Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 7Ob73/56 2Ob647/56 1Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070966

Geschäftszahl

7Ob73/56; 2Ob647/56; 1Ob121/70; 5Ob179/74; 6Ob804/77; 8Ob584/88; 2Ob514/89 (2Ob515/89); 7Ob552/94; 3Ob115/98b; 8Ob195/99f; 1Ob31/01t; 7Ob208/02t; 3Ob183/03p; 5Ob1/04i; 7Ob175/04t; 6Ob96/06w; 3Ob235/05p; 3Ob278/06p; 8Ob15/08a; 1Ob122/08k; 8Ob23/10f; 7Ob228/10w; 1Ob211/11b; 1Ob145/12y; 6Ob163/13h; 9Ob12/14a; 8Ob11/14x; 3Ob201/16d; 1Ob216/17x; 5Ob93/18i; 10Ob58/19f; 4Ob182/19x

Entscheidungsdatum

22.02.1956

Norm

NWG §1
NWG §4

Rechtssatz

Die Bestimmungen des NWG müssen einschränkend ausgelegt werden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 73/56
    Entscheidungstext OGH 22.02.1956 7 Ob 73/56
  • 2 Ob 647/56
    Entscheidungstext OGH 20.02.1957 2 Ob 647/56
  • 1 Ob 121/70
    Entscheidungstext OGH 02.07.1970 1 Ob 121/70
    LwBetr 1972,120
  • 5 Ob 179/74
    Entscheidungstext OGH 23.10.1974 5 Ob 179/74
    Beisatz: Die Fälle der Bewilligung einer neuen Wegeanlage sollen möglichst eingeschränkt werden. (T1)
  • 6 Ob 804/77
    Entscheidungstext OGH 02.03.1978 6 Ob 804/77
  • 8 Ob 584/88
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 8 Ob 584/88
    Veröff: RZ 1989/45 S 120
  • 2 Ob 514/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 514/89
  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Veröff: SZ 67/119
  • 3 Ob 115/98b
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 3 Ob 115/98b
  • 8 Ob 195/99f
    Entscheidungstext OGH 22.12.1999 8 Ob 195/99f
    Beisatz: Grundsätzlich hat der Erwerber eines Grundstückes für dessen hinreichende Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz selbst Vorsorge zu treffen. (T2)
  • 1 Ob 31/01t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 31/01t
  • 7 Ob 208/02t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 208/02t
    Beis wie T2
  • 3 Ob 183/03p
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 183/03p
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 2003/113
  • 5 Ob 1/04i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2004 5 Ob 1/04i
  • 7 Ob 175/04t
    Entscheidungstext OGH 28.07.2004 7 Ob 175/04t
  • 6 Ob 96/06w
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 96/06w
  • 3 Ob 235/05p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 235/05p
  • 3 Ob 278/06p
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 278/06p
    Beisatz: Aus § 4 NWG ist insgesamt abzuleiten, dass der durch den Notweg betroffene Liegenschaftseigentümer möglichst wenig belastet werden soll. (T3); Veröff: SZ 2007/52
