers übergehen sollen. (T2) Veröff: MietSlg 38/29
  • 3 Ob 516/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 3 Ob 516/90
    Beisatz: Bei Bauten, die auf fremdem Grund gleich einem auf Dauer errichteten Gebäude in fester und solider Bauweise ausgeführt sind, muss sich die erforderliche Absicht der nicht ständigen Belassung des Gebäudes durch ein von vornherein zeitlich begrenztes vom Grundeigentümer eingeräumtes Grundbenützungsrecht objektivieren lassen. (T3) Veröff: SZ 63/100 = JBl 1991,238 = NZ 1992,6
  • 7 Ob 520/91
    Entscheidungstext OGH 21.03.1991 7 Ob 520/91
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 98/90
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 5 Ob 98/90
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: NZ 1992,66 (Hofmeister)
  • 1 Ob 513/93
    Entscheidungstext OGH 22.03.1993 1 Ob 513/93
    Auch; Veröff: SZ 66/38 = NZ 1994,15
  • 3 Ob 158/93
    Entscheidungstext OGH 15.09.1993 3 Ob 158/93
    nur: Ein Überbau im Sinne des § 435 ABGB liegt vor, wenn auf fremden Grund ein Bauwerk in der Absicht aufgeführt wird, dass es nicht stets darauf bleiben soll. (T4); Beis wie T2
  • 3 Ob 119/93
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 3 Ob 119/93
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 67/61
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 2277/96s
    Entscheidungstext OGH 20.11.1996 3 Ob 2277/96s
    Auch; nur T4
  • 5 Ob 36/00f
    Entscheidungstext OGH 29.02.2000 5 Ob 36/00f
  • 3 Ob 284/99g
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 3 Ob 284/99g
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Vertragliche Überlassung des Rechts zur Nutzung bestimmter Teile des mit einem Baurecht belasteten Grundstücks durch den Grundeigentümer; keine analoge Anwendung des § 418 3. Fall ABGB. (T5); Veröff: SZ 74/126
  • 9 Ob 112/03s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2003 9 Ob 112/03s
    Auch; nur T4; Beisatz: Hier: Superädifikat in einem Kleingarten. (T6)
  • 3 Ob 24/04g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 24/04g
    Vgl auch
  • 2 Ob 242/05k
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 242/05k
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Die Vereinbarung der Superädifikatseigenschaft eines Bauwerkes durch bloße Parteienübereinkunft ohne Vorliegen von mangelnder Belassungsabsicht ist demzufolge nicht möglich. (T7)
    Beisatz: Grundsätzlich kommen also drei Kriterien für das Fehlen der Belassungsabsicht in Betracht: 1. Das äußere Erscheinungsbild des Bauwerkes, 2. eine Zweckwidmung und 3. das zugrunde liegende Grundnutzungsverhältnis. Alle drei Gesichtspunkte sind ins Kalkül zu ziehen. Besondere Vorsicht ist beim Kriterium des Grundnutzungsverhältnisses insoweit geboten, als dieser Aspekt besonders wenig publizitätswirksam ist. (T8)
  • 5 Ob 144/08z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
    Vgl auch; Beisatz: Tankstellenanlage. (T9)
  • 3 Ob 25/09m
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 3 Ob 25/09m
    Auch; Beisatz: Maßgeblich für die Qualifikation eines Bauwerks als Superädifikat ist das Fehlen der Belassungsabsicht durch den Erbauer im Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes. (T10)
    Beisatz: Hier: Zwei Gewächshäuser auf einer nicht dem Verpflichteten gehörenden Teilfläche. (T11)
    Veröff: SZ 2009/38
  • 1 Ob 213/09v
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 1 Ob 213/09v
  • 7 Ob 99/11a
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 7 Ob 99/11a
    Auch; Beis wie T10; Beis ähnlich wie T8
  • 6 Ob 108/12v
    Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 108/12v
    nur: Nach ständiger Rechtsprechung muss das Fehlen dieser Belassungsabsicht grundsätzlich äußerlich erkennbar sein, also durch das äußere Erscheinungsbild des Bauwerks. (T12)
    Beisatz: Bei einem mit festem Fundament errichteten Gebäude ist diese Voraussetzung nicht gegeben. (T13)
  • 7 Ob 27/13s
    Entscheidungstext OGH 23.05.2013 7 Ob 27/13s
  • 7 Ob 90/13f
    Entscheidungstext OGH 19.06.2013 7 Ob 90/13f
    Auch; Beis wie T10
  • 2 Ob 164/12z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 2 Ob 164/12z
    Beisatz: Hier: Von Gärtnerei verwendeter Folientunnel. (T14)
  • 1 Ob 213/13z
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 213/13z
    Auch; Beisatz: Hier: Luftschutz- Stollenanlage. (T15)
  • 3 Ob 19/14m
    Entscheidungstext OGH 08.04.2014 3 Ob 19/14m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Panoramastraße (T16)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0011252

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.06.2014

Dokumentnummer

JJR_19830914_OGH0002_0030OB00085_8300000_009

Rechtssatz für 4Ob1502/85 8Ob1599/92 9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070243

Geschäftszahl

4Ob1502/85; 8Ob1599/92; 9Ob1611/94; 9Ob510/94; 1Ob550/95; 8Ob521/95; 1Ob1504/96; 4Ob2054/96d; 10Ob2159/96i; 1Ob52/97x; 3Ob20/98g; 9Ob212/99p; 7Ob225/00i; 8Ob119/01k; 6Ob179/01v; 9Ob11/04i; 5Ob291/07s; 5Ob235/07f; 5Ob242/08m; 5Ob226/09k; 5Ob227/09g; 8Ob23/11g; 8Ob53/11v; 8Ob94/11y; 2Ob164/11y; 7Ob199/11g; 2Ob23/13s; 9Ob71/13a; 8Ob67/14g; 10Ob4/15h; 10Ob26/15v; 1Ob30/15s; 10Ob83/15a; 7Ob144/15z; 7Ob99/17k; 8Ob119/17h; 3Ob214/17t; 1Ob82/18t; 10Ob19/19w; 4Ob107/19t; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

