Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob46/68 6Ob49/69 5Ob69...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040011

Geschäftszahl

2Ob46/68; 6Ob49/69; 5Ob690/76; 4Ob398/78; 5Ob558/93; 3Ob175/01h; 3Ob196/10k; 9Ob42/13m; 4Ob257/16x

Entscheidungsdatum

05.04.1968

Norm

ZPO §235 Abs4 C

Rechtssatz

Eine Änderung des Klagegrundes im Sinne des § 235 Abs 4 ZPO liegt nur dann vor, wenn die zur Substantiierung des Anspruches geltend gemachten Tatsachen eine solche Änderung erfahren, dass sich daraus ein anderer Sachverhalt ergibt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 46/68
    Entscheidungstext OGH 05.04.1968 2 Ob 46/68
  • 6 Ob 49/69
    Entscheidungstext OGH 26.02.1969 6 Ob 49/69
  • 5 Ob 690/76
    Entscheidungstext OGH 09.11.1976 5 Ob 690/76
    Beisatz: Welcher zur Unterstellung unter andere Rechtsnormen führen muss. (T1)
  • 4 Ob 398/78
    Entscheidungstext OGH 19.12.1978 4 Ob 398/78
    Auch; Beisatz: Unterlassungsanspruch wird nicht mehr auf die in der Klage geltend gemachten Fakten, sondern ausschließlich auf einen neuen, selbständigen Vorfall gestützt. (T2)
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Beisatz: Die unterschiedliche Berechnungsart des Anspruches auf angemessene Entschädigung im Sinne des § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB bedeute keine Änderung des Klagegrundes. (T3)
  • 3 Ob 175/01h
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 3 Ob 175/01h
    Vgl; Beisatz: Eine Klageänderung liegt vor, wenn bei Änderung des Klagegrundes, somit der vorgebrachten, anspruchsbegründenden Tatsachen ein anderer gesetzlicher Tatbestand anzuwenden ist. (T4); Veröff: SZ 2002/119
  • 3 Ob 196/10k
    Entscheidungstext OGH 19.01.2011 3 Ob 196/10k
    Vgl
  • 9 Ob 42/13m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 Ob 42/13m
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Erweiterung der das Scheidungsbegehren begründenden Tatsachen begründet keine Heranziehung eines anderen gesetzlichen Tatbestands. (T5)
  • 4 Ob 257/16x
    Entscheidungstext OGH 24.01.2017 4 Ob 257/16x
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1968:RS0040011

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2017

Dokumentnummer

JJR_19680405_OGH0002_0020OB00046_6800000_001

Rechtssatz für 4Ob89/73 6Ob93/74 3Ob22...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021636

Geschäftszahl

4Ob89/73; 6Ob93/74; 3Ob224/74; 4Ob601/75; 7Ob679/76; 7Ob509/77; 3Ob528/77; 5Ob633/81; 6Ob619/81; 7Ob652/84; 10Ob516/87; 5Ob558/93; 4Ob2161/96i; 1Ob308/97v; 5Ob340/98f; 6Ob236/99w; 1Ob175/10g; 5Ob219/10g; 2Ob188/14g; 8ObA22/18w; 8ObA1/20k; 8ObA91/20w

Entscheidungsdatum

11.12.1973

Norm

ABGB §1152 B

Rechtssatz

Nach Lehre und Rechtsprechung (Klang 2. Auflage V 226, EvBl 1964/402) ist jenes Entgelt als angemessen anzusehen, das sich unter Berücksichtigung aller Umstände und unter Bedachtnahme auf das, was unter ähnlichen Umständen geleistet wird, ergibt. Werden aus irgendwelchen Gründen, etwa weil dies ortsüblich ist, höhere als die kollektivvertraglichen Mindestgehälter geboten, dann ist in der Regel von diesen Löhnen als dem angemessenen Entgelt auszugehen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 89/73
    Entscheidungstext OGH 11.12.1973 4 Ob 89/73
    Veröff: Arb 917
  • 6 Ob 93/74
    Entscheidungstext OGH 06.06.1974 6 Ob 93/74
    nur: Nach Lehre und Rechtsprechung (Klang 2. Auflage V 226, EvBl 1964/402) ist jenes Entgelt als angemessen anzusehen, das sich unter Berücksichtigung aller Umstände und unter Bedachtnahme auf das, was unter ähnlichen Umständen geleistet wird, ergibt. (T1)
  • 3 Ob 224/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1975 3 Ob 224/74
    nur T1; Beisatz: Planungsarbeit eines nicht graduierten Architekten. (T2)
  • 4 Ob 601/75
    Entscheidungstext OGH 23.09.1975 4 Ob 601/75
    nur T1; Beisatz: Hier: Planungsarbeiten für Hausumbau. (T3)
    Veröff: so schon JBl 1971,572; JBl 1955,122
  • 7 Ob 679/76
    Entscheidungstext OGH 04.11.1976 7 Ob 679/76
    nur T1; Veröff: NZ 1979,74
  • 7 Ob 509/77
    Entscheidungstext OGH 03.02.1977 7 Ob 509/77
    nur T1; Veröff: EvBl 1977/204 S 459
  • 3 Ob 528/77
    Entscheidungstext OGH 22.11.1977 3 Ob 528/77
    nur T1
  • 5 Ob 633/81
    Entscheidungstext OGH 07.07.1981 5 Ob 633/81
    nur T1
  • 6 Ob 619/81
    Entscheidungstext OGH 25.11.1981 6 Ob 619/81
    nur T1
  • 7 Ob 652/84
    Entscheidungstext OGH 21.02.1985 7 Ob 652/84
    Auch; Beisatz: Bestimmbarkeit eines Architektenhonorars nach Tarif und Verkehrssitte. (T4)
  • 10 Ob 516/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 10 Ob 516/87
    nur T1
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Vgl auch; nur T1
  • 4 Ob 2161/96i
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2161/96i
    nur T1; Beisatz: Orientierungshilfe und Anthaltspunkt kann hiefür auch eine (verwandte) Gebührenordnung liefern. (T5)
    Beisatz: Hier: Produkt-Designer. (T6)
  • 1 Ob 308/97v
    Entscheidungstext OGH 28.07.1998 1 Ob 308/97v
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Honoraranspruch eines Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters nach Zurücklegung der Berufsausübungsbefugnis. (T7)
  • 5 Ob 340/98f
    Entscheidungstext OGH 26.01.1999 5 Ob 340/98f
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 236/99w
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 236/99w
    nur T1; Beis wie T6
  • 1 Ob 175/10g
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 1 Ob 175/10g
  • 5 Ob 219/10g
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 5 Ob 219/10g
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 188/14g
    Entscheidungstext OGH 02.07.2015 2 Ob 188/14g
    Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Entlohnung des vom Gericht bestellten vorläufigen Liegenschaftsverwalters. (T8)
  • 8 ObA 22/18w
    Entscheidungstext OGH 25.06.2018 8 ObA 22/18w
    Auch
  • 8 ObA 1/20k
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 8 ObA 1/20k
  • 8 ObA 91/20w
    Entscheidungstext OGH 23.10.2020 8 ObA 91/20w
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0021636

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.02.2021

Dokumentnummer

JJR_19731211_OGH0002_0040OB00089_7300000_001

Rechtssatz für 1Ob76/74 1Ob642/90 5Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021875

