Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob391/86 (4Ob392/86) 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031675

Geschäftszahl

4Ob391/86 (4Ob392/86); 4Ob338/87; 4Ob598/87; 4Ob48/88; 4Ob2/89; 4Ob61/89; 4Ob162/89; 4Ob169/89; 4Ob11/90; 4Ob89/90; 4Ob112/90; 4Ob135/90; 6Ob671/90; 4Ob5/91; 4Ob10/92; 4Ob84/92; 4Ob104/92; 4Ob19/93; 4Ob139/94; 6Ob1009/95; 6Ob20/95; 6Ob24/95; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 4Ob2205/96k; 4Ob197/97t; 6Ob218/98x; 6Ob7/99v; 6Ob25/99s; 1Ob117/99h; 4Ob336/99m; 6Ob47/02h; 6Ob142/03f; 6Ob235/02f; 6Ob114/05s; 6Ob295/03f; 4Ob105/06d; 4Ob166/06z; 4Ob97/07d; 4Ob43/18d

Entscheidungsdatum

19.05.1987

Norm

ABGB §1330 BII
UWG §7 C

Rechtssatz

Der Begriff der "Tatsachenbehauptung" ist weit auszulegen; als Tatsachenmitteilungen gelten auch Verdächtigungen oder das Weglassen aufklärender Umstände, durch das der Sachverhalt so entstellt wird, dass die Äußerung geeignet ist, den Adressaten in einem wichtigen Punkt irrezuführen (ÖBl 1980,130; ÖBl 1984,130 ua).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 391/86
    Entscheidungstext OGH 19.05.1987 4 Ob 391/86
  • 4 Ob 338/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 338/87
    Auch; Veröff: WBl 1988,99 = MR 1988,84
  • 4 Ob 598/87
    Entscheidungstext OGH 30.11.1987 4 Ob 598/87
    nur: Der Begriff der "Tatsachenbehauptung" ist weit auszulegen. (T1) Veröff: MR 1988,11 = ÖBl 1989,80 = JBl 1988,174 = SZ 60/255
  • 4 Ob 48/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 48/88
    nur T1; Veröff: GRURInt 1989,326 = MR 1988,194 = SZ 61/193
  • 4 Ob 2/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1989 4 Ob 2/89
    nur T1; Beisatz: Hier: § 7 UWG (T2)
  • 4 Ob 61/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 61/89
    Beisatz: Unter einer Tatsachenbehauptung ist jede Äußerung über Vorgänge und Zustände objektiv nachprüfbaren Inhalts zu verstehen. (T3)
  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    nur T1; Beisatz: Selbst Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung ("konkludente Tatsachenbehauptung"). (T4) Veröff: SZ 62/208 = MR 1990,66 = ÖBl 1990,253
  • 4 Ob 169/89
    Entscheidungstext OGH 09.01.1990 4 Ob 169/89
    nur T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 63/2 = MR 1990,68 = ÖBl 1990,205
  • 4 Ob 11/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 4 Ob 11/90
    nur T1; Beis wie T4
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
    nur T1; Beis wie T4
  • 4 Ob 112/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 112/90
    Vgl auch
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    nur T1; Beis wie T4; Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 6 Ob 671/90
    Entscheidungstext OGH 07.11.1990 6 Ob 671/90
    nur T1
  • 4 Ob 5/91
    Entscheidungstext OGH 29.01.1991 4 Ob 5/91
    nur T1; Beis wie T4
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    nur T1; Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 84/92
    Entscheidungstext OGH 20.10.1992 4 Ob 84/92
    Auch; Veröff: MR 1992,250 (Korn) = ÖBl 1992,278 = WBl 1993,97
  • 4 Ob 104/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 104/92
    nur T1; Beis wie T4; Veröff: MR 1993,14
  • 4 Ob 19/93
    Entscheidungstext OGH 23.03.1993 4 Ob 19/93
    Auch
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    nur T1; Beis wie T4
  • 6 Ob 1009/95
    Entscheidungstext OGH 06.04.1995 6 Ob 1009/95
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 6 Ob 20/95
    Entscheidungstext OGH 18.05.1995 6 Ob 20/95
    nur T1; Beis wie T4
  • 6 Ob 24/95
    Entscheidungstext OGH 13.10.1995 6 Ob 24/95
    nur T1; Veröff: SZ 68/97
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    nur T1; Beis wie T4
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
    Auch; nur T1; Beisatz: Auf die Form, in die sich die Behauptung kleidet, kommt es nicht an. So kann sich eine Behauptung bisweilen auch unter der bedingten Form - zum Beispiel jemand solle betrogen haben (RG GRUR 1929, 359) - verstecken. Eine Behauptung kann auch in der Form einer Frage aufgestellt oder verbreitet werden (JBl 1938, 78). (T5)
  • 4 Ob 197/97t
    Entscheidungstext OGH 07.07.1997 4 Ob 197/97t
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Wenn sie greifbare, einem Beweis zugängliche Vorgänge zum Gegenstand haben und von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Empfänger in diesem Sinn aufgefasst werden. Dass das Verhalten eines Dritten aufgrund eigener gedanklicher Tätigkeit interpretiert und einer wertenden Stellungnahme unterzogen wird, schließt daher das Vorliegen einer Tatsachenmitteilung noch nicht aus. (T6)
  • 6 Ob 218/98x
    Entscheidungstext OGH 10.09.1998 6 Ob 218/98x
    Auch; nur: Als Tatsachenmitteilungen gelten auch Verdächtigungen. (T7); Beisatz: Die Haftung des Täters ist auch dann zu bejahen, wenn die ehrenrührige Äußerung in Verdachtsform oder Vermutungsform erfolgte. (T8)
  • 6 Ob 7/99v
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 7/99v
    nur T7; Beis wie T8
  • 6 Ob 25/99s
    Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 25/99s
    Auch; nur T7; Beis wie T8 nur: Die Haftung des Täters ist zu bejahen, wenn die ehrenrührige Äußerung in Vermutungsform erfolgte. (T9)
  • 1 Ob 117/99h
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 1 Ob 117/99h
    nur T1; Beisatz: Auch wertende Äußerungen können unter § 1330 Abs 2 ABGB fallen, wenn sie als sogenannte "konkludente" Tatsachenbehauptungen auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, greifbare, einem Beweis zugängliche Vorgänge zum Gegenstand haben und von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Empfänger in diesem Sinn aufgefasst werden. (T10)
  • 4 Ob 336/99m
    Entscheidungstext OGH 18.01.2000 4 Ob 336/99m
    nur T1; Beis wie T4 nur: Selbst Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung. (T11)
  • 6 Ob 47/02h
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 47/02h
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 6 Ob 142/03f
    Entscheidungstext OGH 10.07.2003 6 Ob 142/03f
    Auch; Beis wie T6 nur: Dass das Verhalten eines Dritten aufgrund eigener gedanklicher Tätigkeit interpretiert und einer wertenden Stellungnahme unterzogen wird, schließt daher das Vorliegen einer Tatsachenmitteilung noch nicht aus. (T12)
  • 6 Ob 235/02f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2004 6 Ob 235/02f
    Auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 114/05s
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 114/05s
    Vgl auch; Beisatz: Der Vorwurf, jemand sei an einem Ereignis (einer Entwicklung) „schuld", beinhaltet nicht immer eine (wahre oder unwahre) Tatsachenbehauptung. Hier: Der Vorwurf ist ein (kritisierendes) Werturteil, wenn er erst aufgrund einer Denktätigkeit gewonnen wird und die rein subjektive Meinung des Erklärenden wiedergibt. (T13)
  • 6 Ob 295/03f
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
    Auch; Beisatz: Die Unrichtigkeit einer Tatsachenbehauptung kann sich auch aus einer Unvollständigkeit des bekanntgegebenen Sachverhalts ergeben, die das dem Betroffenen vorgeworfene Verhalten in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. (T14)
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beisatz: Je weniger die zu beurteilende Rechtsfolgenbehauptung nicht einfach aus dem Gesetz abzulesen ist, sondern auf einem Vorgang der persönlichen Erkenntnisgewinnung beruht, je eingehender die Grundlagen dieses Erkenntnisprozesses dargestellt werden, und je deutlicher zum Ausdruck kommt, dass eine subjektive Überzeugung im geistigen Meinungsstreit vertreten wird, um so eher wird ein reines Werturteil vorliegen. (T15)
  • 4 Ob 166/06z
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 166/06z
    nur T1; Beis wie T11
  • 4 Ob 97/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
    nur T1; nur T7; Beis wie T15
  • 4 Ob 43/18d
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 43/18d
    Auch; nur T7; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0031675