05.02.1985

Norm

MRG §30 Abs2 Z3 E

Rechtssatz

Der Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 3 MRG (früher: § 19 Abs 2 Z 3 MG) setzt regelmäßig kein Verschulden des Mieters voraus; dies entspricht der ständigen Judikatur des OGH.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 1502/85
    Entscheidungstext OGH 05.02.1985 4 Ob 1502/85
    Veröff: MietSlg 37412
  • 8 Ob 1599/92
    Entscheidungstext OGH 31.08.1992 8 Ob 1599/92
  • 9 Ob 1611/94
    Entscheidungstext OGH 21.11.1994 9 Ob 1611/94
  • 9 Ob 510/94
    Entscheidungstext OGH 21.11.1994 9 Ob 510/94
    Veröff: SZ 67/236
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch
  • 8 Ob 521/95
    Entscheidungstext OGH 20.09.1995 8 Ob 521/95
  • 1 Ob 1504/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 1504/96
    Auch
  • 4 Ob 2054/96d
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 4 Ob 2054/96d
  • 10 Ob 2159/96i
    Entscheidungstext OGH 27.03.1997 10 Ob 2159/96i
  • 1 Ob 52/97x
    Entscheidungstext OGH 24.06.1997 1 Ob 52/97x
  • 3 Ob 20/98g
    Entscheidungstext OGH 25.03.1998 3 Ob 20/98g
  • 9 Ob 212/99p
    Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 Ob 212/99p
  • 7 Ob 225/00i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2000 7 Ob 225/00i
    Auch
  • 8 Ob 119/01k
    Entscheidungstext OGH 25.06.2001 8 Ob 119/01k
  • 6 Ob 179/01v
    Entscheidungstext OGH 23.08.2001 6 Ob 179/01v
  • 9 Ob 11/04i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 9 Ob 11/04i
  • 5 Ob 291/07s
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 5 Ob 291/07s
    Auch; Beisatz: Es reicht aus, dass dem Mieter das nachteilige Verhalten bewusst war oder bewusst sein musste, wobei der Maßstab eines durchschnittlichen Mieters anzulegen ist. (T1)
  • 5 Ob 235/07f
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 235/07f
    Auch; Beisatz: Hier: § 1118 1. Fall ABGB. (T2)
  • 5 Ob 242/08m
    Entscheidungstext OGH 04.11.2008 5 Ob 242/08m
    Auch
  • 5 Ob 226/09k
    Entscheidungstext OGH 10.11.2009 5 Ob 226/09k
    Beisatz: Hier: Kein Verschulden des Störers. (T3)
  • 5 Ob 227/09g
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 5 Ob 227/09g
  • 8 Ob 23/11g
    Entscheidungstext OGH 22.03.2011 8 Ob 23/11g
  • 8 Ob 53/11v
    Entscheidungstext OGH 15.07.2011 8 Ob 53/11v
    Auch
  • 8 Ob 94/11y
    Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 94/11y
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Der Maßstab eines durchschnittlichen Mieters ist zugrunde zu legen. (T4)
  • 7 Ob 199/11g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 199/11g
    Auch
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
    Auch; Beis wie T1
  • 9 Ob 71/13a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 9 Ob 71/13a
  • 8 Ob 67/14g
    Entscheidungstext OGH 25.08.2014 8 Ob 67/14g
    Beis wie T1; Beis wie T4
  • 10 Ob 4/15h
    Entscheidungstext OGH 24.02.2015 10 Ob 4/15h
  • 10 Ob 26/15v
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 10 Ob 26/15v
  • 1 Ob 30/15s
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 30/15s
    Auch
  • 10 Ob 83/15a
    Entscheidungstext OGH 01.10.2015 10 Ob 83/15a
  • 7 Ob 144/15z
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 144/15z
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Auch
  • 8 Ob 119/17h
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 119/17h
    Beis wie T1
  • 3 Ob 214/17t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 3 Ob 214/17t
  • 1 Ob 82/18t
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 82/18t
    Beis wie T1
  • 10 Ob 19/19w
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 10 Ob 19/19w
  • 4 Ob 107/19t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 107/19t
    Beis wie T1; Beis wie T4
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0070243

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19850205_OGH0002_0040OB01502_8500000_001

Rechtssatz für 7Ob528/88 3Ob593/89 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070348

Geschäftszahl

7Ob528/88; 3Ob593/89; 5Ob501/92; 1Ob562/94; 1Ob550/95; 4Ob2135/96s; 1Ob2315/96i; 1Ob280/98b; 10Ob270/99z; 10Ob17/00y; 1Ob117/00p; 9Ob187/01t; 3Ob164/02t; 7Ob174/08a; 3Ob108/09t; 8Ob73/10h; 8Ob137/10w; 2Ob164/11y; 7Ob199/11g; 1Ob39/12k; 7Ob228/12y; 2Ob23/13s; 8Ob67/14g; 7Ob99/17k; 8Ob119/17h; 8Ob123/17x; 7Ob198/17v; 7Ob53/18x; 1Ob82/18t; 1Ob100/18i; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