  • 8 Ob 15/08a
    Entscheidungstext OGH 03.04.2008 8 Ob 15/08a
    Beisatz: Die Verpflichtung zur Duldung eines Notwegs ist daher nur dann gerechtfertigt, wenn sie die einzige Möglichkeit darstellt, wichtige Interessen des Antragstellers zu wahren. (T4)
  • 1 Ob 122/08k
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 122/08k
    Beis wie T2
  • 8 Ob 23/10f
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 8 Ob 23/10f
    Auch; Beisatz: Im Sinn des Grundsatzes der einschränkenden Auslegung der Bestimmungen zur Einräumung eines Notwegs ist zu Gunsten der geschützten Grundflächen (hier Haus‑ bzw Vorgärten) kein kleinlicher Maßstab anzulegen. (T5)
    Beisatz: Die Bewilligung einer neuen Weganlage ist restriktiv zu handhaben. Eine sich auf einen schon bestehenden Weg beziehende Notwegvariante schließt eine neue Weganlage daher in der Regel aus, außer sie erweist sich als unzumutbar. Der Notwegebedürftige muss demnach auf eine schon bestehende Wegvariante zurückgreifen, auch wenn die Distanz zur Anbindung an das öffentliche Wegenetz größer wird und die Kosten für die Herstellung und Erhaltung dieser Verbindung höher sind. (T6)
  • 7 Ob 228/10w
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 228/10w
  • 1 Ob 211/11b
    Entscheidungstext OGH 22.12.2011 1 Ob 211/11b
    Beis wie T5
  • 1 Ob 145/12y
    Entscheidungstext OGH 06.09.2012 1 Ob 145/12y
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 6 Ob 163/13h
    Entscheidungstext OGH 28.11.2013 6 Ob 163/13h
    Beisatz: Hier: Die bisherige Benützbarkeit des Hauses als Sommerhaus rechtfertigt keinen Notweg, zumal ein benützbarer Fußweg zum Haus vorhanden ist. (T7)
  • 9 Ob 12/14a
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 Ob 12/14a
  • 8 Ob 11/14x
    Entscheidungstext OGH 29.09.2014 8 Ob 11/14x
    Beisatz: Das NWG bildet keine Rechtsgrundlage für einen Anspruch auf bloße Verbindung zweier durch ein fremdes Grundstück getrennter Liegenschaften, selbst wenn deren sinnvolle Nutzung von einer solchen Verbindung abhängig wäre. (T8)
  • 3 Ob 201/16d
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 3 Ob 201/16d
    Beis wie T5
  • 1 Ob 216/17x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2017 1 Ob 216/17x
  • 5 Ob 93/18i
    Entscheidungstext OGH 12.06.2018 5 Ob 93/18i
    Auch; Beis wie T2
  • 10 Ob 58/19f
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 10 Ob 58/19f
    Beis wie T3; Beis wie T5
  • 4 Ob 182/19x
    Entscheidungstext OGH 30.03.2020 4 Ob 182/19x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0070966