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19870519_OGH0002_0040OB00391_8600000_001

Rechtssatz für 3Ob122/87 3Ob582/90 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0041178

Geschäftszahl

3Ob122/87; 3Ob582/90; 1Ob667/90; 1Ob536/94; 4Ob139/94; 6Ob2155/96y; 1Ob83/08z; 5Ob75/09d; 7Ob214/10m; 5Ob212/10b; 1Ob200/14i; 2Ob14/15w; 7Ob60/15x; 3Ob163/15i; 1Ob28/15x; 9ObA37/17g; 3Ob181/18s

Entscheidungsdatum

11.11.1987

Norm

ZPO §411 Ab

Rechtssatz

Das Gericht hat in einem zweiten Prozess die in einem Vorprozess bloß als Vorfrage beurteilte Rechtsfrage entweder als Hauptsache oder wieder als Vorfrage ohne Rücksicht auf diese Beurteilung neuerlich zu entscheiden.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 122/87
    Entscheidungstext OGH 11.11.1987 3 Ob 122/87
  • 3 Ob 582/90
    Entscheidungstext OGH 28.11.1990 3 Ob 582/90
    Auch
  • 1 Ob 667/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 1 Ob 667/90
  • 1 Ob 536/94
    Entscheidungstext OGH 29.03.1994 1 Ob 536/94
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    Auch
  • 6 Ob 2155/96y
    Entscheidungstext OGH 05.12.1996 6 Ob 2155/96y
  • 1 Ob 83/08z
    Entscheidungstext OGH 06.05.2008 1 Ob 83/08z
    Auch
  • 5 Ob 75/09d
    Entscheidungstext OGH 15.09.2009 5 Ob 75/09d
    Vgl; Beisatz: Ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl bindet nur hinsichtlich jener Fragen, die (im Bestreitungsfalle) als Hauptfragen zu beurteilen waren (gewesen wären), nicht aber hinsichtlich der im Verfahren über die Mahnklage allenfalls als Vorfrage zu beurteilenden Fragen. (T1)
  • 7 Ob 214/10m
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 214/10m
  • 5 Ob 212/10b
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 5 Ob 212/10b
    Auch
  • 1 Ob 200/14i
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 200/14i
    Auch
  • 2 Ob 14/15w
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 2 Ob 14/15w
    Vgl; Beisatz: Hier: Zentrale Frage der Kausalität in dem aufgrund der Wiederaufnahmsklage beseitigten Urteil nur vorfrageweise beurteilt. (T2)
  • 7 Ob 60/15x
    Entscheidungstext OGH 02.07.2015 7 Ob 60/15x
    Veröff: SZ 2015/68
  • 3 Ob 163/15i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 163/15i
    Auch
  • 1 Ob 28/15x
    Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 28/15x
  • 9 ObA 37/17g
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 37/17g
    Auch
  • 3 Ob 181/18s
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 3 Ob 181/18s
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0041178

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19871111_OGH0002_0030OB00122_8700000_001

Rechtssatz für 4Ob114/88 4Ob128/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079443

Geschäftszahl

4Ob114/88; 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob519/90; 4Ob112/90; 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob135/90; 4Ob58/92; 4Ob31/93; 4Ob95/93; 4Ob133/93; 4Ob139/94; 4Ob1022/95; 4Ob49/95; 4Ob2364/96t; 4Ob2205/96k; 4Ob197/97t; 4Ob189/03b; 4Ob184/06x; 4Ob249/06f; 17Ob18/09k

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Norm

UWG §7 C

Rechtssatz

Der Begriff der Tatsachenbehauptung wird von Lehre und Rechtsprechung zum Schutze des Verletzten seit jeher weit ausgelegt und darin jede Äußerung über Vorgänge oder Zustände objektiv nachprüfbaren Inhalts erblickt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    nur: Der Begriff der Tatsachenbehauptung wird von Lehre und Rechtsprechung zum Schutze des Verletzten seit jeher weit ausgelegt. (T1) Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
    nur T1
  • 4 Ob 519/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 4 Ob 519/90
    Veröff: SZ 63/110
  • 4 Ob 112/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 112/90
    Auch
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
    nur T1
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    nur T1; Beisatz: Auch Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung "konkludente Tatsachenbehauptung". (T2) Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 31/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 31/93
    Beisatz: Hier: Klägerin habe "gut nachgefasst". (T3)
  • 4 Ob 95/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 95/93
    Veröff: MR 1993,182
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
    Beis wie T2
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 1022/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1995 4 Ob 1022/95
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
    Vgl auch; Beisatz: Auf die Form, in die sich die Behauptung kleidet, kommt es nicht an. So kann sich eine Behauptung bisweilen auch unter der bedingten Form - zB jemand solle betrogen haben (RG GRUR 1929, 359) - verstecken. Eine Behauptung kann auch in der Form einer Frage aufgestellt oder verbreitet werden (JBl 1938, 78). (T4)
  • 4 Ob 197/97t
    Entscheidungstext OGH 07.07.1997 4 Ob 197/97t
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Wenn sie greifbare, einem Beweis zugängliche Vorgänge zum Gegenstand haben und von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Empfänger in diesem Sinn aufgefasst werden. Dass das Verhalten eines Dritten aufgrund eigener gedanklicher Tätigkeit interpretiert und einer wertenden Stellungnahme unterzogen wird, schließt daher das Vorliegen einer Tatsachenmitteilung noch nicht aus. (T5)
  • 4 Ob 189/03b
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 4 Ob 189/03b
    Vgl auch; Beisatz: Auch die Beantwortung einer Frage ist ein "aktives Tun" und kein bloß passives Verhalten. Schädigungsabsicht ist nicht erforderlich. Ob die Aussage ohne äußeren Anlass oder als Antwort auf eine Frage eines Dritten gemacht worden ist, macht für deren wettbewerbsrechtliche Beurteilung keinen Unterschied. (T6)
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Beisatz: Das ist bei der Behauptung eines Schutzrechtseingriffs der Fall. (T7); Veröff: SZ 2006/170
  • 4 Ob 249/06f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 249/06f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 17 Ob 18/09k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 17 Ob 18/09k
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Entscheidend für die Qualifikation einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist. (T8); Beisatz: Hier: Schutzrechtsverwarnung. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0079443

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.06.2010

Dokumentnummer

JJR_19890207_OGH0002_0040OB00114_8800000_005

Rechtssatz für 4Ob128/89 4Ob120/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079167

Geschäftszahl

4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob162/89; 4Ob169/89; 4Ob11/90; 4Ob89/90; 4Ob118/90; 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob135/90; 4Ob10/92; 4Ob58/92; 4Ob84/92; 4Ob95/93; 4Ob30/94; 4Ob139/94; 4Ob49/95; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 4Ob47/97h; 4Ob331/97y; 4Ob103/98w; 4Ob112/99w; 4Ob336/99m; 4Ob184/06x; 4Ob249/06f