25.02.1988

Norm

ABGB §1118 C
MRG §30 Abs2 Z3 B

Rechtssatz

Erheblich nachteiliger Gebrauch liegt vor, wenn das Verhalten geeignet ist, den Ruf oder wichtige wirtschaftliche oder sonstige Interessen des Vermieters zu schädigen oder zu gefährden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 528/88
    Entscheidungstext OGH 25.02.1988 7 Ob 528/88
    Veröff: RZ 1988/37 S 165 = WoBl 1989,123 (Würth/Call)
  • 3 Ob 593/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1990 3 Ob 593/89
  • 5 Ob 501/92
    Entscheidungstext OGH 18.02.1992 5 Ob 501/92
    Veröff: EvBl 1992/134 S 585 = WoBl 1992,157
  • 1 Ob 562/94
    Entscheidungstext OGH 30.05.1994 1 Ob 562/94
    Auch; Beisatz: Der erhebliche Nachteil kann in jeder erheblichen Verletzung ideeller oder wirtschaftlicher Interessen des Vermieters liegen. (T1)
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 2135/96s
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2135/96s
    Beisatz: Die Unmöglichkeit, zufolge sachlicher Immunität (vollständige) Räumungsexekution zu führen, stellt eine wesentliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Interessen des Vermieters dar. (T2) Veröff: SZ 69/177
  • 1 Ob 2315/96i
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2315/96i
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 280/98b
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 280/98b
  • 10 Ob 270/99z
    Entscheidungstext OGH 16.11.1999 10 Ob 270/99z
  • 10 Ob 17/00y
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 10 Ob 17/00y
  • 1 Ob 117/00p
    Entscheidungstext OGH 30.05.2000 1 Ob 117/00p
    Beisatz: Dabei genügt eine "drohende Gefahr", eine gänzlich ungewisse künftige Möglichkeit kommt hingegen als wichtiger Auflösungsgrund beziehungsweise Kündigungsgrund nicht in Betracht. (T3); Beisatz: Inwiefern der Umstand, dass der Bestandnehmer aus illegalen Glücksspielen Einkünfte erzielt, einen (für die Bestandgeberin) erheblich nachteiligen Gebrauch darstellen sollte, ist nicht nachvollziehbar. (T4); Beisatz: Nicht jede gesetzwidrige oder vertragswidrige Verwendung des Bestandgegenstands durch den Mieter rechtfertigt die Aufkündigung, sie gibt dem Vermieter vielmehr in erster Linie bloß das Recht, die Unterlassung der unzulässigen Benützung zu begehren. (T5)
  • 9 Ob 187/01t
    Entscheidungstext OGH 28.11.2001 9 Ob 187/01t
  • 3 Ob 164/02t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2003 3 Ob 164/02t
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Es kommt daher nicht darauf an, dass sich bisher die übrigen Hausbewohner durch die Beklagte nicht beschwert fühlten, kein greifbarer Nachteil im Zusammenleben im Hausverband entsprungen ist oder für die Vermieterin ein konkreter Schaden am Mietobjekt (bisher) nicht entstand. (T6)
  • 7 Ob 174/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 174/08a
  • 3 Ob 108/09t
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 3 Ob 108/09t
  • 8 Ob 73/10h
    Entscheidungstext OGH 22.07.2010 8 Ob 73/10h
  • 8 Ob 137/10w
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 Ob 137/10w
    Auch
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
  • 7 Ob 199/11g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 199/11g
    Auch
  • 1 Ob 39/12k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 39/12k
    Auch; Beis wie T1
  • 7 Ob 228/12y
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 228/12y
    Auch
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
    Auch
  • 8 Ob 67/14g
    Entscheidungstext OGH 25.08.2014 8 Ob 67/14g
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Auch
  • 8 Ob 119/17h
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 119/17h
    Auch
  • 8 Ob 123/17x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 123/17x
  • 7 Ob 198/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 198/17v
    Auch
  • 7 Ob 53/18x
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 53/18x
    Auch
  • 1 Ob 82/18t
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 82/18t
  • 1 Ob 100/18i
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 100/18i
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0070348

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19880225_OGH0002_0070OB00528_8800000_001

Rechtssatz für 1Ob550/88 8Ob567/90 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021098

Geschäftszahl

1Ob550/88; 8Ob567/90; 1Ob550/95; 7Ob321/99b; 5Ob145/04s

Entscheidungsdatum

18.05.1988

Norm

ABGB §1118 C Fall1
MRG §30 Abs2 Z3 B

Rechtssatz

Feuerpolizeiwidrige Vorkehrungen beziehungsweise Unterlassungen wiegen schwerer, wenn der Bestandnehmer im Bestandobjekt zahlreiche Veranstaltungen mit dem damit verbundenen erhöhten Risiko für die Sicherheit der Beteiligten abhält. Durch solche Vorkehrungen bzw Unterlassungen werden wichtige Interessen des Bestandgebers, der der Baupolizei und der Feuerpolizei gegenüber für die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften und Auflagen verantwortlich ist, schwerstens beeinträchtigt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 550/88
    Entscheidungstext OGH 18.05.1988 1 Ob 550/88
  • 8 Ob 567/90
    Entscheidungstext OGH 29.03.1990 8 Ob 567/90
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Auch; nur: Durch solche Vorkehrungen beziehungsweise Unterlassungen werden wichtige Interessen des Bestandgebers, der der Baupolizei und der Feuerpolizei gegenüber für die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften und Auflagen verantwortlich ist, schwerstens beeinträchtigt. (T1)
  • 7 Ob 321/99b
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 7 Ob 321/99b
    Auch; Veröff: SZ 73/29
  • 5 Ob 145/04s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 5 Ob 145/04s
    Auch; Beisatz: Hier: Nichterfüllung von Aufträgen der (Naturschutzbehörde) Behörde durch den Bestandnehmer. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0021098

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2008

Dokumentnummer

JJR_19880518_OGH0002_0010OB00550_8800000_001

Rechtssatz für 5Ob658/89 6Ob589/91 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0020867

Geschäftszahl

5Ob658/89; 6Ob589/91; 1Ob550/95; 10Ob2073/96t; 1Ob1504/96; 7Ob51/99x; 8Ob58/99h; 10Ob17/00y; 7Ob17/03f; 7Ob174/08a; 3Ob20/09a; 2Ob165/11w; 2Ob164/11y; 7Ob199/11g; 5Ob45/15a; 1Ob112/15z; 1Ob33/16h; 3Ob5/17g; 7Ob99/17k; 8Ob123/17x; 7Ob198/17v; 4Ob107/19t; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