Geschäftszahl

1Ob76/74; 1Ob642/90; 5Ob558/93; 2Ob203/08d; 7Ob174/11f; 3Ob180/12k

Entscheidungsdatum

08.05.1974

Norm

ABGB §1168

Rechtssatz

Der Anspruch nach § 1168 ABGB ist ein Entgeltanspruch und kein Schadenersatzanspruch (EvBl 1971/161).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 76/74
    Entscheidungstext OGH 08.05.1974 1 Ob 76/74
  • 1 Ob 642/90
    Entscheidungstext OGH 05.06.1991 1 Ob 642/90
    Veröff: SZ 64/71
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Beisatz: Hier: "angemessene Entschädigung" infolge Zeitverlustes bei der Ausführung des Werkes. (T1)
  • 2 Ob 203/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 203/08d
    Beisatz: Da es sich um keinen Schadenersatzanspruch, sondern einen Entgeltanspruch handelt, kommt es dabei auf ein Verschulden des Werkbestellers nicht an. Auch ist grundsätzlich keine „Bagatellgrenze" vorgesehen. (T2)
  • 7 Ob 174/11f
    Entscheidungstext OGH 28.09.2011 7 Ob 174/11f
  • 3 Ob 180/12k
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 3 Ob 180/12k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0021875

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2012

Dokumentnummer

JJR_19740508_OGH0002_0010OB00076_7400000_002

Rechtssatz für 6Ob142/75 6Ob784/78 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032031

Geschäftszahl

6Ob142/75; 6Ob784/78; 4Ob1591/93; 5Ob558/93

Entscheidungsdatum

19.12.1975

Norm

ABGB §1333
HGB §353
UStG 1972 §19

Rechtssatz

Wenngleich die Fälligkeit der Umsatzsteuer gegenüber dem Käufer im Rahmen des Gesamtentgeltes ohne Rücksicht darauf eintritt, daß der Verkäufer seinerseits die Umsatzsteuer erst zu einem späteren Zeitpunkt entrichten muß, ist der auf sie entfallende Teil des Gesamtentgeltes erst von jenem Zeitpunkt an zu verzinsen, in dem auf Seite des Verkäufers die Umsatzsteuerschuld gegenüber dem Staat entsteht.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 142/75
    Entscheidungstext OGH 19.12.1975 6 Ob 142/75
    Veröff: SZ 48/140 = EvBl 1976/140 S 268
  • 6 Ob 784/78
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 6 Ob 784/78
    Ausdrücklich gegenteilig; Veröff: SZ 52/42
  • 4 Ob 1591/93
    Entscheidungstext OGH 11.01.1994 4 Ob 1591/93
    Gegenteilig
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Gegenteilig

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0032031

Dokumentnummer

JJR_19751219_OGH0002_0060OB00142_7500000_003

Rechtssatz für 4Ob580/76 3Ob562/78 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032021

Geschäftszahl

4Ob580/76; 3Ob562/78; 6Ob784/78; 5Ob724/79; 7Ob514/82; 2Ob565/82 (2Ob566/82); 7Ob604/86; 5Ob558/93; 9Ob2089/96p; 6Ob660/95; 6Ob2338/96h; 4Ob2336/96z; 4Ob2307/96k

Entscheidungsdatum

14.12.1976

Norm

ABGB §1333
ABGB §1334
UStG 1972 §4 Abs1

Rechtssatz

Neben dem Kaufpreis gehören auch "Auslagen und Unkostenersätze" sowie "Zahlungszuschläge wegen verspäteter Zahlung" zum umsatzsteuerpflichtigen "Entgelt" im Sinne des § 4 Abs 1 UStG 1972 (hier: Umsatzsteuer für Verzugszinsen).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 580/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 4 Ob 580/76
  • 3 Ob 562/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 3 Ob 562/78
    Vgl
  • 6 Ob 784/78
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 6 Ob 784/78
    Beisatz: Keine Umsatzsteuer von der Umsatzsteuer. (T1) Veröff: RZ 1979/88 S 278
  • 5 Ob 724/79
    Entscheidungstext OGH 27.11.1979 5 Ob 724/79
    Vgl
  • 7 Ob 514/82
    Entscheidungstext OGH 18.03.1982 7 Ob 514/82
  • 2 Ob 565/82
    Entscheidungstext OGH 14.12.1982 2 Ob 565/82
    nur: Neben dem Kaufpreis gehören auch "Zahlungszuschläge wegen verspäteter Zahlung" zum umsatzsteuerpflichtigen "Entgelt" im Sinne des § 4 Abs 1 UStG 1972 (hier: Umsatzsteuer für Verzugszinsen). (T2)
  • 7 Ob 604/86
    Entscheidungstext OGH 02.10.1986 7 Ob 604/86
    Ähnlich; nur T2; Beisatz: Soweit die Umsatzsteuerpflicht reicht, sind auch die Verzugszinsen in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen. (T3) Veröff: HS 16488 = HS 16650
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    nur T2; Beis wie T3
  • 9 Ob 2089/96p
    Entscheidungstext OGH 24.04.1996 9 Ob 2089/96p
    Gegenteilig; Beisatz: Im Sinne der Entscheidung Rs 222/81 des EuGH ist auch der Begriff des Entgelts in § 4 UStG auszulegen. Er umfaßt daher nicht die Zinsen, die durch gerichtliche Entscheidung deswegen zuerkannt werden, weil die Zahlung des Entgelts für eine Lieferung oder sonstige Leistung nicht bei Fälligkeit erbracht worden ist. (T4) Veröff: SZ 69/102
  • 6 Ob 660/95
    Entscheidungstext OGH 14.08.1996 6 Ob 660/95
    Gegenteilig; nur T2; Veröff: SZ 69/181
  • 4 Ob 2336/96z
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2336/96z
    Vgl aber; nur T2; Beisatz: Da die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage die durch gerichtliche Entscheidung zuerkannten Verzugszinsen nicht umfaßt, ist Umsatzsteuer aus den Zinsen nicht zuzusprechen. (T5) Veröff: SZ 69/266
  • 4 Ob 2307/96k
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2307/96k
    Gegenteilig; nur T2; Beis wie T4
  • 6 Ob 2338/96h
    Entscheidungstext OGH 30.01.1997 6 Ob 2338/96h
    Gegenteilig; nur T2; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0032021

Dokumentnummer

JJR_19761214_OGH0002_0040OB00580_7600000_002

Rechtssatz für 6Ob784/78 5Ob528/82 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021952

Geschäftszahl

6Ob784/78; 5Ob528/82; 7Ob649/85; 5Ob343/87; 2Ob513/91; 5Ob558/93; 5Ob216/13w

Entscheidungsdatum

07.03.1979

Norm

ABGB §1170
ABGB §1333

Rechtssatz

Umsatzsteuerbeträge sind bürgerlich - rechtlich Teil des vereinbarten Entgeltes. Sie werden unabhängig von der Entstehung der Steuerschuld des Unternehmers (vgl § 19 Abs UStG 1972) im privatrechtlichen Verhältnis zwischen Unternehmer und Besteller dann fällig, wenn die Entgeltforderung als solche fällig wird.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 784/78
    Entscheidungstext OGH 07.03.1979 6 Ob 784/78
    Veröff: SZ 52/42
  • 5 Ob 528/82
    Entscheidungstext OGH 09.03.1982 5 Ob 528/82
    nur: Umsatzsteuerbeträge sind bürgerlich - rechtlich Teil des vereinbarten Entgeltes. (T1) Beisatz: Und als solcher zessionsrechtlich nicht besonders zu behandeln. (T2) Veröff: JBl 1983,595 (dazu zustimmend Grillberger, JBl 1983,574)
  • 7 Ob 649/85
    Entscheidungstext OGH 16.01.1986 7 Ob 649/85
  • 5 Ob 343/87
    Entscheidungstext OGH 22.09.1987 5 Ob 343/87
    Veröff: WBl 1987,347 = SZ 60/175
  • 2 Ob 513/91
    Entscheidungstext OGH 13.03.1991 2 Ob 513/91
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
  • 5 Ob 216/13w
    Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 216/13w
    Vgl auch; Beisatz: Im Verhältnis zwischen der Klägerin als Werkbestellerin und der Gemeinschuldnerin als Werkunternehmerin stellte die von der Gemeinschuldnerin dem Fiskus geschuldete Umsatzsteuer einen Teil des Werklohns dar. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0021952