Entscheidungsdatum

10.10.1989

Norm

UWG §7 C

Rechtssatz

"Tatsachen" im Sinne des § 7 Abs 1 UWG sind nach ständiger Rechtsprechung - unabhängig von der im Einzelfall gewählten Formulierung - Umstände, Ereignisse oder Eigenschaften eines greifbaren, für das Publikum erkennbaren und von ihm an Hand bekannter oder zu ermittelnder Umstände auf seine Richtigkeit nachprüfbaren Inhalts.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Veröff: SZ 62/208 = MR 1990,66 = ÖBl 1990,253
  • 4 Ob 169/89
    Entscheidungstext OGH 09.01.1990 4 Ob 169/89
    Beisatz: Davon zu unterscheiden sind solche Werturteile, die eine rein subjektive Meinung des Erklärenden wiedergeben und daher objektiv nicht überprüft werden können. (T1) Veröff: SZ 63/2 = MR 1990,68 = ÖBl 1990,205
  • 4 Ob 11/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 4 Ob 11/90
    Beis wie T1; Veröff: MR 1990,183 (Korn)
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
    Beis wie T1
  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Beis wie T1; Veröff: ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    Beis wie T1; Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    Auch; Beisatz: Das trifft auch bei sogenannten "konkludenten Tatsachenbehauptungen" zu, die Urteile enthalten, welche nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen. (T2) Beis wie T1; Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Beis wie T1; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 84/92
    Entscheidungstext OGH 20.10.1992 4 Ob 84/92
    Beisatz: Hier: § 1330 ABGB. (T3) Veröff: MR 1992,250 (Korn) = ÖBl 1992,278 = WBl 1993,97
  • 4 Ob 95/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 95/93
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: "Ganze Woche" - noch kein Geschäft. (T4) Veröff: MR 1993,182
  • 4 Ob 30/94
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 30/94
    Beisatz: Hauszustellung einer Zeitung. (T5)
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    Beis wie T2
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Die Behauptung, jemand habe fachlich keine Ahnung oder er versuche wieder einmal, seine Kunden bewusst zu täuschen, ist eine Tatsachenbehauptung. (T6)
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch
  • 4 Ob 47/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 4 Ob 47/97h
  • 4 Ob 331/97y
    Entscheidungstext OGH 12.11.1997 4 Ob 331/97y
    Beis wie T1
  • 4 Ob 103/98w
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 103/98w
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 112/99w
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 112/99w
    Beis wie T1
  • 4 Ob 336/99m
    Entscheidungstext OGH 18.01.2000 4 Ob 336/99m
    Beis wie T1
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Beisatz: Das ist bei der Behauptung eines Schutzrechtseingriffs der Fall. (T7); Veröff: SZ 2006/170
  • 4 Ob 249/06f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 249/06f
    Beis wie T2; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0079167

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2009

Dokumentnummer

JJR_19891010_OGH0002_0040OB00128_8900000_004

Rechtssatz für 4Ob162/89 4Ob169/89 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031815

Geschäftszahl

4Ob162/89; 4Ob169/89; 1Ob41/91; 4Ob6/93; 4Ob131/93; 4Ob171/93; 6Ob21/94; 4Ob139/94; 6Ob20/95; 4Ob2115/96z; 4Ob110/98z; 4Ob204/98y; 4Ob119/99z; 4Ob154/99x; 4Ob138/99v; 6Ob160/99v; 4Ob343/98i; 6Ob196/99p; 4Ob213/99y; 6Ob202/99w; 1Ob117/99h; 4Ob286/99h; 6Ob79/00m; 4Ob84/00g; 6Ob328/99z; 6Ob266/00m; 4Ob140/01v; 4Ob295/01p; 6Ob77/02w; 6Ob22/03h; 6Ob80/03p; 6Ob95/03v; 6Ob209/04k; 6Ob41/05f; 6Ob295/03f; 4Ob105/06d; 6Ob197/05x; 6Ob250/06t; 6Ob79/07x; 4Ob97/07d; 4Ob233/07d; 4Ob236/07w; 4Ob60/08i; 6Ob285/07s; 6Ob61/08a; 6Ob51/08f; 6Ob123/08v; 4Ob171/08p; 6Ob66/09p; 6Ob52/09d; 6Ob265/09b; 4Ob64/10f; 4Ob39/10d; 6Ob220/10m; 6Ob245/11i; 6Ob51/14i; 4Ob223/14v; 6Ob17/15s; 6Ob47/15b; 6Ob209/17d