16.01.1990

Norm

ABGB §1118 A
ABGB §1118 C

Rechtssatz

Der Mieter muss sich so verhalten haben, dass er nicht mehr vertrauenswürdig ist. Dies setzt aber voraus, dass sein Verhalten zwar nicht schuldhaft sein muss, ihm aber doch bewusst werden hätte können, wobei von dem Bewusstseinkönnen eines durchschnittlichen Mieters auszugehen ist. Verhält sich dagegen der Mieter so, wie man dies von einem vertrauenswürdigen Durchschnittsmieter erwarten kann, so wird dies keinesfalls eine Auflösung des Mietverhältnisses nach § 1118 ABGB rechtfertigen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 658/89
    Entscheidungstext OGH 16.01.1990 5 Ob 658/89
    Veröff: WoBl 1992,76
  • 6 Ob 589/91
    Entscheidungstext OGH 23.01.1992 6 Ob 589/91
    Veröff: WoBl 1992,143
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Vgl; nur: Der Mieter muss sich so verhalten haben, dass er nicht mehr vertrauenswürdig ist. Dies setzt aber voraus, dass sein Verhalten zwar nicht schuldhaft sein muss, ihm aber doch bewusst werden hätte können. (T1)
  • 10 Ob 2073/96t
    Entscheidungstext OGH 09.04.1996 10 Ob 2073/96t
    nur T1; nur: Wobei von dem Bewusstseinkönnen eines durchschnittlichen Mieters auszugehen ist. (T2)
  • 1 Ob 1504/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 1504/96
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 51/99x
    Entscheidungstext OGH 09.03.1999 7 Ob 51/99x
    nur T1; nur T2
  • 8 Ob 58/99h
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 Ob 58/99h
    Auch; nur T1
  • 10 Ob 17/00y
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 10 Ob 17/00y
    nur T1; nur T2
  • 7 Ob 17/03f
    Entscheidungstext OGH 12.02.2003 7 Ob 17/03f
    nur: Der Mieter muss sich so verhalten haben, dass er nicht mehr vertrauenswürdig ist. Dies setzt aber voraus, dass sein Verhalten zwar nicht schuldhaft sein muss, ihm aber doch bewusst werden hätte können, wobei von dem Bewusstseinkönnen eines durchschnittlichen Mieters auszugehen ist. (T3)
    Beisatz: Es ist also kein Verschulden des Mieters erforderlich, wohl aber das Bewusstsein der Vertragswidrigkeit, wie es von einem vertrauenswürdigen Durchschnittsmieter erwartet werden kann. (T4)
  • 7 Ob 174/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 174/08a
    Auch; nur: Der Mieter muss sich so verhalten haben, dass er nicht mehr vertrauenswürdig ist. (T5)
  • 3 Ob 20/09a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 20/09a
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2009/70
  • 2 Ob 165/11w
    Entscheidungstext OGH 10.11.2011 2 Ob 165/11w
    Auch; nur T3; Beisatz: Dass einem durchschnittlichen Mieter die Schädlichkeit langjähriger Schimmelbildung sowohl für die eigene Gesundheit als auch für den Mietgegenstand bewusst sein muss, bedarf keiner näheren Begründung und entspricht der Lebenserfahrung. (T6)
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
    nur T3; Beisatz: Grundlage für einen Auflösungsanspruch ist immer ein vertragswidriges Verhalten. (T7)
  • 7 Ob 199/11g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 199/11g
    nur T3
  • 5 Ob 45/15a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2015 5 Ob 45/15a
    Auch
  • 1 Ob 112/15z
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 1 Ob 112/15z
    Auch
  • 1 Ob 33/16h
    Entscheidungstext OGH 19.10.2016 1 Ob 33/16h
    nur T1; Beisatz: Hier: Umsatzrückgänge, bei einem umsatzabhängig vereinbarten Bestandzins. (T8)
  • 3 Ob 5/17g
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 3 Ob 5/17g
    Auch
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Vgl auch
  • 8 Ob 123/17x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 123/17x
    nur T5
  • 7 Ob 198/17v
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 198/17v
    Auch
  • 4 Ob 107/19t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 107/19t
    nur T3
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0020867

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19900116_OGH0002_0050OB00658_8900000_001

Rechtssatz für 1Ob628/90 1Ob550/95 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0020970

Geschäftszahl

1Ob628/90; 1Ob550/95; 3Ob24/04g

Entscheidungsdatum

12.09.1990

Norm

ABGB §1118 C
Wr BauO §129
Wr BauO §129b

Rechtssatz

Läßt der Mieter einer Grundfläche die von ihm darauf errichteten Superädifikate in desolaten Zustand geraten, sodaß sogar bereits ein baupolizeilicher Beseitigungsauftrag erlassen werden mußte, so liegt erheblich nachteiliger Gebrauch schon deshalb vor, weil der Grundeigentümer nach Wiener Baurecht neben dem Eigentümer des Superädifikates für alle § 129 BauO für Wien widersprechenden Zustände am Gebäude haftet und durch die Verwahrlosung des Superädifikates somit auch wichtige Interessen des Vermieters konkret gefährdet werden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 628/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 628/90
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
    Vgl
  • 3 Ob 24/04g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 24/04g
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0020970

Dokumentnummer

JJR_19900912_OGH0002_0010OB00628_9000000_001

Rechtssatz für 8Ob505/95 1Ob550/95 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070433

Geschäftszahl

8Ob505/95; 1Ob550/95; 1Ob1504/96; 10Ob17/00y; 7Ob225/00i; 8Ob96/04g; 5Ob291/07s; 8Ob86/08t; 3Ob20/09a; 7Ob78/09k; 8Ob138/09s; 8Ob137/10w; 5Ob142/11k; 2Ob164/11y; 7Ob199/11g; 1Ob39/12k; 2Ob23/13s; 1Ob33/16h; 7Ob99/17k; 1Ob75/17m; 8Ob119/17h; 1Ob82/18t; 4Ob107/19t; 5Ob84/19t