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.06.2020

Dokumentnummer

JJR_19560222_OGH0002_0070OB00073_5600000_002

Rechtssatz für 5Ob634/76 1Ob40/86 8Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079863

Geschäftszahl

5Ob634/76; 1Ob40/86; 8Ob543/91; 7Ob552/94; 2Ob552/95; 4Ob592/95; 3Ob183/03p; 7Ob228/10w; 1Ob216/17x

Entscheidungsdatum

19.10.1976

Norm

NWG §1
NWG §3

Rechtssatz

Das Notwegegesetz soll die Benützung von Grund und Boden überhaupt ermöglichen oder erleichtern; die fortschreitende Motorisierung läßt den Bedarf nach einer Zufahrtsmöglichkeit mit Personenkraftwagen auf einem bereits bestehenden Weg nicht als bloß zufälligen des derzeitigen Eigentümers erscheinen (JBl 1967,529). Die Schaffung einer Wegeverbindung, die die Zubringung der für die Lebensführung notwendigen Sachen sowie die Zufahrt für Feuerwehr und Rettung (vergleiche dazu JBl 1976,317) ermöglicht, kann daher nicht nur der Bequemlichkeit der Liegenschaftseigentümer, sondern auch der Befriedigung von Bedürfnissen, welche sich aus der ordentlichen Benützung der Liegenschaft ergeben, dienen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 634/76
    Entscheidungstext OGH 19.10.1976 5 Ob 634/76
  • 1 Ob 40/86
    Entscheidungstext OGH 16.12.1986 1 Ob 40/86
  • 8 Ob 543/91
    Entscheidungstext OGH 23.05.1991 8 Ob 543/91
    Veröff: WoBl 1992,163
  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Vgl; nur: Das Notwegegesetz soll die Benützung von Grund und Boden überhaupt ermöglichen oder erleichtern; die fortschreitende Motorisierung läßt den Bedarf nach einer Zufahrtsmöglichkeit mit Personenkraftwagen auf einem bereits bestehenden Weg nicht als bloß zufälligen des derzeitigen Eigentümers erscheinen (JBl 1967,529). (T1) Veröff: SZ 67/119
  • 2 Ob 552/95
    Entscheidungstext OGH 24.08.1995 2 Ob 552/95
    Vgl
  • 4 Ob 592/95
    Entscheidungstext OGH 21.11.1995 4 Ob 592/95
    Vgl; Beisatz: Zur ordentlichen Bewirtschaftung und Benützung einer Liegenschaft gehört auch die Erhaltung und die allfällige Errichtung von Gebäuden. (T2)
  • 3 Ob 183/03p
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 183/03p
    Auch; Beisatz: Soll ein auf Bauland zu errichtendes Haus der Befriedigung des Wohnbedürfnisses der Antragsteller dienen, so gehört die Zubringung von Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen und Brennmaterial sowie die Ermöglichung der Zufahrt für Feuerwehr und Rettung oder anderer Fahrzeuge im Interesse einer zeitgemäßen Daseinsvorsorge - so etwa solcher der Polizei, Müllabfuhr oder Kanalreinigung - zur ordentlichen Benützung der Liegenschaft. (T3); Beisatz: Es ist daher auch Bewohnern eines Gartensiedlungsgebiets nicht zumutbar, etwa Lebensmittel, Haushaltsgegenstände, Brennstoffe und Baumaterialien vom Ende der öffentlichen Straße zu ihren Liegenschaften zu tragen oder mit Trägern dorthin befördern zu lassen. Die ordentliche Benützung solcher Liegenschaften erfordert vielmehr eine Zufahrtsmöglichkeit für PKW und-soweit das die Wegbreite und der Wegzustand erlauben-auch für LKW. (T4); Veröff: SZ 2003/113
  • 7 Ob 228/10w
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 228/10w
  • 1 Ob 216/17x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2017 1 Ob 216/17x
    Vgl; Beisatz: Die Beurteilung der Vorinstanzen, der Bedarf nach einem Notweg sei zu verneinen, weil die mittlerweile gegebene Versorgung über die moderne Gondelbahn samt eingeräumter Zufahrt über Fremdgrund in einer Strecke von ca 1 km zur Bewirtschaftung des im alpinen Gelände gelegenen Selbstbedienungsrestaurants nicht unzulänglich erscheine und jener vor der Verlegung des (alten Sessel-)Lifts im Wesentlichen entspreche, bedarf keiner Korrektur durch den Obersten Gerichtshof. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0079863

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19761019_OGH0002_0050OB00634_7600000_001

Rechtssatz für 6Ob804/77 1Ob40/86 2Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070984

Geschäftszahl

6Ob804/77; 1Ob40/86; 2Ob514/89 (2Ob515/89); 4Ob547/91; 7Ob552/94; 3Ob278/06p; 8Ob15/08a