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.09.2014

Dokumentnummer

JJR_19790307_OGH0002_0060OB00784_7800000_001

Rechtssatz für 6Ob784/78 6Ob513/79 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032030

Geschäftszahl

6Ob784/78; 6Ob513/79; 8Ob578/83; 6Ob704/83; 5Ob569/84 (5Ob570/84); 10Ob516/87; 4Ob1591/93; 5Ob558/93; 9Ob2089/96p; 4Ob2336/96z; 4Ob2307/96k

Entscheidungsdatum

07.03.1979

Norm

ABGB §1333

Rechtssatz

1.) Ab Eintritt des Verzuges ist der volle Entgeltbetrag einschließlich der Umsatzsteuer zu verzinsen (abweichend von SZ 48/140) 2.) Soweit die Umsatzsteuerpflicht reicht, sind auch die Verzugszinsen in die Berechnungsgrundlage einzubeziehen. 3.) Umsatzsteuer von der Umsatzsteuer wird nicht geschuldet.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 784/78
    Entscheidungstext OGH 07.03.1979 6 Ob 784/78
    Veröff: SZ 52/42
  • 6 Ob 513/79
    Entscheidungstext OGH 07.11.1979 6 Ob 513/79
  • 8 Ob 578/83
    Entscheidungstext OGH 29.03.1984 8 Ob 578/83
    nur: Soweit die Umsatzsteuerpflicht reicht, sind auch die Verzugszinsen in die Berechnungsgrundlage einzubeziehen. (T1) Beisatz: Daher nicht bei Verzugszinsen im Kreditverhältnis. (T2) Veröff: HS XIV/XV/27
  • 6 Ob 704/83
    Entscheidungstext OGH 30.08.1984 6 Ob 704/83
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Verzugszinsen stehen im Zusammenhang mit dem Verkaufsgeschäft, bilden mit dem Kaufpreis eine wirtschaftliche Einheit und teilen daher umsatzsteuerrechtlich dessen Schicksal. (T3)
  • 5 Ob 569/84
    Entscheidungstext OGH 16.04.1985 5 Ob 569/84
    nur T1
  • 10 Ob 516/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 10 Ob 516/87
    nur T1; Veröff:
  • 4 Ob 1591/93
    Entscheidungstext OGH 11.01.1994 4 Ob 1591/93
    nur: Ab Eintritt des Verzuges ist der volle Entgeltbetrag einschließlich der Umsatzsteuer zu verzinsen (abweichend von SZ 48/140). Soweit die Umsatzsteuerpflicht reicht, sind auch die Verzugszinsen in die Berechnungsgrundlage einzubeziehen. (T4)
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    nur T4
  • 9 Ob 2089/96p
    Entscheidungstext OGH 24.04.1996 9 Ob 2089/96p
    Vgl aber; Beisatz: Im Sinne der Entscheidung Rs 222/81 des EuGH ist auch der Begriff des Entgelts in § 4 UStG auszulegen. Er umfaßt daher nicht die Zinsen, die durch gerichtliche Entscheidung deswegen zuerkannt werden, weil die Zahlung des Entgelts für eine Lieferung oder sonstige Leistung nicht bei Fälligkeit erbracht worden ist. (T5) Veröff: SZ 69/102
  • 4 Ob 2336/96z
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2336/96z
    Vgl aber; nur T1; Beisatz: Da die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage die durch gerichtliche Entscheidung zuerkannten Verzugszinsen nicht umfaßt, ist Umsatzsteuer aus den Zinsen nicht zuzusprechen. (T6) Veröff: SZ 69/266
  • 4 Ob 2307/96k
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2307/96k
    Vgl aber; nur T1; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0032030

Dokumentnummer

JJR_19790307_OGH0002_0060OB00784_7800000_002

Rechtssatz für 5Ob519/85 6Ob662/86 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021964

Geschäftszahl

5Ob519/85; 6Ob662/86; 5Ob558/93; 9Ob263/99p; 6Ob151/05g; 6Ob70/13g

Entscheidungsdatum

19.03.1985

Norm

ABGB §1170a

Rechtssatz

Nach der in Österreich generell akzeptierten ÖNORM B 2110 sind Preise von Bauleistungen, die nach dem Vertrag innerhalb von vier Monaten nach Angebotslegung zu beenden sind, im Zweifel Festpreise; sollen sich die Arbeiten nach dem Vertrag auf einen längeren Zeitraum erstrecken oder geschieht dies ohne Verschulden des Unternehmers, so unterliegen die Preise (mangels anderweitiger Vereinbarung) dem Preisausgleich, das heißt sie sind als veränderliche Preise anzusehen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 519/85
    Entscheidungstext OGH 19.03.1985 5 Ob 519/85
    Veröff: SZ 58/41 = EvBl 1986/27 S 109 = RdW 1985,305
  • 6 Ob 662/86
    Entscheidungstext OGH 13.11.1986 6 Ob 662/86
    Vgl auch; Beisatz: Eine Aufteilung der Preisrisikotragung in der Weise, dass Änderungen des allgemeinen Preisgefüges bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (zu Lasten des Unternehmers) für die Entgeltbestimmung unbeachtlich sein, Preisänderungen nach diesem Zeitpunkt aber (zu Lasten des Bestellers) bei der Entgeltbestimmung berücksichtigt werden sollen, stellt ein gedankliches Zwischenmodell zwischen Festpreisvereinbarungen und Preisgleitklauseln dar, das als solches weder im Verdacht schwerwiegender inhaltlicher Unausgewogenheit, noch auch bei Aufnahme in Formularerklärungen im Verdacht der Unüblichkeit steht. Der Vereinbarung längerer Festpreisfristen ist dabei im Zweifel eine bewusste Risikoaufteilung zu unterstellen. (T1)
    Veröff: WBl 1987,38
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Vgl auch
  • 9 Ob 263/99p
    Entscheidungstext OGH 05.04.2000 9 Ob 263/99p
    Vgl auch; Beisatz: Bei auf das Ende er Anbotsfrist rückwirkenden kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen ist eine entsprechende Preiserhöhung zulässig. (T2)
  • 6 Ob 151/05g
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 151/05g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Auch wennder Auftragnehmer über die Veränderung der Preisumrechnungsgrundlagen nicht informieren muss, hat er nach Punkt2.5.4 der ÖNORM B2111 die Preisumrechnung vorzunehmen, ohne dass der Auftraggeber dies zuvor ausdrücklich begehren müsste. Der Auftraggeber kann-sollte eine entsprechende Umrechnung zu seinen Gunsten nicht erfolgt sein-den entsprechenden Betrag bei Zahlung und unter Bekanntgabe des Grundes für die Reduktion abziehen oder-sollte er die nach der Vereinbarung überhöhte Schlussrechnung bezahlt haben-die Überzahlung nachträglich in der in den ÖNORMenA2060 und B 2110 vorgesehenen Fristen geltend machen. (T3)
  • 6 Ob 70/13g
    Entscheidungstext OGH 24.10.2013 6 Ob 70/13g
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Abweichung der Ausschreibungsunterlagen von ÖNORM B 2111 nicht als sittenwidrig beurteilt. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0021964

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.01.2014

Dokumentnummer

JJR_19850319_OGH0002_0050OB00519_8500000_003

Rechtssatz für 6Ob649/90 (6Ob1593/90) 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0039426