Entscheidungsdatum

09.02.1995

Norm

ABGB §1118 C
MRG §30 Abs2 Z3 Fall1 E

Rechtssatz

Es reicht aus, dass dem Mieter das nachteilige Verhalten bewusst war oder bewusst sein musste.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 505/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 8 Ob 505/95
  • 1 Ob 550/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 550/95
  • 1 Ob 1504/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 1504/96
    Auch
  • 10 Ob 17/00y
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 10 Ob 17/00y
    Auch; Beisatz: Der Maßstab eines durchschnittlichen Mieters ist anzulegen. (T1)
  • 7 Ob 225/00i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2000 7 Ob 225/00i
    Auch
  • 8 Ob 96/04g
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 8 Ob 96/04g
    Beisatz: Dabei ist gerade bei der unsachgemäßen Installation von Duschen oder Badewannen durch nichtbefugte Gewerbsleute davon auszugehen, dass es einen erheblichen nachteiligen Gebrauch darstellt, wenn bei Auftreten von Schäden nicht sofort Abhilfe geschaffen wird. (T2)
  • 5 Ob 291/07s
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 5 Ob 291/07s
    Beis wie T1
  • 8 Ob 86/08t
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 8 Ob 86/08t
    Beis wie T1; Beisatz: Ein Verschulden des Mieters ist nicht erforderlich. (T3)
  • 3 Ob 20/09a
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 20/09a
    Beis wie T1; Beis wie T3; Veröff: SZ 2009/70
  • 7 Ob 78/09k
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 7 Ob 78/09k
    Auch; Beisatz: Der Kündigungsgrund nach § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall MRG setzt kein Verschulden des Mieters voraus, wohl aber das Bewusstsein der Vertragswidrigkeit, wie es von einem vertrauenswürdigen Durchschnittsmieter erwartet werden kann. (T4)
  • 8 Ob 138/09s
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 Ob 138/09s
    Beis wie T3
  • 8 Ob 137/10w
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 Ob 137/10w
    Auch
  • 5 Ob 142/11k
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 5 Ob 142/11k
    Auch; Beis auch wie T2
  • 2 Ob 164/11y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 164/11y
    Beis wie T3; Auch Beis wie T4; Beisatz: Der Maßstab eines durchschnittlichen Mieters ist zugrunde zu legen. (T5)
  • 7 Ob 199/11g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 7 Ob 199/11g
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 1 Ob 39/12k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 39/12k
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 2 Ob 23/13s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 23/13s
  • 1 Ob 33/16h
    Entscheidungstext OGH 19.10.2016 1 Ob 33/16h
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Umsatzrückgänge, bei einem umsatzabhängig vereinbarten Bestandzins. (T6)
  • 7 Ob 99/17k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 99/17k
    Auch
  • 1 Ob 75/17m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2017 1 Ob 75/17m
  • 8 Ob 119/17h
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 119/17h
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 1 Ob 82/18t
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 82/18t
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 107/19t
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 107/19t
    Beis wie T1; Beis wie T5
  • 5 Ob 84/19t
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 84/19t
    Beis wie T1; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0070433

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19950209_OGH0002_0080OB00505_9500000_001

Entscheidungstext 1Ob550/95

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ecolex 1995,718 = MietSlg 47.024 = MietSlg 47.337

Geschäftszahl

1Ob550/95

Entscheidungsdatum

25.04.1995

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Schlosser als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Schiemer, Dr.Gerstenecker, Dr.Rohrer und Dr.Zechner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.) Anneliese H*****, Angestellte, *****, und 2.) Silvia G*****, Pensionistin, *****, beide vertreten durch Dr.Erich Proksch und Dr.Richard Proksch, Rechtsanwälte in Wien, wider die beklagte Partei B***** mbH, *****, vertreten durch Dr.Anton Paul Schaffer, Rechtsanwalt in Wien, wegen Aufkündigung (Streitwert 24.000 S), infolge außerordentlicher Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Landesgerichtes für ZRS Wien als Berufungsgerichtes vom 14.September 1994, GZ 49 R 137/94-24, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Bezirksgerichtes Liesing vom 20.April 1994, GZ 2 C 2249/92-17, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Das angefochtene Urteil wird dahin abgeändert, daß das Urteil des Erstgerichts wiederhergestellt wird.