Entscheidungsdatum

02.03.1978

Norm

NWG §1

Rechtssatz

Wenn der Antragsteller das Bestehen einer Wegdienstbarkeit behauptet und darüber entweder ein Verfahren anhängig ist oder der Antragsteller einem solchen Verfahren durch den Antrag auf Einräumung eines Notweges ausweichen will, ist die Einräumung des Notweges unzulässig. Wenn aber lediglich die Verpflichtung zur Verschaffung eines Gehrechtes und Fahrtrechtes behauptet wird, hindert auch ein solches anhängiges Streitverfahren die Verhandlung und Entscheidung über einen Antrag auf Einräumung des Notweges nicht.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 804/77
    Entscheidungstext OGH 02.03.1978 6 Ob 804/77
  • 1 Ob 40/86
    Entscheidungstext OGH 16.12.1986 1 Ob 40/86
    nur: Wenn der Antragsteller das Bestehen einer Wegdienstbarkeit behauptet und darüber entweder ein Verfahren anhängig ist oder der Antragsteller einem solchen Verfahren durch den Antrag auf Einräumung eines Notweges ausweichen will, ist die Einräumung des Notweges unzulässig. (T1)
  • 2 Ob 514/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 514/89
    nur T1; Beisatz: Nur bei Identität des festzustellenden oder einzuräumenden Rechtes besteht keine Notwendigkeit zur Einräumung eines Notweges. (T2)
  • 4 Ob 547/91
    Entscheidungstext OGH 24.09.1991 4 Ob 547/91
    Vgl; nur T1; Veröff: RZ 1992/93 S 289
  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    nur T1; Veröff: SZ 67/119
  • 3 Ob 278/06p
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 278/06p
    Vgl; Beisatz: Nur das Bestehen einer (gleichwertigen) Wegedienstbarkeit schließt die Einräumung eines Notwegs aus, nicht aber die Behauptung, der Antragsteller könne sich ein solches Recht verschaffen. (T3); Veröff: SZ 2007/52
  • 8 Ob 15/08a
    Entscheidungstext OGH 03.04.2008 8 Ob 15/08a
    Vgl; Beisatz: Dass der Antragstellerin hier zwar kein Notweg, aber eine Wegdienstbarkeit zusteht, hindert die Zulässigkeit des Antrags auf Einräumung eines Notwegs deshalb nicht, weil der Antrag der Antragstellerin inhaltlich eine Entscheidung über die Einräumung eines Notwegs durch Erweiterung einer bereits bestehenden Wegdienstbarkeit anstrebt. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0070984

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2009

Dokumentnummer

JJR_19780302_OGH0002_0060OB00804_7700000_001

Rechtssatz für 6Ob684/83 8Ob502/89 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071117

Geschäftszahl

6Ob684/83; 8Ob502/89; 7Ob552/94; 1Ob559/94; 2Ob229/00s; 3Ob183/03p; 5Ob1/04i; 1Ob122/08k

Entscheidungsdatum

12.01.1984

Norm

NWG §2 Abs1

Rechtssatz

Auch der Käufer einer Liegenschaft kann bezüglich einer Wegverbindung zwischen derselben und dem öffentlichen Weg auffallend sorglos sein.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 684/83
    Entscheidungstext OGH 12.01.1984 6 Ob 684/83
  • 8 Ob 502/89
    Entscheidungstext OGH 19.01.1989 8 Ob 502/89
  • 1 Ob 559/94
    Entscheidungstext OGH 30.05.1994 1 Ob 559/94
    Vgl auch; Beisatz: Für die Frage, ob auffallende Sorglosigkeit vorliegt, ist von ausschlaggebender Bedeutung, welche Kenntnisse der Erwerber einer Liegenschaft schon vor dem Ankauf hatte, insbesondere ob und auf welche Weise er über allfällige Wegeverbindungen Erkundigungen eingezogen hat. (T1)
  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Veröff: SZ 67/119
  • 2 Ob 229/00s
    Entscheidungstext OGH 08.09.2000 2 Ob 229/00s
    Auch
  • 3 Ob 183/03p
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 183/03p
    Auch; Beisatz: Allein der Erwerb einer Liegenschaft ohne ausreichende Anbindung an das öffentliche Wegenetz schließt die Einräumung oder Erweiterung eines Notwegs nur dann aus, wenn besondere Umstände auf eine auffallende Sorglosigkeit des Erwerbers schließen lassen, ein Grundsatz, der insbesondere auch dann gilt, wenn die Liegenschaft bereits nach dem beim Erwerbsvorgang gültigen Flächenwidmungsplan Bauland war. (T2); Beisatz: Der Erwerb einer Liegenschaft ohne eine vorherige Erkundigung über allfällige Wegeverbindungen ist aber jedenfalls dann nicht auffallend sorglos, wenn ein tatsächlich eingetretener Wegebedarf in seiner Art, seinem Ausmaß und seiner Intensität bei einer früheren vertraglichen Gestaltung der die notleidenden Liegenschaften betreffenden Rechtsbeziehungen nicht leicht vorhersehbar war. (T3); Veröff: SZ 2003/113
  • 5 Ob 1/04i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2004 5 Ob 1/04i
    Vgl auch; Beisatz: Nach den konkreten Umständen kann bereits der Ankauf eines Grundstückes ohne notwendige Wegverbindung mit dem öffentlichen Wegenetz eine auffallende Sorglosigkeit begründen. (T4)
  • 1 Ob 122/08k
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 122/08k
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Eine auffallende Sorglosigkeit ist dem Eigentümer einer Liegenschaft dann anzulasten, wenn er selbst als sorglos anzusehen ist oder ihm die Sorglosigkeit seines Rechtsvorgängers aus besonderen Umständen zurechenbar ist, zB weil er sie kannte oder kennen musste. (T5); Beisatz: Hier: Erwerb der Liegenschaft mit Übergabsvertrag. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0071117