Entscheidungsdatum

19.12.1989

Norm

ABGB §1330 BII
MRK Art10 Abs2 IV3b
MRK Art10 Abs2 IV3c
UWG §1 D2d
UWG §7 C

Rechtssatz

Eine und dieselbe Äußerung kann je nach dem Zusammenhang, in den sie gestellt wird, bald unter den Begriff der Tatsachenbehauptung, bald unter den Begriff des reinen Werturteils fallen; entscheidend ist dabei, wie die Äußerung von den Empfänger - zu einem nicht unerheblichen Teil - verstanden wird.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Veröff: SZ 62/208 = MR 1990,60 = ÖBl 1990,253
  • 4 Ob 169/89
    Entscheidungstext OGH 09.01.1990 4 Ob 169/89
    Veröff: SZ 63/2 = MR 1990,68 = ÖBl 1990,205
  • 1 Ob 41/91
    Entscheidungstext OGH 18.12.1991 1 Ob 41/91
    Vgl auch; Beisatz: Das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers ist maßgeblich. (T1); Veröff: SZ 64/182 = EvBl 1991/65 S 295 = JBl 1992,326
  • 4 Ob 6/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 6/93
    Auch
  • 4 Ob 131/93
    Entscheidungstext OGH 28.09.1993 4 Ob 131/93
    Beis wie T1; Beisatz: Hier: Arbeiterkammern - Mafia (T2)
  • 4 Ob 171/93
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 171/93
    Auch: Beisatz: Der Täter muss stets die für ihn ungünstigste Auslegung gegen sich gelten lassen. (T3)
  • 6 Ob 21/94
    Entscheidungstext OGH 10.08.1994 6 Ob 21/94
    Beis wie T1; Beisatz: Hier: "Psychosekte" (T4)
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
  • 6 Ob 20/95
    Entscheidungstext OGH 18.05.1995 6 Ob 20/95
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 68/97
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    Auch; nur: Entscheidend ist dabei, wie die Äußerung von den Empfänger - zu einem nicht unerheblichen Teil - verstanden wird. (T5); Beisatz: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden, nicht aber so, wie sie gemeint oder verstanden werden sollten. Eine missverständliche Fassung geht stets zu Lasten des Mitteilenden. (T6)
  • 4 Ob 110/98z
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 110/98z
    Auch; Beisatz: Entscheidend für die Qualifikation einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt nach dem Verständnis der Adressaten (auf den subjektiven Willen des Äußernden kommt es nicht an) auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist. (T7)
  • 4 Ob 204/98y
    Entscheidungstext OGH 04.02.1999 4 Ob 204/98y
    Vgl; Beis wie T3
  • 4 Ob 119/99z
    Entscheidungstext OGH 18.05.1999 4 Ob 119/99z
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 154/99x
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 154/99x
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T7
  • 4 Ob 138/99v
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 138/99v
    Vgl; Beis wie T7; Veröff: SZ 72/118
  • 6 Ob 160/99v
    Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 160/99v
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Äußerung ist so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen - hier über das Netz der Austria Presse Agentur angesprochene, am politischen Geschehen interessierte Leser - bei ungezwungener Auslegung verstanden wird, wobei die Ermittlung ihres Bedeutungsinhaltes im allgemeinen eine Rechtsfrage ist, die von den näheren Umständen des Einzelfalles, insbesondere der konkreten Formulierung und dem Zusammenhang, in dem sie geäußert wurde, abhängt. (T8)
  • 4 Ob 343/98i
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 343/98i
    Vgl auch; Beis wie T6 nur: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T9)
  • 6 Ob 196/99p
    Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 196/99p
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7
  • 4 Ob 213/99y
    Entscheidungstext OGH 19.10.1999 4 Ob 213/99y
    Vgl auch
  • 6 Ob 202/99w
    Entscheidungstext OGH 25.11.1999 6 Ob 202/99w
    Beis wie T1
  • 1 Ob 117/99h
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 1 Ob 117/99h
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Der subjektive Wille des Erklärenden ist nicht maßgeblich, sondern eine Äußerung ist so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen - hier den angestellten Apothekern - bei ungezwungener Auslegung verstanden wird. (T10)
  • 4 Ob 286/99h
    Entscheidungstext OGH 21.12.1999 4 Ob 286/99h
    Ähnlich
  • 6 Ob 79/00m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 6 Ob 79/00m
    Vgl auch; Beisatz: Hier wird das Werturteil "dubiose Figur" als nicht exzessive Kritik beurteilt. (T11); Veröff: SZ 73/60
  • 4 Ob 84/00g
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 84/00g
    Vgl auch; Beis wie T6 nur: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T12)
  • 6 Ob 328/99z
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 328/99z
    Beis wie T1; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Zeugen Jehovas; aus den Behauptungen "häusliche Religionsausübung" und "Ablehnung des Heiligen Geistes" lassen weder nachteilige Folgen ableiten, noch ist in ihnen Verwerfliches zu erblicken. (T13)
  • 6 Ob 266/00m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 266/00m
    Auch; Beisatz: Hier: Vorwurf "Rechtsbrecher". (T14)
  • 4 Ob 140/01v
    Entscheidungstext OGH 12.06.2001 4 Ob 140/01v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: § 7 UWG; Die Beklagte hat die Klägerin gegenüber Dritten beschuldigt, durch die Übernahme von Meldungen anderer Nachrichtenagenturen und Medien urheberrechtswidrig und wettbewerbswidrig zu handeln. (T15)
  • 4 Ob 295/01p
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 295/01p
    Vgl auch; Beis wie T10; Beisatz: Die Äußerungen: die Produkte der Klägerin seien "GARANTiert genmanipuliert", unter anderem kann als eine durch das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht gedeckte unwahre Tatsachenbehauptung beurteilt werden. (T16)
  • 6 Ob 77/02w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 6 Ob 77/02w
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 22/03h
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 22/03h
    Auch
  • 6 Ob 80/03p
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 80/03p
    Beis wie T7
  • 6 Ob 95/03v
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 95/03v
    Auch
  • 6 Ob 209/04k
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 6 Ob 209/04k
  • 6 Ob 41/05f
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 41/05f
  • 6 Ob 295/03f
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
    Auch; Beisatz: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. Hier: Eine Artikelüberschrift, die offen lässt, was oder wer damit gemeint ist, ist nicht isoliert zu betrachten. (T17)
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beis ähnlich wie T7
  • 6 Ob 197/05x
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 197/05x
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Artikel in einer Studentenzeitung über ein von der Hochschülerschaft durchgeführtes Vergabeverfahren. (T18)
  • 6 Ob 250/06t
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 250/06t
    Auch; Beis wie T17 nur: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. (T19)
  • 6 Ob 79/07x
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 6 Ob 79/07x
    Beis wie T19
  • 4 Ob 97/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 233/07d
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 233/07d
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 236/07w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 236/07w
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 60/08i
    Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 60/08i
    Auch; Beis wie T19
  • 6 Ob 285/07s
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 6 Ob 285/07s
  • 6 Ob 61/08a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 6 Ob 61/08a
  • 6 Ob 51/08f
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 51/08f
    Beisatz: Die Mitteilung der eigenen wertenden Meinung an jenes Unternehmen, das das Produkt der Kläger vertreibt, ist auch keineswegs exzessiv. Wird ein Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung von Krankheiten unter Hinweis auf Testreihen öffentlich beworben, so muss es dem Anwender dieses Mittels erlaubt sein, sich gegenüber jenem Unternehmen, das den Vertrieb des Produkts vornimmt, kritisch über dessen Wirksamkeit zu äußern, und zwar insbesondere dann, wenn er von den Klägern eine entsprechende Information über die in der Werbung behaupteten Testreihen nicht erhält und deshalb an der Richtigkeit der Werbeaussage zweifeln durfte. (T20)
  • 6 Ob 123/08v
    Entscheidungstext OGH 07.08.2008 6 Ob 123/08v
  • 4 Ob 171/08p
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 171/08p
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7
  • 6 Ob 66/09p
    Entscheidungstext OGH 05.08.2009 6 Ob 66/09p
    Auch; Beis wie T19; Beisatz: Hier: Vorwurf der zweckfremden Verwendung von Subventionen. (T21)
  • 6 Ob 52/09d
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 52/09d
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T10; Beis wie T19; Bem: Hier: Die Bezeichnung „verdorben" für die der Speiseeisverordnung nicht entsprechenden Speiseeisproben ist im gegebenen Zusammenhang unter dem Blickwinkel der Freiheit der Meinungsäußerung eine zulässige Wertung eines nicht der einschlägigen Rechtsvorschrift entsprechenden Zustands, der in der Medieninformation wahrheitsgemäß dargestellt wird. (T22)
  • 6 Ob 265/09b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 265/09b
    Vgl; Beis wie T19;In der politischen Debatte ist kein streng juristisches Begriffsverhältnis anzulegen. (T23); Beisatz: Hier: Bei dem Vorwurf mangelnder Wirtschaftskompetenz einer politischen Partei im Kontext einer politischen Debatte handelt es sich um ein Werturteil. (T24); Bem: Ausführliche Darstellung der Judikatur des EGMR zu Art 10 Abs 2 MRK. (T25)
  • 4 Ob 64/10f
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 64/10f
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T8
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
    Vgl; Beis wie T7
  • 6 Ob 220/10m
    Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 220/10m
    Vgl
  • 6 Ob 245/11i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 245/11i
    Vgl
  • 6 Ob 51/14i
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 51/14i
    Auch; Beisatz: Welcher Bedeutungsinhalt einer bestimmten Äußerung beizumessen ist, ob es sich um die Verbreitung von Tatsachen, die Verbreitung einer auf einem wahren Tatsachenkern beruhenden wertenden Meinungsäußerung oder eines Werturteils handelt, richtet sich nach dem Zusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck, den ein redlicher Mitteilungsempfänger gewinnt. (T26)
  • 4 Ob 223/14v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 223/14v
    Vgl; Beis ähnlich wie T10
  • 6 Ob 17/15s
    Entscheidungstext OGH 19.02.2015 6 Ob 17/15s
    Auch
  • 6 Ob 47/15b
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 6 Ob 47/15b
    Beis wie T26
  • 6 Ob 209/17d
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 209/17d
    Auch; Beis wie T26

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0031815

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.02.2018

Dokumentnummer

JJR_19891219_OGH0002_0040OB00162_8900000_001

Rechtssatz für 4Ob82/92 4Ob52/93 4Ob40...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031810

Geschäftszahl

4Ob82/92; 4Ob52/93; 4Ob40/93; 4Ob132/93; 4Ob133/93; 4Ob171/93; 4Ob168/93; 6Ob17/94; 4Ob139/94; 6Ob26/95; 6Ob2105/96v; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 6Ob173/98d; 4Ob302/98k; 4Ob204/98x; 4Ob119/99z; 4Ob154/99x; 4Ob138/99v; 4Ob213/99y; 4Ob286/99h; 4Ob266/00x; 4Ob79/01y; 6Ob127/01x; 6Ob304/01a; 6Ob235/02f; 6Ob265/03v; 6Ob246/04a; 4Ob16/06s; 4Ob105/06d; 4Ob166/06z; 4Ob97/07d; 4Ob233/07d; 4Ob236/07w; 4Ob127/08t; 4Ob132/09d; 6Ob15/10i; 6Ob5/10v; 17Ob18/09k; 4Ob39/10d; 4Ob83/11a; 4Ob201/13g; 6Ob47/15b; 6Ob201/15z; 6Ob202/16y; 6Ob141/18f

Entscheidungsdatum

24.11.1992

Norm

ABGB §1330 BII
UWG §1 D2d
UWG §1 C12
UWG §7 C

Rechtssatz

Der Begriff der Tatsachenbehauptung ist nach Lehre und ständiger Rechtsprechung weit auszulegen; selbst Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung ("konkludente Tatsachenbehauptung").