Die beklagte Partei ist schuldig, den klagenden Parteien die mit 12.696,28 S (darin 1.786,04 S Umsatzsteuer und 1.980 S Barauslagen) bestimmten Kosten des Rechtsmittelverfahrens binnen vierzehn Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Rechtsvorgänger der Kläger gaben die ihnen gehörende Liegenschaft EZ ***** KG I***** mit den Grundstücken Nr 1113 und 1114 mit „Pachtvertrag“ vom 28.Juli 1958 der beklagten Partei „auf dreißig Jahre unkündbar“ in Bestand. Nach den getroffenen Vereinbarungen ist „die Pächterin“ berechtigt, den Bestandgegenstand „ohne Einschränkung auf eine bestimmte Benützungsart zu verwenden“. Es ist ihr insbesondere gestattet, „auf dem Grundstück nach eingeholter Genehmigung der Behörde Bauten aller Art aufzuführen“. Diese sollten nicht in das Eigentum der Bestandgeber übergehen, „sondern im Eigentum der Pächterin bleiben“. Zur Sicherung des Eigentums „der Pächterin“ sind die Bestandgeber verpflichtet, „entsprechende Urkunden, die zur Eintragung im Grundbuch tauglich sind, auszustellen“. Nach Beendigung des „Pachtvertrages sind die Bauwerke, wenn nicht eine andere Einigung mit den Verpächtern erzielt wird, vollständig zu entfernen“. Im übrigen ist - soweit zumutbar - der Zustand im Zeitpunkt des Vertragsschlusses wiederherzustellen. Für die Einleitung von Wasser und Strom, für einen eventuell aufgestellten Zaun leisten die Grundeigentümer bei „Beendigung des Pachtvertrages“ keine Entschädigung, „trotzdem soll die Pächterin diese Anschlüsse und den Zaun auf dem Grunde belassen“. Verstößt „die Pächterin“ gegen Vertragsbestimmungen, haben die Bestandgeber das Recht, „den Vertrag vierzehntägig aufzukündigen bzw. in besonders krassen Fällen vom Vertrag zurückzutreten und eventuell Schadenersatz (zu) verlangen“. Aufgrund des Schenkungsvertrages vom 7.November 1979 sind jetzt die Kläger je zur Hälfte Miteigentümer des Bestandgegenstandes. Am 21.Oktober 1959 beantragte die beklagte Partei eine Baubewilligung zur Errichtung „eines betriebseigenen Wohnhauses mit Garage und Tankstelle“. Die Behörde forderte daraufhin die Bauwerberin am 24.Dezember 1959 auf, den bis zum 25.September 1959 wirksam gewesenen Fluchtlinienbescheid „zu verlängern und eine erforderliche Grundabtretung in das öffentliche Gut mit gleichzeitiger Bauplatzschaffung vorzunehmen“. Die beklagte Partei beantragte Fristverlängerung. Sie legte der Behörde die von dieser begehrten „Ergänzungen“ schließlich jedoch nicht vor und begann „mit der Errichtung des Hauses“. Mit Bescheid vom 23.Juni 1960 untersagte die Behörde die weitere Bauführung. Am 15.Jänner 1962 stellte die beklagte Partei einen weiteren Antrag auf „Baugenehmigung“. Mit Bescheid vom 6.März 1962 erteilte die Behörde „auf Widerruf“ gemäß § 71 BauO für Wien die Baubewilligung „für das Betriebs- bzw. Wohngebäude und das Lagergebäude“. Die Bauausführung erfolgte sodann insofern nicht konsensgemäß, als „das Gebäude teilweise unterkellert ausgeführt wurde“, seine Länge 37,87 m (genehmigt 33,70 m) und seine „Breite an der Straße“ 17,5 m (genehmigt 16,2 m) beträgt. Überdies wurde „das gesamte statische System geändert und stimmt mit der Bewilligung nicht überein“. In den Jahren 1968/69 führte die beklagte Partei eine „Aufstockung im hinteren Bereich“ ohne Baubewilligung durch. Entweder im Zuge dieser Aufstockung oder „auch bereits ursprünglich“ veränderte die beklagte Partei konsenslos oder konsenswidrig die Raumaufteilung im Gebäudeinneren. So befindet sich insbesondere eine Stiege nicht an der von der Behörde genehmigten Stelle. Infolge der Änderung der Raumaufteilung „kann auch die Widmung der ursprünglich genehmigten Räume nicht bestehen“, da keine Räume entsprechend der erteilten Baubewilligung existieren. Durch die Gebäudeaufstockung bedingt ist „das Dach nunmehr durchlaufend und somit wesentlich vom konsensmäßigen Zustand abweichend ausgeführt“. Ein bereits ursprünglich errichtetes Lagergebäude weist unter anderem einen durch die Behörde nicht genehmigten Zubau auf. Das Lagergebäude selbst ist um 4,40 m x 25 m größer als genehmigt. Es bestehen drei von der Behörde nicht bewilligte Rauchfänge. Eine als Lagerraum gewidmete Fläche wurde in eine Tischlerei umgewandelt. Abgesehen davon, gibt es noch weitere „kleinere Abweichungen“ der Bauausführung gegenüber der Baubewilligung. Im Jahr 1977 errichtete die beklagte Partei konsenswidrig ein Flugdach. Seine Länge beträgt 38,86 m (genehmigt 36,86 m). Im übrigen wurden „die Abstände der einzelnen Stahlbetonrahmen jedenfalls entsprechend geändert“. Nicht feststellbar ist, ob die Liegenschaftseigentümer Pläne für die „Abstockung“ (gemeint offenbar: Aufstockung) vorgelegt erhielten. Jedenfalls legte die beklagte Partei aber keine Pläne vor, die mit der Bauausführung übereinstimmten. Nach der „Aufstockung“ erwirkte die beklagte Partei eine Betriebsanlagengenehmigung. An der Verhandlung hatte auch ein Vertreter der Baubehörde teilgenommen. Ob die vorhandenen Baulichkeiten behördlich genehmigt sind oder nicht, war kein Verhandlungsgegenstand. Die Erstklägerin hatte vor Ablauf der Vertragsbefristung keine Kenntnis von der „Aufstockung“. Es bestehen auch keine Hinweise darauf, daß diese oder die Zweitklägerin bereits längere Zeit vor einem im Oktober 1992 erstatteten Gutachten „Kenntnis von der Konsenswidrigkeit der aufgeführten Bauten gehabt“ hätte. Nach Ablauf der Vertragsbefristung wurde die beklagte Partei im Jahr 1988 erfolglos auf Räumung wegen titelloser Benützung belangt. Eine im Jahr 1990 erhobene und auf die unterbliebene Zahlung eines „höheren vorgeschriebenen Bestandzinses“ gestützte weitere Räumungsklage blieb ebenso erfolglos. Nach Vorliegen des im Oktober 1992 erstatteten Gutachtens forderten die Kläger die beklagte Partei unter Setzung einer Frist von vierzehn Tagen auf, „ihre Vorstellung zur Herstellung eines konsensmäßigen Zustandes bekannt zu geben“. Diese Aufforderung blieb unbeantwortet.

Die Kläger kündigten das mit der beklagten Partei bestehende Bestandverhältnis am 17.November 1992 gemäß § 30 Abs 1 und Abs 2 Z 3 MRG zum 31.März 1993 auf. Sie brachten im wesentlichen vor, erst durch ein im Oktober 1992 erstattetes Gutachten erfahren zu haben, daß das Wohn- und Betriebsgebäude auf der in Bestand gegebenen Grundfläche „sowohl in seiner Flächen- als auch Volumsausdehnung“ von der erteilten Baugenehmigung abweiche. Infolge der höher verbauten Fläche des Obergeschoßes, der größeren Grundrißfläche des Dachbodens und der sich daraus ergebenden Dachkonstruktion weiche das „Erscheinungsbild des Gebäudes“ völlig vom konsensgemäßen Zustand ab. Es gebe auch weitere „schwerwiegende Verfehlungen gegenüber der Bauordnung“. Die beklagte Partei habe sie über ihre gesetzwidrig veranlaßten Baumaßnahmen nicht informiert. Einer derartigen Bauführung werde auch nicht zugestimmt. Die beklagte Partei weigere sich beharrlich, ihr Bauwerk in den konsensgemäßen Zustand zu versetzen.