Zuletzt aktualisiert am

31.03.2009

Dokumentnummer

JJR_19840112_OGH0002_0060OB00684_8300000_001

Rechtssatz für 7Ob504/92 7Ob552/94 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071012

Geschäftszahl

7Ob504/92; 7Ob552/94; 8Ob71/15x

Entscheidungsdatum

30.01.1992

Norm

NWG §1 Abs1

Rechtssatz

Unter Eigentümer ist sowohl nach dem Wortlaut als auch nach dem Zweck des Gesetzes nur derjenige zu verstehen, der sich auf einen unbedingten Rechtserwerb stützen kann. Die Vormerkung verschafft nur einen durch nachfolgende Rechtfertigung bedingten Rechtserwerb.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 504/92
    Entscheidungstext OGH 30.01.1992 7 Ob 504/92
    Veröff: EvBl 1992/115 S 508
  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Auch; nur: Unter Eigentümer ist sowohl nach dem Wortlaut als auch nach dem Zweck des Gesetzes nur derjenige zu verstehen, der sich auf einen unbedingten Rechtserwerb stützen kann. (T1)
    Veröff: SZ 67/119
  • 8 Ob 71/15x
    Entscheidungstext OGH 30.07.2015 8 Ob 71/15x
    Bem: Hier: Dem Antragsteller wurde die Liegenschaft an Zahlungs statt überlassen; das Eigentumsrecht ist im Grundbuch nicht einverleibt. Siehe dazu RS0130448.(T2); Veröff: SZ 2015/72

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0071012

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19920130_OGH0002_0070OB00504_9200000_003

Rechtssatz für 7Ob552/94 6Ob144/10k 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070962

Geschäftszahl

7Ob552/94; 6Ob144/10k; 4Ob5/15m

Entscheidungsdatum

29.06.1994

Norm

NWG §1

Rechtssatz

Ein dem Antragsteller persönlich zustehendes, bloß obligatorisches Wegerecht hindert nicht die Einräumung eines Notweges.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Veröff: SZ 67/119
  • 6 Ob 144/10k
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 144/10k
    Beisatz: Hier: Antragslegitimation des Insolvenzverwalters auf Einräumung eines Notweges bei bestehender eingeschränkter (außerbücherlicher) Dienstbarkeit auf die Eigentümerschaft bzw Lebensdauer des Gemeinschuldners bejaht. (T1)
  • 4 Ob 5/15m
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 5/15m
    Beisatz: Damit kann aber ein Verhalten, das faktisch zum Widerruf einer solchen prekaristischen Nutzung führte, von vornherein nicht als eine zum Mangel einer Wegverbindung führende auffallende Sorglosigkeit iSv § 2 Abs 1 NWG qualifiziert werden. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0070962

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.05.2015

Dokumentnummer

JJR_19940629_OGH0002_0070OB00552_9400000_001

Rechtssatz für 7Ob552/94 1Ob377/98t 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071190

Geschäftszahl

7Ob552/94; 1Ob377/98t; 7Ob319/99h; 1Ob31/01t; 6Ob144/10k

Entscheidungsdatum

29.06.1994

Norm

NWG §3

Rechtssatz

Der Notweg ist gemäß § 3 NWG als Legalservitut konstruiert, die durch Richterspruch rechtliche Wirksamkeit erlangt (SZ 38/19).