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 82/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 82/92
    Veröff: EvBl 1993/134 S 554 = ÖBl 1993,84 = MR 1993,17
  • 4 Ob 52/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 52/93
  • 4 Ob 40/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 40/93
  • 4 Ob 132/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 4 Ob 132/93
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
  • 4 Ob 171/93
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 171/93
  • 4 Ob 168/93
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 4 Ob 168/93
    Veröff: SZ 67/10 = EvBl 1994/97 S 505
  • 6 Ob 17/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 6 Ob 17/94
    nur: Selbst Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung ("konkludente Tatsachenbehauptung"). (T1)
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
  • 6 Ob 26/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 26/95
    nur T1
  • 6 Ob 2105/96v
    Entscheidungstext OGH 04.07.1996 6 Ob 2105/96v
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
  • 6 Ob 173/98d
    Entscheidungstext OGH 24.09.1998 6 Ob 173/98d
  • 4 Ob 302/98k
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 4 Ob 302/98k
    Vgl; Beisatz: Eine konkludente Tatsachenbehauptung liegt immer dann vor, wenn der Äußerung entnommen werden kann, dass sie von bestimmten Tatsachen ausgeht, ihr Inhalt demnach objektiv auf seine Richtigkeit überprüft werden kann. (T2)
  • 4 Ob 204/98x
    Entscheidungstext OGH 04.02.1999 4 Ob 204/98x
    Auch
  • 4 Ob 119/99z
    Entscheidungstext OGH 18.05.1999 4 Ob 119/99z
  • 4 Ob 154/99x
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 154/99x
  • 4 Ob 138/99v
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 138/99v
    Veröff: SZ 72/118
  • 4 Ob 213/99y
    Entscheidungstext OGH 19.10.1999 4 Ob 213/99y
  • 4 Ob 286/99h
    Entscheidungstext OGH 21.12.1999 4 Ob 286/99h
  • 4 Ob 266/00x
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 266/00x
  • 4 Ob 79/01y
    Entscheidungstext OGH 14.05.2001 4 Ob 79/01y
    Beis ähnlich wie T2
  • 6 Ob 127/01x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2001 6 Ob 127/01x
    Vgl auch; Beisatz: Auch wertende Äußerungen können unter § 1330 Abs 2 ABGB fallen, wenn sie als sogenannte "konkludente" Tatsachenbehauptungen auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, somit dem eine rein subjektive Auffassung wiedergebenden Werturteil entnommen werden kann, dass es von bestimmten Tatsachen ausgeht. (T3)
  • 6 Ob 304/01a
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 6 Ob 304/01a
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 235/02f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2004 6 Ob 235/02f
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T2
  • 6 Ob 265/03v
    Entscheidungstext OGH 19.02.2004 6 Ob 265/03v
    Beisatz: Es mag sein, dass (im Sinne Zöchbauers [MR 2002, 152], der empfiehlt, den Begriff der Tatsachenbehauptung enger und den Begriff der Meinung weiter zu verstehen), die bisher in der oberstgerichtlichen Rechtsprechung vertretene Auffassung einer weiten Auslegung der sogenannten "konkludenten Tatsachenbehauptungen" im Lichte der Judikatur des EGMR neu zu überdenken ist. (T4)
  • 6 Ob 246/04a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 246/04a
  • 4 Ob 16/06s
    Entscheidungstext OGH 14.02.2006 4 Ob 16/06s
    Auch; Beisatz: Auch wertende Äußerungen können eine Tatsachenmitteilung sein, wenn sie als sogenannte „konkludente" Tatsachenbehauptungen auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, greifbare, einem Beweis zugängliche Vorgänge zum Gegenstand haben und von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Empfänger in diesem Sinn aufgefasst werden. (T5)
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
  • 4 Ob 166/06z
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 166/06z
    Beis ähnlich wie T2
  • 4 Ob 97/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
  • 4 Ob 233/07d
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 233/07d
  • 4 Ob 236/07w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 236/07w
    nur T1
  • 4 Ob 127/08t
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 127/08t
    Vgl aber; Beisatz: Kein Wahrheitsbeweis bei diffuser Pauschalabwertung. (T6)
    Beisatz: Hier: Zur Rechtslage vor und nach der UWG-Novelle 2007. (T7)
    Veröff: SZ 2008/132
  • 4 Ob 132/09d
    Entscheidungstext OGH 20.10.2009 4 Ob 132/09d
    Vgl auch
  • 6 Ob 15/10i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 15/10i
    Vgl auch
  • 6 Ob 5/10v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 5/10v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Tatsachen iSd § 1330 Abs 2 ABGB sind Umstände, die ihrer allgemeinen Natur nach objektiv überprüfbar sind. (T8)
  • 17 Ob 18/09k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 17 Ob 18/09k
    Beisatz: Hier: Schutzrechtsverwarnung. (T9)
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 83/11a
    Entscheidungstext OGH 21.06.2011 4 Ob 83/11a
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 201/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 201/13g
    Vgl; Beis wie T2
  • 6 Ob 47/15b
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 6 Ob 47/15b
    Vgl
  • 6 Ob 201/15z
    Entscheidungstext OGH 23.10.2015 6 Ob 201/15z
    Vgl; Beis wie T3
  • 6 Ob 202/16y
    Entscheidungstext OGH 30.01.2017 6 Ob 202/16y
    Vgl; Beis wie T8
  • 6 Ob 141/18f
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 6 Ob 141/18f

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0031810

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19921124_OGH0002_0040OB00082_9200000_002

Entscheidungstext 4Ob139/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob139/94

Entscheidungsdatum

06.12.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof. Dr.Gamerith als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Kodek, Dr.Niederreiter, Dr.Redl und Dr.Griß als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Gravieranstalt Ing.Günther S***** GmbH, ***** vertreten durch Dr.Ernst Blanke, Rechtsanwalt in Hallein, wider die beklagten Parteien 1.) Gebrüder S***** KG, 2.) Manfred S*****, Goldschmied und Designer, beide ***** beide vertreten durch Dr.Gerald Jahn und Dr.Arnold Gangl, Rechtsanwälte in Salzburg, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Streitwert S 400.000), infolge außerordentlicher Revision der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Linz als Berufungsgericht vom 21.Juni 1994, GZ 4 R 288/93-19, womit infolge Berufung der beklagten Parteien das Urteil des Landesgerichtes Salzburg vom 4. Oktober 1993, GZ 10 Cg 224/92-13, bestätigt wurde, folgenden

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

 

Der außerordentlichen Revision wird Folge gegeben. Die Urteile der Vorinstanzen werden aufgehoben. Die Rechtssache wird zur Ergänzung der Verhandlung und neuerlichen Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen.

 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens sind als weitere Kosten des Verfahrens erster Instanz zu behandeln.

Text

 

Begründung:

 

Die Erstbeklagte wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 4.11.1969 vom nunmehrigen Geschäftsführer der Klägerin Ing.Günther S***** und dem Zweitbeklagten als offene Handelsgesellschaft gegründet. In Punkt I Abs 2 des Gesellschaftsvertrages wurde vereinbart, daß - im Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters oder im Fall sonstiger Veränderungen - jeder Gesellschafter für sich und seine Rechtsnachfolger der Fortführung der Firma zustimmt. Im Punkt XII wurde festgehalten, daß die Produktionsmethoden "Eigentum der Gesellschaft" sind und bei Auflösung der Gesellschaft von jedem der ehemaligen Gesellschafter verwendet werden dürfen. Gemäß Punkt X hat der verbleibende Gesellschafter im Fall der Auflösung der Gesellschaft das Recht "zur Weiterführung der Gesellschaft". Als Auflösungsgründe sind in Punkt X "Aufkündigung, Konkurs und andere Gründe" angeführt.

 

Die Erstbeklagte erzeugt und vertreibt ua Beschriftungssysteme. Ab 1982 bezeichnete sie ein von ihr vertriebenes Beschriftungssystem mit "V*****" und seit 1984 auch mit "V*****".

 

Am 31.12.1985 schied Ing.Günther S***** aus der Gesellschaft aus; seither wird die "Gesellschaft vom Zweitbeklagten als persönlich haftendem Gesellschafter betrieben". Ing.Günther S***** gründete danach die Klägerin, welche ebenfalls das Beschriftungssystem "V*****" vertreibt.