Geschäftszahl

6Ob649/90 (6Ob1593/90); 1Ob44/91 (1Ob45/91); 8Ob609/92; 8Ob4/93; 7Ob511/93 (7Ob564/93); 4Ob71/93 (4Ob72/93); 10Ob1520/94; 5Ob558/93; 7Ob518/96 (7Ob1531/96); 1Ob2226/96a; 4Ob207/97p; 1Ob276/97p; 6Ob154/98k; 1Ob128/98z; 1Ob356/98d; 5Ob3/00b; 6Ob233/99d; 1Ob255/00g; 8Ob263/00k; 1Ob120/02g; 9Ob214/02i; 3Ob241/04v; 8Ob142/05y; 9Ob56/06k; 9Ob18/07y; 6Ob8/11m; 3Ob113/11f; 8Ob88/13v; 9ObA95/14g; 6Ob249/15h; 3Ob69/16t; 6Ob13/17f; 4Ob116/18i; 9Ob16/19x; 4Ob97/20y; 9ObA93/20x

Entscheidungsdatum

07.09.1990

Norm

ZPO §235 A
ZPO idF WGN 1989 §528 Abs2 Z2 K

Rechtssatz

Die Entscheidung des Rekursgerichtes mit der der erstinstanzliche Beschluss auf Nichtzulassung einer Klagsänderung bestätigt wird, ist gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO unanfechtbar, weil die Nichtzulassung einer Klagsänderung einer Klagszurückweisung, mit der jede Verfolgung des erhobenen Anspruches in der gewählten Verfahrensart abgelehnt wird, nicht gleichgehalten werden kann.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 649/90
    Entscheidungstext OGH 07.09.1990 6 Ob 649/90
  • 1 Ob 44/91
    Entscheidungstext OGH 18.12.1991 1 Ob 44/91
  • 8 Ob 609/92
    Entscheidungstext OGH 24.09.1992 8 Ob 609/92
  • 8 Ob 4/93
    Entscheidungstext OGH 05.07.1993 8 Ob 4/93
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Bestätigung des erstgerichtlichen Beschlusses auf Zulassung der Klagsänderung. (T1)
  • 7 Ob 511/93
    Entscheidungstext OGH 16.06.1993 7 Ob 511/93
  • 4 Ob 71/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 4 Ob 71/93
    Gegenteilig; Beisatz: Die Zurückweisung einer Klageänderung als unzulässig ist einer Klagezurückweisung aus formellen Gründen gleichzuhalten. (T2)
  • 10 Ob 1520/94
    Entscheidungstext OGH 11.05.1994 10 Ob 1520/94
  • 5 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 558/93
    Ähnlich; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Beide Instanzen ließen übereinstimmend - wenn auch ohne förmliche Beschlussfassung - die Klagsänderung zu. (T3)
  • 7 Ob 518/96
    Entscheidungstext OGH 11.06.1996 7 Ob 518/96
    Beisatz: Hier: Klagsänderung, da das Hauptbegehren erkennbar auf Vertragserfüllung, das Eventualbegehren aber auf Schadenersatz infolge schuldhaften Verhaltens, somit auf einen anderen Klagegrund gestützt ist. (T4)
  • 1 Ob 2226/96a
    Entscheidungstext OGH 03.10.1996 1 Ob 2226/96a
    Ähnlich; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 207/97p
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 4 Ob 207/97p
    Auch
  • 1 Ob 276/97p
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 276/97p
    Auch
  • 6 Ob 154/98k
    Entscheidungstext OGH 10.06.1998 6 Ob 154/98k
  • 1 Ob 128/98z
    Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 128/98z
    Ähnlich; Beis wie T1; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn die Zulässigkeit einer vom Erstgericht zugelassenen Klagsänderung im zweitinstanzlichen Verfahren geprüft wurde, zumal das Gericht zweiter Instanz bei Beurteilung des Vorliegens einer Klageänderung als Rekursgericht und nicht im Rahmen des Berufungsverfahrens tätig wird, die Anfechtbarkeit sich somit nicht nach § 519 ZPO richtet. (T5)
  • 1 Ob 356/98d
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 356/98d
    Auch; nur: Die Entscheidung des Rekursgerichtes mit der der erstinstanzliche Beschluss auf Nichtzulassung einer Klagsänderung bestätigt wird, ist gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO unanfechtbar. (T6)
    Veröff: SZ 72/28
  • 5 Ob 3/00b
    Entscheidungstext OGH 25.01.2000 5 Ob 3/00b
    Auch; nur: Die Entscheidung des Rekursgerichtes mit der der erstinstanzliche Beschluss auf Nichtzulassung einer Klagsänderung bestätigt wird, ist gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO unanfechtbar, weil die Nichtzulassung einer Klagsänderung einer Klagszurückweisung, nicht gleichgehalten werden kann. (T7)
  • 6 Ob 233/99d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 233/99d
    Vgl; Beisatz: Wird der Anspruch auch auf ein einer Drittschuldnerklage iSd § 308 EO entsprechendes Vorbringen gestützt, ist darin eine Klageänderung zu erblicken. (T8)
  • 1 Ob 255/00g
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 255/00g
    Beisatz: Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs 4 Ob 71, 72/93 blieb vereinzelt. (T9)
  • 8 Ob 263/00k
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 8 Ob 263/00k
    Ähnlich; Beis wie T5
    Veröff: SZ 74/118
  • 1 Ob 120/02g
    Entscheidungstext OGH 25.06.2002 1 Ob 120/02g
  • 9 Ob 214/02i
    Entscheidungstext OGH 02.10.2002 9 Ob 214/02i
    Ähnlich; Beis wie T3
  • 3 Ob 241/04v
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 3 Ob 241/04v
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 142/05y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 8 Ob 142/05y
    Auch; Beis wie T3
  • 9 Ob 56/06k
    Entscheidungstext OGH 07.06.2006 9 Ob 56/06k
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 9 Ob 18/07y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 9 Ob 18/07y
    Ähnlich; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 6 Ob 8/11m
    Entscheidungstext OGH 24.02.2011 6 Ob 8/11m
    nur T6
  • 3 Ob 113/11f
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 113/11f
    Ähnlich; Beis wie T5
  • 8 Ob 88/13v
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 Ob 88/13v
    Beisatz: Dies gilt auch für die Ausdehnung der Klage, die nur einen Sonderfall der Klagsänderung darstellt. (T10)
  • 9 ObA 95/14g
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 9 ObA 95/14g
  • 6 Ob 249/15h
    Entscheidungstext OGH 14.01.2016 6 Ob 249/15h
    Beis wie T9
  • 3 Ob 69/16t
    Entscheidungstext OGH 13.07.2016 3 Ob 69/16t
    Auch
  • 6 Ob 13/17f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 6 Ob 13/17f
    Beis wie T9
  • 4 Ob 116/18i
    Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 116/18i
    Beisatz: Berufungsgericht entscheidet im Rahmen des Berufungsverfahrens. (T11); Beis wie T5
  • 9 Ob 16/19x
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 9 Ob 16/19x
  • 4 Ob 97/20y
    Entscheidungstext OGH 02.07.2020 4 Ob 97/20y
  • 9 ObA 93/20x
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 9 ObA 93/20x
    Beisatz: Hier: Vereinzelte anderslautende ältere Entscheidungen sind als überholt anzusehen. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0039426

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19900907_OGH0002_0060OB00649_9000000_001

Entscheidungstext 5Ob558/93

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

5Ob558/93

Entscheidungsdatum

30.08.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr.Schwarz als Vorsitzenden und durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Zehetner sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Floßmann, Dr.Adamovic und Dr.Baumann als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. S***** Aktiengesellschaft *****, 2. E*****gesellschaft mbH, ***** und 3. F***** & S***** Gesellschaft mbH, ***** sämtliche vertreten durch Siemer-Siegl-Füreder & Partner, Rechtsanwälte in Wien, wider die beklagte Partei R*****, vertreten durch die Finanzprokuratur, Singerstraße 17-19, 1011 Wien, wegen 4,043.741,60 S sA, infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Berufungsgerichtes vom 25.Mai 1993, GZ 1 R 105/93-64, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 29.Dezember 1992, GZ 6 Cg 154/89-58, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die beklagte Partei ist schuldig, den klagenden Parteien binnen 14 Tagen die mit 32.931,62 S bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin 5.488,60 S an Umsatzsteuer) zu ersetzen.