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 552/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94
    Veröff: SZ 67/119
  • 1 Ob 377/98t
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 1 Ob 377/98t
    Auch; nur: Der Notweg ist gemäß § 3 NWG als Legalservitut konstruiert. (T1)
  • 7 Ob 319/99h
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 7 Ob 319/99h
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Bestellung eines Notweges ist kein Fall von Enteignung, weil die Enteignung im öffentlichen Interesse erfolgt. (T2)
  • 1 Ob 31/01t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 31/01t
    Auch
  • 6 Ob 144/10k
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 144/10k
    Vgl auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0071190

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2010

Dokumentnummer

JJR_19940629_OGH0002_0070OB00552_9400000_002

Entscheidungstext 7Ob552/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

7Ob552/94

Entscheidungsdatum

29.06.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Warta als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Niederreiter, Dr.Schalich, Dr.Tittel und Dr.I.Huber als weitere Richter in der Außerstreitsache des Antragstellers Johann W*****, vertreten durch Dr.Helmut Kientzl und Dr.Gerhard Schultschick, Rechtsanwälte in Wiener Neustadt, gegen die Antragsgegner 1. Johann W*****, und 2. Marianne W*****, vertreten durch Dr.Edwin Schubert und Dr.Rudolf Rammel, Rechtsanwälte in Neunkirchen, wegen Einräumung eines Notweges, infolge Rekurses der Antragsgegner gegen den Beschluß des Landesgerichtes Wiener Neustadt als Rekursgericht vom 25.Februar 1994, GZ R 569/93-9, womit infolge Rekurses des Antragstellers der Beschluß des Bezirksgerichtes Aspang vom 24.November 1993, GZ Nc 382/93-2, aufgehoben wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben.

Die Rekurskosten sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Der Antragsteller begehrte die Einräumung eines Notweges zugunsten seiner Liegenschaft EZ ***** Grundbuch 23005 G***** und zu Lasten der Grundstücke Nr.287 Baufläche, 94 Baufläche, 449/2 Garten und 443/2 Wald je inneliegend der EZ ***** Grundbuch 23005 G*****. Er brachte vor: Es gebe derzeit zwei Möglichkeiten, zu seiner Liegenschaft zu gelangen. Einerseits existiere ein Güterweg, der über die im Alleineigentum der Elisabeth H***** stehende Liegenschaft EZ 249 führe. Dieser Güterweg weise jedoch im letzten Teil vor der Einmündung in die Liegenschaft des Antragstellers ein derart hohes Gefälle auf, daß er nur mit landwirtschaftlichen Maschinen und nicht mit PKWs befahren werden könne. Bei Schneelage sei das letzte Gefälle überhaupt unpassierbar. Schon nach kurzen Regenfällen sei das Straßenstück unbegehbar. Eine weitere Zufahrtsmöglichkeit bestehe über die im Antrag angeführten Grundstücke der Antragsgegner. Diese hätten zwar in einer Niederschrift vom 28.8.1984 dem Antragsteller den "Zugang" zu seiner Liegenschaft über den Weg gestattet. Sie hätten jedoch angekündigt, die Zufahrtsmöglichkeit für den Fall des Verkaufes der Liegenschaft durch den Antragsteller zu sperren.

Das Gericht erster Instanz wies den Antrag "zurück" (inhaltlich ab). Da nach den Antragsbehauptungen der Zugang zur Liegenschaft des Antragstellers aufgrund einer Benützungsregelung möglich sei und Schwierigkeiten nur für den Fall des Verkaufes der Liegenschaft auftreten könnten, aber nicht behauptet sei, daß ein Verkauf zu erwarten sei, mangle es an den Voraussetzungen des § 1 NWG.