 

Das Landesgericht Salzburg hat mit Urteil vom 23.11.1989, 9 Cg 117/87-43, die von der Erstbeklagten gegen die Klägerin erhobenen Unterlassungsbegehren, 1.) Profile, die mit Werkzeugen, Plänen und Musterprofilen der Erstbeklagten hergestellt werden, bei der A***** GmbH zu kaufen und 2.) ein sklavisch nachgeahmtes Beschriftungssystem aus Aluminium, bestehend aus Halteclipsen und Profilen, das dem Beschriftungssystem der Erstbeklagten in der äußeren Gestaltung, dem Aufbau und der Konzeption verwechselbar ähnlich ist, zu verkaufen, abgewiesen. Diese Entscheidung wurde mit Urteil des Oberlandesgerichtes Linz vom 17.4.1990, 1 R 50/90-47, bestätigt, weil die Klägerin (dort: Beklagte) das Profil K 14257-P 24 erst seit dem Zeitpunkt verwendet habe, in welchem ihr das auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung gestattet worden sei. Der Beweis, daß die Klägerin auch andere Profile der Erstbeklagten (dort: Klägerin) verwendet habe, sei nicht erbracht worden. Damit sei aber dem Vorwurf sittenwidrigen Vorgehens im Sinne des Begehrens zu Pkt 1 der Boden entzogen. Das Unterlassungsbegehren zu Pkt 2. sei nicht berechtigt, weil das Beschriftungssystem nicht etwa eine Eigenschöpfung der Erstbeklagten sondern eine völlig identische Nachahmung der auf dem Markt bereits bekannten Beschriftungssysteme der Unternehmen S***** und T***** sei; die Erstbeklagte habe sich verschiedener Bezeichnungen für ein und dasselbe System bedient; das von ihr vertriebene Beschriftungssystem könne aber deswegen ihrem Unternehmen nicht zugeordnet werden. Damit erübrige sich aber auch die Beurteilung der Frage, ob die Klägerin nach dem Ausscheiden Ing.Günther S*****s aus der Erstbeklagten überhaupt zur Benützung der Produktionsmethoden der Erstbeklagten berechtigt sei.

 

Mit Urteil des Landesgerichtes Salzburg vom 17.5.1990, 9 Cg 176/89-7, wurde das vom Geschäftsführer der Klägerin Ing.Günther S***** gegen beide Beklagte erhobene Unterlassungsbegehren, der A***** GmbH oder der ***** B***** AG gegenüber zu behaupten, daß Ing.Günther S***** nicht berechtigt sei, bei diesen Unternehmen Aluminiumprofile nach dem Musterprofil K 14257 zu kaufen oder nacharbeiten zu lassen, abgewiesen. Das Oberlandesgericht Linz bestätigte diese Entscheidung mit Urteil vom 9.10.1990, 1 R 218/90-11, weil nach dem Wortlaut des Punktes XII des Gesellschaftsvertrages jeder der ehemaligen Gesellschafter nur im Falle einer Auflösung der Gesellschaft zur Weiterverwendung der Produktionsmethoden der Gesellschaft berechtigt sei. Dem Ing.Günther S***** stehe dieses Recht aber nicht zu, weil er durch eigene Kündigung aus der Gesellschaft ausgeschieden sei.

 

Im Juni und Juli 1992 versandten die Beklagten an Interessenten der von den Streitteilen vertriebenen Beschriftungssysteme, insbesondere auch Behörden folgendes Rundschreiben:

 

"Betrifft: System V*****.....

 

Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß auf Grund einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung, die in einem von Herrn Ing.Günther S***** gegen uns angestrengten Verfahren ergangen ist, dieser und somit ... die Firma Ing.Günther S***** GmbH nicht berechtigt (ist), die Produktionsmethoden der Firma Gebrüder S***** zu verwenden. Nachdem das von uns unter dem Namen 'V*****' vertriebene Beschriftungssystem aus Profilen hergestellt wird, deren Produktionsmethoden laut Gerichtsurteil Eigentum der Firma Gebrüder S***** darstellen, steht somit fest, daß dieses Beschriftungssystem rechtmäßig nur von uns vertrieben werden kann.

 

Beschriftungssysteme anderer Firmen, insbesondere von der Firma Ing.Günther S***** GesmbH vertriebene Beschriftungssysteme, die mit Profilen nach dem in unserem Eigentum stehenden Produktionsmethoden hergestellt sind, dürfen nicht angeboten werden.

 

Wir erlauben uns, auf diesen Umstand hinzuweisen, da wir uns bei Zuwiderhandlung gezwungen sehen würden, die Lieferung solcher Beschriftungssysteme gerichtlich zu unterbinden. ....."

 

Die Klägerin beantragt, die Beklagten schuldig zu erkennen es zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr beim Vertrieb von Beschriftungssystemen Behauptungen aufzustellen, wonach das von der Klägerin vertriebene Beschriftungssystem "V*****", da nach Produktionsmethoden der Erstbeklagten hergestellt, rechtmäßig nur von der Erstbeklagten vertrieben werden könne (richtig: dürfe), insbesondere durch Briefe mit dem Inhalt des bereits wiedergegebenen Rundschreibens. Weiters erhebt die Klägerin ein auf Ermächtigung zur Veröffentlichung des Spruches des über die Klage ergehenden Urteiles im Textteil einer Samstag-Ausgabe der Tageszeitung "Salzburger Nachrichten" und in der Wochenzeitschrift "Salzburger Wirtschaft" gerichtetes Urteilsveröffentlichungsbegehren.

 

Das von der Klägerin unter der Bezeichnung "V*****" vertriebene Beschriftungssystem werde nicht nach den Produktionsmethoden der Erstbeklagten hergestellt. Die Beklagten hätten aber mit dem beanstandeten Rundschreiben den Eindruck erweckt, daß die Klägerin die Produktionsmethoden der Erstbeklagten (unbefugt) verwende, weil das Schreiben auch den Passus enthalte, daß nur die Erstbeklagte, nicht aber auch die Klägerin berechtigt sei, dieses Beschriftungssystem anzubieten und zu vertreiben. Selbst wenn von der Erstbeklagten zur Herstellung des Beschriftungssystems "V*****" verwendete Produktionsmethoden auch ihr gehörten, ergebe sich daraus noch nicht, daß dieses System nur unter Verwendung dieser Produktionsmethoden hergestellt werden könne. Ein identisches Beschriftungssystem sei schon weltweit hergestellt worden, bevor die Erstbeklagte mit dieser Produktion begonnen habe. Die für die Herstellung erforderlichen Profile seien ohne weiteres erhältlich; die Verwendung des Profiles und des Werkzeuges der Erstbeklagten sei daher nicht erforderlich. Auch seien die Profile als solche nicht Eigentum der Beklagten. Das Profil selbst sei keine Produktionsmethode sondern nur ein Werkzeug. Die Klägerin habe nicht Profile der Erstbeklagten sondern Profile der Firma T*****/S***** übernommen und im Jahr 1986 zusammen mit der Firma P***** neue Werkzeuge dafür hergestellt. Aber auch die Erstbeklagte verfüge nicht über eigene Produktionsmethoden sondern verwende letztlich nur gleichartige Werkzeuge und Profile wie die Firma T*****/S*****. Für allfällige eigene Produktionsmethoden besäßen die Beklagten zudem keinen Sonderrechtsschutz.

 

Die Beklagten beantragen die Abweisung des Klagebegehrens. Im Vorprozeß 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg habe sich ergeben, daß der Geschäftsführer der Klägerin nicht berechtigt sei, die im Eigentum der Erstbeklagten stehenden Produktionsmethoden zu verwenden. Da aber das System "V*****" aus Profilen und Teilen hergestellt werde, deren Produktionsmethoden im Eigentum der Erstbeklagten stünden, sei es der Klägerin nicht gestattet, Beschriftungssysteme anzubieten oder zu verkaufen, die aus Profilen und Teilen bestehen, die mit den im Eigentum der Erstbeklagten stehenden Produktionsmethoden hergestellt werden können. Lediglich auf dieses Ergebnis des Verfahrens 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg habe die Erstbeklagte in dem bezogenen Rundschreiben hingewiesen. Die Behauptung der Klägerin, daß sie das von ihr vertriebene Beschriftungssystem nicht nach den Produktionsmethoden der Erstbeklagten herstelle, sei unrichtig. Der Geschäftsführer der Klägerin habe im genannten Verfahren angegeben, daß er zur Herstellung der Werkzeuge für sein nunmehr vertriebenes Beschriftungssystem "V*****" Pläne der Erstbeklagten verwendet habe. Derartige Pläne gehörten aber zweifellos zu den genannten "Produktionsmethoden". Daß der Geschäftsführer der Klägerin dabei Änderungen durch zwei Rillen vorgenommen habe, ändere daran nichts. In beiden genannten Gerichtsverfahren habe der Geschäftsführer der Klägerin dargelegt, daß er für sein System "V*****" die Produktionsmethoden der Erstbeklagten, insbesondere das Profil K 14257 benötige. Für die Herstellung der Werkzeuge für ihr Beschriftungssystem verwende die Klägerin daher die Produktionsmethoden der Erstbeklagten. Darüber hinaus habe die Klägerin für ihr Erzeugnis Abschlußkappen verwendet, in die die Kurzbezeichnung der Erstbeklagten (MS) eingeprägt gewesen sei. Zu alldem sei der Geschäftsführer der Klägerin aber auf Grund des Gesellschaftsvertrages vom 4.11.1969 nicht berechtigt. Die Erstbeklagte habe auch nicht fremde Systeme nachgemacht.