Text

Begründung:

Mit Schlußbrief vom 15.3.1977 (Beilage 4) beauftragte die Beklagte die klagenden Gesellschaften mit der Durchführung der Elektroinstallationen für den Neubau der Philosophischen Fakultät der Universität I*****. Dem Auftrag lag ein Anbot vom 19.9.1976 zugrunde (Anbotsausschreibung Beilage 1). Als (offizieller) Arbeitsbeginn wurde im Schlußbrief der 7.3.1977 festgelegt (nach der Anbotsausschreibung sollte der Arbeitsbeginn sofort nach Auftragserteilung erfolgen). Als Endtermin für die Durchführung der Arbeiten war Juni 1979 festgelegt (Beilage 1 S.VIII Punkt 4.; Beilage 4 S.2 Punkt 8. und 9.). Die Fertigstellung aller Elektroinstallationsarbeiten verzögerte sich aus Umständen, die ausschließlich im Bereich der beklagten Partei lagen, bis September 1985. Die Abnahme der Arbeiten erfolgte am 18.3.1986.

Mit der am 11.Mai 1989 eingebrachten Klage begehrten die klagenden Gesellschaften von der Beklagten nach Einschränkung des Klagebegehrens die Bezahlung zur ungeteilten Hand von letztlich 4,043.741,60 S samt Staffelzinsen in einer Höhe zwischen 9 und 11,75 % p.a. samt 20 % Umsatzsteuer aus den Zinsen.

Die Beklagte bestritt das Klagebegehren dem Grunde und der Höhe nach, wendete Verjährung ein und beantragte dessen Abweisung.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren vollinhaltlich statt. Es ging vorerst davon aus, daß der Einwand der unzulässigen Klagsänderung nicht berechtigt sei. Die klagenden Parteien hätten von Anfang an kalkulierte Mehrkosten aus der Bauzeitverlängerung geltend gemacht, wobei der Anspruch aus dem zwischen den Streitteilen geschlossenen Werkvertrag abgeleitet worden sei. Der Klagsanspruch stehe aufgrund des Werkvertrages nach §§ 1168 ff ABGB zu. Die Klagsforderung sei auch nicht verjährt. Auch der Zinsenanspruch, wie er zuerkannt worden sei, sei berechtigt. Ein Umsatzsteueranspruch sei ebenfalls begründet, da die geltend gemachte Forderung eine Aufstockung des Werklohnes und keinen Schadenersatzanspruch darstelle.

Das Gericht zweiter Instanz gab der von der Beklagten gegen dieses Urteil erhobenen Berufung nicht Folge und sprach aus, daß die ordentliche Revision zulässig sei. Es verneinte das Vorliegen der in der Berufung geltend gemachten Verfahrensmängel und übernahm die Feststellungen des Erstgerichtes als Ergebnis einer unbedenklichen Beweiswürdigung. Das Berufungsgericht billigte auch die Ablehnung der Ansicht der Beklagten über das Vorliegen einer Klagsänderung durch das Erstgericht; die Klagsänderung wäre überdies aus Zweckmäßigkeitsgründen wohl nach § 235 Abs 3 ZPO auch zuzulassen gewesen. In der Sache selbst gelangte das Berufungsgericht ebenfalls zu dem Ergebnis, daß der Klagsanspruch iS des § 1168 ABGB berechtigt sei und die Klageforderung nicht verjährt sei. Das Berufungsgericht vermochte sich auch den in der Berufung geltend gemachten Bedenken gegen die Berechnung der Mehrkosten durch Bauzeitverzögerung nicht anzuschließen. Es erachtete schließlich auch den Zuspruch der begehrten Verzugszinsen sowie der Umsatzsteuer als berechtigt.

Gegen diese Entscheidung des Gerichtes zweiter Instanz richtet sich die auf die Anfechtungsgründe der Aktenwidrigkeit, der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und der unrichtigen rechtlichen Beurteilung gestützte Revision der beklagten Partei mit dem Antrag, die Entscheidungen der Vorinstanzen im Sinne der gänzlichen Abweisung des Klagebegehrens abzuändern.

Die klagenden Parteien beantragten in ihrer Revisionsbeantwortung, die Revision als unzulässig zurückzuweisen und hilfsweise, ihr nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist entgegen der vom Berufungsgericht und in der Revision vertretenen Rechtsansicht unzulässig, weil keine erhebliche Rechtsfrage aufgezeigt wurde, von deren Lösung die Entscheidung des Berufungsgerichtes tatsächlich abhinge (§ 502 Abs.1 ZPO).

Wird eine ordentliche Revision wegen Fehlens einer erheblichen Rechtsfrage zurückgewiesen, so kann der Oberste Gerichtshof die Begründung seiner Entscheidung auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 510 Abs 3 letzter Satz ZPO).

Das Berufungsgericht erachtete die Revision für zulässig, weil einerseits die Frage der Abgrenzung zwischen Klagsberichtigung und - wie die Beklagte behaupte - Klagsänderung durch Änderung des geltend gemachten Rechtsgrundes und damit auch der Identität eines Anspruches, der nach unterschiedlichen Berechnungsmethoden ermittelt werde, sowohl zur Verjährungshemmung bzw des Verjährungsablaufes von erheblicher Bedeutung sei, und anderseits "uneinheitliche Judikatur" zur Beweislastverteilung für grobes Verschulden bei Anwendbarkeit des § 1298 ABGB vorliege. Die Beklagte vertrat weiters die Ansicht, daß über diese Problemkomplexe hinaus auch noch weitere erhebliche Rechtsfragen vorliegen, wobei sie im Rahmen ihrer Ausführungen zur Zulässigkeit der Revision bloß anführt, daß zur Frage der verfahrensgegenständlichen, abstrakten Schadensberechnung es überhaupt keine Judikatur gäbe und sie in der Rechtsrüge abschließend meint, es liege keine höchstgerichtliche Judikatur zur Frage vor, ob Forderungen der klagsgegenständlichen Art umsatzsteuerpflichtig seien.

Vorweg ist festzuhalten, daß die in der Revision geltend gemachten Mangelhaftigkeiten und Aktenwidrigkeiten (§ 503 Z 2 und 3 ZPO) nicht vorliegen, was allerdings keiner Begründung bedarf (§ 510 Abs 3 3. Satz ZPO), sodaß damit auch keine erhebliche Rechtsfragen im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO aufgezeigt werden.