Die beklagte Partei wendete ein, die Kündigung sei verspätet, weil sämtliche Bauwerke bereits vor Jahrzehnten mit ausdrücklicher Zustimmung der Kläger errichtet worden seien. Es liege eine rechtskräftige Benützungsbewilligung vor. Die Kläger hätten sie nicht aufgefordert, einen konsensgemäßen Zustand der Bauwerke herzustellen. Die „Aufstockung im Jahr 1971“ sei mit Zustimmung der Kläger erfolgt und statisch unbedenklich.

Das Erstgericht erkannte die Aufkündigung für wirksam und gab dem Räumungsbegehren statt. Ein erheblich nachteiliger Gebrauch einer Bestandsache gemäß § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall MRG und gemäß § 1118 erster Fall ABGB liege auch vor, wenn durch „eine längere Reihe“ der Unterlassung notwendiger Vorkehrungen wichtige Interessen des Vermieters verletzt würden; dabei sei zwischen wirtschaftlichen und ideellen Interessen nicht zu unterscheiden. Eines Verschuldens des Bestandnehmers bedürfe es nicht, es genüge die subjektive Erkennbarkeit der Schädlichkeit seines Verhaltens. Im Anwendungsbereich der Bauordnung für Wien hafte der Liegenschaftseigentümer gegenüber der Baubehörde für alle bauordnungswidrigen Zustände neben demjenigen, der sie hervorgerufen habe, solidarisch. Zur Durchsetzung dieser Solidarhaftung könne Exekution auf die Liegenschaft bis zur Zwangsversteigerung geführt werden. Die konsenslose Bauführung der beklagten Partei bedeute also nicht bloß eine theoretische Gefährdung wichtiger wirtschaftlicher Interessen der Kläger. Maßgebend sei auch das Gesamtverhalten des Mieters. In diesem sei ein Vertrauensbruch gegenüber den Klägern zu erblicken. Die beklagte Partei habe es im übrigen unterlassen, auf die Aufforderung der Kläger zu reagieren, beabsichtigte Maßnahmen zur „Bereinigung der Situation“ bekanntzugeben. Sie habe durch dieses Verhalten den Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall verwirklicht. Weil die beklagte Partei einer Vertragspflicht zu entsprechen gehabt hätte, Bauten erst nach baubehördlicher Bewilligung aufzuführen, erfülle ihr Verhalten aber auch den Tatbestand des § 30 Abs 1 MRG.

Das Berufungsgericht hob die Aufkündigung auf, wies das Übergabebegehren ab und sprach aus, daß die ordentliche Revision nicht zulässig sei. Es führte aus, ein vereinbarungswidriger Gebrauch der Bestandsache durch vom Mieter ohne Zustimmung des Vermieters vorgenommene bauliche Veränderungen der Bestandsache rechtfertige eine Auflösung des Bestandvertrages gemäß § 1118 ABGB nur dann, wenn die vom Mieter vorgenommene Veränderung für die Bestandsache erheblich nachteilig wäre; als nachteilig werde eine Bauführung verstanden, die eine erhebliche Substanzschädigung des Bestandgegenstandes zumindest befürchten lasse. Gegen baupolizeiliche Vorschriften verstoßende Umbauarbeiten seien nur dann als erheblich nachteiliger Gebrauch der Bestandsache anzusehen, wenn eine Bestandsgefährdung eingetreten sei oder wenigstens drohe. Nur bei Verletzung wichtiger wirtschaftlicher oder sonstiger Interessen des Bestandgebers könne im übrigen in der grundlegenden Umgestaltung des Bestandgegenstandes durch Baumaßnahmen ein erheblich nachteiliger Gebrauch liegen. Nach dem Mietvertrag habe die beklagte Partei das Recht eingeräumt erhalten, nach eingeholter Genehmigung der Behörde Bauten aller Art aufzuführen, also Superädifikate zu errichten. Weil vertraglich „eine Rückführung in den vorherigen Zustand“ bei Beendigung des Bestandverhältnisses bedungen sei, könnten durch die Errichtung und Umgestaltung der im Eigentum des Mieters stehenden Superädifikate wichtige Interessen der Vermieter nicht verletzt werden, solange es zu keiner Gefährdung der „Existenz des Grundstückes“ komme. Unrichtig sei der vom Erstgericht vertretene Standpunkt, „die Solidarhaftung der Liegenschaftseigentümer für bauordnungswidrige Zustände“ bedeute eine erhebliche Beeinträchtigung wichtiger Interessen der Kläger; eine solche könne vielmehr nur dann vorliegen, wenn die Möglichkeit einer nachträglichen Baubewilligung nicht bestehe. Andernfalls wäre bei „Umgestaltungen ohne Baubewilligung“ stets der Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall MRG verwirklicht. Auch die Generalklausel des § 30 Abs 1 MRG habe nicht die Aufgabe, fehlende Merkmale eines Kündigungsgrundes gemäß § 30 Abs 2 MRG zu ersetzen.