 

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren statt. Die Angaben im Rundschreiben der Beklagten seien geeignet, die Klägerin zu schädigen. Mit dem Urteil, auf das im Rundschreiben hingewiesen worden sei, sei lediglich das Begehren des Geschäftsführers der Klägerin abgewiesen worden, daß die Beklagten gegenüber den Lieferanten von Profilen die Behauptung zu unterlassen hätten, daß der Kläger nicht berechtigt sei, Aluminiumprofile nach dem Musterprofil K 14257 zu kaufen oder nacharbeiten zu lassen; daß das Beschriftungssystem "V*****" rechtmäßig nur von der Erstbeklagten vertrieben werden dürfe, gehe daraus nicht hervor. Ein solches Unterlassungsbegehren der Erstbeklagten sei vielmehr im Verfahren 9 Cg 117/87 des Landesgerichtes Salzburg abgewiesen worden. Die bloße Methode, einen Gegenstand herzustellen, könne nicht Gegenstand des Eigentumsrechtes sein. Einen Sonderrechtsschutz hätten aber die Beklagten nicht behauptet.

 

Der Geschäftsführer der Klägerin unterliege auch keinem Konkurrenzverbot. Die Beklagten hätten nicht beweisen können, daß sich die Klägerin sittenwidriger Methoden bedient habe. Vielmehr sei das von der Erstbeklagten im Verfahren 9 Cg 117/87 des Landesgerichtes Salzburg erhobene weitere Unterlassungsbegehren mit der Begründung abgewiesen worden, daß das Beschriftungssystem "V*****" keine Eigenschöpfung der Erstbeklagten sondern eine völlig identische Nachahmung bereits bestehender Beschriftungssysteme sei. Die Beklagten seien daher nicht berechtigt, auf Grund der Ergebnisse des Verfahrens 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg derart weitreichende Äußerungen über das Unternehmen der Klägerin abzugeben. An der beantragten Urteilsveröffentlichung habe die Klägerin ein berechtigtes Interesse.

 

Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil des Erstgerichtes und sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000 übersteige und die ordentliche Revision nicht zulässig sei. Das beanstandete Rundschreiben der Beklagten erwecke beim Leser den Eindruck, daß auf Grund einer Gerichtsentscheidung nur die Erstbeklagte zum Vertrieb des Beschriftungssystems "V*****" berechtigt sei, nicht aber auch die Klägerin. Eine derartige Aussage finde aber in der im Verfahren 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg ergangenen Entscheidung des Berufungsgerichtes keine Deckung. Die Erstbeklagte habe überdies im Verfahren 9 Cg 117/87 des Landesgerichtes Salzburg das Begehren, der Klägerin beim Verkauf eines Beschriftungssystems die Verwendung der Bezeichnung "V*****" zu verbieten, zurückgezogen. Das weitere Begehren, daß die Klägerin den Verkauf eines sklavisch nachgeahmten Beschriftungssystems der Erstbeklagten zu unterlassen habe, sei aber abgewiesen worden. Daß der Geschäftsführer der Klägerin ein über die Benützung der Produktionsmethoden der Erstbeklagten hinausgehendes Konkurrenzverbot beachten müsse, sei nicht behauptet worden. Feststellungen über die von den Parteien mit der Vereinbarung eines solchen Konkurrenzverbotes verfolgte Absicht seien daher entbehrlich. Die Beklagten hätten jedenfalls keinen Anspruch, die Klägerin schlechthin vom Vertrieb des Beschriftungssystems "V*****" auszuschließen. Daraus ergebe sich somit, daß das Rundschreiben gegen § 7 UWG verstoße.

Rechtliche Beurteilung

 

Die dagegen von den Beklagten erhobene Revision ist zulässig, weil

dem Berufungsgericht bei der Beurteilung des Eindrucks, den das

Rundschreiben der Beklagten auf die angesprochenen Verkehrskreise zu

vermitteln geeignet war (siehe zur Maßgeblichkeit dieses Eindrucks

für die Ermittlung des Inhaltes von "Tatsachen" iS des § 7 Abs 1 UWG

SZ 62/192 = MR 1990, 69 - Zeitungsente; SZ 62/208 = ÖBl 1990, 253 -

moderne Sklaven; SZ 63/2 = ÖBl 1990, 205 - Schweinerei), im Ergebnis

eine unrichtige rechtliche Beurteilung unterlaufen ist; sie ist auch im Sinne ihres Aufhebungsantrages berechtigt.

 

Den Ausführungen in der Revision, daß der beantragte Wahrheitsbeweis nicht durchgeführt wurde, ist beizupflichten.

 

Gemäß § 7 Abs 1 UWG kann ua auf Unterlassung in Anspruch genommen

werden, wer zu Zwecken des Wettbewerbs über das Unternehmen eines

anderen, über die Person des Inhabers oder Leiters des Unternehmens,

über die Waren oder Leistungen eines anderen Tatsachen behauptet oder

verbreitet, die geeignet sind, den Betrieb des Unternehmens oder den

Kredit des Inhabers zu schädigen, sofern die Tatsachen nicht

erweislich wahr sind. "Tatsachen" iS dieser Gesetzesstelle sind nach

ständiger Rechtsprechung - unabhängig von der im Einzelfall gewählten

Formulierung - Umstände, Ereignisse oder Eigenschaften eines

greifbaren, für das Publikum erkennbaren und von ihm an Hand

bekannter oder zu ermittelnder Umstände auf seine Richtigkeit

nachprüfbaren Inhalts. Der Begriff der Tatsachenbehauptung ist nach

Lehre und ständiger Rechtsprechung weit auszulegen; selbst Urteile,

die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als

Tatsachenmitteilung ("konkludente Tatsachenbehauptung"). Eine und

dieselbe Äußerung kann je nach dem Zusammenhang, in den sie gestellt

wird, bald unter den Begriff der Tatsachenbehauptung, bald unter den

Begriff des reinen Werturteils fallen; entscheidend ist dabei, wie

die Äußerung von einem nicht unerheblichen Teil der Empfänger

verstanden wird (SZ 62/208 = ÖBl 1990, 253 - moderne Sklaven mwN; SZ

63/2 = ÖBl 1990, 205 - Schweinerei). Auch die Frage, ob eine Äußerung

geeignet ist, dem Konkurrenten Nachteile in der Ausübung seiner

Erwerbstätigkeit zuzufügen, ist nach der Auffassung jener Kreise, an

die sich die Behauptung richtet, zu beurteilen (SZ 62/192 = MR 1990,

69 - Zeitungsente mwN).