Was die vom Berufungsgericht als Zulassungskriterium angeführte Frage der Vornahme einer Änderung des in der Klage geltend gemachten Rechtsgrundes und der Abgrenzung zwischen Klagsberichtigung und Klagsänderung anlangt, so geht es um die Auslegung des Sachvorbringens der klagenden Parteien sowie des daraus abgeleiteten Klagebegehrens. Bei Bekämpfung dieser von den Umständen des Einzelfalles abhängigen Beurteilung der Vorinstanzen durch die Beklagte werden jedoch keine Rechtsfragen aufgezeigt, deren Beantwortung über den Einzelfall hinaus Bedeutung zukäme. Die Vorinstanzen haben die dem Klagebegehren zugrundegelegte Klagserzählung sowie das in der Folge im Zusammenhang mit der Einschränkung des Klagebegehrens in ON 14 dA erstattete Sachvorbringen aktengetreu wiedergegeben und sind davon ausgegangen, daß die klagenden Gesellschaften ihr Zahlungsbegehren unter anderem aus dem zwischen den Streitteilen abgeschlossenen Werkvertrag (§§ 1168, 1170 ABGB) abgeleitet haben und die rechtserzeugende Tatsache nach wie vor im Anspruch auf angemessene Entschädigung infolge Zeitverlustes bei der Ausführung des Werkes durch Umstände auf Seite des Bestellers im Sinne des § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB zu erblicken sei. Ein Verstoß gegen die Denkgesetze bei dieser Auslegung des Sachvorbringens der klagenden Partei wird von der Revisionswerberin nicht aufgezeigt und ist auch nicht erkennbar. Der Oberste Gerichtshof hat wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß eine Änderung des Klagegrundes im Sinne des § 235 Abs 4 ZPO nur dann vorliegt, wenn die zur Substantiierung des Anspruches geltend gemachten Tatsachen eine solche Änderung erfahren, daß sich daraus ein anderer Sachverhalt ergibt (2 Ob 46/68; 6 Ob 49/69; 4 Ob 398/78); in der Entscheidung 5 Ob 690/76 wurde darüber hinaus noch gefordert, daß die Sachverhaltsänderung zur Unterstellung unter andere Rechtsnormen führen muß. Ausgehend von diesen von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen ist die vom Berufungsgericht unter Hinweis auf Rsp 1924, 259 vertretene Rechtansicht, die unterschiedliche Berechnungsart des Anspruches auf angemessene Entschädigung im Sinne des § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB bedeute keine Änderung des Klagegrundes, durch die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs durchaus gedeckt.

Insoweit die Beklagte in ihren umfangreichen und weitwendigen Ausführungen immer wieder zu dem Ergebnis gelangt, der Klage und dem Schriftsatz vom 28.5.1990, ON 14 dA, seien in Ansehung des Klage-(Haupt-)Begehrens verschiedene Klagsgründe zugrundegelegen (Werkvertrag: Schadenersatz), weshalb in der in ON 14 dA vorgenommenen "Umstellung" des Klagebegehrens eine (unzulässige) Klagsänderung zu erblicken sei, die wegen des damit verbundenen zusätzlichen wesentlichen Verfahrensaufwandes von den Vorinstanzen auch nicht hätte zugelassen werden dürfen, und sie daraus ableitet, mit diesem Schriftsatz sei ein neues Klagebegehren, und zwar ein Schadenersatzbegehren erhoben worden, geht sie nicht von den maßgeblichen Verfahrensgrundlagen aus und ist ihr noch folgendes zu entgegnen:

Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes zur Frage des Vorliegens eines bestätigenden Beschlusses des Gerichtes zweiter Instanz als Grund für die jedenfalls gegebene Unzulässigkeit des Rechtsmittels an den Obersten Gerichtshof im Sinne des § 528 Abs 2 Z 2 ZPO ist vom Vorliegen einer bestätigenden Entscheidung des Gerichtes zweiter Instanz ua auch dann auszugehen, wenn die Zulässigkeit einer vom Erstgericht ohne formellen Beschluß zugelassene Klagsänderung im Berufungsverfahren geprüft wurde (RZ 1977/42), zumal das Gericht zweiter Instanz bei Beurteilung des Vorliegens einer Klagsänderung als Rekursgericht und nicht im Rahmen des Berufungsverfahrens tätig wird, die Anfechtbarkeit sich somit nicht nach § 519 ZPO richtet (vgl. MGA ZPO14, Anm 1 zu § 519 ZPO; Fasching, Lehrbuch2, Rz 1241; SZ 57/5 ua). Dies gilt aber auch dann, wenn das Gericht zweiter Instanz ohne formelle Beschlußfassung die vom Erstgericht vorgenommene Ablehnung, eine klägerische Prozeßhandlung und das dieser zugrundeliegende Prozeßvorbringen als Klagsänderung zu beurteilen, überprüft und für richtig befindet. Im vorliegenden Fall haben beide Vorinstanzen die dem Antrag auf Zurückweisung des Klagebegehrens (vgl. Berufungsverhandlung AS 504) zugrundeliegende Einwendung des Vorliegens einer Klagsänderung zum Gegenstand des Verfahrens gemacht und ausführlich abgehandelt; sie sind dabei übereinstimmend - wenngleich ohne formelle Beschlußfassung - zu dem Ergebnis gelangt, daß eine Klagsänderung nicht vorliegt und für den Fall, daß in der von den Klägerinnen vorgenommenen Einschränkung des Klagebegehrens doch eine Klagsänderung zu erblicken wäre, diese gemäß § 235 Abs 3 ZPO jedenfalls zuzulassen gewesen wäre. Damit wäre aber der Oberste Gerichtshof selbst bei Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO nicht mehr berechtigt, auf die in der Revision neuerlich relevierte Frage des Vorliegens einer unzulässigen Klagsänderung weiter einzugehen. Daraus folgt, daß sämtliche Ausführungen der Revisionswerberin, mit welchen sie darzulegen versucht, es habe doch eine Klagsänderung vorgelegen, die von den Vorinstanzen nicht hätte zugelassen werden dürfen, sodaß sie das Klagebegehren hätten abweisen müssen, ins Leere gehen.

Abgesehen von der in dritter Instanz nicht mehr aufgreifbaren verfahrensrechtlichen Frage des Vorliegens einer unzulässigen Klagsänderung sind die in diesem Zusammenhang erstatteten Revisionsausführungen aber auch nicht geeignet, ein Abweichen der von den Vorinstanzen hinsichtlich der rechtlichen Qualifikation des von den klagenden Parteien geltend gemachten Anspruches vertretenen Rechtsansicht von der höchstgerichtlichen Rechtsprechung aufzuzeigen. Die Vorinstanzen haben - wie bereits aufgezeigt - zutreffend darauf hingewiesen, daß die klagenden Gesellschaften ihr Leistungsbegehren auch vor ihrem Schriftsatz ON 14 dA ua aus der Bestimmung des § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB abgeleitet haben. Auch aus ihren Ausführungen im Schriftsatz ON 14 dA und ihrem weiteren (ergänzenden) Prozeßvorbringen ergibt sich, daß die klagenden Parteien ihr eingeschränktes Leistungsbegehren aus dem Umstand abgeleitet haben, ihr Entgeltanspruch gegen die Beklagte aus Anlaß ihrer Leistungen im Zusammenhang mit dem Neubau der Philosophischen Fakultät der Universität I***** sei dadurch verkürzt worden, daß sie ihre Leistungen aus Umständen, die allein auf Seite der Beklagten gelegen seien, nicht in der dafür vertraglich vogesehenen Zeit hätten erbringen können und sie mit der tatsächlichen Bauzeitverlängerung weder hätten rechnen können, noch rechnen müssen. Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß auch dieses Vorbringen dem § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB zu unterstellen ist, das Vorbringen der klagenden Parteien ab dem Schriftsatz ON 14 dA somit an dem bereits in der Klage geltend gemachten rechtserzeugenden Sachverhalt nichts geändert hat, der Klagsgrund daher derselbe geblieben ist.

Ausgehend von der Identität des Klagegrundes vor und nach der Klagseinschränkung ON 14 dA und dem Umstand, daß das von den Vorinstanzen als berechtigt angesehene Klagebegehren aus § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB abgeleitet ist, vermag die Beklagte in ihrer Revision in diesem Zusammenhang auch keine andere erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO aufzuzeigen.