Das Gericht zweiter Instanz hob den Beschluß auf und trug dem Erstgericht eine neuerliche Entscheidung nach Verfahrensergänzung auf. Es sprach aus, daß der Rekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig sei. Bei der Frage, ob ein Notweg einzuräumen sei, komme es nicht auf die Bedürfnisse des jeweiligen Eigentümers der Liegenschaft an, sondern auf deren objektive Wegebedürftigkeit aufgrund ihrer unverändlichen Lage. Das allenfalls gute Einvernehmen eines bestimmten Liegenschaftseigentümers mit seinem Grundnachbarn könne daher kein Hindernis sein, einen Antrag auf Einräumung eines Notweges zu stellen, der für die künftigen Eigentümer erforderlich sein werde. Dazu komme, daß zur Benützung der Liegenschaft auch deren Verwertung gehöre, die nach dem Vorbringen des Antragstellers ohne Notweg erschwert werde. Schließlich ergebe sich auch aus § 3 NWG, wonach der Notweg in einer (regelmäßigen) Dienstbarkeit bestehe, daß die bloß einem bestimmten Eigentümer erteilte Benützungserlaubnis dem vorliegenden Antrag nicht entgegenstehe. Der Rekurs an den Obersten Gerichtshof sei zulässig, weil keine oberstgerichtliche Entscheidung zur Frage vorliege, ob ein Anspruch auf Einräumung eines Notweges auch dann bestehe, wenn das Wegerecht zwar dem derzeitigen Eigentümer, nicht aber dessen Rechtsnachfolgern gestattet werde.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs der Antragsgegner ist aus dem vom Gericht zweiter Instanz angeführten Grund zulässig, aber nicht berechtigt.

Im § 4 NWG kommt zwar der Wille des Gesetzgebers zum Ausdruck, daß die Bewilligung einer neuen Weganlage möglichst unterbleiben soll. Wegen des einschneidenden Eingriffs in das Eigentumsrecht sind die Bestimmungen des NWG einschränkend auszulegen (RZ 1989/45 mwN). Dessen ungeachtet verweist das Gericht zweiter Instanz zu Recht darauf, daß der Notweg gemäß § 3 NWG als Legalservitut konstruiert ist, die durch Richterspruch rechtliche Wirksamkeit erlangt (SZ 38/19). Es kommt nicht auf den bloß zufälligen Bedarf des Antragstellers bzw. von dessen Angehörigen an, sondern auf den Bedarf der Liegenschaft, also darauf, ob dieser Bedarf aller Wahrscheinlichkeit nach auch bei jedem späteren Erwerber und Bewohner der Liegenschaft bestehen wird (JBl. 1967, 529; 1 Ob 40/86).

Die Rechtsprechung hat zwar die Einräumung eines Notweges dann abgelehnt, wenn der Antragsteller das Bestehen einer Wegdienstbarkeit behauptet hat und darüber entweder ein Verfahren anhängig war oder der Antragsteller einem solchen Verfahren durch den Antrag auf Einräumung eines Notweges ausweichen wollte (7 Ob 242/55; 2 Ob 647/56; 8 Ob 262/63). Denn in diesen Fällen konnte auf die im Gesetz vorgesehenen Mittel (vgl. § 1 Abs.1 NWG) zur Durchsetzung des behaupteten Wegerechtes verwiesen werden. Die Behauptung des Antragstellers (im streitigen Rechtsweg), der Antragsgegner sei schuldig, ihm das Geh- und Fahrtrecht zu verschaffen, stellt jedoch für den Antrag auf Einräumung eines Notweges kein Hindernis dar, weil dem Antragsteller selbst im Fall des Obsiegens in einem derartigen Rechtsstreit noch immer kein Anspruch auf Einräumung eines Wegerechtes, sondern nur ein Verschaffungsanspruch zustehen würde (6 Ob 804/77). Ebensowenig vermag daher die Zusicherung des Grundnachbarn, nur dem Antragsteller persönlich die Zufahrt zur Liegenschaft zu gestatten, das Begehren auf Einräumung eines Notweges zu hindern.