 

Die beanstandete Äußerung erweckt nach diesen Grundsätzen den Eindruck, daß die Erstbeklagte bestimmte Produktionsmethoden zur Erzeugung des Beschriftungssystems "V*****" entwickelt habe und daß die Klägerin diese Methoden nicht verwenden dürfe, sie aber dennoch in verbotener Weise ausnütze und deshalb dieses System auch nicht vertreiben dürfe. Die Vorinstanzen haben den von den Beklagten angetretenen Wahrheitsbeweis als mißlungen beurteilt, weil sich die Wahrheit der beanstandeten Tatsachenbehauptungen aus den Entscheidungen in den beiden Vorprozessen nicht ergebe. Das Oberlandesgericht Linz hat zwar im Verfahren 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg Punkt XII des Gesellschaftsvertrages vom 4.11.1969 dahin ausgelegt, daß jeder ehemalige Gesellschafter nur bei Auflösung der Gesellschaft zur Weiterverwendung der Produktionsmethoden der Gesellschaft berechtigt sei und daher dem Geschäftsführer der Klägerin, der durch Kündigung aus der Gesellschaft ausgeschieden sei, dieses Recht nicht zustehe. Mit dieser Begründung wurde aber lediglich das vom Geschäftsführer der Klägerin gegen die Beklagten erhobene Unterlassungsbegehren abgewiesen, gegenüber bestimmten Unternehmen zu behaupten, daß Ing.Günther S***** nicht berechtigt sei, bei diesen Firmen Aluminiumprofile nach dem Musterprofil K 14257 zu kaufen oder nacharbeiten zu lassen. Die im beanstandeten Rundschreiben aufgestellte Behauptung, daß die Klägerin geschützte Produktionsmethoden der Erstbeklagten verwendet, war nicht Gegenstand des Verfahrens. Die Aussage im beanstandeten Rundschreiben, daß die Klägerin das Beschriftungssystem "V*****" nach den im Eigentum der Erstbeklagten stehenden Produktionsmethoden herstellt und dieses Beschriftungssystem daher rechtmäßig nur von den Beklagten vertrieben werden dürfe, ergibt sich aber aus der von den Beklagten im Rundschreiben erwähnten gerichtlichen Entscheidung nicht. Das Unterlassungsbegehren richtet sich aber gegen die weitergehende Behauptung des Beklagten, daß der Kläger das "V*****"-System nicht vertreiben dürfe. Dementsprechend beschränkt sich auch der von den Beklagten angebotene Wahrheitsbeweis nicht auf die Ergebnisse des Vorprozesses. Die Behauptungen der Beklagten im Rundschreiben wären daher - ungeachtet der Ergebnisse von Vorprozessen - (nur) dann wahr, wenn die Klägerin Produktionsmethoden der Erstbeklagten entgegen einer vertraglich übernommenen Unterlassungsverpflichtung verwendet hätte. Daher durfte der von den Beklagten angebotene Wahrheitsbeweis nicht mit der Begründung als mißlungen beurteilt werden, daß sich die beanstandete Aussage aus dem Vorprozeß nicht ergebe. Die Vorinstanzen haben somit den Beklagten die Möglichkeit genommen, den angebotenen Wahrheitsbeweis zu erbringen.

 

Das Erstgericht wird daher im fortgesetzten Verfahren festzustellen haben, ob die Erstbeklagte für die Erzeugung des Beschriftungssystems "V*****" eigene "Produktionsmethoden", also ein besonderes, Dritten nicht ohne weiteres zugängliches Verfahren, entwickelt hat und ob sich die Klägerin zur Herstellung des von ihr unter derselben Bezeichnung vertriebenen Beschriftungssystems desselben Verfahrens bedient. Sollten sich diese Tatsachenbehauptungen als wahr herausstellen, bedarf es aber auch noch der Prüfung, ob die Klägerin tatsächlich nicht berechtigt ist, diese Produktionsmethoden zu verwenden; die dazu im Vorprozeß 9 Cg 176/89 des Landesgerichtes Salzburg ausgesprochene Rechtsansicht ist nämlich für das vorliegende Verfahren nicht bindend.

 

In diesem Vorprozeß wurde die Frage entschieden, ob der Geschäftsführer der Klägerin gegen die Beklagten Anspruch auf die Unterlassung der Behauptung hat, daß er nicht berechtigt sei, bei bestimmten Unternehmen ein bestimmtes Profil zu kaufen oder nacharbeiten zu lassen. In diesem Verfahren haben die Vorinstanzen lediglich als Vorfrage Pkt XII des Gesellschaftsvertrages vom 4.11.1969 dahin ausgelegt, daß der Kläger nach seinem Ausscheiden aus der Erstbeklagten (mangels Auflösung der Gesellschaft) nicht berechtigt sei, Produktionsmethoden der Erstbeklagten weiterzuverwenden. Bildete aber eine bestimmte Tatsache im Vorprozeß nicht den Hauptgegenstand des Verfahrens sondern lediglich eine Vorfrage, dann kommt der Entscheidung dieser Vorfrage im Vorprozeß keine bindende Wirkung im vorliegenden Prozeß zu, wenn sie nicht über einen Zwischenantrag auf Feststellung zur Hauptfrage wurde (Fasching, LB2 Rz 1520; SZ 25/121; SZ 41/103; SZ 48/142; RZ 1980/31; JBl 1990, 52).

 

Zum Beweis für die Wahrheit der Behauptung, daß der Geschäftsführer der Klägerin (als ehemaliger Gesellschafter der Erstbeklagten) nicht berechtigt sei, im Eigentum der Erstbeklagten stehende Produktionsmethoden zu verwenden, hat sich die Erstbeklagte nicht auf einen Sonderrechtsschutz sondern nur auf den Gesellschaftsvertrag berufen. Ein solcher Beweis ist nicht von vornherein untauglich, weil sich die Verpflichtung, nicht unter Sonderrechtsschutz stehende Produktionsmethoden eines anderen nicht zu verwenden, auch aus einem Vertrag ergeben kann.

 

Gemäß Punkt X des Gesellschaftsvertrages hat der "verbleibende" Gesellschafter im Fall der Auflösung der Gesellschaft "das Recht zur Weiterführung der Gesellschaft". Waren zum Zeitpunkt der Kündigung (der Gesellschaft) durch den Geschäftsführer der Klägerin - wie im Stadium der Gründung der Gesellschaft - nur zwei Gesellschafter vorhanden, dann liegt in dieser Klausel die Vereinbarung einer Geschäftsübernahme durch den anderen Gesellschafter (Koppensteiner in Straube, HGB, Rz 8 zu § 138 und Rz 14 zu § 142; NZ 1985, 170). Die Übernahme des Unternehmens durch den einzigen verbleibenden Gesellschafter bedeutet aber in gesellschaftsrechtlicher Sicht, daß die Gesellschaft aufgelöst und gleichzeitig beendet wird. Dann wäre aber auch nach Punkt XII Abs 2 letzter Satz des Gesellschaftsvertrages jeder der ehemaligen Gesellschafter berechtigt, die Produktionsmethoden der Gesellschaft weiter zu verwenden. Das Erstgericht wird daher erforderlichenfalls auch noch festzustellen haben, ob beim Ausscheiden des Geschäftsführers der Klägerin aus der Erstbeklagten noch weitere Gesellschafter vorhanden waren, mit denen der Zweitbeklagte die Gesellschaft fortsetzen konnte. Nur wenn eine Fortsetzung der Gesellschaft auf Grund einer Vereinbarung im Sinne des § 138 HGB möglich gewesen wäre, könne der Geschäftsführer der Klägerin als ehemaliger Gesellschafter der Erstbeklagten nach dem Wortlaut des Gesellschaftsvertrages nicht berechtigt sein, Produktionsmethoden der Gesellschaft weiterzuverwenden.

 

Im Vorprozeß wurde aber auch nicht geklärt, was unter den im Eigentum der Gesellschaft stehenden "Produktionsmethoden" gemeint ist und mit den Parteien nicht erörtert, welcher Zusammenhang zwischen den dort erwähnten Aluminiumprofilen und den durch für die Gesellschaft geschützten Produktionsmethoden besteht. Ob sich aus der Verwendung bestimmter Profile bei der Erzeugung des Produktes bereits die Verwendung bestimmter Produktionsmethoden ergibt, ist daher zu erörtern und gegebenenfalls durch ein entsprechendes Beweisverfahren zu klären.

 

Die aufgezeigten Feststellungsmängel führen zur Aufhebung der Urteile der Vorinstanzen und zur Zurückverweisung der Sache an das Erstgericht zur Ergänzung der Verhandlung und neuerlichen Entscheidung.

 

Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens gründet sich auf § 52 Abs 1 ZPO.

Anmerkung

E37477

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0040OB00139.94.1206.000

Dokumentnummer

JJT_19941206_OGH0002_0040OB00139_9400000_000