Beide Vorinstanzen haben im Sinne der Lehre und Rechtsprechung erkannt, daß es sich bei dem Anspruch auf "angemessene Entschädigung" um keinen Schadenersatzanspruch, sondern um einen Erfüllungsanspruch handelt (vgl Krejci in Rummel, ABGB2, Rz 28 zu § 1168 und Rz 31 zu § 1155) und den klagenden Parteien eine Erhöhung des Werklohnes (Koziol-Welser9 I 405 samt Hinweis auf weitere Lehre und Rechtsprechung; Krejci, aaO, Rz 28 zu § 1168: eine Art Aufpreis; SZ 58/41: eine angemessene Aufstockung des Werklohnes) gebührt. Es entspricht weiters der Lehre und Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes, daß die hindernden Umstände auf Bestellerseite nicht immer zu einer Verzögerung der Werkerstellung führen müssen, es kann auch sein, daß solche Umstände den Unternehmer zu erhöhten Anstrengungen, erhöhtem Arbeitseinsatz, erhöhten Aufwendungen (SZ 58/41) oder zu einer Änderung des Arbeitskonzeptes zwingen und derartige Fälle ebenso zu beurteilen sind wie jene der Werkverzögerung, also auch zu einer Entschädigung durch Aufstockung des Werklohnes führen (Krejci, aaO, Rz 25 zu § 1168; Grillberger in Schwimann, ABGB IV/1, Rz 17 zu § 1168; WBl 1987, 219). Nach dem Gesetz ist eine "angemessene" Erhöhung des Werklohnes zuzusprechen. Nach Lehre und Rechtsprechung ist bei Beurteilung der "Angemessenheit" des Werklohnes auf alle Umstände Bedacht zu nehmen, die unter ähnlichen Verhältnissen maßgeblich sind (vgl Adler-Höller in Klang2 V 178, JBl 1955, 122; 226 und 414 f; EvBl 1964/401; JBl 1971, 572; 6 Ob 619/81; 10 Ob 516/87), insbesondere kommt also der Dauer des Zeitverlustes und dem bei der Entgeltbestimmung maßgeblichen Zeitfaktor, also der Höhe des Entgeltes für das Werk und der dafür ordentlicherweise erforderlichen Zeit besondere Bedeutung zu (vgl Krejci, aaO, Rz 29 zu § 1168 und Rz 24 zu § 1152; Grillberger, aaO, Rz 19 zu § 1168; JBl 1973, 309). Da einerseits die von den Vorinstanzen ihren Entscheidungen zugrundegelegte Berechnungsart des vom Erstgericht beigezogenen Sachverständigen diesen Kriterien Rechnung trägt, auf eine - vom Inhalt des zustandegekommenen Vertrages ausgehende - Vertragsanpassung hinausläuft (vgl Krejci, aaO, Rz 27 zu § 1168) und entgegen den Revisionsausführungen keine abstrakte Schadensberechnung darstellt und anderseits dem Rechtsanwender bei Feststellung der Angemessenheit eines Betrages ein Beurteilungsspielraum eingeräumt ist, der von den Vorinstanzen hier nicht überschritten wurde, bestehen auch keine Bedenken gegen die Art der von den Vorinstanzen als richtig erachteten Ausmessung des den klagenden Gesellschaften gemäß § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB gebührenden zusätzlichen Entgeltes. Eine an Bedeutung über den Einzelfall hinausgehende Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO liegt in diesem Zusammenhang somit nicht vor.

Ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, daß die klagenden Gesellschaften ihr Zahlungsbegehren von Anfang an bereits (auch) auf § 1168 Abs 1 Satz 2 ABGB gestützt haben und ihnen von den Vorinstanzen auch kein Schadenersatzanspruch zuerkannt wurde, so gehen auch alle Ausführungen in der Revision über die Verjährung des Klagsanspruches ins Leere. Die Vorinstanzen haben die für die Hemmung und Unterbrechung der Verjährung maßgebliche Rechtsprechung richtig zur Darstellung gebracht. Daß ihnen bei deren Anwendung auf den zum Tragen kommenden Klagsanspruch ein Irrtum unterlaufen wäre, wurde in der Revision - von der wahren Sach- und Rechtslage ausgehend - nicht dargetan. In diesem Zusammenhang ist auch noch festzuhalten, daß die klagenden Parteien mit den drei im Verfahren besonders relevierten Nachtragskostenvoranschlägen anstelle der Berechnung von Mehrkosten aus zeitgebundenen Montagegemeinkosten, unproduktiven Angestelltenkosten und für Mehrkosten des Produktivitätsverlustes, von denen sie nicht wußten, wie sie nachzuweisen seien, andere scheinbar leichter nachweisbare Kosten in Rechnung gestellt haben (Ersturteil S.19) und die Erstellung dieser Nachtragskostenvoranschläge - wie sich aus den vom Erstgericht im Rahmen der rechtlichen Beurteilung gemachten, jedoch den Bereich der Sachverhaltsfeststellung zuzuordnenden Ausführungen ergibt - auf eine Anregung der Leute der beklagten Partei zurückgegangen ist (Ersturteil S.29; Berufungsurteil S.25). Da die Beklagte sich letztlich an diesen Vorschlag ihrer Leute nicht gehalten hat, kommt diesen Kostenvoranschlägen nicht jenes Gewicht zu, das die Revisionswerberin ihnen im Rahmen ihrer zur Frage der Verjährung erstatteten Rechtsrüge zugemessen wissen will.

Insoweit das Berufungsgericht zur Frage der Beweislastverteilung für das Vorliegen von grobem Verschulden des in Verzug geratenen Schuldners als Voraussetzung für den Anspruch auf höhere als die gesetzlichen Verzugszinsen eine "uneinheitliche Rechtsprechung" zu erblicken vermeint und darauf auch seinen Ausspruch über die Zulässigkeit der ordentlichen Revision gründete, übersieht es, daß von einer uneinheitlichen Rechtsprechung im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO nur dann gesprochen werden kann, wenn einander widersprechende Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs vorliegen. Dies ist hier aber nicht der Fall. Bei der vom Berufungsgericht erwähnten, in ZVR 1981/60 veröffentlichten Entscheidung handelt es sich um eine solche des OLG Linz. Die vom Obersten Gerichtshof zu dieser Frage einheitlich entwickelte Rechtsprechung geht dahin, daß § 1298 ABGB nur leichte Fahrlässigkeit unterstellt und das Vorliegen grober Fahrlässigkeit oder böser Absicht vom geschädigten Kläger zu behaupten und zu beweisen ist (vgl JBl 1954, 226; ZVR 1959/70; SZ 44/87 = JBl 1972, 100; JBl 1977, 648; EvBl 1983/72 ua). Daß diese Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes ebenso wie jene, wonach der Gläubiger den Ersatz eines über die gesetzlichen Zinsen hinausgehenden Verzugsschadens nur bei Vorliegen von Absicht oder auffallender Sorglosigkeit des Schuldners fordern kann (SZ 5/53), in der Lehre Kritik gefunden hat (vgl für alle Reischauer in Rummel, ABGB2, Rz 10 zu § 1298 und Rz 5 zu § 1333 je samt Hinweis auf weitere Lehrmeinungen), ist für die Entscheidung in der vorliegenden Rechtssache ebenso unerheblich, wie der Umstand, daß das Berufungsgericht der in der Entscheidung ZVR 1981/60 zum Ausdruck kommenden von der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes jedoch nicht vertretenen Rechtsmeinung gefolgt ist. Denn aufgrund einer Vereinbarung kann die gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung von Verzugszinsen sowohl ausgeschlossen oder eingeschränkt, als auch im Sinne der Verpflichtung zur Zahlung höherer Zinsen abgeändert werden (Mayrhofer, Schuldrecht I, 370; Reischauer, aaO, Rz 2 zu § 1333 je samt Rechtsprechungshinweis; Harrer in Schwimann, ABGB V, Rz 1 zu § 1333). Nach den Feststellungen der Vorinstanzen waren ua die Bestimmungen der ÖNORM B 2110, soweit sie nicht durch Schlußbrief und Anbot geändert wurden, sowie die (Rechtlichen) Vertragsbestimmungen für den staatlichen Hochbau (RVstH) (Beilage 2) Bestandteil des von der Beklagten den klagenden Gesellschaften erteilten Auftrages. Nach dem Abschnitt II. (Allgemeine Vertragsbestimmungen, ÖNORM B 2110) der von den Vorinstanzen ihren Entscheidungen zugrundegelegten RVstH hat der Vertragsteil, der den Verzug (mit einer Leistung) "verschuldet hat, dem anderen Teil den wirklichen Schaden, im Falle von Vorsatz auch den entgangenen Gewinn zu ersetzen" (Punkt 8. der RVstH). Dieser Vereinbarung entsprechend ist somit der Anspruch auf Ersatz des wirklichen Schadens nicht von einem bestimmten Verschuldensgrad abhängig. Der Anspruch der klagenden Parteien auf Ersatz des ihnen infolge Verzuges der Beklagten mit der Berichtigung der Werklohnforderung entstandenen wirklichen Schadens hat daher nicht zur Voraussetzung, daß die Beklagte - was von den klagenden Gesellschaften wohl behauptet, nicht aber näher ausgeführt wurde (vgl AS 394) - grobe Fahrlässigkeit getroffen hat. Daß es sich bei der mit dem Zahlungsverzug verbundenen Belastung der klagenden Parteien mit über die gesetzlichen Zinsen hinausgehenden Bankzinsen für die Inanspruchnahme eines Bankkredites um einen "wirklichen Schaden" handelt, bedarf keiner weiteren Begründung, zumal die klagenden Parteien mangels Zahlung weiterhin Kredit in Anspruch nehmen mußten und dafür mit den entsprechenden Zinsen tatsächlich belastet wurden, was zu einer Vermögensverringerung geführt hat. Da die Inanspruchnahme von insgesamt mit über 5 Mill.S aushaftenden und mit den im Spruch des Erstgerichtes angeführten Zinssätzen zu verzinsenden Bankkredit jeweils durch die klagende Gesellschaft feststeht (vgl. Ersturteil S.22), entspricht der Zuspruch der aus dem Titel des Schadenersatzes begehrten höheren als gesetzlichen Zinsen durch die Vorinstanzen der Sach- und Rechtslage.