Durch die Rechtsunsicherheit über das Bestehen einer Wegeverbindung für einen allfälligen Rechtsnachfolger wird der Wert der Liegenschaft entscheidend vermindert. Damit wird der Liegenschaftseigentümer in seiner Dispositionsmöglichkeit erheblich eingeschränkt. Nach nunmehriger Rechtsprechung kann bereits der Ankauf eines Grundstückes ohne notwendige Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz eine auffallende Sorglosigkeit begründen, die gemäß § 2 Abs.1 NWG dem Begehren auf Einräumung eines Notweges entgegensteht (RZ 1989/45 mwN). Auffallende Sorglosigkeit wurde etwa angenommen, wenn sich der Käufer bei den Antragsgegnern bezüglich des Fahrtrechtes nicht erkundigte, obwohl er vom Verkäufer wußte, daß die Antragsgegner zunächst das Fahrtrecht erlaubt, später aber versagt hätten (6 Ob 684/83). Da den Rechtsnachfolgern Erkundigungspflichten auferlegt werden und nach den Antragsbehauptungen im vorliegenden Fall mit dem Ergebnis zu rechnen ist, daß einem allfälligen Rechtsnachfolger die entsprechende Zufahrtsmöglichkeit nicht gestattet wird, hätten allfällige Liegenschaftskäufer kaum jemals Aussicht, ein Wegerecht gegen die Antragsgegner durchzusetzen. Da zudem nur der jeweils verbücherte, nicht aber auch der potentielle Eigentümer den Antrag nach dem NWG stellen kann (EvBl. 1992/115), könnte bei Billigung der Ansicht, daß ein dem Antragsteller persönlich zustehendes, bloß obligatorisches Wegerecht die Einräumung eines Notweges hindere, überhaupt niemand - zumindest nicht bei Eigentumserwerb unter Lebenden - eine vom guten Willen der Nachbarn unabhängige Wegeverbindung mit dem öffentlichen Wegenetz erreichen.

Aus all diesen Erwägungen kann die Ansicht Feils in Liegenschaftsrecht Bd.I, 205, daß es nicht an einer Verbindung zum öffentlichen Wegenetz fehle, wenn der Eigentümer unter Ausnützung eines ihm zustehenden, auch bloß persönlichen Rechtes über fremde Grundstücke zum öffentlichen Weg gelangen könne, wobei ein rein obligatorischer Anspruch, solange er bestehe, genüge (ähnlich auch LGZRS Wien in RPflSlg. A 4333), nicht geteilt werden.

Der im Rekurs an den Obersten Gerichtshof aufgestellten Behauptung der Antragsgegner, der Antragsteller könne über andere Grundstücke seine Liegenschaft erreichen und diese ordentlich bewirtschaften, steht die noch zu prüfende Antragsbehauptung entgegen, daß die andere Zufahrtsmöglichkeit hiefür ungeeignet sei.

Schon deshalb, weil die Antragsgegner in erster Instanz noch gar keine Gelegenheit hatten, zum Antrag Stellung zu nehmen, kommt die Durchführung des weiteren Verfahrens vor dem Gericht zweiter Instanz nicht in Betracht. Von der im Rekurs behaupteten Mangelhaftigkeit des Verfahrens zweiter Instanz im Sinn des § 496 Abs.3 ZPO kann daher keine Rede sein.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 25 NWG im Zusammenhang mit § 52 (1) ZPO.

Anmerkung

E36109

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0070OB00552.94.0629.000

Dokumentnummer

JJT_19940629_OGH0002_0070OB00552_9400000_000