Die Revision ist berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

Die Qualifikation eines Gebäudes als Superädifikat setzt die fehlende Absicht einer dauernden Belassung des Bauwerkes auf dem Grundstück voraus. Schon aus der Art eines Bauwerkes kann sich seine Eigenschaft als Superädifikat ergeben. Diese Eigenschaft wird aus wirtschaftlichen Gründen aber auch Bauwerken zuerkannt, die auf fremdem Grund gleich einem auf Dauer errichteten Gebäude in solider Bauweise aufgeführt wurden. Die erforderliche Absicht, das Gebäude nicht ständig auf der Grundfläche zu belassen, muß sich in einem solchen Fall allerdings durch ein vom Grundeigentümer eingeräumtes und von vornherein zeitlich begrenztes Grundbenützungsrecht objektivieren lassen (SZ 63/100; MietSlg 38.030/29; F.Bydlinski, Das Recht der Superädifikate 21, 27 f; Spielbüchler in Rummel, ABGB2 Rz 4 zu § 297). Anders als die Kläger meinen, ist für die Qualifikation eines Bauwerkes als Superädifikat gerade nicht von Bedeutung, ob die Möglichkeit seiner Entfernung ohne Substanzverlust besteht (Spielbüchler aaO). Daß die von der beklagten Partei auf der Liegenschaft der Kläger errichteten Bauwerke - nach den erörterten rechtlichen Voraussetzungen und dem festgestellten Parteiwillen - Superädifikate sind, liegt auf der Hand. Der erkennende Senat geht im übrigen - insoweit im Einklang mit der vom Berufungsgericht vertretenen Ansicht - davon aus, daß das zwischen den Streitteilen bestehende Rechtsgeschäft als Mietvertrag über ein Grundstück anzusehen ist. Daß im vorliegenden Fall die Kündigungsschutzbestimmungen des Mietrechtsgesetzes analog anzuwenden sind, wird von den Parteien im Revisionsverfahren nicht in Zweifel gezogen und bedarf daher keiner näheren Erörterung.

Es entspricht ständiger, von der Lehre gebilligter Rechtsprechung, daß ein erheblich nachteiliger Gebrauch eines Bestandgegenstandes in jeder Verletzung wichtiger wirtschaftlicher oder ideeller Interessen des Vermieters liegen kann; maßgebend für die Beurteilung sind dabei die Umstände des Einzelfalles in ihrer Gesamtheit (EvBl 1992/134; WoBl 1992, 143; MietSlg 42.131; MietSlg 42.129/7; WoBl 1989, 123; 1 Ob 562/94; Würth in Rummel, ABGB2 Rz 16 zu § 30 MRG; Binder in Schwimann, ABGB Rz 48 zu § 1118). Wiederholt wurde aber auch schon ausgesprochen, daß in bauordnungs- oder feuerpolizeiwidrigen Einrichtungen oder Unterlassungen ebenso eine Verletzung wichtiger Interessen des Bestandgebers liegen kann. Eine Verletzung solcher Interessen kann - entgegen der vom Berufungsgericht vertretenen Ansicht - auch durch die gegenüber der Behörde bestehende Haftung des Bestandgebers für die von dritten Personen - so auch vom Bestandnehmer - geschaffenen bau- und feuerpolizeiwidrigen Zustände eintreten (MietSlg 42.131; MietSlg 42.129/7). Gemäß § 129 b Abs 2 BauO für Wien haftet aber auch der Liegenschaftseigentümer für alle diesem Gesetz auf seiner Liegenschaft widersprechenden Zustände, die von einer dritten Person mit seiner oder ohne seine Zustimmung hervorgerufen wurden. Diese Haftung besteht zur ungeteilten Hand mit dem Eigentümer des Superädifikats (MietSlg 42.129/7; Geuder/Hauer, Wiener Bauvorschriften 523).

Berücksichtigt man nun, daß die beklagte Partei ihre nach dem Bestandvertrag und baurechtlichen Vorschriften bestehenden Rechtspflichten bei der Errichtung und dem Umbau von Superädifikaten seit dem Jahr 1960 offenbar gewohnheitsmäßig verletzt und auch eine durch das Schreiben vom 12.November 1992 im Namen der Vermieter ausgesprochene Aufforderung bekanntgegeben, wie sie sich die Herstellung eines konsensgemäßen Zustandes vorstelle, unbeachtet ließ, so ist darin eine Verletzung wichtiger wirtschaftlicher Interessen der Vermieter durch einen erheblich nachteiligen Gebrauch der Bestandsache zu erblicken. Dieses wiederholte, nach wie vor andauernde, notorisch rechtswidrige und der beklagten Partei zurechenbare Verhalten setzt nämlich die Vermieter der ständigen Gefahr aus, gegenüber der Baubehörde für die Bonität der beklagten Partei einstehen zu müssen und dafür bloß einen in seiner Durchsetzbarkeit ungewissen Rückgriffsanspruch zu haben. Daß beim Bestandgeber bereits ein Schaden eingetreten sei oder den Bestandnehmer ein Verschulden an der Beeinträchtigung oder Gefährdung wichtiger Interessen des Bestandgebers treffe, ist nicht Voraussetzung für die Annahme eines erheblich nachteiligen Gebrauchs der Bestandsache. Es genügt, daß dem Bestandnehmer der nachteilige Gebrauch bewußt war oder - wie im vorliegenden Fall zumindest anzunehmen ist - bewußt sein mußte (MietSlg 42.129/7). Aufgrund ihres festgestellten Gesamtverhaltens erscheint die beklagte Partei aber auch nicht mehr vertrauenswürdig; dieser wäre es nämlich - Gegenteiliges ist dem zu beurteilenden Sachverhalt nicht zu entnehmen - ohne weiteres möglich gewesen, sich rechtmäßig zu verhalten (vgl zu diesem Thema: WoBl 1992, 143).

Die Argumentation des Berufungsgerichtes und der beklagten Partei läßt die dargestellte (jüngere) Rechtsprechung unbeachtet. Nicht einzugehen ist auf die in der Revisionsbeantwortung ausgeführten, im Rechtsmittelverfahren unzulässigen Neuerungen.

Nach der vom Erstgericht richtig erkannten Rechtslage verwirklichte die beklagte Partei somit den Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 3 erster Fall, weshalb das Ersturteil in Abänderung der angefochtenen Entscheidung wiederherzustellen war.

Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens stützt sich auf die §§ 41 und 50 ZPO. Gemäß § 10 Z 2 lit a RATG war für die Kostenberechnung eine Bemessungsgrundlage von 24.000 S heranzuziehen, weil der Jahresmietzins in der Aufkündigung nicht ziffernmäßig geltend gemacht wurde.

Textnummer

E38708

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:0010OB00550.95.0425.000

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.11.2012

Dokumentnummer

JJT_19950425_OGH0002_0010OB00550_9500000_000