Schließlich vermag die Beklagte auch mit ihrer in Ansehung der Zuerkennung der Umsatzsteuer sowohl aus dem Klagsbetrag als auch aus den Zinsen keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO aufzuzeigen.

Soweit sie die Ansicht vertritt, der Kapitalbetrag unterliege nicht der Umsatzsteuerpflicht, geht sie nicht von der für die rechtliche Beurteilung allein maßgeblichen Sach- und Rechtslage, sondern vom Vorliegen eines Schadenersatzanspruches aus, dem kein Leistungsaustausch zugrundeliegt. Im Hinblick darauf, daß es sich bei dem den klagenden Gesellschaften zuerkannten Anspruch um einen Erfüllungsanspruch, also um zusätzlichen Werklohn für bestellerbedingte Mehraufwendungen bzw. Erschwernis bei der Werkerstellung handelt, also Leistung und Entgelt in einem inneren Zusammenhang und in gegenseitiger Abhängigkeit stehen, weshalb hier sehr wohl von einem wirtschaftlichen Austauschverhältnis auszugehen ist, sind die Vorinstanzen mit Recht im Sinne der ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs von der Umsatzsteuerpflicht des Kapitalbetrages ausgegangen.

Den Zuspruch der Umsatzsteuer von den geltend gemachten Verzugszinsen bekämpft die Revisionswerberin lediglich mit dem Hinweis auf ihre Ausführungen über die mangelnde Umsatzsteuerpflicht für Schadenersatz mit dem Beifügen, daß gleiches auch für die Verzugszinsen als Annexforderung zur Kapitalforderung, welche deren Schicksal teile, gelte. Auch dem kann nicht gefolgt werden.

Bei Beurteilung des Anspruches auf Bezahlung der Umsatzsteuer aus den Verzugszinsen geht die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes davon aus, daß Verzugszinsen nach dem klaren Wortlaut des § 1333 ABGB eine Vergütung für die Verzögerung der geschuldeten Leistung sind, also einen Ausgleich für eine Leistungsstörung darstellen und damit außerhalb des planmäßigen Leistungsaustausches stehen. Da aber die Finanzlehre und -praxis seit der Einführung des Umsatzsteuergesetzes 1934 unverändert auf dem Standpunkt steht, daß bei der steuerrechtlich gebotenen wirtschaftlichen Betrachtungsweise Verzugszinsen ebenso wie Ziel- und Stundungszinsen als "Zahlungszuschläge" Entgeltbestandteile sind und daher die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage erhöhen (zum Umsatzsteuergesetz 1934:

Strack, Das Umsatzsteuerrecht, Orac 1956, 464 und 599; zum geltenden Recht: Dorazil-Frühwald-Hock-Mayer-Paukowitsch, Kommentar zum UStG 1972, 63 in Anm 1 zu § 4 und S.90/3 in Anm.10 zu § 6; Kranich-Siegl-Waba, Kommentar zum MehrwertsteuerG III, Anm.11 bis 13 zu § 4 UStG; VwGH 17.9.1963, Z 2075/61, VwGH-Slg 2925 F), hat der Oberste Gerichtshof diese Betrachtungsweise seinen Entscheidungen seit jener vom 14.12.1976, 4 Ob 580/76, - abgesehen von einer vereinzelt gebliebenen, später ausdrücklich nicht aufrecht erhaltenen Entscheidung (SZ 48/140) - zugrundegelegt (SZ 52/42; 6 Ob 513/79; 7 Ob 514/82; 2 Ob 565, 566/82; 6 Ob 704/83; 7 Ob 604/86; 10 Ob 516/87; 4 Ob 1591/93; vgl auch HS XIV, XV/27). Insoweit die Revisionswerberin in ihrer Rechtsrüge abschließend meint, es sei zweifelhaft, ob den klagenden Parteien überhaupt ein Schaden in Form einer entsprechenden Umsatzsteuerschuld entstehen werde, zumal sie ja bisher über die mit Schriftsatz ON 14 erstmals geltend gemachten Forderungen nicht einmal eine Rechnung gelegt hätten, sind sie darauf zu verweisen, daß Umsatzsteuerbeträge bürgerlich-rechtlich Teil des vereinbarten Entgelts sind und sie unabhängig von der Entstehung der Steuerschuld des Unternehmers (vgl § 19 Abs 2 UStG 1972) im privatrechtlichen Verhältnis zwischen Unternehmer und Besteller dann fällig werden, wenn die Entgeltforderung als solche fällig wird (SZ 52/42).

Der Zuspruch der Umsatzsteuer für die Zinsen durch die Vorinstanzen ist daher durch die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs gedeckt. Davon abzugehen bietet das vorliegende Rechtsmittel keinen Anlaß.

Die Entscheidung des Berufungsgerichtes hängt somit nicht von der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO ab; die Revision erweist sich daher als unzulässig, weshalb sie zurückzuweisen war.

Da die klagenden Parteien in ihrer Revisionsbeantwortung auf die Unzulässigkeit der Revision hingewiesen haben, gebührt ihnen der Ersatz der Kosten ihrer Beteiligung am Revisionsverfahren (§§ 41, 50 ZPO).

Anmerkung

E36908

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0050OB00558.93.0830.000

Dokumentnummer

JJT_19940830_OGH0002_0050OB00558_9300000_000